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Apologetik - Das Zebra oder fünf Argumente dafür, dass das Christentum die einzig wahre Religion ist

25.04.2016
Serie•Teil 6 / 7Predigtreihe Apologetik
Warum gerade das Christentum? Weil es nicht „eine Option unter vielen“ ist, sondern Anspruch auf das Original erhebt: Zukunft ohne Leid, Rettung aus Gnade und ein Gott, der den Tod besiegt hat.

Einordnung der Predigtreihe

Allen Gästen sei gesagt: Wir sind in einer Reihe, in einer Predigtreihe zum Thema Apologetik. Apologetik ist sozusagen die Kunst, jemandem, der zu mir kommt und sagt: „Sag mal, warum glaubst du eigentlich?“, eine vernünftige Antwort zu geben.
Wir sind ja schon eine Weile unterwegs. Das ist jetzt unsere sechste Predigt. Ganz am Anfang haben wir uns angeschaut, warum es eigentlich rational ist, an etwas Höheres zu glauben, an Gott. Damit haben wir begonnen.
Dann sind wir ein bisschen weitergegangen und haben insgesamt vier Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Da war der erste Stolperstein: Es geht doch nicht, dass ein guter Gott so viel Leid zulässt. Wenn ihr euch erinnert, auf diese Frage haben wir relativ schnell eine Antwort gefunden. Wir haben gesagt: Na ja, genauso wie ein guter Zahnarzt Leid verwendet, um zu helfen, ist es bei Gott genauso.
Und wenn dann jemand sagt: „Ja, aber muss es denn unbedingt so viel Leid sein, was Gott zulässt?“, dann ist uns relativ schnell aufgefallen, dass diese Bewertung, es sei zu viel, etwas ist, das wir nicht einfach leisten können. Das Leben ist unfassbar komplex, und wir können uns bei der Frage, wie viel Leid zu viel ist, eigentlich gar kein Urteil erlauben. Dafür sind wir einfach zu klein.
Wir haben auch gemerkt: Wenn jemand sagt, dass Leid etwas Schlechtes ist, können wir zurückfragen und sagen: Woher kommt es denn, dass du glaubst, dass Leid etwas Schlechtes ist? Hast du da vielleicht die Vorstellung von einem Maßstab, von etwas absolut Gutem, das im Hintergrund steht, an dem du das Leben, das du erfährst, misst? Das ist ja schon fast eine Gottesvorstellung, die du da hast. Denn mein Gott ist absolut gut.
Übrigens habe ich als Christ mit meinem Glauben angesichts des Leids wirklich ein paar schöne Vorteile. Ich weiß nicht nur, woher das Leid kommt, ich habe auch eine Idee davon, wie es entstanden ist. Es ist nicht nur so, dass ich weiß, dass es in diesem Leben um mehr geht, als darum, so wenig Leid wie möglich zu erfahren. Es geht darum, Gott kennenzulernen. Sondern ich habe auch eine Ewigkeitsperspektive.
Und es ist tatsächlich so: Mir geht es so, dass ich, wenn ich nicht gläubig wäre, an dem Leid dieser Welt verzweifeln würde. Ich bin total froh, dass ich gläubig bin und dass Gott mir sagt: Weißt du, es kommt eine Zeit, in der das alles vorbei ist. Und übrigens: Das Leid, das du hier erlitten hast, dafür werde ich dich entschädigen. Das ist nicht das letzte Wort, das gesprochen wird.
Das war der Stolperstein eins.

