
2. Timotheus 1,1-730.04.2026
Serie•Teil 1 / 8E21 Hauptkonferenz 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein Blick zurück und ein Auftrag für die Zukunft
Ich grüsse euch ganz herzlich. Schön, dass ihr hier seid.
Ich habe noch eine Frage, die ich Andy von Ron anfügen möchte: Wer war denn bei der ersten Konferenz 2011 mit dabei? Die dürfen mal aufstehen. Wer war 2011 mit dabei? Okay, es gibt ein paar.
Das war vor 15 Jahren. Vor 15 Jahren hat hier die erste Evangelium 21 Konferenz stattgefunden, und wir haben damals angefangen mit dieser Arbeit, eigentlich schon 2009, mit dem grossen Anliegen, Impulse zu senden, damit Kirchen und Gemeinden in unserem Land gestärkt werden. Das schien uns damals dringend notwendig zu sein, denn wir sahen viele Kirchen und Gemeinden und ganze Gemeindebünde in einem Niedergang, sowohl oft numerisch wie auch theologisch.
Das war 2009, als wir uns das erste Mal getroffen haben, 2011 bei der ersten Konferenz. Im März haben wir uns als Vorstand von Evangelium 21 in München getroffen, in demselben Raum, in dem wir 2009 angefangen haben, und haben uns die Frage gestellt: Braucht es Evangelium 21 eigentlich noch, oder haben wir unser Ziel erreicht?
Tatsächlich konnten wir dankbar feststellen, dass in den letzten 15 Jahren sehr, sehr viel wirklich Gutes geschehen ist. Wir haben den Eindruck, dass es inzwischen deutlich mehr gesunde Gemeinden gibt. Und wir sehen mit grosser Freude und Dankbarkeit in unserem Herzen, dass eine neue Generation von Predigern und Pastoren herangewachsen ist, die Gemeinden bauen und stärken.
Eine neue Generation übernimmt
Tatsächlich haben wir die interessante Situation, dass bei dieser Konferenz Christian Wegert leider aus gesundheitlichen Gründen nicht predigen kann. Das ist der etwas traurige Moment hier. Christian Wegert wird seine Predigt nicht halten können, dafür springt Peter Krell ein.
Damit haben wir die Situation, dass ich der einzige Prediger aus dieser alten Generation bin. Also, auf gut Deutsch, bin ich hier der Vertreter der alten Säcke. Alle anderen Prediger sind Männer, die bei den ersten Konferenzen dabei waren, in ihren Zwanzigern, teilweise noch vor ihrem Theologiestudium standen, teilweise mittendrin waren und die inzwischen herangereift sind und einen segensreichen Dienst tun in verschiedensten Gemeinden. Sie werden uns in den nächsten Tagen segnen. Preist den Herrn für seine Treue!
Wir sind so dankbar für das, was der Herr getan hat in unserer Mitte, in unserem Land. Andererseits sehen wir weiter einen großen Bedarf. Wir werden also nicht aufhören als Evangelium 21. Wir sehen weiter einen großen Bedarf, dass Gemeinden weiter gestärkt werden.
Wir haben darüber gesprochen, dass wir manche Dinge vielleicht nicht mehr so viel tun müssen und andere Dinge ein bisschen mehr tun müssen, aber wir werden weitermachen als Evangelium 21. Und wir tun das in der Hoffnung, dass vielleicht in 15 Jahren einige von euch, die ihr jetzt vielleicht noch in euren Zwanzigern seid, hier stehen und uns Gottes Wort predigen werden.
Ja, noch viel wichtiger: Wir hoffen und beten dafür, dass der Herr aus unserer Mitte Männer und Frauen erweckt, die in 15, in 20 Jahren Gemeinden segnen, indem sie sich dort einbringen, vielleicht als Pastoren und Älteste, vielleicht als Leiter von einer ganz fruchtbaren Frauenarbeit, vielleicht in anderen Diensten, so dass diese Gemeinden weiter gestärkt und erbaut werden.
Das ist unser Gebet, das ist unsere Hoffnung, dass der Herr vielleicht auch diese Konferenz dazu gebrauchen mag, dass eine nächste Generation für einen treuen Dienst am Evangelium zugerüstet und gestärkt wird.
Der Brief des Apostels als Wegweisung
Und dieses Anliegen hatte einst schon der Apostel Paulus, als er am Ende seines Lebens in einer Gefängniszelle saß und wusste, dass er nicht mehr lange leben würde. Seine Hinrichtung schien beschlossen zu sein, und er griff ein letztes Mal zur Feder, um einen letzten Brief zu schreiben. Es war ein Brief aus Sorge um die Zukunft des christlichen Glaubens.
