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Hebräer 6,1-2a

Hebräer 6,1-6,224.09.2017
Serie•Teil 8 / 25Hebräerbrief
Du willst geistlich wachsen, aber dein Glaube bleibt oberflächlich? Dann stellt sich die harte Frage: Bist du bereit, alte Wege loszulassen und Gott wirklich zu vertrauen – oder nur mitzunicken?
Bibelwoche 2017, Hebräerbrief, Vortrag Nr. 8. Wir werden Hebräer 6,1-2a behandeln.

Bibelwoche 2017 Hebräerbrief, Vortrag Nr. 8, und wir werden machen Hebräer Kapitel 6, die Verse 1 und 2a.

Ich hatte ein bisschen gehofft, mehr Jugendliche zu sehen. Ich wusste, dass die Jugendstunde ausfallen soll, und ich dachte mir: Wenn ich die Jugend habe, die jetzt nicht ganz so stark vertreten ist, wie ich mir das gewünscht hätte, kann man sie ja verpflichten, die Vorträge nachzuhören. Denn eigentlich sind die Vorträge ein Stück weit auf die Jugend ausgerichtet, nicht unbedingt in der Art und Weise, wie ich sie vortragen möchte, sondern dem Inhalt nach.
Ich möchte nämlich auf ganz wenigen Versen etwas länger herumkauen.

Der geistliche Zustand der Hörer und die Lage der Gemeinden

Ich gehe noch einmal dahin, wo wir gestern stehen geblieben sind. Wir haben uns das Problem der Briefempfänger angesehen und gelesen, dass sie träge zum Hören geworden waren. Das heißt, ihre Begeisterung für Bibel und Predigten hatte dramatisch nachgelassen, und die Folge war, dass sie sich geistlich zurückentwickelt haben. Statt Vorbilder zu sein, statt Lehrer zu sein, waren sie geistliche Babys geworden, kaum fähig, das Einmaleins des Glaubens zu verstehen.
Wenn ich so etwas lese und darüber nachdenke, dann habe ich den Eindruck, dass wir heute in vielen Gemeinden ein ähnliches Phänomen erleben. Ich erlebe das immer wieder, weil ich mit jungen Leuten zu tun habe, durchaus auch mit engagierten jungen Leuten. Dabei stoße ich auf eine Unwissenheit unter jungen Leuten, aber auch unter Leuten, die schon länger gläubig sind, im Blick auf die Bibel.
Das ist für mich umso dramatischer, als ich glaube, dass wir im Moment erleben, wie auf einer ganz breiten Front ein intellektueller Angriff auf die Bibel gefahren wird, und auch auf ganz grundlegende Positionen des Glaubens. Ein Angriff, bei dem ich fast den Eindruck habe: schlimmer könnte er nicht sein. Ich glaube, wenn es eine Zeit gibt, in der man sich mit der Bibel beschäftigen müsste, dann wäre das heute.
Es ist unglaublich, also für mich unglaublich. Ich weiß nicht, ob ihr diese Zeitschrift Idea Spektrum kennt. Das sind immer so Nachrichten aus der evangelikalen Welt. Ich mag sie schon gar nicht mehr lesen, weil jede Woche irgendwo wieder irgendeine Sache, bei der ich sage: Die müsste doch selbstverständlich sein unter Gläubigen, in Frage gestellt wird. Wieder fängt irgendeine Position an zu wackeln.
Es ist für mich unglaublich, wie auf eine massive und auch sehr subtile Weise gerade Themen wie Unzucht, wer darf wen, wann, wie schwängern, Allversöhnung, Eigenwilligkeit oder ein liberaler Umgang mit der Bibel als völlig normal hingestellt werden. Und wie im Gegenzug Leute, die die Bibel ernst nehmen und versuchen, Gottes Heiligkeit zu verteidigen, und versuchen zu zeigen, dass nicht alles geht, was der Zeitgeist für richtig hält, wie man diese Leute als Fundamentalisten verunglimpft und lächerlich macht und sie immer mehr in die Ecke drängt.
Es muss euch klar sein, dass ich jemand bin, der mit meiner Position inzwischen zu einer absoluten Minderheit in Deutschland gehört, und auch innerhalb der freikirchlichen Szene in Deutschland. Das ist etwas, bei dem ich denke: Boah, wie schlimm ist das denn? Ich muss ehrlich zugeben, ich habe ein Stück Bammel. Angst ist vielleicht zu viel, aber ich muss öfter mal im Gebet meine Sorge darüber, wie es mit Gemeinden in Deutschland, wie es mit bibeltreuen Gemeinden in Deutschland weitergeht, bei Gott abgeben. Das ist mir sehr wichtig, weil ich denke, da braut sich etwas zusammen.
Es wird vielleicht gar nicht mehr lange dauern, dass Menschen, die sagen: Hey, ich glaube an die Bibel, und ich möchte irgendwo ein ganz einfältiges Christsein leben in Verantwortung vor einem heiligen, ewigen Gott, dass diese Menschen, was jetzt schon passiert, nicht nur die Diskursfähigkeit abgesprochen bekommen und man sagt: Mit euch reden wir gar nicht mehr, sondern dass vielleicht noch eine viel schlimmere Brandmarkung passiert. Ich habe da wirklich Angst. Ein bisschen vor dem, was da auf uns zukommt.
Und deswegen bin ich so erstaunt, wenn ich auf junge Leute treffe. Ich habe öfter mit Jugendlichen zu tun, sagen wir mal so rund um zwanzig. Nächste Woche bin ich wieder in Neuwirschnitz an der Bibelschule Burgstädt, die ja umgezogen ist. Da sind wir auch so um die zwanzig herum. Oder wenn jemand bei uns einzieht, FSJler bei uns wohnen, um die zwanzig. Dann mache ich mir immer Spaß und checke mal ab: Wie gut kennt ihr euch eigentlich in der Bibel aus?
Also, wer das machen möchte: Ich habe so einen kleinen Test zu Hause, einfach mal so für mich, um zu sehen, wie gut sich die Leute auskennen. Ich bin immer wieder erstaunt, eigentlich wie wenig gut sich die jungen Leute auskennen. Das sind oft Leute, die, wenn ich auf sie treffe, schon ein paar Jahre gläubig sind. Aber kaum einer von ihnen hat seine Bibel überhaupt einmal durchgelesen, geschweige denn etwas intensiver durchgearbeitet.
Und wenn man nachhakt, dann stellt man fest: Man könnte ja sagen, okay, vielleicht hatten die keine gläubige Familie. Ja, aber auch bei Kindern aus einem gläubigen Elternhaus ist das nicht groß anders.

