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Lass dir die Hoffnung nicht nehmen - Teil 2/2

Auswege aus der Sünde
SerieTeil 2 / 2Laß dir die Hoffnung nicht nehmen
Warum leben wir, als wäre Gott längst weg? Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt: Erst wenn du aufhörst wegzulaufen, kann echte Heimkehr beginnen.

Einführung und Vorstellung des Predigers

Ich möchte Ihnen Alexander Seibl vorstellen. Er ist Wiener, hat nach dem Diplomingenieur-Studium an der Universität für Bodenkultur Wien diese verlassen und ist in den missionarischen Dienst eingetreten. Er arbeitet als Autor und Mitarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland für die evangelische Gesellschaft.
Er wird uns nachher über eine Textstelle das Wort Gottes weitergeben, die ich Ihnen vorlesen möchte. Er hat mir verraten, welche Stelle das sein wird, und die möchte ich Ihnen vorab vorlesen. Es handelt sich um das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 15.
Dort heißt es:
„Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der Jüngere von ihnen sprach zu seinem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen die Habe. Nach nicht vielen Tagen aber brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land. Dort vergeudete er sein Vermögen, indem er es verschwenderisch lebte. Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. Er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes, der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen, aber niemand gab ihm. Als er aber in sich ging, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; mach mich wie einen deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater, wurde innerlich bewegt, lief hin, fiel ihm um den Hals und küsste ihn zärtlich. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Der Vater aber sprach zu seinen Sklaven: Bringt das beste Kleid her und zieht es ihm an, tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße! Bringt das gemästete Kalb her, schlachtet es, lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden!“ (Lukas 15)
Liebe Freunde, Herr Blank, vielen Dank auch heute für Ihr zahlreiches Kommen! Was vorgelesen wurde, gilt als das schönste Gleichnis der Weltliteratur. Man nennt es das goldene Blatt der Bibel. Früher gehörte es irgendwie zum Allgemeingut oder Allgemeinwissen. Doch heute fragt man sich, was man überhaupt noch voraussetzen kann.
Die geistliche Bildung und auch die Allgemeinbildung gehen dank einer immer mehr idiotisierten Gesellschaft – wie jemand ironisch meinte – immer weiter zurück. Goethe sei doch ein Boxer gewesen, weil seine Faust so berühmt sei, und ein anderer meinte, Paganini sei ein Gebirgsfluss in den Dolomiten, und so weiter und so fort.
Warum haben wir diesen etwas provozierenden Titel aufgegriffen: „Ist Gott tot?“ Und dann diese Geschichte? Wir haben es eingangs gehört: Da hat jemand zwei Söhne, und der Jüngere spricht zum Vater: „Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört.“
Es ist ja ohne Widerrede so, dass man das Erbteil erst empfängt, wenn der Erblasser gestorben ist. Doch hier sagt der Jüngere: „Gib mir das Teil der Güter, das mir gehört.“ Mit anderen Worten erklärt er den Vater für ihn für tot, nicht mehr zuständig, nicht mehr kompetent. „Vater, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben! Du bist für mich tot.“
Der Vater ist natürlich ein Bild für Gott. „Gib mir, was mir gehört!“ So läuft ja der Ruf heute: Wir wollen uns nicht reinreden lassen, wir wollen unser Fleisch feiern, wir sind autonom, emanzipiert, mündig – und in Wirklichkeit sündig.
Mir ist hier Folgendes aufgefallen: Erstens ist es der Jüngere, der sagt: „Gib mir!“ Und nicht lange danach sammelt er alles zusammen und zieht fern über Land. Er geht weit weg von Gott. Wie ich vorhin schon sagte, der Jüngere.
Das kann man beobachten. Früher war das noch deutlicher zu sehen, manchmal in Familien richtig der Bruch, als dann die Kulturrevolution einsetzte, der Aufstand gegen alle Normen Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Der Bruch kam, und es waren immer jüngere Leute, die immer offener Gott für tot erklärten, rebellierten.
Man kann sagen, das ist übertrieben, es überzeichnet, aber was Schlagzeilen machte, besonders in England, dass zwei Zehnjährige in grauenhafter Weise ein zweijähriges Kind umgebracht haben – das wäre noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen. Ich kann mich nicht an solche Schlagzeilen erinnern.
Das andere, was hier mitschwingt: Er zog fern über Land, ging weg vom Gott, weg vom Vater, weit weg. Wir haben heute eine Generation, und das sage ich nicht erfreut, gerade als Evangelist: Diese Generation ist in einer Gottesferne angelangt, dass jetzt sogar den Weltmenschen allmählich Angst und Bange wird. Jetzt ernten wir, was wir gesät haben.
Schauen Sie, ich habe es schon erwähnt: Gewalt an Schulen. Ein Artikel vom 13. Juni 1991 berichtet, dass viele Schüler ein mangelndes Unrechtsbewusstsein haben. Alles ist für sie Spiel. Da wird einem Mädchen der Hals mit einem Seil stranguliert, weil die Täter sehen wollen, wie das Kind blau anläuft. Lehrer berichten, dass bereits Grundschüler nach einem Streit nicht mehr bereit sind, sich wieder zu vertragen. Verzeihen gibt es nicht mehr.
Das erinnert an das apokalyptische Wort, dass es kein Unrechtsbewusstsein mehr gibt, alles erlaubt ist, alle Normen zerschlagen sind. Kaum noch Sündenerkenntnis. Dieses apokalyptische Wort sagt, sie tun keine Buße über Unzucht, Morde, Zauberei, Lieberei und so weiter.
Interessant ist, dass der Vater schweigt. Im Prinzip darf der Sohn, hier der Jüngere, tatsächlich das machen, was ihm als das wahre Leben vorgaukelt. Der Vater schweigt. Wir ahnen nicht, dass das Schweigen Gottes bereits Gericht ist.
Mancher ist falsch erzogen worden: Man zieht sich hoch, wir sind gründlich emanzipiert, es darf nicht mehr gezüchtigt werden. Wenn Schüler den Lehrer verdreschen, ist das nicht weiter schlimm. Wenn der Lehrer den Schüler hart anfässt, gibt es Schlagzeilen über eine repressive Gesellschaft.
Von dieser Entwicklung her meint manch einer, wenn ich etwas Falsches tue, stellt sich Gott als großer Polizist mit Knüppel vor, und wenn ich etwas Falsches tue, kommt gleich ein Blitz vom Himmel. Das ist nicht der Gott der Bibel.
Die Bibel sagt, weil das Urteil über Böses nicht sofort erfolgt, wird das menschliche Herz voller Begierde, Böses zu tun. Gott sagte einmal: „Ist es nicht so, weil ich schwieg und mich verbarg, darum hast du mich nicht gefürchtet.“ Der Vater schweigt, und der Sohn marschiert davon, zieht fern über Land.
Wir haben heute eine verlorene Generation. Es ist erschreckend zu sehen, in welch einer Gottesferne Teenager heute schon angekommen sind. Sie verschleudern ihr Gut mit Prassen. Das anvertraute Gut ist vordergründig die biologische Maschine. Man kann leben, dass diese biologische Maschine sieben, acht Jahrzehnte einigermaßen normal funktioniert, aber man kann auch so leben, dass man womöglich schon mit zwanzig am Ende ist.
So wie jemand, der ein Auto kauft, sich keinen Normen bindet: „Was hat mir der Hersteller zu sagen? Wir sind emanzipiert, autonom, jetzt fahren wir mit 180.“ Nach einiger Zeit sieht man die Trümmer rauchen, der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen.
So ist es auch in der Mechanik und im biologischen Bereich gibt es gewisse Gesetze. Wir haben eingangs gehört: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, er weidet mich auf grüner Aue, führt mich zum frischen Wasser, erquickt meine Seele.“
Da hat eine Rauschgift-Süchtige in London, die sich im Heroinschlaf befand, Folgendes geschrieben:
„König Heroin ist mein Hirte, mir wird immer mangeln. Er bringt mich hinab in den Schmutz, führt mich zum sorgenvollen Wasser, zerstört meine Seele.“ David sagt: „Du erquickst meine Seele, er zerstört meine Seele.“
Liebe Freunde, man sollte mit Tränen in den Augen sagen: Wir haben heute hundert Möglichkeiten, unsere Seele zu zerstören. Was Gottlose über Jahrzehnte geschafft haben, kann heute innerhalb kürzester Zeit geschehen.
Man kann sich Filme und Videos anschauen, deren Bilder man für den Rest seines Lebens nicht mehr loswird. „Er führt mich auf böse Straßen, ich werde wandeln durch das Tal der Armut und das böse Fürchten, denn du, Heroin, bist bei mir. Deine Spritzen und Kapseln versuchen mich zu trösten, er entleert den vollgedeckten Tisch vor dem Angesicht meiner Familie, raubt die Vernunft aus meinem Kopf.“
Geistliche Wahrheiten gehen über den Verstand. Die Bibel sagt von den Menschen der letzten Tage, dass sie zerrüttete Sinne haben, untüchtig zum Glauben. Drogen, sexuelle Perversionen und Okkultismus haben diese Auswirkungen, dass der Verstand zerstört wird, untüchtig zum Glauben.
Eigentlich ist dieses Organ, um glaubensmäßige Dinge zu erfassen, einfach zerstört, so wie wenn man jemandem das Auge austritt. Dann kann er nichts mehr wahrnehmen. „Er raubt die Vernunft aus meinem Kopf, mein Kelch von Sorgen fließt über. Wahrlich, Heroin hingegeben, soll ich dahinschleichen alle Tage meines Lebens, und ich will leben im Hause der Verdammten für immer.“
Dieser maschinengeschriebene Psalm wurde von einem Polizisten in einer Telefonzelle gefunden. Handgeschrieben stand noch Folgendes:
„Wahrlich, das ist mein Psalm. Ich bin ein junges Mädchen von zwanzig Jahren. In den letzten zweieinhalb Jahren ging es mit mir immer mehr bergab. Ich wurde eine Süchtige, versuchte auf vielen Wegen wieder freizukommen, es ging nicht. Sogar Gefängnis half nicht, auch die Ärzte im Krankenhaus konnten mir nicht helfen. Der Arzt sagte meiner Familie, es wäre besser und gnädiger gewesen, wenn die Person, die mir das Rauschgift beigebracht hatte, mit einer Pistole mein Gehirn durchschossen hätte. Oh mein Gott, ich wünschte, es wäre so gewesen.“
Welcher Gott wird hier angerufen? Offensichtlich ein Kind aus frommem Elternhaus. Es kannte den Psalm 23 auswendig, anders wäre es nicht denkbar, dass er so brillant und erschütternd umgeschrieben wurde.
Man verschleudert sein Gut mit Prassen und ist am Ende. Die, die heute aus frommen Elternhäusern von dem lebendigen Gott weggehen, deren Zahl ist bald Legion. Es gibt den berühmten Satz: Pfarrers Kinder, Müllers Vieh geraten selten oder nie. Damit wollte man sagen, die Kinder aus frommen Elternhäusern wären oft die allerschlimmsten.
„Verschleuderte sein Gut mit Prassen.“
„Als nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einem Bürger desselben Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.“
Er fing an zu darben, es kam eine Teuerung in das Land. Man kann das prophetisch auslegen. Kenner der wirtschaftlichen Situation sagen, die fetten Jahre sind vorbei, die teuren Zeiten nahen.
Von dieser ganzen Entwicklung her: Er ging fern über Land, erklärte Gott ganz bewusst für tot. Soweit ich beurteilen kann, hat keine Generation einen größeren Anschauungsunterricht bekommen als diese.
Denn wir hatten vor etlichen Jahrzehnten, zum Teil am Beginn dieses Jahrhunderts, voller Optimismus angefangen, mit der Abschaffung Gottes endlich eine gerechte Gesellschaft, eine Gesellschaft des Überflusses zu etablieren.
Ein Slogan in der DDR lautete: „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein.“ Ein gläubiger Pfarrer schrieb: „Ohne Sonnenschein und Gott macht die DDR bankrott.“ Und sie hat dann mit Sonnenschein sogar bankrott gemacht.
Ist uns aufgefallen, dass die Länder, die sich am offensten von Gott abgenabelt haben – „Uns rettet nicht ein höheres Wesen“, so lautet ja der Text der ersten Internationalen: „Kein Gott, kein Kaiser und Tribun uns aus dem Elend zu erlösen, das müssen wir schon selber tun“ –, dass diese Länder jetzt völlig am Boden zerstört dastehen?
Gehen uns keine Zusammenhänge auf? Ich möchte fast mit Wilhelm Busch fragen: Sind wir so blind?
Russland, das größte Land der Erde, das Land mit den meisten Bodenschätzen, das Land mit der größten Getreideanbaufläche der Erde, ist der größte Getreideimporteur der Erde geworden. Rumänien ist ein wunderbares Land, könnte das reichste Land Europas sein, hat Bodenschätze, Gebirge, Erdöl, Zugang zum Meer, war die Kornkammer der K. und K. Monarchie, ist aber das Armenhaus Europas geworden.
Das Land, das am offensten Gott den Krieg erklärt hat, sich gerühmt hat, das erste atheistische Land der Erde zu sein – 1967, bezeichnenderweise –, und da begann Ende der 60er Jahre diese unglaubliche Entwicklung, dieser Dammbruch im Westen.
Ein Artikel in der Wetzlarer Neuen Zeitung vom 29. Oktober letzten Jahres berichtete:
