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Überschüttet mit Gutem

10.10.1999
Warum bleibt diese Welt nicht im Chaos versunken? Weil Gott das Zerstörerische bremst und dir trotz allem einen neuen Anfang schenkt. Darauf kannst du dich verlassen.

Einleitung und biblischer Ausgangspunkt

Ich möchte Ihnen heute 1. Mose 8,20-22 auslegen.
 1. Mose 8,20-22
Die Bibel beginnt ja mit ganz großen Tragödien. Gleich nach der Erschaffung des Menschen wird diese herrliche Welt durch den Brudermord durchzogen. Und dann wendet sich die ganze Menschheit von Gott ab, und diese Erde versinkt in der Sintflut.
Nur Noah und seine Familie sowie die Tiere, die bei ihm in der Arche sind, werden gerettet. Noah lässt eine Taube fliegen, und als sie nicht mehr zurückkommt, geht er aus der Arche, wie Gott ihm befohlen hat. Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.
Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um des Menschen willen. Das ganze Übel dieser Welt kommt vom Menschen her, denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.
Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Die Freude des Geretteten

In einem Lied, das wir so gern singen, heißt es: Sein neuer Tag beginnt. Und ich freue mich, und ich freue mich, und ich stelle mir vor, wie Noah aus der Arche geht.
Ich freue mich, ich freue mich, wie er sich freut über das, was er sieht: diese herrliche Welt, die Pflanzen und die Blüten und die Berge und plötzlich selbst die Wasserströme, ein herrliches Bild.
Und doch war die Freude bei Noah noch eine viel tiefer gehende. Es war nicht bloß das, dass er die schöne Schöpfung Gottes sah, in ihrer ganzen leuchtenden, bunten Vielfalt. Er hat Tage und Wochen lang dieses grauenvolle Zerstören erlebt. Er hat Menschen schreien gehört um Hilfe, und es war keine Hilfe. Und unzählige sind untergegangen in diesen schrecklichen Fluten.
Jetzt verstehen Sie, wie Noah aus der Arche tritt: Ich lebe, ich darf leben! Mein Leben ist mir neu geschenkt. Und nicht bloß, weil all das Schöne um ihn herum ist, die Bilder, wie wir sie so im Urlaub sehen, wie wir sie so auf unsere Filme bannen, sondern er sieht ja noch viel mehr. Da ist der ewige Gott.
Gebt unserem Gott die Ehre! Was für ein wunderbarer Gott, der mein Leben erhält, der mich bewahrt, der mich behütet.
Der richtige Dank am Erntedanktag kann ja nur kommen von Menschen, die den lebendigen Gott wirklich kennen und die ihn erlebt haben, die sagen: Ich habe doch die Hand Gottes erfahren. Ja, er hat mich hindurchgeführt durch diese Schrecken der letzten Woche. Er hat mich aus der Not herausgeholt. Ich kann ihm nur danken und loben.
Jetzt haben sicher manche von Ihnen ganz konkrete Erlebnisse vor Augen, diese Dankbarkeit nach einer schweren Operation, wieder den ersten Löffel Suppe. Ich kann wieder. Und dann, wenn man am Arm der Krankenschwester die ersten Schritte über den Krankenhausflur laufen kann, es geht, ich kann wieder auf meine Füße treten. Wenn sich die Krankenhaustür hinter uns schließt, da können Sie ja viele Erlebnisse sagen.
Vielleicht sind es bei Ihnen Finanznöte, wo Sie sagen: Der Herr hat mich hindurchgeführt. Ich habe nicht mehr gewusst, wie ich das bewältigen soll. Vielleicht waren es andere Nöte, Berufsnöte, menschliche Nöte, Familiennöte. Ich habe die Hand des Herrn erfahren. Es ist mir wichtig, wie die Bibel vom Erntedank redet.

