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Zurechtbringen

Matthäus 18,15-2029.09.1999
Warum Sünde in der Gemeinde nicht einfach laufen darf: Sie wirkt wie Sauerteig und frisst sich weiter. Ziel ist nicht Strafe, sondern den Bruder zu gewinnen – mit Klarheit, Liebe und echter Umkehr.

Der Ausgangstext und sein Zusammenhang

 Matthäus 18,15-20
Da schreibt Matthäus die Worte unseres Herrn:
Wenn aber dein Bruder sündigt, gemeint ist: gegen dich sündigt, so geh hin und überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde. Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der Gemeinde. Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde lösen werdet, wird es im Himmel gelöst sein. Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.
Ja, ich glaube, den letzten Vers kennen wir alle gut. Aber heute Abend müssen wir besonders darauf achten, in welchem Zusammenhang er steht.
Zunächst ein paar Fragen.
Erste Frage: Eine Bäuerin entdeckt einen faulen Apfel in ihrem Korb, mittendrin. Was macht sie? Sie sagt sich als schlaue Landwirtin: Das macht nichts, ein fauler Apfel. So viele gesunde, die gesunden, die werden den Faulen schon wieder auf die Beine helfen, der wird wieder heil.
Oder ein Schafhirte sieht, dass eines seiner Schafe mit einer ansteckenden Krankheit befallen ist. Was macht er? Er sagt sich: Da braucht man gar nichts zu unternehmen. Die gesunden Schafe, die haben solch starke Abwehrkräfte, die werden der Krankheit trotzen und werden auch das kranke Schaf mit ihrer Gesundheit anstecken.
Und ein drittes Beispiel: Ein Mann kommt zum Arzt mit einer sehr schweren Krankheit. Was empfiehlt der Arzt? Es ist vielleicht eine Krankheit, die fortschreiten könnte. Er sagt: Na ja, macht nichts, der gesunde Teil des Körpers ist so vital, der wird den Kranken schon überwinden.
Wir merken an diesen drei Beispielen, wie abwegig, wie absurd ein solches Verhalten wäre, aus der Biologie, aus der Anatomie und aus der Welt, in der wir leben. Keiner von uns würde so denken oder so handeln. Nur in der Gemeinde Jesu Christi verfallen wir manchmal in diese seltsame Logik. Da denken wir: Na ja, wenn da einer irgendwie daneben ist, das macht nichts. Lassen wir mal, die Gemeinde hat so viele Selbstheilungskräfte, die wird ihn schon ganz alleine wieder hinbiegen.
Nein, das ist nicht schriftgemäßes Denken. Die Gemeinde Jesu wird in der Schrift als Herde Gottes bezeichnet, sie wird aber auch Leib oder Körper genannt. Ein Körper ist ein Organismus. Das haben wir an diesen Abenden gehört. Und dieser Organismus besteht aus einzelnen Menschen, die herausgerettet sind aus Sünde und Welt. Aber es sind Menschen, die noch Schwachheit in sich tragen, die straucheln und fallen können, die auf einen falschen Weg kommen können, sowohl in der Lehre als auch im praktischen Lebenswandel.
Jeder von uns, die wir jetzt hier sind, trägt noch Schwachheit an sich und kann in handfeste Sünde fallen. Aber nicht jede Sünde wird dann gleich Gemeindezucht nach sich ziehen. Gemeindezucht, ein Eingreifen der Gemeinde im Blick auf Sünde im Leben eines Menschen, ist in bestimmten Fällen bei bestimmten Sünden angebracht.
In einem ersten Teil beschäftigen wir uns damit. Wir schauen ins Alte Testament und sehen da Gemeindezucht im Alten Testament.
Vielleicht ist euch schon aufgefallen beim Lesen der Mosebücher, vor allen Dingen des fünften Mosebuches, dass da immer wieder eine Formulierung sich wiederholt, nämlich: Israel sollte das Böse aus seiner Mitte wegschaffen. Gott wusste um die Ansteckungsgefahr der Sünde, und deswegen verbot er einen toleranten Umgang mit ihr. Sünde musste schon in Israel radikal ausgerottet werden.
Bei der Aufforderung: Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen, wurde der schuldige Israelit damals mittels Todesstrafe aus dem Volk Israel weggenommen.
Das Böse aus der Mitte wegschaffen finden wir in folgenden Zusammenhängen:
Bei Verführung zum Götzendienst. Götzendienst ist Verstoß gegen das erste Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Und wer verführt, andere Götter anzubeten, der sollte in Israel getötet werden.
Oder wer Götzendienst ausübte, zum Beispiel Himmelsanbetung, also Gestirnsanbetung, zum Beispiel in 5. Mose 17. Auch da musste er aus der Mitte weggeschafft werden.
Bei Rebellion gegenüber geistlichen und politischen Führern in Israel. Das ist sicher heute ein bisschen anders, also zumindest was die politischen Führer angeht. Und natürlich werden wir gleich sehen: Es gibt heute selbstverständlich keine physischen Strafen mehr.
Dann bei falschen Zeugenaussagen, 5. Mose 19. Auch da sollte das Böse aus der Mitte weggeschafft werden.
Bei ungehorsamen, widerspenstigen Söhnen. Die sollten gesteinigt werden. Ich wäre schon nicht mehr am Leben und vielleicht einige von euch auch nicht, ja.
Und dann ein großer Bereich sexueller Sünden von Männern und Frauen. Da werden konkrete Dinge genannt in 3. Mose 18, im ganzen Kapitel, auch in 3. Mose 20 und auch in 5. Mose 22.
Und dann gibt es noch einen Fall: Sklavenhandel, Menschenraub, wo Menschen geraubt wurden und dann verkauft in die Sklaverei. Auch das sollte gestraft werden, geahndet werden, mit der Todesstrafe.
Ihr seht, es sind sieben Dinge, wo in dem fünften Mosebuch steht: Das Böse sollte aus der Mitte weggeschafft werden. Wenn ihr so wollt: Gemeindezucht im Alten Testament, im Volke Israel.

