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Pornographie, eine Warnung Teil 1

15.11.2024
Serie•Teil 1 / 2Pornographie, eine Warnung
In einer Welt, in der Sexualität oft verdreht dargestellt wird, kämpfen viele gegen die ständige Versuchung von Pornografie. Ist wirklich jeder Konsum harmlos? Woher kommt der Drang, immer wieder einen Klick zu wagen, den man möglicherweise bereut? Die Predigt zeigt, dass es letztlich um mehr geht: Entweder lebst du als Sklave der Sünde oder als Sklave Gottes. Wie beeinflusst Pornografie dein geistliches Leben, deine Beziehung und deine seelische Gesundheit? Und kannst du den Kampf wirklich alleine gewinnen? Welche Schritte sind notwendig, um der Sünde entgegenzuwirken?

Ein persönlicher Zugang zum Thema

So, es soll also heute Abend um Pornografie gehen. Ich möchte dazu eine Vorbemerkung machen.
Wenn ich über Pornografie rede, dann weiß ich als Mensch, wovon ich rede. Ich bin zwar schon einen Tick älter, aber meine eigene Aufklärung habe ich wesentlich über einen Beate-Uhse-Sexkatalog und das heimliche Schmökern in Männerzeitschriften erhalten. Das ist zwar schon eine Weile her, aber genau dieser Anfang hat bei mir für den Rest meines Lebens Spuren in meiner Seele hinterlassen.
Das heißt: Ich weiß, was es heißt, an dieser Front mit Pornografie zu kämpfen. Ich weiß, was es heißt zu fallen. Ich weiß, was es heißt, sich dreckig zu fühlen, Sünde zu bekennen und irgendwie neu daran zu glauben, dass Gott einen davon befreien kann. Ich weiß auch, was es heißt, weiterzukämpfen und dann irgendwann dieses Thema unter die Füße zu bekommen.
Ich sage das deshalb, damit ihr versteht: Für mich ist dieses Thema heute Abend kein theoretisches Thema, also so etwas, was quasi immer nur die anderen haben, mich aber eigentlich nicht betrifft. Es ist ein Thema, bei dem ich heute sagen kann: Durch die Kraft Gottes, durch die Liebe Jesu und weil ich Leute habe, die für mich beten und an meiner Seite stehen, habe ich diese Sünde im Griff. Aber ich weiß, wovon ich rede. Ich bin alt, aber nicht unwissend.
Pornografie: Ich dachte mir, ich habe lange nichts mehr dazu gemacht. Ich schnappe mir einfach mal die neueste Studie, die jetzt gerade in den Staaten zu dem Thema herausgekommen ist, und schaue mal, ob das überhaupt noch ein Thema ist. Wie gesagt, meine letzte Predigt zum Thema Pornografie, ich habe es nachgeschaut, war 2007. Also auch schon ein Weilchen her.
Dann habe ich mir die Studie angeschaut, eine amerikanische Studie, und festgestellt: Schau an, 50 % aller praktizierenden Christen schauen sich immer mal wieder Pornos an. Das aktuelle Einstiegsalter liegt etwa bei neun bis elf Jahren. Und das irgendwie Gruselige dabei: Das Problem wird auch unter Mädchen immer größer.