Die Verantwortung der Familie und die Schwächung des Wortes

In der Bibel ist es so, und ich möchte gerne eine Stelle voranstellen: 5. Mose 6,6-7. Das ist ein Wort, das mich als Vater vor 15, 20 Jahren enorm angesprochen hat.
Die Familie wird im Alten Testament als ein Ort beschrieben, an dem man eine Kultur des Austauschs über die Bibel pflegt. Und das wird vielleicht nirgends klarer formuliert als an der Stelle 5. Mose 6,6-7. Dort heißt es: Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sagt Gott zu den Eltern, sollen in deinem Herzen sein. Da fängt es an: dass das Wort Gottes im Herzen der Eltern ist.
Und wahrscheinlich ist meine Generation das Problem. Ich sehe die Symptome in der Generation, die jetzt zwanzig Jahre alt ist. Aber ich glaube, meine Generation ist das Problem. Ich finde auch nur wenige in meinem Alter, die das Wort in ihrem Herzen tragen, die ihrem Alter entsprechend reif im Umgang mit der Bibel sind. Wenige Leute, mit denen es wirklich Spaß macht, sich zu fetzen. Also ich genieße das, so einen Zweikampf, wenn man das mal so sagen darf, wenn man sich über so ein biblisches Thema einfach mal die Fetzen an den Kopf werfen kann, unter Männern halt. Ich finde wenige, mit denen das wirklich gut geht.
Und ich freue mich immer, wenn jemand, so wie du, vorgestern gekommen ist und sagte: Hey, über die Engel, da müssen wir noch mal reden, ich habe da was. Ich finde das so stark. Aber ich finde so wenig Leute, die das können. Und vielleicht ist das das Problem, dass die Elterngeneration schon das Wort nicht mehr im Herzen hat.
Denn die Aufgabe der Eltern ist: Und du sollst sie, das heißt die Worte, die ich selber verdaut habe, deinen Kindern einschärfen. Du sollst davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt, wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Das ist christliche Familie: eine Familie, die eine Kultur pflegt, der Rede, der Kommunikation über das Wort Gottes.
Mein Problem ist: Ich kenne sehr wenig Familien, die das tun. Ich schaue mir dabei fast nur Familien aus einem brüdergemeindlichen Hintergrund an. Ich weiß, dass es in anderen freikirchlichen Szenen aber nicht wesentlich besser aussieht.
Ich glaube, der Teufel hat es geschafft, eine junge Generation von Christen heranwachsen zu lassen, jedenfalls halten sie sich dafür, ich weiß nicht, was davon wahr ist, die so wenig bibelfest ist, dass man ihnen inzwischen fast jede Sünde als nicht so schlimm verkaufen kann. Und wir haben es irgendwie geschafft, und das ist nicht positiv, die einzige Waffe, mit der wir uns in Zeiten dämonischer Verführung, in denen wir mittendrin stehen, verteidigen könnten, stumpf werden zu lassen.
Und das ist das Wort Gottes, oder wie Paulus es nennt: das Schwert des Geistes, mit dem wir uns gegen die Listen des Teufels verteidigen können. Aber damit man das kann, muss man wissen, wie man es benutzt.

