Serie•Teil 7 / 7Titus
Generierte Mitschrift
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Der Blick auf den Brief und die große Linie
So, es ist schön, wieder bei euch zu sein, auch jetzt gerade in den Ferien. Ich freue mich, dass wir weitermachen können im Titusbrief.
Bevor wir das tun, möchte ich gerne noch einmal aus der Vogelperspektive auf diesen Brief schauen. Titus ist ein Mitarbeiter des Apostels Paulus, und er soll auf Kreta den Gemeinden dort helfen. Paulus spricht im Titusbrief drei Aufgaben an, die Titus erledigen soll.
Da ist einmal das Thema Älteste. Titus soll dafür sorgen, dass qualifizierte Älteste gefunden und in ihren Dienst eingeführt werden, damit die Gemeinden von qualifizierten Ältesten geleitet werden.
Ein zweiter Punkt: Er soll die Gemeinde belehren. Da stecken wir gerade mittendrin. Es geht um verschiedene Gruppen, Männer, Frauen, junge Männer, Sklaven. Ihnen wird gesagt, wie man sich als Christ verhalten soll.
Dann kommt noch ein drittes Thema. Da sind wir noch nicht, und es wird auch noch einen Moment dauern, bis wir da ankommen: der Umgang mit Sektierern.
Wenn man sich nun schon ein paar Predigten lang mit dem Thema beschäftigt hat, wie man als Christ richtig lebt, dann stellt sich kurz die Frage: Warum legt Paulus eigentlich so einen Wert darauf? Warum reicht es nicht, wenn man Christ ist und einfach nur an Jesus glaubt?
Die Antwort, die wir uns heute anschauen wollen, lautet: Wir sind dazu berufen, als Christen gute Werke zu tun. Wir sind nicht dazu berufen, einfach nur irgendwie an Jesus zu glauben, sondern unsere Bekehrung ist tatsächlich der Startpunkt für ein Leben, in dem jede Form von Gottlosigkeit oder auch jede Form von Dummheit keinen Platz mehr hat. Es ist ein Leben, in dem Jesus wirklich Herr sein möchte. Es ist ein Leben, in dem ich mich der Herrschaft Jesu in meinem Leben unterstelle. Und das ist immer ein Leben, das aus Gnade lebt, in dem Gnade erfahren wird. Da wird Gnade zum beherrschenden Prinzip in meinem Leben. Wo das nicht der Fall ist, also wo Gnade nicht im Leben eines Menschen herrscht, da ist er auch nicht bekehrt.
Es gibt auf dieser Erde zwei Prinzipien, die das Leben eines Menschen beherrschen können: entweder Gnade oder Sünde. Das sind die zwei dominierenden, prägenden Prinzipien, die ein Leben beherrschen können. Paulus bringt das in Römer 5 sehr schön auf den Punkt, in Römer 5,21: Damit, wie die Sünde geherrscht hat, als er nämlich noch nicht gläubig war, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Gnade herrscht. Das ist vielleicht ein komischer Gedanke. Wir denken bei Herrschaft immer an Könige, aber das Neue Testament spricht davon, dass Gnade herrscht, und zwar durch Gerechtigkeit. Und sie bringt etwas hervor, nämlich ewiges Leben. Hinter all dem steht unser Herr Jesus Christus.
Das heißt: Mit meiner Bekehrung ändert sich tatsächlich das Leitmotiv meines Lebens. Vor der Bekehrung stehe ich unter der Macht der Sünde. Ich bin dazu verdammt, das Böse zu tun. Ich bin unfähig, mich meinen eigenen Trieben entgegenzustellen. Ich bin verloren, um verloren zu gehen. Das ist total schrecklich.
Nach meiner Bekehrung ist Sünde als Macht immer noch hier drin, in meinem Fleisch, in meinem Körper. Sie ist immer noch da. Ich habe immer noch diesen alten Körper mit seinen schrägen Neigungen, mit blödsinnigsten Ideen. Aber, und das ist das Entscheidende: Die Macht der Sünde ist gebrochen.
Wo früher Sklaverei war, die Sklaverei der Sünde, ist nach der Bekehrung Kampf. Kampf gegen die Sünde. Seit meiner Bekehrung kämpft der neue Jürgen, der, der Jesus folgen will, weil er ein neues Herz hat, mit den sündigen Ideen seines Körpers. Mein neues Herz stellt sich dem entgegen, was da an Blödsinn in mir aufkommt. Mein Körper produziert den größten Unsinn ohne mein Zutun, das will er einfach. Und jetzt steckt aber in mir drin das neue Herz, und das sagt: Nein, da wollen wir nicht mitmachen.
