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Apostelgeschichte 2,37-47: "Gemeinde: Was macht Gemeinde aus?"

Apostelgeschichte 2,37-2,4722.01.2015
Serie•Teil 6 / 64Apostelgeschichte
Gemeinde beginnt nicht mit Programm, sondern mit Umkehr: Jesus ernst nehmen, Vergebung annehmen, neu anfangen. Und dann nicht allein glauben, sondern als Teil einer Gemeinschaft leben, die trägt.

Ein persönlicher Einstieg in die Frage nach Gemeinde

Ich weiß nicht, wie es euch ging, als ihr zum Glauben gekommen seid. Ich komme traditionell aus der evangelischen Kirche, aus der evangelischen Landeskirche, und bin ungeplant in die freikirchliche Szene hineingestolpert. Ja, das war irgendwie nie so vorher geplant.
Und ich merkte, als ich mich damit zum ersten Mal beschäftigte: Freikirche, ja. Ich kannte vorher die evangelische Kirche. Ich wusste, dass es eine katholische Kirche gibt. Da kam meine Freundin her, und jetzt gab es halt auch noch Freikirchen. Da hatte ich so ein, zwei Freunde. Ich stand vor diesem Thema Kirche, und es war für mich wie ein Buch mit sieben Siegeln.
Also: evangelisch, landeskirchlich, freikirchlich, katholisch. Dann gab es noch so Gruppen. Da hatte man so ein bisschen Angst davor, so Zeugen Jehovas, Mormonen. Die waren wieder etwas anderes. Ich hatte als junger Mensch überhaupt kein so klares Verständnis davon, was das eigentlich heißt: Kirche, oder was eigentlich Gemeinde ist, Gemeinde Gottes.
Und da möchte ich gerne mit euch heute darüber nachdenken: Was macht Gemeinde eigentlich aus? Es lohnt sich bei solchen Themen, ganz an den Anfang zu springen. Einfach mal zweitausend Jahre Kirchengeschichte mit ihren Entwicklungen. Da gibt es dann Bekenntnisse und Rituale und Namen und Strukturen und Laien und oben und unten. Alles das tun wir mal beiseite.
Und wir stellen uns mal vor, wir dürften ganz am Anfang dabei sein, da, wo Gott den Prototypen von Gemeinde erschafft. Und der Prototyp, mit dem wir uns heute beschäftigen, Jerusalem etwa zur Zeit 30 nach Christus, dieser Prototyp ist nicht etwa primitiv, und wir können heilfroh sein, dass wir den endlich überwunden haben und eine moderne Form gefunden haben. Dieser Prototyp war in der Lage, aufgrund seiner missionarischen Potenz innerhalb von hundert Jahren die damals bekannte Welt auf den Kopf zu stellen.
Ich glaube, es tut uns gut, da genau hinzuschauen, was die erste Gemeinde ausgezeichnet hat, um uns dann ehrlich zu fragen: Okay, passt mein Verständnis von Gemeinde zu dem, was Gott sich ursprünglich gedacht hat?

Der Anfang liegt im Evangelium

Womit fängt Gemeinde an? Und fast müsste ich die Predigt vom letzten Mal wiederholen. Das war die Pfingstpredigt.
Petrus erklärt den Zuhörern, was es mit Jesus auf sich hat, und er endet damit: Apostelgeschichte 2,36. Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn, Jesus, sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Am Anfang der Bergpredigt, Quatsch, am Anfang der Pfingstpredigt, zitiert Petrus Joel. Und Joel prophezeit Jahrhunderte vorher: Es wird eine Zeit kommen, da wird Gott seinen Geist ausgießen. Und es wird eine Zeit anbrechen, wo jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, gerettet werden wird. Den Namen des Herrn anrufen.
Und eine Predigt lang macht sich Petrus Mühe, seinen Zuhörern zu erklären, wer dieser Herr ist. Und er endet dann damit und sagt: Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott Jesus zum Herrn gemacht hat.
Wenn du wissen möchtest, wie du gerettet werden kannst: Du brauchst Jesus. Und weil wir eine jüdische Zuhörerschaft haben, geht er noch einen Schritt weiter, zu dem Herrn und Christus. Christus, ein anderes Wort dafür wäre Messias. Das war der, auf den die Juden gewartet haben.
Also endet Petrus damit, dass er sagt: Wenn du dich fragst, wer der ist, um den sich die gesamte Weltgeschichte dreht, wer der ist, den Gott geschickt hat, im jüdischen Kontext als den Messias, auf den das Volk der Juden gewartet hat, und als den Retter der Welt, als den Herrn, den es galt und heute noch gilt anzurufen, dann ist es beides Mal Jesus.
Die Grundlage für Gemeinde ist das Evangelium. Wir sind mehr als ein Sozialverein, mehr als ein Kegelclub. Wir sind eine Gruppe von Menschen, die zuallererst einmal, das ist das, was uns ursprünglich miteinander verbindet, berührt worden sind vom Evangelium.
Man könnte das sogar eindampfen: Wir sind berührt worden in unserem Innersten von einer Person, nicht nur von der Botschaft, sondern von der Person, die durch diese Botschaft verkündet wird. Wir sind berührt worden von Jesus.
Und wir sehen, was das hier mit den Zuhörern macht, Vers 37: Als sie aber das hörten, dass es um diesen Jesus geht, als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz.
Hier sind Menschen, bei denen vorher alles möglich war. Sie waren vielleicht ein Stückchen passiv, sie waren vielleicht selbstgerecht, sie wussten vielleicht alles besser. Da war so eine Mischung aus Scheinheiligkeit und Selbstbetrug. Aber mit einem Mal stehen sie da, hören das Evangelium, und es passiert etwas in ihrem Innersten.
Es ist so ein heiliges Erschrecken. Ich glaube, das gehört dazu. Das ist nicht schlimm, wenn das Gewissen angesprochen wird und wir ein schlechtes Gewissen bekommen und so ein ganz ungutes Gefühl haben: Wir haben ein Problem.
Und genau das passiert hier. Tausende von Menschen hören das, und sie merken: Wir haben ein Problem. Es dringt ihnen durchs Herz.

