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Biblischer Lobpreis

15.04.2013
Musik in der Gemeinde spaltet oft an Vorlieben. Der Kern ist einfacher: Sie soll Gott ehren, die Gemeinde aufbauen und sich an der Bibel messen lassen – nicht am Geschmack.

Einleitung und persönliche Einordnung

Ich fange vielleicht kurz mit ein paar Worten über mich an, damit ihr mich auch ein bisschen einordnen könnt und wisst, wo ich hingehöre. Ihr habt ja bestimmt im Programm schon ein wenig über mich gelesen.
Ich bin beim Europäischen Bibeltrainingszentrum angestellt. Dort arbeite ich als Administrator, vor allem im IT-Bereich, aber auch in anderen Bereichen. Außerdem unterrichte ich an der Bibelschule, vor allem Hermeneutik im ersten und im zweiten Jahr, und zwar am Standort Berlin und am Standort Zürich.
Wir haben als Bibelschule drei Standorte: einen in Westdeutschland in Eckenhagen, einen in Zürich und einen in Berlin. Dort unterrichte ich Hermeneutik und bin auch beim Homiletikunterricht mit dabei. Unsere Schüler, zumindest die Predigerausbilder, müssen vor uns predigen, und wir evaluieren dann ihre Predigten. Das ist eine sehr spannende Sache, sehr lustig, aber auch sehr gut, also sehr gewinnbringend. Wir hatten das auf unserer Bibelschule auch.
Ich sage meinen Schülern das auch immer: Das ist eine Zeit, die ihr niemals mehr in eurem Leben haben werdet. Denn wenn ihr später einmal in der Gemeinde seid und predigt, werdet ihr es nicht mehr bekommen, dass sich jemand hinsetzt und wirklich zuhört, um euch zu helfen, voranzukommen und euch zu verbessern.
Das ist zu der Sache.
Vielleicht noch etwas zu meinem musikalischen Hintergrund, weshalb ich über dieses Thema zumindest ein wenig sprechen kann: Ich war viele Jahre in einem Internat, in einer Privatschule in Altensteig, die Musik als Hauptthema hatte, vor allem Chormusik. Ich bin dort groß geworden, habe mein ganzes Leben lang in Chören gesungen, teilweise auch in semiprofessionellen Chören bis hin zum Weltjugendchor.
Nach der Schule habe ich auch angefangen, Musik zu studieren, habe das dann aber abgebrochen, weil ich nicht gut genug in dem bin, was man beim Musikstudium braucht. Und ich weiß, dass zumindest jemand hier drin ist, der Musik studiert. Der weiß, dass man da wirklich nur weiterkommt, wenn man in einer Sache sehr, sehr, sehr gut wird. Ansonsten endet man irgendwann einmal nicht unbedingt schlecht, aber eben als Lehrer, als Musiklehrer. Du studierst ja Pädagogik, du studierst ja speziell dafür. Aber man trifft sich dann in diesem Feld oft mit den Leuten, die Musik so studiert haben, damit sie mit ihrem Instrument etwas anfangen können. Und am Ende schaffen sie es nicht, und dann werden sie Lehrer. Und das sind sehr, sehr gute Leute. Dann trifft man sich mit denen, und man ist selbst irgendwie nicht der Beste in seinen Sachen.
Also gut, dann habe ich das aufgegeben und etwas anderes gemacht. Ich bin dann zum Glauben gekommen und habe angefangen, in der Gemeinde bei der Musik mitzuhelfen. Mit der Zeit bin ich dann auch zum Lobpreisleiter oder Musikleiter vorangekommen.
Ich bin in Südafrika zum Glauben gekommen, und wir hatten dort einen Pastor, der sich sehr um dieses Thema gekümmert hat. Er hat uns sehr viele richtige Informationen gegeben und versucht, uns zu helfen, richtig über dieses Thema zu denken.
Kommt ruhig rein! Ja, das ist egal, hier ist ja noch Platz, es hat genügend Platz. Je mehr Leute hier drin sind, umso wärmer wird es, habe ich schon gesagt. Ja, genau.

Worum es in diesem Seminar gehen soll

Dort war ich dann drei Jahre lang Lobpreisleiter in der Gemeinde in Südafrika. Seit ich in Deutschland bin, also seit drei Jahren, bin ich auch hauptverantwortlich bei uns in der Gemeinde für Musik und an der Bibelschule. Auch wenn wir Konferenzen haben, laufen die Musikplanung, die Ausführung und solche Dinge ebenfalls über mich.
Im Zuge dieser ganzen Leitungsaufgaben in der Gemeinde hat man, wie ihr ja bestimmt wisst, sehr viele Kontaktpunkte zu diesem Thema mit unterschiedlichen Leuten. Mit Leuten, denen etwas gefällt, und mit Leuten, denen etwas nicht gefällt. Und man muss sich deswegen darüber irgendwo Gedanken machen. Daraus ist auch dieses Thema entstanden, über das es heute geht, weil ich selbst festgestellt habe, dass in diesen ganzen Diskussionen irgendetwas gefehlt hat. Es hat etwas ganz Spezielles gefehlt, und darauf kommen wir gleich noch zu sprechen.
Kurzer Überblick darüber, was wir in dieser Zeit machen werden: Ich möchte euch für die ersten zehn Minuten ganz kurz einen Einblick geben, was ich für das Problem halte und weshalb wir überhaupt über so ein Thema sprechen müssen. Danach wollen wir uns zwei Grundlagen anschauen, die, wie ich denke, sehr, sehr wichtig sind und auf die wir alles aufbauen können. Anschließend werden wir uns Musik im Alten Testament anschauen und ein wenig betrachten, wie Musik im Neuen Testament ausgesehen hat. Das alles geschieht in einer Stunde, also wird das hier keine ausführliche Darstellung sein. Aber ich möchte zu einem gewissen Punkt kommen.
Danach schauen wir uns zehn Prinzipien an, die, wie ich denke, aus diesen Dingen hervorgehen, die wir über Musik im Alten und im Neuen Testament sehen können. Am Ende werden wir uns dann noch einmal Gedanken darüber machen, wie diese Prinzipien in der Gemeinde umgesetzt werden können oder was ich damit anfangen sollte.
Alles, was wir jetzt hier tun, soll auf diese Prinzipien hinlaufen. Wir wollen uns Gedanken machen, und ich möchte euch in diesem Seminar dazu aufrufen, dieses Thema, ganz gleich, was ihr schon vorher darüber gelesen habt und worüber ihr euch bereits Gedanken gemacht habt, noch einmal unter der Frage zu betrachten: Was hat die Bibel prinzipiell über dieses Thema zu sagen, wenn überhaupt? Was sind biblische Prinzipien, die wir wirklich aus der Schrift allein herausziehen können, ohne irgendwelche Voreinstellungen, ohne irgendwelche anderen Studien, sondern allein aus der Schrift? Welche Prinzipien kann ich daraus gewinnen, und wie kann ich sie dann anwenden?
Ihr werdet sehen, denke ich, und ich hoffe es auch, dass sich dadurch die Situation in der Gemeinde sehr entspannen wird. Denn diese Prinzipien, und da nehme ich vielleicht einigen schon etwas von der Furcht weg, lassen nicht Freiheit für wirklich alles, was wir machen wollen. Aber sie geben uns doch eine sehr große Freiheit, weil sie wirklich auf die richtigen Dinge fokussieren.
Okay, lasst uns aber erst einmal, bevor wir mit dem eigentlichen Thema anfangen, mit Gebet beginnen, bevor wir da hineingehen.
Herr Vater im Himmel, wir danken dir jetzt für diese Zeit, die wir zusammen haben dürfen, Herr. Wir danken dir, dass wir uns auch um dieses Thema Gedanken machen dürfen. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst zu sehen, wie wichtig es ist, dass wir uns gerade in diesem Thema auf dein Wort verlassen und auf dein Wort allein. Herr, gib uns einen Blick dafür und gib uns ein Herz dafür, dass wir das auch in unseren Gemeinden anfangen umzusetzen, sodass wir wirklich die Einheit deines Geistes bewahren und dir in allem Ehre geben können. In deinem Namen. Amen.

Das eigentliche Spannungsfeld in den Gemeinden

Ihr seid ja bestimmt alle hier, weil ihr wisst, dass dieses Thema eines der Lieblingsthemen aller Generationen in jeder Gemeinde ist. Über dieses Thema wird sehr oft diskutiert und sehr oft auch debattiert. Leider findet man auch oft, dass es gerade um dieses Thema Trennlinien gibt, vor allem zwischen den Generationen.
Wir wissen aus unserem Umfeld, dass es ein paar Gemeinden gibt, die sich über dieses Thema tatsächlich schon geteilt haben. Ein sehr erfahrener Pastor, ein Freund von mir, hat mir einmal erzählt, dass es in jeder Gemeinde zwei heilige Kühe gibt, die man nicht antasten darf. Die eine ist die Jugendarbeit, da darf man ja nichts ändern, und das andere ist die Musik. Wenn man da etwas ändert, schreien auf einmal alle auf.
Gerade um dieses Thema Musik, um diese heilige Kuh Musik, gibt es sehr viel Lärm. Deswegen trennen sich Geister, deswegen trennen sich Geschwister, deswegen haben sich auch schon Gemeinden gespalten. Meistens, wenn man das genauer anschaut, ist am Ende Musik nicht der einzige Grund. Aber es ist zumindest der Stolperstein, der dann die Spaltung hervorgebracht hat.
Wer von euch hat schon einmal so ein Thema diskutiert, über Musik? Ihr habt bestimmt schon alle irgendwo einmal die Hände gehoben, genau deswegen seid ihr wahrscheinlich auch hier. Also: Man hat sich sehr viele Gedanken darüber gemacht, und viele Leute haben sich zu diesem Thema schon viele Gedanken gemacht, in der Richtung, dass sie sagen: Ich suche mir meine Gemeinde auch ein bisschen danach aus, wie dieser Stil läuft. Es wird fast zum Gemeindeaussuchkriterium, wie Musik in der Gemeinde aussieht.
Die Frage ist: Ist das wirklich so wichtig? Wenn wir über Musik nachdenken und über den Platz, den sie in unserem Leben hat, wenn wir das in die Heilsgeschichte einreihen, welche Stellung hat sie dann? Wenn wir es zum Beispiel mit Jesus als Gott vergleichen oder mit dem Erlösungswerk, wo passt Musik da hinein? Ist sie primär, ist sie sekundär? Das sind alles Fragen, die wir beantworten müssen.
Ich habe zu diesem Thema einmal ein ganzes Seminar angeschaut, von Daniel Block heißt er. Er ist ein Pastor aus Amerika, und er hat mit seinen Hochschulstudenten gesprochen. Er hat gesagt, dass sie allgemein dieses Gefühl bekommen: Alle haben sie das Gleiche gesagt. Irgendetwas ist im Argen, aber sie wissen nicht, was es ist, über dieses Thema Musik. Irgendetwas ist im Argen in vielen Gemeinden, aber sie wissen nicht genau, was es ist.
Für die einen ist Musik nicht modern genug, für die anderen kann sie nicht alt genug sein, und alles andere ist irgendwie zu modern. Für die einen ist Stil ganz wichtig, für die anderen ist Stil ein rotes Tuch, und spezielle Stile sind ein rotes Tuch. Die einen wollen irgendwie alles benutzen, und die anderen wollen so wenig wie möglich benutzen. Unter diesen Bedingungen entstehen ziemlich oft hitzige Debatten, gerade unter Geschwistern im Herrn.
Die Frage ist nun: Wie entscheiden wir über dieses Thema? Die große Frage ist: Hat uns Gott über dieses Thema wirklich im Stich gelassen? Hat uns Gott in dieser Sache alleine gelassen und sagt: Ihr müsst es irgendwie selber unter euch ausmachen. Macht, was ihr wollt, aber macht es irgendwie unter euch selber aus.
In dieser Studie wollen wir uns nun biblische Grundlagen erarbeiten, die uns zu dem Verständnis bringen, was wir damit anfangen sollen, in unserem tagtäglichen Gebrauch in der Gemeinde. Und ich möchte das noch einmal im Voraus sagen: Es geht hier hauptsächlich um Musik in der Gemeinde, um Gemeindemusik. Ich werde zu diesem Thema heute nichts sagen über den persönlichen Gebrauch von Musik und darüber, was gut ist und was nicht gut ist, sondern hier geht es wirklich nur darum, welche Musik wir benutzen und wie wir das in der Anbetung, im Lobpreis in der Gemeinde benutzen.