Ich bin nach der Bekehrung nicht mehr Sklave der Sünde, aber ich muss mich jeden Tag neu dazu entscheiden, nicht der Sünde zu dienen. Das Angebot der Sünde ist genau wie die Gnade Gottes jeden Morgen neu. So blöd das klingt, aber es ist einfach so. Du wachst auf, und dann ist es schon da. Und von daher muss ich mich jeden Morgen unter die Herrschaft der Gnade stellen und sagen: Ich will das Gute tun.
Also: Warum soll ich das Gute tun und den Kampf gegen die Sünde in meinem Leben aufnehmen? Ganz einfach: Weil das meine Berufung ist. Oder, um es ein bisschen heroischer zu sagen: Wir sind Krieger des Lichts. Ja, so kann man es auch ausdrücken.
Titus 2,11-12:
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf.
Ihr habt das in der anderen Gemeinde letzte Woche gesagt, sage ich euch auch: Es ist keine Sünde, eine Bibel mitzubringen, darin selbst zu lesen und anzustreichen. Ich bringe euch die Verse gerne als PowerPoint, aber denkt dran: Schade nichts.
Nochmal:
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf.
Die Gnade Gottes erscheint mit Jesus auf der Erde, und sie hat zwei Ziele. Erstens: Sie will Menschen retten. Zweitens: Sie will Menschen verändern.
Also: Gnade ist einerseits heilbringend allen Menschen. Es gibt keinen Menschen auf diesem Planeten, den die Gnade Gottes nicht erreichen könnte, wenn er wollte. Gnade als Konzept umfasst alle Menschen, aber wirklich gerettet werden nur die, die sich diese Gnade, dieses Angebot Gottes, durch Glauben aneignen. Also: Niemand muss verloren gehen, aber jeder muss glauben, um gerettet zu werden.
Paulus bringt das in Epheser 2,8 ganz schön auf den Punkt, wo er sagt, dass wir aus Gnade durch Glauben gerettet sind. Das ist immer so ein Doppelpack, wie so ein Schokokeks, es muss immer beides da sein: aus Gnade durch Glauben. Gott ist nicht verpflichtet, uns zu retten, das ist aus Gnade. Und wir können uns auch nicht selber durch gute Werke retten. Es bleibt immer aus Gnade durch Glauben. Das ist der erste Punkt: Gnade erscheint, denn Gnade will Menschen retten.
Punkt Nummer zwei: Gnade will Menschen verändern. Deswegen heißt es hier: Die Gnade ist erschienen, heilbringend und unterweist uns. Oder man könnte auch übersetzen: trainiert uns. Sie ist wie ein Fitnesstrainer, nur geistlich. Oder sie erzieht, wie ein Lehrer.
Und wie tut sie das? Wie erzieht sie? Wie unterweist die Gnade? Nun, ganz wesentlich, das haben wir im Titusbrief schon gesehen: durch gute Predigten, durch gute Vorbilder, dadurch, dass ich in einer Gemeinschaft bin, wo ich genügend Input bekomme dazu, wie man leben soll. Gnade stirbt am Kreuz, und Gnade macht uns tatsächlich zu einer geistlichen Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft, um geistlich zu wachsen. Also niemand muss dieses geistliche Wachstum alleine schaffen. Aber jeder muss natürlich schauen, dass er Teil einer Gemeinschaft wird, wo er sich den Input holt, den er braucht.
Was ist geistliches Wachstum? Geistliches Wachstum ist immer ein Zweifaches. Auf der einen Seite muss das Falsche raus, und auf der anderen Seite muss das Richtige rein.
Nochmal: Jesus möchte auf eine so unglaublich praktische, persönliche Weise Herr in meinem Leben sein. Als die Gnade Gottes erscheint, da erscheint Jesus und stirbt für mich am Kreuz für meine Schuld. Er wird zu meinem Stellvertreter. Er nimmt meine Sünde, meine Gottlosigkeit, meine Triebhaftigkeit, und er nagelt sie ans Kreuz. Er stirbt dort tatsächlich für mich.
Das Kreuz Gottes ist Gottes Ja zu mir und gleichzeitig Gottes Nein zu meinem alten Leben. Das dürfen wir nie vergessen. Das Ja Gottes am Kreuz zu mir ist Gottes Nein zu meinem alten Leben. Und dieses Nein Gottes zu meinem alten Leben, das darf mich ein ganzes Leben lang prägen.
Deswegen heißt es: Die Gnade Gottes unterweist mich, das zu lassen, wofür Jesus gestorben ist. Nochmal Vers 12: Gnade unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen. Das, was ich heute verleugne, man könnte auch übersetzen: mich von etwas lossagen, ich will damit nichts mehr zu tun haben. Das, womit ich heute nichts mehr zu tun haben will in meinem Leben, das ist genau das, wofür Jesus gestorben ist. Und übrigens auch das, wofür ich in die Hölle gegangen wäre.
