Event•Teil 23 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2025
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Eindrücke vom urbanen Leben und erste Gedanken zum Glauben am Arbeitsplatz
Wenn ich durch Stuttgart gehe – ich komme ja vom Land, aus dem Westerwald, einem kleinen Dorf mit mehr Kühen als Einwohnern – habe ich in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass die Stadt zur Hälfte nur noch aus Tattoo-Shops und zur anderen Hälfte aus Barbershops besteht. Früher hießen diese Friseursalons oder irgendwie so.
Es ist ja sehr angesagt, sich einen Bart stehen zu lassen und diesen auch zu trimmen. In einem dieser Barbershops war es so: „Light at Work, Be the Change“. Ein junger Friseur, der zum Glauben gekommen ist, hat sich vorgenommen, am Arbeitsplatz Licht zu sein, das Evangelium weiterzusagen und auch den Kunden etwas davon zu erzählen, was Jesus in seinem Leben getan hat.
Als er mit dem Haarschnitt fertig ist und den Kunden im Stuhl zurücklehnt, greift er zum Rasiermesser, setzt es ihm an die Kehle und fragt: „Sind Sie bereit, Ihrem Gott zu begegnen?“ Wir kennen die Reaktion des Kunden nicht, außer dass er fluchtartig den Laden verlassen hat.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es richtig ist, in jeder Situation, in der wir uns befinden, vom Glauben zu erzählen. Aber es ist mehr als nur guter Wille, einfach drauflos zu reden und vielleicht Leute auch abzuschrecken. Dazu haben wir heute schon viele starke Vorträge gehört, die erklären, was es bedeutet, glaubwürdig zu leben, um das Evangelium predigen zu können – eben nicht nur mit Worten, die vielleicht auch zu viel sein können, sondern auch durch die Art, wie wir leben.
Zu unserem Leben gehört auch die Arbeit dazu.
Die Arbeit als göttliches Geschenk und Auftrag
Ich bin jetzt, wie gesagt, auch schon 30 Jahre berufstätig in verschiedenen Situationen. Das Erste, was wir uns klar machen müssen, ist: Gott ist der Erfinder der Arbeit. Viele haben den Eindruck – das ist natürlich eine Binsenweisheit –, wenn wir die Bibel lesen, dass die Mühe der Arbeit anscheinend eine Strafe sei. Nein, das ist sie nicht.
Zwei Dinge durften wir aus dem Paradies mitnehmen, abgesehen davon, dass Adam seine Eva mitgenommen hat. Das eine ist die Ehe, die uns von Gott vor dem Sündenfall geschenkt wurde. Das andere ist die Arbeit. Gott sagte, er setzte den Menschen in den Garten, um ihn zu bebauen und zu bewahren.
Gott hat uns die Arbeit als einen Segen geschenkt und nicht als eine Last oder Strafe. Erst als der Mensch in Sünde fiel, kamen die Dornen und Disteln, die Mühe und der Schweiß auf dem Angesicht, sowie die Geburtsschmerzen – all das, was damit verbunden war, was wir vermasselt hatten.
Nein, die Arbeit ist ein Geschenk von Gott, weil er uns etwas Gutes tun wollte. Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.
Das Gleiche wird dann im Neuen Testament aufgegriffen. Dort heißt es: „Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch, wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ Es wird also deutlich, dass im Alten Testament klar wird, dass Arbeit von Gott kommt. Das Neue Testament unterstreicht, dass wir durch die Art, wie wir mit der Arbeit umgehen und wie wir auf die Arbeit schauen, die Chance haben, als Christen glaubwürdig zu leben – oder uns eben unglaubwürdig machen.
Eine gute Freundin von mir sagt häufig: „Gerald, du hast die Chance, mit deinem Leben die Botschaft des Evangeliums zu unterstreichen oder auch durchzustreichen. Du willst Zeuge sein? Du möchtest Leuten von Jesus und dem Evangelium erzählen? Dann lebe so, dass du die Botschaft unterstreichst und nicht mit deinem Leben das, was du sagst, gleich wieder ausradierst, indem du es durchstreichst.“
Und Leute sagen: „Ja, so will ich als Christ leben.“ Also greift das Neue Testament das auch auf.
Wie sieht Gott die Arbeit? Er sieht sie nicht nur als Mittel zum Zweck.
Arbeit als Anbetung und Dienst am Herrn
Ja, wir müssen ein bisschen weiter ausholen: Light at Work.