Die Dimension des Problems in der Gegenwart

Damit ihr eine Vorstellung davon habt, was das an Web-Traffic und an Klickzahlen bedeutet: Man kann sich das gar nicht vorstellen, aber die drei größten Pornoseiten in den USA haben jährlich mehr Web-Traffic als Netflix, Amazon, Pinterest und TikTok zusammen. Wir reden hier nur über die Staaten, also nur über die USA. Da kommt jetzt noch Europa dazu, Asien dazu, Afrika dazu. Wir reden über Milliarden, also wirklich über aberwitzige Milliarden von Zugriffen auf Pornoseiten. Und ich schaue mir das an und denke mir: Boah, boah, Wahnsinn!
Und ihr habt mich jetzt eingeladen, über dieses Thema zu reden. Ich werde euch heute Abend sagen, dass es falsch ist, sich Pornos anzuschauen. Das wird am Ende dabei herauskommen. Das habt ihr euch wahrscheinlich schon gedacht, als ihr hergekommen seid. Aber ich habe auch ein bisschen Sorge, dass am Ende nur das dabei herauskommt, dass ihr hier sitzt und sagt: Ja, ja, hat gesagt, es ist halt falsch, soll man nicht machen.
Ich würde mir an der Stelle wünschen, dass wir in das ganze Thema ein klein bisschen tiefer einsteigen. Einmal werden wir uns auch mit böser Lust beschäftigen: Wo kommt das her? Und wir werden uns auch ein Stückchen damit beschäftigen, was das mit mir und meiner Familie macht.
Und wenn ihr mehr lesen wollt, habe ich euch einen Werbeblock mitgebracht. Das ist ein Buch, das Felix gerade gelesen hat. Das wusste er, er ist Bibelschüler und wohnt bei mir. Der kriegt dann so Bücher, die muss er lesen. Er hat es durchgelesen und fand es ziemlich gut. Also, wenn du sagst, ich möchte mich da noch ein bisschen reinfuchsen, und vielleicht nachher nicht gleich auf jemanden vom Seelsorgeteam zugehen willst, dann wäre das ein cooler nächster Schritt.

Was Pornografie eigentlich ist

Definieren wir Pornografie. Ich habe meinen Freund Jet GPT gefragt, und der hat Folgendes gesagt. Er hat gesagt: Pornografie ist jede Darstellung von Nacktheit und Sexualität, die darauf abzielt, Lust zu wecken.
Okay, ich sage mal, für heute Abend ist das unsere Arbeitsdefinition. Einverstanden? Pornografie, das, worüber ich rede, ist jede Darstellung von Nacktheit und Sexualität, die darauf abzielt, Lust zu wecken. Es geht also um Bilder, die ich mir anschaue, um mich zu erregen. Und das kann ein nackter Mann sein, das kann ein Pärchen sein, das da miteinander rummacht, das kann irgendeine sexuelle Perversion sein. Es sind Bilder, die ich mir anschaue.
Warum, ist erst mal egal. Das kann aus Langeweile sein, das kann aus Einsamkeit sein, aus Neugierde sein, um Druck abzulassen. Das spielt erst mal keine Rolle. Dinge, die ich mir anschaue, um mich zu erregen.
Und wenn wir uns mit diesem Thema Pornografie beschäftigen, dann müssen wir uns natürlich ganz am Anfang die Frage stellen: Was hat das Thema Sexualität eigentlich mit dem Menschen zu tun? Jetzt könnte ich sagen: Kommt morgen vorbei, wie gesagt, fünf Vorträge morgen zum Thema Bibel und Sex. Aber ich vermute mal, ihr werdet morgen nicht da sein, und deswegen gebe ich euch eine kurze Antwort.
Warum hat Gott Sexualität geschaffen? Wozu ist das da? Und die Antwort ist relativ einfach: Sexualität ist dazu da, um einen Mann und eine Frau in einer Ehe zusammenzuhalten. Was macht Sex? Sex macht gute Gefühle. Das ist der Punkt, um den es geht.
Also: Wollust, Sinnlichkeit, sexuelles Verlangen – das sind Dinge, die nicht böse sind. Die hat Gott in uns hineingelegt, damit Familie funktioniert. Und deshalb passiert eben auch ganz viel, wenn ein Ehepaar miteinander intim wird.
Ich habe ja mal Biochemie studiert. Also wenn die zwei da so miteinander, dann wird so ein ganzer Cocktail an Hormonen ausgeschüttet. Da ist Dopamin, Oxytocin, Endorphine, Serotonin, Prolaktin und all diese Hormone, die da ausgeschüttet werden, die wollen genau eines: Die wollen dafür sorgen, dass es richtig knallt, dass da eine emotionale Bindung entsteht, dass das Glück und die Zufriedenheit zwischen den beiden gesteigert wird. Das ist die Erfindung Gottes. Dafür gibt es Sexualität.