Es sind die Dinge, von denen ich weiß, dass sie mich kaputt machen, dass sie meine Familie kaputt machen, dass sie aus einer ewigen Perspektive heraus völlig falsch sind. Und deswegen bedeutet Christsein: Ich lasse wirklich das Falsche, und ich fange an, wie in Vers 12, besonnen und gerecht und gottesfürchtig zu leben.
Ich mag diese drei Begriffe. Sie sprechen mich total an. Sie umfassen so ein bisschen das, was Christsein ausmacht: besonnen, gerecht und gottesfürchtig. Im Sinne von: Denk nach, halte dich an Gottes Gebote, und verbring einfach genug Zeit alleine mit Gott und seinem Wort, im Gebet, im Bibelstudium, dass er dein Herz füllen kann, dass er dein Denken prägen kann. So einfach ist Christsein.
Lasst uns bloß nicht glauben, Christsein sei kompliziert. Das ist es nicht. Kompliziert machen wir es. In Wirklichkeit ist es relativ simpel: besonnen, erst einmal nachdenken; gerecht; gottesfürchtig. Wenn du in diese drei Richtungen denkst in deinem Leben, bist du immer gut aufgestellt.
Jetzt könnte jemand fragen: Jürgen, ist dieses Verleugnen und Andersleben nicht super anstrengend? Antwort: Ja, Entschuldigung, ja, das ist es. Und es heißt hier in Vers 12: in dem jetzigen Zeitlauf. Wir leben jetzt in einer Zeit, von der Paulus sagt, dass die Tage böse sind. Und die Bilder, die Paulus verwendet, sind Bilder wie von einem Ackerbauer, der am Pflug läuft, einem Soldaten, der in den Krieg zieht, einem Athleten, der trainiert. Das sind alles keine Bilder, die geprägt sind von Schlaraffenland, da liegen und die gebratenen Vögelchen fliegen einem in den Mund. Nee, das ist anstrengend.
Jetzt. Es kommt eine Zeit, wann dieses Böse Vergangenheit sein wird. Aber bis dahin gilt es tatsächlich, durchzuhalten und den Glauben zu bewahren.
Mir scheint, und das ist ein Gedanke, den will ich heute bei euch nicht weiter entfalten, den werde ich nächste Woche in einer anderen Gemeinde bringen: Mir scheint, dass diese Phase des Glaubenbewahrens die Phase ist, wo man am wenigsten Predigten zuhört, die am längsten dauert und die, gelinde gesagt, die gefährlichste ist. Also je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass das Neue Testament betont, wie leicht es passieren kann, dass man auf der Länge des Weges aufhört zu hoffen, aufhört zu harren, aufhört, die guten Dinge zu glauben, und Schiffbruch im Glauben erleidet.
Und von daher: Lasst uns an dieser Stelle ganz nüchtern bleiben, ganz besonnen bleiben und damit rechnen, dass unser Glaube, auch wenn wir schon zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahre gläubig sind und älter, dass wir da immer noch angefochten werden können und unseren Glauben bewahren müssen.
So, wie mache ich das? Wie schaffe ich es, in dieser Zeit, in der Glauben so ein angefochtenes Ding ist, dass diese Zeit irgendwie erträglich wird? Das hat zu tun mit der Hoffnung, die ich habe. Da heißt es in Titus 2,13, indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten.
Also jetzt nichts Neues für die, die schon länger dabei sind: Wir erwarten, dass Jesus wiederkommt und dass das, was an Erlösung angefangen hat, dass er das vollendet. Da fehlt nämlich noch etwas. Ja, da fehlt noch eine neue Welt, die er erschaffen muss, da fehlt noch ein neuer Körper, und da fehlt einfach noch so das, was wir im Allgemeinen unter der Überschrift Himmel packen. Da kommt noch etwas. Jesus kommt wieder.
Jetzt ist dieser Vers sprachlich eine Herausforderung. Vers 13: Wir erwarten die glückselige Hoffnung. Das geht nicht. Ich hoffe, euch ist klar: Man kann eine Hoffnung nicht erwarten, auch dann nicht, wenn sie glückselig ist, also total beglückend. Man kann im zweiten Teil, die Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes, das kann man erwarten, das ist sprachlich kein Problem. Aber eine Hoffnung? Das ist ja ein abstrakter Begriff. Den kann ich nicht erwarten.
Und weil das nicht geht, also ich kann erwarten, dass jemand wiederkommt, die Erscheinung, das kann ich erwarten, dass die Tür aufgeht, das ist die Erscheinung, aber die Hoffnung, das geht nicht. Es steht aber da. Deswegen dachte ich mir: Drei Minuten Grammatik, ein Begriff.