Wir haben einen Auftrag, und Gott möchte, dass das Licht des Evangeliums sich bei der Arbeit entfaltet. Wie sieht Gott Arbeit? Interessanterweise misst Gott der Arbeit nicht nur die Bedeutung bei, dass man seinen Lebensunterhalt verdient. Viele sprechen davon, Arbeit sei Selbstverwirklichung: Ich lege mein Wesen hinein, ich kann mich dabei entfalten. Das ist richtig, aber Gott geht noch einen Schritt weiter.
Er sagt, Arbeit ist so viel mehr. Sie birgt in sich die Chance, Anbetung zu sein. In Kolosser 3,23-24 schreibt Paulus: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet, denn ihr dient dem Herrn Christus.“
Was auch immer ihr tut, wenn wir uns dabei klar machen, dass wir in erster Linie nicht uns selbst dienen, verändert das die Perspektive. Arbeit ist nicht immer Selbstverwirklichung. Arbeit ist nicht immer: „Das muss mir guttun.“ Manchmal denkt man, arbeite jeden Tag, als ob es der letzte Tag deines Lebens wäre, und presse alles heraus, was dir guttut. Aber das ist nicht der alleinige Sinn.
Arbeit ist auch nicht in erster Linie Lebensunterhalt. Vielmehr sagt Gott: Ihr dient Christus. Das ist unser größter Auftrag. Er ist unser eigentlicher Arbeitgeber, der uns die Arbeit gibt, weil er uns segnen will.
Ich glaube, es ist ein großes Leid, wenn ein Mensch keine Arbeit findet. Das ist eine schwere Not. Gott will uns mit der Arbeit beschenken. Und wir dürfen in erster Linie Christus dienen bei unserer Arbeit.
Jesus als Vorbild für Arbeit und Dienst
Und Gott selbst wird uns darin zum Vorbild. Man stelle sich vor: Der ewige, herrliche, heilige Gott, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, bei dem keine Veränderung oder Wechsel stattfindet, der Schöpfer des Himmels und der Erde.
Wir haben es eben gehört, von Benny: Er wird Mensch. Weihnachten haben wir gerade erst gefeiert. Er entscheidet sich, in diese Welt zu kommen. Ja, da hätte ich doch eine Villa genommen – mit Swimmingpool, Whirlpool, Sauna, Dampfbad, Zugang zum Meer, Dienerschaft. Das wäre mein Platz gewesen.
Nein, Gott sagt: Ich gehe in eine arme Familie hinein. Ich lasse mich von Maria zur Welt bringen. Joseph ist Bauhandwerker, Zimmermann, Schreiner – alles in einer Person. Und da wird Jesus geboren. Gott selbst wird Handwerker.
Es sind Handwerker unter uns. Hier mal die Hände hoch! Ich sehe Metallbauer, ich sehe Schreiner, ich sehe Anlagenmechaniker. Wen sehe ich noch? Industriemechaniker, Elektroniker. Was hatten wir noch? Wo sind die Gottgleichen? Landmaschinen – perfekt, danke schön. Oder ich hätte einen schönen Platz für dich im Tschad, aber komm später mal auf mich zu.
Sorry, ich kann nicht anders. Ja, Gott selbst wird Handwerker. Meine Güte, der schafft! Jesus muss Hände gehabt haben wie ein Baseballspieler oder was weiß ich. Ja, richtig stabil gebaut, nicht so ein dünner Hänfling, wie er manchmal in der Kunst dargestellt wird. Der Mann war Bauhandwerker. Das ist unser Gott.
Und er geht so weit – Philippa 2, perfekt – das war nicht abgesprochen. Wo ist denn der Benni? Da bist du. Das war nicht abgesprochen. Gott selbst entscheidet sich, Knecht zu werden und den untersten Platz einzunehmen. Johannes 13: Er wäscht die Füße seiner Jünger. Die sind staubig, sie stinken. Jesus ist unser Vorbild in Arbeit und in einer dienenden Haltung, wie ein Knecht.
Von Jesus lernen heißt, von ihm lernen.
Die Verbindung zu Jesus als Quelle der Fruchtbarkeit am Arbeitsplatz
Und jetzt könnten wir uns anstrengen. Ich habe das heute Morgen bei Nicola Vollkommer gehört. Hört euch diesen Vortrag an, er ist genial, wirklich mega genial. Es geht um das Fruchtbringen, einfach aus der Verbindung mit Jesus heraus.
