Generierte Mitschrift
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Einordnung der Lage und erste Stellungnahme
Das Thema Israel und diese Situation ist natürlich ein sehr emotionales Thema. Jeden Tag hören wir schlimme Nachrichten aus dem Nahen Osten, aus dem Brennpunkt um das Volk Israel. Und die Stimmung wendet sich, je länger, je mehr, gegen Israel. Israel wird als Aggressor im Nahen Osten gebrandmarkt.
Und wir sind nun hier als Christen, die im Grunde wissen: Israel ist das Volk Gottes. Die Welt bezeichnet es als den Aggressor, und natürlich ist das sehr emotional beladen. Denn es geht ja nicht einfach nur um eine Thematik, sondern wir bekommen tagtäglich vor Augen geführt, dass es um Menschenleben geht. Tagtäglich wird auf beiden Seiten Blut vergossen. Das bewegt uns natürlich. Und schnell sind Meinungen gemacht.
Ich muss gestehen, ich bin absolut kein Israel-Spezialist. Ich verfolge auch das, was in Israel geschieht, eher am Rande. Für manche Christen ist das völlig unverständlich, dass das bei mir so ist, das Predigen. Aber damit ist auch ein gewisses Dilemma verbunden, dazu werde ich später noch etwas sagen.
Ich finde es ohnehin aussichtslos, in dieser Situation einen klaren Durchblick zu haben. Das finde ich enorm schwierig, weil wir nur von Informationen leben, die wir von Leuten bekommen. Wir können nur entscheiden, wer vertrauenswürdiger ist. Aber wir können das vor Ort gar nicht selbst ansehen. Und aus einem einzelnen Schicksal oder nur aus einem Einzelschicksal auf eine Gesamtsituation zu schliessen, ist auch immer gefährlich.
Trotzdem möchte ich es wagen, heute Morgen ein wenig Klarheit zu schaffen, vielleicht auch von der Bibel her. Und zuerst möchte ich aber einmal etwas zu Israel sagen.
Warum der Staat Israel aus dieser Sicht Anspruch und Verteidigungsrecht hat
Ich möchte zuerst einmal die Stimme für das Volk Israel erheben, denn ich finde die Berichterstattung, so wie ich das beurteilen kann, oft nicht ganz fair.
Grundsätzlich hat Israel das Recht, sein eigenes Land zu verteidigen. Ich denke, das ist etwas, was wir schnell vergessen. Man klagt darüber, welche Schläge Israel austeilt, welche Kriegseinsätze es führt, aber man vergisst, dass Israel ein souveräner Staat ist, völkerrechtlich anerkannt, und grundsätzlich das Recht hat, sein Land zu verteidigen, auch mit Waffengewalt. Das macht jedes Land.
Würde nur einer Deutschland eine Bombe bei uns landen lassen und bei uns etwas explodieren lassen, wir hätten sofort Mobilmachung und wären an der Grenze. Jedes Land auf dieser Welt hat das Recht, sich selbst zu verteidigen. Und Israel hat nun ein eigenes Land und darf sich verteidigen.
Israel hat, auch wenn man das nicht wahrhaben möchte, einen historischen Anspruch auf das Land, in dem sie leben. In diesem Gebiet gab es nie einen Staat, schon gar keinen palästinensischen Staat. Das vergisst man vielleicht auch. Es gab keinen palästinensischen Staat, und seit dreitausend Jahren ist bekannt, dass die jüdische Hauptstadt Jerusalem ist. Nun will man ihnen diese Hauptstadt wegnehmen.
Und selbst wenn man sagen würde, dass sie das Land erobert haben und deshalb keinen Anspruch auf dieses Land haben, dann sind wir auch wieder auf einem sehr oberflächlichen Dampfer. Wenn das wirklich der Fall wäre, dass ich, wenn ich ein Land erobere, kein Anrecht darauf habe, dann müsste ganz Amerika aus diesem Kontinent ausziehen. Denn Amerika lebt auf einem Land, das es erobert hat, genauso wie Australien. Niemand sagt, sie hätten deswegen kein Recht und keinen historischen Anspruch, dort zu leben.
Man vergisst so schnell, wo die Zusammenhänge eigentlich sind.
Gewalt, Terror und die Wahrnehmung der Gegenseite
Israel verübt auch keine Attentate. Israel verteidigt sein Land. Wenn man das als Attentate bezeichnet, kann man das tun, aber Israel hat keine Selbstmörder ausgeschickt.
Ich weiß, Israel hat einen sehr guten Geheimdienst. Aber jeder Geheimdienst unternimmt Dinge, über die wir staunen würden, zur Verteidigung des Landes. Das hat jedoch nicht den Charakter eines Attentats.
