Johannes 20,20-2427.08.2026
Serie•Teil 1 / 5Vom Sterben des Menschensohnes
Dieser Inhalt wird noch redaktionell aufbereitet.
Aktuell können Elemente fehlen oder falsch angezeigt werden.
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 745
Vom Sterben des Menschensohnes, Teil I.
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter Weg, Wahrheit und Leben ist Episode 745 Vom Sterben des Menschensohnes Teil I.
Es ist nicht einfach, die Ereignisse in Jerusalem in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen. Wie schon öfter erwähnt, orientiere ich mich an der Chronologie von Karlheinz van Heijden, die ich für sehr gelungen halte.
Die ersten Suchenden aus der Völkerwelt
Johannes 12,20: Es waren aber einige Griechen unter denen, die hinaufkamen, um auf dem Fest anzubeten.
Wenn hier von Griechen die Rede ist, dann sind damit wahrscheinlich nicht griechisch sprechende Juden gemeint, sondern nichtjüdische Gottesfürchtige oder Proselyten. Wir haben es hier also mit Heiden zu tun, die sich dem jüdischen Glauben angenähert hatten oder sogar zum Judentum konvertiert waren. Die Tatsache, dass sie zum Fest hinaufkamen, um anzubeten, macht deutlich, dass es sich bei ihnen nicht um Touristen handelt.
Johannes 12,21: Diese nun kamen zu Philippus von Bethsaida in Galiläa und baten ihn und sagten: Herr, wir möchten Jesus sehen.
Die Griechen wenden sich also zuerst an einen Jünger. Warum gerade Philippus? Das bleibt offen. Vielleicht ist seine Herkunft aus Betsaida in Galiläa bedeutsam. Betsaida lag im Grenzgebiet zwischen dem Herrschaftsgebiet des Herodes Philippus und des Herodes Antipas. Man kann vermuten, dass Philippus, weil er aus einer stärker hellenistisch geprägten Grenzregion stammte, besonders gut Griechisch sprechen konnte. Hinzu kommt sein griechischer Name.
Auf jeden Fall kommen die Griechen zu Philippus und bitten ihn, ein Treffen mit Jesus zu arrangieren: Herr, wir möchten Jesus sehen. Auffällig ist, dass die Männer ausdrücklich Jesus sehen wollen. Es geht ihnen also um die Person.
Frage: Wir wissen nicht genau, was diese Pilger antreibt, und ob sie Jesus getroffen haben, wissen wir auch nicht. Warum wird die Episode dann überhaupt erzählt? Lesen wir dazu weiter.
Die Stunde des Sohnes des Menschen
Johannes 12,22-23: Philippus kommt und sagt es Andreas. Andreas und Philippus kommen und sagen es Jesus. Jesus aber antwortet ihnen und spricht: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht wird.
Philippus holt sich also noch Unterstützung bei Andreas, und zusammen gehen sie zu Jesus, um ihm das Anliegen der Griechen zu unterbreiten. Nur geht Jesus nicht darauf ein. Die Frage der nichtjüdischen Pilger spielt für den Fortgang des Gesprächs keine Rolle mehr. Jesus sagt nichts zu einem möglichen Treffen mit den Griechen. Für ihn ist die Frage der Griechen vielmehr ein Hinweis auf eine endgültige Wende in seinem Leben. Deshalb antwortet er seinen Jüngern: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht wird.
Jetzt wissen wir, warum die Episode mit den Griechen erzählt wird: Weil sie für Jesus ein Zeichen ist. Das ist umso bemerkenswerter, als die Stunde zuvor noch nicht gekommen war. Johannes 2,4: Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Johannes 7,30: Da suchten sie ihn zu greifen, und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. Johannes 8,20: Diese Worte redete er in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte, und niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
Merkt ihr, bis hierher war die Stunde noch nicht gekommen. Jetzt erklärt Jesus, dass sie da ist. Dabei meint die Stunde nicht nur den Zeitpunkt seines Todes, sondern einen Zeitrahmen, der Leid, Kreuz, Auferstehung und Erhöhung umfasst. Es ist die Stunde der Verherrlichung. Der Sohn des Menschen, ein Messias-Titel, wird verherrlicht, und zwar vom Vater. Allerdings führt der Weg zur Verherrlichung durch den Tod am Kreuz.
Jesus hört also vom Wunsch der Griechen und deutet ihr Interesse als ein Zeichen dafür, dass sein Werk nun auf die entscheidende Phase zuläuft. Ihre Anfrage ist der erzählerische Auslöser für Jesu Erklärung, dass die Stunde seiner Verherrlichung gekommen ist.
Die Völkerwallfahrt als Erfüllung der Verheißung
Aber warum? Antwort: Weil eine Wallfahrt der Völker zum Messias im Alten Testament verheißen wird.
Die Griechen, die Jesus sehen wollen, befinden sich im Epizentrum des jüdischen Glaubens, an einem der größten Feste des Judentums. Und doch gilt ihr Interesse der Person Jesu. Diesen Fokus nimmt Jesus wahr und deutet ihn als eine erste Erfüllung einer viel größeren Idee. Es ist die Idee von heidnischen Nationen, die am Ende der Tage nach Jerusalem ziehen werden, um den wahren Gott anzubeten.
So lesen wir bei Jesaja 2,2-3: Und es wird geschehen, am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel, und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns aufgrund seiner Wege belehre, und wir auf seinen Pfaden gehen. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.
Jesaja 60,1-3: Steh auf, werde Licht, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften, aber über dir strahlt der Herr auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und es ziehen Nationen zu deinem Licht hin und Könige zum Lichtglanz deines Aufgangs.
Jetzt müssen wir verstehen, wie sich messianische Prophetie erfüllt. Wenn die Propheten davon sprechen, dass Völker zum Haus Gottes ziehen, um dort Belehrung und Weisung zu finden, dann dürfen wir diese Idee im Licht ihrer typologischen Eskalation verstehen. Der steinerne Tempel des prophetischen Bildes wird im Neuen Bund zum Leib Christi. Schon in Johannes 2 bezeichnet der Herr Jesus seinen auferstandenen Körper als den wahren Tempel.
Die Völkerwallfahrt zielt daher letztlich nicht mehr auf das steinerne Gebäude in Jerusalem ab, sondern auf die Person Jesu. Wir wollen Jesus sehen. Mit der Bitte der Griechen erfüllt sich Prophetie.
Deshalb galt bis zu diesem Moment in Johannes 12 das Wort: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Der Fokus des Messias lag auf seinem Volk, Israel. Aber jetzt klopfen die Heiden an, und es ist die Zeit gekommen, das Fundament des neuen Bundes zu legen. Deshalb antwortet Jesus nicht mit einem Treffen, sondern mit einer Proklamation. Die Zeit ist reif dafür, dass das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt und viel Frucht bringt.
Das Sterben als Weg zur Frucht
Johannes 12,24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
Was könntest du jetzt tun? Als geistlicher Nachfahre dieser Griechen, die Jesus sehen wollten, darfst du dich fragen, wie groß dein Interesse an ihm ist.
Das war’s für heute. Suche dir bitte eine gute bibeltreue Gemeinde und bringe dich dort ein. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