Warum biblische Unterscheidung nötig ist

Es ist wichtig für uns, in dieser Frage Unterscheidungsfähigkeit zu erlangen. Dazu hat John MacArthur einmal gesagt, und ich zitiere:
Leider müssen Christen heute in ihrer Gemeinde mehr Weisheit üben als irgendwo sonst, sei es aufgrund armseliger Predigten oder wegen falscher Grundsätze der Gemeindearbeit.
Jedenfalls leiden viele Gemeinden darunter, dass ihnen die Fähigkeit fehlt, wahre Lehre von falscher Lehre zu unterscheiden. Das macht die Sache noch komplizierter.
Viele Gläubige haben unterschiedliche Meinungen bezüglich vorrangiger Themen. Dadurch werden im Leib Christi manchmal unnötige Spaltungen verursacht. Auch für diese Situation braucht man Weisheit, damit biblische Prinzipien und christliche Gnade sich durchsetzen können. Als Christen sind wir immer wieder dazu aufgerufen, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Wir sollen Gnade walten lassen, wo es angebracht ist, und gerade Linien ziehen, wo wir wirklich gerade Linien ziehen müssen.
Nun werden einige Menschen sagen: Das ist gerade in diesem Thema so, das ist eine gerade Linie, das ist eine Sache, bei der wir wirklich klar Stellung beziehen sollen. Wir wollen ja nicht die Welt in die Gemeinde holen. Das ist eine Phrase, die man wahrscheinlich schon sehr oft gehört hat oder vielleicht auch selbst benutzt hat, ganz gleich, was auch immer die Argumentation für diese Diskussion über Musik darstellt.
Wir finden ganz oft, und denkt einmal ein wenig zurück an die Zeiten, in denen ihr mit anderen Menschen darüber diskutiert habt: Wenn wir zu diesem Punkt kommen, über Musik zu reden, was ist meistens vorrangig? Wir finden, und ich greife es einmal vorweg, keine biblischen Argumentationen. Wir finden meistens nicht zwei Menschen, die sich mit der offenen Bibel zusammensetzen und fragen: Was hat Gott denn über Musik gesagt, und wie wende ich das an? Zumindest nicht in meiner Erfahrung.
In den ganzen Jahren, in denen ich mich habe verteidigen müssen oder auch mit anderen Leuten gesprochen habe, sitzen wir da und, wie zwei Armeen verschanzt in unseren Festungen, versuchen wir so viel wie möglich, Löcher in das Argument des anderen zu schießen, damit wir irgendwie gewinnen können und unseren Punkt klarzumachen. So habe ich auch argumentiert.
Bevor ich zum Glauben gekommen bin, war ich ein Jahr lang in einer charismatischen Gemeinde in Südafrika. Ich bin dort wegen der Musik hingegangen. Als ich dann zum Glauben gekommen bin und in eine eher konservative Gemeinde gekommen bin, war meine Aufgabe, oder ich habe es zumindest so gedacht, dass ich diese Musik, die wir dort gefunden haben, in diese Gemeinde hineinbringen muss. Es kann ja nicht sein, dass nur die anderen die guten Lieder haben und wir nicht. Das war meine Grundvoraussetzung.
Da bin ich natürlich oft gegen Wände gerannt, und das ganz besonders mit einem sehr guten Freund, der inzwischen einer der Ältesten dieser Gemeinde ist. Stundenlang haben wir über dieses Thema debattiert, immer nur von unseren Positionen aus. Wir haben nie wirklich nachgefragt, was eigentlich grundsätzlich in der Schrift darüber gesagt wird, sondern wir haben nur unsere eigenen Standbeine versucht, dem anderen irgendwo in sein Argument hineinzurammen. Das kann es nicht sein.
Es werden oft Vergleiche mit okkulten Praktiken angeführt, persönliche Erfahrungen, Vergleiche mit Dingen, die wir irgendwo in Unterhaltungen gehört haben, Horrorgeschichten. Das ist dann das beste Argument: von dem in die Irre gegangenen Jugendlichen, der, weil er einen gewissen Musikstil angehört hat, jetzt auf einmal nicht mehr glaubt. Wirklich, nur weil er Musik angehört hat, ist er jetzt nicht mehr gläubig? Da stimmt in unserer Errettungslehre irgendetwas nicht, wenn wir das wirklich glauben. Aber es wird oft als Grund angeführt, weshalb ein gewisser Musikstil oder eine bestimmte Richtung schlecht sei.
In dieser ganzen Diskussion gibt es sehr, sehr wenig Bibelauslegung. Und wenn die Bibel benutzt wird, werden oft Verse aus ihrem Kontext heraus verwendet oder Dinge, die beschreibend sind, zu einer Norm gemacht, für die sie eigentlich nicht da sind. Es gibt Beschreibendes und es gibt Vorschreibendes in der Schrift. Im Alten Testament wird sehr viel beschrieben, aber nicht allzu viel vorgeschrieben. Aber dennoch sind die Dinge in der Schrift, und sie sind dort für einen ganz speziellen Grund, weil wir daraus Prinzipien ziehen sollen.
Wie gesagt, wir brauchen Unterscheidungsvermögen in der ganzen Geschichte. Wir müssen überlegen, wie wir das in unseren Gemeinden umsetzen. Und oft finden wir leider in den Gemeinden, zumindest in denen, die ich kenne, dass sich über dieses Thema sehr wenig Gedanken gemacht wurde. Man macht sich sehr viele Gedanken über die Predigt, und das auch richtig so, man setzt sie zentral. Aber man macht sich relativ wenig Gedanken darüber, wie Musik in der Gemeinde umgesetzt werden soll.
Es ist vielleicht auch eine Krankheit, die in unserer westlichen Gesellschaft eingetreten ist, nämlich dass Anbetung ein Entertainment-Element angenommen hat. Es ist mehr zum Vortrag geworden und weniger zu dem, was es eigentlich sein sollte. Das ist eine wirkliche Krankheit, die wir finden.

Die Frage nach Maßstab und Orientierung

Aber hier ist eine wichtige Sache, über die ihr euch Gedanken machen müsst und die ihr euch selbst einmal fragen sollt. Wenn ihr wieder an diese Diskussion zurückdenkt, die ihr schon einmal gehabt habt, müssen wir immer diese Frage beantworten: Wie verbinden wir moderne Lobpreismusik, über die wir ja so gerne debattieren oder die wir auch selbst tun, mit der Lobpreismusik der vorherigen Jahrhunderte und Jahrtausende? Wie verbinden wir die Lobpreismusik, die wir in unseren Gemeinden finden, in unserer Kultur finden, mit allen anderen Kulturen auf dieser Welt? Denn hier muss es irgendwo eine Schnittmenge geben.
Gott hat sich zu diesem Thema so klar kommuniziert, dass es in jeder Kultur und zu jeder Zeit möglich sein muss, dass wir als Menschen wissen können, was gottgefällige Musik ist, oder? Ansonsten hat Gott sich nicht klar kommuniziert. Wenn Gott wirklich etwas Klares über dieses Thema gesagt hat, muss es eine Schnittmenge geben, die unabhängig von Zeit und unabhängig von Kultur ist. Hier müssen Prinzipien da sein, die zeitlos sind und kulturlos sind. Ansonsten hat Gott sich nicht klar kommuniziert.
Wir müssen also biblische Prinzipien erarbeiten. Das ist es, was wir hier heute machen werden. Und noch einmal vorab: Es wird heute nicht um Stil gehen. Ich werde nichts über Stil sagen, ich werde auch nichts über alte oder neue Musik sagen, ich werde nichts über Instrumente sagen, oder nicht viel zumindest. Es wird nicht über irgendwelche Vorlieben gehen, sondern es soll erst einmal darum gehen, was Gottes Wort zu diesem Thema zu sagen hat und wie ich das anwenden kann.
Ich hatte diese Studie am Anfang, das ist ja ein anderes Thema heute, aber der Titel dieser Arbeit ist Reformierende Gemeindemusik. Das hat jetzt wenig mit der Theologie zu tun, sondern vielmehr mit dem Wort selbst. Und das hat folgenden Grund: Wir sind davon überzeugt, dass der Musikteil eines Gottesdienstes die gleiche Gewichtigkeit hat wie der Predigtteil. Denn beide haben den gleichen Auftrag. Beide haben den Auftrag, Gott zu verherrlichen, Gott großzumachen und dadurch uns Christusähnlicher zu machen durch die Informationen, die wir bekommen, also uns sozusagen zu reformieren, uns Christusähnlich zu machen.
Diejenigen, die sich vielleicht ein bisschen mit Kirchengeschichte auskennen, kennen einen der Grundsätze aus den Ausrufen der Reformation: Ecclesia semper reformanda est. Das bedeutet, dass die Gemeinde sich immer reformieren soll. Sie soll immer am Reformieren sein. Wir müssen uns als Gemeinde immer mehr und mehr Gottes Wort anpassen, Dinge ausmerzen, die wir falsch gemacht haben, und immer mehr in seine Herrlichkeit und Ähnlichkeit verwandelt werden.
Also müssen wir unsere Erfahrungen und unseren Bedarf immer an die Schrift anpassen, weil kein Mensch unfehlbar ist. Gottes Wort ist unsere einzige Hoffnung in allen Fragen, die wir als Menschen stellen müssen. Gerade in Sachen Musik soll die Gemeinde auch immer semper reformanda sein. Wir können nicht davon ausgehen, dass das, was wir gerade tun, das A und O ist. Stattdessen müssen wir immer nachfragen, nachforschen und nachsuchen, ob das, was wir gerade tun, auch wirklich zu seiner Ehre ist. Wir können nicht einfach nur von Kultur und von Erfahrung her ausgehen.

Erste Grundlage: Die Schrift genügt

Zwei Voraussetzungen
Die erste ist ganz wichtig. Beide sind sehr wichtig, aber die erste ist wirklich die grundlegendste von allen. Wir werden dann gleich zu den Stellen im Alten Testament und im Neuen Testament kommen. Aber diese Voraussetzung ist wirklich wichtig, und das ist die Allgenügsamkeit der Schrift.
Ich habe es schon ein bisschen anklingen lassen in dem, was ich gerade gesagt habe, und viele von euch würden das, wenn ich euch jetzt unabhängig von diesem Thema fragen würde, unterschreiben. Ihr würdet sagen, dass Gottes Wort wirklich allgenügsam ist, dass wir darin wirklich alles finden können, was wir brauchen.
Die Allgenügsamkeit der Schrift sagt Folgendes aus: Die Schrift ist Gottes Wort, und sie ist es in allen einzelnen Teilen. Wir gehen davon aus, dass sie, weil sie Gottes Wort ist, auch seinen Charakter angenommen hat. Das heißt: Sie ist fehlerlos. Die Schrift ist fehlerlos, weil er der unfehlbare und allwissende Autor ist. Und deshalb brauchen wir, weil er unfehlbar und allwissend ist, auch nichts anderes, kein weiteres Wort der Offenbarung mehr, weder von der Soziologie noch von der Psychologie noch sonst woher, um jede Frage in unserem Leben prinzipiell beantworten zu können. Das ist es, was die Allgenügsamkeit der Schrift aussagt.
Jakob Thiessen, eines der Bücher, die wir in der Hermeneutik verwenden, sagt Folgendes: Die Schrift bezeugt sowohl ihre göttliche Inspiration als auch ihre göttliche Autorität. Das Nichtbefolgen der biblischen Weisungen zieht Gottes Gericht nach sich. Ist die Bibel, und hier ist wichtig: Ist die Bibel nicht tatsächlich Gottes Wort, so haben solche Äußerungen nur menschliche Autorität und ihren Ursprung beim Menschen, der sich über den anderen erhebt und ihn richtet.
Aber Gottes Wort ist allgenügsam. In Psalm 119 sagt David zum Beispiel, oder stellt die Frage: Wie halte ich als junger Mann mich rein? Was ist die Antwort? Indem ich Gottes Wort kenne und ihm gehorsam bin. Und weiter fragt er: Wie laufe ich gerade in gottesfürchtiger Weise? Und die Antwort ist: Indem ich Gottes Wort kenne und ihm gehorsam bin.
Dann könnten wir jetzt auch noch die Frage stellen: Wie gehe ich mit Musik um, so dass es Gott gefällt? Indem ich Gottes Wort kenne und ihm gehorsam bin. Wenn wir uns also Gedanken darüber machen, was genau Gottes Wort über das Thema zu sagen hat, kommen wir aber erst einmal in die Not. Denn wer von euch kann schon aus dem Effeff heraus sagen: Die und die und die Stellen sagen das und das über Musik?
Wir finden erst einmal keine großen Abschnitte, die dieses Thema speziell ansprechen, wo wir eine Liste haben: So soll gottesfürchtige Anbetung aussehen, so soll mit Musik umgegangen werden. Das wird ja so nicht beschrieben, zumindest nicht in dieser Art und Weise. Die Frage ist dann wirklich: Ist Gott stillgeblieben? Hat er uns hier in dieser Sache wirklich allein gelassen?
Die Antwort darauf ist: Nein, hat er nicht. Denn die Schrift ist wirklich allgenügsam. Sie ist für alles genügend, und wir können auch daraus herausfinden, was ihm gefällt und was ihm nicht gefällt. Das ist die erste Voraussetzung: die Allgenügsamkeit der Schrift.