Umkehr und Taufe als Beginn des Glaubens

Als Sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?
Hier sind Menschen, die ein tiefes Verständnis von ihrer eigenen Sünde haben. Tiefes Verständnis ist übrigens nicht dasselbe wie umfassendes Verständnis. Gott muss dir nicht viele Dinge in deinem Leben offenbaren, damit du merkst, dass du ein Problem hast. Es reichen ein, zwei Dinge, an die du dich vielleicht plötzlich erinnerst, und du sagst: Boah, er stimmt, wenn Gott das ernst nimmt, dann bin ich wirklich arm dran.
Und hier passiert ein tiefes Verständnis der eigenen Sünde, und dazu kommt ein ganz ehrlicher Wunsch nach Veränderung. Dieser ehrliche Wunsch: Was soll ich tun, was kann ich jetzt damit anstellen? Dieser ehrliche Wunsch ist so der erste Ausdruck echten Glaubens im Leben von Menschen.
Was sollen wir tun? Und dahinter steckt die Frage: Petrus, wie ruft man den Herrn Jesus denn an? Wir wissen, wir sollen ihn anrufen, ja, das hat Joel gesagt. Wir wissen, wer dieser Herr ist. Aber wie macht man das denn jetzt? Wie wird man gläubig? Wie wird man, wenn ich die Sprache von Johannes dazunehme aus dem Johannes-Evangelium, wie wird man von neuem geboren?
Johannes beschreibt am Anfang seines Evangeliums, Johannes 1,12-13, sehr genau, wie es nicht geht, wie man nicht Christ wird. Johannes sagt: So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Das ist die gute Seite. Und jetzt die negative Seite: die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und ich weiß noch, wo ich das das erste Mal gelesen habe, da stand ich davor und dachte: Vielen Dank, lieber Johannes, jetzt weiß ich aber auch wirklich alles. Also wenn man das nicht beim ersten Mal versteht, ist das nicht so dramatisch, Johannes hat da so seine Tücken. Ich will es euch kurz erklären.
Johannes sagt, dass man nicht aus dem Blut geboren wird. Das heißt: Deine Herkunft, wir haben das ja heute noch, blaues Blut oder so, da, wo du herkommst, das macht dich nicht zu einem Christen. Nur weil du in einer christlichen Familie groß geworden bist, hilft dir das kein Stück weiter.
Nicht aus dem Willen des Mannes: Das ist eigene Anstrengung, das, was ich selber in die Waagschale werfen kann, meine guten Werke, mein treuer Gottesdienstbesuch, mein irgendwas, was ich mir einbilde. Das wird dich nicht zum Christen machen. Du kannst dich anstrengen, wie du willst, deine eigenen Anstrengungen werden es nicht bringen.
Und dann heißt es noch: nicht aus dem Willen des Fleisches. Das heißt: Ein anderer kann das auch nicht für dich machen. Also ob ich mich mit mir selber anstrenge, ob ein anderer sich anstrengt oder ob ich aus der richtigen Familie komme, das spielt keine Rolle. Das macht dich nicht zu einem Christen.
Das Einzige, was dich dazu macht, und das steht ja hier auch in Vers 12: So viele ihn aber aufnahmen. Wir müssen Jesus in unser Leben aufnehmen. Und das ist eine ganz persönliche Angelegenheit zwischen dir und Gott. Wenn wir das machen, dann tritt Gott an unsere Seite und bewirkt, was Johannes beschreibt mit: die aus Gott geboren sind. Er bewirkt das, was man in der Bibel Wiedergeburt nennt. Dann gehören wir dazu.
So, und jetzt zurück in die Apostelgeschichte. Kapitel: Was tut ein Mensch am Anfang seines Glaubenslebens? Was ist die Antwort auf: Was müssen wir tun?