Rückblick auf die bisherigen Einwände

Es geht doch nicht, dass ein guter Gott so viel Leid zulässt.
Dann haben wir uns letztes Mal drei Stolpersteine angeschaut. Der erste Stolperstein, ihr wisst noch, war das mit dem Elefanten: Alle Religionen sind irgendwie gleich und führen wenigstens zum selben Ziel, wird manchmal behauptet. Und ich hatte euch gezeigt, dass das falsch ist. Je mehr man zum Kern einer Religion vordringt, desto unterschiedlicher werden Religionen. Sie werden nicht immer gleicher und nur in der Hülle irgendwie ein bisschen unterschiedlich, sondern im Kern sind sie total verschieden. Und wer sagt, alle Religionen seien doch irgendwie gleich, bitteschön, der muss sich wirklich gut auskennen.
Dann war ein dritter Stolperstein, der hieß: Die Naturwissenschaften haben bewiesen, dass es Gott nicht gibt. Und als Naturwissenschaftler macht mir das Argument besonders viel Spaß, weil ja schon das Wort Naturwissenschaft sagt, dass die Wissenschaft etwas über die Natur sagen kann. Und eben nicht über Gott. Warum nicht? Weil man Gott nicht messen kann, man kann ihn nicht sezieren, man kann ihn nicht durch ein Mikroskop betrachten. Gott ist nicht Teil der Schöpfung, nicht Teil der Natur, sondern er ist der Schöpfer. Und deswegen brauchen wir, wenn wir Gott kennenlernen wollen, nicht einen Teilchenbeschleuniger oder eine Petrischale, sondern wir brauchen Glauben. Das funktioniert einfach anders.
Und auch Achtung: Auch beim Glauben gibt es Regeln. Das ist nicht so etwas wie: Glaub einfach drauf los, und das wird schon werden. Es gibt Regeln. Aber mir ging es darum zu zeigen: Es reicht nicht, Naturwissenschaftler zu sein, wenn man sinnvolle Aussagen über Gott trifft. Es ist leider so, und das sage ich zur Schande meiner Zunft, dass es ein paar sehr kluge Naturwissenschaftler gibt, die erstaunlich dumme Aussagen über Gott machen.
Letzter Stolperstein: Die Kirche hat so viel Böses zu verantworten, denk nur an die Kreuzzüge. Tue ich gern. Aber, und das wäre meine Gegenfrage: Weißt du auch, wie es zu den Kreuzzügen kam? Weißt du, was davor war? Plapperst du nur Propaganda nach, oder hast du dich einfach mal mit den Fakten beschäftigt?
Und übrigens: Wenn du sagst, dass das Christentum so viel auf dem Kerbholz hat, hast du dich mal hingesetzt und geschaut, wie viel Gutes durch das Christentum in die Welt gekommen ist? Wie sich Barmherzigkeit, Wohlstand, Wissenschaft und Demokratie genau in den Ländern ausgebildet haben, wo über Jahrhunderte hinweg die Bibel das Sagen hatte? Das waren unsere Stolpersteine vom letzten Mal. Es war eine grobe Zusammenfassung von dem, was wir gesagt haben. Wenn ihr das nachhören wollt: Wir haben unsere Predigten im Internet.

Die Leitfrage für heute

Wenn jetzt jemand sagt: „Okay, Jürgen, du sagst also, ich muss mich für eine Religion aus diesem Strauß der Religionen entscheiden. Sag mal, was, wenn es gar nicht die eine, einzige richtige Religion gibt? Woher nimmst du das eigentlich, dass es die eine Religion gibt? Und warum muss ich mich, wenn ich mich entscheiden muss, dann gerade für die christliche entscheiden?“
Also zwei Fragen: Warum glaube ich, dass es genau eine richtige Religion gibt, und warum das Christentum?
Darüber möchte ich heute reden.
Frage eins, und ihr werdet die Antwort nie wieder vergessen, glaube ich: Warum glaube ich, dass es genau eine richtige Religion gibt? Und meine Antwort heißt: Nutella.
Also wenn mich jemand fragt: „Jürgen, warum glaubst du, dass es genau eine richtige Religion gibt?“, dann lautet die Antwort: Nutella.
Jetzt wirst du sagen: Nutella hat jetzt nicht sofort etwas mit Religion zu tun. Mir geht es um das Konzept dahinter.
Es gibt verschiedene Nuss-Nougat-Cremes. Die heißen dann so: Nussano, Nusetti, Nutoka, Nuskati, Nuspli. Ja, aber alle haben eines gemeinsam: Es gibt sie überhaupt nur, weil es das Original gibt.
Wenn im Jahre 1940 und dann noch einmal verbessert 1950 Pietro Ferrero nicht diese Nuss-Nougat-Creme erfunden hätte, Nutella, dann hätte es das nicht gegeben. Das ist die Uridee aller Nuss-Nougat-Cremes.
So, und jetzt übertragen wir das einfach mal auf Religionen.
Warum soll man, wenn etwas an einer Stelle funktioniert, nicht an anderer Stelle auch funktionieren? Wenn es verschiedene Religionen gibt, ist es dann nicht naheliegend, davon auszugehen, dass es eine Art Uridee Religion gibt, ein Original gibt, das sich qualitativ von den Folgeprodukten einfach massiv unterscheidet?
Ich glaube das. Ich glaube, mit dem, was ich biblisches Christsein nenne, dieser Uridee, diesem Original auf die Spur gekommen zu sein.
Das ist die Frage: Warum glaubst du, dass es genau so eine gibt? Warum muss ich genau eine finden?
Logisch: Nutella. Ich will das Original. Ich will das, was wirklich gut schmeckt.