Der Übergang zur Reife und die Frage nach dem Hören

Frage: Und jetzt gehen wir wieder zurück in den Hebräerbrief. Die haben das gleiche Problem. Die sind träge geworden im Hören, da ist die Begeisterung nicht mehr da, etwas aus der Bibel zu lernen.
Frage: Was macht man denn, wenn das, was in der Bibel steht, keinen mehr interessiert?
Und jetzt steigen wir ein in den Hebräerbrief, Kapitel 6, Vers 1: Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden.
Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber eigentlich passt das nicht, was hier steht. Man würde doch erwarten, dass, wenn die träge geworden sind, wenn sie wieder Babys sind, der Autor sagt: Okay, und weil ihr wieder Babys seid, deswegen werde ich euch das Einmaleins des Glaubens noch einmal predigen. Ihr seid so ein bisschen zurückgeblieben, aber hey, ich gebe euch noch einmal die Grundlagen.
Und das, was er schreibt, ist genau das Gegenteil. Warum? Weil es keinen Sinn macht, sich als Bibellehrer auf Christen einzustellen, die nicht wachsen wollen. Kein Prediger kann die aufwecken, die träge zum Hören geworden sind.
Und jetzt kommt einer und sagt vielleicht: Jürgen, du musst nur peppiger predigen, und du musst mehr Illustrationen bringen, du musst eine verständlichere Bibelübersetzung verwenden. Mach ich gern. Ich kann euch aber sagen: Das löst das Problem nicht. Ein Mangel an Interesse kann durch eine bessere Show des Predigers nicht ausgeglichen werden.
Und das sage ich, obwohl ich auch denke, dass eine Predigt nicht furchtbar langweilig sein sollte. Also wenn reihenweise meine Zuhörer einschlafen würden, dann würde ich auch sagen: Das war falsch. Als ich noch zu predigen gelernt habe, hieß es noch: Eine langweilige Predigt ist Sünde. Okay, das war eine Ansage. In die Richtung gehe ich jetzt nicht biblisch, aber in die Richtung gehe ich schon.
Wenn ihr euch nur langweilt bei meinen Predigten, dann denke ich auch: Das ist dann vielleicht nicht richtig, dass ich so oft hier vorne stehe.
Nichtsdestotrotz: Wir wissen doch alle, wie das ist, wenn einen wirklich etwas interessiert. Wir hatten doch alle Schulfächer, wo wir uns reingekniet haben, und solche, die uns egal waren, oder?
Also bei mir war das Biologie. Ich habe unglaublich gern Bio gemacht. Ich war in Bio richtig gut. Ich habe in Bio sogar in die Schulbücher reingeschaut, ich habe vorgearbeitet. Es hat mich wirklich interessiert, ich wollte zum Teil mehr wissen als der Lehrer. Boah, das ist, wenn einem etwas interessiert.
Ich hatte auch Französisch bis zur elften Klasse, dann habe ich es abgewählt. Und etwa Mitte der Zwölften alles vergessen, was ich je in Französisch gelernt habe. Warum? Es hat mich einfach null interessiert. Null! Und wenn einen etwas null interessiert, dann bleibt auch nichts hängen.
Wenn die Zuhörer im Hören träge geworden sind, wenn sie für sich, warum auch immer, entschieden haben, dass die Bibel es nicht wert ist, sich wirklich intensiv mit ihr zu beschäftigen, wenn es ihnen reicht, so ein oberflächliches Pseudobibelwissen, so ein paar zusammengestückelte, kaum tiefer reflektierte Bibelverse, die dann so einen groben Eindruck machen, was da halt so drinsteht, wenn ihnen das reicht, dann macht es wirklich keinen Sinn, solchen Christen noch einmal das Einmaleins des Glaubens, das, wie es hier heißt, Wort vom Anfang des Christus, zu predigen. Sie werden nur, was sie schon einmal vergessen haben, wieder vergessen.
Die Sache ist nur: Es macht auch keinen Sinn, nicht zu predigen. Also denen, die nicht hören wollen, das Einmaleins des Glaubens zu predigen, ist Unsinn. Aber zu sagen: Okay, dann höre ich halt auf zu predigen, interessiert halt keinen, das ist es auch nicht. Denn vielleicht gibt es da in der Gemeinde, auch wenn ich den Eindruck habe, die sind träge geworden, vielleicht gibt es da Leute, die sich noch nicht haben einlullen lassen von diesem allgemeinen Trend. Vielleicht gibt es da Leute, die sagen: Ey, ich hätte Lust auf das, was gestern hieß feste Speise oder was hier heißt volle Reife. Und für die Leute wäre das gut, wenn ich predigen würde.