Vers 38: Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Zwei Dinge gehören an den Anfang eines Glaubenslebens. Da ist einmal Buße. Und Buße, verwechsle das bitte nicht mit dem, was man so hinter einem Bußgeld versteht. Ein Bußgeld ist: Du fährst da ein bisschen zu schnell, es macht klick, und dann kommt irgendwann ein freundliches Anschreiben mit einem Foto drauf. Oder das Foto wird weggelassen, das kann man sich im Moment im Internet anschauen, dann muss man einen Code eingeben. Also es kommt zumindest ein freundliches Anschreiben, und da steht dann drauf: Bußgeld so und so viel, da und da ist das und das passiert. Und man bezahlt sein Bußgeld, und wenn wir alle ehrlich sind, ändert sich in den wenigsten Fällen etwas an unserem Verhalten. Also man zahlt halt und man weiß, das gehört irgendwie so jährlich mit dazu, man hat da so eine gewisse Pauschale in der eigenen Rechnung. Bußgeld kann man fast nicht ernst nehmen, es sei denn, es passieren wirklich schlimme Sachen.
Jetzt kommt Gott und sagt: Ich möchte, dass Menschen Buße tun. Was ist denn Buße? Und Buße ist etwas ganz Einfaches. Buße heißt: Ich bin unterwegs und ich drehe um. Der normale Mensch ist unterwegs weg von Gott. Das waren diese Leute. Sie hatten nicht verstanden, wer Jesus ist. Sie hatten Jesus gekreuzigt. Sie hatten ihn rausgeworfen aus der Stadt, rausgeworfen aus ihrem Leben, hatten diesen Anspruch erst ignoriert und dann totgemacht. Weg von Gott!
Und jetzt kommt Petrus und sagt: Das, was Gott in deinem Leben haben möchte, ist, dass du Buße tust, dass du umkehrst. Das griechische Wort Metanoia bedeutet Umkehr. Dass du umkehrst, nicht mehr weg von Gott, sondern hin auf Gott zu. Das ist eine Sache, die hat zu tun mit meinem Denken, mit meinem Reden, die hat mit meinem Planen zu tun, mit meinem Tun zu tun. Da spielen meine Ziele eine Rolle, wie ich mit meiner Zeit umgehe, wie ich mit meinem Geld umgehe. Mein ganzes Leben ist damit inbegriffen. Mein ganzes Leben soll auf Gott hin ausgerichtet sein. Das ist Buße tun.
Und wenn wir Buße tun, dann ist das eine Sache, die findet im Herzen statt. Die findet so statt, dass man es nicht wirklich mitbekommt. Als ich Buße getan habe, war ich ganz allein. Ich war Anfang zwanzig in meinem Studentenzimmerchen, da war niemand, der das irgendwie hätte erleben können. Ich bin einfach auf meine Knie gegangen, ich habe meine Hände gefaltet und habe gesagt: Herr Jesus, so wie es jetzt läuft, ohne dich geht es nicht weiter, ich brauche dich. Ich möchte dich in mein Leben aufnehmen. Das ist der Startpunkt.
Und dann kommt in der Apostelgeschichte dazu immer eine zweite Sache, nämlich Taufe. Ich werde oft gefragt: Ist die Taufe heilsnotwendig? Muss ich getauft sein, um in den Himmel zu kommen? Und meine Antwort ist dann: Heilsnotwendig ist sie nicht. Es gibt ein Beispiel in der Bibel. Da wird Jesus gekreuzigt zwischen zwei Verbrechern, einer von denen bekehrt sich kurz vor seinem Tod. Kommt er in den Himmel? Ja, Jesus sagt: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Wird der getauft? Ja, das war ein bisschen schwierig, ja, der war tot, bevor irgendeiner das hätte mit ihm machen können.
Also es ist nicht in einem absoluten Sinn heilsnotwendig. Aber ich habe mir überlegt, was für ein Begriff könnte beschreiben, dass es doch irgendwie wichtig ist, weil es machen ja alle in der Bibel, und Jesus sagt: Wenn jemand zum Glauben kommt, dann tauft ihn. Also Jesus möchte es, alle machen es, aber es gibt da doch diese Ausnahme. Und deswegen habe ich für mich den Begriff, der steht nicht in der Bibel, aber ich finde ihn für mich hilfreich: heilslogisch.
Ja, also nicht heilsnotwendig, aber es ist einfach logisch so. Wenn jemand sagt, es ist zwingend, wenn du mit einer Frau verheiratet bist, dass du mit ihr frühstückst: Nein, man kann eine Ehe führen, ohne miteinander zu frühstücken. Man kann trotzdem verheiratet sein. Aber es ist irgendwie logisch, dass wenn ich schon verheiratet bin, es auch Momente gibt, wo man miteinander frühstückt.
Und so gehören die Buße und die Taufe zusammen.