Das Bild vom Original

Frage: Die zweite Frage war ja: Okay, aber warum glaubst du dann, dass das Christentum so einmalig ist?
Und dazu darf ich euch das Zebra vorstellen. Während unser Zebra durch die Reihen geht und euch ein paar Zettel austeilt, merkt ihr schon: Ihr werdet bestimmte Sachen nie wieder vergessen. Ich erinnere an die Palme. Habt ihr die Palme noch im Blick? Ja, Palme.
Palme war ein Akronym, P-A-L-M-E, wofür? Für fünf Gründe, warum es sich lohnt und warum es rational sinnvoll ist, an etwas Höheres, an etwas Göttliches zu glauben. Die Palme steht für: Wir haben eine Prägung auf Gott hin, das Universum hat einen Anfang, das Leben ist so unglaublich komplex und so irre, wahnsinnig schön, es schreit förmlich nach einem Schöpfer. Da gibt es absolute Moral, die nur danach schreit, dass es jemanden gibt, der diese Moral sich ausgedacht hat, der wirklich gut ist. Und wir haben Erfahrungen gemacht mit Gott. Das war die Palme.
Und jetzt gehen wir quasi von der Palme zum Zebra. Zebra. Ich zeige euch mal, wofür die Buchstaben stehen. Die Buchstaben stehen für Z wie Zukunft, E wie Errettung, B wie Bibel, R wie Rätselhaftigkeit und A wie Auferstehung. Und zusammengenommen wieder ein Akronym: Zebra. Für fünf Punkte, warum ich glaube, dass das Christentum unter allen Religionen wirklich einmalig ist und dass man, wenn man sich das Original raussucht, wenn man überlegt, welche Religion könnte die eine Religion sein, wo ich sage: Okay, auf die setze ich mal all mein Vertrauen, warum das das Christentum sein kann.
Bitte, ich kann Dinge nur anreißen. Okay, es ist bei dieser ganzen Reihe so: Ich möchte euch eigentlich Lust machen, tiefer zu bohren, also selber mal weiterzulesen. Also ich gebe euch immer so einen Anreißer, so einen Teaser. Und wenn du dann sagst, dieses Thema interessiert mich mehr, dann besorg dir ein schönes Buch, denk nach, lies in der Bibel und kümmere dich darum, dass du richtig fit wirst.
Also, fünf Punkte Zebra. Kommen wir zu dem ersten Punkt: Was finde ich so einmalig an biblischem Christsein? Z wie Zukunft.