Zweite Grundlage: Einheit statt persönlicher Steckenpferde

Die zweite Voraussetzung ist eine andere. Ich liebe Steckenpferde. Ihr bestimmt auch, oder? Habt ihr als Kinder Steckenpferde gehabt, auf denen man herumgeritten ist, die richtigen? Steckenpferde sind einfach cool, ja, das ist eine feine Sache als Kind. Man kann in seiner eigenen Welt leben und Cowboy und Indianer spielen und alles Mögliche.
Allerdings, wenn diese Steckenpferde jetzt im übertragenen Sinne in die Gemeinde kommen, wird es gefährlich. Das ist eine gefährliche Tierhaltung. So unschuldig das auch ist als Kind, wenn wir das in der Gemeinschaft der Erlösten in die Gegenwart bringen, hat es sehr viel Spaltungspotenzial. Und ich rede hier natürlich von Steckenpferden im übertragenen Sinne.
Steckenpferde sind was? Steckenpferde sind Themen, die man immer wieder und immer wieder und mit zunehmender Vehemenz herumreitet. Man reitet auf ihnen herum, deswegen heißen die Steckenpferde. Und diese Tiere werden mit der Zeit auch recht ungestüm und gehen manchmal auch mit dem Besitzer durch. Ihr habt das bestimmt schon mal gesehen. Eine Bruchlandung ist dann praktisch vorprogrammiert.
Die Sache mit Steckenpferden ist folgende: Man beschäftigt sich unverhältnismäßig viel mit einem Thema, das meist auch nur sekundär ist, und wird ein „Experte“ darin. Dann verspürt man den Drang, danach alle zu korrigieren, die nicht die gleiche Ansicht haben wie man selbst. Das macht ein Steckenpferd aus, und Musik ist auch so ein Steckenpferd. Musik ist auch so ein Tier.
Wenn es nämlich zum Thema Musik kommt und wir in der Gemeinde herumfragen, ist jeder ein Experte geworden. Auf einmal haben alle eine riesige Latte von Ideen, was passieren soll und was nicht passieren sollte. Im Grunde ist es ja gut, dass man sich Gedanken macht über alle Dinge, die unser Leben und das Leben der Gemeinde betreffen. Aber die Frage ist: Wie biblisch bin ich wirklich dabei in dem, was ich mir da angeeignet habe?
Hier kommen wir zu dieser Voraussetzung. Das ist nicht Steckenpferde, sondern die Voraussetzung ist Einheit, Einheit in der Gemeinde. Es gibt zwischen uns Christen, in unserer Beziehung zwischen Gläubigen, gewisse Grundlagen, und diese Grundlagen können wir einfach nicht wegreduzieren. Dasselbe gilt auch für unsere Beziehung zu Gott. Es gibt einfach Dinge, die so essentiell sind, dass, wenn wir diese nicht tun oder ihnen widersprechen, wir wirklich davon sprechen können, dass wir in Sünde leben. Diese Grundlagen haben immer erste Priorität, und alles andere ist immer irgendwie zweitrangig.
Und vielleicht mal nebenher gesagt: Die meisten Steckenpferde, die wir finden, sind nicht Teil von diesem Essenziellen, nicht Teil von diesem Wichtigen. Und eine dieser Grundlagen, die ich heute noch herausheben möchte, kommt überall auch in der Schrift vor. Sie ist im Allgemeinen in Lukas 10,27 beschrieben. Ihr könnt das mal aufschlagen, aber ihr kennt die Stelle sehr gut: das höchste, größte Gebot. Dort spricht Jesus. Er aber antwortet und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und zweitens deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Eine detailliertere Beschreibung davon oder einen Ausschluss davon finden wir in Johannes 17. Und da kommen wir jetzt zu diesem wichtigen Thema. Johannes 17,20-21: Dort betet Jesus zu seinem Vater, bevor er auffährt, bevor er ans Kreuz geht, und sagt Folgendes: Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glaubend werden, auf dass sie alle eins seien. Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir. Also weil Gott eins ist, sollen auch wir eins sein. Auf dass auch sie in uns eins seien. Aus welchem Grund? Der nächste letzte Teil vom Vers: Damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
Wir sprechen hier von der Einheit der Gläubigen in Christus. Und der Grund ist, damit die Welt weiß, dass Gott wirklich gekommen ist. Und Einheit zwischen Geschwistern ist so ein primäres Gut. Einheit im Glauben in einer Gemeinde ist so ein unumstößliches, nicht wegreduzierbares, primäres Gut, das wir nicht auf den Altären unserer Vorlieben opfern können. Wir können nicht unsere Vorlieben so wichtig machen, dass wir die Einheit in der Gemeinde gefährden. Das ist wirklich wie ein Götzendienst.
Wir mögen noch so überzeugt und noch so feurig von irgendeinem sekundären Thema sein. Wenn wir dabei sind, mit unserer Überzeugung Uneinheit in die Gemeinde hineinzubringen, dann sind wir damit beschäftigt, Götzendienst zu tun. Denn wir opfern die Einheit wegen unserer Vorlieben und unserer Überzeugung. Und ich spreche hier hauptsächlich von Sekundärem. Ich spreche nicht von Jesus Christus als Gott, ich spreche nicht vom Evangelium, sondern ich spreche davon, wie wir Gemeinde machen, wie wir mit Dingen umgehen, wie wir zum Beispiel mit Musik umgehen.
Niemand mit der Ausnahme von Jesus Christus ist so wichtig, dass sich alle nach meinen Ideen und Vorlieben richten müssen. Keiner ist so wichtig, kein Mensch.
Zu was ruft uns also nun die Schrift? Nun, wir sind dazu aufgerufen in der Schrift, und ihr kennt die ganzen Einanderstellen. Wir sollen uns gegenseitig ertragen und wir sollen uns gegenseitig tragen. Wir sollen die Geschwister lieben und sie aufbauen, und nicht abgrenzen und zerstören.
Allerdings ist es auch kein Freifahrschein für die, die sich dann als schwächeren Bruder nennen und sagen: Ja, ich habe aber schon die schlimmsten Sachen gehört. Wenn ich die und die Musik höre, dann passiert das und das mit mir, deswegen müsst ihr alles, was ihr macht, aufhören. Das ist kein Freifahrschein dafür. Das ist ein Seelsorgefall. Das wird am Pastoral besprochen und nicht zum Prinzip gemacht.
Also: Einheit und Allgemeingültigkeit der Schrift sind diese beiden Grundvoraussetzungen, die wir wissen müssen, bevor wir in dieses Thema herangehen.

Was Musik ihrem Wesen nach ist

Okay, was ist Musik? Das sind ein paar grundsätzliche Dinge.
Musik ist erstens etwas, das wir in der Schrift finden und das als ewig beschrieben wird. Musik gab es schon immer. Es ist keine neue Erfindung. Es ist nicht irgendwie beim Fall von Adam und Eva als Sündenergebnis herausgefallen, und auf einmal war Musik da. Sondern Musik gab es schon vorher, sie war schon ewig da.
Schlagt mal dazu Hiob 38,4-7 auf. Das Buch Hiob wird allgemein als das älteste Buch der Schrift angesehen. Es beschreibt die älteste Zeit, die Zeit von Hiob, oder ist zumindest das älteste Buch. Hiob 38,4-7. Dort steht Folgendes:
Wo warst du, sagt Gott, als ich den Grund der Erde legte? Sprich es aus, wenn du Bescheid weißt. Wer hat ihre Maße bestimmt, weißt du das? Oder wer hat die Messschnur über sie ausgespannt? Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt? Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten?
Von welcher Zeit sprechen wir hier? Was für eine Zeit spricht Gott hier an? Das ist sogar noch vor der Schöpfung. Das heißt, in aller Ewigkeit gab es schon diesen Drang, Gott anzubeten. Dieser Ausdruck in Musik, in Jauchzen und Jubeln beschreibt genau das. Das ist der Anfang. Also schon vor der Schöpfung der Welt finden wir Anbetung durch Gesang, durch Musik.
Dann schlagt mal Offenbarung 5,8-10 auf. Offenbarung 5,8-10. Dort steht Folgendes:
Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied, in dem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft in deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen. Und du hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.
Was für eine Zeit beschreibt das? Eine Zukunft. Das heißt, wir finden Anbetung in musikalischen Begriffen beschrieben vor der Schöpfung. Und wir finden Anbetung mit musikalischer Terminologie beschrieben in der Ewigkeit, die noch kommen wird. Das heißt, Musik ist erst einmal ewiglich.
Ein weiteres Resultat von dem, was wir gerade gelesen haben: Weshalb gibt es diese Musik, weshalb gibt es diese Anbetung? Es ist zur Ehre Gottes. Aber warum machen diese Menschen das, oder die Engel, oder die Menschen?
Okay, was ist Freude denn für ein Attribut? Es ist ein Gefühl, es ist eine Emotion, oder? Das heißt, Musik ist grundsätzlich emotional. Wir können Musik und Emotionen nicht trennen. Gott hat es so geschaffen. Musik beeinflusst uns Menschen emotional.
Und das kommt meistens dann auch zum Ausdruck. Wir sehen das in der Schrift überall. Wenn wir zum Beispiel Freude für Gott empfinden, dann kommen auf einmal Musik und Gesang heraus. Du kannst Musik und Emotionen nicht trennen. Deshalb ist diese ganze Diskussion, Musik soll nicht emotional sein, schwachsinnig, weil Musik emotional ist. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Es ist nicht die Frage, ob das beeinflusst, sondern wie wir damit umgehen, weil es beeinflusst.