Ich möchte euch mit einem Begriff vertraut machen, der heißt Metonymie. Das Wort müsst ihr euch nicht merken, man muss das Konzept dahinter verstehen. Metonymie ist eine Sprachfigur. Sprache ist nicht Mathematik, das habt ihr wahrscheinlich schon festgestellt. Das heißt, manchmal stehen in einer Sprache Begriffe für andere Begriffe. Also du kannst anstatt Kamel zu sagen, Wüstenschiff sagen. Es gibt keine Wüstenschiffe, aber du weißt, was gemeint ist. Begriffe können für Begriffe stehen.
Ein paar Beispiele: Ein Autor kann für sein Werk stehen. Also wenn du sagst: Ich habe Schiller gelesen, nein, hast du nicht, der ist tot, du hast ein Werk von ihm gelesen. Wenn du sagst: Ich habe ein Glas getrunken, nein, du hast den Inhalt des Glases getrunken. Glaub mir, wenn du das Glas getrunken hättest, das wäre nicht wirklich klug. Wenn du sagst, die Europäische Union verhandelt mit England über den Brexit, dann ist das auch nicht wahr, denn das sind einzelne Politiker, die das tun, nicht die gesamte Europäische Union, wer auch immer das sein soll.
Wenn du sagst, der ganze Saal hat applaudiert nach einem Theaterstück, eher nicht der Saal. Versteht ihr? Es sind die Zuschauer, die applaudiert haben, aber man sagt, der Saal hat applaudiert, und jeder versteht sofort, was gemeint ist, obwohl es völlig Quatsch ist. Ein Saal hat keine Hände, der kann nicht applaudieren. Und wenn du sagst, Hannibal hat Rom erobert, dann denkst du: Ja, stimmt. Und dann denkst du kurz nach und merkst: Nee, stimmt nicht, weil der wahrscheinlich am weitesten hinten war, das haben seine Truppen gemacht.
Was möchte ich mit diesem Beispiel? Ich möchte euch zeigen, dass man Begriffe nehmen und für andere Begriffe verwenden kann. Und obwohl der Begriff eigentlich nicht passt, versteht jeder, was gemeint ist. Ohne dass wir das, was ich jetzt eben mit euch durchgespielt habe, die Beispiele waren alles Metonymien, es war eine Sprachfigur, wo ich ein Wort verwende und eigentlich etwas anderes meine, und die beiden Begriffe, also das, was ich verwende und das, was ich meine, stehen in einem sachlichen Bezug zueinander. Sie sind irgendwie auf der Sachebene miteinander verknüpft.
Ein letztes ganz simples Beispiel, bevor wir zu unserem Text zurückkommen: Die Bunte, bestimmt hat niemand das gelesen, ich habe es auch nur in der Recherche gefunden, titelte diese Woche: „Kanye West, wer den nicht kennt, das ist ein Rapper, geht er ins Rennen um das Weiße Haus.“ Ich hoffe, euch ist allen klar, dass es hier nicht um ein Immobiliengeschäft geht, obwohl das Weiße Haus in der Tat ein Haus ist. Aber wenn jemand titelt: Geht er ins Rennen um das Weiße Haus, dann ist das Weiße Haus eine Metonymie und steht für etwas, was in einem sachlichen Bezug dazu steht, nämlich den Typ, der da wohnt, beziehungsweise die Präsidentschaft. „Geht er ins Rennen ums Weiße Haus“ bedeutet nichts anderes als: Will er Präsidentschaftskandidat werden? Das Weiße Haus steht für den Präsidenten.
Jetzt habt ihr das verstanden, oder? Ein innerer sachlicher Bezug. Gut, wenn ihr das habt, wisst ihr, was eine Metonymie ist, wisst ihr, dass Sprache nicht Mathematik ist, dass manchmal ein Begriff für den anderen stehen kann, und jetzt müsst ihr nur noch wissen, dass die Griechen das unglaublich gerne tun. Also immer dann, wenn ihr nicht so genau versteht, was der Text sagen will, könnte es daran liegen, dass jemand eine Metonymie verwendet hat. Sprich: Jetzt gehen wir zurück zu unserem Text.
Metonymie: Ich verwende ein Wort, meine aber etwas anderes, das in einem sachlichen Bezug zu diesem Wort steht. Wenn wir also die glückselige Hoffnung erwarten, obwohl man eine Hoffnung nicht erwarten kann, dann macht dieses Verb erwarten klar, dass es hier nicht um die Hoffnung selber geht, genauso wie es nicht ums Weiße Haus geht, sondern um den, der drin wohnt, um den Präsidenten. Sondern es geht hier nicht um Hoffnung selber, sondern es geht um die Erfüllung der Hoffnung, die wir erwarten. Die Hoffnung steht für die Erfüllung der Hoffnung.