Z wie Zukunft

Die Zukunftsvorstellung der Bibel ist einzigartig. Warum? Weil sie drei Dinge miteinander verbindet, die man sonst so nicht findet: auf der einen Seite Gerechtigkeit, auf der anderen Seite eine sehr hohe Sicht von meinem Menschsein und auf der dritten Seite die persönliche Begegnung mit Gott.
Wenn ich mir andere Religionen anschaue, dann habe ich ein kleines Problem. Ihre Zukunftsvorstellungen sind häufig sehr irdisch und dann auch oft eher für Männer interessant. Ich denke da an siebzig Jungfrauen, aber auch an die nordischen Religionen mit ihrem Walhalla, wo es irgendwie darum geht, sich tagsüber zu kloppen und nachts zu feiern. Das hat eine sehr irdische Komponente: Das, was ich hier nie abgekriegt habe, kriege ich dann später mal.
Auf der anderen Seite gibt es das Gegenteil. Also entweder ist es zu irdisch, und wie gesagt auch für Frauen immer ein bisschen langweilig, oder es ist zu abstrakt. Dann verschwinde ich irgendwie so in einem Nirwana und denke mir: Nee, will ich irgendwie auch nicht.
Und dazwischen siedelt sich jetzt eine Religion an, nämlich die christliche Religion, also das, woran ich glaube. Auf der einen Seite sagt Gott: Diese Welt ist nicht so toll. Ich werde eine neue Erde und einen neuen Himmel machen. Ich werde das neu schöpfen. Und der Ort, der dann entsteht, wird davon geprägt sein, dass dort Gerechtigkeit wohnt.
Wenn die erste Erde davon geprägt ist von Frust, die Bibel nennt das Nichtigkeit, Vergänglichkeit, also Krieg, Katastrophen, Krankheiten usw., dann wird Gott eine Welt schaffen, einen neuen Himmel und eine neue Erde, die ewig sein wird und perfekt.
Auf dieser neuen ewigen Erde werden Menschen leben mit einem Auferstehungsleib. Also: Wann immer du denkst, mir tun langsam die Knochen weh, das ist dann vorbei. Ein Auferstehungsleib, ein neuer Leib, der nicht nur keine Schmerzen mehr empfindet, sondern der auch nicht mehr sündigen will, der passend ist, um Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.
Die Bibel sagt: Wir werden vollkommenes Menschsein erleben, in dem Moment, wo Gott alle Tränen abwischt und uns einziehen lässt in einen Ort ohne Leid, ohne Geschrei, ohne Schmerz, frei von Tod. Alles ist dann Vergangenheit.
Gläubige Menschen mit einem erneuerten Herzen – ich möchte Gott gefallen, das will ich heute schon –, aber dann mit einem erneuerten Körper. Menschen, die aus Liebe Gott folgen, werden in einen Ort kommen, wo Genuss herrscht. Und zwar werden wir Gott genießen, wir werden einander genießen, wir werden den Himmel und die Erde genießen, wir werden Gott schauen und wir werden leben, und zwar ohne Sünde.
Und gleichzeitig, während ich das sage: Achtung, die Bibel sagt noch etwas mehr. Dieses Menschsein, das wir dann haben werden, wird einen Tick anders sein als heute. Es ist nicht einfach die Fortsetzung von dem hier, sondern wir werden Gottes Natur teilen, also Jesu Perfektion. So wie Jesus nach der Auferstehung war: Plötzlich taucht er da unter den Jüngern auf und sagt Hallo, und alle denken sich: Mann, ich habe doch die Tür abgeschlossen, wie kommt der denn? Da wird irgendetwas ein Stück anders sein. Es wird tatsächlich ein bisschen entrückt sein von dem Irdischen hier.
Jesus sagt an einer Stelle, und ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber er beschreibt es so: Wir werden sein wie die Engel. Also wir werden wirklich Menschen sein. Vollkommene verherrlichte Menschen, die Gott begegnen und doch irgendwie ein Stück weiterkommen. Wo wir heute unser Menschsein doch irgendwie als defizitär betrachten, das wird Gott wegnehmen.
Und ich wollte euch da, bevor ich zum nächsten Punkt übergehe, gerade noch mal ein paar Verse vorlesen, wie der Apostel Paulus das beschreibt, diesen Übergang von diesem Leben ins nächste. Da bleibt so ein Stück etwas Geheimnisvolles übrig. Er sagt: Es wird gesät. Und er vergleicht den Menschen mit einem Samenkorn. Wenn er stirbt, ein Samenkorn fällt in die Erde, wir werden in die Erde gelegt. Es wird gesät in Vergänglichkeit, es wird auferweckt in Unvergänglichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistlicher Leib. 1. Korinther 15,42-44.
Da geht etwas hinein, das irgendwie halbfertig, nicht so richtig ganz gut ist, und da kommt etwas heraus, das dann genau so ist, wie wir uns das heute schon in unseren kühnsten Träumen eigentlich immer gewünscht hätten.
Und er sagt dann in den Versen 47: Der erste Mensch ist von der Erde irdisch, der zweite Mensch, das ist Jesus, vom Himmel. Wie der irdische, so sind auch die irdischen, das sind wir heute, ganz menschlich, in dieser Welt verwurzelt. Und wie der himmlische, so sind auch die himmlischen. Und wie wir das Bild des irdischen getragen haben, heute sind wir irdische Menschen, so werden wir auch das Bild des himmlischen tragen. Wir werden diese Natur Jesu teilen.
Und das wird eine ganz grandiose, tolle Sache sein, eine ganz schöne Zukunftsvorstellung und wirklich absolut einmalig. Wir sind beim Zebra, das war das Z.

