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Werke in Gott gewirkt

Jesu Leben und Lehre, Teil 97/691
10.01.2022Johannes 3,20-21
SERIE - Teil 97 / 691Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode siebenundneunzig: Werke in Gott gewirkt.

Zwei Arten der Reaktion auf Gottes Licht

Gestern habe ich gesagt, dass man auf zwei Arten auf das Evangelium von Jesus, dem Retter, reagieren kann. Jede Begegnung mit dem Licht zwingt uns zu einer Entscheidung. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, in welcher Form Gott in unser Leben hineinscheint.

Dieses Scheinen kann in Form einer Begegnung mit dem Evangelium geschehen. Es kann aber auch ein ehrfurchtgebietender Sonnenuntergang sein oder ein kurzer Gewissensbiss. Immer kann ich auf Gottes Licht auf die eine oder andere Weise reagieren.

Meine Reaktion auf das Licht sagt viel über mich aus und zeigt, wer ich wirklich bin. Hören wir dazu Johannes 3,20-21:

Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind.

Die Unterscheidung zweier Menschentypen vor der Bekehrung

Es werden hier zwei Typen von Menschen beschrieben, und zwar vor ihrer Bekehrung. Es geht um die Frage, wer zum Licht, also zu Jesus, kommt und wer nicht. Was unterscheidet diejenigen, die gläubig werden, von denen, die es nicht werden?

Es gibt den, der Arges tut, und den, der die Wahrheit tut. Gehen wir einfach einmal davon aus, dass diese Beschreibung eine Veranschaulichung ist. Auch der, der die Wahrheit tut, tut manchmal Arges, und der, der Arges tut, tut auch manchmal die Wahrheit. In Wirklichkeit sind Menschen nämlich nicht schwarz-weiß.

Dennoch scheint es Menschen zu geben, die das Gute schätzen und das Gute tun wollen – und es dann auch tun. Andererseits gibt es Menschen, die tendenziell eher genau andersherum ticken.

Es gibt Menschen, die hassen das Licht und wollen mit dem Licht, also mit Jesus, nichts zu tun haben. Ganz einfach, weil sie nicht schlecht dastehen wollen. Ihre größte Angst ist nicht, verloren zu gehen, sondern dass jemand hinter die Fassade ihrer Selbstgerechtigkeit blicken könnte.

Sie tun das Arge, das Böse, weil sie es tun wollen. Vielleicht wollen sie nicht, dass jeder es mitbekommt – mindestens nicht an den Stellen, wo das, was sie tun, gesellschaftlich geächtet ist. Aber sie wollen sich auch nicht ändern. Und wehe, jemand wagt es, sie bloßzustellen. Das darf dann nicht einmal Gott.

Die Haltung derer, die das Licht hassen

Solchen Menschen fehlt die Liebe zum Licht. Sie wollen sich nicht ändern und sind mit sich zufrieden.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Menschen, von denen wir hier sprechen, sind nicht unbedingt narzisstische Egomanen oder serielle Psychopathen. Ich glaube, dass man diesen Hass auf das Licht gut tarnen kann.

Solche Menschen können sich aufopfernd um ihre Familien kümmern und sozial engagiert sein. Man darf sie nur nicht kritisieren, ihre Motive in Frage stellen oder mit ihnen darüber sprechen, dass Gott sich von ihnen Veränderung wünscht.

Wenn man das tut, wird man schnell merken, was in ihrem Herzen wirklich vor sich geht. Das sind die, die das Arge tun und das Licht hassen.

Die Menschen mit einer Liebe zur Wahrheit

Aber es gibt auch die Guten. Sie sind noch nicht gerettet, weil sie Gutes tun. Dennoch steckt in ihnen eine tief sitzende Liebe zur Wahrheit.

Wer sich jetzt die grundlegende Frage stellt, ob auch ungläubige Menschen Gutes tun können, erhält die Antwort: Ja, das können sie.

Einerseits muss ich über den Menschen sagen, dass er böse ist, so wie es in 1. Mose 8,21 heißt: „Das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.“ Wir müssen uns definitiv nicht anstrengen, das Böse zu denken, und wir verhalten uns von klein auf definitiv nicht nur nett.

Und doch kann selbst der, der böse ist, Gutes tun. In Lukas 11,13 lesen wir: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr ...“ Ich kann objektiv böse sein, ein Sünder, und doch meinen Kindern gute Gaben geben, also Gutes tun.