Ich kann es nicht besser ausdrücken als Nicola heute Morgen: Wir können uns anstrengen und sagen: „Ja, ich will mehr sein wie Jesus. What would Jesus do?“ Ich muss mich da richtig anstrengen. Jesus sagt: Sorge dafür, dass du zum Beispiel mit Blick auf deinen Arbeitsplatz „light at work“ bist – sei die Veränderung.
Du musst zuallererst aus der Verbindung mit mir heraus wirksam sein. Wenn du Frucht bringen willst in deinem Leben, dann ist das Entscheidende: Bleibe am Weinstock. Ohne mich könnt ihr nichts tun. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wenn ihr mit mir in Verbindung bleibt, dann wird dieses Leben durch euch fließen und Frucht hervorbringen.
Das ist der erste und entscheidende Schritt, wenn es darum geht, „light at work“ zu sein, also ein Licht am Arbeitsplatz aus der engen Verbindung mit Jesus heraus zu leben.
Das Zweite ist, und das kann ich für mich bestätigen, dass es ein Wunsch ist, der nur sehr schwer umzusetzen ist: Ich würde gerne mehr lieben. Ganz ehrlich, ich würde gerne mehr lieben. Ich hätte gerne mehr Liebe für die Menschen um mich herum, und das fällt mir unheimlich schwer.
Man sagt dann: Wie kann ich den anderen lieben? Entweder kenne ich ihn nicht, da bleibt eine Distanz, oder ich ärgere mich über ihn. Oder ich bin so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich erst einmal immer nur an mich denke. Wo soll denn diese Liebe herkommen?
Jesus hat gesagt, dass Ströme lebendigen Wassers fließen werden aus dem, der mit Jesus in Verbindung steht. Das heißt, du musst dich erst einmal füllen lassen mit seiner Liebe.
„Light at work“ – wenn du an deinem Arbeitsplatz einen Unterschied machen willst im Vergleich zu Menschen, die Jesus nicht kennen und nicht haben, dann musst du zuerst gefüllt werden. Da muss der Heilige Geist in dir wohnen. Da muss Jesus selbst mit seiner Liebe dein Herz erfüllen, damit du andere Menschen anschauen kannst mit Augen der Liebe.
Statt Distanz, Gleichgültigkeit, Herunterschauen auf andere, um sich selbst besser zu fühlen, oder sich zu ärgern über andere, schaue die anderen an und sage: „Jesus, schenke mir ein Herz und Augen der Liebe für den Arbeitskollegen, für die Arbeitskollegin, die mir zum Teil so viel Not macht, für den Chef, der mich... Ich weiß eigentlich, dass er die falsche Entscheidung trifft, ich wüsste es besser, und trotzdem macht er so, wie er denkt. Schenke mir Liebe für die Menschen.“
Sich zu füllen heißt auch, mit seinem Wort gefüllt zu sein. Wir können am Arbeitsplatz „light at work“ keinen Unterschied machen, wenn wir nicht zuvor hingehen und uns mit seinem Wort füllen.
„Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Wenn ich die Bibel zugeklappt lasse und nicht aus der Verbindung mit Jesus heraus lebe und denke: „Ja, ich habe ja ungefähr die Prinzipien des Christenlebens verstanden, ich halte mich von der Sünde fern, ich weiß ein paar Sachen, was zum Alltagsleben eines Christen gehört,“ dann ist das Oberfläche, das ist Fassade.
Schlag die Bibel auf, füll dich mit Gottes Wort, und wenn das Herz voll ist mit Begeisterung über diese Person, Jesus Christus, dann geht das über. Die Timne hat es erlebt wie ein Neuanfang mit Jesus, mit Begeisterung über eine Person.
Zeugnis am Arbeitsplatz als Botschafter einer lebendigen Person
Wir sind am Arbeitsplatz nicht als Vertreter einer Religion unterwegs. Es geht nicht darum zu sagen: „Du hast deine Religion, heute ist ja alles möglich – Buddhist, Hindu, Muslim, Atheist, Esoteriker, alles dabei – und ich habe halt meine Religion.“
Vielmehr sind wir Botschafter einer Person: Jesus Christus. Er hat unser Leben neu gemacht, uns Frieden mit Gott geschenkt – obwohl Gott uns eigentlich für unsere Sünden bestrafen müsste. Stattdessen hat er uns nur Gnade, Liebe und Barmherzigkeit entgegengebracht. Diese Begeisterung für Jesus dürfen wir auch am Arbeitsplatz zeigen.