E wie Errettung

Jetzt gehen wir einen Schritt weiter, das E. Auch darin ist biblisches Christsein einmalig. E steht für Errettung.
Die meisten Religionen erkennen an, dass der Mensch ein Problem hat. Wenn man also in die Religionen hineinhört und sagt: „Es ist alles paletti“, dann würden die meisten Religionen sagen: Nein, so ist es nicht. Das ist nicht alles so gut. Einfach so, dass man lebt, kommt man nicht in den Himmel, nicht ins Paradies, nicht raus aus diesem Kreislauf des immer wieder Geborenwerdens, auch nicht hinein in die ewigen Jagdgründe. Da muss man sich schon ein bisschen anstrengen.
Und wie das geht, da sind die Religionen unterschiedlich. Die einen gehen mehr in Richtung Meditation, Loslassen, sich entleeren. Die anderen haben eher Ideen wie Gebetszeiten und Wallfahrten. Es gibt auch handfestere Sachen. Da geht es dann mehr um Treue und Tapferkeit. Aber allen Religionen ist ein Gedanke eigen, nämlich: Der Mensch hat ein Problem. Und als Religion gebe ich dir den Rahmen vor oder ein Set von Regeln, ein Set von Verhaltensmustern, die, wenn du dich daran hältst, dieses Grundproblem lösen. Das kennt die Bibel auch, sie nennt es Sünde. Aber dieses Grundproblem löst Religion.
Religion sagt dem Menschen: Was musst du tun, damit du dahin kommst, wo du hinwillst? Und jetzt gibt es, und das finde ich total spannend, eine Religion, und ich nenne die mal biblisches Christentum. Die ist ganz anders.
Das Besondere an diesem Originalchristentum, und ich sage das ganz bewusst so pointiert, weil es Spielarten des Christentums gibt, die sind abgerutscht in diese Ecke, schrecklich an. Aber die Originalversion, also das Nutella-Christentum, das, was wirklich gut schmeckt, das sagt: Ich habe keine Regeln für dich und ich habe keine Verhaltensmuster. Sondern es stimmt schon, du musst dich ändern. Es stimmt, in deinem Leben gibt es Dinge, die sind nicht richtig. Aber ich sage dir nicht, was du tun musst, sondern ich sage dir, was Gott für dich getan hat.
Versteht ihr das? Hier alle Religionen, die sagen: Mach was! Und dann kommt dieses biblische Christentum daher, das sagt: Du kannst nichts tun. Es geht nicht. Wie? Ja, es geht nicht. Du bist viel zu schwach. Vergiss es.
Ja, was soll ich tun? Es gäbe da eine Sache, die könntest du tun. Das ist allerdings kein verdienstliches Werk. Was du tun könntest, wäre: Du könntest deine leeren Hände hinstrecken und sagen: Gott, würdest du mich beschenken? Das Konzept nennt man Gnade.
Ja, also alle anderen sagen: Streng dich an! Biblisches Christentum sagt: Solange du dich anstrengst, kommst du nirgendwo hin. Aber wenn du Gott bittest, dich zu beschenken, dann wird er, weil er am Kreuz schon alles getan hat, in dein Leben hineinkommen.
Wow, ich finde das so beeindruckend. Wir suchen das Original, ja? Ich habe eine einmalige Zukunftsvorstellung, ich habe eine einmalige Idee davon, wie Rettung passiert. Fast schon zu gut, um wahr zu sein. Überlegt euch das mal. Das würde ja bedeuten, jeder kann da gerettet werden, wenn es nur darum geht, dass ich mich von Gott beschenken lasse. Ich muss vielleicht einfach nur ehrlich sein, aber das kriegt man ja halbwegs hin, oder? Ich meine, kann man schon schaffen.
Also, also E. Dann noch etwas, dritter Punkt: B. B wie Bibel oder Buch, geht beides. Oder Bibelbuch, wenn ihr es zusammenziehen wollt.