Die verborgenen Mächte der Zerstörung

Es ist gar nicht natürlich, es ist gar nicht selbstverständlich. In unserer Welt steht ganz am Anfang, schon gleich nach der Erschaffung der Welt, dieses grauenhafte Geschehen der Zerstörung.
Was ist denn das? Das, was in dieser Sintflut losbricht, sind Mächte, die Sie alle kennen, die in dieser Welt da sind. Wir haben als moderne Menschen ein völlig falsches Bild von der Natur. Wir meinen ja, wir müssten nur ein paar unheilvolle, ökologieschädliche Faktoren von der Welt wegnehmen, und dann hätte sie wieder ihren Glanz und ihren leuchtenden Frieden. Das hat diese Welt nicht.
Sie wissen: Wo in dieser Welt Menschen leben, tragen sie in diese Welt hinein eine unheimliche Spannung. Und wenn wir das immer wieder erleben, wie das losbricht, völlig ungeahnt, in den Völkerkriegen, in den Spannungen, dann sagen Sie: Jetzt haben wir es gerade ein wenig besser und ein bisschen ruhiger in unserem Leben. Da auf einmal kommen, ja, die Bibel sagt: Das sind Zerstörungsmächte, die in dieser Welt da sind.
Das Erschütternde ist, dass wir Menschen mit diesen Mächten leben, dass sie aus unserem Herzen herauskommen, dass sie da ganz machtvoll da sind. Die hat Gott einst bei der Schöpfung nur gebannt und die Wasser der Zerstörung ferngehalten. Indem der Mensch sich von Gott weg entfernt hat, bekommen sie auf einmal wieder Raum. Wir können gegen diese Mächte nicht ankämpfen.
Und wenn Sie dreimal so viele Soldaten in den Kosovo schicken, Sie können nicht Frieden schaffen, am wenigsten mit Waffen, weil das Menschenherz so unheimlich dunkel ist. Und da steht das Große da, dass Gott diese Verderbensmächte ausbremst. Sie sollen nicht mehr die Erde zerstören bis zu jenem letzten Tag. Er hält sie zurück, sie haben nur eine begrenzte Macht, nur mit gebremstem Schaum dürfen sie wirken.
Und doch sind sie so unheimlich und schrecklich. Wer ein bisschen in der Bibel liest, für den kann das gar keine Glaubensanfechtung sein. Der sagt: Das weiß ich, das habe ich schon immer gehört. Und das sehe ich täglich an meinem eigenen Herzen, wie notvoll das alles ist.
Was in der Sintflut geschieht, ist nur, dass Gott diese Welt sich selbst überlässt, dass Gott seinen Schutz und seine Bewahrung nur einen Augenblick wegnimmt. Und dann versinkt sie in diesem Morast dieser Chaosmächte, dieser tödlichen Bedrohung. Das heißt in Kapitel 6: Die Menschen hatten ihren Weg verderbt, und sie wollten sich nicht mehr strafen lassen vom Geist Gottes. Sie wollten sich nicht mehr korrigieren lassen.

Gottes Liebe, die trägt und bewahrt

Darum ist das größte Wunder das Wunder der Liebe.
Jetzt schauen Sie sich Noah an. Verstehen Sie, dass in dieser unheimlich todbringenden Welt, in der Menschen verzweifeln und untergehen und keine Hoffnung mehr haben, einer fröhlich und geborgen leben kann? Wie kann man das? Ist das leichtsinnig? Ist das verrückt?
Noah lebt unter dem Schutz Gottes. Wie wollen Sie in dieser Welt anders leben? Wie können Sie ohne Gott darin leben? Ich verstehe das nicht. Wie kann man das?
Noah fand Gnade vor dem Herrn. Das können Sie sich nicht erkaufen, es war ein Stück der Liebe Gottes. Und ich darf Ihnen das heute verkündigen, weil Gott Sie mit seiner Liebe sucht. Das hat uns Jesus in unzähligen Geschichten beschrieben. Gott sucht jeden Menschen und will ihm seine Liebe spüren lassen.
In einer unheilvollen Welt, in der Sie sich nicht wundern müssen, wie brutal und böse Menschen sein können, will Gott Sie mit seiner Liebe tragen, wie einen Noah. Und er fährt mit seiner Arche durch diese unheimliche Flut hindurch. Es kann ihn kein Blitz treffen, und keine Gefahr kann ihn beschädigen, weil er unter dem Schutz Gottes lebt. Und er lässt Noah aufsteigen.
Ist es nicht interessant, dass gerade die zwei Zeichen von der Sintflut heute alle Menschen verstehen, und wenn sie noch so gottlos sind, Marxisten und Chinesen und alle Friedenstauben, es ist die Noah-Taube! Er schaut und fragt: Herr, wo ist denn der Weg, wenn ich wieder über diese Erde gehen kann? Du musst mich leiten. Das war ein Kennzeichen von Noah. Er war gehorsam. Er hat gefragt: Herr, was willst du mit mir, und was soll ich tun? Und die anderen Leute haben ihn für verrückt erklärt.
So hat sich noch niemand im Glauben verspottet wie Noah, als er anfing, ein Schiff zu bauen. Nur eins wusste er: Ich kann nur unter dem Schutz Gottes leben und nur nach seinem Wort leben. Und so wollte er sein Leben einrichten. Und so ging er durch die unheilvollen, tödlichen Fluten hindurch, und nichts konnte ihn beschädigen, nichts konnte sein Leben zerstören.
Da gedachte Gott an Noah. Ist Ihr Name im Lebensbuch eingeschrieben? Machen Sie das fest, dass Gott an Sie denkt, wenn die Fluten über Ihrem Kopf zusammenschlagen, wenn Sie durch dunkle Lebensabschnitte gehen. Herrlich, wenn Sie wissen: Gott denkt an mich. Ich bin nie vergessen, auch wenn Menschen mich vergessen, auch wenn alle gegen mich stehen. Ich bin bei Gott nie vergessen, wie ein Noah.
Das ist die Erntedankfreude: Gott denkt an mich. Ja, jetzt darf ich diese Welt benutzen, die gibt mir Gott. Aber die Freude ist doch: Die Welt ist mir nicht unheimlich, sondern sie ist erfüllt von der Gegenwart eines liebenden und segnenden Gottes, der mich sucht in seiner Liebe.