Kontinuität und Unterschiede zwischen den Testamenten

Als Kontrast dazu nun die Gemeindezucht im Neuen Testament. Dabei werdet ihr Kontinuität und Diskontinuität sehen. Das heißt: Einige Dinge sind im Neuen Testament genau gleich geblieben wie im Alten, andere jedoch nicht, sondern sind anders.
Gemeindezucht im Neuen Testament: Ein klassisches Beispiel ist 1. Korinther 5. Dort geht es um grobe Unsittlichkeit, um einen blutschänderischen Verkehr. Ein jüngerer Mann hatte wohl ein Verhältnis mit seiner Stiefmutter. In 1. Korinther 5 sollte deshalb eingegriffen werden, schreibt Paulus der Gemeinde.
Dann wird in 1. Korinther 5,11 eine ganze Reihe von „Sünden“ aufgezählt, zum Beispiel Unzucht. Unzucht meint im Neuen Testament jegliche Form sexueller Sünde, also vorehelichen und außerehelichen Geschlechtsverkehr, Homosexualität, Sodomie, alles ist in diesem einen Wort Unzucht eingeschlossen.
Dann wird Habsucht genannt. Das ist einfach ein Leben über die eigenen Verhältnisse. Man hat nicht genug Geld, aber man kauft und kauft immer weiter, macht Schulden und so weiter, letztlich aus Habsucht. Es kann natürlich auch sein, dass man keine Schulden hat, aber sehr viel Geld besitzt und es dennoch krampfhaft festhält. Man hat irgendwie einen Krampf in der Hand oder anderswo und kann einfach nicht geben. Man ist geizig, man ist habsüchtig, man will es nur für sich. Das ist in so einem Fall sehr schwer mit Gemeindezucht zu fassen, weil das heute auch Sparsamkeit genannt werden könnte oder gutes Wirtschaften. An diesem Punkt ist es sehr schwierig, aber es wird hier genannt: Habsucht.
Dann Götzendienst. Das ist die Anbetung von Statuen, aber auch Süchte jeglicher Form sind letztlich Götzendienst, wenn man irgendwelchen Dingen verfallen ist und nicht mehr von ihnen loskommt. Trunksucht wird extra genannt. Das meint einen regelmäßigen betrunkenen Zustand, auch wenn es nur einmal im Monat ist, also regelmäßig. Man spricht ja auch von Quartalssäufern. Dann Diebstahl, also die Unterschlagung von Geld, einfach das Stehlen von Geld, auch Hinterziehung und ähnliche Dinge. Dann Lästerung, also vorsätzliches böses Reden gegen einen Gläubigen. Das Griechische hat zwei Worte für lästern. Das eine Wort ist Gottlästerung, das ist Blasphemie, blasphēmeō, Gott lästern. Das steht hier aber nicht. Hier steht ein anderes Wort für lästern, nämlich vorsätzliches böses Reden gegen Gläubige. Auch das wird Lästerung genannt. Man sagt ja auch: Der oder die ist ein Lästermaul. Er redet einfach ehrfurchtslos über andere Christen zum Beispiel.
Dann in Matthäus 18,15, die Stelle, die wir eben gelesen haben: Da ist die Ursache ungelöster persönlicher Konflikte. „Wenn dein Bruder an dir sündigt“ – das „an dir“ ist in Klammern, aber so ist es im ganzen Zusammenhang gemeint, und es gibt auch Handschriften, in denen dieses „an dir“ steht. Gemeint sind ungelöste persönliche Konflikte. Ein Mensch sündigt an mir, ich sehe das, ich registriere es und mache ihn darauf aufmerksam, und er will nicht davon lassen, er will nicht Buße tun. Alles, was hier genannt ist, ist so zu verstehen: nicht, wenn jemand in irgendeine Sünde hineinrutscht. Man kann in alle möglichen Dinge hineinrutschen, wenn uns die Gnade Gottes nicht bewahrt. Das ist nicht gemeint, sondern wenn man in Sünde hineinfällt und nicht bereit ist, Buße zu tun, und in dieser Sünde verharrt, obwohl man ermahnt wird, liebevoll ermahnt wird, von Geschwistern, vielleicht sogar von der ganzen Gemeinde, und man hat die Sünde lieb und will sie nicht aufgeben, dann kann als letzter Schritt ein Ausschluss aus der Gemeinde erfolgen. Er muss erfolgen, wenn der Betreffende oder die Betreffende verharrt.
Aber wir müssen noch zwei Dinge betrachten. In Titus 3 und Römer 16 wird auch genannt, wenn Leute Parteiungen und Ärgernisse in der Gemeinde anrichten, im Sinn von: Sie zerstören die Einheit der Gemeinde durch Überbetonung irgendwelcher nebensächlicher Lehren. Mit anderen Worten: Sektierertum, Sektiererei. Wenn sie anfangen, wegen irgendeiner untergeordneten Lehrfrage zu spalten, sie in den Mittelpunkt stellen und nicht damit aufhören, dann spalten sie die Gemeinde, ziehen andere hinter sich und richten Parteiung und Ärgernis an.
Und in 1. Timotheus 1 werden Alexander und Hymenäus genannt, die gotteslästerliche Irrlehren verbreiteten, indem sie behaupteten, die Auferstehung sei schon geschehen. Sie haben sich nicht korrigieren lassen. Das war eine Lehre, die Gott gelästert hat, die ihn in Misskredit gebracht hat und die gesunde Lehre beschädigte. Auch da hat Paulus die beiden dem Satan übergeben, wie es an der Stelle heißt.
Die Bibel spricht in 1. Korinther 5, der oben genannten Stelle, vom Sauerteig in diesem Zusammenhang. Ihr alle wisst um die Wirkung des Sauerteigs: Er breitet sich aus. Es ist ein chemischer Prozess. Er durchdringt schleichend. Und wenn Sünde in der Gemeinde geduldet wird, also Sünde, die offenbar geworden ist, die bekannt geworden ist, die gerichtet werden kann, und sie wird geduldet, dann besteht Ansteckungsgefahr. Oder die Gefahr des Sauerteigs, dass es weitergeht, dass es andere erfasst und immer mehr Schaden anrichtet.
Gemeindezucht hat deshalb auch einen abschreckenden Charakter und einen Schutzcharakter für alle anderen Gläubigen. Sie fördert die Heiligung und die reine Erhaltung der Gemeinde. Aber das ist nicht das Hauptziel, dass die Gemeinde nur ganz rein erhalten wird. Es geht zuerst und vor allen Dingen um Gott. Sünde betrübt Gott, Sünde entehrt Gott, und das ist immer der Hauptgrund. Darum muss Sünde aus unserem Leben hinweggetan werden und auch aus der Gemeinde.

Das Ziel der Zucht und der Schutzraum der Gemeinde

Wo ist nun der große Unterschied zwischen Altem und Neuem Testament? Einmal besteht er im Umgang mit dem schuldig Gewordenen.
Wir haben eben gesehen: Im Alten Testament war das Züchtigungsmittel die Todesstrafe. Er wurde gesteinigt oder hinausgetan aus dem Lager und getötet. Aber das gibt es natürlich im Neuen Testament nicht mehr.
Paulus spricht davon, dass der unbußfertige Gläubige hinausgestoßen wird in die Welt. Und er kann das gleichsetzen mit: Er wird dem Satan übergeben. Warum? Weil der Satan Herr ist in dieser Welt, weil er der Fürst dieser Welt ist, weil das sein Herrschaftsbereich ist.
Die Gemeinde ist eine Zone, wo Gott herrscht, wo Christus herrscht, und sie ist ein Schutzraum für die Gläubigen. Und jeder, der hinausgetan wird aus der Gemeinde, ist wieder in der Welt, im Herrschaftsgebiet des Teufels. Darum kann Paulus auch synonym sagen: Er ist dem Satan übergeben worden. Er könnte genauso gut sagen: Er ist hinausgestoßen worden in die Welt, raus aus der Gemeinde, unter das Herrschaftsgebiet des Feindes.
Und der Teufel kann dann sogar das Fleisch verderben, wie Paulus sagt. Das kann unter Umständen auch den Tod des Betreffenden bedeuten. Er kann den Betreffenden wegnehmen, er kann ihn zu Tode kommen lassen, auch durch die Sünde, in der er vielleicht verharrt, sodass sie ihn so schwächt und am Ende dem Tod bringt.
Wir sehen: Es ist schwerwiegend, den Schutzraum der Gemeinde verlassen zu müssen. Doch Gott hat mit der Gemeindezucht letztlich die Rettung des Sünders im Blick. So ist eine der zahlreichen Maßnahmen, die Gott eben trifft, um einen Sünder wieder zurechtzubringen, dass er liebevoll ermahnt wird, von einem, von mehreren, von der ganzen Gemeinde. Oder, wenn es gar nicht anders geht, ausgeschlossen wird, die Gemeinschaft entzogen bekommt von den Gotteskindern, sodass er wieder in der Welt ist unter dem Herrschaftseinfluss des Teufels.
Aber nicht damit er jetzt verloren ist, auf Nimmerwiedersehen, sondern damit er zurechtgebracht wird und am Ende doch sein Geist gerettet wird am Tag des Herrn.
Das sind sehr schwere Gedankengänge, die Paulus da vor allen Dingen entfaltet in seinen Briefen. Aber letztlich halten wir fest: Das Ziel ist, dass Gott zurechtbringen will, er will retten. Es geht nicht darum, nur jemanden loszuwerden, dass wir als Gemeinde jemanden loswerden wollen, der unbequem geworden ist, der vielleicht unser Renommee als Gemeinde schädigt, der muss raus, oder gar Vergeltung üben, dass wir Vergeltung üben an ihm, der hat irgendwie so böse gesündigt, vielleicht die ganze Gemeinde noch damit verletzt. Und jetzt will man einfach loswerden, raus mit dem, den wollen wir nicht mehr haben.
Das kann nicht das Motiv der Gemeindezucht sein, es darf es nicht sein, sondern immer zurechtbringen.

Warum Gemeindezucht notwendig ist

Ich will in einem dritten Gedankengang nochmals zusammenfassen, warum Gemeindezucht so eminent wichtig ist, damit das jeder von uns versteht. Es kann eines Tages der Anlass da sein, dass wir als Gemeinde Zucht üben müssen, dass wir so vorgehen müssen, wie es unser Herr hier beschrieben hat. Es wäre gut, wenn wir das schon vorher verinnerlicht hätten und angenommen hätten, was der Herr sagt. Dann wird es uns viel leichter fallen, auch so zu handeln, wie er es möchte.
Also, warum Gemeindezucht? Erstens schreibt Don Baker in seinem Buch, das ich euch nachher noch vorstellen werde: Weil Gott durch Gehorsam geehrt werden will.
Es gibt eine ganze Reihe Stellen in der Schrift, im Neuen Testament, die ganz klar Gemeindezucht lehren. Zum Beispiel Matthäus 18, die Stelle, die wir gelesen haben als Ausgangstext. Dort wird gelehrt, dass ein sündiger Bruder, ein Sündigender, der nicht von selbst Buße tut, ermahnt werden soll: zuerst unter vier Augen, dann halböffentlich, unter sechs bis acht Augen, und dann von der ganzen Gemeinde. Ganz klar, das hat unser Herr gelehrt.
Wir haben auch eine Illustration in Apostelgeschichte 5, ein Beispiel an Ananias und Saphira. Gott selbst hat Gemeindezucht geübt, er hat sie hinweggenommen aus der Gemeinde. Die Ausleger streiten darüber, ob wir sie im Himmel wiedersehen werden. Wenn wir die Aussagen des Paulus nehmen und davon ausgehen, dass sie wahre Gläubige waren, dann hat Gott sie weggenommen, auf dass ihr Geist errettet werde am Tag des Herrn. Warten wir es ab, ja?
 1. Korinther 5,1-11 lehrt, dass eine Gemeinde auf Sünde in ihrer Mitte reagieren muss. Da kann eine Gemeinde nicht sagen: Das ist dessen Privatsache, das geht uns nichts an, da halten wir uns raus, da schauen wir zu. Das geht nicht, ja? Eine Gemeinde muss Leid tragen, wenn so etwas in ihrer Mitte geschieht, und sie muss dann handeln, reagieren, so wie es das Neue Testament lehrt.
In 1. Thessalonicher 5,14 wird uns befohlen, dass wir die Unordentlichen zurechtweisen sollen. Die Unordentlichen, das sind zum Beispiel solche, die sagen würden: Ach nee, ich arbeite nicht mehr, die Entrückung wird bald kommen. Ich arbeite nicht mehr, ich zahle auch keine Krankenversicherung mehr und keine Rentenversicherung, es kommt eh bald die Entrückung. Das ist unordentlicher Wandel nach dem ersten Thessalonicherbrief. Da müssen wir zurechtweisen.
 2. Thessalonicher 3,6-15 fordert uns auf, zu warnen und gegebenenfalls uns zurückzuziehen von Geschwistern, die unordentlich wandeln. Wirklich sich von ihnen zurückzuziehen, ihnen die Gemeinschaft zu entziehen, ist noch nicht der letzte Schritt der Gemeindezucht, sie hinauszutun, aber sie schon zu meiden und sie der Gemeinschaft einfach zu berauben.
 Titus 1,13 lehrt, dass diejenigen, die Unwahrheiten verbreiten, scharf zurechtgewiesen werden müssen. Und Titus 3,10 gebietet, dass Leute, die Streit und Spaltungen verursachen, abgewiesen werden sollen, nachdem sie ein- oder zweimal ermahnt wurden. Das ist ein Sonderfall, auf den wir gegen Ende noch einmal kommen.
Aber das sind alles Stellen im Neuen Testament, die uns als Gemeinde auffordern, zu reagieren, wenn Sünde offenkundig geworden ist und Brüder oder Schwestern nicht bereit sind, die Sünde aus ihrem Leben hinwegzutun. Dann sind wir als Gemeinde gefordert, wenn wir Gott gehorsam sein wollen. Wenn wir Gott nicht gehorchen wollen, dann können wir es unterlassen. Aber der Herr hat es befohlen, es ist nicht in unser Belieben gestellt. Wir sollen so handeln.