B wie Bibel

Ich habe schon mal eine Reihe gemacht, eine Mini-Reihe zum Thema, warum die Bibel ein ganz außergewöhnliches Buch ist. Diese Reihe hieß „Kein Buch mit sieben Siegeln“. Ihr könnt euch das auf Frogwords anhören, den Link habe ich euch in die Predigtnotizen reingeschrieben.
Wenn du in den Bereich der religiösen Schriften reinschaust, dann wirst du feststellen: Die Bibel ist absolut einmalig. Und ich habe dir einfach nur fünf Punkte mitgebracht.
Also, wenn ich mich mit einem theologischen Werk beschäftigen müsste, dann würde ich sagen: Nimm die Bibel. Warum? Es ist das älteste Buch überhaupt, das wir haben. Die ersten Kapitel der Bibel gehen zurück bis auf Keilschrifttafeln. Wir sind also im Bereich der Sumerer, das ist immer das, wo es in der Schule dann mit Geschichte losgeht, Hochkultur. Dahin reicht die Bibel zurück. Es ist das älteste Buch.
Die Bibel ist wahrscheinlich tausend Jahre, vielleicht noch mehr, älter als die ältesten Teile der Veden. Das wäre so das Nächste. Die älteren Teile setzt man so bei 1700 vor Christus an. Es ist das älteste Buch der Welt und deswegen keine spätere Erfindung von Menschen, sondern ein Zeugnis der Erfahrungen, die von Anfang an Menschen mit dem Schöpfergott gemacht haben.
Das Zweite, was mich absolut fasziniert, ist der Realismus der Bibel. Sie ist zuverlässig, genau und absolut aktuell. Sie beschreibt wirklich den Menschen und das Leben so, wie es ist. Wenn man mal reinschaut, ist es das einzige religiöse Buch, das zu allen relevanten Lebensbereichen hilfreiche Texte hat. Da gibt es ganz ausgedehnte Weisheitsliteratur, die ist eigentlich für die Kindererziehung geschrieben, neben Liedern für den Gottesdienst. Da finden sich Erlebnisberichte neben einem Ehekurs. Da gibt es Texte über den Sinn des Lebens, das wäre zum Beispiel das Buch Prediger, neben Prophetien über die Zukunft. Es ist irgendwie alles da.
Und ich sage jetzt nicht, die Bibel ist simpel. Das ist kein Kinderbuch. Das ist nicht einmal durchblättern und ich habe es, das ist mir schon klar. Auf der anderen Seite: Wer sich damit auseinandersetzt, wer sich wirklich hineingräbt in dieses Buch, der wird merken: Boah, das ist ja total stimmig, was hier steht. Das ist ja total hilfreich. Das hilft ja wirklich in allen Lebenslagen.
Okay, das war der zweite Punkt, dieser Realismus.
Das dritte, was mich fasziniert an der Bibel, ist ihre Geschlossenheit. Geschrieben über einen Zeitraum von dreitausend Jahren hinweg. Vierzig verschiedene Autoren schreiben sechsundsechzig Bücher, und du liest das, fängst einfach mal vorne an. Auch wenn du auf dem Weg durch die Bibel vielleicht beim Lesen nicht alles verstehst, merkst du: Das ist so ein zusammenhängender Fluss. Da bauen Dinge aufeinander auf. Das ist nicht wirr und konfurs, und du fragst dich die ganze Zeit, wo sind wir denn hier. Bei den kleinen Propheten kann das schon mal passieren, aber ansonsten kommt man eigentlich da durch und denkt sich: Wow, das ist ein und derselbe Gott, der mit Menschen durchzieht und der am Anfang das Problem beschreibt, dann das Problem vertieft, dann das Problem löst und uns dann zeigt, wo das hingeht, wenn wir seine Lösung angehen. Geschlossenheit, absolut faszinierend.
Vierter Punkt, und da könnte man alleine, oder da müsste man eigentlich mal wieder richtig viel darüber machen: Prophetien. Es ist das einzige religiöse Buch mit vielen Prophezeiungen. Wenn ihr euch erinnert, ich habe dazu mal eine Predigt gehalten und euch mein Handbuch biblischer Prophezeiungen, Handbook of Biblical Prophecies, mitgebracht. Das ist so ein dicker Schinken.
Warum prophezeit Gott so viele Dinge in der Bibel? Na ganz einfach: Weil er selber sagt, und das ist jetzt O-Ton Gott: Verkündet das später Kommende, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid. Gott sagt zu den Götzen: Wisst ihr was, wenn ihr Götter sein wollt, müsst ihr wissen, was kommt. Weil ich bin Gott, ich kann das. Und deswegen finden sich in der Bibel so viele Prophezeiungen.
Und wenn du mir nicht glaubst, fuddel dich rein. Es ist für mich so: Also ich habe mir irgendwann mal eine persönliche Best-of-Liste gemacht, weil ich einfach dachte, wenn das gilt, dann muss ich wissen, ich bin ja so dieser naturwissenschaftliche Typ, welche Prophezeiungen sind so hart von den Fakten und so klar bewiesen, dass auch wirklich nichts mehr daran zu rütteln ist. Nicht so diese Billigsachen, wo du denkst, sondern so richtig, ja, mach das, es lohnt sich.
Du hast Hunderte zur Auswahl, du kannst irgendwo reingehen, aber das macht dich fest zu sagen: Die Bibel ist absolut einmalig. Sie ist einmalig von ihrem Alter her, einmalig von ihrem Realismus, einmalig von ihrer Geschlossenheit, einmalig von diesen Prophetien und einmalig, das ist der letzte Punkt, von dem Veränderungspotenzial.
Kein Buch der Geschichte hat mehr Charakterveränderung, hat mehr Moral, mehr Liebe, mehr Barmherzigkeit, aber auch mehr Religionsfreiheit, mehr Wissenschaft, mehr Wohlstand, mehr Demokratie hervorgebracht als die Bibel. Kein anderes Buch.
Wenn ihr mir nicht glaubt, ich gebe euch Literatur bis zum Abwinken. Und du musst auch ganz ehrlich ja nur fragen: Wo möchtest du wohnen auf dieser Welt, und wovon ist der Teil der Welt geprägt worden? Und du wirst merken, ich habe Recht.