Okay, wenn euch das jetzt nicht so begeistert hat, ich finde das total spannend. Das hilft mir einfach, neutestamentliche Texte besser zu verstehen, weil die Typen haben wirklich so gedacht. Die ballern Sprachfiguren rein. Ich könnte gleich weitermachen und euch ein Handyradio hier zeigen, machen wir nicht, aber das ist einfach grandios. Die sind anders aufgestellt, die haben mehr Rhetorik im Kopf als wir. Und wenn man ab und zu mal so ein bisschen da reinschnuppert, dann werden Texte lebendiger.
Wir erwarten also die Hoffnung beziehungsweise die Erfüllung der Hoffnung, und das ist nichts anderes inhaltlich als die Wiederkunft unseres großen Gottes und Retters, Jesus Christus. Das ist ein schöner Vers. Ich weiß nicht, ob ihr den auswendig lernen wollt. Er bietet sich an. Jesus wird wiederkommen, und wenn er wiederkommt, übrigens ist das etwas, was von Anfang an klar ist. Schaut mal in die Apostelgeschichte 2, das ist da Himmelfahrt. Da heißt es schon: Und als sie, das sind die Jünger, Apostelgeschichte 1,10-11, und als sie gespannt zum Himmel schauten, wie er auffuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen. Das sind Engel. Also immer wenn ihr diese weißen Kleider seht, dann dürft ihr an Engel denken. Es ist eine der wenigen, wenn nicht die einzige Erscheinung, wo Engel, wenn sie auftreten, nicht als erstes sagen: Fürchte dich nicht. Das lassen sie hier mal weg, warum auch immer. Vielleicht sind sie so beschäftigt, dass sie selbst in diesem Moment, keine Ahnung. Aber da stehen die und sprachen: Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel.
Also Himmelfahrt nach oben, die stehen da, zwei Männer in weißer Kleidung, die sagen: Ey, was macht ihr? Ihr starrt da nach oben, was soll das? Seid mal ein bisschen gechillt, der kommt wieder. Keine Panik, der kommt wieder. Alles gut, ihr müsst keine Angst haben, dass der jetzt immer weg ist, der kommt wieder. Und seit dieser Zeit warten wir, dass Jesus wiederkommt, und zwar als unser großer Gott und Retter.
Und warum ist diese Stelle hier, Titus 2,13, so schön? Weil es nicht so viele Stellen gibt, die ganz klar machen, dass Jesus Gott ist. Das sind vielleicht eine Handvoll guter Stellen im Neuen Testament, und die hier gehört meines Erachtens dazu. Es ist total wichtig, dass wir auf der Tatsache beharren, dass Gott wirklich Mensch wurde. Also Jesus war nicht irgendein Wanderprediger, der dann von Gott auf spektakuläre Weise benutzt wurde. Jesus von Nazareth war Gott.
Und deswegen kann es sein, dass Jesus dann auch den Philippus einmal zurechtweist mit den Worten: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Philippus kommt und sagt: Zeige uns den Vater. Und du merkst förmlich, wie Jesus so ein bisschen die Züge entgleiten und er ein bisschen frustriert ist über diese Frage, weil er immer noch nicht verstanden hat: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Gott ist in seiner Göttlichkeit für uns Menschen nicht zu begreifen, sonst wäre er nicht Gott. Aber der eine Gott, den es gibt, der besteht, oder vielleicht muss man sagen: Er offenbart sich in Form von drei Persönlichkeiten. Da gibt es Gott den Vater, Gott das Wort und Gott den Geist.
Achtung: Das, was ich jetzt sage, ist der bescheidene Versuch, mit menschlichen Worten ein Wesen zu beschreiben, das so anders ist, dass wir es nicht denken können. Bitte vergesst das nie. Also glaubt nie auch nur ein Mü, von Gott verstanden zu haben. Nur nicht, dass wir einander vorbeireden.
Gott ist nicht ein dreieiniger Gott im Sinne von: Jetzt ist er umfassend beschrieben. Sondern: Ich erlebe Gott, und Gott offenbart sich mir. Und jetzt ist in dieser Dreieinigkeit diese Person Gott das Wort, diese Form der Offenbarung Gottes, und dieser Teil von Gott gibt sein Göttlichsein auf und wird dem Wesen nach, nicht der Persönlichkeit nach, dem Wesen nach Mensch. Und das ist auch der Grund, warum Jesus sich nicht wehrt, wenn Thomas zu ihm sagt: Mein Herr und mein Gott. Das ist völlig richtig.
