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Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern – Teil 3

Jesu Leben und Lehre | Episode 725
Matthäus 23,6-826.06.2026
SerieTeil 3 / 8Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern
Warum jagst du Anerkennung hinterher? Jesus entlarvt den Drang nach Titeln und Ehrenplätzen als leere Selbstdarstellung – und zeigt den Weg zu echter Größe: Demut statt Bühne.
Gott wird Mensch

Gott wird Mensch

Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 725
Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern, Teil 3
In der letzten Episode haben wir gesehen, wie Jesus die Frömmigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer entlarvt. Es ist eine Frömmigkeit, die Gottes Wort zwar predigt, aber selbst nicht danach lebt. Dafür legt sie anderen schwere Lasten auf, ohne zu helfen. Außerdem benutzt sie religiöse Zeichen, um vor anderen Menschen groß zu erscheinen.

Der Ehrenplatz als Spiegel des Herzens

 Matthäus 23,6 Sie lieben aber den ersten Platz bei den Gastmählern und die ersten Sitze in den Synagogen.
Jesus setzt die Diagnose fort. Weiterhin geht es um Frömmigkeit als Selbstdarstellung. Die Pharisäer und Schriftgelehrten lieben die besten Plätze. Sie verhalten sich also nicht einfach falsch, sondern ihr falsches Verhalten offenbart ihr Herz.
Der erste Platz bei den Gastmählern meint den Ehrenplatz. Dasselbe gilt für die ersten Sitze in den Synagogen; dort saßen die Würdenträger. Wenn Jesus Gastmähler und Synagogen thematisiert, dann spannt er den Bogen von der privaten bis zur religiösen Sphäre. Die Schriftgelehrten und Pharisäer suchen Ehre, sowohl im öffentlichen Leben als auch im Gottesdienst.
Jesus kritisiert hier nicht, dass es Ehrenplätze gibt. Er selbst sitzt gerade auf dem Thron Gottes zur Rechten des Vaters, also auf dem Ehrenplatz. Ehrenplätze sind an sich kein Problem, weil es ein rechtes Ehren gibt. Hier ein paar Bibelverse, die das unterstreichen:
 Römer 13,7 Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer dem, der die Steuer, den Zoll dem, der den Zoll, die Furcht dem, der die Furcht, die Ehre dem, dem die Ehre gebührt.
 Philipper 2,29-30 Nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche Brüder in Ehren, denn um des Werkes Christi willen ist er dem Tod nahe gekommen und hat sein Leben gewagt, um den Mangel in eurem Dienst für mich auszugleichen.
 1. Petrus 2,17 Erweist allen Ehre, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König.
 Maleachi 1,6 Ein Sohn ehrt den Vater und ein Knecht seinen Herrn. Wenn ich nun Vater bin, wo ist meine Ehre?
Das soll an Stellen genügen. Und weil es ein rechtes Ehren gibt, kann das Vorenthalten von Ehre auch Sünde sein, und zwar überall dort, wo wir bewusst Gottes Ordnung missachten, eine von ihm geschenkte Berufung geringschätzen oder die Würde des Menschen verletzen.
Also: Jesus kritisiert nicht, dass Menschen geehrt werden, sondern er kritisiert das Streben nach Ehrenplätzen. Er kritisiert die Liebe zur Selbstdarstellung.

Die Logik der Demut

Erinnert ihr euch an das Gleichnis, das Jesus im Haus eines Pharisäers erzählt, weil er mitbekommt, dass die Gäste bewusst die besten Plätze wählen? Die Quintessenz hörte sich so an: Lukas 14,10-11.
„Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und lege dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich eingeladen hat, kommt, er zu dir spricht: Freund, rücke höher hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch liegen. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
Und genau dazu, sich selbst zu erniedrigen, sind die Gegner Jesu nicht bereit. Sie tun alles, um sich selbst zu erhöhen.