Stellt euch die Situation vor: Die Generation der Apostel stirbt aus. Und die große Frage ist: Wie wird es nun weitergehen? Bald wird eine neue Generation dafür sorgen müssen, dass die neu entstandenen Gemeinden treu weiter den Weg des Evangeliums gehen und an diesem guten Evangelium festhalten. Und eine neue Generation wird dafür verantwortlich sein, das Evangelium weiterzutragen, hin zu Orten, wo es noch keine Gemeinden gibt. Das ist das Herzensanliegen des Apostels.
Deswegen schreibt er seinem langjährigen, aber deutlich jüngeren Mitarbeiter Timotheus diesen Brief, den zweiten Timotheusbrief. Paulus kannte Timotheus zur Zeit der Abfassung dieses Briefes wahrscheinlich schon seit zwanzig Jahren. Er hatte ihn schon kennengelernt, als Paulus auf seiner ersten Missionsreise einst nach Lystra kam. Wir wissen, dass Paulus Timotheus zu Beginn der zweiten Missionsreise einlud, mit ihm zu reisen und ihn zu begleiten. Und wir wissen auch, dass Timotheus dann bei der dritten Missionsreise mit Paulus unterwegs war.
Ziemlich sicher war Paulus danach mit Timotheus in Ephesus, einer Gemeinde, die Paulus selbst gegründet hatte, und ließ Timotheus dort zurück, um diese Gemeinde weiterzuführen. Der erste Timotheusbrief spricht genau diese Situation an. Dort gibt Paulus Timotheus Hinweise, wie er diese Gemeinde auch in schwierigen und umkämpften Zeiten gut weiterführen kann.
Noch einige Zeit später war Paulus wieder im Gefängnis. Nach seiner dritten Missionsreise war er schon zwischendurch im Gefängnis gewesen, da war Timotheus übrigens auch bei ihm. Dann war er frei, dann hat er Timotheus in Ephesus gelassen, und dann wird Paulus wieder inhaftiert. Wir sind jetzt in dieser Situation. Und nun schreibt er einen weiteren Brief an Timotheus.
Der zweite Timotheusbrief ist in gewisser Weise das Testament des Apostels, sein letzter Brief. Und Paulus schreibt diesen Brief mit dem Herzensanliegen, dass sein junger Weggefährte Timotheus nun das Werk weiterführt, das Paulus begonnen hat, gerade auch nach dem Tod seines Mentors.
Diesen Brief wollen wir in den nächsten Tagen in sechs Predigten betrachten, und wir wollen uns zu Beginn nur den Briefanfang anschauen. Ich lese uns die ersten sieben Verse aus 2. Timotheus 1,1-7, und ich lese aus der Luther 20. Im Programmheft habt ihr die Schlachter-Übersetzung. Ihr werdet an einigen Stellen merken, dass es ein bisschen unterschiedlich ist. Hinter mir werdet ihr nachher dann Stück für Stück auch immer die Verse sehen, aus denen ich predige. Ich lese aus Gottes heiligem und irrtumslosen Wort. Und vielleicht darf ich in guter Christian-Wegert-Manier euch bitten, aufzustehen und so dem Wort Gottes Ehre zu erweisen.
Paulus, Apostel Christi Jesu, durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, an Timotheus, mein geliebtes Kind: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn.
Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen, wenn ich ohne Unterlass deiner gedenke in meinem Gebet Tag und Nacht. Und wenn ich an deine Tränen denke, verlangt mich, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde. Denn ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike. Ich bin aber gewiss, auch in dir.
Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du die Gabe Gottes erweckst, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Amen.
Der Anfang des Briefes und seine Absicht
Nehmt gerne wieder Platz. Dieser Briefanfang ist ganz offensichtlich sehr biografisch. Aber zugleich ist er auch sehr lehrreich für jeden, der das Anliegen hat, dass das Evangelium auch in der nächsten Generation noch treu weiter verkündigt wird.
Denn alles, wirklich alles, was Paulus hier schreibt, zielt darauf ab, Timotheus für den vor ihm liegenden Dienst zuzurüsten. Kein Wort ist verschwendet. Es ist alles Gottes Wort, es ist alles mit einer Intention geschrieben.
Und so werden wir sehen, dass Paulus schon zu Beginn in Vers 1 damit beginnt, dass er auf seine Berufung verweist und deutlich macht, dass diese eng verbunden ist mit einer grossartigen Verheissung. Damit will er Timotheus stärken und fokussieren.
Wir werden dann weiter sehen, wie er prägende Einflüsse erwähnt und Timotheus an sie erinnert. Und ihm damit Orientierung und Zuversicht gibt für seinen Dienst. Schliesslich mündet das in einem konkreten Auftrag, dem sich Timotheus widmen soll.
Das sind die drei Punkte dieser Predigt: Bedenke, was der Herr dir verheissen hat, folge dem Beispiel deiner Glaubensvorbilder und diene in der Kraft Gottes.
Und bevor wir darüber weiter nachdenken, möchte ich mit uns beten, dass er uns hilft, sein Wort zu verstehen. Ich bete mit uns.