Der Mensch Jesus Christus ist wahrhaftig Gott und Retter. Und wenn man das im Neuen Testament zeigen möchte, dann ist das eine richtig, richtig gute Stelle. Die hat auch sprachlich noch ein klein bisschen in sich. Also wenn ihr da mal noch ein bisschen mehr wissen wollt, erkläre ich euch das gern. Es ist nur wichtig, dass wir daran festhalten, dass Jesus gleichzeitig Gott ist und Retter ist.
Und ich weiß, dass das eine total schräge Idee ist, dass Gott Mensch wird. Aber ich finde, es passt zu unserem Gott. Diese Idee ist nämlich überraschend anders, so dass sie sich kein Mensch ausgedacht hat, und sie ist unglaublich effektiv, so dass sie auch wirklich funktioniert. Gott weiß, was wir brauchen, und er weiß, dass wir uns selber nicht retten können. Und deswegen wird Gott aktiv. Aber er hat ein Ziel, wenn er aktiv wird. Und das Interessante ist: Dieses Ziel ist mehr als unsere Errettung.
Man könnte so denken: Warum wird Gott Mensch? Na ja, um uns zu retten. Ja, irgendwie schon. Aber das ist noch nicht alles. Und jetzt müssen wir uns anschauen, wo Gott eigentlich hin will.
Titus 2,14:
Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Dingen.
Zwei Dinge: Gott gibt sich hin, erstens, um uns loszukaufen von der Gesetzlosigkeit. Da kommen wir her. Wir sind die Gesetzlosen, wir sind die Outlaws, wir sind die, die es verbockt haben. Und von dem, was wir da angestellt haben, ja, wir waren diese Sklaven unserer Triebe, Sklaven des Zeitgeistes, der dämonischen Einflüsse, offen für jeden Blödsinn, den uns irgendjemand einreden möchte. Da kommen wir her.
Und jetzt kommt Jesus und kauft uns frei. Also er bezahlt mit seinem Leben für meine Bekehrung. Du kannst dich nicht bekehren im Sinne von: Ich werde jetzt anders. Da ist einer und sagt: Stopp, du hast so viel Dreck am Stecken, du kommst hier nicht raus, solange das nicht geklärt ist.
Stellt euch so einen alten Gefangenen vor mit so einer schweren Eisenkugel, an der er irgendwie gekettet ist. Da kannst du die Tür aufmachen und sagen: Na, bekehr dich doch, bekehr dich doch. Und er merkt in dem Moment, wo er zieht, die Kugel kommt viel zu schwer mit, ich komme hier nicht raus. Du brauchst jemanden, der hingeht und dir diese Kugel abnimmt. Und das ist das, was Jesus gemacht hat. Er hat uns losgekauft.
Aber Jesus möchte mehr als nur für die Schuld unserer Sünde bezahlen. Jesus möchte noch ein anderes Ziel erreichen, und das wird formuliert mit: damit er sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei zu guten Werken.
Und wenn ich das Wort Eigentumsvolk lese, dann denke ich mir: Das Wort selber klingt nicht so prall. Man liest das so, und ich glaube, es gibt wenig Leute, wo dann innen so etwas zum Schwingen kommt: Eigentumsvolk. Das ist eher nicht so der Fall.
Aber erinnert ihr euch an diesen kleinen Knilch aus dem Herrn der Ringe, der ständig schmatzend so etwas sagt wie: Mein Schatz? Das ist die Idee hinter dem Wort Eigentumsvolk. Jetzt kannst du fragen: Wo nimmst du das her? Kann ich dir zeigen. Geht man ins Alte Testament, und ihr habt euch wahrscheinlich schon gedacht: Warum hat der hier was Griechisches hingeschrieben? Also Laos Periösios. Na ja, diese Formulierung Eigentumsvolk taucht in der ganz alten Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten Septuaginta, auf. Das ist eine alte Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische. Da taucht dieser Begriff auf, und zwar an einer ganz besonderen Stelle.
Da, beim Auszug aus Ägypten, noch vor der ganzen Sache mit dem goldenen Kalb, wo dann alles schiefläuft, noch kurz vor den Zehn Geboten, beschreibt Gott, was er für eine Vision für dieses Volk hat, das gerade aus Ägypten herausgezogen ist. Und er macht das mit folgenden Worten:
2. Mose 19,5-6:
Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein.
Jetzt ist das Alte eigentlich in Hebräisch geschrieben, aber da gibt es diese uralte griechische Übersetzung, und da steht genau dieses Wort, dieses Laos Periösios, dieses Eigentumsvolk. Genau das steht da. Ihr sollt aus allen Völkern mein Eigentum sein, denn mir gehört die ganze Erde.