Wiederherstellung, Reinheit und Warnung für andere

Zweitens: Warum Gemeindezucht? Weil Gott Sünder zurechtbringen will. Wir haben es eben schon gehört. Aber schaut noch einmal auf den Ausgangstext in Matthäus 18,15: Wenn dein Bruder sündigt, geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.
Darum geht es: den Bruder gewinnen. Das muss man in der Bibel anstreichen, ja? Darum geht es, den Bruder zu gewinnen, nicht einen Sünder so schnell wie möglich loswerden zu wollen.
Und darum noch einmal die Stelle aus 1. Korinther 5,5: Selbst dieser Unzüchtige, der da ein Verhältnis mit der Stiefmutter hatte, Paulus sagt, er muss hinausgetan werden, dem Satan übergeben werden, in die Welt, aus dem Schutzraum der Gemeinde raus, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn. Paulus sagt das auch bei ihm, damit er eines Tages im Himmel wiedergefunden wird.
 2. Korinther 2,8 sagt, dass dem einsichtigen Sünder Liebe erwiesen werden soll und er soll wieder aufgenommen werden in die Gemeinde. Wenn er wirklich Buße getan hat, wenn die Zucht bei ihm gegriffen hat, dann wird es vergessen. Dann wird er herzlich umarmt, und dann darf nichts nachgetragen werden. Dann muss die Gemeinschaft wieder genauso herzlich sein wie vorher.
Selbstverständlich wird es da eine Zeit der Bewährung geben. Wenn er vorher Aufgaben in der Gemeinde wahrgenommen hat, dann wird er nicht sofort wieder an der Kanzel stehen oder was es sein mag.
Und Galater 6,1 fordert die ganze Gemeinde auf, dem Gefallenen, einem, der von einem Fehl übereilt wurde, zurechtzuhelfen. Die ganze Gemeinde, jeder Gläubige, hat die Verantwortung, einem Gefallenen zurechtzuhelfen. Ein ganz klassischer Vers, Galater 6,1, auch für die Seelsorge. Da zeigt uns die Bibel, dass jeder Christ grundsätzlich berufen ist, Seelsorge zu üben. Ja, es haben nicht alle die Gnadengabe der Seelsorge, die Gabe des Ermahnens, aber jeder Christ ist berufen, anderen zu helfen, die gefallen sind.
Don Baker schreibt dazu noch: Das Ziel der Züchtigung ist immer Wiederherstellung, nie Vergeltung. Das müssen wir uns wirklich verinnerlichen, ja, das dürfen wir hinter unsere geistlichen Ohren schreiben. Das Ziel ist immer Wiederherstellung.
Allerdings muss ich sagen, ich habe schon oft gehört, dass Zucht geübt wurde in Gemeinden, aber es ist selten, dass sich Leute wiederherstellen lassen. In russlanddeutschen Gemeinden wird allerdings sehr viel Zucht ausgeübt, muss ich sagen. Da kommt es auch ab und zu vor, dass Leute wieder zurückkommen, so höre ich es jedenfalls. Aber ansonsten ist es sehr selten, dass Leute wirklich dieses Zurechtbringen an sich geschehen lassen.
Trotzdem, da brauchen wir nicht nach der Quote fragen, ja. Wir haben bei jedem das gleiche Ziel vor Augen: Der Herr kann diesen Sünder wieder zurechtbringen. Gottes Ziel ist es auf jeden Fall, und es sollte auch unser Ziel sein, auch wenn wir statistisch gesehen sagen müssen, es kommt leider selten vor.
Drittens: weil Gott die Reinheit der Gemeinde erhalten will. In 1. Korinther 5 wird eben gesagt, dass Sünde wie ein Sauerteig ist und dass wir den alten Sauerteig ausfegen sollen. Das ist ja gerade der Zusammenhang mit dieser Sünde, die in Korinth war. Und die Gemeinde in Korinth sollte auch diese offenbar gewordene Sünde ausfegen und hinaustun. Sie sollte die Gemeinde rein erhalten. Das ist auch ein Aspekt, aber es ist nicht der Hauptaspekt. Darum wird er jetzt hier an dritter Stelle genannt und nicht an erster.
Das Erste ist: Wir wollen Gott gehorchen. Das Zweite ist: Wir wollen zurechtbringen. Und das Dritte ist: Wir wollen auch schauen, dass die Gemeinde, die Gottes Tempel ist und Gottes Wohnstätte, rein erhalten wird.
Unbereinigte Sünde schwächt die ganze Gemeinde. Wenn ihr nicht Einhalt geboten wird, durchdringt sie den ganzen Leib. Gott will seine Gemeinde immer und immer wieder reinigen. Er will uns immer wieder reinigen, jeden Tag, und er will auch seine Gemeinde reinigen. Aber wir müssen auch bereit dazu sein.
Viertens: weil Gott andere Christen vor der Sünde warnen will. Wo in dieser Weise, wie es das Neue Testament lehrt, gehandelt wird, da geschieht auch eine gesunde Form von Abschreckung. Da werden andere ermahnt. Ganz automatisch werden sie gewarnt, auch diesen Weg zu gehen.
Das war auch schon in Israel damals so. In 5. Mose 13,12 steht: Und ganz Israel soll es hören, dass sie sich fürchten und in deiner Mitte nicht länger so etwas wie diese böse Sache tun. Da sollte eben einer gesteinigt werden wegen Götzendienst. Das sollte öffentlich sein. Das ganze Volk sollte das sehen und hören, damit sie sich einfach fürchten, Gottes Furcht haben.
 1. Korinther 5,6-7: Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja bereits ungesäuert seid. Unsere Stellung ist ungesäuert. Es ist wieder wunderbar, wie hier auch die Schrift Stellung und Wandel zeigt. Er sagt: Fegt den alten Sauerteig aus. In eurem Wandel muss sich das zeigen, ja, dass wir die Sünde, die in unser Leben gekommen ist, hinaustun. Ihr seid ja bereits ungesäuert. Unsere Stellung ist, wir sind rein in dem Herrn Jesus, wir sind rein um des Wortes willen.
Und in 1. Timotheus 5,20: Die, die da sündigen – ich habe über die Stelle noch einmal nachgedacht, ich muss mich korrigieren zu unserem Gespräch neulich, als wir zusammen waren –, hier sind doch Älteste gemeint, die sündigen. Wenn auch Älteste sündigen, weise vor allen zurecht, damit auch die übrigen Furcht haben. Auch Älteste sündigen, ja, leider. Wir hatten ein Gespräch unter uns, und ich dachte, ohne lange nachgedacht zu haben und den Kontext geprüft zu haben, es würde sich da auf die beziehen, die die Ältesten beschuldigen. Aber das ist nicht der Fall. Der Kontext zeigt ganz klar, und ich habe auch nachgelesen in verschiedenen Auslegungen: Die da sündigen, nämlich Älteste, die sündigen, die sollen sogar vor allen zurechtgewiesen werden.
Wenn Älteste zurechtgewiesen werden können vor der ganzen Gemeinde, wie viel mehr dann auch alle Gemeindeglieder einfach Furcht bekommen, Ehrfurcht vor Gott und ein Erschrecken über die Sünde in ihrem Leben.
Das war noch einmal eine Zusammenfassung: vier Punkte, warum Gemeindezucht von Gott her gesehen ausgeübt werden soll.