Dabei geht es nicht darum, Verteidiger oder Anwälte zu sein, die sagen: „Oh, da wird der Glaube angegriffen, ich habe mich auf der Arbeit zu Jesus bekannt!“ und dann reagieren die Kollegen vielleicht mit Ärger, schlagen verbal zu oder zeigen unterschwellig, wie dumm sie das finden. Sie sagen, das sei wissenschaftlich widerlegt und dass andere Religionen auch ihre Wahrheit hätten – und so weiter.
Früher habe ich oft so reagiert, und heute manchmal noch: Ich werde zum Verteidiger von Jesus. Ich lese viele kluge Bücher. Als ich neu zum Glauben kam, war ich Student und habe Unmengen an Büchern über Evolution gelesen. Dann wurde mir klar: Ich kann die Bibel ernst nehmen, auch die ersten drei Seiten, und die sind wissenschaftlich haltbar und gut belegt.
Dann argumentiere ich, argumentiere weiter, finde immer bessere Argumente und gewinne vielleicht die Diskussion. Aber darum geht es nicht. Wir wollen nicht Diskussionen gewinnen, sondern Seelen gewinnen.
Dazu gehört, dass ich nicht der Anwalt von Jesus bin. Jesus ist der Herr aller Herren, der König der Könige, der Löwe von Juda. Er kann sich selbst verteidigen. Er braucht uns nicht, er braucht mich nicht, er braucht euch nicht. Er ist der Löwe von Juda, der Sieger, der Überwinder.
Ich darf Zeuge sein, auch am Arbeitsplatz. „Light at work“ bedeutet, meinen Kollegen und dem Umfeld, in dem ich tätig bin, davon zu erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe. Es geht nicht darum, den Glauben zu verteidigen – das kann mal vorkommen und ist in Diskussionen mit Mitstudenten auch in Ordnung, sogar nächtelange Debatten sind möglich. Aber im Grunde sind wir einfach seine Zeugen, Botschafter seiner Liebe.
Jesus ist wie ein König, der uns als seine Botschafter an unseren Arbeitsplatz geschickt hat, damit wir Zeugen sein dürfen und erzählen, was wir mit ihm erlebt haben.
Authentizität und Schwäche als Teil des christlichen Zeugnisses
Und dazu gehört zum Beispiel, dass ich nicht versuche, dem Kollegen zu zeigen, wie perfekt ich bin, wie heilig ich bin oder wie ich mein Leben im Griff habe. Ich sollte nicht den Eindruck erwecken, dass mich nichts mehr umwerfen kann und ich von Licht der Höhe zu Licht der Höhe schreite.
Ich habe in meinem Buch gelesen: Nachfolge ist ein Schreiten auf taubenetzten Morgenwiesen in der Morgensonne, von Höhe zu Höhe. Das sei das Glaubensleben. Doch ich habe gedacht: Nein, das ist es nicht, das ist es nicht. Ich habe mein Leben in der Nachfolge von Jesus so nicht erlebt.
Da gehört Trauer dazu, da gehört Schmerz dazu, da gehört eigenes Versagen dazu. Wenn der Kollege den Eindruck hat, ich spiele den Perfekten, wirkt das so unglaubwürdig. Auch den Kollegen gegenüber sollte man authentisch sein und sagen: Ich habe auch meine Nöte, ich habe meine Begrenzungen, ich mache Fehler.
Als Christ sollte man in der Lage sein, sich für Fehler zu entschuldigen und zu sagen: Ich habe da Mist gemacht, entschuldige bitte. Ich habe eine Schramme am Dienstauto verursacht, tut mir leid. Ich habe beim Zurücksetzen den Zaun vom Werksgelände umgefahren, tut mir leid.
Ich selbst habe im Dezember mein Diensthandy kaputt gemacht. Dann muss man hingehen und sagen: Hey, tut mir leid, ich habe es kaputt gemacht, entschuldige bitte.
Zu seinen Fehlern zu stehen bedeutet auch zu sagen: Ja, ich habe Schmerz, Trauer, Niedergeschlagenheit. Ich ringe mit meinen Begrenztheiten. Aber in meinem Versagen habe ich jemanden, zu dem ich hingehen kann und sagen kann: Herr Jesus, es tut mir leid, vergib mir, dass ich gesündigt habe. Hilf mir in meinem Schmerz, hilf mir in meiner Trauer.