Erinnerung, Dank und die bleibende Verantwortung

Noah hat sein Leben lang nicht vergessen können, was an schrecklichen Eindrücken hinter ihm lag. Vergessen Sie nie, was Sie erlebt haben, auch all die, die die schrecklichen Jahre der Katastrophe erlebt haben, die Eltern unter uns, die das brennende Stuttgart miterlebt haben. Sagen Sie es Ihren Kindern: Da hat uns nur Gott hindurchgeführt, und ich kann mich nur bergen bei allen Katastrophen, die noch vor uns liegen mögen.
Das ist auch im einundzwanzigsten Jahrhundert eine grausame Wirklichkeit der Welt. Es ist ein Wunder, dass der Frieden so lange über unserem Land gehalten hat. Es ist ein Wunder, dass alles bis heute so gut gegangen ist. Nur Gott haben wir es zu verdanken.
Und zweitens will ich sagen: Welch eine Geduld, welch eine Liebe! Das preist Noah. Deshalb richtet er einen Altar auf, und er opfert darauf Früchte, Tiere, reine Tiere. Jetzt kann sich bei uns ja leicht ein Missverständnis einschleichen. Wir kennen die Zusammenhänge ein wenig schlechter. Was steckt hinter diesem Opfer, als ob man Gott umstimmen könnte?
So kann man es ja, wenn man es oberflächlich liest, deuten und sagen: Aha, ganz menschlich, wenn Gott den Duft des Opfers riecht, wird er gnädig gestimmt. Das ist ja unsinnig. Ich kann ja nicht mit meinen Werken Gottes Güte erkaufen, so wissen Sie. Das geht ja nicht, das wäre eine missverständliche Auslegung.
Was steckt dann hinter dieser ganzen Opferzeremonie? Noah sagt: Ich bin eigentlich vor Gott haftbar. Ich habe das gar nicht verdient, dass Gott mich herausgegriffen hat. Und er gibt stellvertretend. Das war in Israel immer die Bedeutung des Opfers: stellvertretend. So wie ein Kind geboren war, war das stellvertretend, und wenn es nur, wie bei der Geburt Jesu, zwei Tauben waren, die geopfert werden. Eigentlich habe ich das Leben ja gar nicht verdient. Ich habe ja keine Stunde meines Lebens verdient. Das ist ein unbegreifliches Geschenk der Gnade und Güte Gottes.
Und im Alten Testament bleibt das offen, Sie haben ganz Recht. Hat das Opfer denn wirklich Schuld lösen können? Es hat es nicht lösen können. Sonst wäre es nicht nur eine Erinnerung daran, sondern die große kommende Erlösung, die Gott geschaffen hat, die Geduld, auf die Noah lebt, und auf die große Erlösung, die über die Erde kommen muss.
Warum hat denn Gott die Erde nicht mehr zerstört? Verdient hätten wir es allemal. Wir hätten es doch heute verdient, dass Gott Schluss macht mit einer gottlosen Welt. Wie oft hätte Gott schon in unser Leben hineinschlagen können, in unseren Hochmut, unsere Überheblichkeit, unseren Stolz und unsere Übertretungen. Und gerade je frommer wir sind, umso skandalöser wird das doch oft.
Und Gott wartet, bis wir seine Erlösung ergreifen. Er will uns doch heiligen, erneuern, weil er diese Welt nicht den Zerstörungsmächten preisgeben will. Gott will Ihre Ehe erneuern, Gott will Ihr Herz erneuern, Ihre Gedanken erneuern, Ihre Hände reinigen zum Tun. Darum dürfen wir harren auf die Erlösung. Gott wartet auf Umkehr.