Grosser Gott, wir wollen dir so danken, dass du ein Gott bist, der redet. Wir danken dir für dein Wort, für dein heiliges, für dein mächtiges, für dein irrtumsloses und dein unfehlbares Wort.
Sprich du zu uns und öffne du uns die Herzen, so dass wir wirklich Acht haben auf das, was du uns zu sagen hast. Mach uns bereit, uns durch dein Wort ins Leben sprechen zu lassen, uns ermutigen und stärken und herausfordern und ermahnen und in allen Dingen zurüsten zu lassen.
Herr, sprich du, deine Knechte hören. Amen.
Die Zusage des Lebens als Grundlage des Dienstes
Bedenke, was der Herr dir verheissen hat.
In Vers 1 nennt Paulus sich als den Autor dieses Briefes. Dabei verweist er auf seine eigene Berufung: Wir haben es gehört: Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheissung des Lebens in Christus Jesus.
Warum nennt Paulus sich hier zu Beginn Apostel? Warum schreibt er an Timotheus als Apostel? Warum betont er seine Autorität? Warum nicht, wie zum Beispiel an Titus, als Knecht Christi Jesu?
Ich meine, Timotheus hatte das nicht nötig. Timotheus musste nicht daran erinnert werden, dass sein Mentor Paulus ein vom Herrn selbst berufener Apostel war. Warum also Apostel?
Nun, weil dieser Brief nicht nur an Timotheus gerichtet war. Es war sicher ein Brief, der in gewisser Weise auch als Referenz diente für Timotheus. Und mit seiner Selbstbeschreibung als Apostel stärkt er auch seinen Mentee, den jungen Timotheus. Jedem sollte deutlich werden, dass Timotheus, um den es dann ging, wenn der Brief gelesen wurde, selbst von Paulus angesprochen und unterstützt wird. Er wird zugerüstet von einem Apostel, der durch den Willen Gottes dieses Amt empfangen hatte und sich nicht selbst dazu gemacht hat.
Ich glaube, wir verstehen das Prinzip. Wenn ein junger Mann hier in der Arche sich als besonders begabt erweist und sich vielleicht anderswo um eine Pastorenstelle bewirbt und dann Christian Wegert bittet, ihm eine Referenz zu schreiben, dann könnte Christian Wegert eine Referenz schreiben und sagen: Der Jan ist wirklich ein sehr begabter junger Mann, und wir schätzen ihn sehr. Euer Bruder Christian.
Oder er könnte den Brief unterschreiben mit: Herzliche Grüsse, Christian Wegert, Hauptpastor der Arche. Wenn die Empfänger Letzteres hören, dann wird ihnen klar: Hier verwendet sich einer für diesen jungen Mann, der selber eine grosse Gemeinde samt Missionswerk und Tochtergemeinden leitet. Das stärkt den jungen Mann.
Das ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was Timotheus hier vorzuweisen hat, wenn sich der grosse Apostel Paulus hinter ihn stellt. Das heisst: Schon diese ersten Worte sind mit Bedacht geschrieben und stärken die Position des Timotheus.
Und dann fährt Paulus fort und sagt, dass dieses Apostelamt eng verbunden ist mit der Verheissung des Lebens in Christus Jesus. Auch das ist eine Formulierung, die wir in keinem anderen Brief zu Beginn des Briefs finden.
Weisst du, was es mit dieser Verheissung auf sich hat? Es geht hier um ein Leben, das wir nicht von Natur aus in uns haben. Es ist eine Verheissung, etwas, das uns versprochen wird, und zwar jedem, der auf Christus Jesus vertraut.
Lass mich das zu Beginn dieser Konferenz sagen, weil vielleicht hier Menschen unter uns sind, die eingeladen wurden: Komm doch mal mit zu Evangelium 21, da hörst du bestimmt das Evangelium. Es ist gut, dass du das mal hörst, und es ist gut, dass du hier bist. Und ich möchte, dass du das vor allem hörst.
Diese Verheissung ist die Verheissung, dass wir nicht das bekommen müssen, was wir eigentlich verdient haben. Von Natur aus haben sich alle Menschen von Gott abgewandt. Wir leben nicht für Gott, wir dienen ihm nicht, sondern wir gehen unsere eigenen Wege. Wir wollen selbstbestimmt leben.
Und Gott hätte jedes Recht, uns deshalb zu verwerfen. Er hätte das Recht, uns zu richten. Aber weil Gott ein Gott voller Barmherzigkeit und Menschenliebe ist, sandte Gott seinen einen Sohn, Jesus Christus, in diese Welt, um stellvertretend für uns ein gehorsames Leben zu leben. Ein Leben mit vollkommener Liebe für seinen himmlischen Vater und voller Hingabe und Liebe auch für die Menschen.
