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Eine Mission mit Erfolgsgarantie

Thronfall - Jerobeams Absturz
1. Könige 11,26-4029.11.2025
EventTeil 1 / 4Kraftstoff Bibeltag 2025
Große Chancen, tiefer Absturz: Jerobeam startet mit Begabung, Mut und Gottes Zusage – doch ein einziger falscher Kurs reißt am Ende viele mit. Was entscheidet über dein Leben?

Einleitung: Zwischen Hoffnung und Sorge

Für mich ist das heute sehr emotional, weil ich hier so viele junge, motivierte, fröhliche Leute vor mir sehe. Auf der anderen Seite sehe ich meinen Vater, der vielleicht schon auf der Zielgeraden seines Glaubenslebens ist. Und ich bin nicht so optimistisch wie Johannes Elter, der gerade gebetet hat und gesagt hat, dass wir auch fest verwurzelt sind oder dass er das glaubt. Was eure Zukunft anbelangt, bin ich ehrlich gesagt ziemlich pessimistisch.
Ich fürchte, dass viele von euch, die heute die Lieder begeistert mitsingen, wenn sie so alt sind wie mein Vater, eben nicht mehr fest im Glauben stehen werden. Und das hat mit dem Thema heute zu tun.
Es gibt viele Kategorien von most underrated, also zum Beispiel der am meisten unterschätzte Fußballspieler. Nehmen wir mal rechts hier Sergio Busquets. Die Fußballliebhaber werden sich vielleicht an ihn erinnern. Er hat bei Barcelona in den Zeiten von Messi und Iniesta gespielt, und alle haben über Messi und Iniesta geredet. Über Sergio Busquets hat eigentlich fast keiner gesprochen, obwohl er unglaublich wichtig für das Spiel war.
Es gibt die am meisten unterschätzten Orte der Welt, irgendwelche Strände, die keiner kennt, die aber unheimlich schön sind. Es gibt den am meisten unterschätzten Film, der irgendwie gar keinen großen Erfolg hatte, bei dem aber die Experten sagen, der Film war einfach sensationell gut.
Aber ich möchte heute mit euch die Geschichte betrachten, die meiner Meinung nach die most underrated Geschichte der Bibel ist. Und das ist die Geschichte von Jerobeam.
Mich würde es mal interessieren, ganz ehrlich: Wer von euch hat schon mal eine längere Predigtserie über Jerobeam gehört? Bitte mal melden. Das ist wirklich gar keiner. Das ist verrückt. Natürlich denkt jeder Prediger, seine Geschichte sei die wichtigste.
Warum denke ich, dass diese Geschichte so unterschätzt ist? Ganz einfach, weil die Geschichte unglaublich tragisch und folgenschwer ist. Wir kennen alle David, und jeder von euch hat schon mal eine Predigt über David gehört. Dann wird gesagt, er war ein Vorbild. Oft wird in der Bibel auf David verwiesen. Dann kommt ein neuer König, und dann wird gesagt, sein Herz war nicht so ungeteilt wie das von David.
Bei Jerobeam kommt das aber viel häufiger vor. Es wird bei 14 Königen gesagt, dass sie gefangen waren in dem, was Jerobeam eingebrockt hat. Also immer wieder kommt diese Aufzählung: Er wandelte in den Sünden Jerobeams. Keine Angst, ich werde jetzt nicht alle groß thematisieren, aber das sind dann immer so Verse wie zum Beispiel bei der ersten, bei Nadab, dem Thronfolger von Jerobeam. Da steht dann in der Bibel, er wandelte auf dem Weg seines Vaters in seiner Sünde, die er Israel zu begehen veranlasst hatte.
Dann kommt der nächste, bei Asa, er wandelte auf dem Weg Jerobeams und seiner Sünde, die er Israel zu begehen veranlasst hatte. Und dann geht das so weiter, Pam, Pam, Pam, bei jedem König. Es wird immer auf Jerobeam bezogen. Ahab ist sicherlich noch bekannt, und es geht weiter und so weiter. Jetzt kommt Six, Seven. Den habe ich meinen Jugendlichen versprochen, dass ich ihn bringe. Und bei den Letzten war es mir um den Speicherplatz auf meiner Präsentation zu schade, weil es so viele sind: 14 Könige, bei denen immer gesagt wird, sie waren gefangen in dem, was Jerobeam eingebrockt hat.
Wenn das so entscheidend war und wenn das so viele Könige geprägt hat, dann ist es, glaube ich, wirklich unverzeihlich, wenn man diesen König nicht kennt. Was war das Problem von ihm?
Ich weiß nicht, ob euch aufgefallen ist: Zwischen dem fünften und dem sechsten König hat die Bibel die Formulierung geändert. Bei den ersten Königen, bei den ersten fünf, stand immer: Er wandelte in den Sünden Jerobeams. Aber ab dem sechsten König steht: Er wich nicht von den Sünden Jerobeams. Und als mir das aufgefallen ist, und zwar ab sechs wird das bei jedem König gesagt, genau wie es hier steht: Er wich nicht von den Sünden Jerobeams, habe ich das Bild sofort verstanden.
Ich habe mich an ein Mountainbike-Rennen erinnert, an dem ich teilgenommen habe. Das war, glaube ich, vor vier Jahren. Es war extrem feuchtes Wetter, das heißt, es hatte tagelang vorher geregnet. Bei uns im Hochsauerland gibt es dann so Mountainbike-Rennen, und ich habe da hobbymäßig mitgemacht.
Es war so, dass die ersten Fahrer losgefahren sind. Ich hatte einen Startplatz ungefähr, ich sage mal, 1200. Also waren es sehr, sehr viele Starter. Die ersten Fahrer sind losgefahren und haben eine Furche gefahren. Und diese Furche, da sind alle, die danach kamen, auch reingefahren. Irgendwann war die Furche so ausgefahren, wie man das jetzt in dem Bild sieht. Das heißt, wir, die dann hinten kamen, hatten fast keine Möglichkeit mehr, aus dieser Furche auszubrechen.
Das Problem war, dass sich Wasser in den Furchen sammelte. Man wollte eigentlich gerne raus, aber die Furche war so tief, dass ich tatsächlich auch einmal gestürzt bin, als ich versucht habe, aus dieser Furche auszubrechen. Das ist das Bild hier.
Das heißt, Jerobeam hat etwas angefangen, und die nach ihm sind auch in diesem Weg gewandelt. Es wurde eine Furche, die so tief ist, dass dann irgendwann die Könige überhaupt nicht mehr geschafft haben, daraus auszubrechen. So sah ich dann in der Mitte von dem Rennen aus.
Und meine Sorge ist, dass die Furche, die Jerobeam gezogen hat, so tief ist, dass wir alle, die wir heute hier sitzen, auch in der Gefahr stehen, eben nicht davon weichen zu können. Es ist unglaublich fatal, was er falsch gemacht hat, und es hat 14 Könige in den Abgrund gerissen. Und es gibt noch deutlich mehr Konsequenzen, die wir heute im Laufe des Tages kennenlernen. Deshalb glaube ich, dass es wirklich ein sehr trauriges und sehr dramatisches Thema ist, mit dem wir uns befassen müssen.