Ich habe bis jetzt noch nie gehört, ich kann mich irren, und ich habe auch nicht alles gehört, was auf dieser Welt geschieht und passiert, aber bis jetzt habe ich noch nie gehört, dass jüdische Extremisten eine Moschee in die Luft gesprengt haben. Ich habe auch noch nie gehört, dass irgendwo ein jüdischer Extremist im Zivilen auf einen Muslim losgegangen ist, ihn mit dem Messer angefallen und niedergestochen hat.
Wenn wir von Israel sprechen, dann hören wir immer, wie sich Israel verteidigt. Aber Israel macht weltweit keine Attentate, es ist keine Strategie dahinter. Wenn so etwas passiert, dann sind das ganz vereinzelte Leute, die aus eigenen Stücken handeln.
Ganz anders erleben wir das in der jetzigen Situation. Palästinenser und fundamentale islamische Bewegungen kämpfen sowohl gegen Juden als auch gegen Christen. Und vielleicht ist uns das oft viel zu wenig bewusst, dass der Kampf der islamischen Welt auch gegen die christliche Welt geht.
Ein Beispiel dafür sehen wir in Amerika am 11. September mit diesen World Trade Centern. Da wurden Tausende von Zivilisten in den Tod gerissen. Und ständig hören wir nachher: Wenn ein oder zwei Zivilisten im Zusammenhang mit Kriegsgeschehen sterben, dann wird ein großes Drama daraus gemacht. Aber man kann innerhalb von einer Stunde Tausende von zivilen Menschen in den Tod reißen und dann den Eindruck haben, man dürfe danach nicht mehr davon sprechen. Man sagt dann noch, die anderen seien schuld.
Man sagt auch immer, dass die Kinder von Israel angegriffen und getötet werden. Aber da muss ich auch einmal fragen: Wieso sind dann die Kinder an den Fronten? Ich würde mein Kind nie dorthin schicken. Das habe ich mich immer gefragt. Mag man über Israel denken, wie man will, aber warum nimmt man die Kinder nicht in Schutz und schickt sie nicht nach vorne?
Israel verteidigt sein Land. Und wenn an der Front Kinder stehen und die Kinder sterben, dann ist doch die Frage: Wo waren die Eltern dieser Kinder?
Und dann frage ich mich noch etwas: Warum sind es immer 17-, 18-, 19- oder 20-jährige junge Männer, die sich in die Luft sprengen? Wieso lässt man so junge Menschen mit einer Zukunft, die sie eigentlich hätten, in den Tod gehen? Warum gehen nicht die Alten? Warum gehen nicht die Greise, die ihr Leben hinter sich haben? Warum werden junge Menschen motiviert, so etwas zu tun?
Da ist eine Strategie dahinter. Das sind nicht nur Einzeltäter. Irgendwoher müssen sie die Munition haben, irgendwoher müssen sie das Wissen haben, wie man das macht. Irgendwer muss sie an diese Plätze bringen.
Flüchtlingslager, politische Verantwortung und die Absicht hinter dem Konflikt
Die Situation der palästinensischen Flüchtlingslager ist nicht vom Volk Israel verursacht, sondern ein Problem der Palästinenser, auch wenn das immer anders gesagt wird. Sie hätten schon lange ihr Volk in ein geregeltes, menschenwürdiges Leben in der Westbank und im Gazastreifen führen können. Aber sie hielten sie in diesen Lagern.
Der Versuch Israels, die Palästinenser der Westbank und des Gazastreifens aus den Lagern herauszuholen und ihnen ein normales Leben zu ermöglichen, ist am Widerspruch arabischer Staatsmänner und der Vereinten Nationen gescheitert, nicht an Israel.
Bush hat kürzlich etwas Interessantes gesagt. Er sagte, Arafat habe nie meinen Respekt gehabt. Er hatte die Chance zu führen. Er hatte die Chance, unter meinem Vorgänger eine Friedensvereinbarung abzuschließen. Er hatte eine Chance nach der anderen, aber er hat versagt und sein Volk im Stich gelassen, das palästinensische Volk. Sagt Bush. Ich bin nicht Bush. Ich habe nicht die Einsicht, wie das läuft, hinter diesen Verhandlungen der Staaten. Auf jeden Fall ist Bush immerhin ein Staatsmann und hat bestimmt mehr Einblick als ich.
Das Problem ist, dass das Ziel eben die Ausrottung Israels ist. Die PLO wurde 1964 mit dem Ziel gegründet, den jungen Staat Israel zu zerstören, um die arabischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren zu lassen und die arabische Herrschaft im Nahen Osten zu vervollständigen. Der Weg, um dieses Ziel zu erreichen, war klar und eindeutig: Krieg und Terror.