Und mein Eigentum ist viel zu schwach übersetzt. Eigentlich müsste man übersetzen: Mein Schatz. Und keine Sorge, ich möchte jetzt nicht Gott mit Gollum vergleichen, aber ich möchte, dass ihr begreift, was für eine Idee hinter dem Wort Eigentumsvolk steckt. Es ist die Idee, dass Gott ein Volk erschafft, das in seinen Augen einen ganz besonderen Wert hat, wenn man so will seinen Kronenschatz.
Die Formulierung hier ist ja total lustig: Ihr sollt aus allen Völkern mein Eigentum sein, denn mir gehört die ganze Erde. Was ist denn das für eine Begründung? Deswegen müssen wir das hier ein bisschen stärker formulieren. Ihr sollt mir gehören, schon alles, aber außer all dem da sollt ihr für mich den größten und besonderen Wert haben. Ihr sollt mein Schatz sein.
Und jetzt wird klar: Weißt du, was am Hebräischen steht, ist es auch so ähnlich da? Ja. Also das kann man, ich zeige es dir nachher im Hebräischen, wenn du magst.
Was wünscht sich Gott? Gott wünscht sich auf dieser Erde ein Volk, das ihm willig folgt und ihm aus freien Stücken mit ganzem Herzen dient, und das in dieser Beziehung zu ihm dann etwas ganz, ganz Besonderes ist, wo Gott davorsteht und sagt: Wow!
Es gibt nicht viel, was Gott sich wünscht. Das kann man sich ja vorstellen. Gott kann alles, was er sich wünscht, einfach nur machen. Er spricht, und es ist da. Und dann gibt es da etwas, wo Gott sagt: Das hätte ich gern. Ein Volk, das willig auf meine Stimme hört, meinen Bund hält. Oder um Vers 6 noch zu zitieren: Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein.
Wahnsinn: ein Königreich von Priestern, eine heilige Nation. Jeder einzelne in diesem Volk dazu berufen, Gott eins zu eins zu begegnen, jeder dazu berufen, heilig zu leben. Wenn du wissen willst, was Gott will, dann ist es genau das: ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation. Das war immer schon sein Ziel.
Ein Königreich von Priestern, eine heilige Nation. Und wisst ihr was? Mit uns, mit der Gemeinde, ist Gott an seinem Ziel angekommen. Wir sind das Königreich von Priestern. Wir sind die, die geistliche Schlachtopfer bringen. Wir sind eine heilige Nation, dazu berufen, gute Werke zu tun. Wir sind sein Schatz. Gott wacht eifersüchtig über uns, und er hat nicht vor, uns jemals wiederherzugeben.
Vielleicht an dieser Stelle noch ein kleiner Gedanke, und dann sind wir auch schon fast fertig. Es geht Gott um ein Volk. Wir leben in der sogenannten westlichen Kultur, wir sind in der Postmoderne unterwegs. Ein Kennzeichen der Postmoderne ist ein unglaublich übertriebener Individualismus. Der Einzelne, der sich darstellt, und sein Leben, und dieser Gedanke „ich, meiner, mir, mich“, dieser Gedanke, der findet sich jetzt auch im Blick auf Bekehrung. Ich und mein Jesus. Entschuldigung, das ist kein biblischer Gedanke. Das ist kein biblischer Gedanke.
In dem Moment, wo Gott von deiner alten Gesetzlosigkeit und Verlorenheit loskauft, in dem Moment wirst du durch den Geist Gottes Teil von Leib Christi. 1. Korinther 12,13 und 27. Und das heißt natürlich nicht, dass Jesus nicht auch den einzelnen Menschen im Blick hat, logisch. Aber die Frage ist: Wenn er den einzelnen Menschen im Blick hat und rettet, wozu rettet er ihn?
1. Korinther 12,13:
Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, es seien, was weiß ich, Berliner oder Bayern, alle sind mit einem Geist getränkt worden.
Und dann Vers 27:
Ihr aber seid Christi Leib und einzeln genommen Glieder.
Du bist als Glied alleine nicht lebensfähig. Du bist dazu berufen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Und diese Gemeinschaft heißt Leib Christi, und der Leib Christi hat ein Haupt, und die Gemeinde Christi hat einen Herrn. Gemeinde, Volk, Nation, Leib, das sind Begriffe, oder Herde, das sind Begriffe, die immer zum Ausdruck bringen, dass es kein Einzelkämpfer-Christentum gibt.
Das ist etwas total Unbiblisches. Es ist auch tödlich, vom Konzept her auch total dumm, einfach deshalb, weil Bekehrung immer Bekehrung zum Wir der Gemeinde ist. Ich werde immer Teil eines Volkes, eines größeren Ganzen.