Ein erstaunlicher Anfang

Und dabei hat alles so schön angefangen. Wir werden uns jetzt im ersten Teil mit dem Staat von Jerobeam befassen, und das ist motivierend, und das ist schön. Es sah alles sehr gut aus, und die Geschichte von Jerobeam, wie er an die Macht kam, ist tatsächlich extrem spektakulär.
Ich habe irgendwie überlegt, ob man ein Beispiel aus der Moderne findet, das annähernd ähnlich ist. Wir kennen ja alle diese Geschichten vom Tellerwäscher zum Millionär, vor allen Dingen aus den Vereinigten Staaten, aber das trifft es nicht. Mir ist eine Geschichte untergekommen, die vielleicht ganz passend ist, und zwar ist das der aktuelle König von Schweden, also Karl Gustav XVI.
Ihr seht hier seine Ahnenfolge. Das ist tatsächlich die zweitälteste Herrscherdynastie, die es in Europa gibt. Nur die Spanier haben noch eine längere Geschichte. Und das Verrückte ist, dass der Gründer dieser Dynastie eben kein blaues Blut in sich trug, also kein Adliger war, sondern ein ganz einfacher Soldat, der Jean-Baptiste Bernadotte hieß. Jetzt habe ich das so französisch vorgelesen, und das war tatsächlich auch ein Franzose.
Das Verrückte an seiner Geschichte ist, dass dieser Jean-Baptiste Bernadotte, der dann der Vorfahre des jetzigen schwedischen Königs ist, wirklich ein ganz einfacher Soldat zur Zeit Napoleons war. Das heißt, er hat in den Kriegen unter Napoleon gedient und war relativ erfolgreich, sodass Napoleon ihn schnell zum Marschall gemacht hat. Er hat dann erfolgreiche Gefechte geführt, sich Ruhm erworben und wurde immer wichtiger.
Irgendwann hat Napoleon dann 14 Marschälle über seine ganze Armee gesetzt, und da war er auch einer davon. Er hatte an den Schlachten von Austerlitz und Wagram teilgenommen, eigentlich immer Erfolg gehabt. Aber er war auch ein Freigeist, das heißt, er war sehr unabhängig, rebellisch und hat sein eigenes Ding gemacht. Irgendwann hat er sich mit Napoleon zerstritten, und dann ist etwas ganz Verrücktes passiert.
Es gab nämlich in Schweden einen kinderlosen König, das war Karl der Dreizehnte, und er suchte einen Nachfolger. Er hat sich dann mit diesem Jean-Baptiste Bernadotte getroffen und ihm den Vorschlag gemacht, ihn zu adoptieren. Tatsächlich ist es dazu gekommen, das heißt, Karl der Dreizehnte, der schwedische König, hat diesen Jean-Baptiste Bernadotte als seinen Sohn adoptiert. Und er wurde dann sozusagen, weil Karl XIII. kinderlos war, der Thronfolger und wurde am Ende tatsächlich schwedischer und auch norwegischer König.
Er hat dann in einer entscheidenden Schlacht gegen seinen ehemaligen Herrn, gegen Napoleon, gekämpft und auch gewonnen. Das heißt, 1814, als Napoleon dann seine Macht verloren hat, da war dieser Jean-Baptiste Bernadotte, der hieß dann schon nicht mehr Jean-Baptiste Bernadotte, sondern Karl XIV. Johann, als schwedischer König. Er hat die Niederlage Napoleons eingeleitet.
Das muss ein unheimlich dramatischer Krieg gewesen sein, weil Jean-Baptiste Bernadotte sich daran erinnert hat: Ich kämpfe jetzt gegen den, dem ich eigentlich meine Karriere zu verdanken habe. Napoleon hatte ihn als Talent entdeckt, als Marschall eingesetzt, und am Ende ist dieser Jean-Baptiste Bernadotte derjenige, der mit dazu beiträgt, dass die Ära Napoleons zu Ende geht.
So ähnlich ist auch die Geschichte von Jerobeam, werden wir gleich sehen. Und ich möchte euch jetzt bitten, 1. Könige 11 aufzuschlagen, wo wir dann ein bisschen in die Geschichte einsteigen.