Die Taufe als sichtbares Zeichen der inneren Wende

Wenn ich im Inneren eine Umkehr vollziehe, mich innerlich auf Gott ausrichte und sage: Ich möchte jetzt mit Gott leben, und Gott ein Symbol schafft, in dem diese innere Umkehr nach außen dargestellt werden kann, und ihr habt vor Kurzem eine Taufe gehabt, von daher erzähle ich euch da gar nichts Neues: Warum sollte ich das nicht tun? Es ist doch ein simpler Akt des Gehorsams gegenüber dem, was Jesus sich wünscht.
Es fällt mir, ehrlich gesagt, gar nicht viel dazu ein. Und trotzdem ist es heute oft ein Problem. Es ist ein Problem, weil 2000 Jahre Kirchengeschichte, was soll ich dazu sagen, aus diesem simplen Symbol alles Mögliche gemacht haben. Bis dahin, dass in Großkirchen gesagt wird: Wenn ich ein Kind, lange bevor es weiß, was es tut, durch ein Ritual gehen lasse, was wir mal Taufe nennen, dann ist es durch dieses Ritual Kind Gottes.
Und da muss man von diesem Text her tatsächlich widersprechen und sagen: Nein, das stimmt nicht. Auch wenn ich mir das für jeden wünsche, wenn wir gläubige Eltern sind, dass wir erleben dürfen, dass unsere Kinder zum Glauben kommen: Ein Ritual, das wir machen, wird unsere Kinder nicht retten. Wir können unsere Hände falten und beten, und das sollten wir tun. Wir können unseren Kindern das Wort Gottes beibringen und diese Verheißung aus Sprüche 22,15-17 in Anspruch nehmen, dass das Wort Gottes eine Kraft ist, die tatsächlich Herzen berühren und bewegen und Menschen zum Glauben hinschubsen kann. Es ist mehr so ein Hinschubsen, es ist kein zwingendes Überführen.
Das können wir tun, aber wir können nicht bewirken, dass unsere Kinder Buße tun und Kinder Gottes werden. Das können wir nicht. Von daher: Wir haben diese 2000 Jahre Kinderkirchengeschichte, und wir haben da manches, was in meinen Augen schiefgelaufen ist oder was heute den Blick, den einfachen Blick auf so einen Text, erschwert.
Und ich bitte euch, dass ihr bei diesen Themen das immer auch im Blick habt, dass nicht jeder hier unbelastet an so ein Thema herangeht. Ich habe auch Freunde, die sagen: Ich bin als Kind getauft, und ich möchte, dass das weiterhin gilt. Ich glaube, dass der Text es nicht hergibt. Aber ich glaube auch, dass wir diese Herkunft, die Geschichte, die wir haben, unsere eigene Historie, nicht einfach abschütteln können.
Und trotzdem wünsche ich mir, dass wir, wenn wir den Text hier lesen, zumindest verstehen, worum es geht. Menschen tun Buße und sagen: Der alte Jürgen, der auf dem Weg weg von Gott war, den gibt es nicht mehr. Es gibt einen neuen Jürgen, und der läuft jetzt auf Gott zu. Und ich zeige das durch die Taufe, indem ich in ein Wasser hineinsteige. Es war meistens damals ein Fluss, heute ist es oft auch ein Tümpel oder so. Auf alle Fälle: Du steigst da rein, und du wirst im Bild begraben. Du zeigst: Der alte Jürgen wird begraben im Wasser.
Und alle warten bei uns. Wir taufen hier in so einem Swimmingpool. Da wartet man immer, wenn der Gans weg ist. Und viele sagen: Hey, halt mich ein bisschen länger unten, damit ich es genießen kann. Das ist wichtig. Der Alte wird begraben, und dann kommt der Neue wieder raus. Und indem ich mich quasi bildlich begraben lasse und neu auferstehe, sage ich: Das steht in Römer 6. Der alte Jürgen ist tot, und der neue möchte jetzt mit Jesus leben, für Jesus leben, aus der Kraft Jesu leben. Ich möchte das Auferstehungsleben, was Gott in mich hineingelegt hat, in dem Moment, wo ich Buße getan habe, das möchte ich ausleben.
So, dann macht es auch plötzlich Sinn, weil die Taufe zu einem Symbol für das wird, was im Herzen gerade passiert ist, und ich mache öffentlich, was man sonst in meinem Herzen halt nicht sehen kann. Und diese beiden Dinge bilden in der Apostelgeschichte eine Einheit. Die sind so dicht beieinander, dass man sie eigentlich nicht trennen kann. Sie gehören ja, ich weiß auch nicht, wie die das damals so gemacht haben, aber wir müssen es einfach nur begreifen: Diese beiden Dinge gehören zusammen.
Und dann sagt Petrus: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, innerliche, äußerliche Umkehr zu Gott, zur Vergebung eurer Sünden.“