Und dann nahm Jesus Christus die gerechte Strafe auf sich, die wir verdient hätten für unseren Ungehorsam, dafür, dass wir unsere eigenen Wege gehen. Er nahm die gerechte Strafe auf sich. Er starb am Kreuz von Golgatha, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele, um die Strafe, die du verdient hast, auf sich zu nehmen, so dass du von dieser Strafe befreit sein kannst.
Und dann ist er auferstanden von den Toten. In ihm ist Leben, Leben über den Tod hinaus, ewiges Leben. Und wenn du dich Jesus Christus zuwendest, wenn du ihn erkennst als den Retter, den du brauchst, wenn du ihm nachfolgst als den Herrn deines Lebens, dann gilt diese Verheissung dir: Du darfst leben. Schon hier auf Erden und dann weiter für alle Ewigkeit als jemand, der in Christus Jesus ist.
Das ist die Verheissung, um die es hier geht. Wenn du diese Verheissung für dich noch nicht ergriffen hast, dann bist du hier genau richtig. Du kannst eigentlich zu jeder Zeit dich nach rechts und links umdrehen, und ich denke, fast jeder andere hier ist liebend gerne bereit, dir mehr davon zu sagen. Verpass die Gelegenheit nicht.
Nur eins muss uns klar sein: Paulus schreibt das hier an Timotheus. Timotheus ist schon lange ein Nachfolger Jesu Christi. Was beabsichtigt Paulus hier mit diesen Worten, die er sonst in keinem seiner Briefanfänger gebraucht?
Ich glaube, er will Timotheus Fokus geben. Denn Timotheus muss damit rechnen, dass er Widerstand erfahren wird, so wie Paulus ihn erfahren hat. Und wenn dann Widerstand kommt, wenn es dann schwierig wird, wenn Leiden kommt, dann stellt sich die Frage, ob es sich wirklich weiter lohnt, treu das Evangelium zu verkündigen.
Am Ende dieses Briefs, im letzten Kapitel, das der Apostel Paulus hier geschrieben hat oder zumindest das uns von ihm überliefert ist, lesen wir in den Versen 7 und 8, wie Paulus Timotheus schreibt: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird.
Und dann ermutigt er Timotheus und sagt: Nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. Paulus steht hier an der Schwelle, diesen Siegespreis zu erhalten. Er hat seinen Lauf quasi vollendet. Und Timotheus soll klar vor Augen haben, dass dieser Siegespreis auch ihn erwartet, wenn er den Kampf seines Mentors weiterkämpft.
Deswegen erinnert Paulus Timotheus an diese Verheissung, die Verheissung des Lebens in Christus Jesus, gleich zu Beginn. Dafür lohnt es sich zu kämpfen, dafür lohnt es sich zu leiden.
Ich möchte dich fragen: Wie ist das bei dir? Dienst du deinem Herrn mit diesem Ziel vor Augen?
Ich sehe, manche junge Christen haben unrealistische Erwartungen an einen Dienst für Gott. Manche angehende Pastoren, vielleicht du, träumen von Dienst in grossen und wachsenden und von grosser Harmonie geprägten Gemeinden. Sie träumen von grossem gesellschaftlichem Ansehen. Sie träumen vielleicht davon, in 15 Jahren hier vorne zu stehen. In ihren Phantasien ist kein Platz für Herausforderungen, für Widerstand, für Leid.
Und solche idyllischen Phantasien, die gibt es nicht nur bei angehenden Pastoren, die gibt es bei vielen von uns tief in unseren Herzen. Viele haben, wenn sie einen Dienst in der Gemeinde übernehmen, Vorstellungen davon, wie schön und gut das sein wird. Und wenn sie dann die Realität des geistlichen Dienstes einholt, eines Dienstes, der immer umkämpft ist, weil es einen Widersacher gibt, der geistlichen Dienst nicht mag, dann ist ganz schnell eine grosse Desillusionierung da. Dann ist der Burnout vorprogrammiert und oft damit auch das Ende des Dienstes.
Seht ihr, deswegen ist es so gut und so wichtig, klar vor Augen zu haben, wofür wir diesen Dienst tun, was der Herr uns verheissen hat: kein leichtes Leben, aber eine Verheissung eines ewigen Lebens. Das heisst ja, wir müssen mit Widerstand und Leid rechnen, aber wir dürfen wissen: Es lohnt sich. Uns erwartet die Verheissung des Lebens in Christus Jesus.
So schreibt Paulus an die Römer im Römerbrief in Kapitel 8, Vers 18, dass er davon überzeugt ist, dass die Leiden dieser Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Lieber Christ, bedenke, was der Herr dir verheissen hat. Paulus erinnert Timotheus genau daran.
Vorbilder, die tragen und weitergeben
Und dann schaut er mit ihm darauf, welche Menschen in seinem Leben prägend waren. Er erinnert ihn an seine Glaubensvorbilder.