Die praktische Reihenfolge des Vorgehens

Jetzt kommen wir aber zur Praxis. Wie soll das nun ablaufen, konkret, im Ernstfall? Wie geschieht Gemeindezucht, wie ist die Vorgehensweise?
Unser Herr hat sie uns hier entfaltet. Manche Dinge finden wir in den Evangelien. Übrigens ist dies einer der ganz wenigen Stellen in den Evangelien, wo das Wort Gemeinde vorkommt, hier in diesem Zusammenhang in Matthäus 16 und jetzt auch hier in Matthäus 18.
Was sollen wir tun, wenn wir einen Bruder sehen, der von einem Fehltritt übereilt wurde, oder eine Schwester? Was sollen wir dann konkret tun?
Zunächst: Was wir nicht tun sollen. Wir sollen uns nicht freuen, dass wir etwas zum Verurteilen gefunden haben. „Ich habe es doch gewusst, dass der, wenn der immer den Schnabel so vollnimmt, dass es den mal erwischen wird. Und jetzt liegt er mal auf der Nase. Das hat er jetzt mal davon.“ Wir sollen uns nicht freuen. Schadenfreude, dass da endlich auch mal einer gefallen ist, der vielleicht uns mal ermahnt hat, als wir, wegen einer viel kleineren Sache, Hilfe brauchten. Und jetzt hat es ihn so richtig hingehauen. „Na, das hat er jetzt davon. Vielleicht, weil er so stolz war und mich ermahnt hat, jetzt hat es ihn richtig hingehauen.“ Das wäre völlig falsch.
 1. Korinther 5,2. Wir sollen Leid tragen, sagt die Schrift. Die Korinther haben gar nicht Leid getragen, dass so etwas in ihrer Mitte vorkommen konnte. Wirklich, die erste Reaktion muss sein, dass wir an unser Herz schlagen und sagen: Herr, es beugt mich, dass das in unserer Gemeinde passiert ist. Und ich weiß, es hätte in meinem Herzen auch hochkommen können. Ich will mich nicht überheben über die Schwester und über den Bruder. Es tut mir so leid, dass das passiert ist.
Und dann nicht mit Unbeteiligten darüber sprechen. Ich habe schon wiederholt gesagt: eine alte Gebetsformulierung von Pfarrer Körper, dem Gründer der Liebenzeller Mission, der hat gebetet: Herr, lass mich mit den Unheiligkeiten anderer heilig umgehen. Das ist ein gutes Gebet, ja? Lass mich mit den Unheiligkeiten anderer heilig umgehen. Nicht mit Unbeteiligten darüber sprechen und es weitertratschen.
Wir sollen den oder die Gefallenen nicht verdammen und nicht als Person ablehnen, sondern den Bruder oder die Schwester von Herzen zurechtbringen wollen. Was sollte unsere Haltung sein? Leid tragen, verschwiegen sein, darüber beten, es ins Gebet nehmen und den Wunsch haben, diesem Bruder oder dieser Schwester zu helfen.
In Galater 6,1 haben wir vorhin die Stelle gehört: Wenn ein Bruder von einem Fehltritt übereilt wird, so helft ihr, die ihr geistlich seid, ihm zurecht. Ihm zurecht helfen, zurechtbringen. Da steht übrigens im Griechischen ein Wort, das heißt Kathartizo. Das heißt Netze flicken. Das wird verwendet in Matthäus 4,21, wo Petrus mit seinen Gehilfen dasteht am See Genezareth und die Netze geflickt hat.
Netze flicken: So sollen wir dem anderen zurechthelfen. Sein Netz wieder flicken, ja, und auch das Netz der Gemeinde. Da ist ein Riss geschehen, da ist Sünde eingedrungen in das Leben eines Menschen und damit auch in unsere Gemeinde. Jetzt helfen, das Netz wieder zu flicken, dass die Sünde hinausgetan wird, dass dem Bruder oder der Schwester geholfen wird und das Netz wieder hält.
Das heißt: unter vier Augen sprechen, in der Haltung der Demut, des Sanftmuts, des Leidtragens, des Unter-die-Last-Gehens. Ich denke mit großer Freude daran zurück, wie Brüder in dieser Haltung mit mir gesprochen haben und wie sie mich zurückholten von dem falschen Weg. Das muss ich wirklich sagen: Das schätze ich immer, wenn Brüder oder Schwestern mich so ansprechen, mich auf Dinge aufmerksam machen.
Gewiss, es kann auch mal sein, dass sich im ersten Augenblick innerlich etwas sperrt oder auch mal etwas hochkommt. Aber wir sind Menschen. Wenn wir das geistlich wieder unter den Füßen haben, sollten wir immer dankbar sein, wenn ein Bruder oder eine Schwester uns zurechthelfen will. Das heißt nicht immer, dass wir das annehmen können, genauso wie es der andere sagt. Aber zumindest sollten wir darüber nachdenken, darüber beten und eventuell Konsequenzen ziehen.
Dieter, es gibt einen Bruder, den kennen wir. Der heißt Sigismund, du weißt, wie der Nachname ist, den sage ich jetzt nicht, ja. Und der hat mich mal an die Seite genommen. Du kennst ihn, der hat so eine liebe, sanfte, brüderliche Art. Und allein schon seine Stimme, ich wäre bald zerflossen, ja. Er hat mich ermahnt, er hat mich wirklich zur Brust genommen, aber es hat mir fast gut getan, wie er das gemacht hat. So ein lieber Mensch, ja. Und ich konnte ihm das gar nicht übel nehmen, wirklich beim besten Willen nicht, ja. Und er hat mir damit auch geholfen mit diesem Dienst.
Ich denke auch gerne daran, wie ich in den letzten fast zwanzig Jahren den einen oder anderen auch von falschen Wegen zurückrufen durfte, wo ich es auch hier und da mal miterleben durfte, wie sich jemand hat zurechtbringen lassen. Das sind sehr schöne Erfahrungen.
Aber ich muss auch sagen: Ich denke mit Schmerz an die Geschwister, die sich nichts sagen ließen und die ihren sündigen und falschen Weg stur weitergingen, zum Teil bis zum heutigen Tag. Es ist ja auch so einfach, wenn man in einer Gemeinde, zum Beispiel wenn da ein Verhalten nicht durchgelassen wird, wenn da Brüder kommen und ermahnen, dann geht man weg aus der Gemeinde und geht durch die Hintertür in die nächste Gemeinde wieder rein. Wenn diese Gemeinde sich nicht biblisch verhält und nicht nachfragt: „Hör mal, wo kommst du her? Da rufe ich mal die Ältesten an und frage mal, ob du dort im Frieden weggegangen bist“ usw. Welche Gemeinde macht das heute noch? Nur noch ganz wenige.
Dann ist schwuppdiwupp in einer anderen Gemeinde drin, und die freut sich vielleicht sogar: Wieder einer mehr. Also wenn mein sündiges Verhalten in meiner Gemeinde nicht toleriert wird, dann sollte ich dafür dankbar sein, dass meine Gemeinde nach biblischen Grundsätzen handelt und bereit ist, mich zurechtbringen zu lassen.
In Matthäus 18 spricht der Herr Jesus von einem Menschen, der gesündigt hat. Und ich habe es gesehen, ich habe davon Kenntnis. Ich vermute es nicht nur, ich habe wirklich ganz klar gesehen, gehört, mitgekriegt, miterlebt, wie ein Bruder oder eine Schwester gesündigt hat. Was soll ich nun tun? Was befiehlt der Herr in einem solchen Fall? Er befiehlt ein Vorgehen in vier Schritten.