Jerobeams Berufung und Gottes Zusage

Wir befinden uns am Ende der Ära Salomos. Ich denke, die meisten von euch werden wissen, dass Salomo der erfolgreichste, der reichste und der weiseste König im Volk Gottes war. Aber am Ende seines Lebens begann er, Götzen nachzuwandeln, weil seine vielen Frauen ihn verführten, ihre Götter anzubeten. So kam es dazu, dass Gott gewissermaßen sagen musste: Ich kann Salomos Zukunft nicht mehr segnen.
Und genau in dieser Geschichte, und jetzt werdet ihr gleich die Parallelen zu Jean-Baptiste Bernadot entdecken, setzt Jerobeams Geschichte ein.
Wir befinden uns in 1. Könige 11,26-40. Und Jerobeam, der Sohn Nebats, ein Ephratiter von Sereda, dessen Mutter Serua hieß, eine Witwe, ein Knecht Salomos, erhob auch er die Hand gegen den König. Und dies war die Sache, warum er die Hand gegen den König erhob: Salomo baute das Millo und schloss die Lücke der Stadt seines Vaters David.
Es war also so eine Art Burgwall, ein Befestigungsstreifen. Salomo hatte also mächtig investiert, sehr viel gebaut, nicht nur seine eigenen Häuser und den Tempel, sondern auch in das Verteidigungssystem. Der Mann Jerobeam aber war ein tüchtiger Mann. Und als Salomo den Jüngling sah, dass er arbeitsam war, bestellte er ihn über alle Lastarbeiten des Hauses Joseph.
Hier die erste Parallele: ein Talent, ein einfacher Diener Salomos. Und Salomo sieht, dass er Potenzial hat, und sagt: Diese ganzen Bauarbeiten werden ab jetzt von Jerobeam beaufsichtigt.
Es geschah zu jener Zeit, Vers 29, als Jerobeam einmal aus Jerusalem hinausging, da fand ihn der Prophet Achia, der Siloniter, auf dem Weg. Er hatte sich in ein neues Oberkleid gehüllt, und sie beide waren allein auf dem Feld. Da fasste Achia das neue Oberkleid, das er anhatte, zerriss es in zwölf Stücke und sprach zu Jerobeam: „Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich will das Königreich aus der Hand Salomos reißen und will dir zehn Stämme geben. Aber einen Stamm soll er behalten um meines Knechtes David willen und um Jerusalems willen, der Stadt, die ich erwählt habe aus allen Stämmen Israels. Weil sie mich verlassen, sich niedergebeugt haben vor Astarot, der Göttin der Sidonier, vor Kamos, dem Gott der Moabiter, vor Milkom, dem Gott der Kinder Ammon, und nicht auf meinen Wegen gewandelt sind, zu tun, was recht ist in meinen Augen, und meine Satzungen und meine Rechte zu halten, wie sein Vater David. Doch will ich nicht das ganze Königreich aus seiner Hand nehmen, sondern will ihn zum Fürsten setzen alle Tage seines Lebens um meines Knechtes David willen, den ich erwählt habe, der meine Gebote und meine Satzungen beachtet hat. Aber aus der Hand seines Sohnes will ich das Königreich nehmen und es dir geben, die zehn Stämme. Und seinem Sohn will ich einen Stamm geben, damit mein Knecht David alle Tage eine Leuchte vor mir habe in Jerusalem, der Stadt, die ich mir erwählt habe, um meinen Namen dahin zu setzen. Und dich will ich nehmen, dass du regierst über alles, was deine Seele begehren wird, und König bist über Israel. Und es wird geschehen, wenn du hören wirst auf alles, was ich dir gebiete, auf meinen Wegen wandeln und tun wirst, was recht in meinen Augen ist, indem du meine Satzungen und meine Gebote hältst, wie mein Knecht David getan hat, so werde ich mit dir sein, dir ein beständiges Haus bauen, wie ich es David gebaut habe, und werde dir Israel geben. Und ich werde die Nachkommenschaft Davids deswegen demütigen, doch nicht für immer.“
Wir finden hier einen wunderbaren Start im Leben Jerobeams. Und wenn wir das jetzt gleich ein bisschen auf uns anwenden, dann werden wir das in diesem Dualismus machen, den wir in der Bibel immer finden: Gott schenkt. Gott hat Jerobeam Fähigkeiten geschenkt, natürliche Fähigkeiten, das ist das eine. Und auf der anderen Seite sieht man, dass Jerobeam etwas macht, dass er sich auszeichnet durch ... kommen wir gleich zu den Punkten.
Und so finden wir das in der Bibel auch wieder. Dieser Vers aus 2. Petrus sagt das ganz schön: Zum einen hast du von Gott ganz viel geschenkt bekommen, nicht nur, dass du Gottes Kind bist, wenn du den Herrn Jesus im Glauben angenommen hast, sondern auch ganz viele Gaben, Verheißungen, Befähigung. Denn seine göttliche Kraft hat uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt. Aber der Vers endet da nicht, sondern es heißt weiter: so wendet deshalb auch allen Fleiß an.
Und genau diese Kombination sieht man hier wunderbar bei Jerobeam. Und ich möchte in dieser ersten Predigt, wo wir noch nicht so richtig in das Drama einsteigen, sondern erst einmal Jerobeam kennenlernen, euch motivieren, in diesem Dualismus zu leben: von Gott anzunehmen, was ihr geschenkt bekommen habt, aber auch allen Fleiß anzuwenden in den Bereichen, wo es nötig ist.