Ich lese uns noch einmal ab Vers 1 bis zum Ende von Vers 4, wie Paulus zuerst auf sich selbst verweist:
Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, an Timotheus, mein geliebtes Kind: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserem Herrn.
Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen, wenn ich ohne Unterlass deiner gedenke in meinem Gebet Tag und Nacht. Und wenn ich an deine Tränen denke, verlangt mich, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde.
Versetz dich einmal in die Situation von Timotheus hinein, als er diesen Brief liest, vielleicht als dieser Brief vorgelesen wird. Du empfängst einen Brief von deinem großen Glaubensvorbild, und er schreibt dir, dass er in dir seinen geliebten Sohn, sein geliebtes Kind, sieht. Er spricht dir göttliche Gnade, Barmherzigkeit und Frieden zu, und er reiht dich ein in seine Ahnengalerie, wenn er auf die Vorfahren verweist, die auch schon treu dem Herrn gedient haben. Und dann schaut er auf dich, als einen Sohn, der ihm nachfolgt.
Aber du bist es, für den er vor allem Gott dankt. Ja, dir sagt er, dass er beständig im Gebet an dich denkt. Er erinnert dich daran, wie es war, als ihr das letzte Mal auseinandergegangen seid, als Abschiedstränen flossen. Und er betont, wie sehr es ihm danach verlangt, mit dir Zeit zu verbringen, damit er ermutigt wird, damit er sich freuen kann.
Was würde das mit dir machen, einen solchen Brief zu bekommen? So viel Liebe, so viel Ermutigung, und das von einem Mann, den Timotheus hier sehr verehrt hat.
Seht ihr, was Paulus hier tut? Paulus reicht nicht einfach den Staffelstab weiter und sagt: Okay, Timotheus, jetzt bist du dran. Paulus hat Timotheus mitgenommen auf seinem Lauf. Er hat ihn gelehrt, er hat ihm vorgelebt, wie christlicher Dienst geht. Und jetzt, wo Paulus sagt: Mein Lauf ist jetzt zu Ende, du musst weiterlaufen, gibt er ihm noch so viel Ermutigung mit, damit Timotheus weiterlaufen kann. Das ist das, was hier geschieht.
Wir brauchen solche Leute in unserem Leben: Mentoren, Glaubensvorbilder, an deren Seite wir wachsen können, die uns lehren und die uns etwas vorleben, die uns mitnehmen und die uns dann, wenn sie uns senden, weiter ermutigen und stärken. Ich bin so dankbar für Männer in meinem Leben, die diese Rolle eingenommen haben, an deren Seite ich lernen durfte, die mich geprägt haben und die ich dann immer wieder anrufen konnte, denen ich noch einmal schreiben konnte und sagen konnte: Ich habe eine Frage, ich habe eine Herausforderung, was soll ich tun? Sie, die wir brauchen, solche Leute.
Ich möchte deutlich sagen: Dein Lieblingsprediger auf YouTube kann eine solche Rolle für dich nicht einnehmen. Du brauchst Menschen, die dich kennen, die dich tagtäglich prägen können, Menschen, deren Vorbild du sehen kannst, denen du nacheifern kannst, Menschen, die dich kennen und dich ermutigen, unterstützen, damit du weiter in deinen Gaben wachsen kannst, Menschen, die für dich beten. Seht ihr, was wir brauchen, sind nicht irgendwelche Superhelden mit einer Million Klicks. Was wir brauchen, sind echte Menschen, echte Vorbilder, an deren Seite wir kommen können, die vielleicht schon ein klein bisschen weiter auf dem Weg des Glaubens gegangen sind als wir.
Vielleicht ist es in deinem Leben nicht eine Person. Vielleicht ist es auch so: Ich habe keinen in meinem Leben, der diese Rolle einnehmen kann. Vielleicht ist es nicht eine einzelne Person, vielleicht sind es verschiedene Menschen. Vielleicht ist es jemand, der ein Vorbild darin ist, wie besonnen, wie durchdacht er auch in schwierigen Situationen bleibt. Jemand, der dich beeindruckt durch seine tiefe Weisheit, durch seine Glaubenskraft. Jemand, der sehr theologisch denkt und dich lehren und so prägen kann. Oder jemand, der für dich ein Vorbild ist in der Liebe, die er ausstrahlt.
Ich hoffe, du hast solche Menschen in deinem Leben. Such dir Menschen, schau auf sie und folge ihrem Glauben nach. Und dann sei für andere ein Glaubensvorbild. Dazu musst du nicht schon ganz alt sein, das kannst du schon in jungen Jahren tun. Ich bin so dankbar für Frauen in ihren Zwanzigern, die meinen Töchtern vom jungen Teenageralter an Mentorinnen waren und es teilweise noch sind. Ich preise Gott für solche Frauen, und ich preise Gott für Männer, die Ähnliches tun.