„Für eine Million Kinder in Albanien ist das Leben seit dem Tag, an dem sie geboren wurden, ein einziger Albtraum. Im Land fehlt es nahezu an allem, was für ein Gedeihen nötig ist. In der Gebärstation in Tirana werden Neugeborene oft in Zeitungspapier gewickelt, weil es an Windeln fehlt. Wir können den Kindern kaum etwas zu essen geben, berichtet eine Kindergärtnerin. Es gibt kein Spielzeug, keine Decken, keine Windeln. Die zwanzig Jahre alte Waschmaschine ist vor einigen Wochen endgültig zusammengebrochen. Von hundert Kindern wussten nur zwei, was eine Banane ist.“
Gehen uns keine Zusammenhänge auf, dass man über all dieses titanische Experiment schreiben muss: „Ehret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, wird er ernten. Wer auf das Fleisch sät, wird aus dem Fleisch Verderben ernten.“
Meint ihr, es ist Zufall, dass die Länder, in denen noch ein paar Leute bitten: „Gib uns heute unser täglich Brot“, im Großen und Ganzen noch keinen Mangel haben? Müssen wir den gleichen Weg gehen?
Entschuldigt diesen untheologischen, wenig reflektierten Satz: Was haben, fragt mal jemand, die Menschen und die Kartoffel gemeinsam? Beiden gehen die Augen auf, wenn sie im Dreck sitzen. Entschuldigt das.
Ähnlich war es hier: Er ging fern über Land, hängte sich an einen Bürger desselben Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
Das gehört jetzt noch in diese Thematik. Ich habe es am ersten Abend kurz gestreift: Es sind die Weltmenschen, die sagen, wir sind eine kaputte, eine schamlose Gesellschaft geworden.
Der Spiegel titelte am 11. Januar 1993: „Die schamlose Gesellschaft“ – und das ist einfach zu parallel zu diesem verlorenen Sohn, der am Acker der Schweine landet.
Ein Volk lautet die Überschrift: „Im Schweinestall.“ Dort heißt es:
„Die Schamschwellen sinken, die Mordlust sprengt die Grenzen. Im Kampf um Massenkundschaft setzt die Medienindustrie, vor allem in China, Privatfernsehen hemmungslos auf Obszönität und Gewalt. Kulturkritiker beklagen die unübersehbare Brutalisierung der Gesellschaft und rufen den moralischen Notstand aus.“
Ein Interview mit einem Ethnologen, der in Bremen lehrt, sagt:
„In der Tat hat sich noch keine Gemeinschaft gefunden, in der die Tendenz zur Veröffentlichung von Privatem und Intimen so stark war wie heute. Diese drastische Enttabuisierung, mit der eine Brutalisierung einhergeht, scheint mir beispiellos in der Kulturgeschichte.“
Ich habe es gestern erwähnt im Zusammenhang mit der biblischen Prophetie: Nach der Botschaft des Kreuzes ist die häufigste Botschaft in Gottes Wort die Botschaft vom zweiten Kommen Jesu.
Jesus sagt uns voraus: Es kommt die Anomia, vor der Wiederkunft Jesu wird eine nie dagewesene Gesetzlosigkeit um sich greifen.
Jetzt muss der Weltmensch sagen: Es ist beispiellos in der Kulturgeschichte, was sich diese eine Generation geleistet hat.
Der Spiegelredakteur fragt: Haben die Medien in diesen fast apokalyptischen Zeiten nicht eine besondere pädagogische Verantwortung?
Die Weltmenschen sagen: Das ist schon apokalyptisch. Das geht dem Ende entgegen.
Er sagt offen: Eine Gesellschaft ohne Tabus, Vorschriften und Verbote ist keine Gesellschaft.
Die Weltmenschen schlagen Alarm: Wir sind dabei, uns kaputtzumachen, wir sind ein Volk im Schweinestall geworden.
Er hängte sich an einen Bürger desselben Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten, und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trieben, die die Säue aßen, aber niemand gab sie ihm.
Liebe Freunde, hier wird zum Teil ungeschminkt das Bild des Menschen gezeichnet, der von Gott davongegangen ist. Man kann gar nicht sagen, der von Gott dahingegeben ist – das trifft auch zu –, sondern der freiwillig von Gott davongegangen ist.
Wenn man heute sieht, wie Elend, Hilflosigkeit und Hunger in dieser Welt sind, muss man oft an diesen Satz denken: Niemand gab ihm etwas.
Oder wie ich gestern vorgelesen habe, im Zuge von 5. Mose 28, wo Gott erst den Segen für das Volk Israel voraussagt, wenn sie gehorchen, und dann das Gericht, den Fluch, wenn sie nicht gehorchen, heißt es: „Niemand wird ihnen helfen.“
Niemand gab ihm etwas am Acker, bei den Schweinen.
Jetzt kommt die Kehrtwendung – die Hoffnung. Wir haben ja diese Überschrift: „Lass dir die Hoffnung nicht nehmen.“
Er schlug in sich und sprach: „Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!“
Er machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Hier habe ich eine Fundgrube von dem begnadeten Pastor Wilhelm Busch. Ich meine nicht den Humoristen, den ich auch gerne zitiere. Max und Moritz sind ja einigermaßen bekannt, Max und Moritz fanden darin keinen Reiz, denn wer böse Streiche macht, gibt nicht auf den Lehrer acht. Das können Lehrer heute gut nachvollziehen.
Dieser Essener Jugendpfarrer war eine begnadete Stimme im deutschen Lande. Er hat Predigten gehalten am Beginn des Zweiten Weltkriegs über den verlorenen Sohn und schrieb Folgendes:
„Es heißt wörtlich: Er kam zu sich. Vor kurzem las ich von einem, der zu viel getrunken hatte. Im Rausch bekam er Streit und erstach seinen Freund. Da kam er zu sich. Solche Berichte liest man immer mehr.“
Der unwiedergeborene Mensch, also der Mensch, der sich von Gott abgenabelt hat, bewusst ohne Gott lebt, nicht mit Gott versöhnt ist, lebt immer im Rausch. Er muss es ja, sonst hält er es nicht aus.
Er hat viele Mittel, sich zu berauschen: Der eine mit Alkohol, der andere mit Trieben und Leidenschaften, der dritte mit Geld, der vierte mit Macht, der fünfte mit politischen Ereignissen, der sechste mit Sorgen, der siebte mit Chinarausch, und so weiter.
Ich lasse mal die Lebensgeschichte eines Mannes, Paolo Schwarz, erzählen. Er wurde als Elsässer von den Franzosen zu lebenslänglicher Verbannung nach Cayenne verurteilt, also Französisch-Guyana im Norden Südamerikas.
Er erzählte mir: „Wir waren mal sehr im Lager, dann sahen wir das sogenannte Totenschiff ankommen, das uns zu den Teufelsinseln bringen sollte. Da wagte alle eine Riesenverzweiflung, jeder verkaufte, was er noch hatte, und kaufte Schnaps. Dann ging alles unter in einen großen Rausch.“
So macht die Welt es, ehe sie zur Hölle fährt.
Damals gab es keine Drogenwelle, keine Okkultwelle, keine Pornowelle, keine Berauschung durch Rockmusik – die Rockmusik gibt es erst seit 1954 –, keine TM, keinen Videorausch, keinen Computerrausch oder Gameboys, um den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren.
Was würde Wilhelm Busch heute sein? Das war der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Eine unglaublich prophetische Stimme.
Ich habe seine Kassette gerade unserem Bruder gegeben: „Meine Erfahrungen mit der geheimen Staatspolizei.“ Es ist packend, lebendig, und man hält es manchmal nicht für möglich, dass der Mann gewisse Dinge vor fünfzig Jahren gesagt hat.
Ich habe es gestern im kleinen Kreis erzählt: Ich hörte einen Vortrag von ihm aus dem Jahre 1962, erst auf Tonband, dann auf Kassette.
Er wunderte sich damals schon, dass Gott dieses gottlose deutsche Volk noch nicht gerichtet hat. 1962 war fast eine heile Welt.
Wenn damals jemand mit den Dingen gekommen wäre, die heute gang und gäbe sind, hätte man ihn mit Blaulicht in die nächste Psychiatrie gefahren.
Er sagte: „Ihr könnt jetzt von Glück reden, dass er Deutschland gemeint hat.“ Anwesende natürlich ausgenommen. 1962 sagten sie: „Wir Deutschen sind das dümmste Volk geworden. Sie haben Angst vor der Atombombe, vor Arbeitslosigkeit, vor Krebs – diesen Narren. Sie sollen Angst haben vor dem, der Macht hat, Leib und Seele zu verderben in der Hölle. Wir Deutschen sind das dümmste Volk geworden.“
Ich habe versucht, dem etwas nachzumachen, und traue mich, das hier offen zu sagen. Er hat zum Glück nicht gesagt: „Wir Österreicher sind das dümmste Volk geworden.“ Und das hat man uns echt restlos vertrieben: die Gottesfurcht.
Es ist auch aus diesem Grund so aktuell und prophetisch. Und ich sage es wiederum mit kummervollem Herzen: Das Gericht Gottes geht parallel mit Berauschung.
Das Gericht Gottes beginnt damit, dass Gott bereits schweigt. Wie Wilhelm Busch sagte in seinen Erfahrungen mit der Gestapo: „Gott zum Gericht eines ganzen Volkes schweigt und redet nur noch zu seinen Kindern.“
Im Alten Testament musste manches sichtbar dargestellt werden, was geistlich übertragen wird.
So musste der Prophet Jeremia vor dem Volk Weingrüge hinstellen. Die Leute fragten: „Ja, lieber Jeremia, wer weiß denn nicht, dass diese Grüge mit Wein gefüllt werden?“
Gott antwortete dem Volk:
„So spricht der Herr: Siehe, ich will alle in diesem Land, die in diesem Land wohnen, die Könige auf dem Thron Davids, die Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems mit Trunkenheit füllen – also die Hohen des Volkes und das einfache Volk –, und ich will sie ohne Mitleid verderben. Ich will sie berauschen.“
Ein weltliches Blatt klagte in einem Artikel im August 2019:
„Jeder hat von Yoga, transzendentaler Meditation, Yin Yang, Sufismus und dergleichen Kulte gehört. Viele sind in irgendeiner Weise direkt damit in Kontakt gekommen. Man hört und liest über Biorhythmen, Telepathie, aussersinnliche Wahrnehmung, Telekinese, Astrologie, UFOs, Zeitreisen und was der Spinnereien mehr sind. Jeder kennt Fälle, in denen jemand mit verschiedensten chemischen Substanzen kosmische Erfahrung und Bewusstseinserweiterung anstrebt.“
Niemandem ist entgangen, dass die Welt zurzeit die schwerste Rauschgiftepidemie erlebt (1980). Inzwischen hatten wir in Deutschland im Jahr 1992 2000 Drogentote. Rekordzahlen in allen Bereichen, Verbrechenszuwachs wie nie zuvor. Eine neue Qualität des Verbrechens.
In den 70er Jahren – das wissen die Jüngeren nicht – fand in den Lehrplänen der Schulen eine drastische Wende statt. Zum Unterrichtsstoff gehören seither Comic-Hefte, Rockmusik und verschiedenste grüne Themen.
Eine Epidemie von Sektentum, Aberglauben, Sodom und Gomorra überzieht die westliche Welt, begleitet von Pseudowissenschaft und Scharlatanerie im öffentlichen Bildungswesen.
 Jesaja 63,6 sagt:
„Ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn, ich habe sie trunken gemacht in meinem Grimm.“
Wir sind berauscht.
So macht die Welt es, sagte dieser Mann Wilhelm Busch vor bald sechzig Jahren, ehe sie zur Hölle fährt.
Ein Betrunkener kennt nicht seinen wahren Zustand. Er schläft friedlich auf den Schienen, sieht nicht den Zug heranrasseln. In den Zeitungen liest man von tödlichen Unfällen, junge Leute von der Disco betrunken, überschätzen sich, fahren aus der Kurve, sind kaputt, tot. Endstation.
Ein Berauschter ahnt nicht, was sich abspielt. So ist diese Welt durch ihre Ideologien, durch die Macht der Sünde, durch den Okkultismus und was über uns hereinbricht an Sodom und Gomorra berauscht und sieht nicht, dass sie auf den Abgrund zusteuert.
Was der Geist Gottes bewirkt, ist eine heilsame Nüchternheit, ein erschreckendes Aufwachen: Mensch, ich stehe vor dem Abgrund, wir sind verloren.
Es gibt tausend Wege, sich zu täuschen.
Der verlorene Sohn kam zu sich, machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Wilhelm Busch schreibt:
„Wir müssen auf einen wichtigen Zug achten. Der verlorene Sohn hat sich ja schon einmal aufgemacht, als er aus dem Vaterhaus wegzog. Damals verstrich eine gewisse Zeit zwischen Entschluss und Ausführung. Diesmal ging es anders, diesmal ging es ruckzuck. ‚Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen‘, sagt er, und er kommt gleich danach und macht sich auf.“
Das ist wichtig: Willst du dich zum lebendigen Gott bekehren, dann tu es heute! Eine Bekehrung geschieht schnell oder nie, meint Wilhelm Busch.
Er kam zu seinem Vater, und das ist die Hauptsache.
Ich habe im Ersten Weltkrieg einige Offensiven mitgemacht. Am Anfang ging es großartig her, aber das Ziel, Paris, wurde nie erreicht.
Solche steckengebliebenen Offensiven gibt es auch im geistlichen Leben.
Vor vielen Jahren kam ein junger Mann zu mir und sagte: „Mit mir muss es anders werden.“ Es steht heute noch so, dass es mit ihm anders werden muss. Er kam nur bis zum Pastor. Es war eine verfehlte Offensive.
Liebe Freunde, wenn ihr nur bis ins Evangeliumszentrum gekommen seid und nicht weiter, ist das wahrlich ein Rohrkrepierer, eine verfehlte Offensive, sage ich ganz offen.
Es geht uns darum, dass er zu dem lebendigen Gott durchdringt.
Unser frommes Kaschboldtheater – entschuldigt die Ältesten hier – kann wahrlich niemanden retten.
Er kam nur bis zum Pastor. Es war eine verfehlte Offensive.