Übrigens gibt es in den Psalmen eine interessante Aussage, die schon zeigt, dass Israel solche Situationen immer wieder durchlebt. Sie lautet:
Wie deine Feinde toben, wie hoch sie den Kopf tragen, alle, die dich hassen. Sie haben sich gegen dein Volk verschworen, heimtückisch schmieden sie Pläne gegen uns, die wir unter deinem Schutz stehen. Auf, sagen sie, wir löschen Israel aus. Dieses Volk muss verschwinden und sein Name muss vergessen werden.
Das ist heute bis heute so. Der Name Israel muss verschwinden. Der Kampf gegen das Land Israel ist ein Kampf gegen das Weltjudentum. Einen Versuch kennen wir ja schon von Hitler, der versucht hat, dieses Volk zu vernichten. Das ist die wahre Absicht der Führer, ob uns das gefällt oder nicht. Israel soll von der Landkarte verschwinden. Durch Krieg und Terror will man die Welt dazu zwingen.
Friedensrhetorik, Medienbilder und die Schwierigkeit objektiver Beurteilung
Der PLO-Chef Jassir Arafat schlug erst dann neue Wege ein, als er realisierte, dass mit Terror und Krieg allein das Ziel doch nicht erreicht wird. Er erhielt ja dann auch den Friedensnobelpreis; er ist ja interessanterweise Friedensnobelpreisträger.
Aber was für ein Friede wird denn eingefordert, nachdem die arabischen Nachbarn das kleine Land von einem Krieg in den nächsten zwangen? Die palästinensische Politik verlangte von Israel als Preis für einen unsicheren Frieden, genau auf das Land zu verzichten, das sie mit viel Blut erobert hatten und das eigentlich der Ursprung des Judentums ist. Israel soll wichtige Gebiete aufgeben, ohne dass irgendjemand eine zuverlässige Friedensgarantie gibt.
Die ganze Welt stellt den Staat Israel als denjenigen hin, der keinen Frieden will, der Terror provoziert und der für die Unterdrückung der Palästinenser verantwortlich ist. Aber was heißt dann Frieden? Soll das wirklich ein echter Friede sein oder nur eine andere Strategie, um das Ziel zu erreichen, Israel auszurotten?
Ein Nahost-Korrespondent sagte, die Verwerfung, die Widerrufung eines feierlich unterzeichneten Friedensdokuments, das mit Ungläubigen, das sind also Christen und Juden, also Nichtmuslimen, abgeschlossen wurde, ist, falls es der heiligen Sache dient, nicht nur erlaubt, sie ist eine religiöse Pflicht. Durch ein Friedensabkommen könnte eine kurzzeitige Illusion des Friedens eintreten, wie das auch Mohammed schon im Jahr 628 mit dem Stamm der Quraisch gemacht hat. Er hat einen Friedensvertrag abgeschlossen. Da seine Anhängerschaft dann stark genug war, hat er sie niedergemetzelt. Dasselbe kennt die Geschichte.
Auch an anderer Stelle: Was man heute durch die Medien über die Geschehnisse in Israel erfährt, entspricht leider oft nicht der Wahrheit. Ich kann auch nicht sagen, was wirklich der Wahrheit entspricht. Ich kann nur sagen, ich habe beispielsweise gelesen, dass in dieser Kirche in Bethlehem gesagt wird, dass diese Leute, die dorthin geflüchtet waren, die Waffen abgegeben hätten. Das haben sogar die Priester bezeugt, und man hat festgestellt, dass die Kirche ziemlich dick eingedeckt war mit Waffen. Die ganze Weltöffentlichkeit glaubte, es seien keine Waffen da gewesen; sie hätten die Waffen abgegeben, sie wollten nur Frieden.
Man wirft immer vor, dass sie die Krankenwagen nicht durchlässt. Das ist natürlich eine ganz schwierige Sache. Aber man hört eben auch wieder von anderer Seite, dass die Krankenwagen missbraucht werden, um Terroristen und Waffen zu transportieren. Wenn das stimmt, dann sieht alles ein bisschen anders aus. Ich kann es nicht sagen, ich habe das nicht gesehen. Ich kann mich nur bei verschiedenen Quellen orientieren.
Wenn die Wahrheit über Israel gefunden werden soll, eine objektive Wahrheit, hat man einen ganz schwierigen Weg vor sich. Man muss sich die Mühe machen, die Aussagen beider Seiten zu vergleichen und, wenn möglich, auch geschichtliche Fakten nachzuprüfen, wie das mit den Besitzverhältnissen ist. Zum Beispiel auch mit diesen Überbauungen, von denen immer gesprochen wird. Eine, die da offenbar immer attackiert wird, ist ein Land, das regulär von einem Juden gekauft worden ist, und jetzt wird immer so getan, als ob das nicht in jüdischer Hand wäre, als ob sie das unrechtmäßig besitzen würden.