Begabung, Herkunft und Fleiß

Das Erste, was ich bemerkenswert finde, ist, dass wir gelesen haben: Jerobeams Mutter, Vers 26, war Zerua, eine Witwe. Das heißt, wir können davon ausgehen, dass Jerobeam ohne Vater aufgewachsen ist.
Ich kenne unheimlich viele Jugendliche und Christen heutzutage, die ihre Misere im Glaubensleben mit ihrer Biografie begründen. Also: weil meine Eltern sich nie um mich gekümmert haben, weil mein Vater nie für mich da war, weil – keine Ahnung – was deine Ausrede ist. Und natürlich sind wir alle geprägt von unserer Biografie. Ich bin der, der ich bin, zu großen Teilen durch das, was ich durch meine Eltern mitbekommen habe.
Aber Jerobeam ist ein Beispiel dafür, dass er trotz der Misere, obwohl er keinen Vater hat, von Gott in außergewöhnlicher Weise genutzt werden kann. Ich möchte allen von euch, die genau darunter leiden, dass sie sagen: Meine Kindheit war total eine Katastrophe, das Beispiel Jerobeams zeigt: Gott kann heilen. Gott kann trotz deiner Biografie etwas Außergewöhnliches aus deinem Leben machen. Gottes Kraft triumphiert über persönliche Schicksale.
Das Zweite, was wir bei Jerobeam sehen, ist, dass er begabt und aktiv ist. Vers 28: Der Mann Jerobeam war ein tüchtiger Mann. Als Salomo den Jüngling sah, dass er arbeitsam war, bestellte er ihn über alle Lastarbeiten des Hauses Joseph. Ich finde das eine sehr schöne Kombination: begabt. Er hatte offensichtlich Organisationstalent, aber er war auch ein aktiver, ein fleißiger Mensch. Die Bibel sagt das eindeutig.
Auch das möchte Gott dir heute sagen: Jeder, der hier im Raum sitzt, hat von Gott eine Gabe bekommen. Und es ist wichtig, dass du weißt, was deine Gabe ist. Und wenn du das nicht weißt, dann solltest du Gott bitten, dass er dir das zeigt. Vielleicht kannst du auch irgendwelche Glaubensgeschwister fragen, die eine gute Einschätzungsgabe haben, was denn deine Gabe sein könnte. Aber es gibt keinen, der keine Gabe hat. Je nachdem, wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dient einander, sagt 1. Petrus 4,10. Das heißt, du sollst deiner Gabe entsprechend anderen Geschwistern dienen.
Ich habe einen Brieffreund, der heißt Uwe Lenn, und von dem kriege ich mindestens einmal pro Monat einen Brief. Das ist ein Mann, der ist sehr krank. Er leidet unter Schizophrenie, kann nicht arbeiten und hat Phasen, in denen er wirklich am Leben verzweifelt. Aber was ich so wunderbar an ihm finde, ist, dass er seine Gabe gefunden hat. Und seine Gabe ist das Briefeschreiben. Er schreibt ganz, ganz vielen Leuten. Ich glaube, mein Vater kriegt auch ständig Briefe von ihm. Und er hat mir geschrieben. Ich lese euch mal ein paar Zeilen vor:
Lieber Daniel, ich schreibe dir wieder sehr gerne. Er hat auch Freunde in Kuba, da bin ich dann immer so ein bisschen die Kontaktperson. Mir persönlich hilft das Briefeschreiben, aus meiner schlechten Krankheit herauszukommen. Durch meine Schizophrenie ficht mich der Teufel hart an. Ich habe viele Ängste und eine Großbehinderung. Ich habe dich und deinen Vater sehr gern. Wolfgang ist auch mein lieber Vater. Jetzt schreibe ich den neuntausendneunhundertvierzigsten Brief meines Lebens. Ich bin ein Briefeschreiber.
Aber wie schön ist das, dass so ein Mensch, der in der normalen Gesellschaft, wo man sagen würde: Was soll man mit so einem machen?, von Gott eine Aufgabe bekommen hat. Und so oft schon habe ich mich über die Briefe gefreut, und ich habe immer ein schlechtes Gewissen, dass ich nur so selten zurückschreibe.
Du hast eine Gabe. Aber Jerobeam hatte nicht nur eine Gabe, sondern er war auch ein fleißiger Mensch. Jerobeam hatte keine vier Stunden Bildschirmzeit pro Tag, sondern der hat etwas losgemacht. Und auch das ist eine große Besorgnis, die ich habe, wenn ich so eure Generation angucke: Wo sind die Frauen, wo sind die Männer, die aktiv sind, die den Nachmittag nutzen, um irgendwie mit Freunden etwas zu unternehmen, ihre Hobbys auszubauen, ihre Talente zu schulen, sich in der Gemeinde einzubringen?
Jerobeam kann Gott jede und jeden nutzen, aber Gott knüpft schon gerne an natürliche Gegebenheiten an. Und für Gott ist es natürlich viel einfacher, mal ein bisschen menschlich gesprochen, jemanden zu nutzen, der auch wirklich aktiv ist.
Paulus war auch so einer. Wenn er sein Leben beschreibt: Nicht, dass ich es schon ergriffen habe, Philipper 3, oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus ergriffen bin. Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich es ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was da hinten ist, strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, jage nach dem vorgestreckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Wie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein.
Wenn ihr mal guckt, wie aktiv dieser Text ist, wie oft Paulus sagt: Ich jage ihm nach, ich strecke mich aus, ich vergesse, was da hinten ist, ich jage dem vorgestreckten Ziel nach, dann ist das diese Einstellung. Und ich wünsche euch, dass ihr wirklich einen Vorsatz fasst: Ich will ein aktives Leben führen.
Ihr seid jetzt in der Blüte eures Lebens. Wahrscheinlich habt ihr nie wieder so viel Zeit, wie ihr jetzt habt. Seid keine Abhänger, sondern nutzt euer Leben aktiv, indem ihr eure Fähigkeiten und eure Talente ausbaut, aber vor allen Dingen auch lernt, anderen Menschen zu dienen und Gott zur Ehre zu leben.