Manche kommen bis zur Magdeburger Kirche, manche bis zu einem Entschluss, manche bis zu einer seelischen Erregung, manche bis zu christlichen Überzeugungen – alles steckengebliebene Offensiven.
Wilhelm Busch hat so freimütig gepredigt, obwohl er Pastor der lutherischen Kirche war. Wie hat er die Dinge doch klar erkannt: „Er machte sich auf und kam zu seinem Vater.“
Jetzt müsst ihr wissen: Der Herr Jesus erzählt diese Geschichte jüdischen Zuhörern. Für den Juden ist das Schwein der Inbegriff an Unreinheit, Gräulichem, Entsetzlichem, so dass allein von der Geschichte die Zuhörer wahrscheinlich schon mit einer Gänsehaut oder gar Dauerwellen in der Wirbelsäule dastanden.
Jetzt kommt er zurück.
Geistlich gesprochen sehen wir so aus durch unsere Emanzipation und Gottlosigkeit in den Augen eines heiligen Gottes: entstellt, verzerrt, verstunken, verbogen.
Aber jetzt kommt das Unglaubliche: „Der aber noch von ferne war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn. Er lief und fiel um seinen Hals und küsste ihn.“
Von diesem Bild der Schweine für Juden gibt es kein größeres Bild der Gnade Gottes. Es ist nicht zu überbieten.
Der Vater hätte einen Zettel ans Fenster hängen können: „Mein lieber Sohn, wenn du das und das erfüllst, will ich mit dir wieder in den Dialog treten.“ Das wäre das Gesetz gewesen.
Gnade heißt, der Vater läuft.
Das ist die einzige Stelle in der Bibel, wo es heißt, dass der Vater läuft, und es jammerte ihn.
Das griechische Wort, das hier verwendet wird, bedeutet, dass es ihm bis in die tiefsten Eingeweide weh tat. Es ist ungefähr das, was eine Mutter empfindet, wenn sie zusehen muss, wie ihr Kind vor ihren Augen überfahren wird.
Was da an Stich ins Herz einer Mutter geht, beschreibt ungefähr, was sich abspielt, als der Vater seinen Sohn sieht. So groß ist die Liebe und Sehnsucht des lebendigen Gottes nach seinen Gefallenen und Kaputten, die am Acker der Schweine gelandet sind.
Das ist der menschensuchende, rettende Gott der Bibel.
So wahr ich lebe, ich habe nicht gefallen am Tode des Gottlosen.
Man kann es nicht schöner zeichnen: Er lief, fiel um seinen Hals und küsste ihn.
Das ist der Gott, dem diese Welt den Rücken kehrt, dem sie den Krieg erklärt hat, dessen Gebote man mit Füßen tritt, mit Spott und Hohn übergießt.
Das ist der Gott, vor dem sie davonlaufen.
Kein Wunder, dass diese Welt immer unruhiger wird, nicht mehr aus noch ein weiß.
Der Sohn aber sprach zu ihm: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.“
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: „Bringt schnell das beste Kleid her, zieht es ihm an, gebt ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße!“
Hier heißt es wiederum bei Wilhelm Busch:
„Wir müssen darauf achten, dass der verlorene Sohn nicht sagt: ‚Ich habe Fehler gemacht, es tut mir leid.‘ Zu solchem Geständnis werden wir zur Not bereit. Nein, es geht um das harte, verhasste Wort ‚Sünde‘: Ich habe gesündigt.“
Der verlorene Sohn sagt auch nicht: „Ich habe wohl geirrt, aber die Menschen und Umstände waren schuld.“ Solche Sündenbekenntnisse sind wertlos.
Er sagt auch nicht: „Wir sind alle Sünder.“ Nein, er redet von sich: „Ich habe gesündigt.“
Auf das Ich kommt es an.
Zu einer alten Frau kam ein Pfarrer und las ihr aus dem Römerbrief vor. Da kam die Stelle: „Wir sind alle Sünder.“ Die Frau nickte: „Doch, doch, ja.“ Der Pfarrer fragte: „Ist das wahr?“ „Ja, ja, das ist wahr.“
Dann sagte er: „Bekenne doch deine Sünde.“ Da fuhr die Frau auf: „Wer hat Ihnen was von mir erzählt? Ich bin doch eine ehrbare Frau, ich habe nichts Schlechtes getan.“
So ist es. Wir lassen es gelten, wenn es heißt: „Wir sind alle Sünder.“ Aber der verlorene Sohn sagt: „Ich habe gesündigt.“ Und auf das Ich kommt es an.
Ich werde nicht vergessen, wie Wilhelm Busch in seinem Buch die Frage stellt: Wem läuft der Vater entgegen? Den Großen dieser Welt, den Frommen, den Heiligen, den Kirchenchristen? Nein!
Sondern dem Sünder, der um Gnade fleht: „Ich habe gesündigt!“ Und der Himmel kommt in Bewegung!
Vielleicht dämmern uns die Zusammenhänge, dass in dieser antichristlich ausreifenden gottlosen Zeit das Wort „Sünde“ abgedankt hat.
Man hat in der Psychologie tausend Wege gefunden, um alles und jedes über die Lippen zu bringen, nur nicht: „Ich bin sündig, ich bin schuldig.“
Wir haben uns ein unübersehbares Repertoire von Entschuldigungen zurechtgelegt: frühkindliche Frustrationen, Konsumterror, gesellschaftliche Zwänge, Erziehung, Mickymaus, die Polizei, die Politiker – alle haben irgendwie Schuld.
Wir sind die Opfer, wir sind unschuldig.
So geht es gerade in den Abgrund.
Die Kehrtwende: Ich habe gesündigt.
Daran kommt niemand vorbei, der mit Gott versöhnt werden möchte. Das ist die Weichenstellung.
Ich schätze Leute, die sagen können: „Ich habe gesündigt.“
Es gehört kein Mut dazu, Rauschgift zu nehmen, Hurerei zu treiben, zu sündigen, den Sog dieser Welt zu laufen, sich ständig zu entschuldigen, wie es heute üblich ist.
Es gehört Mut dazu, zu sagen: „Ich habe gesündigt.“
Ich werde nicht vergessen, wie ich einen Dokumentarfilm über den Nürnberger Prozess sah, in dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht Keitel aufstand und sagte: „Ich habe geirrt. Ich war nicht imstande, das zu verhindern, was verhindert hätte werden müssen.“
Ich schätze Leute, die sagen können: „Ich habe gesündigt, ich bin schuldig.“ Wo sind sie?
Und wenn das der Fall ist, dann spielt sich das in allegorischer Weise ab.
Er küsste ihn, brachte das beste Kleid, zog es ihm an, gab ihm einen Fingerreif an die Hand, Schuhe an die Füße, brachte das gemästete Kalb, schlachtete es und sagte: „Lasst uns essen und fröhlich sein!“
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden.
Die Bibel sagt: „Wer seinen Lüsten lebt, ist lebendig tot.“ Das ist diese Generation.
Wir haben das Lustprinzip, und die Folgen stellen sich dementsprechend ein.
„Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden.“ Sie fingen an, fröhlich zu sein.
Bringt das beste Kalb, bringt das beste Kleid, gebt ihm den Fingerreif!
Gott schenkt uns die Herrlichkeit des Himmels!
Vielleicht kennen einige das aus meinem Munde: Ich habe über diesen verlorenen Sohn nicht zum ersten Mal gepredigt, aber es verdrießt mich nicht, es wieder zu erzählen.
Ich las einmal, ich wohnte damals noch in der Schweiz, den Bericht, wie man die Enkeltochter des Zinnmillionärs Ortis, Graziella Ortis, entführt hatte.
Die Entführer verlangten Millionen Lösegeld.
Die Eltern wandten sich via Fernsehen an die Entführer. Das Gesicht der Mutter war tragisch.
Der Aufruf war: „Gebt uns unsere Tochter zurück! Bezahlt Millionen!“
In dieser Zeit der Selbstverwirklichung und des Egotrips – die griechische Sprache der Reichen –, ist das Wort Liebe mehr und mehr sinnentleert.
In der Bibel heißt Liebe geben. Je mehr ich jemanden liebe, desto mehr bin ich bereit zu geben.
Das Höchste, das ich geben kann, ist ohne Widerrede mein Leben.
Für mich ist einer der kostbarsten Sätze im Gotteswort, wo Jesus sagt:
„Niemand hat größere Liebe, denn der, der sein Leben lässt für seine Freunde; denn ihr seid meine Freunde.“
Er hat es nicht nur gesagt, er hat es mit seinem Leben unterstrichen.
Hier haben diese Eltern mit anderen Worten gesagt: „Wir lieben unsere Tochter. Wir zahlen den Preis, wir zahlen die Millionen, aber bitte gebt uns unsere Tochter zurück.“
Das ist in etwa ein Bild dessen, was am Kreuz von Golgatha geschehen ist.
Gott sagt mit anderen Worten: „Ich zahle nicht nur Millionen, ich zahle mit dem Allerkostbarsten im Universum, mit dem Blut meines einzigen Sohnes, aber bitte gebt mir meine Geschöpfe zurück.“
Weil Gott dich so liebt, kann und wird er dich nicht zwingen.
Bei Jesus gibt es eine Freiwilligkeit: „Wer mir nachfolgen will.“
Jesus weinte um Jerusalem und musste sagen: „Ihr habt nicht gewollt.“
Man muss mehr und mehr über diese Generation sagen – hoffentlich sind die Anwesenden wirklich ausgenommen – „Ihr habt nicht gewollt.“
Man erinnert sich an das Pauluswort: „Ihr achtet das ewige Leben nicht für würdig.“ Er musste zu den Heiden gehen, so musste er seinen landsläutenden Juden sagen.
Wir haben eine Generation, die nur noch spotten über Gott, die das ewige Leben nicht mehr für würdig hält, nicht an Auferstehung glaubt, vielleicht an Reinkarnation.
Beckenbauer glaubt, dass er im früheren Leben eine Pflanze war. Andere glauben, sie waren Kleopatra oder Shirley MacLaine.
Das kann man alles glauben.
Wir haben mehr und mehr eine Generation, die das ewige Leben nicht für würdig hält.
Gott kann die Menschen nicht zwingen.
Lasst mich zum Schluss noch eine Geschichte erzählen, die ich gewöhnlich in diesem Zusammenhang berichte.
Sie spielte sich irgendwo in Amerika ab.
Ein Streckenwärter musste ein Stellwerk bedienen, eine Drehbrücke.
Wurde die Brücke parallel zum Flussufer gestellt, konnten Schiffe durchfahren.
Wurde sie quer gestellt, konnte der Zug drüberfahren.
Der Streckenwärter hatte einen Sohn, der bei diesem Stellwerk spielte.
Er fiel in den Schacht hinein.
Der erschrockene Vater wollte ihn rausholen, da kam die Nachricht: Ein Zug ist im Anmarsch.
Es war zeitlich nicht möglich, zuerst den Sohn zu retten und dann das Stellwerk zu stellen.
Der Vater stand vor der Wahl: Entweder er schont seinen Sohn und lässt den Zug mit hunderten Passagieren in den Abgrund stürzen oder er opfert seinen Sohn.
Was sich im Herzen dieses Vaters abspielte, ist schwer vorstellbar.
Nach kurzem Zögern legte er den Hebel um, begann das Stellwerk zu drehen und zermalmte seinen Sohn.
Als der Zug über die Brücke fuhr, winkten einige Passagiere noch dem Streckenwärter zu.
Im Stellwerk saß ein zerstörter Vater.
Ich hoffe, wir haben diesen Satz gehört: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“
Diese Wunden schreien: „Mögest du den Sündern doch verzeihen, mögest du den Sündern doch verzeihen!“
So wahr ich lebe, sagt Gott: „Ich habe nicht gefallen am Tode des Gottlosen.“
Lasst mich wieder mit Wilhelm Busch schließen.
Es gibt viele Leute, die zwar etwas von der Liebe Gottes in Christus wissen, aber keinen Frieden haben.
Sie sind keine versöhnten Kinder im Hause Gottes.
Warum? Weil sie nie in Gottes Haus und Gemeinde eingedrungen sind, um das rettende Wort zu sprechen: „Ich habe gesündigt.“
Sie haben nie vor dem heiligen Gott mit zerbrochenem Herzen auf ihren Knien gelegen und bekannt: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.“
Vielleicht kann ich hier noch sagen: Zu Beginn sagte der Sohn: „Vater, gib mir!“ und danach: „Vater, mache mich!“ Erst fordernd, dann bereit.
Ich frage euch, die ihr in dieser halben Stellung vor Gott lebt, die ihr die Liebe Gottes kennt und doch nicht der Wahrheit die Ehre gebt: Warum handelt ihr nicht?
Es gibt viele Gründe: Die einen wissen nicht, wie sie mit Gott reden sollen, die anderen sind zu stolz, sie wollen nicht als Sünder dastehen, die dritten meinen, es sei nicht so schlimm mit ihrer „kleinen Sünde“, die vierten nehmen es zu leicht und meinen, es sei alles in Ordnung, wo nichts in Ordnung ist.
Die meisten wollen nicht bekennen: „Ich habe gesündigt“, weil sie ihre Sünde nicht lassen wollen. Sie wollen Gott und die Sünde halten.
Das aber ist der sicherste Weg zur völligen Verstockung und zum Verderben.
Der Evangelist Elias Schrenk bat fast in jeder Versammlung seine Hörer: „Bringt euer Leben mit Gott in Ordnung, ich bitte euch, auch sterben!“
Es ist Freude im Himmel, sagt die Bibel, über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
Ich bitte zum Abschluss:
Herr Jesus, wir wollen dich bitten, dass du zu unseren Herzen reden mögest und dass dort, wo man angesprochen wurde, es nicht wegwischt.
Sondern dass du in deiner Gnade nachgehen möchtest und ihnen dämmert, in welch einem Zustand wir uns befinden, wie wir berauscht, vernebelt und benebelt worden sind.
Wie unauslotbar und unermesslich deine Liebe ist, die du an diesem Kreuz für Sünder durchlitten und durchstanden hast, diese schlimmste aller Todesarten.
Das darfst du für uns.
Herr, wir haben es nicht verdient, aber das gehört zu den großen Geheimnissen, dass du diese deine gefallenen Geschöpfe immer noch mit unendlicher Liebe liebst.
Herr, ich bitte dich, dass dies heute niemand vergeblich gehört hat, dass man beginnt, zu sich zu kommen, in sich zu schlagen wie dieser verlorene Sohn.
Nicht um sich, wie es heute üblich ist, sondern dass man aufwacht.
Es wäre noch wunderbarer, wenn manch einer, gläubig oder nicht, sich aufmacht und mit dem Herzen bekennt: „Vater, ich habe gesündigt.“
Du mögest dazu Gelingen schenken.
Ich bitte das in deinem wunderbaren Namen, Amen.