Es ist schwierig, es ist komplex, neutrale Quellen gibt es fast nicht. Ich bin mir auch bewusst: Auch was ich sage und was ich gelesen habe, ist immer etwas tendenziös. Jeder klärt es von seiner Seite.
Der geistliche Kern: Gottes Bund, Israels Ungehorsam und die bleibende Erwählung
Auch wenn ich jetzt ein Wort für Israel eingelegt habe, für den Staat Israel und für das Judentum, heisst das nicht, dass ich der Meinung bin, Israel mache immer alles richtig und treffe alle Entscheidungen richtig. Es heisst auch nicht, dass jede Entscheidung, bei der sie einen Präventivschlag machen, eine richtige Entscheidung ist, oder dass jeder Rückschlag gerechtfertigt ist. Das will ich damit überhaupt nicht sagen. Das kann ich auch nicht beurteilen.
Das grösste Problem Israels ist ja nicht, von der Bibel her gesehen, die Situation, in der sie sich jetzt befinden. Das grösste Problem Israels ist, dass sie nicht an den Messias glauben. Das ist das grösste Problem des Volkes Israel.
Es stimmt: Das Volk Israel ist das Volk Gottes, und es wird das Volk Gottes bleiben, ob das der Menschheit gefällt oder nicht. Früher oder später wird die ganze Menschheit realisieren, dass Israel, die Nation Israel, das erwählte Volk Gottes ist und bleibt. Auch wenn Kirchen und Bewegungen immer wieder in Anspruch nehmen, sie seien das Volk Israel, und behaupten, Israel sei nicht mehr Gottes Volk, sondern sie als Kirche. Da könnte ich euch einige Kirchen aufzählen, bei denen ihr vielleicht noch staunen würdet, welche Kirchen das eigentlich behaupten und auch Israel als Staat und als Nation überhaupt nicht mehr anerkennen.
Israel ist und wird das Volk Gottes bleiben.
Die Geschichte Israels zeigt aber ganz deutlich, dass das Problem von Israel der Ungehorsam gegenüber ihrem Gott ist. Und das hat verheerende Auswirkungen für das Volk gehabt. Israel hätte das Land Israel nämlich nie verlassen müssen, nie. Die israelitische Geschichte könnte ganz anders aussehen, wären sie gottgehorsam gewesen, hätten sie Gott verehrt und nicht andere Götter.
Sie hätten absoluten Frieden und Wohlstand. Sie wären das Volk auf dieser Welt, zu dem alle Nationen hinpilgern würden, um zu sehen, was in diesem Volk geschieht. Jeden Feind würden sie problemlos besiegen.
Verheißung und Gericht in der Geschichte Israels
Gott hat zu Mose nämlich gesagt: Wenn ihr euch nach meinen Anweisungen richtet und meine Gebote befolgt, werde ich euch mit Segen überschütten. Ihr werdet genügend zu essen haben und sicher in eurem Land wohnen. Ich werde dafür sorgen, dass in eurem Land Frieden herrscht. Gott selbst wird dafür sorgen.
Wenn ihr euch schlafen legt, braucht ihr euch nicht zu fürchten. Ihr braucht nicht zu befürchten, dass euch jemand aufschreckt. Ich werde alle wilden Tiere im Land ausrotten, und kein fremdes Heer wird in euer Land einfallen.
Israel hätte also absoluten Frieden gehabt, kein Problem. Die Situation würde ganz anders aussehen. Das heißt, dass Israel durch den Ungehorsam gegenüber Gott nun in dieser Situation steckt und diese schreckliche und verhängnisvolle Zeit durchleben musste. Das hat einen ganz schlimmen Verlauf genommen. Jahrhunderte lang zeigte Gott Geduld. Aber Israel weiß das auch, und wenn sie ihre Schriften lesen, wissen sie es ebenfalls.
Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und meine Weisungen nicht befolgt, werde ich selbst euer Land verwüsten, sodass eure Feinde sich darüber entsetzen, wenn sie es in Besitz nehmen. Ich werde euch in alle Welt zerstreuen, mit dem Schwert werde ich euch forttreiben. Eure Felder werden zur Wüste und eure Städte zu Trümmerhaufen.
Das heißt: Dass Israel in dieser Situation steckt, ist zuerst ihr eigenes, hausgemachtes Problem. Sie verehrten ihren Gott nicht, sie waren ungehorsam, sie beteten andere Götter an. Und Gott hat jahrhundertelang Geduld gehabt, dann aber Maßnahmen ergriffen. Das ist tatsächlich eingetroffen. Israel zahlt für ihren Unglauben, ob man das nun gern hört oder nicht.