Und deswegen, weil der Autor des Hebräerbriefes das so sieht, deswegen sagt er: Es macht zwar keinen Sinn, denen, die träge geworden sind, noch einmal das Einmaleins des Glaubens zu predigen, aber ich muss weiterziehen, um denen, die lernen wollen, das zu geben, was sie brauchen, um in dieser unglaublich schwierigen Zeit zu überleben.

Die Grundelemente des Glaubens und der Plan für die Auslegung

Und er zieht dann argumentativ weiter, allerdings nicht ohne das Einmaleins des Glaubens wenigstens zu erwähnen. Er sagt, es gibt sechs Basic-Themen, die jeder Christ als theoretische Grundlage seines Glaubens verinnerlicht haben sollte.
Wir lesen mal Hebräer 6, die Verse 1 und 2. Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen. Was ihr jetzt mitbekommt, ist so eine Art Jüngerschaftskurs. Also: Was waren die Überschriften eines neutestamentlichen Jüngerschaftskurses? Was hat man mit den jungen Gläubigen thematisch durchgearbeitet?
Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen. Jetzt kommen die sechs Themen, von denen er sagt, das ist eigentlich so das Einmaleins. Erstens: mit der Buße von toten Werken, zweitens: und dem Glauben an Gott, drittens: der Lehre von Waschungen, viertens: der Handauflegung, fünftens: der Totenauferstehung und sechstens: dem ewigen Gericht.
Wenn du sagst, ich will wissen, was die Glaubensgrundlagen sind, hier hast du sie: sechs Themen, die grundlegend sind. Und ich möchte sie mit euch alle heute Abend anschauen.
Ich dachte mir, dass wir jedes einzelne Thema auf die gleiche Weise anpacken. Diese Themen sind riesig, man hätte zu jedem Thema zwei Predigten machen können, relativ unkompliziert. Ich will jeweils drei in einem Vortrag behandeln. Damit es für euch handhabbar ist, habe ich Folgendes gedacht: Ich werde jedes einzelne Thema, also sechs Themen, um drei Bibelverse herum aufbauen, damit ihr am Ende, wenn ihr sagt, eigentlich interessiert mich das mit den Themen, in der Lage seid, sechs mal drei Bibelverse auswendig zu lernen.
Die Idee ist ja, das ist das Einmaleins des Glaubens. Das sind so Themen, wo ich sage, das wirft man in die Gemeinde hinein. Und dann zieht man ihn los, und der, der gezogen wird, geht nach vorne und macht das aus dem Kopf. Das sind solche Themen. Das ist das Einmaleins des Glaubens.
Jetzt werdet ihr sagen, das will ich nicht. Aber damit man sich in die Richtung entwickelt, tatsächlich das Einmaleins zu beherrschen, braucht man irgendwas, woran man sich festhalten kann. Was ich euch gebe, sind zu jedem Thema drei Bibelverse. Da kann man mehr Bibelverse machen, aber drei Stück. Und ich sage euch: Wenn ihr die drei auswendig lernt, dann könnt ihr, wenn jemand euch fragt, was wichtig beim Thema Glauben ist, euch an den drei Bibelversen so ein Stückchen entlanghangeln und sagen: Das, das und das habe ich mir noch gemerkt. Dazwischen hat der Fischer auch noch was gesagt, das habe ich alles wieder vergessen, aber die drei Verse, die habe ich mir gemerkt.
Okay, es ist eine Herausforderung. Mir ist klar, dass der eine oder andere denkt, der spinnt, aber das nehme ich in Kauf. Wie gesagt, ich hatte ja erwartet, dass ein bisschen mehr Jugendliche da sind, die kann man ein bisschen leichter herausfordern. Wenn man dann erst mal so jenseits der 35 ist, dann, na ja, wir wissen. Aha, sehr schön, na, dann wollen wir das mal sehen. Ich bin ja öfter mal hier, ich kann dann ja ab und zu mal in die Runde fragen. Machen wir da immer vor der Predigt so ein kleines Bibelquiz, oder?