Musik als Ausdruck von Anbetung

Okay, Musik ist also ewiglich und emotional, und wir müssen ein bisschen vorangehen. Musik ist auch Anbetung, und wir haben das auch gerade schon im Ansatz gesehen. Musik ist Anbetung, aber ganz wichtig: Anbetung ist nicht gleich Musik.
In unserem christlichen Jargon von Anbetung meinen wir eigentlich oft die Musik. Aber Anbetung ist viel mehr als Musik. Musik ist Teil der Anbetung, sie ist ein kleiner Teil davon, aber sie ist nicht alles. Es ist viel mehr als Musik. Musik und Anbetung gehen Hand in Hand, sie gehören zusammen. Das sehen wir in 2. Mose 20,3 oder in Psalm 27,6, wo Anbetung und Musik wirklich zusammengehören.
Aber dort sehen wir auch etwas ganz Spezielles: Das Zentrum dieser Anbetung, Musik als Anbetung, ist, wenn wir gerade an 2. Mose 20,3 denken, was sagt: Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben. Gott ist das Zentrum der Anbetung. Gott ist das Zentrum der Anbetung in der Musik. Nicht die Musik, nicht die Leute, nicht irgendetwas anderes, nicht ich, sondern Gott ist das Zentrum der Musik.
Und ich gebe euch mal einen ganz kurzen Überblick über diese Konzepte von Anbetung, wie diese biblischen Worte gebraucht werden. Wir sehen in Psalm 95,6 dieses Konzept des Sich-Niederbeugens, des Sich-Niederlegens, des Sich-Flach-Hinlegens vor Gott, weil wir Gottes Herrlichkeit und Gottes Schönheit gesehen haben, was uns dazu bringt, uns vor ihm niederzufallen. Wir denken im Prinzip an die Stelle in der Offenbarung, wo Johannes sich vor dem Engel niederschmeißt. Er ist ja nur ein Engel. Wenn wir jetzt vor Gott stehen und ihn anbeten, ist diese Anbetung einfach ein Resultat davon, wer er ist, und wir werfen uns vor ihm nieder. Das ist sich niederbeugen.
Das ist ein Konzept. Ein anderes finden wir in 5. Mose 14,23, und es beschreibt Ehrfurcht. Es beschreibt Ehrfurcht vor Gott. Wir beten Gott an aus totaler Ehrfurcht, weil wir ihn fürchten, weil er das verzehrende Feuer ist, weil er so groß und so heilig und so überragend ist, dass wir nicht wissen, was wir mit uns machen sollen. Deshalb gibt es auch Anbetung.
Ein weiteres Konzept, das wir da finden können, finden wir in 5. Mose 10,12 oder Römer 12,1, wo es ums Dienen geht. Anbetung ist auch Dienen. Oder Lobpreis in Psalm 100,4, was wir jetzt meistens als Anbetung kennen. Anbetung kann auch Opfer sein. Also es gibt einige Worte, die als Anbetung übersetzt werden. Aber keines von diesen Worten bedeutet interessanterweise singen. Es sind andere Dinge, es sind viele Dinge, die die Anbetung ausmachen.
Wir können zum Beispiel durch Evangelisation Gott anbeten. In Römer 1,9 wird das beschrieben. Oder wir können anderen dienen in Anbetung, das ist Hebräer 13,16. Wir können Geld geben, in Philipper 4,18 wird das beschrieben. Oder wir können unser ganzes Leben opfern, das ist auch Anbetung, das ist in Römer 12 beschrieben.
Was sagt 1. Korinther 10,31? Ob ihr esst oder trinkt, oder was ihr auch tut: Tut alles zur Ehre Gottes. Was beinhaltet alles? Alles. Wirklich alles. In allem, was wir tun, sollen wir es zu seiner Ehre tun, nicht zu unserer Ehre, nicht zu jemand anderem Ehre, sondern zu seiner Ehre. Wir sollen alles daran setzen, um andere auf Gottes Größe und Güte aufmerksam zu machen. Alles soll zu seiner Ehre geschehen.
Die Frage ist jetzt: Wie haben denn die Diener Gottes, die Menschen im Alten Testament und im Neuen Testament, dies getan? Wie haben sie alles auf Gottes Ehre umgemünzt, zu dem Thema Musik, Musik im Alten Testament?

Gesang und Instrumente im Alten Testament

Ein Wort, das oft vorkommt, ist das Wort „singen“. Ihr werdet das ganz oft sehen; es gibt über hundert Referenzen dazu, wenn man im Deutschen danach sucht. Das Wort „singen“ kommt sehr häufig vor, zum Beispiel in 2. Mose 15,1-2.
Wir können das aufschlagen: 2. Mose 15,1-2. Das ist das erste beschriebene Lied in der Bibel, der erste Lobpreis, der erste Lobgesang. Dieses Lied ist das Lied Moses. Hier geht es um das Erlösungslied, und es sagt Folgendes, in den ersten beiden Versen: Damals sangen Mose und die Kinder Israels dem Herrn diesen Lobgesang und sprachen: Ich will dem Herrn singen, denn hocherhaben ist er; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang, und er wurde mir zum Heil. Das ist mein starker Gott, ich will ihn preisen; er ist der Gott meines Vaters, ich will ihn erheben.
Es ist das erste Lied, das wir in der Schrift beschrieben finden, und es ist ein Lobpreis auf Gottes Herrlichkeit. Interessanterweise finden wir genau dieses gleiche Lied in Offenbarung 15,3. Das ist einfach zu merken: 2. Mose 15,1-2 und Offenbarung 15,3. Das Erlösungslied über Gott ist das, was wir am Anfang der Heilsgeschichte finden. Es ist aber auch am Ende der Heilsgeschichte wieder dieses Erlösungslied, dieser Lobpreis gegenüber Gott.
Weitere Referenzen finden wir in Richter 5,3, 2. Mose 15,20-21, Hiob 38,4-11, Jesaja 54,1-5 usw. Wenn ihr die ganzen Referenzen wollt, könnt ihr mich anschreiben. Ich gebe euch später kurz die E-Mail, dann kann ich euch das geben, wenn ihr das wollt, für was es auch immer wert ist.
Gesang und Musik kommen auch sehr oft als Worte im Alten Testament vor. Wir finden, dass das Wort Gesang über 29 Mal vorkommt, und das Wort Musik über 19 Mal. Das ist ein Zeichen dafür, dass diese beiden Dinge schon immer Teile von Gottes Volk waren. Das ist nichts Fremdes. Es wurde dort oft verwendet, das Musizieren, denn es ist eine Gabe Gottes, die er den Menschen geschenkt hat. Gott selbst benutzt Musik. Oder es gibt Anweisungen dazu, wie wir in Jesaja 54,1 sehen. Dort spricht Gott folgendermaßen und sagt: Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat; brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat. Denn die Söhne der Einsamen sind zahlreicher als die Söhne der Verheirateten, spricht der Herr.
Das heißt, Gott gibt schon den Auftrag an sein Volk, sich im Gesang zu freuen. Er gibt den Auftrag dazu. Es ist Teil der Anbetung.
Nun, ihr hättet euch wahrscheinlich schon gedacht: Es gibt zwei wichtige Stellen im Alten Testament, die Musik als Lobpreis gut beschreiben. Die eine finden wir unter Davids Regime, und das ist 1. Chronik 15,16-29. Wegen der Zeit werde ich diesen Teil jetzt nicht vorlesen, aber vielleicht nur so viel dazu sagen: In 1. Chronik 15,16-29 wird beschrieben, wie David die Musiker organisiert hat. Er hat sie organisiert, er hat den Lobpreis im Tempel organisiert, und wir finden da ganz interessante Dinge.
Es gibt sehr viele Musikinstrumente. Es gibt Harfen, Lauten, Sänger, Zimbeln, damit sie sich hören lassen, Stimmen, die sich mit Freuden erheben, ehrende Zimbeln, Harfen der oberen Oktave, Flöten und Lauten der unteren Oktave, Vorsänger, Gesang, in dem man unterwiesen wird und der verstanden wird, Trompeten, Schofarhörner, wieder Zimbeln und Harfen und Lauten. Also es kommen sehr viele Instrumente vor in dem, was David zusammengestellt hat.
Nun, in 1. Chronik 15 finden wir aber erst einmal keine Beschreibung, ob Gott das nun gutheißt oder nicht. Es ist einfach nur beschrieben, was David gemacht hat. Interessant ist der Kommentar in 2. Chronik 7,1-8, und ich möchte euch bitten, das kurz aufzuschlagen, weil wir das kurz zusammen lesen. Dort wird Musik beschrieben unter dem Regime von Salomo, unter Davids Sohn. Und wir finden da eine interessante Parallele, die ein wichtiges Prinzip hervorbringt. 2. Chronik 7,1-8. Dort steht Folgendes:
Als nun Salomo sein Gebet vollendet hatte, da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus, so dass die Priester nicht in das Haus des Herrn hineingehen konnten, weil die Herrlichkeit des Herrn das Haus des Herrn erfüllte. Als aber die Kinder Israels das Feuer herabfallen sahen und die Herrlichkeit des Herrn über dem Haus, da fielen sie auf ihre Knie, mit dem Angesicht zur Erde, auf das Pflaster, und beteten an und dankten dem Herrn, dass er gütig ist und seine Gnade ewig währt. Und der König und das ganze Volk opferte Schlachtopfer vor dem Herrn. Und der König Salomo opferte als Schlachtopfer 22.000 Rinder und 120.000 Schafe. So weihten der König und das ganze Volk das Haus Gottes ein. Die Priester aber standen auf ihren Posten, und die Leviten mit den Musikinstrumenten des Herrn, die der König David hatte machen lassen, um dem Herrn zu danken, dass seine Gnade ewig währt. Während sie den Lobpreis Davids darbrachten, bliesen die Priester ihnen gegenüber die Trompeten, und ganz Israel stand dabei. Und Salomo heiligte den inneren Bereich des Vorhofes, der vor dem Haus des Herrn war. So weit erst einmal.
Hier ein paar wichtige Beobachtungen. Wir machen jetzt gute Hermeneutik über diese zwei Stellen, die wir gelesen haben.
Wichtige Beobachtung: Erstens gab es Musiker. Wir haben Musiker gesehen. Es gab viele Musiker, eine große Vielfalt von Musikern. Diese Musiker waren auch nicht nur begabt, sondern sie wurden auch speziell dafür ausgebildet und speziell geschult.
Weiter, was wir noch gesehen haben in diesen zwei Stellen, sind Instrumente, eine große Vielfalt von Instrumenten, und zwar Leute, die speziell für diese Instrumente begabt waren und auch angelernt wurden.
Eine dritte Sache, die wir dort sehen, ist, dass Musik zum Lobpreis, zum Dank und zur Anbetung verwendet wurde, nicht zum Selbstgebrauch, sondern wirklich, um Gott anzubeten.
Wir haben gesehen, dass Musiker und Instrumente beide dem Herrn geweiht sind, also ihm gehören und ihm zur Ehre dienen. Wir haben gesehen, dass diese ganze Vielfalt von vielen Instrumenten und vielen Musikern in ihrer Art und Weise in einem Moment stattfand. In was für einem Moment hat das stattgefunden? In einem Vakuum irgendwo? Es war zur Einweihung des Tempels. Es war ein heiliger Moment.
Und hier ganz wichtig: Wenn Gott hier an all diesen Sachen, die hier stattgefunden haben, an der Art und Weise, wie diese Musik gemacht wurde, etwas falsch gefunden hätte, wäre er in den Tempel gekommen? Nein. Wenn hier nur ein einziges Instrument dabei gewesen wäre oder eine einzige Art und Weise, Gott falsch anzubieten, wäre Gott nicht in den Tempel gekommen, hätte den Tempel nicht geheiligt, und seine Herrlichkeit hätte den Tempel nicht erfüllt. Sondern was wäre passiert? Wir lesen das in 3. Mose 10,1, was passiert, wenn man Gott auf eine falsche Art und Weise anbetet. Was passiert da? Sie werden bestraft, und wir reden von Nadab und Abihu. Sie opferten Gott falsches Feuer. Sie beteten Gott auf eine falsche Art und Weise an, und Gott hat sie niedergeschlagen und sofort dort auf der Erde verbrannt.
Wenn wir jetzt 2. Chronik nehmen und sehen, was da alles los war, die Vielfalt von Instrumenten und die Vielfalt von Musikern, und Gott, der mit seiner Herrlichkeit diesen Tempel erfüllt, in dem diese ganzen Leute drin sind, müssen wir davon ausgehen, dass das, was dort geschehen ist, zu seiner Ehre war.
Aber wichtig: Diese beiden Passagen, die wir gerade gesehen haben, sind sie beschreibend oder vorschreibend? Sie sind beschreibend. Sie beschreiben, was los war; sie haben uns bisher nichts vorgeschrieben. Aber wir sehen Prinzipien darin.
Vielleicht mal nebenbei: Könnten wir jetzt, wenn wir diese beiden Stellen nehmen, frei heraus und biblisch getreu sagen, dass es Instrumente gibt, vor allem die Instrumente, die hier aufgelistet sind, die Gott nicht zur Ehre sind, die vom Teufel sind? Könnte ich das aufgrund von dem, was wir gerade gelesen haben, sagen? Nein. Wenn das so wäre, wäre Gott nicht im Tempel erschienen. Das ist eine falsche Aussage. Ich kann auf so etwas nicht wirklich stehenbleiben, nicht biblisch treu zumindest.
Woher kommen also diese ganzen Argumente von „Trommeln sind vom Teufel“ oder „dieses Instrument“ oder „dieser Stil ist irgendwie Blödsinn“? Wo in der Schrift finden wir eine genaue Beschreibung davon, welche Instrumente und welche Stile Gott Ehre geben und welche nicht? Eben nirgends. Das gibt uns schon mal eine Idee.
Wenn wir also über dieses Thema vor anderen stehen und anderen etwas als Regel aufsetzen oder sagen, dass das nicht passt oder dass Gott Ehre gibt und das nicht Gott Ehre gibt, dass das vom Teufel ist und das von Gott ist, dann kommt das nicht aus der Schrift. Dann kommt das woanders her. Und das kommt von unseren Ideen, das kommt von unseren Argumenten, von unseren Vorlieben. Es hat Ursprünge in persönlichen Überzeugungen und nicht in der Schrift.
Vielfalt ist, was wir gesehen haben. Aber ich möchte noch einmal sagen, was ich vorher auch schon gesagt habe: Die Prinzipien, zu denen wir dann gleich kommen, lassen nicht alles zu. Es ist hier kein Freischein, um alles zu machen. Aber ich kann wirklich nicht biblisch treu sagen, dass irgendetwas von diesen Dingen zumindest Gott nicht gefallen hat oder Gott nicht gefallen kann und nicht zu seiner Ehre ist, weil es damals zu seiner Ehre war.
Und was ist eine grundsätzliche Sache, die wir über Gott herausfinden können? Was ist eine seiner Eigenschaften? Er hat viele Eigenschaften. Eine seiner herausragenden Eigenschaften ist, dass Gott sich nie ändert. Das heißt, der Gott des Alten Testaments ist genau derselbe Gott, den wir heute auch noch haben. Er hat sich in dieser Sache nicht geändert.
Ein weiteres Zeugnis für die Vielfältigkeit der Musik im Alten Testament ist das Buch der Psalmen, der Psalter. Dort finden wir eine Vielfalt von Gründen, weshalb Musik gemacht wurde. Wir wissen ja: Jedes dieser Psalmstücke ist ein Lied. Das ist das Liederbuch Israels gewesen.
Wir finden Psalmen der Klage, die entweder gemeinschaftlich oder individuell sind, zum Beispiel Psalm 3,4,5,7,9-10,13,14,40,58 und so weiter. Es gibt noch viel mehr. Wir finden Psalmen des Dankes in 18,21,30,34,75. Wir finden Psalmen des Lobpreises in 33,95,100,103. Wir finden liturgische Psalmen in Psalm 2,18,20-21. Wir finden Psalmen, die Gemeinschaft feiern und beschreiben in 37,49,73 und so weiter und so weiter.
Wenn wir uns also die Psalmen als Loblieder Israels einmal anschauen, finden wir eine Sache, und die ist sehr interessant: Sie durchschreiten die ganze emotionale Palette der Menschen. Wenn ihr mal die Bibeln von normalen Christen nehmt oder es bei eurer eigenen Bibel ausprobieren könnt, drückt sie mal zusammen und schaut, wo die dunklen Stellen sind. Da ist am meisten abgegriffen. Das ist bei fast allen Christen im Psalm so.
Wieso ist das so? Es wird sehr viel zitiert, aber wieso lesen wir gern früh morgens, wenn wir aufstehen, den Psalm? Es ist auferbauend. Wieso? Es ist auferbauend, es ist tröstend, weil? Ja, es ist sehr nah an unseren Erfahrungen dran, oder? Das, was wir in David sehen, sehen wir auch in unserem Leben. Wir sehen uns auch öfters mal hoffnungslos und niedergeschmettert, wie er es ist. Wir finden uns auch ab und zu mal in der gleichen Situation, wo wir Gott einfach nur loben und preisen wollen, weil er so wunderbar und groß ist. Wir fühlen uns manchmal auch verlassen, so wie David sich verlassen fühlte.
Das ist das, was die Psalmen so nah an uns heranbringt. Sie beschreiben die ganze emotionale Palette, die wir als Menschen auch durchgehen. Und ihr müsst euch jetzt daran erinnern: Das sind Lieder. Das ist nicht einfach nur Text. Das waren Lieder, die gesungen wurden, und sie beschreiben die ganze emotionale Palette von Menschen.
Gott hat ja über David etwas gesagt, dass er der Mann nach Gottes Herzen ist. Frage: Was macht ihn zum Mann nach Gottes Herzen? Seine Sündlosigkeit? Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit? Was David zum Mann nach dem Herzen Gottes macht, und das finden wir in all den Psalmen, ist seine Ausrichtung. Egal, in welcher Lage er gesteckt hat, es ging immer wieder zu Gott.
Bußfertigkeit ist absolut Teil davon, Ehrlichkeit ist absolut Teil davon. Aber es ging immer wieder, egal wo er war: Wenn er gesündigt hatte, was hat er gesagt? Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt, und er hat nach Buße gefragt. Wenn er nicht mehr weiter wusste, wenn er deprimiert war, wenn er in einer geistlichen Depression war, was hat er getan? Er hat Gott darum gefleht und gebeten, dass er ihn wieder sehen darf.
Das ist es, was David zu dem Menschen nach Gottes Herzen gemacht hat. Es ist nicht seine Sündlosigkeit und seine Unfehlbarkeit, weil das war er überhaupt nicht. Aber es war seine Ausrichtung auf Gott hin, und das finden wir in den ganzen Liedern widerspiegelt. Wenn er voller Freude ist, ruft er und preist Gott. Wenn er verzagt ist, ruft er Gott an und betet ihn an. Wenn er sündigt, ruft er Gott an und tut Buße. Psalm 51 ist ein Lied Davids.
Also wusste David in jeder emotionalen Lage, wohin er geht. Wir haben also das Spektrum der ganzen Emotionen von uns als Menschen und das Spektrum aller Eigenschaften Gottes in den Psalmen wiedergefunden.