Und gleichzeitig kann ich sagen: Ich kenne nichts Schöneres, als für andere ein solcher Mensch zu sein. Was für eine Freude, sich in Menschen zu investieren und mit ansehen zu können, wie sie geistlich wachsen. Ich liebe unsere Trainees und die Generation der Trainees, die aus unserer Gemeinde schon hervorgegangen sind. Es macht mein Herz froh zu sehen, was Gott in ihnen tut. Männer, in die wir uns investieren durften für eine Zeit, und die Gott in besonderer Weise begabt hat und die Gott gebraucht hat, um Dinge zu tun, die wunderbar sind.
Verpass nicht die Gelegenheit, mitzuerleben, wie andere Menschen an deiner Seite wachsen, wie Gott dich gebrauchen kann, um andere weiterzuführen. Und auch wenn es dir nicht vergönnt war, einen guten Mentor zu haben, dann sei du trotzdem bedacht auf die nächste Generation. Sei du für die anderen so ein Mentor, wie du ihn gerne gehabt hättest.
Paulus hatte ein solches Glaubensvorbild in Timotheus, andersherum war Paulus ein solches Glaubensvorbild für Timotheus. Und er ist jetzt darauf bedacht, seinen Mentee Timotheus zuzurüsten, ihn noch zu ermutigen, damit er jetzt sein Werk weiterführen kann. Und deswegen verweist er auf sein eigenes Vorbild, auf seine eigene Liebe zu Timotheus.
Aber dann lenkt er in Vers 5 den Blick von Timotheus weg von sich hin zu seiner Großmutter und Mutter. Vers 5:
Denn ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike. Ich bin aber gewiss auch in dir.
Der Glaube in der Familie und seine Weitergabe
Ja, wir wissen aus Apostelgeschichte 16, dass Eunike, die Mutter von Timotheus, einen jüdischen Hintergrund hatte und dass wahrscheinlich sie und auch ihre Mutter Lois schon auf der ersten Missionsreise von Paulus, als er nach Lystra kam, zum Glauben kamen. Und wir wissen aus dem Fortgang dieses Briefes, in 2. Timotheus 3, dass diese beiden dem kleinen Timotheus das Evangelium gelehrt haben.
Sie haben getan, was alle guten christlichen Eltern und Großeltern tun sollten. Sie lehrten ihrem Sohn, ihrem Enkelsohn Timotheus, das Evangelium, das sie selbst aus Gottes Gnade heraus verstehen durften, und sie lebten es ihm vor. Und Gott gebrauchte das und schenkte Gnade, sodass auch Timotheus zum Glauben gekommen war.
Als Paulus dann auf der zweiten Missionsreise nach Lystra kam, da fand er in Timotheus einen inzwischen jungen Christen mit viel Potenzial. Deswegen konnte er ihn dann mitnehmen. Deswegen wurde er nun zum väterlichen Freund von Timotheus, um ihn weiterzubringen, um ihn zuzurüsten und auch von seinem Dienst mitzuprofitieren.
Aber bis Paulus ihn mit auf die Reise nahm, waren die Mutter und die Großmutter, Eunike und Lois, die wesentlichen Glaubensvorbilder. Sie hatten den kleinen Timotheus geprägt.
Ihr Lieben, es ist ein großer Segen, wenn Eltern ihre Kinder durch ihre Worte und auch durch ihr Glaubensvorbild helfen, mehr über den christlichen Glauben zu verstehen. Wir wissen, dass am Ende immer Gottes Gnade wirkt, durch die Menschen zum Glauben kommen. Aber Eltern sind ein Werkzeug in Gottes Hand, damit der Glaube weitergeht, von Generation zu Generation. Und was für ein Segen daraus entstehen kann, das wird mir hier an dieser Stelle sehr bewusst.
In dieser Gemeinde hat über Jahrzehnte Wolfgang Wegert einen ganz reich gesegneten Dienst getan. Bis heute ist er noch aktiv. Wolfgang und Gertrud waren nicht nur ein wunderbares Pastorenehepaar, das extrem segensreich hier in Hamburg gewirkt hat, sie waren auch Eltern, und sie haben in die nächste Generation investiert, in ihre eigenen Kinder. Was für ein Segen für die Arche, heute Christian Wegert hier als leitenden Pastor zu haben, weil Wolfgang und Gertrud treu ihrem Sohn und sicher auch seinen Geschwistern das Evangelium weitergesagt haben.
Lasst uns Gott danken für solche Eltern, für solche Glaubensvorbilder! Und die unter uns, die schon eigene Kinder haben, lasst uns darum bemüht sein, auch unseren Kindern solche Glaubensvorbilder zu sein, ja, vielleicht auch unseren Enkelkindern solche Glaubensvorbilder zu sein. Lasst uns ihnen Gottes Wort lehren, und lasst uns vor ihnen einen Glauben leben, der mit Gottes Hilfe und in Gottes großer Gnade ansteckend wirken kann, von Generation zu Generation.