Die Umkehr von den alten Werken

Erstes Grundthema: Buße

Okay, Thema Nummer eins: die Buße von toten Werken.
Buße
Der Begriff selbst, Metanoia, meint tatsächlich Umkehr. Das Konzept der Buße zieht sich durch die ganze Bibel. Der Mensch, so wie er unterwegs ist, ist einfach auf dem falschen Weg, und er muss zu Gott umkehren.
Der erste Bibelvers, von dem ich denke, dass man ihn zu diesem Thema auswendig lernen sollte, ist Jesaja 55,7. Ich lese Ihnen mal vor. Es ist ein wunderschöner Vers, der das Konzept der Buße toll auf den Punkt bringt:
Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken, und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung.
Das ist so ein ganz klassischer Vers, der ist einfach schön. Er beschreibt, was Buße bedeutet. Wer zu Gott umkehrt, lässt sein altes Leben mit seinen alten Gewohnheiten und Denkmustern, mit seiner Gottlosigkeit, wie es hier steht, und Bosheit hinter sich. Wer umkehrt, wendet sich von der Sünde ab, und zwar um Gott gehorsam zu sein und bei Gott das zu finden, was er braucht, nämlich Erbarmen und Vergebung.
Buße ist Bruch in meiner Lebensgeschichte, Bruch mit der Vergangenheit, neudeutsch Paradigmenwechsel. Ja, vorher habe ich gemacht, was ich für richtig hielt, jetzt mache ich das, was Gott für richtig hält.
Buße beginnt damit, dass ich innehalte und mir eingestehe, dass ich so, wie ich jetzt lebe, eigentlich nicht weiterleben möchte. Ja, ich schaue mir mein Leben an, und das ist vielleicht geprägt von Shoppingtouren, von Halbwahrheiten, Drogenpartys, Abenden vor dem PC, sinnloser Zerstreuung, zerbrochenen Beziehungen und was auch immer. Und ich denke mir: Boah, wie sinnlos ist das denn? Gibt es da draußen jemanden, der mich retten kann?
Also ich merke, ich bin auf dem falschen Weg, halte inne und drehe mich um nach Gott. Und in diesem Moment, wo ich diesen Eindruck habe, ist es total wichtig, dass ich die Einladung Gottes höre.
So, und das ist jetzt der zweite Vers. Der zweite Vers, entschuldigt, dass es schon wieder ein alttestamentlicher Vers ist, und es ist natürlich gemogelt, es ist gar nicht ein Vers, es sind eigentlich zwei, aber das ist ja so: Die zwei gelten immer nur wie einer, weil sie zusammengehören. Und ich habe diesen Vers in meinem eigenen Glaubensleben ganz früh gelernt, weil er mich so fasziniert hat. Er ist aus dem Propheten Joel, Joel, kleiner Prophet, den ihr vielleicht noch nie so richtig studiert habt. Da geht es um Buße. Das Buch ist eine Einladung zur Buße.
Da heißt es in Joel 2,12-13:
Und der Vers beschreibt, wie ernst Buße ist, er beschreibt aber auch, warum Buße möglich ist. Doch auch jetzt spricht der Herr: Kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen und mit Fasten und mit Weinen und mit Klagen.
Merkt ihr, Umkehr ist nichts, was oberflächlich passiert, das geht ganz tief. Ich liege quasi mit der Nase im Staub vor Gott und sage: Hey, es tut mir wirklich leid.
Und dann: Zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider. Also nichts Äußerliches, ja, nicht so ein bisschen Show, sondern ein zerrissenes Herz. Und zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider und kehrt um zum Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Gnade und lässt sich das Unheil gereuen.
Und mir gefällt dieser Vers, weil er Gott beschreibt. Gott ist gnädig und barmherzig und langsam zum Zorn und groß an Gnade. Und weil wir einen solchen Gott haben, der so ist, deswegen haben wir überhaupt die Chance auf Umkehr.
Wisst ihr, Gott will uns nicht verurteilen. Hier heißt es, er lässt sich das Unheil gereuen. Gott möchte uns nicht bestrafen. Gott hat keinen Gefallen daran, dass der Sünder umkommt. Aber die Voraussetzung dafür, dass Gottes Gnade und Gottes Barmherzigkeit und Gottes Geduld sich in meinem Leben entfalten, die Voraussetzung ist, dass ich Buße tue. Und zwar genau genommen, wenn wir noch einmal in unseren Vers in Hebräer 6 reinschauen, da heißt es: Buße von toten Werken.
Dieser Begriff tote Werke, den können wir füllen, wenn wir in Hebräer 9,14 sehen, dass unser Gewissen bei der Bekehrung von toten Werken gereinigt wird. Also die toten Werke verunreinigen unser Gewissen. Es ist das, worüber ich ein schlechtes Gewissen habe. Und deswegen ist der Begriff tote Werke ein Synonym für Sünden. Ich muss Buße tun von meinen Sünden.
Und der dritte Vers, den ich euch zeigen möchte, der bringt genau das zum Ausdruck. Und das ist jetzt nur ein halber Vers, also eben war es zwei, jetzt ist es nur ein halber. 1. Petrus 4,3a. Da müsste man nur einen halben Vers lernen, weil da geht es mir nur um die Idee, die am Anfang transportiert wird. Und das ist so ein schönes Ding:
Denn die vergangene Zeit ist genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben.
Und dann, wie ihr seht, folgt eine ganze Aufzählung von typischen Sünden der Antike. Die vergangene Zeit, mein Leben ohne Gott, ist genug. Versteht ihr den Gedanken? Ich habe genug Blödsinn als Heide gemacht, ich brauche nicht noch mehr.
Die Buße von toten Werken, das ist ein ehrlicher Blick auf mein Leben. Ich schaue mir mein Leben an und denke mir: Ey, Schluss, so will ich nicht weiterleben. Ich will das nicht mehr. Ich will all die Sünden, die mein Leben geprägt haben, nicht mehr tun.
Das geht dann automatisch, wenn ich an der Stelle bin, also wenn ich begriffen habe, dass Gott mich einlädt als ein gnädiger Gott, und wenn ich begriffen habe, dass ich das, was ich hier getan habe, doch gar nicht mehr leben will, und wenn ich begriffen habe, dass Buße Umkehr zu Gott ist, dann wird automatisch aus einer Buße eine Bekehrung.
Also, zwei Dinge gehören bei einer Bekehrung ganz eng zusammen. Ich muss mich von meinen Sünden, meinem alten Leben, wegwenden, und dann muss ich mich Gott zuwenden. Das Wegwenden ist die Buße, und das Hinwenden zu Gott bei der Bekehrung, das ist unser zweites Thema, denn Thema zwei heißt der Glaube an Gott. Versteht ihr? Bekehrung ist weg von der Sünde hin zu Gott.