Musik im Neuen Testament

Wir müssen sputen. Musik im Neuen Testament: Hat sich da etwas groß geändert?
Große Frage: Hat sich im Neuen Testament in der Art und Weise, wie mit Musik umgegangen wird oder wie wir sie dort finden, groß etwas verändert? Auf der einen Seite ein bisschen, ja, und wir werden gleich darüber sprechen. Auf der anderen Seite nein.
Zum Beispiel in Apostelgeschichte 16,25. In Apostelgeschichte 16 finden wir Paulus und Silas im Gefängnis wieder, ihr kennt ja die Geschichte. Und was machen sie nachts, als sie dort im Gefängnis sind? Das war kein Hotel, ja? Sie waren geschlagen, sie hatten Schmerzen, sie saßen dort auf dem kalten Boden, in Fesseln. Und was haben sie getan? Sie haben gesungen, ja.
In Vers 25 heißt es: „Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas.“ Sie beteten also nicht nur, sie sangen auch, und lobten Gott mit Gesang. Und die Gefangenen hörten ihnen zu.
Der Gesang überträgt sich auch besser als gesprochene Worte, ja. Es gibt viele Gründe, weshalb wir Gesang auf unterschiedliche Weise verwenden. Aber es ist erst einmal interessant zu sehen, dass sich da zwischen den Testamenten anscheinend nichts geändert hat. Es ist immer noch ein Ausdruck des Lobpreises gegenüber Gott.
Der wichtige Aspekt, den wir dabei auch sehen, ist, dass es öffentlich ist. Sie haben gesungen, alle haben es gehört, in ihrem Fall. Sie haben von seiner Größe und seiner Herrlichkeit gehört, von seiner Allmacht und seiner Rettung. Und das ist es, was Musik auch tun soll. Sie ist öffentlich, sie soll nach außen tragen, wer Gott ist und was er ist.

