Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 676: Der Einzug in Jerusalem, Teil I.
Die Ankunft Jesu in Betanien und die Reaktion der Volksmenge
Während Jesus bei Simon, dem Aussätzigen, zum Essen eingeladen ist, verbreitet sich die Nachricht, dass er dort ist.
Wir erinnern uns an die Frage, die sich die Pilger im Tempel gestellt hatten: Was meint ihr, wird er nicht zu dem Fest kommen? Und jetzt ist er tatsächlich da.
In Johannes 12,9 heißt es: Die große Volksmenge aus den Juden erfuhr nun, dass er dort war. Sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch, um Lazarus zu sehen, den Jesus von den Toten auferweckt hatte.
Das ist irgendwie völlig verständlich. Man hört von Jesus und dass er sich in Betanien aufhält, etwa eine halbe Stunde Fußmarsch von Jerusalem entfernt. Ist das nicht der Ort, wo auch dieser Lazarus zu Hause ist, den Jesus von den Toten auferweckt hat? Genau, dann lasst uns doch hingehen und beide kennenlernen.
So handeln die Pilger aus Jerusalem. Sie machen sich auf den Weg, um Jesus und Lazarus in Betanien zu suchen.
Die Bedrohung durch die religiöse Elite
Wo zuvor nur ein Problem bestand, gibt es für die religiöse Elite nun plötzlich zwei. Besonders betroffen sind die Hohenpriester, die Sadduzäer, die nicht an eine Auferstehung aus den Toten glaubten. Was also tun?
In Johannes 12,10-11 heißt es: Die Hohenpriester berieten, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden um seines Willen zum Glauben an Jesus kamen.
Argumentativ ist das die Krönung der Unverschämtheit. Statt den Fakten ins Auge zu sehen – und die hatten zwei Beine und waren schon einmal tot gewesen, sodass es außerhalb der Gruft nach Verwesung roch – wollten sie sich nicht mit der Wahrheit auseinandersetzen. Stattdessen beschlossen sie: Lasst uns die Probleme einfach beseitigen.
Nun geht es den Hohenpriestern also nicht mehr nur darum, Jesus zu ermorden. Jetzt soll auch Lazarus getötet werden. Und das alles nur, weil viele Juden wegen Lazarus zu Jesus kamen und an ihn glaubten.
Das bedeutet wohl, dass viele der Pilger, die sich nach Bethanien aufgemacht hatten, um Jesus und Lazarus zu sehen, als Jesu Jünger nach Jerusalem zurückkehrten.
Der Einzug Jesu in Jerusalem – Die Begrüßung der Volksmenge
Kommen wir zum Einzug Jesu in Jerusalem, der sich an seinen Aufenthalt in Bethanien anschließt. Johannes 12,12-13 berichtet: Am folgenden Tag, als die große Volksmenge, die zum Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen ihm entgegen. Sie riefen: „Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“
Dieser Tag ist fünf Tage vor dem Passah, also der Sonntag der Karwoche, auch bekannt als Palmsonntag. Eine große Volksmenge hört von Jesus und geht ihm entgegen. Dabei bringen sie ihre Freude und Hoffnung zum Ausdruck.
Dies geschieht auf zweierlei Weise: Erstens legen sie Palmzweige vor ihm auf den Weg. Der Palmzweig symbolisiert dabei auch eine nationalistische Hoffnung. Jahre später, in den Befreiungskriegen, die zur Zerstörung Jerusalems führen, werden Palmen auf den von den Aufrührern geprägten Münzen abgebildet sein.
Die Bedeutung des Rufes „Hosanna“ und die messianische Erwartung
Palmzweige sind das eine. Doch die Volksmenge ruft auch: Hosanna, gepriesen sei der, der da kommt im Namen des Herrn, und der König Israels.
Der Ausruf Hosanna ist eine Transliteration eines hebräischen Ausdrucks, der wörtlich „Rette doch“ oder „Hilf doch“ bedeutet. Ursprünglich ist er eine flehentliche Bitte an Gott, ein Stoßgebet um Rettung. Zur Zeit Jesu war Hosanna jedoch auch ein typischer Ausruf der Freude, zum Beispiel wenn ein König in eine Stadt einzog.
Diese Bedeutung dürfen wir hier ebenfalls annehmen. Die Volksmenge gebraucht Hosanna weniger als Bitte, sondern vielmehr als Jubelruf, um Jesus zu feiern: Hosanna, gepriesen sei der, der da kommt im Namen des Herrn.
Dieser Ruf geht auf Psalm 118 zurück. Dort heißt es in Psalm 118, Verse 25 und 26: „Ach Herr, rette doch! Ach Herr, gib doch Gelingen! Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn!“
Die Jubelnden fügen noch hinzu: „und der König Israels.“ Dieser Zusatz stammt jedoch nicht aus Psalm 118. Hier wird deutlich, wie stark die Hoffnung auf den Messias als Befreier ist. Die Volksmenge sieht in Jesus den König, der im Auftrag Gottes kommt, um sie vom Joch der Unterdrückung durch die Römer zu befreien.