Vertrauen auf Gott und die Merkmale echten Glaubens

Zweites Grundthema: Glaube

So, schauen wir uns das zweite Thema an. Ich denke, das ist für euch auch noch relativ einfach: der Glaube an Gott.
Was ist Glaube? Na ja, Glauben lernt man schon in der Kinderstunde. Glauben ist festes Vertrauen. Ich bin sicher, dass ich mich auf Gott ganz verlassen kann, und ich lebe auch als einer, der sich ganz auf Gott verlässt.
Glauben steht im Zentrum der Errettung eines Menschen. Und zwar deshalb, weil Glaube nicht gerecht vor Gott macht. Und da gibt es einen Vers im Alten Testament, den man einfach kennen muss. Das ist der Vers im Alten Testament zum Thema, dass wir durch Glauben gerettet werden. Hat jemand eine Idee, welcher das sein könnte? Ja, steht wo? Nehmen wir 1. Mose 15, aber ihr wart schon dicht dran. Wenn man bis auf drei Kapitel rankommt, ist das schon gut.
Also 1. Mose 15,6 wäre der erste Vers, den ich euch einfach rate zu lernen, weil er zeigt, wie wichtig Glaube ist, wie Glaube zur Gerechtigkeit führt und demzufolge zur Rettung. 1. Mose 15,6: Und er, das ist Abraham, ich glaube, er heißt an der Stelle noch Abram, aber das ist egal, ich sage einfach mal Abraham, und er, Abraham, glaubte dem Herrn, und er, Gott, rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.
Ein ganz, ganz wichtiger Vers. Ihr findet ihn im Römerbrief wieder.
Also, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Das fragt unter anderem dieser Kerkermeister in Philippi. Antwort: Glaube an den Herrn Jesus. Und wer glaubt, der setzt wie Abraham sein Vertrauen auf Gott. In einer Situation, in der es eigentlich nichts zu glauben gibt. Hier geht es darum, dass Gott sagt: Ich werde eine große Nachkommenschaft geben. Schau dir mal die Sterne an. So viele Sterne, wie es am Himmel gibt, wirst du als Nachkommen haben. Und Abraham denkt sich: Na ja, eigentlich bin ich schon ganz schön alt. Aber er glaubt ihm trotzdem, gegen Hoffnung auf Hoffnung hin. Das ist das Spannende bei diesem abrahamitischen Glauben: Der geht wirklich tief.
Leider, und das haben wir jetzt leider schon öfter gesehen, gibt es in der Bibel Glauben und Glauben. Es gibt echten und falschen Glauben. Rettender Glaube ist mehr als eine kurze Begeisterung für Jesus, so ein Groupie-Glaube. Jesus geht wie eine Sternschnuppe, wie so ein Star am religiösen Himmel meines persönlichen Lebens. Ich bin für den Moment begeistert. Rettender Glaube ist mehr als eine kurze Begeisterung.
Rettender Glaube ist auch mehr als ein Wissen über Gott. Jakobus spricht davon, dass die Dämonen glauben und zittern. Wusstet ihr, dass die Dämonen glauben und zittern? Werden die Dämonen gerettet? Nein, werden sie nicht. Das heißt, die Dämonen wissen, dass es Gott gibt. Logisch, die sehen ihn. Du kannst einem Dämon nicht sagen, dass es Gott nicht gibt. Der sagt doch: Ich weiß, dass es ihn gibt. Aber das Wissen allein reicht nicht aus. Deswegen ist kein Dämon gläubig, nur weil er sagt: Ich weiß, dass es Gott gibt.
Also: Glaube muss mehr sein als Begeisterung. Glaube muss mehr sein als Wissen und so ein Lippenbekenntnis, dass man vielleicht irgendeine Glaubenswahrheit oder irgendein kirchliches Bekenntnis bejaht. Das macht alles noch keinen echten rettenden Glauben.
Echter rettender Glaube hat drei Kennzeichen, vielleicht auch mehr, aber drei sehe ich halt in der Bibel. Echter rettender Glaube geht zurück, erstens, auf eine persönliche Entscheidung. Das Glauben kann mir niemand abnehmen. Deswegen, wenn ich manchmal junge Leute höre, die aus einer christlichen Familie kommen und sagen: Ich habe immer schon geglaubt, dann verstehe ich, was sie sagen wollen. Aber theologisch ist das nicht ganz richtig, denn irgendwo machst du auch, wenn du einen christlich-familiären Hintergrund hast, irgendwann machst du es doch mal fest, spätestens dann, wenn du anfängst, über Taufe nachzudenken.
Rettender Glaube geht zurück auf eine persönliche Entscheidung. Und dann hat rettender Glaube den richtigen Inhalt. Und deswegen der zweite Bibelvers dazu: Apostelgeschichte 16,30b und 31. Den kennt ihr wahrscheinlich, der ist so bekannt, das ist so ein Kinderstunden-Bibelvers. Da müssten die Kinderstundenmitarbeiter aufspringen und sagen: Den kann ich schon.
 Apostelgeschichte 16,30 und 31: Ihr Herren, da fange ich an nach dem Doppelpunkt, Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus.
Glaube an den Herrn Jesus, nur der Glaube an Jesus rettet. Um das noch ein bisschen genauer zu sagen: Das ist nicht ein nebulöser, irgendwie „glaube an meinen persönlichen Patchwork-Jesus“, den ich mir so aus den Ersatzstücken, die ich irgendwo mal gelesen habe, aus einer Mischung aus Unwissenheit und Wunschdenken selber zusammengebastelt habe. Es geht immer darum, dass wir an die Person Jesus von Nazaret, genau so, wie er sich in der Bibel darstellt, glauben.
Und lasst uns an der Stelle vorsichtig sein. Gott versteht bei dem Thema Christologie, also bei der Lehre über Christus, überhaupt keinen Spaß. Da ist die Bibel knallhart. Wer in der Lehre des Christus weitergeht, also wer sie verfälscht, sagt 2. Johannes 9, der hat Gott nicht. Also wir können an der Stelle mit den Inhalten nicht einfach rumspielen, sondern wir müssen an das glauben, was ist.
Erster Punkt also: rettender Glaube, erstens, persönlicher Anfang. Wie gesagt, das heißt nicht, dass ich immer genau weiß, wann das war. Zweitens: der richtige Inhalt, Jesus. Und jetzt kommt ein dritter Punkt, der den rettenden Glauben ausmacht, und auch ein dritter Bibelvers, logischerweise. Und dieser dritte Bibelvers stammt aus dem Jakobusbrief.
Das Dritte, was zum rettenden Glauben dazugehört, ist ein Leben, das meinen Glauben unterstreicht. Also Glaube ist eben mehr als nur Wissen, mehr als nur etwas nachplappern können. Das ist etwas, was ich aufgenommen habe. Glaube bringt mich in die Beziehung zu Jesus, prägt mein Leben, prägt mein Denken, macht mich komplett neu.
 Jakobus 2,26: Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.
Also, da steht: echter rettender Glaube, Glaube, der lebt, ist ein Glaube, den man sieht. Das, was ich tue, zeigt, wer ich bin. Und wer sagt: Ich glaube, der muss tatsächlich so auch leben. Bitte immer mit der Einschränkung, dass wir nie perfekt sind. Dass wir immer in der Spannung leben, solange wir auf dieser Welt sind, dass wir im Fleisch sind, angefochten sind, dass wir immer aus Gnade herausleben und immer aus Vergebung. Das setze ich jetzt einfach mal voraus.
Und trotzdem gilt, was hier steht: Wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot. Wenn jemand sich hinstellt und einfach sagt: Ja, ich glaube, aber du siehst es nicht in seinem Leben, dann ist seine Behauptung wahrscheinlich falsch.