Und dann schenkt er die Kraft, wieder aufzustehen, weiterzugehen und aus der Vergebung zu leben. Diesen Jesus kenne ich und liebe ich. Ihm gehört mein Leben.
Wen hast du, wenn es dir schlecht geht? Wenn Freunde dich verlassen, wenn der Arbeitsplatz bedroht ist, wenn die Konjunktur nachlässt? Wen hast du, der dir hilft in der Trauer um einen geliebten Menschen oder um eine zerbrochene Beziehung?
Wen hast du? Lass dich einladen, diesen Jesus kennenzulernen. Und das darf auch am Arbeitsplatz geschehen.
Erweiterung des Arbeitsplatzbegriffs und Einladung zur Zeugnistätigkeit
Und wenn ich hier „Arbeitsplatz“ sage, dann meine ich, dass ihr alle Bankmitarbeiter für Jesus werdet. Ich möchte den Begriff erweitern und sagen: Die Küchenbank.
Wenn jemand nicht in einem Betrieb arbeitet, sondern als Hausfrau und Mutter zu Hause ist, vielleicht als Teil einer Gemeinde, und du lädst Leute auf deine Küchenbank ein für Gespräche, für Seelsorge, für Fürbitte und Gemeinschaft – dann ist das ein Arbeitsplatz.
Wenn du auf der Schulbank sitzt, kann das dein Arbeitsplatz sein. Auch wenn du auf der Bank vor der Unibibliothek oder vor der Mensa sitzt, darfst du dort Zeuge sein. An der Werkbank in deinem Betrieb darfst du Zeuge sein. In der Datenbank, in der Volksbank – wenn du Banker bist, sei in der Volksbank Zeuge!
Es gibt so viele Banksituationen, dass ich sage: Seid bitte alle Bankmitarbeiter, um Jesus die Ehre zu geben. Vielleicht eure Gartenbank, wenn ihr Nachbarn zum Gespräch einladet. Vielleicht die Parkbank, wenn ihr unterwegs seid und Leute trefft, und euch zu jemandem hinsetzt, der bekümmert aussieht.
Bitte seid alle Bankmitarbeiter, wenn es darum geht: light at work, be the change.
Praktische Schritte zu einem glaubwürdigen Zeugnis am Arbeitsplatz
Es wäre nicht hilfreich, zu sagen: Ja, das klingt alles nett, aber es ist mir zu theoretisch. Wie kann das denn konkret geschehen? Light at work, be the change – wie kann ich Licht am Arbeitsplatz sein?
Das Erste, wozu uns auch das Wort Gottes aufruft, ist Integrität, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Ich beziehe mich dabei auf Epheser 4,25: „Legt die Lüge ab, redet Wahrheit miteinander, denn ihr seid Glieder eines Leibes.“ Das bedeutet, dass wir anderen nichts vormachen, nichts vorspielen und nicht heucheln, sondern ehrlich sind.
Integrität, Ehrlichkeit am Arbeitsplatz und Zuverlässigkeit sind eigentlich die grundlegenden Standards. Ich würde sagen, das erwarte ich von jedem, der Jesus nachfolgt – eigentlich von jedem Menschen, der einen Arbeitsplatz annimmt. Man soll treu sein in seiner Arbeit und nicht stehlen.
Als Soldat zum Beispiel hat mir die Bundeswehr in der Wäscherei eine Jacke zerrissen. Ich musste sie bezahlen, und das hat mich sehr geärgert. Damals war ich noch kein Christ. Ab dem Moment habe ich geklaut, was nur ging – ganz ehrlich. Ich habe versucht, mich schadlos zu halten am Gut der Bundeswehr. Ich habe Handtücher, Schuhputzzeug, Decken – alles Mögliche mitgehen lassen.
Das kann passieren. Dann kam ich zum Glauben. Der Heilige Geist sprach mit mir und sagte: „Gerald, guck mal in deinen Kleiderschrank.“ Ich antwortete: „Ja, kenne ich, T-Shirts, Laufklamotten.“ Er sagte: „Nee, tiefer unten, da ist was in Oliv.“ Oh, Mist! Also bin ich hingegangen und habe gesagt: „Ich habe gestohlen, es tut mir leid, ich möchte die Sachen zurückgeben. Mein Leben gehört Jesus.“ Sie sagten: „Nee, die haben wir doch nur vergessen abzugeben.“ Nein, sagte ich, „ich habe sie bestohlen, ich habe sie bewusst genommen.“
Mein Leben gehört Jesus, und ich gebe es zurück. Integer sein, zuverlässig und treu in dem, was wir tun – das ist wichtig.