Die Bedeutung des Gleichnisses und die geistliche Bildung heute

Liebe Freunde, Herr Blank, vielen Dank auch heute für euer zahlreiches Kommen!
Was gerade vorgelesen wurde, gilt als das schönste Gleichnis der Weltliteratur. Man nennt es das goldene Blatt der Bibel. Früher gehörte es irgendwie zum Allgemeingut oder Allgemeinwissen. Doch heute fragt man sich, was man überhaupt noch voraussetzen kann.
Die geistliche Bildung und auch die Allgemeinbildung gehen dank einer immer stärker idiotisierten Gesellschaft immer mehr zurück. Jemand meinte einmal ironisch: „Goethe war doch ein Boxer, weil seine Faust so berühmt sei.“ Ein anderer sagte, Paganini sei ein Gebirgsfluss in den Dolomiten. Und so weiter und so fort.
Warum haben wir diesen etwas provozierenden Titel aufgegriffen: „Ist Gott tot?“ und dann diese Geschichte? Wir haben sie eingangs gehört: Da hat jemand zwei Söhne, und der Jüngere spricht zu dem Vater: „Gib mir, Vater, den Teil der Güter, der mir gehört.“
Es ist ja ohne Widerrede so, dass man das Erbteil erst empfängt, wenn der Erblasser gestorben ist. Hier aber sagt der Jüngere: „Gib mir den Teil der Güter, der mir gehört.“ Mit anderen Worten erklärt er den Vater für ihn als tot, nicht mehr zuständig, nicht mehr kompetent.
„Vater, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben, du bist für mich tot.“ Der Vater ist natürlich ein Bild für Gott. „Gib mir, was mir gehört.“ So läuft ja der Ruf heute: Wir wollen uns nicht reinreden lassen. Wir wollen unser Fleisch feiern oder das Fleisch feiern. Wir sind autonom, wir sind emanzipiert, wir sind mündig – und wie jemand sagt, in Wirklichkeit sündig.