Die Güte Gottes in der Schöpfung und im Alltag

Interessant ist in unserer Zeit gerade, dass oft junge Menschen immer wieder von der Gefährdung der Natur gesprochen haben. Da wird immer gemeint, das sei doch vielleicht sehr wach beobachtet, es sei sehr oberflächlich beobachtet. Es ist alles richtig. Wer von uns will die Natur zerstören? Jeder von Ihnen hat seit Kindertagen darunter gelitten, wenn Bäume zerstört wurden oder wenn die Erde zugeteht wird, immer mehr Straßen, immer mehr Steine, und die schöne Welt weicht. Wie hat man sich gefreut, wenn man sie in einem Stück in einem Naturpark sah.
Aber das ist ja nur das Oberflächliche gewesen. Wenn diese Erde abgeschnitten ist von der Quelle des Lebens, geht sie zugrunde. Und das wissen Sie aus Ihrem Leben, wenn man dann plötzlich aufwacht und merkt: Halt mal, ich lebe jetzt schon eine ganze Zeit ohne das Wort Gottes, das mein Leben erneuert und verändert. Ich kann doch das gar nicht tun. Und, liebe Freunde, wenn wir zu Tisch gehen, nicht bloß weil wir Hungerjahre durchlitten haben, sondern: Nur was du segnest, Herr, segnet mein Leben. Wenn Sie in Urlaub antreten: Herr, nur wenn du jetzt diese Zeit segnest, wird es eine schöne Zeit. Was Sie tun, wenn eine Wohnung kommt: Herr, ich kann es nur aus deiner Hand nehmen. Ich lebe doch ganz beschränkt. Ich weiß doch nicht, wie lange ich lebe. Ich weiß nicht, welche Krankheiten mein Leben bedrohen. Ich will doch gar nicht in der Sorge leben.
Nein, die Welt geht nicht am Menschen zugrunde, sondern solange Gottes Güte über dieser Erde waltet, keine Minute länger. Und ich will Gottes Güte preisen über den Rettichen und über den gelben Rüben, weil das Zeichen seiner Güte sind. Er hat seine Hand nicht abgezogen, sondern überschüttet mich mit Gutem. Und Gott will mir noch viel mehr geben. Das sind doch nur äußere Zeichen und nur kleine Zeichen, die er da hat. Das Größte seiner Gabe ist nicht der Kohl und nicht das Kraut, sondern sein Kreuz, sein Sohn Jesus, in dem alle seine Gaben zusammengefasst sind.
Ach, ich will ihn am Erntedanktag erst recht preisen und rühmen. Man trifft ja zuweilen bei Christen Erntedankfeiern. Da denke ich manchmal, man könnte die genauso bei den Hindus feiern, wenn man sieht, wie sie ihre Körbe jeden Tag zu den Hindutempeln tragen, mit den kostbarsten Früchten und mit ihren Blumenketten um den Hals. Was ist denn das Ganze? Nur wenn ich die Früchte mit hineinnehme in die große Erlösungstat Gottes. Wir sind ja nicht die, die die Fruchtbarkeit der Erde anbeten, sondern die sagen: Gott hat diese Welt aus lauter Güte erhalten, weil er noch wartet in Geduld, in Geduld auf meine Umkehr, auf meinen Gehorsam, auf meine Erneuerung.
Und zwar das Zweite: Geduld. Welche eine Liebe war das Erste, welche eine Geduld Gottes! Er will die Erde nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, denn das Menschenherz ist böse von Jugend auf. Das ist nicht pessimistisch, das ist realistisch. Und Gott will dennoch nicht verfluchen, sondern erwartet voller Geduld die Umkehr.