Die Verzerrung durch eine sexualisierte Gesellschaft

So, und jetzt kommt das Problem. Wir leben als Menschen, die Gott mit Sexualität geschaffen hat, in einer sexualisierten Gesellschaft. Und ich muss immer wieder schmunzeln: Da fährst du auf der Autobahn, vor dir ist ein Laster, der Autoreifen transportiert. Hinten sind Autoreifen abgebildet, und daneben ist eine Frau, eine leicht bekleidete Frau. Und du denkst: Was macht die Frau da neben den Autoreifen? Ganz einfach: Sie sorgt dafür, dass ich hinschaue.
Das ist der Punkt. Das ist die Gesellschaft, in der wir leben, in der Sexualität von der Werbung missbraucht wird, um mich zu manipulieren. Und jetzt werfen wir mal ganz kurz einen Blick hinter die Kulissen: Worum geht es in dieser Welt? Warum leben wir?
Und die Antwort ist für Leute, die die Bibel kennen, ganz einfach. Und ich hoffe, du kennst die Antwort: Warum lebst du? Antwort: Du lebst, um gerettet zu werden. Du lebst, um das Evangelium zu hören, um Buße zu tun, um Jesus als deinen Retter anzurufen und den Rest deines Lebens für ihn zu leben.
 Johannes 3,16: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht.
Das ist der Punkt, warum du lebst: um nicht verloren zu gehen, sondern ewiges Leben zu finden. Dazu ist Leben da, dass wir vor der Hölle gerettet werden, dass wir ewiges Leben finden, dass wir uns aufmachen, im Auftrag Jesu anderen davon zu erzählen, was wir bei ihm gefunden haben.
Wer das ewige Leben verpasst, aber sonst ganz viel Spaß im Leben hatte, der ist aus einer biblischen Perspektive ein Trottel.

Der geistliche Hintergrund des Kampfes

Nun zum Problem: Ich stehe als Mensch, wenn ich in dieser Welt lebe, unter dem Einfluss des Teufels. Und er hat überhaupt kein Interesse daran, dass ich ewiges Leben finde.
Im Epheserbrief heißt es einmal in Epheser 2, ab Vers 1: Auch euch hat er – damit ist Gott gemeint – und hier spricht Paulus zu Christen. Das heißt: Wenn du hier sitzt und noch kein Christ bist, dann gilt das nicht für dich. Aber zu den Christen sagt er: Auch euch hat er mit Christus lebendig gemacht, obwohl ihr durch eure Sünden und Verfehlungen tot wart.
Jetzt beschreibt er, wo wir herkommen. Darin habt ihr früher gelebt, abhängig vom Zeitgeist dieser Welt, jener unsichtbaren Geistesmacht, die in den Menschen am Werk ist, die Gott nicht gehorchen. Zu ihnen haben wir früher auch gehört und wurden, wie sie, von unseren Begierden beherrscht. Wir lebten unsere Triebe und Ideen aus, denn das war unsere Natur. Deshalb hatten wir wie alle anderen nichts zu erwarten als Gottes Zorn.
Wie gesagt, hier beschreibt Paulus Christen vor ihrer Bekehrung. Die führen ein Leben, bestimmt vom Zeitgeist, vom Teufel, von ihren Trieben, von ihren eigenen Ideen und Gedanken. Oder drücken wir es anders aus: Der verlorene Mensch ist ein Sklave der Sünde. Und genau das ist es, was der Teufel möchte. Er will, dass du ein Sklave der Sünde bleibst, dass du nicht frei wirst.
Und er benutzt jetzt die Gesellschaft, und er benutzt insbesondere das Thema Sexualität in der Gesellschaft dazu, um dich zu einem Sklaven der Sünde zu machen. Es gibt im Leben eines Menschen eigentlich nur zwei Alternativen: Entweder bin ich ein Sklave der Sünde, oder ich bin ein Sklave Gottes. Das ist der Punkt. Das sind die zwei Alternativen, die du hast. Ich muss mich an der Stelle entscheiden: Auf welcher Seite will ich stehen? Soll mich die Sünde beherrschen, oder soll mich Jesus beherrschen? Will ich das ewige Leben, oder will ich den ewigen Tod?
Und das, was der Teufel will, ist ganz einfach. Er will, dass ich so tief wie möglich in Sünde verstrickt werde. Er möchte, dass ich so weit weg von Gott bin, wie das nur möglich ist.
Und jetzt kommt Gott: Er schafft Sexualität. Sexualität ist wirklich ein Knaller. Und jetzt kommt der Teufel, und er benutzt Sexualität. Er benutzt das, was Gott geschaffen hat, um in einer Ehe ein Maximum an Freude zu schaffen. Er benutzt Sexualität, um Menschen zu binden, um Menschen zu zerstören.
Also das, was dazu gedacht ist, dass ein Mann und eine Frau aneinander gebunden werden, das benutzt der Teufel, um Menschen und nicht nur den Menschen selber, sondern auch seine Beziehungen zu anderen Menschen zu zerstören.