Dienen statt dominieren – tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient. Das steht in Philipper 2,3-4.
Das bedeutet eine dienende Haltung. Vielleicht rückt der andere dadurch ins Rampenlicht, und ich trete in die zweite Reihe. Es ist okay, wenn andere vorne stehen. Es geht nicht darum, Platz zu fordern, Ellenbogen rauszuholen und zu sagen: „Ich gehöre ins Rampenlicht, ich will das Lob.“ Stattdessen darf ich sagen: „Mein Ich darf auch mal im Hintergrund bleiben. Vielleicht kommen andere besser zur Geltung, wenn ich selbstlos diene.“
Manchmal bedeutet das auch, unbeliebte Aufgaben zu übernehmen. Ich schaue auf der Arbeit, welche Tätigkeiten niemand machen will. Dann könnte ich sagen: „Ich übernehme das.“ Vielleicht einen besonders stinkigen, dreckigen oder unangenehmen Job – oder zu einer Uhrzeit oder am Wochenende, zu der niemand Lust hat.
Dann sage ich: „Jesus in mir gibt mir die Kraft, solche Arbeit zu tun.“ Oder ich übernehme einen Dienst, den niemand sieht, der so verborgen ist, dass ich nicht einmal Lob dafür bekomme. Eigentlich kein Lob, sondern dass es nicht einmal jemand mitbekommt, dass ich es überhaupt gemacht habe.
Allein Gott, der im Verborgenen sieht, kann zum Dienen mit dazugehören.
Geduld, Freundlichkeit und Friedensstiftung als Frucht des Geistes
Geduld und Freundlichkeit
Galater 5,22: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Langmut, Sanftmut, Freundlichkeit.
Galater 5,22: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Langmut, Sanftmut, Freundlichkeit.
Wenn ich im Betrieb nicht nur zu denen nett bin, von denen ich mir einen Vorteil verspreche – vielleicht zu der Frau, die demnächst die neu zu besetzenden höheren Positionen im Blick hat und von der ich hoffe, dass sie mich bei einer Beförderung berücksichtigt, oder zu meinem Chef –, sondern generell freundlich bleibe, verändert das die Situation.
Wir hatten das Thema Augendienerei bereits: Die Vorstellung, dass ich durch besonders gute Leistungen und ein bisschen Kriechen vorankomme, ist nicht der richtige Weg. Vielleicht braucht der Wachmann am Tor ein freundliches Wort, die Putzfrau oder jemand anderes im Umfeld. Es ist wichtig, einfach freundlich und geduldig zu reagieren, auch in Stresssituationen.
Christus darf in mir den Wunsch kanalisieren, zu kämpfen – nicht um mich durchzusetzen oder aufzusteigen, sondern um zu sagen: „Jesus, du sorgst dafür, dass ich zu meinem Recht komme. Ich muss nicht selbst kämpfen.“ So darf ich freundlich und geduldig reagieren, auch in schwierigen Momenten.
Ich darf Friedensstifter sein am Arbeitsplatz und dazu beitragen, dass es eine gute Atmosphäre gibt.
Bereitschaft und Mut zum Zeugnis am Arbeitsplatz
Was ich jetzt ganz, ganz wichtig finde: Be the light – nein, „Light at Work“, so heißt es – be the change, Bereitschaft und Gehorsam. Petrus sagt, wir sollen allezeit bereit sein, von unserer Hoffnung Zeugnis abzulegen. Wenn wir so leben, dass Menschen sagen: „Mit dem ist etwas anders.“
Jakobus spricht vom Umgang mit der Zunge. Auf der Arbeit wird gelästert – über den Chef, über die Kollegen. Kaum ist die Kollegin aus dem Zimmer, heißt es: „Hast du gesehen, was die Anne hatte? Die Frisur, die Ohrringe – nichts passt farblich zusammen. Und sie hat wieder zugenommen. Die schafft nichts, die faule Nudel.“ So wird gelästert auf Arbeit, sobald der Betreffende zur Tür raus ist.