Verlässlichkeit, Treue und die bleibende Hoffnung

Das Letzte wäre die Treue. Ich war ja immer ein bisschen unsicher, wie das jetzt wirklich mit der Jahrtausendwende ist. Aber nachdem die Bundesbahn ihre Züge sogar noch stehen lässt über Silvester, ihr lieben Brüder Techniker, also ich habe nicht gewusst, dass ihr bei all eurem Können doch solche grossen Unsicherheitsfaktoren noch drin habt.
Was ist denn absolut verlässlich? Dann ist ja mit dem Fliegen noch ein bisschen schwieriger. Jetzt beneide ich die Nimmer, die Silvester in der Concorde drin sitzen, mit Überschall ins neue Jahrtausend hineinbrausen. Und den Aufzug würde ich auch nicht bestehen. Also ich weiss ja nicht, ich bin ja kein Techniker. Nur hat mich gewundert, dass die Bundesbahn, die ist ja gebrannt, solche Ordnungen erlässt, weil das irgendwo, man weiss ja nie. Es hat man euch also irgendwo sitzt vielleicht doch noch ein Mikrochip drin, der falsch programmiert ist.
Und wie ist das mit unserer Welt? Das sind die Naturgesetze. Warum haben die Naturgesetze nicht einen falschen Mikrochip drin? Es könnte doch sein, dass da irgendwo bei einem fernen Spiralarm neben einem falschen Chip drin wäre. Und plötzlich verlässt da irgendein Sonnensystem seine Bahn und stürzt auf die Erde zu, und rasen die Kometen. Auch wie sagt Gott: Nein, das kann nicht sein, dass man sich auf die Naturgesetze verlassen kann. Es ist nicht der Zufall vom Urknall, sonst könnte ja der zweite Urknall auch wieder folgen und der dritte und der vierte, sondern Gott hat geboten.
Und wenn Sie einmal wissen wollen, wie verlässlich Gottes Worte sind, wie verlässlich Gottes Worte sind, müssen Sie sich die Naturgesetze ansehen, weil Gott geboten hat in der Schöpfung. Und wenn Sie im Winter frieren bei 40 Grad Kälte und Ihre Heizung ist kaputt, können Sie wissen: Der nächste Frühling kommt ganz, ganz bestimmt. Da braucht es gar keine Angst, er kommt. Und wenn es unheimlich heiss wird im Sommer, dann können Sie wissen: Der Regen kommt. Vielleicht dauert es noch ein bisschen, und die Temperaturen übersteigen ihr Limit nicht. Wir werden auch im Winter die Temperaturen nicht von der Rückseite des Mondes erreichen. Also Gott hat es in seiner Regie: Es soll nicht aufhören. Und es ist nicht möglich.
Sie können sich absolut darauf verlassen. Bei keiner Technik können Sie es, bei keiner Technik. Aber auf Gottes Wort können Sie sich absolut verlassen, und das ist jetzt wichtig, weil das keine windige Angelegenheit ist, nicht etwas, was über den Daumen gepeilt wird, nicht das, was sich Menschen ersonnen haben, weil Gott gesprochen hat, und es geschieht, was er gesprochen hat. In seinem Wort gebietet er. Dieses Wort will ihr Leben bestimmen.
Das, was wir über den Gaben der Natur sehen, ist doch bloss ein Symbol, ein Zeichen von der viel grösseren Treue Gottes, die unser Leben umgibt. Mich hat das beeindruckt, wie ich jetzt ein paar Briefe wieder gelesen habe. Da schreibt die Martina Seidl, die ja hier konfirmiert wurde, in unserer Gemeinde war, aus Mosambik, wie Menschen falsch mit der Natur leben.
Eine Tradition hier ist, dass die Hebammen Erde auf den Nabel des Kindes schmieren, und dadurch sterben sie an den Folgen von Tetanus und anderen Infektionen. Viele der unterernährten Kinder bekommen nur einmal am Tag eine Mahlzeit. Eine andere Tradition ist es, den Kleinkindern keine Papaya, Bananen oder Eier zu geben, da sie denken, dass dies Cholera oder Durchfall verursacht. So bekommen die Kinder oft nur einen Brei aus Wasser und Maismehl, und weil es dann schmutziges Wasser ist, sterben die Kinder wie die Mücken.
Ähnlich schreibt Susanne Hutter aus Nepal, dass die Mütter ihren Kindern von einem Tag auf den anderen sie abstillen und dann ihnen den Reis geben, den weissen Reis und dazu scharfe Pickels, Fleisch und Linsen. Nicht selten kommen völlig abgemagerte Kleinkinder in die Klinik, weil sie ausser Muttermilch nichts anderes zum Essen bekommen haben und dann zu früh abrupt abgestillt sind. Das entwöhnte Kind wird dann von einem Tag zum anderen umgestellt, und dann ist wieder das schmutzige Wasser. Was dann geschieht, kann sich jeder vorstellen. Die Kinder gehen von einer Durchfallepisode zur nächsten, sie kommen oft zu spät in die Klinik und sterben in hohem Wasser- und Elektrolytverlust und in den Folgen schwerer Mangelernährung. Es besteht der Aberglaube, dass Blattgemüse während der Schwangerschaft, Stillzeit und im ersten Lebensjahr des Kindes unerwünschte Wirkungen hat, und so sterben die Kinder.
So was Herrliches! Dass wir jetzt mit unserer Vernunft, mit unserem ganzen Wissen und mit dem Segen Gottes sinnvoll umgehen dürfen. Und wir dürfen Menschen helfen, diese Welt zu gebrauchen, aber nicht das Herz dran zu hängen. Dass das alles nicht das Erste und das Wichtigste ist, aber ein Stück der Güte Gottes. Und ich darf jetzt leben aus der Freude dessen, was mir Gott schenkt, darf mich freuen und aus seinem Wort leben.
Und dann ist doch wichtig, dass diese Menschen dort in Mosambik oder in Nepal erfahren, das ist nur eine Seite, dass ihr das irdische Leben recht gewinnt. Aber man kann das Leben nur richtig leben. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern vom Wort Gottes.