So jubelt die Volksmenge und proklamiert Jesus als ihren König und Befreier.
Jesus’ Antwort auf die nationalistische Erwartung
Und was tut Jesus? Er macht deutlich, dass er nicht dem Bild eines politischen Eroberers entspricht. Damit das gut sichtbar wird, besorgt er sich ein Reittier – aber kein Schlachtross, sondern ein Eselsfohlen.
Matthäus 21,1: „Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethfage kamen, an den Ölberg…“
Wir wissen nicht genau, wo Bethfage lag, aber es muss am Stadtrand von Jerusalem, am Ölberg, gewesen sein.
Matthäus 21,1-3: „Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage kamen, an den Ölberg, da sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das euch gegenüberliegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und führt sie zu mir. Und wenn jemand etwas zu euch sagt, so sollt ihr sprechen: Der Herr braucht sie, und sogleich wird er sie senden.“
In Bethphage schickt Jesus zwei Jünger in ein unbekanntes Dorf, um dort eine Eselin und ihr Fohlen zu finden. Sie sollen die beiden Tiere losbinden und zu Jesus führen. Logischerweise sieht das, was sie vorhaben, stark nach Diebstahl aus. Deshalb gibt Jesus ihnen noch Anweisungen, wie sie auf kritische Rückfragen reagieren sollen. Sie sollen sagen: „Der Herr braucht sie.“ Mit „dem Herrn“ ist natürlich Jesus gemeint.
Frage: Warum sollte jemand, der sieht, wie zwei Männer seine Esel stehlen, auf die Parole „Der Herr braucht sie“ hin die Tiere zu Jesus bringen?
Eine gute Frage. Wir wissen es nicht genau. Wir können nur spekulieren. Irgendwie muss Jesus mit den Besitzern im Vorfeld etwas ausgemacht haben. Das wäre jedenfalls die naheliegende Erklärung.
Hinzu kommt noch, dass die zwei Jünger, wie Markus berichtet, versprechen, die Esel schnell wieder zurückzubringen.
Markus 11,3: „Und wenn jemand zu euch sagt: Warum tut ihr das?, so sagt: Der Herr braucht es und sendet es gleich wieder hierher.“
Wir halten an dieser Stelle fest: Jesus kommt nach Jerusalem. Am Stadtrand wartet eine begeisterte Volksmenge auf ihn, jubelt, wirft Palmzweige auf den Weg. Jesus begegnet dieser stark nationalistisch aufgeheizten Begeisterung mit dem Besorgen eines für ihn passenden Reittiers – einem Reittier, das Demut und Frieden ausstrahlt: einem jungen Esel.
Was könnte man jetzt tun? Nimm dir heute Zeit, Jesus zu feiern. Singe ihm ein Lied, lobe ihn mit Worten und gib deiner Begeisterung auf angemessene Weise Ausdruck.
Das war's für heute. Wenn dir meine App oder der Podcast gefallen, dann schreibe doch eine nette Bewertung.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Die Frage nach der Zustimmung der Besitzer
Frage: Warum wird jemand, der sieht, wie zwei Männer seine Esel stehlen, auf die Parole „Der Herr braucht sie“ hin dazu bewegt, die Tiere zu Jesus zu senden?
Eine gute Frage, auf die wir keine eindeutige Antwort haben. Wir können nur spekulieren. Wahrscheinlich hatte Jesus im Vorfeld mit den Besitzern etwas vereinbart. Das wäre zumindest die naheliegendste Erklärung.
Hinzu kommt, dass die zwei Jünger, wie Markus berichtet, versprechen, die Esel schnell wieder zurückzubringen.
Markus 11,3: „Und wenn jemand zu euch sagt: ›Warum tut ihr das?‹, so sagt: ›Der Herr braucht sie‹.“ Und sie sollen die Tiere gleich wieder zurücksenden.
Zusammenfassung und Ausblick
Wir halten an dieser Stelle einfach erst einmal fest: Jesus kommt nach Jerusalem. Am Stadtrand wartet eine begeisterte Volksmenge auf ihn. Sie jubelt und wirft Palmzweige auf den Weg.
Jesus begegnet dieser stark nationalistisch aufgeheizten Begeisterung, indem er ein in seinen Augen passendes Reittier besorgt. Es ist ein junges Eselchen, das Demut und Frieden ausstrahlt.
Was könntest du jetzt tun? Nimm dir heute Zeit, Jesus zu feiern. Singe ihm ein Lied, lobe ihn mit Worten und gib deiner Begeisterung auf angemessene Weise Ausdruck.
Das war's für heute. Wenn dir meine App oder der Podcast gefallen, schreibe doch eine nette Bewertung.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