Geistgewirkte Musik in der Gemeinde

Schlagt mal kurz Epheser 5 auf. Wir kommen zu den wichtigen Versen im Neuen Testament, Epheser 5, Vers 15 bis 21. Wir wollen das kurz lesen. Wem es zu warm ist oder wer mit diesem Thema nichts anfangen kann, hier ist auch ein Notausstieg, den können wir auch wieder aufmachen.
 Epheser 5, Verse 15-21. Dort steht Folgendes: Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständlich, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist. Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes. Hier ist die Geistgeführtheit von Menschen angefragt. Redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern. Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Ordnet euch einander unter in all der Furcht Gottes.
Was ist ein Ausdruck von einem heiligen Geist geführten Leben hier? Wir sehen hier vier Anzeichen, vier Eigenschaften in diesen Versen, und ich muss das schnell überspringen oder schnell durchgehen. Wir sehen, dass wir zueinander reden sollen in Vers 19. Wir sollen zueinander reden. In Vers 19 sehen wir auch, dass wir einander singen und spielen sollen. In Vers 20 sehen wir, dass wir allezeit Dank sagen sollen. In Vers 21 sehen wir, dass wir alles das tun sollen, indem wir uns einander unterordnen.
Also dieses Singen und Spielen von Musik ist Teil eines offensichtlich geistlichen Lebens. Das heißt, Musik ist wirklich zentral dabei. Ich soll spielen und singen. Aber diese Musik, wie sie hier stattfindet, findet im Kontext der anderen drei Eigenschaften statt. Das heißt, es ist wirklich ein Danksagen, es ist ein Gegeneinanderreden, es ist ein Sich-einander-Unterordnen.
Und ganz kurz, was hier angesprochen wird: Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder. Ich weiß, da ist schon viel darüber geschrieben worden. Mich hat da nichts wirklich groß überzeugt. Ich denke, es sind wirklich Psalmen gemeint, also die alttestamentarischen Psalmen, mit Lobgesängen. Lobgesänge sind ganz speziell Gesänge gemeint, die Gott ganz speziell gelobt haben, wo im Gegensatz dazu die Psalmen allgemein das ganze Spektrum betreffen. Und geistliche Lieder stehen im Gegensatz zu weltlichen Liedern, bedeuten aber trotzdem allgemein geistliche Musik, also Musik mit geistlichem Inhalt und geistlichen Themen.
Soviel zu Epheser 5. Eine wichtige Stelle, mit der man sich auch noch weiter beschäftigen sollte, ist Kolosser 3,14-17. Und wenn ich mal mehr dazu schreiben sollte, dann werde ich mich mit diesem Text wirklich im Detail beschäftigen, weil er wirklich alles aussagt, was neutestamentarische Musik zu sagen hat.
 Kolosser 3, Verse 14-17. Dort steht Folgendes: Über alles dies aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu diesem seid ihr ja auch berufen in einem Leib, wieder diese Einheit, und seid dankbar. Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit. Lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen.
Was ist das Resultat, wenn man sich in Liebe kleidet als Gläubiger? Es wird hier beschrieben in Kolosser 3. Wir haben Frieden in unserem Herzen, wir sind dankbar, wir lassen Gottes Wort reichlich in uns wohnen. Und wie tun wir das? Indem wir einander lehren und ermahnen, indem wir einander singen dem Herrn mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern. Das ist, was es bedeutet, in einem Leben in der Liebe zu leben, gegeneinander, in einer Gemeinde. Musik ist wiederum Teil davon, zum Lobgesang Gottes, zum Lobpreis Gottes.
Aber wichtig sind hier diese Worte: Was tut die Musik hier? Sie soll lehren und sie soll ermahnen. Das geht Hand in Hand mit Lobpreisliedern, was wir im Neuen Testament sehen. Das ist ein ganzes Paket. Wieso ist das so? Wenn ihr Musik nehmt und ihr packt zu dieser Musik Worte, lehrt ihr immer, egal was. Musik und Worte lehren immer, es ist nicht neutral. Ja, eben, dazu kommen wir noch. Aber wenn wir Musik und Worte zusammenpacken, lehren dieses Paket immer irgendetwas. Was Schlechtes oder was Gutes, aber es lehrt auf jeden Fall immer etwas. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns wirklich große Gedanken darüber machen, was der Inhalt von diesen Liedern ist. Und wir kommen so langsam zu den Prinzipien dann gleich rüber.
Mein vorheriger Pastor in Südafrika, von dem ich euch am Anfang schon erzählt habe, hat uns als Musikleiter immer mal so zusammengerufen, um ein bisschen zu korrigieren. Er hat uns immer gesagt: Okay, egal welche Lieder ihr anschleppt, ihr müsst euch im Klaren darüber sein, dass jedes Lied, weil es mit Worten zusammen ist, also Musik und Worte, immer etwas lehrt. Jedes Lied, das über Gott geht, hat eine von drei Theologien. Entweder hat es eine gute Theologie, oder das Lied hat eine schlechte Theologie. Was ist das dritte? Keine Theologie.
Also die ersten beiden können wir doch irgendwie verstehen: gute Theologie, schlechte Theologie. Aber was ist keine Theologie? Nun, keine Theologie sind die ganzen Lieder, die mit christlichen Floskeln um sich schmeißen, die von Dingen sprechen, die irgendwie in der Bibel vorkommen, aber wenn wir das ganze Ding in einem Zug durchlesen, macht das überhaupt keinen Sinn. Es ist keine biblische Aussage dahinter, es ist keine logische Abfolge, sondern es sind einfach nur christliche Worte, die wir jeden Tag verwenden und wo jeder seine eigene Meinung dahinter packen kann, aber als Lied selber sagt es nichts aus. Das ist keine Theologie.
Und wir finden heutzutage leider mehr und mehr, gerade im englischen Bereich, solche Lieder. Und so sehr ich zum Beispiel, ich werde nicht das sagen, okay, ich will ja nicht über Stil sprechen, okay, das sind Lieder, die einfach irgendwelche christlichen Floskeln beinhalten. Es ist wichtig, dass wir wissen und herausfinden, dass wir wirklich gesunde Theologie rüberbringen, nicht keine Theologie oder schlechte Theologie.
Schaut euch mal 1. Korinther 14,26 an, was auch noch wichtig ist. Wer kennt sich mit dem Korintherbrief ein bisschen aus? Wieso wurde der erste Korintherbrief geschrieben? Die Korinther sind eine Gemeinde. Paulus hat ihn geschrieben, weil es in der Gemeinde Probleme gab. Der Korintherbrief ist keine Beschreibung, wie eine gesunde Gemeinde aussieht, das finden wir in Titus. Der erste Korintherbrief ist eine Beschreibung, wie eine schlechte Gemeinde korrigiert wird, um etwas Richtiges zu tun.
Und in 1. Korinther 14,26, könnt ihr das mal lesen, oder wenn jemand es offen hat, lest es mal kurz vor: Wie ist es nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas, eine Psalme, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung. Alles lasst zur Erbauung geschehen.
Was ist also Paulus’ Schluss von all dem, was sie tun? In allem, was sie tun als Gemeinde, und das ist jetzt wieder wichtiger für alle Gemeinden, ja nicht nur für Korinther, was sollen sie tun in allem dem, was sie tun? Es soll zur Erbauung geschehen, nicht einfach nur aus irgendwelchen liturgischen Gründen etwas machen, sondern zur Erbauung voneinander. Alles soll zur Erbauung geschehen. Es soll aber auch alles in Ordnung, also alles geplant sein, nicht chaotisch sein. Das ist auch, was wir hier finden.
Und das ist eigentlich die ganze Aussage von den Kapiteln 12 bis 14. Wenn wir uns 1. Korinther 12, 13, 14 mal in einem Stück anschauen, sehen wir, dass die ganze Aussage dahin geht, dass die Gaben, die Gott uns gegeben hat, die Gaben in der Gemeinde, die Gott uns gegeben hat, nicht dazu da sein sollen, dass ich mich irgendwo profilieren kann. Sie sollen dazu da sein, dass wir uns gegenseitig erbauen. Es ist ein selbstloses Dienen mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Das ist der ganze Punkt von 1. Korinther 12, 13 und 14. Deswegen findet ihr auch nicht umsonst das Kapitel 13 genau in der Mitte davon. Um was geht es in Kapitel 13? Die Liebe. Egal was ich tue, wenn ich keine Liebe habe, ist es nutzlos. Das ist ein kurzer Schlüssel zu 1. Korinther. Und das wird auch wichtig, wenn wir das Thema Musik ansprechen.
Wir können noch Jakobus 5,13 anführen, wo wir geboten werden, wir werden wirklich geboten, in guten Zeiten Gott zu singen. Es ist also nicht wirklich optional, sondern wir werden geboten, das zu tun. Aber eine andere wichtige Stelle, die wir noch anführen, bevor wir zu den Prinzipien kommen, das ist 2. Timotheus 3,16-17. Wenn es jemand auswendig sagen kann, dann sollen wir das tun.
 2. Timotheus 3, Verse 16-17. Ihr kennt die Stelle alle sehr gut. Dort steht Folgendes: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung und zur Rechtweisung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.
Frage: Was brauchen wir, um zu allem guten Werk völlig ausgerüstet zu sein? Als Menschen, als Gläubige brauchen wir Gottes Wort. Wenn jetzt Musik, was wir hier sehen, Teil der Anbetung von uns gegenüber Gott ist und Musik immer lehrt, was muss denn diese Musik widerspiegeln? Wenn sie zur Erbauung dienen soll, was wir gerade gelesen haben in 1. Korinther, dass alles, was wir bekommen haben als Gaben, zur Erbauung der Gemeinde sein soll, zur Ehre Gottes, muss diese Musik Gottes Wort widerspiegeln. Müssen diese Lieder Gottes Wort widerspiegeln, nicht irgendwelche anderen Geschichten. Deshalb ist 2. Timotheus 3,16-17 extrem relevant auch dafür.

Instrumente, Ordnung und das Prinzip der Beschränkung

Jetzt hatte ich gesagt, dass sich im Neuen Testament gegenüber dem Alten Testament nicht viel geändert hat. Aber eine Sache finden wir im Neuen Testament nicht mehr, die wir im Alten Testament sehr oft gesehen haben.
Können Sie erraten, was es ist? Dass die Priester Musik machen? Ja, die ganze Art und Weise, wie Musik gemacht wurde, war im Alten Testament über die Priester geregelt. Das stimmt. Im Neuen Testament sollen das alle machen, denn wir sind als Gemeinde sozusagen das Priestertum.
Aber eine Sache sehen wir eben nicht mehr: Instrumente. Ja, sie werden zum Beispiel auch zum Signalblasen verwendet. Darüber lässt sich diskutieren, wofür sie dann da waren. Die Frage ist jetzt aber: Ich habe schon einige Bücher gelesen, die immer zu dem Schluss kommen und sagen, ja, im Neuen Testament wird das neutestamentliche Musikprinzip beschrieben, wie wir Lobpreis haben sollen, und das ist ohne Instrumente.
Wieso kommen wir auf diese Schlussfolgerung? Kann es nicht vielleicht sein, dass erstens durch die ganze Art und Weise, wie die Gemeinde entstanden ist, das einfach noch gar nicht möglich war, Instrumente zu haben? Denken Sie darüber nach: Was waren denn die ersten Gemeinden? Das waren wandernde Hausgemeinden, die sich von Haus zu Haus irgendwo getroffen haben, manchmal an den absolut verrücktesten Orten, damit sie nicht gefunden werden.
Wie kann ich da eine Orgel aufbauen? Wie kann ich da mein Instrument, wie kann ich da mein Cello durch die Gegend schleppen? Das geht nicht. Erstens das. Und zweitens macht es einen tierischen Lärm, wenn das gemacht wird.
Also denke ich, dass man das nicht als regulatives Prinzip nehmen sollte. Das, was beschrieben wird, ist einfach beschrieben. Es wird hier nur beschrieben, ohne dass etwas darüber gesagt wird, dass Instrumente nicht wichtig waren oder dass sie nicht Teil des ganzen Lobpreises waren. Das ist also nichts Normatives, das sagt, dass Instrumente im Gottesdienst nicht zu benutzen sind. Sondern es wird beschrieben, was damals aus unterschiedlichen Gründen passiert ist.
Aber was ist das Prinzip dahinter? Das Prinzip dahinter ist dieses. Und das haben wir auch im Alten Testament gesehen: Das Wort, das wir am meisten finden, ist das Wort singen. Ein Wort, das wir nicht oft finden. Musik wird nur in ganz speziellen Kontexten erwähnt, und Instrumente werden ebenfalls nur in ganz speziellen Kontexten verwendet.
Das heißt: Instrumente sind in der ganzen Lobpreis-Anbetung in der Musik eigentlich nur sekundär. Es ist nicht zwingend notwendig, sie zu haben. Es ist nicht wichtig, sie zu haben. Wichtig ist, dass Gottes Volk singt zur Anbetung. Es ist nicht wichtig, Instrumente zu haben, aber es ist auch nicht verboten, Instrumente zu haben.
So, dann kommen wir zu den Prinzipien.

Grundzüge biblischer Musik

Okay, kurz vorher noch: Wenn wir uns das jetzt alles noch einmal Revue passieren lassen, was wir gerade gehört haben, bevor wir zu den Prinzipien kommen, was könnten wir darüber sagen, was das biblische Wesen von Musik ist?
Wir müssen ganz von vorne anfangen. Wer hat Musik gegeben? Gott hat sie gegeben. Und wofür hat Gott Musik gegeben? Zu seiner eigenen Ehre. Sie ist als Gabe gegeben worden, damit wir ihn preisen und ehren können, für ihn.
Aber Musik ist auch noch aus einem anderen Grund gegeben worden. Sie ist auch als Geschenk gegeben worden, damit wir uns an ihm erfreuen können. Ja, ihr habt das alles schon einmal irgendwo gehört, da bin ich mir hundertprozentig sicher. Jeder von euch hat das schon einmal erlebt. Vor allem in den Momenten, in denen es euch emotional wirklich schlecht ging und ihr euch ein gutes Lobpreislied oder eine gute Hymne angehört habt, die einfach über Gottes Herrlichkeit und Schönheit gesprochen hat, und das euch dann wieder mitgenommen hat. Auch das ist als Geschenk gegeben.
Musik ist nicht nur da, damit wir wie Roboter irgendetwas in der Anbetung machen, damit Gott verehrt wird. Sie ist auch dazu da, damit wir Freude an ihm finden, nicht an der Musik selbst. Aber da waren ja noch gute Texte dabei. Ja, ja, ich spreche hier vom Lobpreis in der Gemeinde insgesamt.
Dass uns Musik Kraft gibt, sieht man auch in der Welt, zum Beispiel bei Soldaten, bei Seeleuten, bei Sklaven oder bei Wanderhändlern. Die singen ja auch, und das gibt ihnen Kraft. Ja, eine Sache, die hatte ich ja vorher schon gesagt, ist, dass Musik immer emotional ist. Musik beeinflusst uns immer emotional. Aber Gott hat sie so geschaffen, dass sie uns auf die richtige Art und Weise beeinflusst.
Man kann Musik auch dazu verwenden, auf negative Art und Weise zu beeinflussen. Und wir sehen das, beschrieben in den ganzen Okkulten, auch in der Schrift: Musik wird verwendet, um den Verstand auszuschalten. Du kannst Menschen emotional mit Musik auch so beeinflussen, dass sie Dinge tun, die sie vorher nicht tun wollten, oder dass sie einfach in eine Art hineinkommen, in der sie nicht mehr richtig denken.
Das macht Musik aber nicht falsch. Das zeigt nur, wie wichtig es ist, dass es Leute gibt, die sich darüber Gedanken machen, auch in eurer Gemeinde, die das anleiten und wissen, dass das wichtig ist, und deswegen auch darauf aufpassen. Wir können aber das Kind nicht mit der Badewanne und dem Badewasser aus dem Fenster werfen, nur weil das der Fall ist.
Musik beeinflusst uns emotional. Deswegen brauchen wir Leute, Leiter, und jetzt greife ich ein bisschen voraus, auch in der Gemeinde, die sich darum kümmern, die sich pastoral darum kümmern, die achtgeben, dass das richtig verwendet wird. Wir müssen in unserem eigenen Leben auch aufpassen, im persönlichen Leben, dass das genauso ist, weil Musik uns emotional beeinflusst.