Die Rebellion des jüngeren Sohnes und die Gottesferne der heutigen Generation

Mir ist hier Folgendes aufgefallen: Erstens handelt es sich um den Jüngeren. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog weit über das Land. Er verspielte sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.
Er zog also weit weg, entfernte sich von Gott – wie ich vorhin schon sagte, es ist der Jüngere. Das kann man beobachten, liebe Freunde. Früher war das noch deutlicher zu erkennen, manchmal gab es in Familien regelrechte Brüche. Besonders als die Kulturrevolution einsetzte, der Aufstand gegen alle Normen Ende der Sechziger, Anfang der Siebzigerjahre.
Damals trat dieser Bruch ein, und es waren immer jüngere Menschen, die Gott offen für tot erklärten und rebellierten. Man kann sagen, das ist übertrieben oder überzeichnet. Doch was jetzt Schlagzeilen macht, besonders in England, ist erschreckend: Zwei Zehnjährige haben auf grausame Weise ein zweijähriges Kind getötet. So etwas wäre vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen. Ich kann mich an keine solchen Schlagzeilen erinnern.
Das andere, was hier mitschwingt: Er zog weit über das Land. Er entfernte sich von Gott, vom Vater, ging weit weg. Wir haben heute eine Generation – und das sage ich wahrlich nicht erfreut, gerade als Evangelist, das ist mein Werk – die eine große Distanz zu christlichen Maßstäben erreicht hat. Sie ist in einer Gottesferne gelandet, die selbst den Weltmenschen allmählich Angst macht.
Jetzt ernten wir allmählich, was wir gesät haben.

Die Folgen der Gottesferne: Gewalt und Mangel an Unrechtsbewusstsein

Schaut, ich habe es ja schon erwähnt: Gewalt an den Schulen. Ein Artikel vom 13. Juni 1991.
Viele Schüler haben ein mangelndes Unrechtsbewusstsein. Für sie ist alles Spiel. Da wird einem Mädchen der Hals mit einem Seil stranguliert, weil die Täter sehen wollen, wie das Kind blau anläuft.
Lehrer berichten, dass bereits Grundschüler nach einem Streit nicht mehr bereit sind, sich wieder zu vertragen. Verzeihen gibt es nicht mehr. Und das erinnert ja an dieses apokalyptische Wortzitat: Doch nicht Buße, es ist kein Unrechtsbewusstsein mehr vorhanden. Es ist alles erlaubt, man hat alle Normen zerschlagen.
Jetzt gibt es kaum noch Sündenerkenntnis. Und dieses apokalyptische Wort sagt, sie tun doch nicht Buße über Unzucht, Morde, Zauberei, Lieberei und so weiter.
Und, liebe Freunde, das Interessante ist: Der Vater schweigt. Im Prinzip darf der Sohn, hier der Jüngere, tatsächlich das machen, was ihm als das wahre Leben hier vorgaukelt. Der Vater schweigt.
Wir ahnen nicht, dass das Schweigen Gottes ja bereits Gericht ist. Mancher einer ist falsch erzogen worden. Da zieht man sich ja hoch. Davon sind wir gründlich emanzipiert worden, und es darf nicht mehr gezüchtigt werden.
Wenn Schüler den Lehrer verdreschen, ist das nicht weiter schlimm. Wenn der Lehrer den Schüler mal hart anfasst, dann gibt es Schlagzeilen in unseren Zeitungen über eine repressive und dergleichen sonstige Gesellschaftsordnung, die wir noch hätten.

Gottes Schweigen und die Folgen für die Gesellschaft

Und liebe Freunde, von dieser Entwicklung her denkt manch einer, wenn ich etwas Falsches tue, stellt sich Gott vor wie einen großen Polizisten mit einem großen Knüppel. Und wenn ich etwas Falsches tue, kommt gleich ein Blitz vom Himmel oder Ähnliches.
Das ist jedoch nicht der Gott der Bibel. Die Bibel sagt, dass das Urteil über böses Tun nicht sofort erfolgt. Gerade weil das Urteil nicht sofort eintritt, wird das menschliche Herz voller Begierde, Böses zu tun.
Gott sagte einmal: „Ist es nicht so, weil ich schwieg und mich verbarg, darum hast du mich nicht gefürchtet?“ Der Vater schweigt, und der Sohn marschiert davon. Er geht fern über das Land.
Wir haben jetzt eine Generation – man muss es so sagen – eine verlorene Generation. Ich darf mich wiederholen: Es ist erschreckend zu sehen, in welch einer Gottesferne heute schon Teenager angekommen sind. Und sie verschwenden ihr Gut mit Brassen.

Die Vergänglichkeit des Lebens und die Folgen der Selbstzerstörung

Das anvertraute Gut ist vordergründig die biologische Maschine. Man kann einigermaßen so leben, dass man diesen Leib, diese biologische Maschine, sieben, acht Jahrzehnte oder sechs Jahrzehnte einigermaßen normal funktionierend hat. Doch man kann auch so leben, liebe Freunde, dass man womöglich schon mit zwanzig am Ende ist.
So ist es wie bei jemandem, der ein Auto kauft und sich keinen Normen verpflichtet fühlt. Er fragt nicht, was der Hersteller zu sagen hat, weil er emanzipiert und autonom ist. Nun fährt er mit dem Auto vielleicht bis 80, doch wenn er es auf 180 beschleunigt, sieht man nach einiger Zeit die Trümmer rauchen. Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen. So geht es auch in der Mechanik, und es gibt auch im biologischen Bereich gewisse Gesetze.
Man hat eingangs gehört: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue, er führt mich zum frischen Wasser, er erquickt meine Seele."
Eine Rauschgift-Süchtige in London, die sich im Rausch des Heroins befand, schrieb Folgendes: Früher konnte man den Psalm 23 als bekannt voraussetzen. Heute ist die Frage, wie weit dieser berühmte Psalm überhaupt noch bekannt ist. Er gilt als einer der schönsten überhaupt. Doch sie schrieb:
"König Heroin ist mein Hirte, mir wird immer mangeln. Er bringt mich hinab in den Schmutz, er führt mich zum sorgenvollen Wasser, er zerstört meine Seele."
David sagt: "Du erquickst meine Seele." Sie sagt: "Er zerstört meine Seele."
Liebe Freunde, man sollte sagen mit Tränen in den Augen: Wir haben heute hundert Möglichkeiten, unsere Seele zu zerstören. Was eine gottlose Generation über Jahrzehnte geschafft hat, kann man heute innerhalb kürzester Zeit erreichen. Man kann sich Filme und Videos anschauen, deren Bilder man für den Rest seines Lebens nicht mehr loswird.
Sie schreibt weiter: "Er führt mich auf böse Straßen. Ja, ich werde wandeln durch das Tal der Armut und das böse Fürchten, denn du, Heroin, bist bei mir. Deine Spritzen und Kapseln versuchen mich zu trösten. Er entleert den vollgedeckten Tisch vor dem Angesicht meiner Familie. Er raubt die Vernunft aus meinem Kopf."
Geistliche Wahrheiten gehen über den Verstand hinaus. Die Bibel sagt von den Menschen der letzten Tage, dass sie zerrüttete Sinne haben und untüchtig zum Glauben sind. Drogen, sexuelle Perversionen und Okkultismus haben diese Auswirkungen: Der Verstand wird zerrüttet und untüchtig zum Glauben. Eigentlich ist dieses Organ, um glaubensmäßige Dinge zu erfassen, einfach zerstört – so wie wenn ich jemandem das Auge austrete. Dann kann er nichts mehr wahrnehmen.
Sie fährt fort: "Er raubt die Vernunft aus meinem Kopf. Mein Kelch von Sorgen fließt über. Wahrlich, Heroin hingegeben soll ich dahinschleichen alle Tage meines Lebens, und ich will leben im Hause der Verdammten für immer."
Dieser maschinengeschriebene Psalm wurde von einem Polizisten in einer Telefonzelle gefunden. Handschriftlich standen noch folgende Worte: "Wahrlich, das ist mein Psalm. Ich bin ein junges Mädchen von zwanzig Jahren. In den letzten zweieinhalb Jahren ging es mit mir immer mehr bergab. Ich wurde eine Süchtige. Ich versuchte auf vielen Wegen wieder freizukommen, es ging nicht. Sogar Gefängnis half nicht. Auch die Ärzte im Krankenhaus konnten mir nicht helfen."
Der Arzt sagte meiner Familie, es wäre besser und gnädiger gewesen, wenn die Person, die mir das Rauschgift beigebracht hatte, mit einer Pistole mein Gehirn durchschossen hätte. "Oh mein Gott, ich wünschte, es wäre so gewesen."

Die Folgen der Abkehr von Gott in verschiedenen Ländern

Welcher Gott wird angerufen? Offensichtlich stammt die Person aus einem frommen Elternhaus und kannte den Psalm 23 auswendig. Anders wäre es kaum denkbar, dass ihm dieser so brillant – ja, erschütternd brillant – umgeschrieben wurde. Man verschleudert sein Gut mit Prassen, und am Ende steht man da.
Diejenigen, die heute aus den frommen Elternhäusern vom lebendigen Gott weggehen, sind zahlreich – ihre Zahl ist bald Legion. Es gibt ja den berühmten Satz: „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh geraten selten oder nie.“ Damit wollte man sagen, dass Kinder aus frommen Elternhäusern oft besonders schlimm sein können. Auch Nietzsche war Pfarrers Sohn, und manch anderer Antichrist stammt aus einem solchen Haus. Sie verschleudern ihr Gut mit Prassen.
Als nun all das Seine verzehrt hatte, herrschte eine große Teuerung im ganzen Land. Er begann zu darben und ging zu einem Bürger desselben Landes. Dieser schickte ihn auf seinen Acker, um die Säue zu hüten. Er fing an zu darben, es kam eine Teuerung ins Land.
Liebe Freunde, man kann das prophetisch auslegen. Kenner der wirtschaftlichen Situation sagen, die fetten Jahre sind vorbei. Die teuren Zeiten haben begonnen. Von dieser ganzen Entwicklung her ging er fern über das Land und erklärte Gott ganz bewusst für tot.
Soweit ich es beurteilen kann, hat keine Generation einen größeren Anschauungsunterricht bekommen als diese. Denn wir hatten vor etlichen Jahrzehnten, zum Teil am Beginn dieses Jahrhunderts, voller Optimismus angefangen, mit der Abschaffung Gottes endlich eine gerechte Gesellschaft, eine Gesellschaft des Überflusses zu etablieren.
Ein Slogan in der DDR lautete: „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein.“ Ein gläubiger Pfarrer schrieb daraufhin: „Ohne Sonnenschein und Gott macht die DDR bankrott.“ Und tatsächlich hat sie mit Sonnenschein sogar bankrottgemacht.
Liebe Freunde, ist uns aufgefallen, dass die Länder, die sich am offensten von Gott abgenabelt haben – „Uns rettet nicht ein höheres Wesen“, so lautet ja der Text der ersten Internationalen: „Kein Gott, kein Kaiser und Tribun uns aus dem Elend zu erlösen, das müssen wir schon selber tun“ – dass diese Länder jetzt völlig am Boden zerstört dastehen?
Gehen uns keine Zusammenhänge auf? Ich möchte fast mit Wilhelm Busch fragen: Sind wir so blind?
Russland, das größte Land der Erde, habe ich bereits am ersten Abend erwähnt. Das Land mit den meisten Bodenschätzen, das Land mit der größten Getreideanbaufläche der Erde, ist der größte Getreideimporteur der Erde geworden.
Rumänien ist ein wunderbares Land. Es könnte das reichste Land Europas sein. Es hat Bodenschätze, Gebirge, Erdöl, Zugang zum Meer. Es war die Kornkammer der K.-und-K.-Monarchie. Heute ist es das Armenhaus Europas geworden.
Und das Land, das am alleroffensichtlichsten Gott den Krieg erklärt hat, sich gerühmt hat, das erste atheistische Land der Erde zu sein – im Jahre 1967, bezeichnenderweise – und dort begann Ende der 1960er Jahre diese unglaubliche Entwicklung, dieser Dammbruch, jedenfalls im Westen.
Ein Artikel in unserer Tageszeitung WNZ, der Wetzlarer Neuen Zeitung, vom 29. Oktober letzten Jahres berichtet: „Für die Kinder in Albanien ist das Leben ein Albtraum. Für eine Million Kinder in Albanien ist das Leben seit dem Tag, an dem sie auf die Welt kamen, ein einziger Albtraum. Im Land fehlt es nahezu an allem, was für ein Gedeihen nötig ist. In der Gebärstation in Tirana werden Neugeborene oft in Zeitungspapier gewickelt, weil es an Windeln fehlt. ‚Wir können den Kindern kaum etwas zu essen geben‘, berichtet eine Kindergärtnerin. ‚Auch haben wir kein Spielzeug für die Kinder, es gibt keine Decken und Windeln. Die zwanzig Jahre alte Waschmaschine ist vor einigen Wochen endgültig zusammengebrochen.‘ Von hundert Kindern wussten nur zwei, was eine Banane ist.“
Liebe Freunde, gehen uns keine Zusammenhänge auf? Man muss über all dieses titanische Experiment schreiben: „Ehret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, wird er ernten. Wer auf das Fleisch sät...“ Fleisch bedeutet hier die eigene Kraft.
Ohne Gott, die Abnabelung, die Emanzipation, die autonome Gesellschaft, der sich selbstbestimmende Mensch – wer auf das Fleisch sät, wird aus dem Fleisch das Verderben ernten.
Meint ihr, es ist Zufall, dass die Länder, in denen noch ein paar Leute bitten: „Gib uns heute unser täglich Brot“, im Großen und Ganzen noch keinen Mangel haben?
Müssen wir denselben Weg gehen?
Und entschuldigt diesen untheologischen, wenig reflektierten Satz: Was haben, fragt mal jemand, die Menschen und die Kartoffel gemeinsam? Beiden gehen die Augen auf, wenn sie im Dreck sitzen.
Entschuldigt diese Bemerkung.