R wie Rätselhaftigkeit

Also, Zebra, warum halte ich das Christentum für so einmalig? Es ist eine einmalige Zukunftsvorstellung, die nicht zu irdisch ist, aber auch nicht zu sphärisch abgehoben. Sie nimmt mich als Menschen ernst und auch das Problem dieser Welt, das so viel Böses hier ist. Sie sagt: Hier kommt etwas, was Gott für dich vorbereitet hat, etwas, wonach du dich sehnst, was in dir angelegt ist. Was du ahnen kannst, weil Ewigkeit in deinem Herzen ist, das wird sich erfüllen. Errettung, Errettung aus Gnade für den, der glaubt. Die Bibel.
Und dann kommt R, Rätselhaftigkeit. Eigentlich wäre mir der Begriff Dreieinigkeit lieber gewesen, aber es gibt halt keine Zepters, also gibt es Zebras, deswegen brauchte ich ein R. Ja, aber eigentlich meine ich D, wie Dreieinigkeit, also Rätselhaftigkeit Gottes.
Wenn es in den Religionen so etwas gibt wie ein persönliches Gegenüber, also einen Gott, dem man begegnen kann, wenn Gott nicht nur ein Prinzip ist oder irgendwie in allem steckt, wenn man das einmal außen vor lässt und sich anschaut, wie Menschen über einen Gott denken, dem man persönlich begegnen kann, dann gibt es zwei große Ansätze. Da ist einmal der Ansatz Monotheismus: Es gibt genau einen. Und dann gibt es den anderen Ansatz, der nennt sich Polytheismus: Es gibt mehrere. Also entweder einer, ein Gott, oder mehrere Götter. Das ist das, was sich Menschen vorstellen können: entweder ein Gummibärchen oder die Tüte voll.
Und jetzt treffen wir auf die Bibel. Mühsamst hat die Theologie den Begriff Dreieinigkeit geformt, weil wir merken: Im biblischen Christentum ist Gott, wie Gott sich vorstellt, ganz schräg. Auf der einen Seite drei, Vater, Sohn und Heiliger Geist, und auf der anderen Seite einer. Warum halte ich das für das Original? Na ja, weil es so kompliziert ist, weil es mein Denken überfordert.
Wenn Gott der Schöpfer ist und nicht nur ein Teil der Schöpfung, dann reicht es nicht, dass meine Gottesvorstellung einen übermäßig großen Menschen produziert. Ich muss in der Begegnung mit dem Schöpfergott mit meinem Grips an die Grenzen stoßen. Ist logisch, oder? Es muss sogar noch weitergehen. Wenn dieser Gott, der mich gemacht hat, sich offenbart, dann muss ich, verzeiht mir das, es ist ein philosophischer Begriff, seinsmäßig, also ich muss mich als Mensch unterlegen fühlen. Ich muss merken: Hier treffe ich als Geschöpf auf den Schöpfer.
Ich muss merken, dass ich hinter dieser Offenbarung, die Gott gibt, Gott sagt: Ich bin so und so, nicht mehr einfach dahinterblicken kann. Ich kann das nicht einfach umfassen und sagen: Ja, ich verstehe dich, Gott. Denn ich verstehe ihn nicht. Er ist einfach zu groß. Ich versuche immer, so ein bisschen herumzugreifen, und das funktioniert einfach nicht. Er ist einfach viel zu groß. Und das ist gut so, weil der wahre Gott nicht von mir definiert wird, sondern der wahre Gott definiert sich selbst. Und während er das tut, merke ich, dass er mein Denken einfach sprengt.
Wenn du etwas denken kannst und es Gott nennst, vergiss es, tritt es in die Tonne. Aber wenn du vor etwas stehst, wo du sagst: Ich kann mir anhören, wie du dich beschreibst, aber ganz ehrlich, so richtig nachvollziehen kann ich das nicht, dann bist du auf einer Stufe mit Jesaja, durch den Gott Folgendes sagen lässt: Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Das ist Gott! Nur ein Gott, vor dem du fassungslos dastehst und sagst: Hilf, hilf, ich verstehe es nicht. Das ist Gott!
Alles andere, wenn du dann sagst: Ja, Gott ist so wie, was weiß ich, das binomische Formel hat mich auch so viel Kraft gekostet wie Gott zu verstehen, vergiss es, das wird es nicht sein. Ein Gott, den wir erklären können, ist kein Gott. Und deswegen macht ihn die Rätselhaftigkeit so einmalig.
Ich kann mir manches an Gottes Vorstellung, was unterwegs ist, gut erklären. Das ist nicht kompliziert, sondern einfach nur entweder Teile der menschlichen Psyche, mal ein bisschen aufgeblasen, oder es sind bestimmte Verhaltensmuster, die dann irgendwie absolutiert werden. Aber ich treffe auf Gott, und ich hoffe, es geht euch ähnlich. Und du liest die Bibel und denkst öfter mal Folgendes: Kratz, kratz, kratz, was war das denn? Und das ist gut, es ist wirklich gut. An der Stelle beginnt Gott, Gott zu sein.
Zebra, die Zukunft einmalig, Errettung einmalig, Bibel einmalig, die Rätselhaftigkeit Gottes einmalig.