Wie der Feind mit Lust und Heimlichkeit arbeitet

Ich muss das ehrlich zugeben. Ich stehe manchmal vor dem, was der Teufel tut, und bin ein klein wenig begeistert, also begeistert im Sinne von: Er macht wirklich einen guten Job. Das, was die Bibel die Listen des Teufels nennt, beeindruckt mich wirklich.
Ich bin beeindruckt, wie er immer wieder das Gute nimmt und einfach ins Gegenteil verkehrt. Gerade beim Thema Sexualität ist ihm das in einem Maß gelungen, da kann man nur staunen.
Und noch etwas ist ihm gerade beim Thema Pornografie gelungen, und das haben wir vorhin gesehen: Wir reden nicht darüber. Da ist ein Thema, und wir reden nicht darüber. Ich hatte ihn gefragt: Wie viele Predigten hast du schon in deiner Gemeinde über das Thema Pornografie gehört? Was hast du gesagt? Keine, glaube ich, war die Antwort.
Versteht ihr, da gibt es eine Sünde, die reihenweise Geschwister kaputt macht, vor allem die Männer, so dass sie absolut unbrauchbar sind für den Dienst in der Gemeinde, und wir reden nicht darüber.
Also nochmals zu den Zahlen, damit wir über dasselbe reden: Hier sitzen ungefähr 300 Leute, vielleicht sind es auch 350. Sagen wir mal 300, weil es sich leichter rechnen lässt. Rein statistisch, und wir reden über eine Statistik, die über praktizierende Christen gemacht wurde, also über Leute, die wir als evangelikal bezeichnen: 21 Personen hier im Raum schauen jeden Tag Pornos.
Und wenn wir weitergehen und sagen, wöchentlich sind es 15, dann reden wir über 45 Leute, die das wöchentlich tun. Noch einmal 10, also noch einmal 30, machen das ein- bis zweimal im Monat. Wie gesagt, das sind keine Heiden. Wir reden über praktizierende Leute, die sagen: Ich bin Christ. Die in eine Gemeinde gehen. Das sind die realen Zahlen, mit denen wir es zu tun haben, und wir reden nicht darüber.
Ich habe mir überlegt: Stell dir vor, es wäre nicht Pornografie, sondern Klauen. Du wüsstest, in deinem Gottesdienst sitzen 21 Leute, die jeden Tag klauen. Und dann sind da noch einmal 30 Leute, die klauen wenigstens so einmal in der Woche, und dann noch einmal irgendwie 45 Leute, die klauen wenigstens so ein-, zweimal im Monat. Würdest du das Thema in der Gemeinde ansprechen? Wäre das mal eine Predigt wert? Ja, wahrscheinlich schon.
Nur ist es halt nicht Klauen, und deswegen meine ich: Der Teufel macht seinen Job gut. Er bringt eine Sünde ins Spiel. Und dann sorgt er dafür, dass wir nicht darüber reden.
In vielen Gemeinden gibt es nicht einmal so etwas wie eine Selbsthilfegruppe, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Und klar, ich mache so einen Vortrag und denke mir: Jürgen, wir haben auch keine. Stimmt. Habe mir aber gleich vorgenommen: Ja, ich bin total motiviert, vielen herzlichen Dank, nächstes Jahr eine zu gründen.