Die gesellschaftliche Entwicklung und die Brutalisierung

Und ähnlich war es ja hier: Er ging ferner über das Land. Er hängte sich an einen Bürger des Sembellandes, der ihn auf seinen Acker schickte, um die Säue zu hüten.
Und das gehört jetzt noch in diese Thematik. Ich habe es auch am ersten Abend kurz gestreift: Es sind jetzt die Weltmenschen, die sagen, wir sind eine kaputte, eine schamlose Gesellschaft geworden.
Ein Spiegel-Leitartikel von vor ein paar Wochen, genauer gesagt vom 11. Januar 1993, trägt den Titel „Die schamlose Gesellschaft“. Das ist einfach zu parallel zu dem verlorenen Sohn, der am Acker der Schweine landet. Ein Volk lautet die Überschrift. Im Schweinestall heißt es: Die Schamschwellen sinken, die Mordlust sprengt die Grenzen. Im Kampf um Massenkundschaft setzt die Medienindustrie, vor allem in China, das Privatfernsehen hemmungslos auf Obszönität und Gewalt. Kulturkritiker beklagen die unübersehbare Brutalisierung der Gesellschaft und rufen den moralischen Notstand aus.
Dann wird ein Interview geführt mit einem Ethnologen, der in Hamburg, nein, in Bremen unterrichtet und Vorlesungen hält. Er sagt: „In der Tat hat es sich noch keine Gemeinschaft gegeben, in der die Tendenz zur Veröffentlichung von Privatem und Intimem so stark war wie in der heutigen Zeit. Diese drastische Enttabuisierung, mit der eine Brutalisierung einhergeht, scheint mir beispiellos in der Kulturgeschichte.“
Ich habe es gestern erwähnt im Zusammenhang mit der biblischen Prophetie: Nach der Botschaft des Kreuzes ist die häufigste Botschaft in Gottes Wort die Botschaft vom zweiten Kommen Jesu. Jesus sagt uns voraus, dass es die Anomia geben wird. Vor der Wiederkunft Jesu wird noch eine nie dagewesene Gesetzlosigkeit um sich greifen. Und jetzt muss dieser Weltmensch sagen: Es ist beispiellos in der Kulturgeschichte, was sich diese eine Generation geleistet hat.
Dann stellt der Spiegel-Redakteur die Frage: Haben die Medien in diesen schon beinahe apokalyptischen Zeiten nicht eine besondere pädagogische Verantwortung? Die Weltmenschen sagen: Das ist aber schon apokalyptisch. Das geht doch dem Ende entgegen. Und er sagt hier ganz offen: „Eine Gesellschaft ohne Tabus, ohne Vorschriften und Verbote ist keine Gesellschaft.“
Es schlägt die Weltmenschen Alarm: Wir sind dabei, uns kaputtzumachen. Wir sind ein Volk im Schweinestall geworden.

Die Verzweiflung des verlorenen Sohnes und die Hoffnung auf Umkehr

Er hängte sich an einen Bürger desselben Landes, der ihn daraufhin auf seinen Acker schickte, um die Schweine zu hüten. Er begehrte, seinen Bauch mit den Trieben zu füllen, die die Schweine fraßen, doch niemand gab sie ihm.
Liebe Freunde, hier wird zum Teil ungeschminkt das Bild eines Menschen gezeichnet, der von Gott davongegangen ist. Man kann nicht nur sagen, er sei von Gott dahingegeben worden – das trifft auch zu –, sondern vielmehr, dass er freiwillig von Gott davongegangen ist.
Wenn man heute oft das Elend, die Hilflosigkeit und den Hunger in dieser Welt sieht, muss man an diesen Satz denken: Niemand gab ihnen etwas. Oder wie ich gestern vorgelesen habe, im Zusammenhang mit 5. Mose 28, wo Gott zuerst den Segen für das Volk Israel voraussagt, wenn sie gehorchen, und anschließend das Gericht, den Fluch, wenn sie nicht gehorchen. Dort heißt es an einer Stelle: Niemand wird ihnen helfen.
Niemand gab ihm etwas auf dem Acker, wo er die Schweine hütete.
Jetzt folgt die Kehrtwendung, und das ist die Hoffnung. Unsere Überschrift lautet: „Lass dir die Hoffnung nicht nehmen.“ Da schlug er sich an die Brust und sprach: „Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot im Überfluss haben, und ich verderbe hier vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe gegen den Himmel und vor dir gesündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Mache mich zu einem deiner Tagelöhner.“
Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

Die Bedeutung der Umkehr und das Beispiel von Wilhelm Busch

Und schaut, hier habe ich eine Fundgrube von diesem begnadeten Pastor Wilhelm Busch. Ich meine jetzt nicht den Humoristen, den ich auch gerne zitiere. Max und Moritz ist ja einigermaßen bekannt. Max und Moritz ihrerseits fanden darin keinen Reiz, denn wer böse Streiche macht, gibt nicht auf den Lehrer acht. Das werden die Lehrer heute ziemlich gut nachvollziehen können. Diesen Satz, der manches antiautoritäre Experiment vorweggenommen hat, meine ich hier vom Essener Jugendpfarrer, einer begnadeten Stimme im deutschen Lande.
Er hat Predigten gehalten am Beginn des Zweiten Weltkriegs über den verlorenen Sohn, und da schreibt er Folgendes: Es heißt wörtlich, er kam zu sich. Vor kurzem las ich von einem, der zu viel getrunken hatte. Im Rausch bekam er Streit und erstach seinen Freund. Da kam er zu sich. Solche Berichte liest man immer mehr.
Der unwiedergeborene Mensch – damit ist der Mensch gemeint, der sich von Gott abgenabelt hat, der Mensch ganz bewusst ohne Gott, der Mensch, der nicht mit Gott versöhnt ist – lebt immer im Rausch. Das muss er ja, sonst hält er es gar nicht aus. Er hat viele Mittel, sich zu berauschen. Bei dem einen ist es Alkohol, bei dem anderen seine Triebe und Leidenschaften. Der Dritte ist vom Geld berauscht, der Vierte von seiner Macht, der Fünfte von den politischen Ereignissen, der Sechste vom Sorgegeist, dass er ja keine Chance verpasse. Der Siebte hat den Chinarausch, und so weiter und so weiter.
Ich lasse mal die Lebensgeschichte eines Mannes, Paolo Schwarz, der wurde als Elsässer von den Franzosen zu lebenslänglicher Verbannung nach Cayenne verurteilt, also französisch-Guyana im Norden von Südamerika. Der erzählte mir: „Wir waren mal sehr im Lager, dann sahen wir das sogenannte Totenschiff ankommen, das uns zu den Teufelsinseln bringen sollte. Da wagte alle eine Riesenverzweiflung, jeder verkaufte, was er noch hatte, und kaufte Schnaps. Und dann ging alles unter in einen großen Rausch. So macht die Welt, ehe sie zur Hölle fährt.“
Liebe Freunde, damals gab es keine Drogenwelle, keine Okkultwelle, keine Pornowelle, keine Berauschung durch Rockmusik – die Rockmusik gibt es erst seit 1954 – keine TM, keinen Videorausch, keinen Computerrausch oder was es heute alles an Möglichkeiten gibt, oder Game Boys und dergleichen, um den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren.
Was würde Wilhelm Busch heute sein? Und das war der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Eine unglaublich prophetische Stimme.
Ich habe seiner Kassette jetzt gerade hier unserem Bruder gegeben: „Meine Erfahrungen mit der geheimen Staatspolizei.“ Es ist packend, es ist lebendig, und man hält es manchmal nicht für möglich, dass der Mann gewisse Dinge vor fünfzig Jahren gesagt hat.
Ich habe es gestern im kleinen Kreis erzählt. Ich hörte einen Vortrag von ihm aus dem Jahre 1962, erst auf Tonband, dann auf Kassette. Und da hat er sich damals schon gewundert, dass Gott dieses gottlose deutsche Volk noch nicht gerichtet hat. 1962, fast eine heile Welt.
Wenn da jemand mit den Dingen gekommen wäre, die heute gang und gäbe sind, hätte man ihn mit Blaulicht in die nächste Psychiatrie gefahren. Und dann sagte er: „Ihr könnt jetzt von Glück reden, dass er Deutschland gemeint hat.“ Anwesende natürlich alle ausgenommen.
Da sagte er 1962: „Wir Deutschen sind das dümmste Volk geworden. Sie haben Angst vor der Atombombe, vor der Arbeitslosigkeit, vor Krebs, diesen Narren. Sie sollen Angst haben vor dem, der Macht hat, Leib und Seele zu verderben in der Hölle. Wir Deutschen sind das dümmste Volk geworden.“ Wilhelm Busch.
Ich habe versucht, dem etwas nachzumachen, und ich traue mich, das hier so offen zu sagen, weil er hat zum Glück nicht gesagt: „Wir Österreicher sind das dümmste Volk geworden.“ Und das hat man uns echt restlos vertrieben: die Gottesfurcht.