A wie Auferstehung

Und dann kommt zum Schluss, und da brauche ich gar nicht viel dazu zu sagen, weil Julius uns dazu schon eine ganze Predigt gehalten hat: das Thema A wie Auferstehung. Das war der vierte Vortrag in der Apologetik-Reihe. Hört euch den Vortrag an, oder ich habe noch einmal das Buch mitgebracht: Die Tatsache der Auferstehung von Josh McDowell.
Gott wurde Mensch, um zu sterben und durch seinen Tod unsere Sünde zu bezahlen. Aber durch die Auferstehung wissen wir, dass das tatsächlich wahr ist, dass er den Tod wirklich besiegt hat. In meinem Verständnis ist die Auferstehung der große Unterschied zwischen Jesus als Religionsgründer und allen anderen Religionsgründern. Wisst ihr: Sterben kann jeder, auferstehen kann nur die Nummer eins.
Und von daher: Ich mag die Auferstehung. Ich könnte euch noch, ich habe noch drei Minuten, das ist gut, also ich schwärme noch ein bisschen über die Auferstehung. Ich schwärme deshalb noch ein bisschen über die Auferstehung, weil manchmal Leute denken: Christentum, das ist so eine Art, ich sage mal, zehn Gebote für Fortgeschrittene. Die zehn Gebote waren so alt, und jetzt gibt es eben ein Update, so ein 10.0 oder irgendwie so etwas, ne?
Christentum ist nicht zehn Gebote für Fortgeschrittene. Christentum ist auch nicht Nächstenliebe plus jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen. Christentum, biblisches Christentum, hat mit Nachfolge zu tun. Und Nachfolge bedeutet, dass ich einen Lehrer habe, jemanden, der mir sagt: So und so machst du das jetzt mal.
Und wisst ihr, wie wichtig die Auferstehung ist? Ich kann nur deshalb von Jesus lernen, wie man leben soll, weil er heute lebt. Das ist so einmalig in allen anderen Religionen. Wo ist denn da einer, der sagt: Ich war tot, und übrigens, du wirst auch mal sterben. Und ganz ehrlich: Ich habe das Problem beseitigt. Und du musst dir keinen Kopf machen, wenn du da mal mit dem Tod konfrontiert wirst, wird es gut werden, das habe ich auch geschafft. Ich hole dich da durch, das kriegen wir hin. Und bis dahin fände ich folgende Idee ganz toll: Lern von mir, leb für mich, schau, wie ich es gemacht habe, sei mein Jünger!
Und dann sagt Jesus noch: Und ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Ich bin nämlich lebendig. Ich bin heute hier, und ich würde gerne mit dir durch die Zeit gehen. Warum? Weil er allein den Tod besiegt hat.

Zusammenfassung

So, warum glaube ich an biblisches Christsein? Warum würde ich mich hinstellen und sagen, es gibt die eine wahre Religion? Ich glaube es, weil es Nutella gibt. Und wo es Nuss-Nugat-Cremes gibt, gibt es ein Original. Und wo es Religionen gibt, gibt es auch ein Original. Aber das Original unterscheidet sich wesentlich von den anderen Dingen, die Menschen dann selbst daraus gemacht haben, selbst erfunden haben.
Und ich glaube, es sind fünf Punkte, mit denen man, wenn jemand fragt: Warum glaubst du, dass das biblische Christsein einmalig ist?, punkten kann.
Punkt eins: Wir haben eine einmalige Zukunft. Ein vollkommener Mensch auf einer vollkommenen Erde in Gemeinschaft mit Gott, wo es kein Leid mehr gibt.
Wir haben zweitens ein einmaliges Konzept von Errettung: nicht streng dich an, sondern lass dich beschenken.
Wir haben drittens ein einmaliges theologisches Buch: die Bibel.
Wir haben viertens eine einmalige Vorstellung von Gott: absolute Rätselhaftigkeit, Dreieinigkeit.
Und wir haben fünftens einen einmaligen historischen Moment, an dem alles klar wird: dass es da einen gibt, der stirbt und dann plötzlich wieder lebendig wird, die Auferstehung.
Das lässt sich gut zusammenfassen im Zebra. Ich hoffe, ihr könnt euch das mitnehmen. Und wir bedanken uns bei Laura für die Vorstellung. Vielen Dank!

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