Wenn du dann sagst: „Nee, mache ich nicht mit, ich halte einfach den Mund“ oder du nimmst die Kollegin in Schutz und machst nicht mit, wenn unlautere Sachen laufen, dann ist das Gehorsam. Auch Petrus sagt: „Hört auf mit Sauferei, mit Hurerei, mit Lästerei.“ Die Folge könnte sein, dass wir verlästert werden, wenn wir aufhören zu lästern.
Wenn wir so einen Wandel durchmachen und die Leute auf uns zukommen und sagen: „Mit dir ist etwas anders. Du strahlst Hoffnung aus.“ In einem Land, in einer Situation, in einer Welt voller Krisen, Katastrophen und Kriege. Du scheinst nicht die Hoffnung zu verlieren. Warum? Wie kommt es, dass du freundlich bist, selbstlos und dienst? Das muss man sich fragen.
Es ist wichtig, bereit zu sein, den Glauben auch tatsächlich darzustellen. Das erfordert Zeugenmut in Situationen, in denen es auf dich ankommt. Es gibt viele solcher Situationen. Zum Beispiel: Du kommst neu in einen Betrieb, vielleicht als Azubi. Erste Frühstückspause, du machst deine Tupperdose auf. Jetzt ist die Frage: Falte ich die Hände und sage „Danke, Herr Jesus“ – stilles oder lautes Gebet für mein Essen? Oder sagst du: „Die anderen beten ja nicht. Zu Hause wird gebetet, aber hier nicht.“ Dann setzt du dich auf deine Hände, machst kurz die Augen zu und sagst: „Das war jetzt auch gebetet.“
Hast du den Mut, von Anfang an zu sagen: „Ich bekenne mich zu Jesus durch ein Gebet“? Hast du den Mut, vielleicht statt aufs Handy zu schauen – und das passiert mir natürlich auch –, die neuesten Fußballergebnisse vom VfB anzusehen? Möge das Jahr gut zu Ende gehen für den VfB! Schaust du aufs Handy oder hast du den Mut zu sagen: „Okay, ein Handy, da weiß ja keiner, worauf ich gucke. Ich ziehe halt ein Neues Testament oder eine Bibel aus der Tasche, schaue ins Buch rein und sage: ‚Was ist denn mit dir los? Du liest ja ein Buch! Igitt!‘“ Mut, in diesen kleinen Dingen schon von Anfang an als Christ erkennbar zu sein und dann von deinem Glauben zu reden.
Das ist mir auf der Arbeit passiert. In Wiesbaden damals, da ich tatsächlich auf dem Weg zur Arbeit immer mit einer Bibel saß, manchmal mit einem Bibelkommentar in der Größe, weil ich zwei Stunden mit dem Zug unterwegs war. Mehrere Leute, die den gleichen Weg fuhren, sagten dann: „Hey, sag mal, du da mit deinen Büchern morgens im Zug, was ist denn mit dir los?“ Ich sagte: „Ja, ich bin Christ.“ Und dann haben wir uns ab dem nächsten Tag im Zug zusammengesetzt, weil sie wissen wollten, was eigentlich in der Bibel steht.
Dann kam jemand auf mich zu und sagte: „Ja, du hast ja so eine schöne Bibel. Du bist ja auch von den Zeugen Jehovas.“ Ich sagte: „Nein, das ist die alte Elberfelder, aber die sieht genauso aus.“ „Ach schade, ich hatte gehofft, du wärst einer von uns.“ Aber dann konnte ich Zeugnis geben.
In anderen Situationen, in der Mittagspause, auch mit der Bibel, kam ein Esoteriker auf mich zu und sagte: „Hier, ich habe auch so einen Jesus, aber der geht durch den ganzen Weltraum und umfasst alles.“ Und ich sagte: „Nee, ich glaube nicht, dass das der Jesus der Bibel ist. Lass uns doch mal in die Bibel reinschauen und sehen, was die Bibel über diese Person Jesus sagt.“ Viele Leute haben nämlich wirklich seltsame Vorstellungen von Jesus.
Bereit zu sein heißt natürlich nicht, während der Arbeitszeit zu reden – das wäre Diebstahl am Arbeitgeber. Aber bereit zu sein, wenn die Kollegen kommen und sagen: „Was ist denn mit dir los? Was liest du da? Warum betest du?“ Dann sollen wir auch Rechenschaft geben von unserem Glauben, so wie die Bibel uns auffordert.