Gericht Gottes und Berauschung

Und, liebe Freunde, es ist auch aus diesem Grund so aktuell und prophetisch. Und auch das sage ich wiederum mit kummervollem Herzen: Das Gericht Gottes geht parallel mit Berauschung einher.
Das Gericht Gottes beginnt damit, dass Gott bereits schweigt. Wie Wilhelm Busch in seinen Erfahrungen mit der Gestapo sagte: Gott schweigt zum Gericht eines ganzen Volkes und redet nur noch zu seinen Kindern. Im Alten Testament musste manches sichtbar dargestellt werden, was geistlich übertragen wird.
So musste der Prophet Jeremia vor dem Volk Weingrüge hinstellen. Die Leute fragten: „Ja, lieber Jeremia, wer weiß denn nicht, dass diese Grüge mit Wein gefüllt werden?“ Darauf antwortete Jeremia im Auftrag Gottes: „So spricht der Herr: Siehe, ich will alle in diesem Lande, die in diesem Lande wohnen – die Könige, die auf dem Thron Davids sitzen, die Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems – mit Trunkenheit füllen.“ Also sowohl die Hohen des Volkes als auch das einfache Volk.
Und jetzt kommt dieser schwere Satz: „Und sie ohne Mitleid verderben. Ich will sie berauschen.“
Ein weltliches Blatt klagte in einem Artikel im August 2019: Jeder hat von Yoga, transzendentaler Meditation, Yin Yang, Sufismus und ähnlichen Kulten gehört. Viele sind auf irgendeine Weise direkt damit in Kontakt gekommen. Man hört und liest über Biorhythmen, Telepathie, aussersinnliche Wahrnehmung, Telekinese, Astrologie, Ufos, Zeitreisen und was für Spinnereien es noch gibt.
Jeder kennt aus den Massenmedien oder aus dem Bekanntenkreis Fälle, in denen jemand mit verschiedensten chemischen Substanzen kosmische Erfahrungen und Bewusstseinserweiterung anstrebt. Niemandem ist entgangen, dass die Welt zurzeit die schwerste Rauschgiftepidemie erlebt – im Jahr 1980.
Inzwischen hatten wir in Deutschland im Jahr 1992 bereits 2000 Drogentote. Wir haben Rekordzahlen, Rekordzahlen in allen Bereichen. Die Verbrechenszuwachsrate ist höher als je zuvor. Man erlebt eine neue Qualität des Verbrechens.
In den Siebzigerjahren – und das wissen natürlich die Jüngeren nicht so, die denken, das war immer so – fand in den Lehrplänen der Schulen eine drastische Wende statt. Zum Unterrichtsstoff gehören seitdem Comichefte, Rockmusik und verschiedenste grüne Themen.
Eine Epidemie von Sektentum, Aberglauben, Sodom und Gomorra überzieht die westliche Welt. Diese wird begleitet von Pseudowissenschaft und Scharlatanerie im öffentlichen Bildungswesen.
 Jesaja 63,6 sagt: „Ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn, ich habe sie trunken gemacht in meinem Grimm.“ Wir sind berauscht.
So macht die Welt, sagte dieser Mann Wilhelm Busch vor bald sechzig Jahren, ehe sie zur Hölle fährt.

Die Blindheit der Berauschten und die Notwendigkeit der Umkehr

Und, liebe Freunde, ein Betrunkener erkennt nicht seinen wahren Zustand. Er schläft friedlich auf den Schienen und sieht nicht den Zug heranrasen. In den Zeitungen liest man von tödlichen Unfällen: junge Leute aus der Disco, betrunken oder mit zu viel Alkohol, überschätzen sich, fahren aus der Kurve, und es endet mit Zerstörung und Tod – Endstation.
Ein Berauschter ahnt nicht, was sich abspielt. So ist diese Welt durch ihre Ideologien, durch die Macht der Sünde und den ganzen Okkultismus berauscht. Was über uns hereinbricht, erinnert an Sodom und Gomorra. Die Welt ist betrunken und sieht nicht, dass sie auf den Abgrund zustürzt.
Was der Geist Gottes bewirkt, ist eine heilsame Nüchternheit, ein erschreckendes Aufwachen: „Mensch, ich stehe ja vor dem Abgrund, wir sind verloren.“ Und es gibt tausend Wege, sich zu täuschen.
Der verlorene Sohn kam zu sich, machte sich auf und kehrte zu seinem Vater zurück.

Die Dringlichkeit der Bekehrung

Wilhelm Busch weist auf einen wichtigen Punkt hin: Wir müssen auf einen entscheidenden Schritt achten. Der verlorene Sohn machte sich ja schon einmal auf den Weg, nämlich als er das Vaterhaus verließ. Dabei haben wir gesehen, dass zwischen seinem Entschluss und der Ausführung damals eine gewisse Zeit verstrich.
Diesmal jedoch verlief es anders. Es ging sehr schnell. Er sagt: „Ich will zu meinem Vater gehen.“ Und unmittelbar danach macht er sich auf den Weg. Das ist von großer Bedeutung. Wenn du dich zum lebendigen Gott bekehren willst, dann tue es heute. Eine Bekehrung geschieht entweder schnell oder gar nicht, meint Wilhelm Busch.
Er kam zu seinem Vater, und das ist die Hauptsache.
Ich habe im Ersten Weltkrieg einige Offensiven miterlebt. Am Anfang ging es großartig voran, doch das Ziel – Paris – wurde nie erreicht. Solche steckengebliebenen Offensiven gibt es auch im geistlichen Leben.
Vor vielen Jahren kam ein junger Mann zu mir und sagte: „Mit mir muss es anders werden.“ Bis heute steht es so, dass es mit ihm anders werden muss. Er kam nur bis zum Pastor – es war eine verfehlte Offensive.
Liebe Freunde, wenn ihr nur bis ins Evangeliumszentrum gekommen seid und nicht weiter, dann ist das wahrlich ein Rohrkrepierer, eine verfehlte Offensive, sage ich ganz offen. Es geht uns darum, dass der Mensch zum lebendigen Gott durchdringt.
Unser frommes Kaschboldtheater – entschuldigt die Ältesten hier – kann wahrlich niemanden retten.
Manche kommen nur bis zum Pastor – es war eine verfehlte Offensive. Andere kommen bis zur Magdeburger Kirche, manche bis zu einem Entschluss, wieder andere bis zu einer seelischen Erregung oder zu christlichen Überzeugungen. All das sind steckengebliebene Offensiven.

Die Reaktion des Vaters und die unermessliche Liebe Gottes

Wilhelm Busch hat so freimütig gepredigt, obwohl er Pastor dieser lutherischen Kirche war. Wie klar hat er die Dinge erkannt! Er machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Nun müsst ihr wissen: Der Herr Jesus erzählt diese Geschichte jüdischen Zuhörern. Für den Juden ist das Schwein der Inbegriff von Unreinheit, von Gräulichem und Entsetzlichem. Allein durch diese Geschichte dürften die Zuhörer wahrscheinlich schon eine Gänsehaut bekommen oder sogar ein Kribbeln in der Wirbelsäule verspürt haben.
Jetzt kommt er zurück. Geistlich gesprochen sehen wir durch unsere Emanzipation und Gottlosigkeit in den Augen eines heiligen Gottes entstellt, verzerrt, verstunken und verbogen aus. Aber nun geschieht das Unglaubliche: Der Vater sieht seinen Sohn, der noch von ferne kommt. Es jammerte ihn, er lief zu ihm, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Für die Juden, die das Bild der Schweine kennen, gibt es kein größeres Bild für die Gnade Gottes. Es ist nicht zu überbieten. Der Vater hätte am Fenster einen Zettel aufhängen können: „Mein lieber Sohn, wenn du dies und das erfüllst, will ich wieder mit dir in Dialog treten.“ Das wäre das Gesetz gewesen. Doch Gnade bedeutet, dass der Vater läuft.
Dies ist die einzige Stelle in der Bibel, in der es heißt, dass der Vater läuft und dass es ihn jammert. Das griechische Wort „eleeo“ bedeutet, dass es ihm bis in die tiefsten Eingeweide weh tat. Es ist ungefähr das Gefühl, das eine Mutter empfindet, wenn sie zusehen muss, wie ihr Kind vor ihren Augen überfahren wird.
Liebe Freunde, was da im Herzen einer Mutter sticht und was sich da abspielt, beschreibt ungefähr die Liebe und Sehnsucht des lebendigen Gottes nach seinen Gefallenen und kaputten Geschöpfen, die im Schweinestall gelandet sind. Das ist der menschensuchende, rettende Gott der Bibel.
So wahr ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tod des Gottlosen. Man kann es nicht schöner zeichnen: Er lief, fiel um seinen Hals und küsste ihn. Das ist der Gott, dem diese Welt den Rücken zukehrt, dem sie den Krieg erklärt hat, dessen Gebote mit Füßen getreten und mit Spott und Hohn übergossen werden. Das ist der Gott, vor dem die Welt davonläuft.
Kein Wunder, dass diese Welt immer unruhiger wird und nicht mehr weiß, wo sie hin soll.

Das Bekenntnis des verlorenen Sohnes und die Bedeutung von Sünde

Der Sohn aber sprach zu ihm: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden.“
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: „Bringt schnell das beste Kleid hervor, tut es ihm an, gebt ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße!“
Hier heißt es wiederum bei Wilhelm Busch, dass wir darauf achten müssen, dass der verlorene Sohn nicht sagt: „Ich habe Fehler gemacht, es tut mir leid.“ Zu solchem Geständnis sind wir zur Not bereit. Nein, es geht um das harte, verhasste Wort „Sünde“: „Ich habe gesündigt.“
Der verlorene Sohn sagt auch nicht: „Ich habe mich wohl geirrt, aber die Menschen und Umstände waren schuld daran.“ Solche Sündenbekenntnisse sind wertlos. Er sagt auch nicht: „Wir sind doch alle Sünder.“ Nein, er redet jetzt von sich selbst: „Ich habe gesündigt.“
Auf das „Ich“ kommt es an.
Zu einer alten Frau kam ein Pfarrer und las ihr aus dem Römerbrief vor. Da kam die Stelle: „Wir sind alle Sünder.“ Die Frau nickte zustimmend. „Doch, doch, ja.“ Der Pfarrer schaute auf und fragte: „Ist das wahr?“ „Ja, ja, das ist wahr, das ist wahr“, antwortete sie.
„Dann bekennen Sie doch Ihre Sünde!“ Da fuhr die Frau auf: „Wer hat Ihnen was von mir erzählt? Ich bin doch eine ehrbare Frau, ich habe nichts Schlechtes getan!“
So ist es: Wir lassen es gelten, wenn gesagt wird, „Wir sind eben alle Sünder.“ Aber der verlorene Sohn sagt: „Ich habe gesündigt!“ Und auf das „Ich“ kommt es an.
Ich werde auch nicht vergessen, wie Wilhelm Busch in diesem Buch die Frage stellt: Wem läuft der Vater entgegen? Den Großen dieser Welt? Den Frommen? Den Heiligen? Den Kirchenchristen? Nein! Dem Sünder, der um Gnade fleht und sagt: „Ich habe gesündigt!“ Und der Himmel kommt in Bewegung!
Und, liebe Freunde, vielleicht dämmert uns die Zusammenhänge: In dieser antichristlich ausreifenden, gottlosen Zeit hat das Wort „Sünde“ abgedankt. Man hat in Form der Psychologie tausend Wege gefunden, um alles und jedes über die Lippen zu bringen – nur nicht mehr „Ich bin sündig, ich bin schuldig.“
Wir haben uns ein unübersehbares Repertoire von Entschuldigungen zurechtgelegt: die frühkindlichen Frustrationen, der Konsumterror, die gesellschaftlichen Zwänge, die Erziehung, die Mickymaus, ich weiß nicht sonst noch was, die Polizei, die Politiker – alle haben irgendwie Schuld.
Wir sind die Opfer, wir sind unschuldig.
Und so geht es gerade in den Abgrund.