Nicht umsonst bezeichnet Gott selbst das Volk Israel mehrfach als widerspenstig und halsstarrig. Und was ich hier sage, hat überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern es hat einzig und allein damit zu tun, was uns die Bibel erklärt. Das ist ein Fakt.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass auch Christen Mühe haben, das anzusehen. Das will man gar nicht sehen. Aber es ist so. Die Situation, in der Israel heute steckt, ist das Problem, das sie ausgemacht haben: der Ungehorsam gegenüber ihrem Gott.
Keine Selbstermächtigung gegen Israel und Gottes souveränes Handeln
Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun, und das berechtigt niemanden auf dieser Welt, nur einen Juden deswegen zu töten. Das rechtfertigt überhaupt nichts. Es zeigt nur ein Phänomen auf und eine Wirklichkeit, die existiert.
Niemand hat das Recht, gegen das Volk Israel zu kämpfen. Niemand hat das Recht, das Volk Israel zu vernichten. Niemand handelt im Auftrag Gottes, einfach indem er sagt: Ich beseitige die Juden, dann tue ich ein gutes Werk, weil Gott das ja schon gesagt hat. Gott handelt selbst. Wir müssen ihm nicht nachhelfen.
Diese Beziehung ist klar. Er sagt sogar: Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an. Also: Wer Israel antastet, der bekommt es schließlich mit dem Schöpfer zu tun. Wer sich an Israel ungebührlich vergreift, der hat es letztendlich mit Gott selbst zu tun.
Gott wird mit seinem Volk seinen Heilsplan vollenden. Das ist nun die andere und fast unbegreifliche Seite. Aber dass sie im Land ihrer Feinde leben müssen, bedeutet nicht, dass ich mich ganz von ihnen abgewandt habe und sie dem Untergang preisgebe. Ich stehe zu meinen Zusagen, ich bin der Herr, ihr Gott.
Gleichzeitig hat Gott gesagt: Auch wenn ich das machen werde, ich werde das Volk Israel wieder zurückbringen, und ich werde das tun, was ich ihm versprochen habe. Das ist Gnade Gottes. Das ist übrigens auch für uns Christen ein sehr interessanter Sachverhalt, dass Gott barmherzig ist, auch über uns, dass er sich erbarmt, obwohl wir manchmal ganz krumme Wege gehen können. Wenn er etwas verspricht, hält er es. Und er steht zu seinem Volk, und das Volk Israel wird durch keine andere Nation ersetzt.
Beispiele aus der Geschichte und die Hoffnung auf Gottes Eingreifen
Das Volk Israel hat eine schreckliche, aber auch eine faszinierende Geschichte. Wenn wir sehen, wie viele Menschen, die in dieser Welt etwas Bedeutendes geleistet haben und heute berühmt sind, aus diesem Volk stammen, dann wird das besonders deutlich. Das gilt auch für Bereiche, die moralisch nicht haltbar sind. Auch von der Bibel her gibt es eine ganze Galerie von Juden, eine ganze Galerie!
Einstein war ein Jude. Man kann da auch an Kissinger denken; er war ein Jude und Außenminister in Amerika. Es gibt ganz viele Juden! In den Völkern ist das wie zur Zeit von Daniel. Daniel war praktisch an zweiter Stelle und hat das Land mitregiert. Oder denken wir an Joseph: Er war neben dem Pharao der wichtigste Mann, ein Jude. So könnten wir die Geschichte weiterverfolgen.
Wir sehen, dass wir mit dem Volk Israel eine ganz besondere Nation haben, schon allein von daher. Und trotzdem bezahlt das Volk Israel den Preis für seinen Ungehorsam. Aber Gott wird eingreifen. Wir wissen nicht, wann das alles geschehen wird. Wir wissen nur: Wenn Jesus kommt, dann wird ganz bestimmt klar sein, wie das geht.
Eine nüchterne Haltung zwischen Solidarität und Zentrierung auf Christus
Ich plädiere für eine nüchterne Haltung, die wir Christen haben sollten. Einerseits sollten wir wissen, dass Israel das Volk Gottes ist, aber abgefallen ist und die Folgen dafür zu tragen hat. Andererseits bleibt es das erwählte Volk Gottes, und Gott wird dieses Volk zu dem Ziel hinführen, das er ihm versprochen hat.
Ich habe ein gewisses ambivalentes Gefühl bei manchen Haltungen, die mir in Bezug auf das Volk Israel begegnen. Ich weiß nicht, wie ich das bezeichnen sollte, vielleicht als Israel-Euphorie oder so ähnlich.