Öffentliche Anerkennung und religiöser Rang

 Matthäus 23, die Verse sechs und sieben: Sie lieben aber den ersten Platz bei den Gastmählern und die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten und von den Menschen, Rabbi genannt zu werden.
Die Begrüßungen auf den Märkten sind nicht einfach nur höfliche Grüße. Es geht ihnen auch diesmal um eine ehrerbietige öffentliche Anerkennung. Die Menge der Zuschauer kann einfach nicht groß genug sein: Gastmahl, Synagoge, Marktplatz. Und sie lieben es, Rabbi genannt zu werden.
Rabbi ist die griechische Wiedergabe des hebräischen oder aramäischen Rabbi. Das Grundwort Rab bedeutet groß, viel, bedeutend oder vornehm. Mit der Endung „-i“ bedeutet Rabbi wörtlich: „mein Großer, mein Herr, mein Meister“. Und das war zur Zeit Jesu eine respektvolle Anrede, gerade für Bibellehrer. Das ist auch der Grund, warum Jesus im Neuen Testament so bezeichnet wird: Johannes 1,39-49.
Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi, was übersetzt heißt Lehrer, wo hältst du dich auf? Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels.
Rabbi war damals noch kein Ordinationstitel wie im späteren rabbinischen Judentum. Der Rabbi war noch nicht das geistliche und theologische Oberhaupt einer jüdischen Gemeinde. Vielmehr war Rabbi eine allgemeine, ehrende Anrede, gerade für Toralehrer, eine Anrede, die Autorität, Auslegungskompetenz und sozialen Rang ausdrückte.
Und genau das ist es, was sich die Schriftgelehrten und Pharisäer wünschen: vor möglichst vielen Menschen als kompetente Schriftausleger geehrt zu werden, sich von der Masse zu unterscheiden. Deshalb formuliert der Herr Jesus: Sie lieben es, von den Menschen Rabbi genannt zu werden.

Echte Lehrer und falsche Motive

Damit wir uns klar verstehen: Es ist kein Fehler, ein Rabbi, also ein Lehrer zu sein. Die Gemeinde Gottes braucht gute Bibellehrer, heute vielleicht mehr denn je. Und wo wir auf solche Leute treffen, sollen wir sie natürlich auch ehren und unterstützen.
 1. Timotheus 5,17: Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre gewürdigt werden, besonders die, die in Wort und Lehre arbeiten.
 Galater 6,6: Wer im Wort unterwiesen wird, gebe aber dem Unterweisenden an allen Gütern Anteil.
Also: Wer feststellt, dass in ihm eine Lehrgabe steckt, der soll sie unbedingt entwickeln. Das ist mühsam und zeitaufwendig und gleichzeitig für das Reich Gottes von allergrößter Bedeutung. Gott gibt seiner Gemeinde Lehrer, wie Paulus es treffend formuliert, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi.
Wir brauchen gute Lehrer, vor allem brauchen wir Bibellehrer, die selber denken und nicht einfach nacherzählen, was sie von anderen gehört haben. Es ist also kein Fehler, ein Rabbi zu sein; das kritisiert Jesus nicht. Jesus kritisiert bei den Schriftgelehrten und Pharisäern den Wunsch, von anderen Menschen Rabbi genannt zu werden, umso mehr, als wir schon gesehen haben, dass diese sogenannten Rabbis das Wort Gottes keinesfalls immer richtig auslegen und genauso wenig auf aktuelle theologische Fragen immer eine befriedigende Antwort haben.
Jesus kritisiert also den von Hochmut geprägten Wunsch, sich mit Titeln zu schmücken. Und nicht nur das: Er kritisiert es bei seinen Gegnern, und er verbietet es all denen, die ihn als ihren Rabbi ansehen.

Die Grenze der Selbstverherrlichung

 Matthäus 23,8 Ihr aber, lasst euch nicht Rabbi nennen, denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder.
Was könntest du jetzt tun? Lies noch einmal in Ruhe Johannes 5,44. Wo stehst du in der Gefahr, die Ehre von Menschen zu suchen?
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für die Frauen in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen!

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