Die ersten beiden Schritte: Gespräch und Zeugen

Erster Schritt: das Vier-Augen-Prinzip. Die Angelegenheit soll unter vier Augen geregelt werden. Der Herr Jesus sagt: Geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Das ist so logisch, so klar. Und doch machen wir es manchmal nicht.
Was machen wir? Da hat jemand an uns gesündigt, und wir gehen als Erstes ans Telefon, rufen den und die an und erzählen es weiter, bevor wir den direkten Weg gehen und den Betroffenen selbst um ein Gespräch bitten. Die Folge ist, dass sich die Angelegenheit verbreitet. Es kann zum Steppenbrand werden, und der Hader, der Unmut, wird in vielen Herzen vervielfältigt.
Lass uns doch diese Weisung Jesu beherzigen. Sündigt dein Bruder oder deine Schwester an dir, geh hin und regel das zuerst mit ihm allein, unter vier Augen. Es ist der direkte Weg. Das Ziel ist, dass er seine Schuld erkennt, dass er Buße tut und wieder ins Reine kommt, mit seinem Herrn und auch mit mir. Man betet zusammen darüber, und die Sache ist erledigt, und niemand muss das mehr erfahren.
Beweise deine Liebe, indem du ihn oder sie zurechtbringen möchtest. Wenn du den Bruder in seiner Sünde laufen lässt, handelst du mindestens so lieblos wie er, der gegen dich gesündigt hat. Also: Jesus lehrt, überführe ihn zwischen dir und ihm allein.
Zweiter Schritt: Was ist, wenn er nicht auf dich hört? Du sagst ihm das so liebevoll, wie du kannst, so klar und deutlich, unmissverständlich. Du bittest ihn, darüber nachzudenken und darüber zu beten, wenn er es jetzt nicht so sehen kann. Aber was machst du, wenn er nicht auf dich hört? Es vergehen Wochen, keine Reaktion. Ist dann der Fall für mich erledigt, und du sagst: Na gut, wer nicht will, hat gehabt?
Nein, der Herr lehrt: Geh hin und nimm noch einen oder zwei Zeugen mit dir. Es ist ein biblisches Prinzip: Durch zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache festgestellt werden. Das steht in 2. Korinther 13,1 und schon im Alten Testament. Auch die Zeugen haben die Aufgabe, alles, was im Gespräch gesagt wird, zu beurteilen. Auf das Überprüfen der Details legt der Herr deshalb Wert, weil manchmal auch falsche Motive bei Brüdern vorherrschen können, die Gemeindezucht ausüben wollen.
Es kann auch mal sein, dass da falsche Motive sind. Die Zeugen hören sich das an, und es kann durchaus sein, dass die Zeugen nachher zu dem Bruder sagen, der sie mitgenommen hat: Hör mal, so dramatisch ist das nicht, wie du uns das geschildert hast. Ja, ich glaube, der hat das gar nicht so gemeint. Ihr solltet die Sache und euch regeln, und fertig. Lasst es fallen. Der hat nicht gesündigt. Der wollte dich nicht verletzen. Du hast es so empfunden, aber das war gar nicht so. Kann sein, dass es auch mal so geht.
Diesen Schritt hier nennt man die halböffentliche Ermahnung. Und ich muss auch sagen: Wie oft wurde diese klare biblische Regel außer Acht gelassen. William Macdonald meint, in dieser Hinsicht handelten weltliche Gerichte oft gerechter als christliche Gemeinden, weil weltliche Gerichte manchmal auch nur wenige Zeugen erst einmal einbestellen. Dann wird die Sache geklärt, manchmal auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und dann ist die Sache vom Tisch.
Auf jeden Fall wird auf Zeugenaussagen Wert gelegt. Man fragt nach Zeugen, um die Sache gerecht beurteilen zu können.

Die Gemeindeversammlung und der letzte Schritt

Und dann kommt der dritte Schritt: Matthäus 18,17a. Wenn er aber nicht auf sie hören wird, auf die Zeugen, die man mitgenommen hat, wenn diese die Sache bestätigt finden und sagen: Hör mal, Bruder, du hast gegen diesen Bruder gesündigt, tu Buße, entschuldige dich und ordne die Sache, und er will es nicht einsehen, dann soll der nächste Schritt kommen, wieder nach einer Zeit des Bedenkens, nämlich vor der Gemeinde.
Nicht im Gottesdienst, denke ich, sondern in einer Gemeindeversammlung, wo die Gemeinde unter sich ist. Ein Gemeindeausschluss ist ein Ausschluss durch die ganze Gemeinde. Achten wir darauf, so sagt es die Gemeinde. Ein Gemeindeausschluss ist nicht nur die Entscheidung der Ältesten, sondern die ganze Gemeinde soll dann den Betreffenden hinaus tun. Die einzelnen Gemeindeglieder hören zunächst nochmals die Zeugenaussagen. Die Zeugen, die bei dem Bruder mit waren, sagen das vor der ganzen Gemeinde: So und so und so war das. Und daraufhin distanziert sich die Gemeinde von der Sünde in ihrer Mitte und damit von dem nicht umkehrwilligen Sünder.
Die Angelegenheit soll also vor die örtliche Gemeinde gebracht werden, nicht vor den weltlichen Richter. Es ist den Christen ausdrücklich verboten, weltliche Gerichte gegen andere Gläubige in Anspruch zu nehmen. Heute gibt es natürlich alles Mögliche. Manchmal prozessieren ganze Missionswerke gegeneinander vor Gericht, ja, vor weltlichen Gerichten. Aber das ist natürlich kein Zeugnis vor dem Herrn.
An dieser Stelle der Ermahnung, der öffentlichen Ermahnung, hat es auch schon gegeben, dass Leute umgekehrt sind, wo die ganze Gemeinde die Sache gehört hat und dann gesagt hat: Hör mal, wir schließen dich aus, wenn du jetzt nicht Buße tust, tun wir dich hinaus. Und da ist es schon vorgekommen, dass sich dann doch noch Leute zurechtbringen haben lassen.
Und während dieser ganzen Schritte bis zu diesem dritten Schritt sollte auf jeden Fall die ganze Gemeinde und vor allen Dingen die Ältesten sehr intensiv beten in dieser Sache. Und da wäre es ganz gewiss auch wichtig, ein Extra-Gebetstreffen einzuberufen, unter Umständen zu fasten, ja, bevor der allerletzte, der vierte Schritt vollzogen wird, nämlich dass er hinausgetan wird aus der Gemeinde.
Unser Herr sagt in Vers 17b: Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner. Auch da müssen wir genau hinhören, was unser Herr hier sagt. Er verwendet den Ausdruck: So sei er dir wie der Heide und der Zöllner. Zöllner ist natürlich der Zöllner der damaligen Zeit gemeint, nicht einer, der heute ganz integer ist. Zollbeamte sind nicht gemeint, sondern der Zöllner der damaligen Zeit war ein Kollaborateur, ein Halsabschneider, ein Betrüger, mit dem man keine Gemeinschaft haben wollte und sollte.
Das heißt, der nicht umkehrwillige Bruder oder die Schwester sollte nun nicht mehr zur örtlichen Gemeinde gehören. Er wird aus dem Schutzraum der Gemeinde ausgeschlossen, damit er zur Besinnung kommt. Er muss sich dann zwangsläufig die Frage stellen: Will ich wirklich wegen meiner Halsstarrigkeit die Segnungen meiner Gemeinde verlieren? Will ich das wirklich? Will ich die Gemeinschaft mit den vielen Geschwistern verlieren?
Ich denke an einen Fall, eine Schwester unserer Gemeinde, die mit einem ungläubigen Mann zusammenlebte, einer Besucherin unserer Gemeinde. Und ich habe ihr das ganz wörtlich ins Gesicht gesagt: Liebe Schwester, willst du die Gemeinschaft mit uns vielen verlieren, mit uns, deinen Brüdern und Schwestern im Herrn, um die Gemeinschaft mit einem Menschen aufrechtzuerhalten, die Gott nicht gefällt, eine unzüchtige Gemeinschaft, die Gott nicht gefällt? Die ziehst du vor, der Gemeinschaft mit den vielen Geschwistern? Aber es half nichts, sie zog diese Gemeinschaft leider vor.
Achtet noch einmal darauf: Der Herr Jesus sagt: So sei er dir wie der Heide und wie der Zöllner. Also keine Gemeinschaft mehr haben. Er sagt nicht: So sei er für dich wie der Sohn des Verderbens. So nennt er den Judas. Er sagt nicht: Dann ist er für dich ein Sohn des Verderbens, das heißt, er ist verloren, um den brauchst du dich nicht mehr kümmern, für den brauchst du nicht mehr beten, der ist eh verloren, der kommt in die Hölle. Er hätte hier den Ausdruck genauso verwenden können: So sei er dir wie ein Sohn des Verderbens. Tut er nicht. Er sagt ganz bewusst: wie der Heide und der Zöllner, mit denen man einfach keine Gemeinschaft haben konnte und sollte.
Also, das ist die Frage: Will man alle Segnungen der Gemeinde verlieren? Und noch eine Frage: Will der Betreffende wirklich unter Gottes Züchtigungsgericht kommen? Der Hebräerbrief sagt uns ganz klar, dass Gott seine Kinder züchtigt, dass er sie strafen wird. Unter Umständen wird er sie sogar wegnehmen, wenn sie in der Sünde verharren und kein Zeugnis mehr sein können für ihn. Dann kann er sie von dieser Erde wegnehmen.
Und halten wir daran fest, was die Schrift sagt: Wenn einer ein echtes Kind Gottes ist, wiedergeboren durch Gottes Wort und Gottes Geist, und er ist in Sünde gefallen und verharrt in Sünde, und er wird aus der Gemeinde ausgeschlossen oder er geht selber weg aus der Gemeinde, seien wir ohne Sorge: Wenn er ein Kind Gottes ist, wird Gott ihn in die Zucht nehmen, wie immer die dann aussehen wird. Lässt Gott ihn laufen, dann habe ich Sorge um ihn. Das könnte heißen, er ist kein Kind Gottes, er ist ein Bastard, er ist kein wirkliches Kind Gottes. Dann kann es sein, dass er bis an sein Lebensende die Sünde genießt, bis er dann eines Tages stirbt.
Aber wenn es ein echtes Gotteskind ist, wird ihn Gott in Zucht nehmen, durch gesundheitliche Dinge oder durch Misserfolg oder durch andere Erziehungsmittel, die der Herr dann anwenden wird. Halten wir daran fest, was die Schrift sagt.
Dem Christen, der nicht so bußbereit ist, wird die Gemeinschaft der Glaubenden durch den Ausschluss entzogen. Da für den Vollzug der Gemeindezucht die gesamte Gemeinde zuständig ist, ist es eminent wichtig, dass sich alle Gläubigen an diese Maßnahme halten.
Und an der Stelle muss ich etwas sagen über eine ganz große Gefahr. Wenn Gemeindezucht geübt wird, wenn wirklich so etwas vorkommt in der Gemeinde, sind ja ohnehin schon alle dadurch beschwert und belastet, und irgendwie liegt so ein Mehltau über der Gemeinde, weil nun so etwas vorgefallen ist. Die Freude ist gedämpft. Und jetzt muss das auch noch in einer Gemeindeversammlung behandelt werden.
Und dann gibt es vielleicht auch Leute, die stehen dem Betreffenden sehr nahe oder der Betreffenden, und die können das gar nicht fassen und gar nicht glauben oder wollen es nicht wahrnehmen, dass jetzt an der Person Zucht geübt werden muss. Dann kann es passieren, dass die Gemeinde auf einmal in der Sache gespalten ist. Auf einmal sind da zwei Hälften. Oder es kann sein, neun Zehntel sind für Zucht, aber ein Zehntel, da ist ein Grüppchen, die sagen, das könnte man doch nicht machen. Und es kann sein, die ganze Gemeinde kommt in Aufruhr, in Spaltung über dieser Geschichte. Es ist eine ganz große Gefahr, wenn Gemeindezucht geübt wird.
Oder es kann sein, die Zucht wird beschlossen, alle scheinen das zu akzeptieren, aber im Verborgenen unterlaufen jetzt einige Geschwister den Zuchtbeschluss in der Form, dass sie sich einfach nicht daran halten. Sie entziehen dem Betreffenden nicht die Gemeinschaft, sie treffen sich mit der Person weiter, sie telefonieren, sie schreiben, sie halten die Gemeinschaft aufrecht. Und sagen vielleicht noch: Du, unsere Gemeinde, die ist an dem Punkt so hart gewesen, das kann ich gar nicht mittragen usw. Ich halte die Gemeinschaft mit dir.
Ich weiß, man könnte da in einen großen Konflikt kommen, wenn es wirklich jemand ist, den man lieb hat, den man schätzt, ja, und jetzt sagt die ganze Gemeinde, wir wollen diesen Bruder oder diese Schwester ausschließen. Aber ich kann euch nur bitten: Wenn die Gemeinde das beschließt als Ganzes, selbst wenn ihr es nicht hundertprozentig so sehen könntet, wie es vielleicht von den Zeugen vorgebracht wurde, haltet euch trotzdem daran. Die Verantwortung habt nicht ihr. Die Verantwortung hat die Gemeinde und die Personen, die das vorgebracht haben, also die Gemeindeleitung, die Ältesten und die Zeugen. Die nehmen die Verantwortung auf sich.
Aber ich würde in so einem Fall dieser Person sagen: Hör mal, meine Gemeinde hat das beschlossen. Mir tut es sehr weh, die Gemeinschaft mit dir jetzt abbrechen zu müssen. Ich bitte dich von ganzem Herzen: Ordne das vor dem Herrn und auch vor den Menschen, und dann bin ich der Erste, der wieder die Gemeinschaft ungetrübt mit dir aufnehmen wird. So würde ich mich verhalten.
Übrigens, das gilt insgesamt, wenn die Gemeinde etwas beschließt als Ganzes oder auch die Ältesten der Gemeinde, die Gemeindeleitung. Selbst wenn ich es nicht mittragen kann, sollte ich mich hinter diesen Beschluss stellen.
Ich habe gehört, wie eine reife Schwester in Amerika Folgendes erlebt hat: Die Gemeinde beschloss, den Parkplatz zu erweitern und einen größeren Geldbetrag für die Erweiterung des Parkplatzes einzusetzen. Und als das zur Debatte anstand, sagte diese reife Schwester in der Gemeinde: Was macht ihr Geschwister, lasst doch den Parkplatz. Ob der jetzt geteert ist oder nicht, auch wenn er nur geschottert ist, es macht nichts. Menschen gehen verloren, und wir sollten das Geld lieber nehmen und in die Missionsarbeit investieren, sagte die Schwester in der Gemeindeversammlung.
Aber sie wurde überstimmt. Die Gemeinde beschloss, damit wird der Parkplatz geteert. Und am nächsten Samstag sollte mit den Arbeiten begonnen werden. Die Schwester, die in der Gemeindestunde öffentlich dagegen gesprochen hatte, war an jenem Samstag die erste, die auf der Baustelle war. Und dann hat jemand anders gesagt: Na nu, dich habe ich aber hier gar nicht erwartet heute, du warst doch dagegen. Hat sie gesagt: Die Gemeinde hat es beschlossen, rede davon nicht mehr, ich stehe dahinter. Und sie war als Erste auf der Baustelle. Das ist eine geistliche Haltung.