Rettung, Vergebung und die Gabe des Geistes

Wenn man sich heute fragt, wovon Menschen gerettet werden wollen, dann unterscheidet sich die Moderne kaum vom Heidentum. Die Dinge, von denen Menschen gerettet werden möchten, sind oft ganz alltägliche Probleme: finanzielle Schwierigkeiten, Flugangst, Depressionen, Eheprobleme, Krankheit oder vielleicht auch die Angst vor der Zukunft. Alle wollen davon gerettet werden. Und das wollten Menschen immer schon.
Das Spannende ist: In der Antike bieten Religionen Rettung an, und fast alle beziehen sich auf diese Dinge, also auf die ganz normalen Schwierigkeiten im Leben. Davon wirst du gerettet. Und jetzt kommt das Christentum. Das Christentum ist fast einzigartig darin, dass es sagt: Weißt du, das eigentliche Problem, das du hast, ist nicht, dass du Flugangst hast oder dass du dich zu oft mit deinem Ehepartner streitest oder Sorgen hast im Blick auf die Entwicklung des Aktienmarktes oder sonst irgendetwas. Dein eigentliches Problem ist etwas ganz anderes.
Dein eigentliches Problem ist, dass es ein Gericht gibt, ein zukünftiges Gericht, wo Gott sich dein Leben anschaut und dir die hässliche Frage stellt: Sag mal, warum hast du das eigentlich gemacht? Also die Dinge, von denen wir selbst wissen, dass sie falsch sind. Sünden. Warum hast du das denn gemacht? Du wusstest doch, wenn du das tust, dass es falsch ist. Du hast doch sogar ein schlechtes Gewissen gehabt. Du wusstest doch, dass das falsch ist.
Du kannst doch nicht einfach glauben, dass du hier von diesem Leben abtrittst, diesen Mist mitnimmst und dann irgendwie am Ende im Gericht bestehen kannst, sodass der Richter sagt: Ja, wir lassen Fünfe gerade sein. Du musst doch wissen, dass du als Mensch mit dieser Fähigkeit, Gutes und Schlechtes unterscheiden zu können, dazu gemacht bist, das Gute zu erkennen. Warum? Um es zu tun. Und wenn du es nicht tust, dann musst du die Konsequenzen tragen. Und die Konsequenzen sind Gericht, Verurteilung. Die Bibel nennt den Ort, wo diese Menschen hinkommen, Hölle, Verlorenheit. Du musst das doch wissen.
Und jetzt kommt das Christentum und nimmt diesen Aspekt auf, der sich im Leben von Menschen durch ein schlechtes Gewissen manifestiert, durch Versagen manifestiert, durch kaputte Beziehungen, durch unweise Lebensentscheidungen. Wo wir merken, irgendetwas stimmt nicht mit uns. Wo wir merken, dass wir Entscheidungen treffen, die uns später leidtun, die wir unglaublich gerne ungeschehen machen würden. Und es sagt: Es gibt eine Lösung dafür. Es gibt tatsächlich Vergebung der Sünden.
Und ich sage das und sage gleichzeitig: Diese anderen Probleme, die wir im Leben haben, sind ja auch wirkliche Probleme. Ihr dürft gerne weiter dafür beten, dass Jesus Zeichen und Wunder tut. Ihr dürft gerne dafür beten, dass Gott heilt im Leben von uns und unseren Freunden. Die Gemeinde macht das. In Apostelgeschichte 4 werden wir das sehen. Die Gemeinde betet für diese Dinge. Aber wir dürfen nie vergessen, was die wichtigste Rettung ist.
Es gibt im Lukasevangelium ein paar Personen, die körperlich geheilt worden sind, aber dadurch nicht geistlich heil geworden sind. Sie sind von ihren körperlichen Schmerzen befreit worden. Oder bei den zehn Aussätzigen sind sie ihren Aussatz losgeworden, aber sie haben ihre Sünden nicht verloren. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir an der Stelle, wenn wir das Evangelium verstehen, begreifen, dass Gott uns nicht nur ein paar Probleme wegnehmen möchte, sondern das Allergrößte.
Und das ist der Punkt, wo Gemeinde anfängt: wenn Menschen verstehen, Gott ist in mein Leben hineingekommen. Es gibt eine persönliche Entscheidung in meinem Leben, und mir sind meine Sünden vergeben. Dieses Damoklesschwert des Gerichts ist für allemal weg. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen. Wie Jesus an anderer Stelle sagt: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht.
Das ist absolut wichtig. Und das ist das, was Menschen, die zur Gemeinde gehören, auch miteinander vereint. Und das, was dann hinzukommt, ist: Ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes. Ich denke, dass man das am besten übersetzt mit: die Gabe, nämlich den Heiligen Geist, empfangen. Gott gibt uns als Zeichen dafür, dass wir wirklich zu ihm gehören, seinen Geist. Er versiegelt uns mit seinem Geist. Er ist die Anzahlung auf die Ewigkeit. Und das tut er, damit wir in dieser Gemeinschaft mit ihm absolut zur Ruhe kommen, damit wir wirklich wissen: Ja, wir sind Teil von Gottes Familie.