Niemand prägt die nächste Generation mehr als ihre Eltern. Deswegen werde deinen Kindern zum Segen, indem du das tust, was Lois und Eunike für Timotheus taten. Sie gaben das Evangelium weiter, von Generation zu Generation.
Der Auftrag, die Gabe neu zu entfachen
Wir sehen also: Paulus erinnert Timotheus zuerst an die Verheißung, der er entgegenleben darf, an die Verheißung des Lebens in Christus Jesus. Dann erinnert er ihn an die Glaubensvorbilder in seinem Leben, an sich selbst, an seine Mutter und an seine Großmutter. Und schließlich ruft er Timotheus ab Vers sechs dazu auf, mit dem Ziel vor Augen, in Nachfolge seiner Glaubensvorbilder selbst den Glauben weiterzugeben.
Damit kommen wir zum dritten Punkt: Handeln in der Kraft Gottes. Ich lese uns die Verse sechs und sieben:
Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du die Gabe Gottes erweckst, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Ja, also: Aus diesem Grund. Weil du solche Glaubensvorbilder hast und weil der Glaube deiner Glaubensvorbilder, deiner Mutter und deiner Großmutter, auch das Vorbild von Paulus, nun auch in Timotheus wohnt, deswegen soll er nun auch weiter Verantwortung übernehmen. Die Gaben, die Gott ihm gegeben hat, die soll er nun auch einsetzen, so wie andere sie zuvor eingesetzt haben zu seinem Wohl.
Also: Wer viel empfangen hat, von dem wird auch viel gefordert. Timotheus war sehr privilegiert, hatte großartige Glaubensvorbilder, und nun erinnert Paulus ihn daran, dass diese Privilegien mit einer Verantwortung einhergehen. Jetzt bist du dran. Von klein auf hast du von deiner Mutter und deiner Oma die Heiligen Schriften kennengelernt, sie haben dich darin unterwiesen, sie haben dir den Glauben täglich vorgelebt, du durftest an meiner Seite, an der Seite des Apostels Paulus, viel lernen und erleben.
Also: Timotheus hat ein tolles Jüngerschaftsprogramm durchlaufen, und jetzt ist er dran. Er soll mit der Gabe, die Gott ihm anvertraut hat, nun dienen. Diese Gabe war einst von Paulus und anderen Leitern erkannt worden. Ich glaube nicht, dass Timotheus durch das Handauflegen jetzt plötzlich eine Gabe empfangen hat, sondern wahrscheinlich war es so, dass Paulus zusammen mit anderen Ältesten, die Timotheus einst als einen Mann mit großem Potenzial erkannt hatten, ihm die Hände aufgelegt, ihn eingesegnet und für einen Dienst eingesetzt haben.
Das klingt schon im ersten Timotheusbrief in Kapitel 4, Verse 13 und 14, durch. Da ist nämlich die Rede davon, dass Timotheus die Gabe nicht außer Acht lassen soll, sondern damit fortfahren soll, sie zu gebrauchen, und zwar mit Vorlesen, Ermahnen und Lehren.
Weiß darum: Timotheus hat Gaben empfangen. Timotheus ist ein Mann, der sehr begabt ist. Paulus als guter Mentor kennt seinen Zögling. Er weiß um seine Gaben und er weiß auch um seine Schwächen. Timotheus war wahrscheinlich von Natur aus etwas zögerlich, ängstlich, und unter Druck stand er in der Gefahr, von Furcht übermannt zu werden und sich vielleicht einfach wegzuducken.
Deswegen ermahnt Paulus ihn jetzt und sagt: Erwecke die Gabe Gottes, die in dir ist. Die Übersetzung „erwecken“ ist hier nicht so besonders hilfreich. Die Schlachter und die Elberfelder sprechen hier mehr von „anfachen“. Es ist wie ein Feuer, das angefacht werden soll, damit es wieder brennt, wie wenn es heruntergebrannt ist.
Ihr kennt das: Wenn so ein Lagerfeuer oder im Kamin vielleicht das Feuer ein bisschen runtergeht, dann pustet man hinein. Man pustet die Kohlen an, damit sie wieder anfangen zu glühen, damit wieder Flammen entstehen. Wir hatten zu Hause in meinem Elternhaus einen Kamin und einen Blasebalg, mit dem man Luft hineinblasen konnte, damit das Feuer wieder brennt.
In gewisser Weise ist das das, was Timotheus tun soll. Paulus weiß, was es ist, was er braucht, damit das Feuer wieder brennt. Er braucht nicht heiße Luft, einfach mit ein paar Worten: „Timotheus, ich gebe dir noch mal ein paar gute Tipps.“ Er braucht auch nicht einfach nur eine richtige Marschmusik: „Timo, auf geht’s, mach dir nicht gleich in die Hose.“ Nein, Paulus tut, was ein guter geistlicher Mentor tun sollte: Er verweist ihn auf die Quelle, auf Gott, hier konkret auf den Heiligen Geist.