Die Verwandlung guter Sehnsucht in zerstörerische Begierde

Schauen wir noch ein bisschen an, was der Teufel eigentlich macht. Und das, was er tut, ist: Er verwandelt gute Lust in böse Lust.
Im Hohelied heißt es dreimal, in 1. Korinther 2,7, aber es steht an drei Stellen: Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei Hirschkuh und Gazelle auf dem Flur: Weckt die Liebe nicht und scheucht sie nicht auf, bis es ihr selber gefällt.
Hier ist mit Liebe die sexuelle Seite der Liebe gemeint. Und das, was Sulamit, also die, die hier spricht, sagt, ist: Pass auf, dass du diese sexuelle Seite der Liebe nicht aufweckst, bevor du nicht heiratest und dann in der Hochzeitsnacht den Schutzraum hast, wo das hingehört.
Warum ist das so wichtig? Das ist wichtig, weil es dreimal im Hohelied gesagt wird: Wecke die sexuelle Seite, diese sexuelle Lust, nicht auf. Sei da vorsichtig.
Warum wird das so betont? Ganz einfach, weil sexuelle Lust eine unglaubliche Kraft hat, eine Kraft, die den Menschen vereinnahmen kann.
Ich habe vorhin gesagt: Als meine Freundin und ich uns beide bekehrten, haben wir uns angeschaut und gesagt: Aha, du bist auch bekehrt. Ja, ja, ich bin auch bekehrt. Ja, was machen wir denn jetzt? Na ja, dann bleiben wir halt weiter befreundet und schmeißen den Sex raus und holen das Gebet rein.
Wisst ihr was? Ich war zu dem Zeitpunkt drei Jahre mit meiner Freundin zusammen, aber wirklich gekannt habe ich sie nicht. Wirklich kennengelernt habe ich sie in den zwei Jahren danach bis zur Hochzeit, wo wir auf Sexualität verzichtet hatten und endlich mal Zeit fanden, vernünftige Gespräche miteinander zu führen. Mal miteinander ein Buch zu lesen, mal zu fragen: Wer bist du eigentlich?
Also bitte: Sexualität hat eine unglaubliche Kraft. Sexuelle Lust ist wie Feuer. Wenn man dieses Feuer im Ofen einer Ehe abbrennen lässt, dann bringt das sehr kuschelige Wärme. Aber wenn du es unkontrolliert abbrennen lässt, dann zerstört sexuelle Lust das Leben eines Menschen.
Und genau das ist, was der Teufel will. Der Teufel ist schlau. Er weiß um das zerstörerische Potenzial von sexueller Lust außerhalb der Ehe, und er benutzt dieses Potenzial, um das Leben von uns allen zu zerstören.