Eine neue Gemeinschaft entsteht

Vers 39 und 40: Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht. Herausretten! Hier sind Menschen, die zum alttestamentlichen Volk Gottes gehören. Und in der Mitte dieses alttestamentlichen Volkes entsteht ein neues Volk, es entsteht eine neue Gruppe. Und da hineinzukommen, das ist das A und O.
Vers 41: Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
Wenn mich jemand fragt: Was ist ein Vers, der dir am deutlichsten macht, dass bei der Kindertaufe wirklich ein Problem ist? Dann ist das für mich dieser Vers. Hier ist die Reihenfolge ganz klar: Menschen, die sich taufen lassen, sind vorher Menschen, die das Wort aufnehmen, und dann hinzugetan werden. Ich mag dieses „hinzugetan“. Warum? Wie soll ich das sagen? Gehen wir noch einmal durch. Was verbindet diese Menschen? Sie hören, sie stehen da und hören das Evangelium, sie verstehen das Evangelium und sie nehmen es an. Sie sind betroffen von sich selbst, sie tun Buße, sie lassen sich taufen, sie bekommen den Heiligen Geist und sie werden der Gemeinde hinzugetan.
Ich habe heute, zumindest in Spandau, ein Riesenproblem in Gemeinden mit Individualismus. Das ist vielleicht hier bei euch, wo es nicht ganz so viele Gemeinden gibt, ein Tick leichter, ich weiß nicht. Aber wir haben damit ein Riesenproblem. Individualismus heißt: Na ja, ob ich so wirklich zu der Gemeinde dazugehören will. Also, ich komme schon gerne in den Gottesdienst, aber mich jetzt wirklich dafür zu entscheiden, dass ich zu dieser Gemeinde gehöre, da möchte ich mir doch ein paar mehr Optionen offenhalten. Das ist so das Denken. Vielleicht sind die Spandauer da besonders, aber es ist richtig schwierig, dieses Gefühl dafür, dass wir Gemeinschaft sind, dass wir Team sind, zu entwickeln.
Dabei sagt die Bibel gar nicht: Tut Buße, lass dich taufen, krieg den Heiligen Geist und dann schlag die Gelben Seiten auf und schau mal, was es alles an Gemeinden gibt, und dann such dir eine aus. Das steht da ja nicht. Da steht, dass Menschen hinzugetan werden, also dass da ein göttlicher Beitrag ist. Gott selbst sagt: Schau mal, da, wo du zum Glauben kommst, anscheinend ist das der Ort, wo erst einmal die Sache losgeht. Heißt nicht, dass man nicht umziehen darf, und heißt auch nicht, dass man ewig in derselben Gemeinde bleiben darf. Mir geht es um die Betonung dieses: „Ach, ich kann mir das ganz frei aussuchen“ oder: „Nein, Gott hat sich da was bei gedacht.“
Ich bin, um mit 1. Korinther 12 nochmals zu sprechen, durch einen Geist zu einem Leib getauft. Das ist die Idee: Der Geist Gottes steckt mich in einen Organismus hinein. Der Solochrist, der Individualist, den gibt es in der Bibel eigentlich nicht. Du bist immer Teil eines Teams, immer Teil einer geistlichen Gemeinschaft. Du kannst nicht alleine existieren, das war nie gedacht. Und je mehr du Teil dieses Organismus wirst, je mehr du Teil von Gemeinschaft wirst, umso mehr wirst du als Christ wachsen, umso mehr wirst du das leben können, was Gott ursprünglich in dir angelegt hat. Es geht nicht anders.
Nochmal 1. Korinther 12,13: Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden. Das ist die Idee: ein Leib, und du spielst da eine Rolle, eine Rolle, die nur du spielen kannst.