Das Wort Gottes als Maßstab und Zusage

Wenn Sie jetzt eine Bibel haben, schlagen Sie einmal das Buch Jeremia auf. Das wäre noch wichtig, weil diese Stellen heute zum Erntedanktag dazugehören: Jeremia 31, Seite 753, Verse 35 und 36.
Da sagt Gott: So spricht der Herr, der die Sonne dem Tag zum Licht gibt und den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht bestellt, der das Meer bewegt, sodass seine Wellen brausen. Herr Zebaoth ist sein Name. Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kämen, spricht der Herr, so müsste auch das Geschlecht Israels aufhören, ein Volk zu sein, vor mir ewiglich.
Weil ich mich so auf die Gaben der Schöpfung Gottes draußen in der Natur verlassen kann, darf ich wissen: Sein Wort, das er zu mir spricht, sein Wort der Begnadigung, „Ich habe dich je und je geliebt, ich lasse dich nicht los“, ich will bei dir sein, auch im finsteren Tal, das ist wahr, und ich darf mich darauf verlassen.

Schluss: Lob, Hoffnung und Ermutigung

Joachim Neander hat das herrliche Loblied gedichtet. Es sind ja nur wenige Lieder, die im englischsprachigen Raum aus dem Deutschen übernommen wurden. Das verbreitetste Lied aus Deutschland ist das Lob des Herrn, des mächtigen Königs der Ehren.
Neander hat es gesungen: arbeitslos, als Lehrer hinausgeworfen, unsicherer Zukunft entgegengehend, als Single ohne den wärmenden Schutz der Familie. Er starb mit dreißig Jahren am Pfingstmontag, vermutlich an der Pest in Bremen. Sein ganzes Leben war ein Singen und Rühmen der Gnade Gottes.
Warum? Nicht, weil er sich an irdischen Zeichen festgehalten hätte. Auf dem Sterbebett bat er: Lest mir aus dem Hebräerbrief vor. Und dann rief er: Die Rechnung ist bezahlt, das ist der Grund meiner Freude. Ich will mich lieber zu Tode hoffen, als durch Unglauben verloren zu gehen.
Er hat als junger Mensch entdeckt: Alles Schulgeschwätz, das auf den Akademien gelehrt wird, ist darin töricht, weil nur das eine zählt, Christus nachfolgen. Und das gilt auch am Erntedanktag: dass ich dann nur die richtige Sachlichkeit und die richtige Einschätzung der Dinge dieser Welt finde, auch der Sorgen, die sie bekümmern, auch der Ängste, die sie bedrohen, auch der Krankheiten, die sie belasten.
Weil Gott der Herr ist und weil Jesus den Sieg errungen hat und weil die Rechnung bezahlt ist, darf ich fröhlich sein. So geht Noah aus der Arche. Lebe, ihr jungen Leute, lasst euch doch nicht von Zeitgenossen die Zukunft vermischen: Wo kriege ich Arbeit? Wenn der Herr euch vorangeht und euch den Weg bahnt, wenn die segnende Hand Gottes auf euch liegt, wird der Herr es recht machen. Dürft fröhlich euren Weg gehen. Amen.