Die Ausnahme für spaltende Irrlehrer

Römisch fünftens: Eine Ausnahme von der Regel
Ihr wisst doch, dass es fast keine Regel ohne Ausnahmen gibt, ja? So auch hier. Wir haben eben gesagt, die ganze Gemeinde schließt jemanden aus, die ganze Gemeinde. Das sagt auch Paulus, ja: Wenn ich im Geist anwesend bin und auch der Herr, dann soll, wenn die ganze Gemeinde versammelt ist, der Betreffende aus der Mitte getan werden, 1. Korinther 5.
Hier ist eine Ausnahme in Titus 3, Vers 10: Einen sektiererischen Menschen weise nach ein- und zweimaliger Zurechtweisung ab. Hier sagt Paulus nicht: Dann mache es so wie in Matthäus 18, ja, und dann rufe die ganze Gemeinde zusammen. Weise nach ein- und zweimaliger Zurechtweisung ab, da du weißt, dass ein solcher verkehrt ist, sündigt und durch sich selbst verurteilt ist.
Schaut, eine der Hauptaufgaben leitender Brüder ist die Bewahrung der Einheit und der gesunden Lehre in der Gemeinde. Es ist die Verantwortung der Leiter, sektiererischen Menschen, die versuchen, Kontroversen in die Gemeinde zu bringen und ihre Lehren und Spaltung anzurichten und Schafe hinter sich herzuziehen, Jünger abzuziehen, wie Paulus sagt, solchen Leuten Einhalt zu gebieten. Das ist die Aufgabe der Leiter.
Wenn sie merken, dass da einer so agitiert, im Untergrund oder sogar öffentlich, dann gilt es, sofort einzugreifen: einmalig ermahnen, zweimalig, und Schluss! Fred Colwin hat mal in einem Artikel geschrieben, in der KfG-Zeitschrift Gemeindegründung: Das erste Mal bekommt der sektiererische Mensch Gelb, gelbe Karte, und wenn er wieder anfängt, Rot. Man kann keine Gemeindeversammlung einberufen und solch einer Person auch noch ein Forum für seine verkehrten Ansichten geben. Unter Umständen steht schon ein Teil der Gemeinde unter seinem Einfluss.
 Matthäus 18 behandelt nicht Spaltungen und lehrmäßige Abweichungen. Da es bei Gemeindezucht eines Sektierers oder Irrlehrers nicht nur um das Wohl eines Sünders geht, sondern auch um den Schutz der ganzen Gemeinde, ist der Ausschluss bereits nach der zweiten Ermahnung durchzuführen.
Vielleicht erinnert ihr euch an vor einigen Jahren eine Schwester, die anfing, in dieser Weise tätig zu werden, wo es Gelb-Rot-Karte gab, ja, gleich auf einmal. Nicht erst die gelbe und dann die rote, sondern einmal die Gelb-Rot-Karte. Und ich bin bis heute überzeugt, dass es richtig so war.