Die vier Kennzeichen der ersten Gemeinde

Und so entsteht in Jerusalem ein Organismus, eine Gruppe von Hunderten von Menschen, die jetzt Gemeinde leben. Und es sind vier Kennzeichen, die Gemeinde im Kern ausmachen.
Da heißt es dann, und ich lese jetzt einfach mal von einundvierzig bis siebenundvierzig durch:
Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
Kleine Randbemerkung: Das würde ich gerne einmal in meinem Leben erleben. Also einmal nur so plus 3000. Stellt euch das vor: 200, 250 und dann 3. Das wäre schon schön, das wäre schon echt schön. Also vielleicht muss man da ein bisschen hoffen und träumen. Es ist manchmal schön, so etwas zu lesen.
Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Es kam aber über jede Seele Furcht. Und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle Gläubig gewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam. Und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Frohlocken und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten, oder besser: die gerettet wurden.
Was sind die vier Kennzeichen von Gemeinde?
Das erste ist die Lehre der Apostel. Sie treffen sich, ist das nicht herrlich, täglich. Also, das ist im heutigen Zeitplan einfach irre. Sie treffen sich täglich im Tempel. Okay, es waren gerade Feiertage, da geht das vielleicht ein bisschen besser. Und man war eh gerade in Jerusalem in Ferien, da hat man Zeit. Würden wir alle auf einem Campingplatz wohnen und würde da die Erweckung losgehen, hätten wir auch jeden Tag Zeit. Das ist heute schwierig zu übertragen.
Aber was klar ist: Sie treffen sich. Das macht Gemeinde aus, um die Lehre der Apostel zu hören. Sie wollen dazulernen. Gemeinde ist, wo Menschen, gläubige Menschen, sich treffen und sagen: Ich möchte lernen. Ich möchte lernen, was Gott mir zu sagen hat. Ich möchte sein Wort, ich möchte die Lehre der Apostel kennenlernen.
Der zweite Punkt, genauso wichtig: Gemeinschaft. Gemeinschaft drückt sich hier dadurch aus, dass man sich umeinander sorgt. Das geht so weit, dass die Bewegung, die jetzt hier entsteht, plötzlich ein finanzielles Problem hat. Man war ja eigentlich nur für die paar Pfingstfeiertage zusammengekommen. Aber jetzt merkst du: Hier entsteht etwas ganz Neues. Und die, die von weit her gekommen waren, die müssten eigentlich wieder nach Hause. Die haben gar nicht so viel angespart, um jetzt noch eine Woche und noch eine Woche und noch eine Woche Hotelkosten zu tragen.
Aber soll man wirklich jetzt nach Hause gehen, jetzt in diesem Moment? Jetzt, wo vielleicht jeden Tag der Messias zurückkommt? Jetzt, wo man Petrus und die anderen Apostel noch hat, um sie zu fragen, um von ihnen zu lernen? Es ist verständlich, dass man zusammenbleibt, dass man diesen geistlichen Schwung erst einmal aufnimmt. Und es ist verständlich, dass Leute sagen: Wenn wir Volk Gottes sind, wenn wir Gemeinde sind, wenn wir Gemeinschaft sind, weißt du was, ich verkaufe mein Feld, und ich schmeiße das hier rein, und du kannst noch hier bleiben.
Und dass das nicht nur einer oder zwei, sondern viele tun, je nachdem, wie Geld gebraucht wurde und man sich umeinander kümmert. Ich sage nicht, dass jeder von euch, um gemeindet zu sein, seine Besitztümer verkaufen muss. Es geht darum, dass wir verstehen: Hier entsteht eine Gruppe von Menschen, die füreinander da sind in einem Maß, wie man es sonst nur innerhalb der Familie kennt, wo einer bereitwillig für den anderen verzichtet. Das, was er hat, bereitwillig in den anderen investiert, weil man sagt: Ich liebe dich. Gott hat uns zusammengestellt. Ich möchte mit dir Gemeinschaft leben. Das ist Gemeinde.
Eine Gemeinde, wo Individualisten sich am Sonntag treffen und dann wieder auseinandergehen und keiner so richtig weiß, wie es dem anderen geht, was der andere braucht, das ist nicht Gemeinde. Gemeinde ist, wo man sich trifft, um die Nöte kennt und wo einer sagt: Weißt du, ich habe genug, hier, nimm.
Und eine der schönsten Erinnerungen an Gemeinde für mich nach wie vor, wenn ich mir überlege, wo habe ich Gemeinde am intensivsten erlebt? In einer kleinen Gemeindegründungsarbeit vor über zwei Jahrzehnten. Da rief einer: Ey, ich brauche heute ein Auto. Und bevor er zu Ende gesprochen hatte, flog schon der Autoschlüssel. Das war so schön.
Oder eines Abends sagt jemand: Ich bin gekündigt worden, und ich muss heute raus sein, und ich habe es nicht geschafft, meine Sachen aus der Wohnung zu kriegen. Morgen wird das alles weggeworfen. Es war abends um zehn, und es war selbstverständlich, dass diese Wohnung in dieser Nacht noch leergeräumt wurde, dass jeder VW Bus, der zur Verfügung stand, da einfuhr. Und das ist Gemeinschaft. Das kann man nicht machen. Du kannst in meinen Augen durch kein Programm der Welt Gemeinschaft verordnen. Das ist etwas, was im Herzen passiert.
Ich tue Buße, du tust Buße, wir lieben den Herrn. Und weil Gott uns geliebt hat und uns zusammengestellt hat, uns in eine Gemeinde gestellt hat, deswegen will ich lernen, dich zu lieben und will ich deine Bedürfnisse an meiner Stadt annehmen.
Dritter Punkt: Brot brechen, Abendmahl. Macht man übrigens nicht im Tempel hier, sondern zu Hause. Ist wahrscheinlich ab einer gewissen Größe, so ab dreitausend aufwärts, auch wirklich schwierig. Da kommt vielleicht nicht so das richtige Brotbrechengefühl auf. Wichtig ist: Es gehört dazu. Menschen treffen sich in Gruppen und denken gemeinsam darüber nach, was Jesus für sie getan hat.
Und der letzte Punkt: Gebet. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Unten heißt es dann: Sie lobten Gott. Das kleine Wörtchen verharren verknüpft diese Elemente miteinander.