Die Mechanik der Versuchung und ihre Folgen

So, noch einmal: Was ist Pornografie? Pornografie ist jede Darstellung von Nacktheit und Sexualität, die darauf angelegt ist, Lust zu wecken oder Lust zu erzeugen.
Was will der Teufel? Er will die sexuelle Lust, die Gott uns gegeben hat, um eine glückliche Ehe zu führen, dazu benutzen, uns zu zerstören. Er will dafür sorgen, dass wir Sklaven der Sünde werden. Und er hat dafür gesorgt, dass wir kaum darüber reden.
Diese Mischung aus Heimlichkeit und Sünde ist immer eine sehr gefährliche Mischung. In diesem Fall ist sie sogar noch gefährlicher, weil sie tatsächlich sehr schnell in die Sucht hineinführt. Sucht heißt: Ich brauche immer mehr davon, ich brauche es immer öfter. Das, was ich mir anschaue, wird irgendwie immer ekliger. Irgendwann leidet die Schule, und irgendwann leiden andere Beziehungen. Und irgendwann weiß ich auch gar nicht mehr, wie ich da rauskommen soll.
Warum fällt es dem Teufel so leicht, Menschen zur Pornografie zu verführen? Ihr kennt die Antwort alle: Pornografie ist immer nur einen Mausklick entfernt. Die Predigt, die ich 2007 hielt, hatte den Titel „Per Mausklick nach Sodom“. Und genau darum geht es. Ich muss nur einmal klicken, und ich kann mir anschauen, was ich will.
Ich bin 58 Jahre alt, okay, ihr würdet wahrscheinlich sagen: Der Typ ist sexuell tot. Nein, ich habe einen Rechenschaftspartner. Das heißt, ich habe einen anderen Mann, dem ich jede Woche mitteile, wie viele nackte Frauen ich gesehen habe. So, jetzt suche ich keine nackten Frauen im Internet, okay, das ist gar nicht mein Punkt. Aber einfach nur, weil ich im Internet unterwegs bin, laufen mir irgendwelche Nackedeis über den Weg.
Und was ich dann mache? Einmal in der Woche sage ich ihm: Hier, auf diesen Seiten war ich, damit er sieht, wo ich war und was ich gesehen habe. Jede Woche bekommt das ein guter Freund von mir. Und jetzt müsst ihr euch vorstellen: Ich mache das, und dabei habe ich ja noch nicht einmal irgendeine WhatsApp-Gruppe, in der mir irgendwelche Freunde dann Schmuddelbilder schicken. Mein Router ist auf Safe Search gestellt, mein Computer sowieso. Ich habe bestimmte Internetseiten wie Instagram oder Pinterest, wo dann so hübsche junge Frauen irgendwie auftauchen, bei denen ich denke: Das will ich gar nicht sehen. Das habe ich schon alles weg.
Und trotzdem, obwohl ich eigentlich schon super sicher unterwegs bin, sehe ich jede Woche Nacktheit, die ich nicht sehen will. Das ist die Gesellschaft, in der wir leben. Und das ist das Problem.
Und wie gesagt: Immer wenn diese Nacktheit kommt, steht die Frage im Raum: Was machst du damit? Ich weiß, was der Teufel damit will. Der Teufel möchte mich zu einem Sklaven der Sünde machen. Er möchte, dass das, was ich da sehe, bei mir etwas auslöst, dass ich mehr haben will. Er möchte meine sexuelle Lust, das, was Gott in mich hineingelegt hat, benutzen.
Und das Blöde an sexueller Lust ist: Sie knallt. Versteht ihr? Da ist so viel Kick damit verbunden. Es ist einfach ein tolles Mittel, das der Teufel benutzen kann. Und diese Mischung noch einmal, damit ihr das versteht: Diese Mischung aus Heimlichkeit, Dopamin, das ist so ein Belohnungshormon, und sexueller Erregung, das ist eine absolut irre Mischung.
Wenn du denkst, das sei kein Problem, dann hast du nicht verstanden, in welcher Gesellschaft du lebst.