Mich fragte einmal ein Christ, den ich getroffen hatte und den ich gar nicht gut kannte. Ich habe ihn vielleicht zweimal gesehen und kurz mehr oder weniger geschäftlich mit ihm zu tun gehabt. Dann sagte er mir: Wie stehen Sie zu Israel? Da muss ich sagen, dass ich bei der Art, wie mir die Frage begegnete, einfach erst einmal platt dastehe. Ich weiß dann gar nicht, was ich sagen soll. Denn wie stehe ich zu Israel? Da müsste ich einiges erklären können. Das kann ich nicht einfach in einem Satz beantworten, nach dem Motto: Ich liebe Israel von ganzem Herzen.
Ich hatte den Eindruck, mit dieser Frage wollte dieser Mann bei mir sehen und darüber Klarheit gewinnen, ob ich ein tiefgläubiger Christ bin oder ob ich ein unwissender Christ bin. Ob ich mir der Bedeutung Israels bewusst bin oder ob ich zu denen gehöre, die keine Ahnung haben, welche Bedeutung Israel eigentlich hat.
Besser angekommen wäre bei mir die Frage: Wie stehen Sie zu Jesus? Was bedeutet Ihnen Jesus? Das ist der Punkt, der mich etwas beschäftigt. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Israel bei manchem die Rolle von Jesus übernimmt. Das ist die größte Gefahr.
Die Gefahr einer Verschiebung des Zentrums und die rechte Auslegung von Verheißung
Ich habe hier bei einer sehr guten Abhandlung über Israel einen Schlusssatz gelesen, der mir wirklich zu denken gab. Er lautete, last but not least: Denken Sie daran, dass Gott der Allmächtige uns segnen wird, wenn wir Israel segnen.
Also muss ich euch sagen: Die Abhandlung vorher war gut. Aber wenn ich so etwas lese, dann klappt mir irgendwie etwas zusammen. Da denke ich: Was ist jetzt da los? Jetzt hängt der Segen Gottes mit meiner Haltung zu Israel zusammen und nicht mehr mit meiner Haltung zu Jesus.
Bis jetzt war ich immer der Meinung, dass meine Haltung zu Jesus das Entscheidende für den Segen Gottes ist. Jetzt plötzlich schiebt sich da etwas hinein. Die Bibelstelle wird voll und ganz missverstanden, und das sage ich immer, auch denen, die es nicht gern hören: Es ist eine falsche Auslegung. Plötzlich soll der Segen Gottes in meinem Leben von meiner Stellung gegenüber Israel bestimmt werden. Und deshalb kann ich ja dann auch die Leute fragen, wie sie zu Israel stehen, weil ich dann sehe, ob sie richtige Christen sind oder nicht.
Ich weiß nicht, ob hier deutlich wird, was bei mir unheimlich ist. Ich habe nichts dagegen, wenn man Sympathien für Israel hat. Das habe ich hoffentlich auch eingangs deutlich gemacht. Aber ich habe ein Problem, wenn ich den Eindruck bekomme, dass das Zentrum verschoben wird. Dass nicht mehr Jesus im Zentrum steht, sondern das ganze Geschehen Israels. Und wenn die Christen mehr über Israel wissen, was dort passiert und was dort für Verträge gemacht wurden, als was in der Bibel über Jesus berichtet wird.
Sehen wir einmal diese Stelle kurz an, auf die man Bezug nimmt. Da heißt es, dass zu Abraham gesagt wurde: Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen. Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
Also in Abraham, in der Nachkommenschaft Abrahams. Und der Nachkomme Abrahams, wer das Neue Testament kennt, weiß: Der Nachkomme Abrahams ist Jesus Christus. Er ist die Personifizierung. Wir haben hier an dieser Stelle ein göttliches Prinzip: So wie ich mich gegenüber Abraham verhalte, so wird Gott sich gegenüber mir verhalten.
Nun ist aber Jesus der Nachkomme Abrahams. Und nun gilt: Wie ich mich gegenüber Jesus verhalte, so wird der Segen Gottes auf mich kommen. Wenn ich Jesus ablehne, dann werde ich vom Segen Gottes nicht profitieren.
So heißt es dann, ich kann das leider nicht ganz so ausführlich machen, sonst hätte ich euch noch ganz viele Bibelstellen bringen müssen. Auch im Römerbrief steht: In den Heiligen Schriften ist auch vorausgesehen, dass Gott die nichtjüdischen Völker aufgrund des Glaubens annehmen werde. Deshalb wird dort Abraham im Voraus die gute Nachricht verkündet: Durch dich werden alle Völker der Erde gesegnet werden.