Verantwortung und Führung

Das nächste, was ich interessant finde, ist, dass Jerobeam bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Also ein junger Mann, wahrscheinlich in eurem Alter, und Jerobeam hat ein riesiges Konstruktionsprojekt gestartet. Und man fragt Jerobeam: Könntest du dir vorstellen, die Verantwortung dafür zu übernehmen?
Wie viele Materialbesorgungen, wie viele Arbeitseinteilungen, wie viele Konzepte er erstellen musste, kann ich mir gar nicht ausmalen. Aber das muss unglaublich komplex gewesen sein. Und Jerobeam macht das.
Und später, das werden wir gleich noch am Ende sehen, als das Volk Israel in einem Machtvakuum steckt und sagt: Wir wollen nicht mehr dem Nachkommen Salomos dienen, kommen sie zu Jerobeam und fragen ihn: Jerobeam, könntest du dir vorstellen, König über Israel zu sein? Dann duckt er sich nicht weg, sondern sagt: Mit Gottes Hilfe will ich es machen.
Und auch da die Frage: Wo sind hier die Leute unter euch, die Verantwortung übernehmen? Ich meine, ich habe das auch beim Basislager in Schoppen letzten Sommer oder Frühling gesagt: Es gibt unheimlich viele tolle Mitarbeiter, aber es gibt wenige, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Und allgemein hört man das.
Die alten Leute, die Jugendlichen beschweren sich, dass die alten Leute die Posten nicht räumen. Aber oft ist es so, dass gern die älteren Geschwister ihre Aufgaben abgeben würden, aber es gibt wenig, die dann wirklich sagen: Okay, ich übernehme die Verantwortung.
Bei uns im Kollegium wurde jetzt der Vorsitz für das Fach Mathematik frei. Die beiden, die das gemacht haben, haben das 15 Jahre lang gemacht. Und wir haben, ich glaube, zehn junge Lehrerinnen und Lehrer. Und das Einzige, was man machen muss, ist, so ein bisschen zu gucken, was es für Neuerungen vom Land NRW gibt, einmal pro Jahr eine Konferenz einzustellen und sich um die Taschenrechner für die Klassen zu kümmern. Also einen viel einfacheren Job gibt es gar nicht.
Und die haben wirklich zwei Wochen lang jeden gefragt, von den jungen Lehrern, ob sich nicht irgendeiner von uns vorstellen könnte, den Mathe-Vorsitz zu übernehmen. Es hat keiner Ja gesagt. Am Ende habe ich gesagt: Komm, ich mache es. Aber das ist peinlich.
Und ich hoffe, dass ihr nicht nur mitmacht, sondern dass ihr auch mit Gottes Hilfe, wenn es nötig ist, bereit seid, Verantwortung zu übernehmen. Jerobeam war so einer.
Aber entsprechend dem Dualismus sind es jetzt nicht nur Eigenschaften, die er mit Fleiß kultiviert hat, sondern er hat auch ganz tolle Zusagen. Wir haben gelesen, was Gott zu ihm sagte, Vers 38, der zweite Teil: So werde ich mit dir sein und dir ein beständiges Haus bauen, wie ich es David gebaut habe, und werde dir Israel geben.
Jerobeam hat eine ganz gewaltige Aussage Gottes auch als Verheißung in der Hinterhand. Wenn du dich an meine Vorschriften hältst, wenn du in meinen Wegen wandelst, so wie David es getan hat, dann werde ich mit dir sein. Ich werde dir ein beständiges Haus bauen, deine Dynastie wird Bestand haben.
Und wenn ich jetzt gerade gesagt habe: Seid aktiv, kultiviert eure Gabe, übernehmt Verantwortung, dann ist die andere Seite der Medaille, dass wir genau diesen Rückhalt haben. „Alles vermag ich durch den, der mich kräftigt“, sagt Paulus in Philipper 4,13. Wenn ich schwach bin, bin ich stark.
Wir wissen, dass Gottes Kraft in uns lebt, dass das ganze Haus auf Christus gebaut ist und er uns fähig macht, ihm zur Ehre zu leben. Jerobeam ist von Gott ausgestattet. Er hat die Zusage von Gott: Ich werde bei dir sein, ich werde dein Haus bauen. Und dann ist er mutig.