Die verschiedenen Arten von Waschungen und ihre Bedeutung

Drittes Grundthema: Die Lehre von den Taufen

Ein drittes Thema. Und jetzt habt ihr bei den ersten beiden Themen vielleicht gedacht: Die waren doch ganz einfach, das hätte ich auch noch gekonnt. Jetzt bin ich gespannt. Nehmen wir das nächste Thema. Das heißt in unserer Elberfelder Bibel, Thema drei: die Lehre von Waschungen. Schön, oder? Die Lehre von Waschungen.
Ich gebe zu, ich habe an der Stelle auch erst einmal gedacht: Sehr interessant. Das ist doch eigentlich eine Aufzählung von Grundlagenthemen des christlichen Glaubens, und Waschungen kennt man doch eher aus dem jüdischen Glauben. Ja, das stimmt. Das Gute ist, dass man das Wort „Waschungen“ auch anders übersetzen kann, vielleicht auch ein bisschen griffiger für uns.
Es gibt einen jüdischen Geschichtsschreiber, Josephus, und der hat dieses Wort, das hier für Waschungen steht, verwendet, um die Taufe von Johannes dem Täufer in seinem Buch über jüdische Geschichte zu beschreiben. Und deswegen würde ich Thema drei gerne umbenennen, damit es für uns klarer wird und damit es auch ein bisschen christlicher wird. Ich nenne es mal: die Lehre von den Taufen.
Erstens muss ich erklären, worum es beim Taufen geht. Das Wort Taufen meint eintauchen. Wenn ich ein Stück Brot nehme und es so richtig in Sauce tunke, ich weiß nicht, ob ihr das macht, bis es so ein bisschen quietscht, wenn man es reintunkt, wo du merkst, dass es so richtig satt, voll ist, das ist Taufen. Also wenn du dieses Stück Brot in die Sauce richtig reingedapscht hast, bis deine Finger auch schon voll Soße sind, dann hast du das Stück Brot getauft.
Taufen heißt, dass etwas von allen Seiten umhüllt ist, dass etwas eingetaucht wird, dass mich etwas von allen Seiten umgibt, eben wie bei Brot und Soße. Vielleicht auch, dass mich etwas ausfüllt. Das ist Taufen, die grundsätzliche Idee von Taufen. Eins werden mit etwas anderem.
Jetzt aber die Frage: Warum heißt es hier die Lehre von Taufen? Plural. Anscheinend ist hier mehr im Blick als nur die Taufe eines Gläubigen nach seiner Bekehrung. Ja, das ist so, denn wenn man ins Neue Testament schaut, dann finden wir mindestens vier verschiedene Taufen, und drei davon sind für uns als Gläubige noch relevant. Zählen wir sie gerade mal auf.
Erstens ist das die Taufe, die Johannes der Täufer gemacht hat. Zweitens das, was wir als normale christliche Taufe kennen. Drittens die Taufe mit dem Heiligen Geist. Und viertens die Taufe mit Feuer beziehungsweise Gericht, die Leidenstaufe. Vier unterschiedliche Taufen, die das Neue Testament kennt, und wie gesagt, drei davon sind für uns relevant. Ich gehe sie mal kurz durch.
Die Taufe des Johannes, nicht des Apostels Johannes, sondern Johannes des Täufers: Wozu war die da? Die Taufe des Johannes diente dazu, das Volk auf die Begegnung mit dem Messias vorzubereiten. Es war eine Bußtaufe mit Sündenbekenntnis. Die Leute haben sich hingestellt und gesagt: Das habe ich alles falsch gemacht. Sie haben sich taufen lassen, um zu zeigen: Jetzt will ich richtig mit Gott leben, jetzt möchte ich seinen Messias erwarten.
Mit dieser Taufe haben wir eigentlich nichts mehr zu tun, die ist vorbei. Die gehört in die Geschichte Israels. Interessanterweise werden in Apostelgeschichte 19,5 Johannesjünger nach ihrer Bekehrung getauft. Das sage ich euch nur aus einem Grund, weil ich manchmal gefragt werde: Jürgen, jetzt habe ich mich bekehrt, und soll ich mich jetzt noch mal taufen lassen? Ich bin schon als Kind getauft. Ich weiß nicht, vielleicht habt ihr die Frage mal gehört.
Und immer, wenn ich das höre, verweise ich auf Apostelgeschichte 19,5, denn die Taufe des Johannes ist eine Taufe im Hinblick nach vorne auf die Begegnung mit dem Messias. Und als dann die von Johannes Getauften tatsächlich das Evangelium verstehen, lassen sie sich noch einmal taufen. Denn das ist ja das, was der, an den sie dann gläubig geworden sind, der Herr Jesus, von ihnen haben will.
Ich habe den Eindruck, das ist sehr ähnlich zu dem, was manche Leute auch erleben, wenn sie als Kinder getauft werden. Denn auch diese Kindertaufe wird oft so verstanden als etwas, das sie vorbereiten soll, damit sie dann später mal Jesus finden. Die wenigsten von uns, die wir kennen, sagen: Mit dieser einen Kindertaufe bist du dann gleich im Himmel und musst auch nichts mehr machen. Das ist zwar durchaus evangelische Theologie, aber das glauben die wenigsten. Die meisten Eltern, die das machen, wollen damit zum Ausdruck bringen: Wir wünschen uns, dass unser Kind es leicht hat, mal Gott zu finden. Das ist ein ähnlicher Gedanke wie bei Johannes.
Deswegen rate ich jedem, der sagt: Ich bin als Kind schon mal getauft worden, einfach, sich noch einmal taufen zu lassen. Einfach so wie die Jünger hier auch. Die waren auch schon getauft. Aber als es dann dazu kommt, dass sie das Evangelium verstehen, dann lassen sie sich sofort noch einmal taufen. Warum? Weil Jesus gesagt hat: Lass dich taufen. Das ist so der erste Gehorsamsschritt, auf den sie sich einlassen.
Okay, kommen wir mal zu einem ersten Bibelvers hier zum Thema Taufen. Die erste Taufe, die für uns relevant ist, das ist die christliche Taufe. Und ich habe euch aus den vielen Stellen Apostelgeschichte 22,16 herausgesucht, weil es so schön auf den Punkt ist. Da heißt es: Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.