Die Weichenstellung zur Versöhnung mit Gott

Die Kehrtwende
Ich habe gesündigt. Und daran kommt niemand vorbei, der mit Gott versöhnt werden möchte. Das ist die Weichenstellung.
Liebe Freunde, ich schätze Menschen, die sagen können: Ich habe gesündigt. Es erfordert keinen Mut, Rauschgift zu nehmen, Hurerei zu treiben oder zu sündigen. Es erfordert auch keinen Mut, dem Sog dieser Welt zu folgen und sich ständig zu entschuldigen, wie es heute üblich ist. Mut erfordert es, zu sagen: Ich habe gesündigt.
Ich werde nicht vergessen, wie ich einmal einen Dokumentarfilm über den Nürnberger Prozess sah. Dort stand der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Keitel, auf und sagte: Ich habe geirrt. Ich war nicht imstande, das zu verhindern, was verhindert hätte werden müssen.
Ich schätze Menschen, die sagen können: Ich habe gesündigt, ich bin schuldig. Wo sind sie?
Wenn das der Fall ist, dann spielt sich das in allegorischer Weise ab: Er küsste ihn, brachte das beste Kleid, tat es ihm an und gab ihm einen Fingerreif an die Hand, schuhte seine Füße, brachte das Kalb, das wir gemästet haben, schlachtete es und sagte: Lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden.
Die Bibel sagt: Wer seinen Lüsten lebt, ist lebendig tot. Das ist diese Generation. Wir leben nach dem Lustprinzip, und die Folgen stellen sich dementsprechend ein.
Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist gefunden worden, und sie fing an, fröhlich zu sein. Bringt das beste Kalb, bringt das beste Kleid, gebt ihm den Ziegelring! Gott schenkt uns die Herrlichkeit des Himmels!

Die Liebe Gottes am Kreuz und die Einladung zur Nachfolge

Und, liebe Freunde, vielleicht kennen einige von euch das schon aus meinem Munde: Ich habe über diesen verlorenen Sohn wahrlich nicht zum ersten Mal hier gepredigt. Dennoch finde ich es nicht ermüdend, die Geschichte erneut zu erzählen.
Einmal las ich, als ich noch in der Schweiz wohnte, einen Bericht über die Entführung der Enkeltochter des Zinnmillionärs Ortis, nämlich Graziella Ortis. Die Entführer verlangten eine hohe Millionensumme als Lösegeld. Die Eltern wandten sich dann über das Fernsehen an die Entführer. Das Gesicht der Mutter war dabei besonders tragisch. Ihr Aufruf lautete: „Gebt uns unsere Tochter zurück, wir bezahlen Millionen!“
In dieser Zeit der Selbstverwirklichung und des Egotrips, in der die griechische Sprache der Reichen das Wort Liebe mehr und mehr sinnentleert hat, heißt Liebe in der Bibel etwas anderes: Liebe bedeutet geben. Je mehr ich jemanden liebe, desto mehr bin ich bereit zu geben. Das Höchste, das ich geben kann, ist ohne Widerrede mein Leben.
Für mich ist einer der kostbarsten Sätze im Gotteswort, wo Jesus sagt: „Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben lässt für seine Freunde; denn ihr seid meine Freunde.“ Er hat nicht nur schöne Worte gesprochen, sondern es mit seinem Leben unterstrichen.
Diese Eltern haben mit anderen Worten gesagt: „Wir lieben unsere Tochter, wir zahlen den Preis, wir zahlen die Millionen, aber bitte gebt uns unsere Tochter zurück.“ Das ist in etwa ein Bild dessen, was am Kreuz von Golgatha geschehen ist, liebe Freunde, liebe Seele, liebe Zuhörer. Gott sagt jetzt mit anderen Worten: „Ich zahle nicht nur Millionen, nicht nur Milliarden, ich zahle mit dem Allerkostbarsten im ganzen Universum, nämlich mit dem Blut meines einzigen Sohnes. Aber bitte gebt mir meine Geschöpfe zurück.“
Weil Gott dich so liebt, kann und wird er dich nicht zwingen. Bei Jesus gibt es eine Freiwilligkeit: „Wer mir nachfolgen will.“ Jesus hat um Jerusalem geweint und sagen müssen: „Ihr habt nicht gewollt.“ Und man muss mehr und mehr über diese Generation sagen, hoffentlich ausgenommen die Anwesenden: „Ihr habt nicht gewollt.“
Man wird an das Pauluswort erinnert: „Ihr achtet euch des ewigen Lebens nicht für würdig.“ So musste er seinen landsleutenden Juden sagen: „Wir gehen zu den Heiden.“ Wir haben heute eine Generation, die nur noch über Gott spottet, die sich des ewigen Lebens nicht mehr würdig achtet. Sie glaubt nicht mehr an eine Auferstehung, sondern vielleicht an Reinkarnation.
Beckenbauer glaubt, dass er im früheren Leben eine Pflanze war. Es gibt Geschichten über Shirley MacLaine, die behauptet, sie sei Kleopatra gewesen. Andere glauben ebenfalls, sie seien mal Kleopatra gewesen. Und danach war sicher unser Finanzminister Theo Weigl mal ein Pleitegeier – oder wird es in einem zukünftigen Leben noch werden. So etwas kann man alles glauben.
Wir haben mehr und mehr eine Generation, die sich des ewigen Lebens nicht für würdig hält. Gott kann die Menschen nicht zwingen.

Die Geschichte des Streckenwärters als Bild für Gottes Liebe

Lasst mich zum Abschluss noch eine Geschichte erzählen, die ich in diesem Zusammenhang oft berichte. Sie spielte sich irgendwo in Amerika ab.
Ein Streckenwärter hatte die Aufgabe, ein Stellwerk zu bedienen, das eine Drehbrücke steuerte. War die Brücke parallel zum Flussufer gestellt, konnten die Schiffe durchfahren. War sie quergestellt, konnte der Zug darüber fahren.
Der Streckenwärter hatte einen Sohn, der in der Nähe des Stellwerks spielte. Eines Tages fiel der Junge in den Schacht hinein. Der erschrockene Vater wollte sofort hinterhersteigen, um ihn zu retten. Doch dann kam die Nachricht, dass sich ein Zug näherte.
Die zeitliche Situation ließ es nicht mehr zu, zuerst in aller Ruhe den Sohn zu retten und dann das Stellwerk zu bedienen. Der Vater stand vor einer schrecklichen Wahl: Entweder er schont seinen Sohn, muss aber einen Zug mit vielleicht hunderten Passagieren in den Abgrund stürzen lassen. Oder er opfert seinen Sohn, um den Zug zu retten.
Was sich im Herzen dieses Vaters abspielte, ist kaum vorstellbar. Man kann die Geschichte leicht erzählen und darüber nachdenken, aber in so einer Situation zu sein, möchte wohl niemand erleben.
Nach einigen Zögerungen legte der Streckenwärter den Hebel um. Das Stellwerk begann sich zu drehen, und dabei wurde sein Sohn zermalmt. Als der Zug über die Brücke fuhr, winkten einige Passagiere dem Streckenwärter zu. In diesem Streckenhaus saß ein zerstörter Vater.
Ich hoffe, wir haben diesen Satz schon einmal gehört: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen und nicht in den Abgrund stürzen, sondern das ewige Leben haben.
Diese Wunden schreien: Mögest du den Sündern doch verzeihen, mögest du den Sündern doch verzeihen. So wahr ich lebe, spricht Gott, habe ich keinen Gefallen am Tod des Gottlosen.

Abschluss und Gebet

Lasst mich abschließen mit Wilhelm Busch. Es gibt viele Menschen, die zwar etwas von der Liebe Gottes in Christus wissen, aber dennoch keinen Frieden finden. Sie sind keine versöhnten Kinder im Hause Gottes. Warum ist das so? Weil sie nie in Gottes Haus und Gemeinde eintreten wollen, ohne das rettende Wort zu sprechen: „Ich habe gesündigt.“
Sie haben nie vor dem heiligen Gott mit zerbrochenem Herzen auf ihren Knien gelegen und bekannt: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.“ Vielleicht kann ich das hier noch einmal sagen: Zu Beginn sagt der Sohn „Vater, gib mir“ und danach „Vater, mache mich“. Erst fordernd, dann bereit.
Ich frage euch, die ihr in dieser halben Stellung vor Gott lebt, die ihr die Liebe Gottes kennt und doch nicht der Wahrheit die Ehre gebt: Warum handelt ihr so? Es gibt viele Gründe. Manche wissen überhaupt nicht, wie sie mit Gott reden sollen. Andere sind zu stolz und wollen nicht als Sünder dastehen. Wieder andere meinen, es sei nicht so schlimm mit ihrer, wie sie sagen, „ein bisschen Sünde“. Die nächsten nehmen es zu leicht und meinen, alles sei in Ordnung, obwohl nichts in Ordnung ist. Die meisten wollen nicht bekennen „Ich habe gesündigt“, weil sie ihre Sünde nicht aufgeben wollen. Sie wollen sowohl Gott als auch die Sünde behalten. Das aber ist der sicherste Weg zur völligen Verstockung und zum Verderben.
Der Evangelist Elias Schrenk bat fast in jeder Versammlung seine Hörer: „Bringt euer Leben mit Gott in Ordnung, ich bitte euch, auch sterben!“ Es ist Freude im Himmel, sagt die Bibel, über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen (Lukas 15,7).
Ich möchte zum Abschluss noch bitten: Herr Jesus, wir wollen dich bitten, dass du zu unseren Herzen sprichst. Dort, wo man angesprochen wurde, möge es nicht einfach weggewischt werden. Sondern dass du in deiner Gnade nachgehen möchtest und ihnen etwas dämmert, in welchem Zustand wir uns befinden, wie wir berauscht, vernebelt und benebelt worden sind. Und wie unauslotbar und unermesslich deine Liebe ist, die du an diesem Kreuz für Sünder durchlitten und durchstanden hast – diese schlimmste aller Todesarten.
Das darfst du für uns tun. Herr, wir haben es nicht verdient, aber das gehört zu diesen großen Geheimnissen, dass du deine gefallenen Geschöpfe immer noch mit unendlicher Liebe liebst. Und Herr, ich bitte dich auch, dass niemand heute Abend vergeblich und umsonst gehört hat, sondern dass man beginnt, zu sich zu kommen, in sich zu schlagen wie der verlorene Sohn. Nicht nur um aufzuwachen, wie es heute üblich ist, sondern es wäre noch wunderbarer, wenn manch einer, ob gläubig oder nicht, sich aufmacht und mit dem Herzen bekennt: „Vater, ich habe gesündigt.“
Du mögest dazu Gelingen schenken. Ich bitte das in deinem wunderbaren Namen. Amen.