Keine Zucht wegen bloßer Sünde, sondern wegen verhärtetem Festhalten

Wir haben jetzt über das letzte Mittel des Ausschlusses gesprochen, aber etwas möchte ich an dieser Stelle ganz stark betonen. Nochmals betonen: Niemand wird aus der Gemeinschaft der Gemeinde ausgeschlossen, weil er gesündigt hat. Müssten wir nicht alle ausgeschlossen werden? Wir alle sündigen, vielleicht täglich, ja, ohne dass wir es wollen, immer noch aus Schwachheit. Niemand wird ausgeschlossen, weil er gesündigt hat. Er wird auch nicht ausgeschlossen, wenn er eine besonders schwere Sünde begangen hat. Auch das ist kein Grund zum Ausschließen.
Ausgeschlossen wird nur, wer die Sünden begangen hat, die wir vorhin aufgezählt haben, und sich nicht zurechtbringen lassen will, wer in seiner Sünde verharrt, wer sich daran festbeißt, wer sich in der Sackgasse verrennt. Der Unterschied ist also ganz klar. Wir sündigen auch, aber wir gehen mit unseren Sünden täglich ins Gericht, hoffentlich, hoffentlich ist das bei jedem von uns so. Paulus schreibt in 1. Korinther 11,3-12, wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Was meint er damit? Selbst mit unseren Sünden ins Gericht gehen, ehrlich sein mit uns selber, im Kampf stehen mit unserer alten Natur, die Sünde richten und nicht beschönigen und verniedlichen.
Wir haben alle den Hang dazu, die Sünde bei anderen ganz groß zu sehen. Da sehen wir den Splitter auf hundert Meter Entfernung, aber beim Balken im eigenen Auge verschieben sich ganz schnell die Perspektiven. Und das darf nicht sein. Wir müssen mit unseren eigenen Sünden ins Gericht gehen. Und wo das nicht mehr der Fall ist, da wird es gefährlich, wenn wir nicht mehr mit unseren Sünden ins Gericht gehen. Der muss ausgeschlossen werden, der trotz intensiver Ermahnung in seiner Sünde beharrt.
Das Problem ist also nicht ein Fehltritt, sondern das willentliche Beharren in der Sünde oder eben das Festhalten. Und dann geht es letztlich um die Ehre Gottes. Denn durch Sünde in der Gemeinde wird schlechtes Licht auf Gott geworfen. Ihm gehört die Gemeinde, er ist der Besitzer. Die Gemeinde ist die Gemeinde Gottes, so wird sie oft genannt. Und es geht um den Schutz der anderen Gläubigen. Denkt an das Eingangsbeispiel mit den faulen Äpfeln im Korb, an das ansteckend kranke Tier oder die wuchernde Krankheit.
Es geht um die Zurechtbringung des Sünders. Er soll aufwachen, er soll erkennen, wie ihn der Satan betrügt, er soll umkehren. Wenn der Beschuldigte Zeichen echter Buße zeigt, soll ihn die Gemeinde sofort wieder aufnehmen. Dann kann alles wie früher werden. Zum Glück haben wir in der Bibel ein Beispiel, wie jemand wirklich wieder zurechtgekommen ist. Wir haben es vorhin schon einmal kurz als Stelle gehabt. In der Bibel gibt es das Beispiel eben von diesem, der die Stiefmutter hatte, 1. Korinther 5. Paulus schreibt der Gemeinde in Korinth: Ihr habt nicht Leid getragen, ihr habt ihn nicht ausgeschlossen, ja, der wollte darin beharren.
Und dann haben sie das daraufhin getan. Nachdem Paulus den Brief an die Gemeinde geschrieben hatte, haben sie ihn ausgeschlossen. Und als Paulus den zweiten Korintherbrief schreibt, der eigentlich der vierte ist, Erst- und Dritt-Korintherbriefe sind ja verloren gegangen, aber der zweite Brief, den wir in der Bibel haben, da schreibt er dann in 2. Korinther 2,5-7, dass der jetzt Buße getan hat, dass er jetzt seinen Sinn geändert hat. Er soll wieder in die Gemeinde aufgenommen werden und mit Liebe empfangen werden. Das ist also großartig, dass wir in der Bibel dieses Beispiel haben.
Und Paulus schreibt an Timotheus, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder aus dem Fallstrick des Teufels heraus nüchtern werden, da sie von ihm für seinen Willen gefangen worden sind. Das schafft der Teufel: Gläubige so zu benebeln und sie in eine Falle zu locken, einen Strick, in den sie hineingefangen werden, den Fallstrick. Und der Teufel gebraucht sie für seinen Willen und diskreditiert das Zeugnis der Gemeinde.

Vergebung, Wiederaufnahme und ein praktisches Beispiel

So, wir nähern uns dem Schluss. Lass mich noch etwas sagen über Vergebung und Wiederherstellung.
Wir schlagen doch die Stelle auf: 2. Korinther 2, weil sie so mutmachend ist, so positiv. Auch wenn wir leider vielleicht nicht so viele Beispiele erleben können, hat die Bibel dieses Beispiel.
Also 2. Korinther 2, ab Vers 5:
Wenn aber jemand traurig gemacht hat, so hat er nicht mich traurig gemacht, sondern zum Teil, damit ich nicht zu viel sage, euch alle, eben dieser Sünder, von dem da die Rede war, der die Stiefmutter hatte. Dem Betreffenden genügt diese Strafe von den meisten der Gemeinde, so dass ihr im Gegenteil vielmehr vergeben und ermuntern solltet, damit der Betreffende nicht etwa durch übermäßige Traurigkeit verschlungen werde.
Darum ermahne ich euch, zu beschließen, ihm gegenüber Liebe zu üben. Denn dazu habe ich auch geschrieben, dass ich eure Bewährung kennenlernte, ob ihr in allem gehorsam seid.
Also, sie sollten ihm vergeben, heißt es dann noch weiter, und ihn wieder aufnehmen in die Gemeinschaft. Kehrt der Ausgestoßene von seinem sündigen Weg um, wird er wieder herzlich in die Gemeinschaft der Gläubigen, sprich in die Gemeinde, aufgenommen. Echte Buße bewirkt Vergebung, und dann ist die Voraussetzung auch wieder da, Gemeinschaft zu gewähren.
Ich habe vorhin gesagt, ich möchte euch auf ein Buch aufmerksam machen, von Don Baker: Vergeben und vergessen aus dem ABC-Team, Brunnen Verlag. Maggie hat einige davon vorrätig: Die heilende Wirkung biblischer Gemeindezucht, ein Fallbeispiel.
Da war ein Bruder in Amerika. Er war hauptberuflicher Mitarbeiter in einer Gemeinde, und er hat sich in schwerem Ehebruch verstrickt, über viele Jahre hinweg mit mehreren Frauen. Das Ganze ist aufgeflogen, und die Gemeinde hat Gemeindezucht geübt, auf vorbildliche Weise an diesem Bruder. Und er kam zurecht, und er hat sich bewährt, und er konnte wieder eingesetzt werden in den Dienst.
Also ein wunderbares Beispiel, wie die ganze Gemeinde dadurch letztlich am Ende sogar Segen hatte. Natürlich war das ein schwerer Weg, ein schwerer Prozess, durch den sie gegangen sind. Aber am Ende war die ganze Gemeinde gesegnet. Ein sehr mutmachendes Büchlein. Wer das mal lesen möchte, dem kann ich es wirklich empfehlen.