Zehn Leitlinien für den Gemeindegesang

Also, Musik ist beides: ein Geschenk und eine Gabe.
Die Prinzipien, die wir daraus ziehen können, sind folgende:
Erstens: Musik ist immer gottzentriert. Musik in der Gemeinde, und ich spreche jetzt ganz speziell über Lobpreis in der Gemeinde, ob das jetzt bei der Jugend ist oder sonntags oder wann auch immer. Wenn wir zusammenkommen als Körper der Erlösten, dann ist Musik immer gottzentriert. Das haben wir in 2. Chronik gesehen, und wir sehen es in Psalm 150,6. Sie ist auf Gott ausgerichtet. Sie lehrt über ihn und seine Grösse. Sie lehrt uns, Gott anzubeten. Biblische Musik ist gottzentriert.
Zweitens: Biblische Lobpreismusik ist vielfältig, und ich hoffe, wir haben das auch jetzt gesehen. Sie ist vielfältig, indem es unterschiedliche Menschen gibt, die unterschiedliche Begabungen haben, die Gott gegeben hat und die sie auch ausführen sollen zu seiner Ehre. Denn wir sollen ja alles, 1. Korinther 10,31, alles, was wir bekommen haben, alles, was wir tun, zu seiner Ehre tun. Das heisst: Wenn wir musikalische Gaben bekommen haben, die auch von Gott gegeben wurden, das ist ja nicht der Teufel, der uns das gegeben hat, sondern Gott hat es so gemacht, sollen wir auch das zu seiner Ehre tun. Das heisst, es ist vielfältig. Gott hat uns mit unterschiedlichen Fähigkeiten geschaffen, Instrumente auch auszudenken und sie anzuwenden. In der Schrift wird nicht ein Stil beschrieben, der Gott gefällt in der Anbetung, sondern viele. Nochmal: Die Psalmen durchlaufen ein ganz emotionales Spektrum.
Drittens: Musik soll nicht chaotisch sein. Biblische Lobpreismusik, Anbetungsmusik, soll nicht chaotisch sein, und wir haben das in 1. Korinther 14 gesehen. Es soll eine gewisse Ordnung widerspiegeln, die auch Gott widerspiegelt. Es ist der Charakter Gottes, der herauskommen soll. Wir haben gesehen, dass sie zur Erbauung für andere Menschen sein soll; da kommen wir gleich noch dazu.
Viertens: Sie spiegelt das ganze emotionale Spektrum von uns als Menschen wider, wiederum die Psalmen als Beispiel. Also nicht nur Lobeslieder, sondern alles: Danklieder, Lieder der Verzweiflung, in denen wir uns wieder auf Gott ausrichten. Er ist immer am Ende das Ziel und das Zentrum. Wir singen nicht Lieder, in denen wir unsere Schmerzen irgendwie ausdrücken, und dann hat es sich damit. Sondern so, wie wir das im Psalm gelesen haben, beschreibt David seine schwierige Situation und richtet sich dann wieder zu Gott aus. Ja, aber es geht das ganze emotionale Spektrum durch.
Fünftens: Musik bringt den ganzen Ratschluss Gottes hervor, nicht nur einen Teil, nicht nur einen kleinen Teil, den wir beleuchten. Und ihr werdet es vielleicht sehen, wenn ihr mal durch die Bücher geht, durch die Gesangsbücher: Schaut euch mal an, wie viele Teile welche Gewichtung bekommen. Also ich habe das Gefühl, dass die meisten Lieder, die wir in den Gemeinden singen, evangelistische Lieder sind. Lieder, die über das Kreuz gehen, über Jesu Tod, was auch sehr wichtig ist. Aber habt ihr schon mal ein Lied gross über den Heiligen Geist gehört oder über Jesu Wiederkunft oder seine Auferstehung? Wo sind die Lieder denn? Wo sind die Lieder, die den ganzen Ratschluss Gottes beschreiben? Wir haben ganz viel über ein Thema und über den Rest nicht viel. Wer von euch vielleicht Stuart Townend kennt: Ich habe mal einen Vortrag von ihm gehört, wo er erzählt hat, wie er dazu gekommen ist, Lieder zu schreiben. Er hat gesagt, er war ein Lobpreisleiter in der Gemeinde, und er hatte das Anliegen, dass er auch wirklich Musik zum Singen den Leuten geben kann, die zu dem Thema der Predigt passt. Und dann konnte er jedes Mal kein Lied dazu finden, das dieses Thema angesprochen hat. Deswegen hat er angefangen, sie selber zu schreiben. Also Musik soll auch den ganzen Ratschluss Gottes hervorbringen.
Wir können Fragen am Ende gleich machen. Oder ist es jetzt gerade zu dem Thema? Heute sind Sie auch wieder der Ich-Zentrierte. Ja, genau, da kommen wir auch noch dazu gleich.
Sechstens: Musik soll erbaulich sein. Und wir haben das gerade in Kolosser gesehen. Es spricht den Verstand an. Was ist denn der Verstand? Wir sprechen so ein bisschen lose über dieses ganze Verständnis von dem, was das Herz des Menschen ist, wenn wir es biblisch betrachten. Was ist das biblisch gesprochen? Es ist der Verstand, aber auch mehr. Es ist alles der innere Mensch. Der innere Mensch ist das Herz. Es sind unsere Emotionen, unser Verlangen, unser Verstand. Und Lobpreismusik, oder Musik, die Gott Ehre gibt in der Gemeinde, soll auch vor allem den Verstand ansprechen. Das bedeutet auch, dass sie nicht so schnell und so kompliziert sein soll, dass wir nicht verstehen, was da gesungen wird. Sie soll Gottes Worte wiedergeben, mit dem Ziel auf Belehrung, Überführung, Zurechtweisung, Erziehung und Gerechtigkeit, was wir in 1. Timotheus gelesen haben. Es soll zur völligen Ausrüstung sein.
Den Verstand ansprechen, die Musik soll an meinen Verstand zum Herzen nicht hinleiten, aber doch nicht dem... Ja eben, aber das ist wieder dieses Verständnis. Wir benutzen das in unserer Sprache ein bisschen falsch, weil wenn wir sagen, von Verstand zu Herz, ist das biblisch gesehen auch der Verstand. Also das Herz, biblisch gesprochen, ist von uns alles Innere, was uns ausmacht, der Verstand inklusive. Das gehört alles zusammen. Das heisst, wenn wir das Herz ansprechen, das menschliche Herz, sprechen wir den Verstand mit an. Aber wir können es nicht loslösen.
Was jetzt auch gemeint wurde, ist, dass Musik über Aussagen des Verstandes auch in die Gefühlslage hineinwirkt. Also es gibt teilweise Dinge, da weiss ich, dass sie wirklich sind und dass sie gut sind, dass Gott gross ist und so weiter. Aber wenn das irgendwie für runde Musik ist, dann kommt halt eben auch eine positive Emotion noch dazu. Auch in einer gewissen Art und Weise, wo wir manchmal keine Lust zum Lesen haben, zum Beispiel. Wir kommen manchmal zu Zeiten, wo wir trockene Zeiten haben, wir haben keine Lust, emotional in der Schrift zu lesen. Was machen wir dann? Schmeissen wir die Bibel in die Ecke? Nein. Ich nehme meinen Verstand und passe meine Emotionen an meinen Verstand an. Das heisst, ich setze mich hin, mache die Bibel auf, und ich lese, und ich lasse mich von Gottes Wort beeinflussen. Am Ende folgen meine Emotionen. Es hat mit dem Verstand angefangen. Die Emotionen beeinflussen den Verstand nicht, sondern der Verstand beeinflusst die Emotionen. Deshalb muss der Verstand angesprochen werden. Deshalb sind diese Worte auch so wichtig.
Siebtens: Es soll eindeutig christlich sein. Und das jetzt nicht direkt aus einer Stelle, aber es gibt leider viele Lieder, die man auch beim ersten Date irgendwie verwenden könnte. Sie sollen schon in dem, was sie sagen, ja, oder es könnte irgendwie auch ein Buddhaanbeter sein oder was auch immer. Die müssen wirklich eindeutig christlich sein. Die müssen uns aufzeigen, dass es um Jesus geht, nicht um ihn und er und er, sondern um Jesus Christus. Die Worte müssen drin sein, um die es auch gehen soll. Wenn von Sünde gesprochen wird, muss auch von Sünde gesprochen werden. Wenn von Gott als wütend und herrlich gesprochen wird, soll das auch so davon sprechen und nicht in irgendwelche Blumen gepackt werden, die keiner verstehen kann, sondern es soll wirklich eindeutig christlich sein.
Es soll, und das ist wieder wichtig, von geistgeführten Menschen gesungen und gespielt werden. Das haben wir gerade in Epheser 5 und in Kolosser gesehen. Ja, das ist es, was unser geistliches Leben ausmacht: Es sind vom Geist geführte und geleitete Menschen. Und dazu kommen wir gleich noch in der Anwendung.
Und es soll lehren, was wir in 1. Timotheus gesehen haben. Musik in Kombination mit Worten lehrt immer. Und es soll wirklich Gottes Ehre lehren. Es soll kein Mantra sein, keine stupide Wiederholung, keine irgendwie verdummende Meditation, sondern es soll uns wirklich lehren, unseren Verstand anzupassen und richtig Gott zu sehen.
Und zehntens haben wir jetzt auch gesehen: Musik ist sowohl alt als auch neu. Wir haben in den Psalmen, das habe ich noch nicht vorher gelesen, aber einer von den Psalmen, das wisst ihr alle, spricht davon, dass wir ein neues Lied singen sollen. Wir haben es in Offenbarung gesehen, dass die Erlösten dort ein neues Lied singen.
Und elftens: Musik dient den Menschen und dient Gott. Sie hat einen dienenden Charakter.