Und wenn ich Johannes richtig verstehe, dann gibt es Menschen, die eine innere Sehnsucht danach haben, sich richtig zu verhalten.

Persönliche Erfahrungen mit der Sehnsucht nach Wahrheit

Ich hoffe, dass mir bei dieser Auslegung meine eigene Biografie nicht in die Quere kommt. Das passiert ja leicht. Aber solange ich mich zurückerinnern kann, hatte ich persönlich eine tiefe Sehnsucht danach, das Richtige zu tun.

Für mich war die Begegnung mit Jesus der Abschluss einer Suche, nämlich der Suche nach Erleuchtung. Nicht, dass ich das damals so formuliert hätte. Im Hebräerbrief wird der Moment der Bekehrung als ein Moment der Erleuchtung bezeichnet. Ich finde, der Begriff passt gut zu meiner Geschichte.

Meine ganze Jugend hindurch haben mich religiöse und philosophische Themen fasziniert. Solange ich denken kann, hatte ich eine Abneigung gegen das offensichtlich Böse. Ich war alles andere als sündlos. Aber in mir war immer eine Sehnsucht danach, das Richtige zu tun.

So ist meine Bekehrungsgeschichte eine gute Illustration für Vers 21.

Die Bedeutung des Lichtes für den, der die Wahrheit liebt

 Johannes 3,21: Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in oder durch Gott gewirkt sind.

Wer die Wahrheit tut – also nicht vollständig, nicht umfassend und nicht in allen Bereichen, aber soweit er es erfassen kann – der kommt zu dem Licht. Johannes schreibt hier im Blick auf die Begegnung mit Jesus.

Wer in sich eine Liebe zur Wahrheit trägt, liebt auch das Licht. Wer das Gute aus Überzeugung tut, hat kein Problem mit einem Messias, der Glauben verlangt und Nachfolger sucht, die an ihrer Liebe erkannt werden sollen. Ganz im Gegenteil.

Für mich war die Begegnung mit Jesus eine Befreiung, weil ich endlich den gefunden hatte, der nicht nur meine Sehnsucht nach Gutsein verstand, sondern der mir auch helfen wollte und helfen konnte, Sünde in meinem Leben zu entdecken und zu überwinden.

Freude und Angst im Umgang mit Licht und Wahrheit

Und so wie der Bösewicht große Angst hat, dass seine bösen Werke bloßgestellt werden und er in aller Augen als Bösewicht dasteht, so ist es die Freude eines Menschen, der die Wahrheit liebt und lebt, wenn man seine guten Werke sieht.

Dabei geht es ihm jedoch nicht darum, groß herauszukommen. Derjenige, der das Gute tut, ist kein Angeber. Er möchte, dass alle den Gott sehen, durch den er seine guten Werke getan hat.

Gottes Wirken hinter guten Werken vor der Bekehrung

Hier stellt sich für mich die Frage: Johannes schreibt doch über die Zeit vor der Bekehrung. Wie kann es sein, dass die guten Werke eines Menschen durch Gott gewirkt werden, wenn derjenige noch gar nicht gläubig ist?

Hier gilt es, eine wichtige Sache zu verstehen. Der Teufel hat kein Interesse daran, dass irgendetwas Gutes in dieser Welt geschieht. Gott hingegen schon! Deshalb können wir mit Recht sagen, dass hinter jeder wirklich guten Tat Gott steckt.

Er schenkt die Einsicht, die Ideen und das Gelingen. Auf diesem Planeten gibt es keine Suppenküche, kein Frauenhaus und kein Krisentelefon, das letztlich nicht ein Wirken Gottes darstellt. Er ist der Gute, und alles Gute, was diese Welt zu bieten hat, kommt von ihm.

Die Bedeutung der Bekehrung für das Offenbaren Gottes

Und wenn Menschen sich bekehren, weil in ihnen eine Sehnsucht nach Licht, eine Liebe zur Wahrheit und zum Guten lebt, dann geht es ihnen nicht nur darum, gerettet zu werden. Mit der Bekehrung offenbaren sie auch den Gott, der immer schon hinter allem stand, was ihnen richtig und wichtig erschien.

Lies in Ruhe Jakobus 1,16-17 und denke noch ein wenig darüber nach.

Das war es für heute. Morgen Abend findet um 19:15 Uhr wieder eine Online-Bibelstunde statt. Den Link dazu findest du auf meinem YouTube-Kanal. Wir starten mit dem ersten Johannesbrief.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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