Schön, oder? Was zögerst du? Wenn du Christ bist, was zögerst du? Wer spricht hier zu wem? Ja, es ist nicht ganz so einfach. Es ist aus dem Zeugnis, das Paulus gibt. Es ist Hananias, der zu Paulus spricht, der sich kurz vorher in Damaskus bekehrt hat. Also dieser ganz einfache Hananias, der von Gott angesprochen wird: Geh mal zu Paulus. Und der dann sagt: Du weißt schon, wer das ist, ich weiß nicht, ob ich da hingehen möchte. Und Gott sagt: Geh mal dahin, das ist alles gut. Der kommt zu Paulus. Und dann sagt er das: Was zögerst du? Scheint war Paulus, was Taufe angeht, noch so ein bisschen.
Taufe hat etwas ganz Merkwürdiges. Wenn ich das mache, dann stelle ich mich öffentlich auf die Seite Jesu. Dann bekommt jeder mit, dass ich so ein Jesusfreak bin. Will ich das? Und dann sagt er das: Was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen, deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.
Ja, den Namen Jesu anrufen heißt, sich hinstellen und sagen: Herr, ich möchte mit dir leben. Bekenntnis für Jesus ablegen. Und das war, was Hananias hier tut, der Auftrag, mit dem Jesus die Jünger losgeschickt hatte: Geht hin, macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft.
Das ist die eine Taufe, von der ich hoffe, dass wir sie super verstanden haben und hoffentlich auch alle gemacht. Mit der Bekehrung geht im Allgemeinen eine zweite Taufe einher, nämlich die Taufe mit dem Heiligen Geist. Die Apostelgeschichte beschreibt diesen Prozess mit ganz unterschiedlichen Worten. Ich habe das irgendwann mal herausgesucht für mich, weil mich das fasziniert hat.
Der Begriff Taufe mit dem Heiligen Geist, da kann man auch dazu sagen: Der Heilige Geist kommt auf die Gläubigen, fällt auf die Gläubigen. Der Heilige Geist wird auf die Gläubigen ausgegossen, oder sie empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Und immer geht es dabei um dasselbe. Und deswegen habe ich euch einen zweiten Bibelvers mitgebracht aus dem ersten Korintherbrief. 1. Korinther 12,13. Da heißt es: Denn in einem oder mit oder durch einen Geist sind wir alle zu einem Leib getauft, es seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.
Das ist doch spannend. Also der Geist Gottes, sagt Paulus an anderer Stelle, ist das Siegel unserer Errettung. Der Geist steht in unserem Leben für Kraft, für Leitung, für Nähe zu Gott, für Begabung, für den Dienst, und er verbindet uns miteinander. Jeder hat den Heiligen Geist, er ist mit ihm getränkt. Denkt ihr noch mal an dieses Stück Brot in der Soße? So durchdringt und umgibt uns, die wir gläubig sind, der Heilige Geist.
Der Herr Jesus kann heute nicht bei uns sein, weil er im Himmel ist. Aber er schickt seinen Geist, der jeden von uns umgibt. Durch seinen Geist sind wir einerseits mit Gott verbunden und gleichzeitig miteinander verbunden. Deswegen ist es so wichtig, dass diese Taufe mit dem Heiligen Geist etwas ist, was wir auch verstehen, was neben die Taufe mit Wasser tritt.
Es gibt eine letzte Taufe, das ist die Taufe mit Leid. Jesus spricht davon in Markus 10,38. Er spricht von einer Taufe, mit der er noch getauft werden muss. Und er ergänzt dann in Lukas 12,50, dass er sich vor dieser Taufe fürchtet. Und das, was Jesus mit Taufe meint, das ist das Kreuz, eine Leidenstaufe, wenn er für uns am Kreuz die Taufe mit Feuer, das heißt mit Gericht, erduldet.
Und jetzt kommt es: Jesus erleidet diese Leidenstaufe, und er verheißt uns genau dasselbe. Vielleicht nicht genau dasselbe, aber er verheißt uns auch Leiden. Und jetzt schauen wir uns den dritten und letzten Bibelvers an, Markus 10,38-39. Das ist auch eine dieser süßen Geschichten. Ich glaube, es sind die Johannesjünger, die kommen und sagen: Herr, wir hätten da so einen kleinen Wunsch. So kurz vor dem Schlafengehen könnten wir nicht, wenn das neue Reich anbricht, rechts und links von dir sitzen? Also könnten wir nicht Nummer zwei und drei in deinem Reich sein?
So, und darauf antwortet der Herr Jesus dann: Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Und das ist der Leidenskelch. Oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde, das ist die Leidenstaufe. Sie aber sprachen zu ihm: Wir können es. Ich finde das immer wieder famos. Also für den Fall, dass ihr euch ab und zu in geistlichen Dingen mal überschätzt und denkt, das kriegen wir schon hin: Ja, das liegt irgendwie in der Natur von Jesu Jüngern, sich so ein bisschen zu überschätzen. Also hier auch: Wir können das.
Jesus geht nicht groß darauf ein, aber er sagt ihnen Folgendes: Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden. Und damit meint er nicht, ihr werdet mit der Wassertaufe getauft werden oder mit der Heiligen-Geist-Taufe, sondern es geht hier tatsächlich um die Leidenstaufe. Es geht darum: Ich habe gelitten, und ihr werdet auch leiden.
Oder Paulus wird später sagen, dass wir durch viel Drangsal in das Reich Gottes eingehen müssen. Das ist die Norm. Das, was wir hier in Deutschland erleben, ist die Ausnahme. Wir werden ein Stück ignoriert und können unser Ding drehen. Das ist die Ausnahme. Weltweit werden Millionen von Christen grausam unterdrückt und verfolgt. Das ist die Realität.
So, jetzt haben wir das komplette Paket Lehren von Taufen vor uns, die wir jungen Christen beibringen müssen. Wir müssen ihnen erstens etwas sagen über die Notwendigkeit und die Bedeutung der Wassertaufe. Ganz einfach. Dann müssen wir mit ihnen über das Vorrecht reden, dass der Heilige Geist in ihnen wohnt, beziehungsweise was das so an Chancen und Risiken mit sich bringt. Und schlussendlich müssen wir sie vorbereiten darauf, dass Leid ein ganz normaler Bestandteil geistlichen Lebens ist. Wenn der Christus gelitten hat, dann auch die, die ihm nachfolgen werden.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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