Einwände, das biblische Richten und die Vollmacht der Gemeinde

Siebtens: Einwände gegen Gemeindezucht. Lasst mich das noch kurz behandeln.
Es gibt immer wieder Einwände gegen Gemeindezucht. Die meisten Gemeinden praktizieren das heute auch nicht mehr. In freikirchlichen Gemeinden kommt es kaum noch vor, in der Landeskirche ist es sowieso unmöglich, Gemeindezucht zu üben, aber auch viele Freikirchen tun es heute nicht mehr.
Und zwar sagen Leute: Das ist doch viel zu hart. Gott ist ein Gott der Liebe und der Barmherzigkeit. Gemeindezucht, wenn wir das so machen würden, das ist ja mit dem Wesen Gottes gar nicht vereinbar.
Liebe Geschwister, wenn wir diese Sache geistlich beurteilen könnten, bitte nicht menschlich denken. Wer denkt, Gemeindezucht sei hart oder unbarmherzig, der hat noch nichts verstanden von Gottes Prinzipien. Gott will ein heiliges Volk. Eine biblische Gemeinde ist eben keine pluralistische Kirchengemeinde oder sonst etwas, wo jeder machen kann, was er will, solange er Kirchensteuer bezahlt oder Mitgliedsbeitrag. Es ist eine heilige Sache, und das Ziel ist doch die Zurechtbringung, wie wir gehört haben. Der Betreffende soll zurechtgebracht werden durch Entzug der Gemeinschaft.
Oder noch ein Einwand: Aber unser Herr hat doch gelehrt: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Wenn ihr jetzt Gemeindezucht übt, dann richtet ihr den ja, brecht den Stab über ihn und tut ihn noch hinaus aus der Gemeinde. In der Bergpredigt steht: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.
Das stimmt, das steht da. Aber was hat unser Herr damit gemeint? Noch eine Folie, Hubert: Bill MacDonald zählt fünf Bereiche auf, in denen wir nicht richten sollen.
Richtet nicht: Wir sollen nicht über die Motivation, über die Motive von anderen richten. Das kann nur der Herr. Wenn er kommen wird, wird er das Sinnen und Trachten der Herzen offenbar machen, 1. Korinther 4. Die Motive würden wir heute sagen. Wir wissen doch nicht die Motive des anderen. Da muss ich auch manchmal wirklich ermahnen. Auch Leute aus unserem Umfeld habe ich da schon einige Male ermahnt und gesagt: Bitte passt auf, ihr richtet jetzt die Motive, die könnt ihr nicht richten. Ihr wisst nicht, wie die Motive aussehen.
Zweitens: Wir sollen nicht nach dem Äußeren richten. Was, der will Christ sein? Schau mal, wie unrasiert der durch die Welt läuft oder wie der angezogen ist und wie der guckt und wie der spuckt und so weiter. Ja, das ist nach dem Äußeren.
Drittens: Wir sollen die nicht richten, die sich aus Dingen ein Gewissen machen, die an sich weder gut noch böse sind. Also wenn jemand aus Schwachheit keinen Wein trinken kann, griechischen oder sonstigen, oder wenn jemand irgendwie aus Schwachheit meint, er muss sonntags Ruhetag halten und darf keine Arbeit tun, das wäre sonst Ruhetag entheiligt oder wie auch immer. Das sollen wir nicht richten.
Viertens: Wir sollen nicht den Dienst anderer Christen richten, in dem Sinn auch gemeint, er dient dem Herrn. Und gut, ich würde manches anders machen, ja, aber ich sollte nicht darüber richten, dass er nicht mit aufrichtiger Gesinnung dem Herrn dienen will, auch wenn er es anders macht als ich.
Fünftens: Wir sollen unsere Mitchristen nicht richten, indem wir schlecht über sie sprechen. Es ist auch ein Richten.
Das sind die fünf Dinge, die William MacDonald in seinem Buch, im Kommentar zum Neuen Testament, nennt. Aber es gibt Gebiete, in denen uns ausdrücklich befohlen ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, zu richten. Zum Beispiel Streitfragen unter Gläubigen. Schreibt Paulus nicht: Warum geht ihr damit vor ungläubige Richter? Ist unter euch kein Weiser, der diese Sache richten könnte? Also Streitfragen unter Gläubigen, da muss gerichtet werden.
Oder Paulus schreibt: Christen sollen nicht am gleichen Joch ziehen mit Ungläubigen, zum Beispiel auch nicht einen ungläubigen Partner heiraten. Also müssen wir beurteilen, ob jemand gläubig ist oder nicht. Ja, das sollen wir schon beurteilen. Da gibt es nämlich wirklich Erkennungszeichen und Kriterien. Natürlich kann nur Gott letztlich ins Herz schauen, aber wir müssen uns ein Urteil machen, ob jemand gläubig ist oder nicht.
Die Ortsgemeinde sollte auch darum schwere Sünden ihrer Glieder richten, so wie wir es gehört haben. Gottes Gemeinde ist heilig. Sie ist ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit in dieser unheiligen und von Satan beherrschten Welt. Lasst uns darum neu den Charakter der Gemeinde Jesu Christi erkennen und daran denken, dass es Jesu Worte sind, über die wir hier sprechen. Er hat befohlen, dass wir als Gemeinde auf diese Weise handeln sollen.
Noch eine letzte Frage, bevor wir zum Schluss kommen. Eine letzte Bibelstelle wollen wir aufschlagen: noch einmal Matthäus 18. In unserem Ausgangstext wollen wir noch einmal dahin zurückgehen, denn die Frage entsteht jetzt: Woher nehmen wir eigentlich die Autorität und die Vollmacht? Wenn das jetzt wirklich nötig ist, stellt euch mal vor, wir sind hier als Gemeinde zusammen und müssten wirklich beschließen, einem Bruder oder einer Schwester hinauszutun aus der Gemeinschaft unserer Gemeinde. Stellt euch das mal vor! Woher nehmen wir die Autorität, woher nehmen wir die Vollmacht, dass wir das tun können?
Schaut, darüber sagt der Herr hier in Matthäus 18, Vers 18: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde lösen werdet, wird es im Himmel gelöst sein. Ihr! Die Gemeinde.
Und er sagt weiter: Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.
Gemeint ist da, wo die Gemeinde zusammen ist, auch um Zucht zu üben, um hier nach diesen Schritten zu handeln. Da verheißt der Herr seine ausdrückliche Gegenwart: Da bin ich in ihrer Mitte.
Wir nehmen diesen Vers oft und sagen: Wo zwei oder drei zusammen sind, ja, man muss nicht hundert sein oder zweihundert, zwei oder drei reichen schon. Manche sagen sogar: Wo zwei oder drei zusammen sind, da ist Gemeinde. Nein, nein, das sagt der Herr nicht. Da ist nicht Gemeinde, da sind zwei oder drei zusammen. Aber der Herr kann trotzdem in der Mitte sein, auch wo zwei oder drei versammelt sind. Er ist auch in meinem Inneren, er wohnt in mir. Wenn ich alleine bin, ist er auch bei mir. Und erst recht, wenn zwei oder drei Christen zusammen sind, da kann er in unserer Mitte sein.
Der Zusammenhang spricht von Gemeindezucht. Da verheißt der Herr seine ausdrückliche Gegenwart. Er gibt uns die Autorität, er selbst, das Haupt der Gemeinde. Er hat es hier uns mitgeteilt, wie wir handeln sollen. Das gibt uns die Autorität, dieses Unerhörte zu tun, jemanden aus der Gemeinschaft hinauszutun.
Und mir ist heute noch bei der Beschäftigung damit aufgefallen: Das war doch noch nicht die letzte Stelle. 1. Korinther 5,4. Da sagt nämlich der Apostel Paulus genau das Gleiche. 1. Korinther 5,4, er sagt, vielleicht schon Vers 5, damit wir einen ganzen Satz haben:
Denn ich zwar, dem Leibe nach abwesend, aber im Geist anwesend, habe schon als anwesend das Urteil gefällt über den, der dieses so verübt hat – immer noch der, der Unzucht hatte mit der Stiefmutter –, wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid, einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern, zum Verderben des Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tag des Herrn.
Paulus sagt dasselbe, unter der ausdrücklichen Anweisung des Herrn, in seiner Gegenwart, in seiner Autorität, in seinem Namen, in seiner Kraft soll das ausgeübt werden. Wir könnten das nicht, wir wären zu schwach dafür. Ja, aber so wie wir es jetzt gesehen haben, der Herr gibt uns die Autorität und die Vollmacht, einen solchen Dienst zu tun.
Und wenn wir es vielleicht bei dem einen oder anderen versäumt haben, so zu handeln, weil zum Beispiel jemand diesen Schritten zuvor gekommen ist und einfach weggegangen ist von uns, aber eigentlich hätte in dieser Weise mit ihm gehandelt werden müssen, dann sollten wir noch einmal darüber nachdenken, ob wir da noch einen gewissen Nachholbedarf haben, zumindest in einem ganz speziellen Fall.
Auf jeden Fall wollen wir weder in der Lehre noch im Wandel Kompromisse machen, nur damit die Zahl stimmt. Lieber eine kleinere Gemeinde, aber unter Gottes Wohlgefallen, als viele Leute, die sich nicht von der Sünde trennen wollen. Darf ich das noch einmal sagen? Lieber eine kleinere Gemeinde, aber unter Gottes Wohlgefallen, als viele Leute, die sich nicht von der Sünde trennen wollen. Das muss unsere Ausrichtung sein, unsere Maxime.
Gemeindezucht kann auch in einer anderen Gemeinde ausgeübt worden sein, und nun kann es passieren, dass jemand, der irgendwo ausgeschlossen wurde, an unsere Türe klopft und in unsere Gemeinde aufgenommen werden will. Was machen wir dann?
Da haben natürlich die Ältesten besondere Verantwortung, den Zuchtbeschluss der anderen Gemeinde zu prüfen und dann der eigenen Gemeinde mitzuteilen: Ja, wir akzeptieren den Zuchtbeschluss der anderen Gemeinde. Da kann jetzt nicht die ganze Gemeinde hinrennen zu der anderen Gemeinde, sondern die Ältesten gehen dorthin, prüfen das vor dem Herrn und entscheiden dann, ob dieser Ausgeschlossene abgewiesen wird oder aufgenommen wird.
Auf jeden Fall muss ein Zuchtbeschluss von einer anderen Gemeinde, selbst wenn es eine Gemeinde ist, die anders strukturiert ist, geprägt ist und genannt ist und so weiter, immer ernst genommen werden und nie leichtfertig darüber weggegangen werden. Und zum Beispiel sagen: Ach, die Gemeinde, die ist ja so liberal, die hat meinen ausgeschlossen, das akzeptieren wir gar nicht von Grund herein, der kann ruhig zu uns kommen. Nein, nein, Zuchtbeschlüsse grundsätzlich ernst nehmen. Und wenn es sich herausstellen sollte, dass er ungerechtfertigt war nach unseren Augen, dann werden wir das den Ältesten der Gemeinde sagen, werden sagen: Wir können euren Beschluss nicht anerkennen, ihr habt da jemanden zu Unrecht ausgeschlossen, wir werden ihn aufnehmen, unsere Gemeinde.
Dann kann es zwar sein, dass man mit der Gemeinde Schwierigkeiten kriegt von da an, aber da muss man vor dem Herrn stehen.

Das eigentliche Ziel und die Voraussetzung dafür

Jetzt komme ich wirklich zum Schluss. Ich hoffe, ich konnte das deutlich machen. Es geht ums Zurechtbringen. Dafür gibt es allerdings eine wichtige Voraussetzung.
Damit der Ausschluss aus der Gemeinde als Form der Gemeindezucht wirksam werden kann, muss die Gemeinschaft der Gemeinde so herzlich und liebevoll sein, dass der Entzug dieser Gemeinschaft wirklich eine Strafe ist. Wenn er sagt: „Oh, endlich bin ich die los“, dann bringt das natürlich nicht viel. Dann würde es richtig greifen, wenn die Gemeinschaft so herzlich wäre, dass jemand wirklich ins Nachdenken kommt: „Oh, mit den lieben Geschwistern darf ich keine Gemeinschaft mehr haben, das will ich mir aber wirklich noch einmal überlegen.“
Dann könnte dieser Schmerz der erste Anstoß zur Besinnung und Umkehr sein, und dass der Bruder oder die Schwester das Beharren in der Sünde aufgibt. Und da fragen wir uns: Ist die Gemeinschaft unter uns so herzlich und so liebevoll? Wenn nicht, dann wollen wir uns neu danach ausstrecken. Denn der Herr sagte zu seinen Jüngern: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.