Mut, Geduld und Gottes Zeit

Den Vers habe ich gerade nicht vorgelesen, aber schaut mal: Der Vers 40 birgt ein kleines Rätsel.
Ihr müsst euch jetzt vorstellen: Salomo hat Gott verlassen, und Gott hat ihm gesagt, dass er sein Schicksal zum Negativen wenden wird. In Kapitel 11, Vers 11, hat Gott zu Salomo gesagt: Weil du mich verlassen hast und weil du meine Satzung, die ich dir geboten habe, nicht beachtet hast, so werde ich dir das Königreich gewiss entreißen und es deinem Knecht geben. 1. Könige 11,11.
Hier weiß Salomo noch nicht, wer es ist. Salomo hat ja unendlich viele Knechte. Er weiß nur: Irgendein Knecht von mir wird einmal mein Königreich übernehmen.
Und jetzt Vers 40: Jerobeam hat von den Propheten gehört: Gott wird dir zehn Stämme geben. Wenn du dich an meine Satzung hältst, wirst du eine stabile Dynastie aufbauen.
Und jetzt Vers 40: Und Salomo suchte Jerobeam zu töten. Da machte Jerobeam sich auf und floh nach Ägypten zu Sisak, dem König von Ägypten. Er war in Ägypten bis zum Tod Salomos.
Woher wusste Salomo, dass Jerobeam der Knecht ist, der das Königtum über Israel erhalten würde? Das ist ein kleines Rätsel. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass Jerobeam, als er Ja gesagt hat zu der großen Berufung, die Gott für ihn vorhatte, nicht damit hinter dem Zaun gehalten hat, sondern offen damit in die Offensive gegangen ist und im Grunde dazu gestanden hat: Gott hat mich beauftragt, das Königreich, das aus der Hand Salomos entrissen wird, in meine Hand zu nehmen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Salomo jetzt auf einmal genau ihn zu töten versucht.
Und auch ein bisschen später zeigt er großen Mut. Da werden wir noch zu kommen. Das fließt ein bisschen in den letzten Punkt ein: Jerobeam erlebt die Führung Gottes.
Und das ist der letzte Punkt, den ich auch auf uns in dieser ersten Predigt mitgeben möchte, die noch so positiv ist, in der wir noch so viel Schönes sehen, den starken Anfang von Jerobeam. Ich wünsche euch auch, dass ihr die Führung Gottes wirklich erlebt. Er ist geführt, und er lässt sich führen.
Viele von euch, und ich sage das auch immer, sagen: Wir wollen Gottes Führung erleben, und wie Gott es zeigt, so wollen wir es machen. Aber oft machen wir es am Ende nicht so. Manchmal ist es so, dass Gott uns ganz klar etwas zeigt, und am Ende ist unser Eigensinn so stark, dass wir doch unser eigenes Ding machen. Oder wir haben einen so starken Herzenswunsch, dass wir zwar sagen: Ich möchte von Gott geführt werden, aber eigentlich machen wir doch selbst unser Ding. Jerobeam macht weder das eine noch das andere.
Ein Beispiel: Als ich noch ganz jung war, war ich verliebt in ein Mädchen, das auch aus einer christlichen Gemeinde kam. Und ich habe, so wie ihr das wahrscheinlich auch macht, gebetet: Gott, bitte zeige mir, ob das etwas werden könnte, und wenn es nicht so sein soll, zeige mir das deutlich. Ein paar Tage später hat mein Vater mir gesagt, weil er irgendwie merkte, dass ich Interesse für dieses Mädchen habe: Dani, ich möchte, dass du weißt, dass ich von diesem Mädchen ein ganz, ganz schlechtes Bild habe, und ich möchte dich bitten, da nichts anzustreben.
Also: Ich bete, Gott zeige mir, ob das irgendwie sein soll oder nicht. Mein Vater kommt auf mich zu, ohne dass ich ihn gefragt habe, und ich habe trotzdem weitergemacht. Und es war eine Katastrophe, die Gott sei Dank schnell zu Ende war. Ich bin froh, dass Marei meine Frau geworden ist.
Wie oft machen wir das so? Wir reden fromm: Ich möchte Gottes Willen erkennen. Und Gott zeigt uns etwas, aber wir sind doch letztendlich so überzeugt von unserem Vorgehen. Jerobeam ist nicht so. Und das finde ich sehr beeindruckend. Er weiß jetzt ja in dieser Geschichte: Okay, ich werde König über Israel. Aber dann sagt Jerobeam: Okay, Gott, wenn du das wirklich willst, dann warte ich jetzt ab, was passiert. Ich nehme die Sache nicht in die Hand.
Er ist in Ägypten, wir haben das gelesen, und in Kapitel 12 passiert jetzt etwas total Verrücktes: Der Sohn von Salomo wird König, Rehabeam, und er lässt es direkt am Anfang auf eine Machtprobe ankommen.