Gemeinde als geistliches Haus

Gemeinde, das war meine Eingangsfrage: Was ist Gemeinde?
Gemeinde ist da, wo gläubige Menschen, die Buße getan haben, weil sie das Evangelium verstanden haben, sich treffen, um miteinander zu lernen, um sich umeinander zu kümmern, an das zu denken, was Jesus für sie getan hat, und miteinander zu beten.
Und die Frage hier, die gestattet sein muss, ist: Hast du eine solche Gemeinschaft, wo du an genau diesen Dingen Anteil hast?
Und wenn du denkst: Ich kann doch auch für mich alleine Christ sein, dann möchte ich dich noch mit einem letzten Gedanken verabschieden. Denn derselbe Petrus, der hier erlebt, wie nach seiner Predigt Gemeinde beginnt, der sagt im ersten Petrusbrief Folgendes: 1. Petrus 2,5. Er sagt: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen.
Würden wir den ganzen Text aus dem ersten Petrusbrief lesen, dann ist der große Gedanke der: In Jerusalem wird durch Kreuz und Auferstehung ein lebendiger Stein, ein Eckstein, gesetzt für ein neues geistliches Haus, nämlich für die Gemeinde. Und dieser Eckstein ist Jesus.
Und Petrus sagt: Du bist dazu berufen, in einem geistlichen Haus zu leben. Und hier ist nicht das allgemeine große Priestertum, die allgemeine weltweite Gemeinde Gottes im Blick. Hier ist praktisch eine kleine Ortsgemeinde gemeint. Lass dich als lebendiger Stein in dieses geistliche Haus, Gemeinde EFG Oberkrämer, hineinbauen!
Du musst gar nicht mehr tun, als nur zuzulassen, dass Gott dich schnappt und an die Stelle positioniert, wo du mit deinen Gaben und mit deiner Berufung hingehörst. Es geht nicht darum, such deinen Platz, sondern lass es zu, dass Gott dich da einbaut.
Das ist Petrus. Lass es zu, dass du mit den anderen zusammen das tust, was eben nur Gemeinde tun kann. Da geht es dann um Lehre der Apostel. Das ist schwierig privat, das geht besser in der Gemeinde. Sich umeinander kümmern: Wenn ich alleine bin, kann ich mich nicht um andere kümmern. Brot brechen, auch so etwas, was in Gemeinde gefeiert werden soll. Und gemeinsamer Lobpreis ist alleine auch schwer.
Von daher: Trau dich an diesen Punkt.
Schauen wir uns die erste Gemeinde an, dann sind das die Kriterien: Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen, Gebet. Und Petrus sagt: Das machen wir nicht alleine, das machen wir als Team, weil Gott sich das wünscht. Gott hat dieses geistliche Haus gegründet, und wir dürfen uns einbauen lassen.
Und ich möchte dich von ganzem Herzen ermutigen, von hier vorne: Wenn du in der Gemeinde hier am Ort noch nicht so tief drin bist, wie du eigentlich drin sein könntest, wenn du noch so am Rand der Gemeinde stehst, wenn du weißt, da gibt es noch einen Schritt ins Zentrum hinein, da gibt es noch mehr, ich bin vielleicht im Moment Zuschauer und ich könnte vom Zuschauer zum Mitarbeiter werden, wenn du das merkst, dann nutze diesen Text hier und lass dich darauf ein. Lass dich einbauen als lebendiger Stein in eine lebendige Gemeinde.
Und hier am Ort ist eine lebendige Gemeinde. Du hast eine Chance, nutze das!
Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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