Und wenn du dann fragst: Ja, aber warum? Warum will Gott ein Volk? Keine Ahnung. Ich habe wirklich keine Ahnung. Ich weiß nicht. Gott braucht uns nicht, um glücklich zu werden. Das war er vorher schon. Warum will Gott, der glücklich ist, sein Glück mit uns teilen? Keine Ahnung. Es ist für mich ein Mysterium, so ein bisschen wie das Mysterium meiner Ehe. Ich weiß nicht, warum meine Frau mich geheiratet hat. Also ich verstehe ihre Liebe bis heute nicht. Und dieses Ja, das meine Frau zu mir hat, ist in gewisser Weise bis heute ein unergründliches Geheimnis. Ich kenne mich, und ich denke mir oft, dass es ein Wahnsinn ist, dass sie mich geheiratet hat. Also das ist mehr so Himmelfahrtskommando als Traumreise. Und doch hat sie sich darauf eingelassen.
Und bei Gott ist das irgendwie ganz genauso, nur noch ein bisschen irre, weil er wusste, im Gegensatz zu meiner Frau, was da auf ihn zukam. Da war keine rosarote Brille. Oder doch ist es vielleicht so, dass die Liebe alles glaubt und hofft?
Letzter Gedanke: Wie wichtig ist dieser Gedanke, dass wir eifrig sind in guten Werken? Das steht ja irgendwie hier in unserem Vers. Nehmen wir das mal hin, halt, da schauen wir ihn noch mal an, da haben wir ihn: sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei zu guten Werken. Wie wichtig ist dieser Gedanke?
Ich stelle deshalb die Frage, weil es gibt kaum Lieder dazu. Ist euch das mal aufgefallen? Also wie viele Lieder singt ihr am Sonntag, wo drinsteht: Wir sollen gute Werke tun, gute, gute Werke, wir sollen gute Werke tun, gute, gute Werke? Hört doch mal ein Lied, also nicht das, aber so in die Richtung, einfach mal ein Lied darüber, wie wertvoll und wichtig es ist, gute Werke zu tun.
Auch im Gebet findet sich dieses Gebetsanliegen eher selten: Herr, schenke mir, dass ich nächste Woche richtig viele gute Werke tun kann. Wird eher selten gebetet, also bis gar nicht. Wie wichtig ist dieser Aspekt?
Und jetzt kommt hier Vers 15, da sagt Paulus, und er setzt da einfach mal einen Schwerpunkt drauf: Dies rede und ermahne und überführe mit allem Nachdruck. Also statt: Das ist nicht so wichtig, da müsst ihr auch keine Lieder darüber machen, braucht ihr auch nicht dafür beten, sagt er: Rede, ermahne, überführe mit allem Nachdruck. Niemand soll dich verachten.
Für den Apostel Paulus sind gute Werke kein Nebenthema des Glaubens, sie sind das lebendige Zentrum rettenden Glaubens. Sie sind der Beweis dafür, dass wir am Ziel angekommen sind. Also als Teil einer Gemeinschaft, die so lebt, wie es Gott gefällt. Das ist das Ziel. Solange du nicht Teil einer heiligen Nation, einer heiligen Gemeinschaft geworden bist, bist du nicht am Ziel. Und deswegen diese bewusste starke Betonung: eifrig sein in guten Werken.
Und ja, es sind gute Werke, die Epheser 2,10 Gott vorher bereitet hat. Ihr müsst euch keinen Kopf machen, Gott bereitet das vor. Aber wir müssen sie dann tun. Es sind gute Werke, die wir tun sollen.
Und weil man als Prediger, der die Notwendigkeit guter Werke predigt, gern mal in eine Ecke gepackt wird, das ist so die Ecke der leistungsorientierten Werksgerechtigkeit, dieser Schlusssatz hier: Niemand soll dich verachten. Titus predigt im Auftrag des Paulus keine „Tu gute Werke und rette dich selbst“-Theologie, darum geht es nicht.
Und es ist leicht, den Prediger zu verachten, der auf die Notwendigkeit eines heiligen Lebens hinweist, der eben Glauben runterbricht auf den Umgang mit meiner Frau, mit meinem Arbeitgeber, mit meiner Zeit oder mit meinem Geld. Es ist ganz leicht, so einen Prediger zu verachten. Es ist leicht, und es ist unglaublich modern, dass die Gnade uns unterweist, dass wir Sünde sein lassen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben, wird heute, so wie es mir scheint, nur noch selten gepredigt. Aber es bleibt wahr.
Und wenn wir geistlich überleben wollen, jetzt bin ich wieder ganz am Anfang dieser Idee, dass Glauben bewahrt werden will, wenn wir geistlich überleben wollen, dann müssen wir uns immer wieder neu mit diesen praktischen Themen beschäftigen. Und wenn du dich fragst, warum: Wir erwarten den Herrn Jesus, und wir sind dazu berufen, in dieser Welt sein Schatz zu sein.
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