Das Volk kommt zu ihm. Es ist interessant: Wir lesen in einer Passage, dass unter Salomo das Leben unheimlich entspannt war. Da steht irgendwie so etwas, als jeder saß unter seinem Weinstock und genoss das Leben und freute sich. Aber das hat sich am Ende von Salomos Leben schon geändert. Als Salomo Gott verlassen hat, wird das Leben beschwerlicher, und er hat Fronarbeiter engagiert. Die Israeliten mussten hart schuften, um die ganzen Prachtbauten von Salomo auf die Beine zu stellen.
Deshalb kommt das Volk jetzt, als Rehabeam, der Sohn Salomos, an die Macht kommt, ganz gut, mit einer guten Gesinnung, und sagt: Dein Vater hat uns so hart schuften lassen. Wenn du es uns ein bisschen leichter machst, dann werden wir dir unser ganzes Leben lang gefügig nachfolgen.
Und Rehabeam bespricht sich mit den Alten. Die Alten haben miterlebt, wie Salomo am Ende seines Lebens war, und die Alten sagen: Hör auf das Volk. Wenn du denen jetzt entgegenkommst, werden sie dir dein ganzes Leben treu sein.
Aber Rehabeam fragt dann noch die Jungen, und das sind so Hardliner. Die sagen: Du darfst keine Schwäche zeigen, du musst dem Volk hart antworten. Und am Ende antwortet Rehabeam: Mein kleiner Finger ist, 1. Könige 12,10, dicker als die Lenden meines Vaters. Also im Grunde: Mein Vater war ein Weichei, ich zeige euch mal, was ein echter Herrscher ist. Nun denn, mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt, ich aber will zu eurem Joch hinzufügen. Mein Vater hat euch mit Geißeln gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
Das ganze Volk ist da, und Jerobeam ist auch bei dieser Unterhaltung dabei, aber ganz im Hintergrund. Er sagt überhaupt nichts. Und das, was Jerobeam sich im Traum nicht hätte ausdenken können, ist, was jetzt auf einmal passiert. Es entwickelt sich eine Eigendynamik, und das Volk sagt: Okay, wenn der Rehabeam so drauf ist, dann kann er uns mal. Dann suchen wir uns einen anderen König.
Vers 15: So hörte der König nicht auf das Volk, denn es war eine Wendung vonseiten des Herrn, damit er sein Wort aufrecht erhielte, das der Herr durch Achia, den Siloniter, zu Jerobeam, dem Sohn Nebats, geredet hatte.
Jerobeam wartet einfach ab, und er hat die Größe zu sagen: Wenn Gott das will, dann wird Gott es auch zustande bringen. Und es kommt jetzt so: Das Volk, die Stimmung kippt, und sie sagen, Vers 16: Als ganz Israel sah, dass der König nicht auf sie hörte, da gab das Volk dem König Antwort und sprach: Was haben wir für ein Teil an David? Wir haben kein Erbteil am Sohn Isais. Zu deinen Zelten, Israel! Nun sieh nach deinem Haus, David! Und Israel ging zu seinen Zelten.
Ich kann mir vorstellen, wie Jerobeam jetzt extrem gespannt wartet, was weiter passiert. Vielleicht hat er gedacht: Ja, jetzt müssen sie aber irgendwie, okay, das mit Rehabeam, das geht nicht gut, aber jetzt bin ich immer noch nicht König.
Und es geschah, als ganz Israel hörte, dass Jerobeam zurückgekehrt wäre, da sandten sie hin, riefen ihn zu der Gemeinde und machten ihn zum König über ganz Israel. Niemand folgte dem Haus Davids als nur der Stamm Juda.
Jerobeam geht zurück in seine Heimat und wartet, was passiert. Und auf einmal legt Gott den Wunsch in das Volk, dass sie denken: Jerobeam könnte so einer sein. Wir haben gesehen, wie er damals die Verantwortung übernommen hat, als dieser Befestigungswall gebaut wurde. Wir haben gesehen, wie fleißig er war. Wir haben gesehen, wie mutig er zu dem gestanden hat, was Gott ihm gesagt hat. Und der müsste der sein, der uns aus der Misere führt. Und sie kommen und machen ihn zum König, und Jerobeam wartet ab, bis Gott es vollbracht hat.
Und so wünsche ich euch, dass wir von den ersten Jahren Jerobeams viel Positives mitnehmen. Dass ihr euch vornehmt: Ich will meine Gabe, die Gott mir gegeben hat, kultivieren und ausbauen und ihm zur Ehre einsetzen. Dass du ein aktiver Mensch bist, der nicht abhängt, sondern sagt: Ich will das kurze Leben, das ich habe, zur Ehre Gottes einsetzen. Dass du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen, wenn Gott dir irgendwelche Aufgaben übergeben möchte. Dass du immer daran denkst: Gott gibt dir die Kraft, in seiner Kraft vermagst du alles. Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt. Dass du auch mutig zu den Wegen Gottes stehst, auch wenn das mal Widerstand bedeutet. Und vor allen Dingen, dass du Gottes Führung wirklich bereit bist zu erleben und nicht selbst das Zepter in die Hand nimmst.