Und wie werden die Völker der Erde gesegnet? Durch Jesus. Nicht dadurch, dass sie mit Israel sympathisieren. Sondern allein und einzig allein Jesus ist der Retter. Das bleibt immer so. Und wenn das aus dem Zentrum kommt, dann bekomme ich ein großes Problem.
Daraus geht hervor, dass alle, die Gott glauben und ihm vertrauen, zusammen mit dem glaubenden Abraham gesegnet werden. Das muss die zentrale Botschaft von uns Christen sein.
Der Auftrag der Gemeinde und der Blick auf Gottes Zukunft mit Israel
Hier liegen meine grössten Bedenken, vielleicht auch bei denen, die manchmal ratlos vor mir stehen, wenn ich gewisse Bemerkungen mache, damit sie wissen, wo meine Bedenken liegen.
Meine Bedenken sind nicht, dass ich finde, Israel mache alles falsch. Ich finde auch nicht, dass es alles richtig macht. Ich sage einfach, dass ich das nicht richtig beurteilen kann. Meine Bedenken liegen dort, wo ich den Eindruck bekomme, dass die Glaubhaftigkeit des Glaubens als Christ damit verbunden wird, wie ich zu Israel stehe.
Und wenn ich eine kritische Bemerkung zu Israel mache, bekommt man den Eindruck, dass man im Glauben an Jesus nicht mehr so richtig ernst genommen wird. Oder überhaupt: Der Glaube an Jesus wird gar nicht mehr so zentral.
Ich möchte auch sagen, dass ich hier niemanden persönlich angreife. Ich erlebe das bei uns auch nicht in dieser starken Form. Aber ich habe es auch schon oft in dieser starken Form erlebt, dass der Eindruck entstanden ist, dass es so rüberkommt.
Jesus beauftragt uns, allen Nationen das Evangelium zu verkündigen. Und wenn wir uns einfach auf Israel fokussieren, wird auch der Auftrag, den uns Jesus gegeben hat, in den Hintergrund treten oder sogar vergessen. Wir haben den Auftrag, sowohl Arabern wie Juden und allen Heiden das Evangelium zu verkünden, auch den Palästinensern. Auch sie werden durch Jesus gerettet. Alle Menschen sollen das Evangelium hören.
Und wenn heute auch Christen behaupten, Israel müsse man nicht missionieren, dann muss ich einfach antworten: Dann hätte Petrus einen grossen Fehler gemacht. Ebenso die meisten Apostel, denn sie haben die Juden evangelisiert. Sie haben ihnen von Jesus erzählt, und das hat sich nie geändert.
Gott hat uns nie beauftragt, für das Volk Israel zu sorgen. Das wird er selber machen, davon bin ich tief überzeugt. Ich sage nicht, dass man dort, wo Nöte sind, nicht die Stimme für Israel erheben muss. Aber wir müssen als Christen nicht für Israel sorgen. Gott sorgt für Israel, das wird er machen. Er hat seinen Plan, und das wird ihm auch gelingen. Er hat uns nie den Auftrag gegeben, für Israel zu sorgen.
Und als es um die Kollekte ging, die in den Gemeinden gesammelt wurde und die Paulus eingesammelt hatte, ging es nicht um die Nation Israel, sondern um die Christen in Jerusalem, die nicht mehr genug zu essen hatten. Das darf man auch nicht verwechseln. Da wurden Gemeinden Jesu unterstützt.
Das heisst: Wir müssen lernen, Gott den Heilsplan und den Vollzug des Heilsplans durchführen zu lassen. Er wird es schaffen, und er wird es schaffen, auch ohne die Christen, davon bin ich überzeugt. Er wird Staatsmänner dazu gebrauchen, genauso wie er Augustus gebraucht hat, um Jesus nach Bethlehem zu bringen. So wird er Staatsmänner brauchen, um für sein Volk zu sorgen. Davon bin ich überzeugt. Und ich glaube, Gott wird das tun.
Das Geheimnis von Israels Verhärtung und die Verheißung der Rettung
Im Römerbrief heißt es, sagt Paulus: Ich möchte euch, liebe Geschwister, über das Geheimnis der Absichten Gottes mit Israel nicht im Unklaren lassen, damit ihr nicht in vermeintlicher Klugheit aus der gegenwärtigen Verhärtung Israels falsche Schlüsse zieht.
Ebenso wie manche sagen: Israel ist überhaupt nicht mehr von Bedeutung, jetzt sind wir das wahre Volk Israel, und so weiter. Dass wir keine falschen Schlüsse ziehen.
Es stimmt, dass ein Teil von Israel sich verhärtet hat. Das wird aber nur so lange dauern, bis die volle Zahl der Menschen aus den anderen Völkern zum Glauben gekommen ist. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, wird ganz Israel gerettet werden.