Timotheus mag schwach und furchtsam sein, aber Gott hat seinen Geist in ihn hineingelegt. Und dieser Geist bevollmächtigt ihn, nun diese Schwäche, diese Furcht zu überwinden. Denn der Heilige Geist ist ein Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darauf soll sich Timotheus besinnen.
Das heißt: Der Heilige Geist ist in gewisser Weise das, was aus dem Blasebalg kommt. Das ist der Wind, das Pneuma, das ist das, was die Gabe neu entfacht. Wir brauchen den Geist Gottes, der in uns mehr Raum einnimmt, um unsere natürlichen Schwächen und Tendenzen zu überwinden.
Lieber Christ, wenn du mit Mutlosigkeit kämpfst, wenn du dich oft schwach fühlst, dann besinn dich auf den Herrn. Der, der Paulus, der Timotheus hier schreibt, ist ein Mann, der selbst um diese Schwäche wusste. Wir wissen, wie Paulus einst in Korinth so ermattet war, dass Gott ihn des Nachts ermutigen musste: Mach weiter, ich habe viele Menschen in dieser Stadt.
Paulus schreibt später im zweiten Korintherbrief davon, wie er in Zeiten großer Schwäche von Gott ein Wort empfangen hat, als Gott ihm sagte: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Lieber Christ, glaubst du das? Gott braucht nicht deine Stärke. Gott braucht nicht Menschen, die natürlich erfüllt sind von viel Mut. Gott wird darin verherrlicht, wenn er den Schwachen Kraft, Mut und Liebe gibt.
Deswegen, lieber Christ, erwecke die Gabe Gottes, indem du dich immer wieder neu auf Gott besinnst, auf den Gott, der auch schon in deinen Glaubensvorbildern gewirkt hat, die nicht aus sich heraus stark waren und große Dinge tun konnten. Denn alles, was wirklich geistlichen Wert hatte, das haben sie nicht aus eigener Kraft getan, sondern das hat Gott durch seinen Geist durch sie getan. Folge ihm nach, indem du die gleiche Kraft in dir und durch dich wirken lässt.
Paulus sagt zu Timotheus: Wenn du das tust, dann wird das Evangelium weiterlaufen von Generation zu Generation. Ihr Lieben, das gilt auch für uns hier und heute. Damit in unserem Land und bis an die Enden der Erde das Evangelium weiterlaufen kann, brauchen wir auch heute viele Paulusse und Timotheusse und Loise und Euniken. Seid du so ein Mann, sei du so eine Frau!
Ihr Lieben, lasst uns danach streben, die Gaben, die Gott in uns hineingelegt hat, in der Kraft des Heiligen Geistes einzusetzen. Lasst uns denen nachfolgen, die uns vorausgegangen sind, die uns geprägt haben, und lasst uns die nächste Generation dabei im Blick haben. Die nächste Generation braucht dein Vorbild, sie braucht deine Lehre, sie braucht deine Ermutigung und ein Gebet.
Wenn wir uns so von Gott gebrauchen lassen, da bin ich zutiefst davon überzeugt, dass das Evangelium weiterlaufen wird von Generation zu Generation. Und dafür möchte ich beten:
Großer Gott, wir wollen dir danken, dass du ein Gott bist, der schwache Menschen gebrauchen kann. Denn du wirkst durch deinen Geist gerade in denen, die schwach sind, mit Macht und Kraft. Herr, so wollen wir dich bitten, dass du das in unseren Herzen tust, dass du mehr Raum in unseren Herzen einnimmst durch deinen Geist, dass du unsere Furcht vertreibst, unsere Schwäche, dass du uns erfüllst mit deiner Kraft, mit Glaubensmut, den du schenken musst, dass du uns hilfst, mit deiner Besonnenheit kühlen Kopf zu bewahren, auch da, wo wir Widerstand erleben. Und wir wollen dich bitten, dass du einen jeden von uns so gebrauchst.
Ja, ich bete gerade für die vielen jungen Menschen hier in diesem Raum. Ich bete, dass du sie erfüllst mit deinem Geist, dass du sie ausfüllst, dass du sie zurüstest und begabst und dass du sie gebrauchst, noch zu Zeiten, wenn ich und manche unter uns nicht mehr da sein werden. Und wir wollen dich bitten, dass du sie gebrauchst, um wieder weitere zuzurüsten, sodass der Glaube sich weiter ausbreiten kann, bis du eines Tages wiederkommst.
Danke, dass wir dir so dienen dürfen und wissen dürfen: Eines Tages werden wir ankommen und die Verheißung des ewigen Lebens in Empfang nehmen, in Fülle in deiner Gegenwart. Hilf uns, diesem Tag entgegenzustreben, zum Wohle der Menschen und zum Lobpreis deiner herrlichen Gnade. Amen.