Drei bleibende Grundsätze und ein warnendes Bild

Und dann sagt Gott eigentlich nur noch drei Sachen, die ihm wichtig sind. Und das kam hier in dem Text, den wir gelesen haben, mehrfach vor.
Das Erste: Jerusalem habe ich erwählt, dort bin ich in besonderer Weise präsent. Das haben wir mehrfach gelesen, Kapitel 11, Vers 36 zum Beispiel: in Jerusalem, der Stadt, die ich mir erwählt habe, um meinen Namen dahin zu setzen. Und es wird noch einmal erwähnt.
Das Zweite: Jerobeam, vergiss nie, Salomo verliert sein Königreich, weil er anderen Göttern nachgeschaut hat, weil er sein Herz von mir abgewandt hat.
Und das Dritte, was wir auch gerade gelesen haben: Jerobeam, vergiss nie, wenn du auf meine Weisungen achtest, werde ich dir ein beständiges Haus bauen.
Und dann gibt es hier eine ganz schöne Formulierung, und die möchte ich zum Schluss vorlesen: Und dich will ich nehmen, dass du regierst über alles, was deine Seele begehren wird, und König bist über Israel. In der spanischen Bibel steht, dass du nach allem tun kannst, was in deinem Herzen ist.
Das heißt: Wenn wir diese Grundprinzipien beachten, haben wir ganz viel Freiraum. Du hast ganz viele Möglichkeiten. Gott sagt: Wenn ich an erster Stelle stehe, wenn du bereit bist, dich an meine Weisung zu halten, dann hast du ganz viele Freiräume. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du dein Leben gestalten kannst, mir zur Ehre. Nutze sie, aber achte bitte auf diese drei Dinge.
Und ich würde das so übertragen, und das wird in den nächsten Predigten deutlicher werden: Jerusalem habe ich erwählt. Egal, was kommt, Jerobeam, in Jerusalem steht der Tempel, und da bin ich in besonderer Weise präsent. Und das Gegenstück, das wir aus dem Neuen Testament kennen, ist die Gemeinde. Egal, wo du gute Glaubensgefährten findest, egal, was du für Predigten hörst, egal, wie du dich geistig entwickelst, du brauchst eine Gemeinde. Und Gott hat die Gemeinde als sein Herzstück eingesetzt. Und jeder von euch hat hoffentlich eine Gemeinde, zu der er gehört und wo er weiß: Das ist Gott besonders wichtig.
Das Zweite: Salomo wird das Königtum entrissen, weil er anderen Göttern nachgefolgt ist. Halte mal kurz inne und denk an die vielen Leute, die du kennst, die mal stark im Glauben standen, aber die jetzt nicht mehr mit Gott leben, und was für eine Wendung ihr Leben genommen hat. Wie viele Menschen kennst du, die einmal große Strahlkraft besessen haben, aber die heute nicht mehr mit Gott leben? Und was ist aus ihrem Leben geworden? Was für ein Impact geht von ihrem Leben noch aus?
Und dann die Zusage von Gott: Wenn du dich an meine Gebote hältst, dann wird deine Dynastie richtig stabil sein, und du hast ganz viel Freiraum. Du kannst nach allem handeln, was in deinem Herzen ist. Mir kommt das so vor wie ein Elfmeter vor einem Tor ohne Torwart. Jerobeam steht davor, und er muss jetzt eigentlich nur noch reinschießen, und er hat eine goldene Zukunft vor sich. Und das Dramatische ist, dass er den Elfer verschossen hat. Und was er falsch gemacht hat, das werden wir in der zweiten Predigt hören.