Gebet als Schlüssel zum Wirken am Arbeitsplatz
Gebet ist grundsätzlich der Schlüssel. Bete morgens gleich für deine Arbeitsstelle, für deinen Arbeitgeber, für deinen Betrieb, für deinen Chef und für deine Kollegen. Bete auch für das, was auf der Arbeit passieren soll.
Ich habe einen Freund, der im Sanitärhandel arbeitet. Er erzählt, dass die Kollegen alle ungläubig sind. Die Wirtschaft boomt nicht gerade, und sie haben Probleme mit den Umsätzen. Trotzdem sagen die Kollegen: „Unser Unternehmen, unser Verkaufsladen wird nicht kaputtgehen, weil einer von uns betet.“
Sie haben jemanden, der betet und den lebendigen Gott kennt. Solange dieser Kollege da ist und betet, werden sie nicht in die roten Zahlen rutschen. Er ist bekannt als Beter. Die anderen sind noch nicht so weit, dass sie glauben wollen, aber er ist bekannt als jemand, der sich zu Jesus auf der Arbeit bekennt.
So gibt es viele Situationen, die uns die Gelegenheit geben, von Jesus weiterzusagen.
Ein Mann, der mit uns einen Einsatz gemacht hat und mittlerweile zurück ist, ist Berufsschullehrer an einer Krankenpflegeschule. Natürlich ist Lehrer eine andere Rolle. Er berichtet, dass er jedes Schuljahr, wenn er in eine neue Klasse kommt, dort Schüler vorfindet, so wie ihr heute. Dann stellt er sich vor: „Ich heiße so und so, ich bin verheiratet, ich habe Kinder und ich bin begeistert von Jesus.“
Das ist am ersten Tag, beim ersten Kennenlernen. Er sagt: „Ich bin begeistert von Jesus.“ Alles, was im Rest des Schuljahres passiert, wird von den Schülern daran gemessen. Sie beobachten ihn und fragen sich, was es mit ihm macht, dass er zu Jesus gehört.
Dann entstehen Fragen, die später in Gesprächen genutzt werden können. Ohne Scheu und ohne Angst bekennt er sich zu Jesus.
Das ist eben der Zeugenmut, den wir brauchen. Auch um diesen Zeugenmut müssen wir beten, damit Jesus an unserem Arbeitsplatz zum Licht wird.
Die Aufforderung Jesu, Licht der Welt zu sein
Zum Abschluss Matthäus 5: Dort heißt es: Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, die im Haus sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen (Matthäus 5,14-16).
Und da denkt man: Jesus, hast du dich vielleicht geirrt? Du sagst doch: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln. Ja, die Sonne, die wir heute nicht sehen, ist das Licht der Welt. Jesus ist das Licht der Welt. Und dann sagt Jesus: Ihr seid das Licht der Welt?
Das ist so hell wie die Taschenlampe an meinem Handy. So hell komme ich mir vor im Vergleich zu Jesus. Stellt euch vor, es wäre eine Sonnenfinsternis oder die Veranstaltung findet abends statt. Die Lichter fallen aus, der Strom fällt aus, die Handys sind aus. Es ist „pitch dark“, wie man im Englischen sagt, es ist stockdunkel.
Das Einzige, was am Ende bleibt, sind die Lichter am Notausgang. Die Lichter am Notausgang leuchten immer. Sie sind keine hellen Lichter, aber wenn es stockdunkel in einem Raum ist, dann würden ein, zwei kleine Lichter genügen, um den Rettungsweg zu zeigen: Wo geht es in die Freiheit? Wo ist der Fluchtweg? Wo ist die Rettung?
Kleine Lichter in der Dunkelheit genügen, um den Menschen den Weg zu Jesus und zur Rettung zu zeigen. Und dieses Licht der Welt, das seid ihr an eurem Arbeitsplatz, wenn ihr bereit seid, euch die Liebe Christi ins Herz schenken zu lassen. Wenn ihr in Verbindung mit ihm bleibt, durch sein Wort und durch ihn selbst in euch.
Wenn ihr bereit seid, zu dienen, andere zu ermutigen, Jesus darzustellen und bereit seid, von eurem Glauben Zeugnis zu geben, wenn man euch fragt, dann seid ihr das Licht der Welt. Die Menschen werden es anschauen, und der himmlische Vater wird die Ehre dafür bekommen.
Und dazu schenke euch der Herr Mut und seinen Segen. Amen.