Praktische Konsequenzen für Leitung und Gemeinde

Okay, kurz noch zur Anwendung. Da gibt es vier Punkte: Lieder, Leiter, Leute und Lobpreis.
Die Lieder, die wir singen, sind das Medium der Botschaft von Gott. Wir müssen sie sehr vorsichtig auswählen. Es muss wirklich sorgfältig ausgesucht werden. Deshalb ist das ganz wichtig. Das ist einer der Punkte, die ich jetzt vielleicht am Ende noch zur Anwendung bringen möchte.
Weshalb gibt es in unserer Gemeinde so viel Chaos über dieses Thema? Zum einen, weil wir uns nicht mit der Schrift beschäftigt haben. Zum anderen, weil es keine richtige Leitung gibt. Es gibt keine Menschen, die sich der Musikleitung annehmen, die wirklich geistgeführte, ausgebildete Menschen sind und eine richtige Sicht dafür haben, was passiert. Wenn es dann Probleme in der Gemeinde gibt, ist keiner da, der das korrigieren kann. Es ist keiner da, der eine pastorale Sicht hat, um auf jemanden zuzugehen und zu sagen: Hör mal zu, Bruder, ich weiß, es ist ein Problem damit. Lass uns mal darüber sprechen und anschauen, was die Schrift darüber zu sagen hat. Ja, das fehlt komplett.
Dazu möchte ich gleich noch einmal etwas sagen, weil wir dazu dann auch noch etwas anbieten werden. Also: Dieser Musikleiter, wenn er dann da ist, soll wirklich darauf achten, dass er nicht persönliche Vorlieben einbringt, sondern dass diese Prinzipien, die wir gerade gesehen haben, auch treffend am Wort ausgerichtet sind und auch für die Leute ansprechend sind.
Wenn sich jemand nun dafür verantwortet, muss dies auch jemand sein, der wirklich qualifiziert ist, und zwar nicht nur musikalisch. Was finden wir ganz oft, wenn es Musikleiter gibt? Wir finden Leute, die das anleiten, weil sie musikalisch sind, weil sie das musikalisch adäquat machen können. Aber keiner fragt nach ihren geistlichen Qualifikationen. Wenn wir aber daran denken, dass Musik und Worte immer lehren, dann ist das eigentlich fatal. Wir setzen der Gemeinde jemanden vor, der vielleicht geistlich überhaupt nicht fähig dazu ist, zu unterscheiden, was richtig und was falsch ist. Wir setzen ihn der Gemeinde aber vor, nur weil er allein auf musikalische Qualifikation kommt. Das kann nicht sein.
Wenn Worte und Musik immer lehren, was sie tun, dann ist die Lobpreiszeit sonntags auf der gleichen Ebene zu sehen wie die Predigt. Denn die Predigt hat geistliche Autorität über die Leute. Ein vierminütiges Lied ist eine vierminütige Predigt. Wir haben geistliche Autorität über die Leute. Das heißt: Wenn diese Person, die diese Lieder aussucht, nicht diese Qualifikation hat, ist es so, als ob wir jemanden einfach so ausgewählt hätten: Geh mal hoch und predige mal für fünf Minuten irgendwas. Vielleicht ein bisschen überspitzt gesagt, aber das ist ein Problem.
Wir müssen darauf achten, dass die Leute, die sich damit beschäftigen, auch wirklich geistlich qualifiziert sind. Wenn wir nun geistlich qualifiziert sagen, woran denken wir dann? Wir denken an 1. Timotheus 3. Das ist die Qualifikation zum Lehren. Was ist die Qualifikation zum Lehren? Wir finden die Ältestenbeschreibung. Wir finden jemanden, der nicht unbedingt Ältester sein muss, aber er muss in seiner Qualifikation, in seiner Geistlichkeit und in seinem Charakter dem entsprechen, zumindest im Ansatz, was wir in 1. Timotheus 3 sehen. Es soll ein geistlicher Mann sein. Es soll auch ein Mann sein. Das ist vielleicht in dieser Zeit auch gesagt, da die Musik immer lehrt. Das ist geistliche Sicht.
Dazu kommt noch: Er muss wirklich eine pastorale Sicht haben. Denn was tut er? Er leitet die Gemeinde an in dem, was sie denken und wie sie ihr Leben führen, mit den Liedern, die sie singen. Wir alle wissen, dass die Lieder, die wir singen, uns oft besser im Kopf bleiben als die Predigt. Die meisten Leute können sich vielleicht noch an drei, vier Punkte aus der Predigt erinnern, aber nicht immer an jedes einzelne Teil. Wenn ich aber wirklich ein gutes Lied singe, vor allem mit einer sehr einprägsamen Melodie, dann summe ich das automatisch irgendwo einmal. Somit habe ich Gottes Wort hoffentlich in meinem Kopf.
Weil das aber so ist, muss dieser Mensch, der dies dann auch aussucht und leitet, ein pastorales Herz haben. Denn er muss seine Gemeinde kennen, er muss die Leute kennen, mit denen er arbeiten soll. Dazu kommt noch, dass er auch von Gott eine Aufgabe hat, sich um die Musiker zu kümmern, die Gott ihm gegeben hat, und zwar auch pastoral. Es ist wie ein kleiner Hauskreis. Ich muss als Leiter, wenn ich das jetzt nun bin, darüber entscheiden, wer da sonntags stehen soll und wer da nicht stehen soll, weil ich ihr Leben kennen muss. Ich muss wissen, ob diese Personen – da kommen wir gleich zu den Leuten, zu den Musikern – ich muss wissen, ob diese Person, die da vorne steht, auch wirklich dem entspricht, was ich da vorne gerade als Text habe.
Ich weiß, da gibt es Leute, die unterschiedliche Sichtweisen darüber haben. Aber denkt da kurz mit: Die Musiker dieser Gruppe stehen vor der Gemeinde und repräsentieren gerade diese Information, die da hinten auf dem Beamer steht. Wenn wir daran denken: Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, und wir singen, dann singen wir von der Größe Gottes. Aber die Hälfte der Jugend weiß, dass Fricky hier drüben jeden Sonntagabend irgendwo sich besäuft, irgendwo im Pub rumschlendert. Was ist denn das für eine Botschaft, die ich jetzt gerade an die Gemeinde bringe? Ich singe in größten Tönen von der Herrlichkeit Gottes, aber jeder weiß: Das ist ein totaler Pharisäer. Das glaubt dir kein Mensch.
Deshalb ist es total wichtig, dass das, was wir als Musikgruppe weitergeben, auch wirklich von Leuten gesungen und gespielt wird, die das auch in ihrem Leben widerspiegeln können, damit es wirklich eine Botschaft ist. Ihr könnt euch das genauso vorstellen, wie wenn euer Pastor, der jeden Sonntag predigt und von der Herrlichkeit Gottes predigt, aber ihr alle wisst, dass er kein Stück davon in seinem Leben umsetzt. Das macht diese Botschaft zu einem riesigen Problem. Das ist ein Stolperstein ohne Ende. Und das ist bei der Musik genauso, weil es wie eine Mini-Predigt ist.
Okay, der Lobpreis und der Gottesdienst sollen wirklich zu Gott und zu seiner Ehre sein. Die Musikgruppe, die das anleitet, dient nur der Gemeinde. Es ist nicht Selbstdarstellung, es ist nicht um der Musik willen, sondern es geht darum, die Gemeinde dazu zu bringen, dass sie wirklich zu Gottes Ehre Lieder singen kann, zum Lobpreis dazu.
Es gibt eigentlich noch so viel dazu zu sagen, aber wir haben jetzt gesehen, dass es eine große Vielfalt gibt. Wir haben gesehen, dass es um Inhalt geht, dass es wichtig ist, dass es Instrumente gibt, dass Stil nicht so wichtig ist, dass wir uns wirklich große Gedanken darüber machen müssen, wer diese Sachen anleitet und wer die Musiker sind, die das machen. Und dass wir das auch wirklich so sehen, dass es auf der gleichen Ebene wie die Predigt ist, weil es wie eine Mini-Predigt ist.
Um dazu noch zu sagen: Ich stehe lieber alleine auf der Bühne und spiele Gitarre, oder wir sagen das ganze Musikteam ab und singen nur a cappella, bevor ich jemanden da hochziehe, der nicht hinter der Nachricht steht, die ich weitergebe. Und das kann ich halt nur machen, wenn es jemanden gibt, der diese Leute auch pastoral kennt. Und deswegen ist dieser Musikleiter auch so wichtig.
Um dazu vielleicht noch zu sagen: Es fängt dieses Jahr an mit den Grundlagen. Ja, wir werden bei uns in der Bibelschule so eine Ausbildung anbieten für Musikleiter, für Menschen, die in Gemeinden sind, in denen jetzt vielleicht ein Ältester sieht und denkt, das wäre jemand, der dies wirklich mal übernehmen könnte, oder der selbst da ist und einfach weiter ausgebildet werden will. Wir wollen Leute ausbilden, erst einmal für ein Jahr. Das soll auf drei Standbeinen stehen: die theologische Ausbildung, die Charakterausbildung und dann die musikalische Ausbildung, soweit wir das anbieten können. Aber dazu könnt ihr mit mir später noch sprechen.

Literaturhinweise und Schlussgedanken

Okay, ich möchte euch noch kurz drei Bücher vorstellen und vorschlagen, vielleicht mit dem, also die Sache, die wir jetzt besprochen haben, das sind die Grabenkämpfe, die wir in Deutschland noch führen müssen.
Es gibt gerade im englischen Bereich sehr, sehr viele Gemeinden, wo das kein Thema mehr ist. Wo es verständlich ist, dass es wichtig ist, wo es verständlich ist, dass es diese Musikleiter gibt und wo diese Prinzipien auch verständlich sind. Und wenn das bei euch zutrifft oder ihr auf dem Weg dahin seid, dann kann ich euch dieses Buch vorschlagen: von Bob Kauflin, Worship Matters. Das gibt es im Deutschen leider noch nicht. Wir können ja mit Frank sprechen, vielleicht machen sie das ja irgendwann mal.
Es ist wirklich ein sehr, sehr gutes Buch. Es gibt auch sehr viel darüber, wie ich ein Musikteam anleite, also über den Leiter selbst, über seine Qualifikation und was er mit diesem Team tun soll. Ein sehr, sehr gutes Buch, leider auf Englisch. Aber wenn ihr Englisch versteht, könnt ihr das lesen.
Hier ein Buch allgemein über Lobpreis, über Anbetung von MacArthur. Das nennt sich einfach nur Worship: The Ultimate Priority. Leider auch im Moment nur auf Englisch. Wir werden das vielleicht übersetzen, mehr Zeit. Hier ist es doch zu kalt. Ja, es ist auch ein sehr gutes Buch, leider auch nur auf Englisch.
Und eins, was ich auch noch sehr gut fand, und da könnt ihr es euch später mal anschauen, das kann man ein bisschen auf Amazon irgendwo bestellen: Pleasing God in Our Worship. Das passiert nicht oft. Pleasing God in Our Worship, und das ist von Robert Godfrey. Robert Godfrey, Pleasing God in Our Worship. Ihr könnt nachher nach vorne kommen und könnt euch das anschauen.
Zu dem Buch sei gesagt: Wenn es da 3000 Worte drin gibt, sind 2980 Worte von denen sehr gut. Da gibt es eine Stelle, wo er sich ein bisschen verhakt, aber der Rest ist sehr, sehr gut. Kann man wirklich gut empfehlen.
Leider habe ich kein deutsches Buch gefunden, das generell über diese Sachen spricht. Die meisten deutschen Bücher, die ich bis jetzt gefunden habe, sind alle in eine Richtung: Das ist schlecht, das ist schlecht, das ist schlecht, mach das nicht, mach das nicht, mach das nicht. Das kann ich euch leider nicht empfehlen.
Wir müssen, und das ist der ganze Sinn von diesem Seminar gewesen, ich hoffe, ich habe euch ein bisschen Geschmack gegeben und die Richtung gegeben, dass wir uns wirklich um biblische Prinzipien kümmern müssen, nicht um was Medizin sagt oder was irgendwelche andere Leute sagen, sondern erst mal: Was sagt die Schrift selber?
Interessanterweise, wenn wir nun diese Prinzipien nehmen und anwenden auf unsere Gemeinde, kann die Praxis sehr unterschiedlich aussehen. Diese Prinzipien kann ich auf eine Gemeinde anwenden, wo nur Psalmen gesungen werden und keine Instrumente. Ich kann diese Prinzipien anwenden auf eine Gemeinde, die eine sehr moderne Ausprägung von Musik hat. Aber diese Prinzipien limitieren natürlich auch die Art und Weise, wie das gemacht wird.
Diese Prinzipien passen auch auf eine Gemeinde, die nur a cappella singen will. Das ist auch okay. Es ist nicht die Norm, sich auf Stil einzuschießen, sondern was hat Gott über diese Dinge gesagt? Und wie wir gesehen haben, hat er nichts über Stil gesagt, nichts über welche Instrumente gut oder schlecht sind, sondern er hat etwas Prinzipielles gesagt. Diese Dinge gilt es anzuwenden, und darauf wollen wir raus und suchen.
Und ihr werdet es sehen: Wenn das stimmt, wenn wir auch einen Leiter haben, der das wirklich pastoral sieht, oder der Pastor macht das selber, und diese Sicht hat, dass es eine pastorale Sicht ist auf die Gemeinde, dann gehen wir auch diesen ganzen Problemen aus dem Weg. Weil die an dem Punkt erstickt werden, dadurch, dass wir uns um diese Leute kümmern und nicht das einfach explodieren lassen.
Okay, wenn ihr jetzt noch weitere Fragen habt, könnt ihr dann noch hierbleiben und mit mir quatschen. Ihr könnt die Bücher noch anschauen, wenn ihr euch das aufschreiben wollt. Ich wünsche euch noch Gottes Segen, schönen Abend noch und danke für eure Geduld. Das war jetzt eine lange Zeit.