Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 539: Heilssicherheit
Die Stimme des guten Hirten und die Sehnsucht nach Wahrheit
Die Schafe aus der Herde des Messias hören auf Jesus und folgen ihm. In der letzten Episode hatte ich behauptet, dass dieses Konzept auch auf Heiden übertragen werden darf. Heiden, die das Evangelium hören und im Evangelium auf die Stimme des guten Hirten treffen, Buße tun und daraufhin anfangen, dem guten Hirten zu folgen.
Ich erlaube mir diese Erweiterung, weil der Herr Jesus an anderer Stelle so formuliert. In Johannes 18,37 sagt Pilatus zu ihm: „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“
Mir geht es um den letzten Teil: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ Es gibt Menschen, die aus der Wahrheit sind. Das sind Menschen, die in ihrem Herzen eine Sehnsucht nach Wahrheit haben, das, was Paulus an anderer Stelle die Liebe zur Wahrheit, zur Rettung nennt. Solche Menschen, die Wahrheit lieben, hören auf den Mann, der in die Welt gekommen ist, um Zeuge für die göttliche Wahrheit zu sein.
Die Beziehung zwischen dem Hirten und seinen Schafen
Aber schauen wir uns noch ein wenig die Schafe des Messias an. Johannes 10, Verse 27-29: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit. Niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle. Und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.
Wenn wir diesen Text unter der Überschrift „Heilssicherheit“ betrachten, dann fängt das Thema damit an, dass Jesus uns kennt. Weil er uns kennt und uns als seine Schafe anerkennt, dürfen wir sicher sein, dass wir ihm wichtig sind. Das gibt mir viel Grund zur Freude. Wenn ich weiß, dass Jesus mich sieht und ich ihm wichtig bin, erfüllt mich das mit großer Zuversicht.
Johannes 10, Vers 28: Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Herrlich, oder? In der Nachfolge Jesu bekommen wir von ihm ewiges Leben.
Glaube als Grundlage und Ausdruck der Nachfolge
Merkt ihr, was hier fehlt? Hier steht nichts von Glauben. Und das muss es auch nicht.
Glaube ist etwas, das man sieht, wenn man einem Christen begegnet. Glaube mag auch eine intellektuelle Basis haben. Ich muss an etwas glauben, nämlich ans Evangelium beziehungsweise allgemeiner an Gott, so wie es der Hebräerbrief formuliert: Hebräer 11,6 – „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen. Denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist, und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.“
Also mag Glaube eine intellektuelle Basis haben, hier den Glauben daran, dass es Gott überhaupt gibt. Aber Glaube als Vertrauen wird erst dann wirklich zum Glauben, wenn ich auch tue, was Gott von mir will.
Dieses Tun wird in Johannes 10,27 als „und sie folgen mir“ beschrieben. Ein Schaf tut, was der Hirte will, es vertraut ihm, es glaubt an ihn, wenn es ihm folgt. Die Nachfolge ist also ein Beleg für rettenden Glauben, auch dann, wenn im Text selbst erst einmal das Wort „Glaube“ nicht vorkommt.
Die Zusage ewigen Lebens und seine Bedeutung
Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
Wir erhalten also ewiges Leben und das Versprechen, dass wir in Ewigkeit nicht verloren gehen. Außerdem wird niemand uns aus der Hand Jesu rauben können.
An dieser Stelle nur ein Hinweis: Wenn hier steht, dass Jesus uns ewiges Leben gibt, dann geht es sprachlich nicht darum, dass wir ewiges Leben einmalig durch die Bekehrung erhalten, so wie das beim Heiligen Geist der Fall ist. Jesus spricht hier von einem fortwährenden Geben.
Ewiges Leben im Johannesevangelium ist eine Lebensqualität, die daraus erwächst, dass wir mit Gott leben und ihn immer besser verstehen.
Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen (Johannes 17,3).
Die doppelte Sicherheit durch Vater und Sohn
Kommen wir zurück zu Johannes 10,28, wo es um ewiges Leben und Sicherheit geht. Falls uns das noch nicht genügt, fährt Jesus in Johannes 10,29 fort: „Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.“
Die Sicherheit, in der wir leben, wird nicht nur vom Sohn garantiert, sondern auch vom Vater. Obwohl der Vater Menschen an den Sohn weitergibt, bedeutet das nicht, dass sie ihre Beziehung zum Vater verlieren. Es heißt nicht, dass man entweder beim Vater oder beim Sohn ist, sondern immer bei Gott. Wer den Sohn hat, der hat auch den Vater.
Wer zur Herde des Messias gehört, gehört auch zum Vater im Himmel. Johannes wird das später noch einmal deutlich formulieren, in 2. Johannes 1,9: „Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn.“
Ein christlicher Gottglaube ist immer der Glaube durch den Sohn an den Vater. Petrus formuliert diesen Gedanken in 1. Petrus 1,21 so: „Die ihr durch ihn, das ist durch Jesus, an Gott, also an Gott den Vater glaubt. Die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, so dass euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet ist.“
Vater und Sohn gehören zusammen. Und weil der Vater größer als alle ist, gibt es niemanden, der uns gefährlich werden könnte.
Die Grenzen der Heilssicherheit und die unzertrennliche Liebe Gottes
Achtung, das gilt für diejenigen, die auf Jesus hören und ihm folgen. Ich wäre sehr vorsichtig, diese Verse über Heilssicherheit auf Christen anzuwenden, die das nicht tun oder nicht mehr tun.
Dort jedoch, wo wir in aller Einfalt Jesus folgen, weil er unser guter Hirte ist, dürfen wir ganz sicher wissen, dass nichts und niemand uns von ihm trennen kann. Er steht in seiner unverbrüchlichen Liebe zu uns.
In Römer 8, besonders die Verse 35, 38 und 39, heißt es: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Vers 38 sagt: Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Lasst es mich ganz deutlich sagen: Nichts kann uns von der Liebe Jesu trennen. Kein Schicksalsschlag, kein Dämon, kein Diktator, keine Krankheit, nichts, was diese Welt an Widersachern und Problemen hervorbringen kann.
Nichts kann Gottes Liebe zu mir erschüttern. Ich werde nicht eines Tages aufwachen und feststellen, dass Gott mich nicht mehr liebt. So einen Tag wird es nicht geben, so einen Tag kann es nicht geben.
Gott ist treu, und er lädt mich ein, bis zum letzten Atemzug auf ihn zu hören, ihm zu folgen und das neue Leben zu genießen, das er mir jeden Tag schenkt.
Einladung zur persönlichen Reflexion und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Frag dich, ob du Gottes Liebe genießen kannst. Bist du dir ganz sicher, dass es nichts und niemanden gibt, der dich von ihm wegnehmen kann?
Das war es für heute. Meine Frau betreibt einen apologetischen YouTube-Kanal, auf dem sie Videos veröffentlicht, die kritische Fragen zum Glauben beantworten.
„Why not Glaubensfragen?“ – den Link findest du im Skript.
Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