Ganz Israel wird gerettet werden, ob das der Menschheit gefällt oder nicht. Gott wird das tun. Und die Menschheit wird einmal staunen, wenn Gott das tut. Gerade die, die über Jahrhunderte beabsichtigt haben, das Weltjudentum zu vernichten, werden staunen.
Gott wird das tun, aber er wird es in seiner Autorität und in seiner Souveränität tun. Und da braucht er, ich sage das mal extra ganz krass, da braucht er uns Christen nicht dazu. Uns hat er den Auftrag gegeben, das Evangelium zu verkündigen, Menschen zu Christus zu führen und sie zu unterweisen. Und was er mit dem Volk Israel macht, da wird er zum Ziel kommen. Da bin ich hundertprozentig überzeugt.
Praktische Konsequenzen für Christen im Umgang mit Israel
Es ist eine schlimme Situation für Israel. Wir als Christen, meine ich, haben die Aufgabe, dem antisemitischen Geschrei nicht zuzustimmen. Wir sind angehalten, soweit es überhaupt möglich ist, objektiv zu beurteilen, dem antisemitischen Geschrei nicht zuzustimmen und Zurückhaltung zu üben, wenn gegen das Volk Israel vorgegangen wird. Das geschieht im Wissen darum, dass wir die letzte Wahrheit nicht kennen.
Wir sind nicht dazu verpflichtet, alles, was Israel tut, gutzuheißen. Aber wir sind auch nicht diejenigen, die dann laut herausschreien, wenn einmal etwas falsch geht. Das machen wir übrigens in unseren Familien auch nicht. Wenn wir in unserer Familie ein Problem haben und jemand aus meiner Familie sich vielleicht schlecht verhalten hat, dann schreie ich das auch nicht in die ganze Welt hinaus. Guck mal, was ist das für einer? Dann versuche ich auch, zu helfen, zu unterstützen und das zu klären.
So sollen wir auch nicht in aller Öffentlichkeit alles hinausposaunen. So wie ich auch zuvor mahnend über andere Christen gesprochen habe, die gewisse Sachen ein bisschen anders sehen, sollten wir auch nicht in der Öffentlichkeit vor Nichtchristen groß herausschreien und brandmarken. Überlassen wir das Gott. Erfüllen wir doch unseren Auftrag. Wir haben genug zu tun. Wir haben genug zu tun, im Glauben vorwärtszukommen. Wir haben genug zu tun, ein geheiligtes Leben zu führen. Wir haben genug zu tun mit der Verkündigung des Evangeliums. Lassen wir uns doch nicht immer darauf aufhalten, dass wir immer noch hundert andere Sachen den anderen auch noch vorwerfen müssen.
Und ich würde einfach dafür appellieren, in Bezug auf das Volk Israel auch mit negativen Äußerungen einfach zurückhaltend zu sein, auch gegenüber Außenstehenden. Ganz Israel, das Volk Israel, bleibt das erwählte Volk Gottes. Und die ganze Welt wird einmal sehen: Ganz Israel wird gerettet werden, wie Gott das auch immer macht. Aber er macht es. Es ist sein Volk in seiner Welt. Amen.
Gebet und abschließende Bitte um Gottes Wirken
Ich bete mit uns.
Ja, Vater, ich möchte dir danken, dass wir dich kennen dürfen. Es ist ein großes Geschenk, dass wir als Heiden durch den Glauben an deinen Sohn Jesus Christus gerettet worden sind.
Du siehst oft unsere Hilflosigkeit im Geschehen, im Weltgeschehen, gerade auch im Geschehen um das Volk Israel. Wir wissen oft gar nicht, wie wir das beurteilen sollen. Aber eines wissen wir: Du wirst das tun, was du versprochen hast und was du vorgesehen hast. Was auch im Neuen Testament steht, wirst du tun. Du wirst das Volk Israel retten. Wie auch immer, aber du wirst das tun.
Wir wollen lernen, einfach hinzusehen und zu beobachten, was du tust, auch im Volk Israel. Aber wir wollen nicht vergessen, den Auftrag zu erfüllen, den wir von dir bekommen haben, Jesus: das Evangelium zu verkündigen und die Menschen zu lehren, dir nachzufolgen.
Und wir wünschen uns, Herr, dass noch viele aus dem Volk Israel zum Glauben an deinen Sohn kommen. Wir wünschen, dass viele aus dem Volk der Palästinenser zum Glauben kommen. Wir wünschen, dass viele aus den arabischen Völkern zu dir kommen, denn du rettest und du schenkst ewiges Leben.
Herr, wirke und rette du noch viele Menschen! Wir danken dir. Amen.