Die drei grossen Gefahren für das Leben eines Menschen

Und was ich jetzt sage, merk dir bitte gut. Wir werden das im zweiten Vortrag noch ein bisschen ausführen.
Pornografie ist ein Angriff auf dein geistliches Leben. Pornografie ist ein Angriff auf das Glück deiner Ehe und auf deine seelische Gesundheit. Pornografie ist kein harmloser Spaß.
Schauen wir uns den ersten Punkt an: Pornografie ist ein Angriff auf dein geistliches Leben. Wenn du sagst: Ich bin Christ, und dich an dieser Stelle auf diese Sünde einlässt, dann möchte ich dich von hier vorne massiv warnen.
 Epheser 5,3-5. Da heißt es: Von sexueller Unmoral jedoch, von Schamlosigkeit jeder Art und von Habsucht soll bei euch nicht einmal geredet werden. Also nichts von wegen: Wir schauen da irgendwelche Bilder an und Videos und so, wir reden nicht mal drüber. Das ist kein Thema. Denn ihr müsst wissen, dass keiner, der in sexueller Unmoral oder Ausschweifungen lebt oder von Habgier erfüllt ist, also ein Götzendiener, einen Anteil am Erbe im ewigen Reich von Christus und Gott erhalten wird. Lasst euch von niemandem einreden, dass das alles harmlos sei, denn gerade wegen dieser Dinge ziehen sich die ungehorsamen Menschen den Zorn Gottes zu.
Ich habe gesagt: Pornografie ist ein Angriff auf dein geistliches Leben. Hier steht, dass es kein geistliches Leben gibt. Paulus sagt: kein Anteil am Reich von Christus und Gott. Das ist dasselbe. Es gibt also kein geistliches Leben für die, die in sexueller Unmoral leben. Damit wir uns jetzt nicht falsch verstehen: Hier geht es nicht um Christen, die gegen Sünde kämpfen, die ihr Versagen bekennen, die sich vom Blut Jesu reinigen lassen und sich irgendwie darüber ärgern, dass es so läuft, wie es läuft. Um die geht es nicht.
Hier geht es um Leute, die in sexueller Unmoral leben, die also täglich oder wöchentlich ihre Pornos anschauen und eigentlich nicht viel dagegen tun. Und ich sage dir von hier vorne: Wenn das dein Leben ist, dann nehme ich dir nicht ab, dass du Christ bist. Zumindest solltest du dir von niemandem einreden lassen, dass das alles harmlos sei.
Pornografie gehört in den Bereich der sexuellen Unmoral, und wer sich darauf einlässt, wird zu einem Sklaven der Sünde. Und ein Sklave der Sünde kann kein Knecht Gottes sein. Das meine ich mit: Hier ist eine echte Gefahr für dein geistliches Leben. Irr dich an der Stelle nicht.
Zweiter Punkt: Pornografie ist ein Angriff auf das Glück deiner Ehe.
 Sprüche 5,18-19, so ein FSK-16-Vers in der Bibel: Freue dich an der Frau deiner Jugend, die liebreizende Gazelle, das anmutige Reh. Ja, das ist immer so das, wo die Schwestern dann ein bisschen schmunzeln und sagen: Bin ich damit gemeint? Ja. Aber jetzt kommt’s: Gebote an jeden Ehemann. Ihre Brüste sollen dich immer berauschen, ihre Liebe bezaubere dich wieder und wieder.
Hier wird aus der Sicht des Ehemanns das Ideal für eine glückliche Ehe beschrieben. Und das sieht halt so aus: Ich hänge an der Frau, die ich als junger Mann geheiratet habe, und ich sorge dafür, dass ihre körperlichen Reize mich bis ins hohe Alter bezaubern. Und das funktioniert, okay? Das kann ich euch von hier vorne sagen: Bis 58 funktioniert das blendend. Und das, was hier steht, gilt natürlich auch umgekehrt. Das könnte ich jetzt auch für Frauen hier so formulieren.
Und was wir merken, ist: Gott will wirklich unser Eheglück. Und jetzt kommt eben, und das ist das Brutale, Pornografie. Sie prägt mein Denken über Sex, mein Denken über Frauen, über Männer, über das, was normal ist, über die Erwartungen, die mein Partner an mich hat, und so weiter. Und sie macht das, was Gott sich hier wünscht, einfach kaputt.
Und glaube bitte nicht, dass, wenn Männer heiraten, der Konsum von Pornografie einfach auf mirakulöse Weise aufhört. Tut er nicht. Und deswegen, und das ist jetzt etwas, wo die Männer mich vielleicht hassen werden dafür: Ihr lieben Schwestern, tut mir einen einzigen Gefallen. Ihr befreundet euch mit niemandem, der noch ein Pornoproblem hat. Ihr macht es einfach nicht.
Ihr fragt ihn: Ist das Thema durch in deinem Leben? Und wenn er sagt: Drucks, Drucks, Drucks, okay, ich find dich cool, ich geb dir ein halbes Jahr und dann reden wir weiter. Du befreundest dich nämlich auch nicht mit einem Crack-Süchtigen oder mit einem Alkoholiker, und das ist auf dem gleichen Niveau. Wenn jemand damit ein Problem hat und mit dir eine Freundschaft eingehen will, sagst du einfach nein, denn er ist entweder ungläubig oder er ist geistlich so unreif, dass er für dich und eine mögliche Familie in der Gefahr dasteht. Mach das nicht.
Dritter Punkt: Pornografie ist ein Angriff auf deine seelische Gesundheit.
 1. Petrus 2,11: Geliebte, ich ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet. Seele, das ist mein Menschsein, und diese fleischlichen Begierden, das sind die sexuellen Sünden, zu denen Pornografie gehört.
Sexuelle Sünde macht mich als Mensch kaputt. Sie macht nicht nur meine Beziehung zu Gott kaputt. Sie macht nicht nur, dass ich im Blick auf eine zukünftige Ehefrau oder einen zukünftigen Ehemann wie so ein mentaler Krüppel in die Ehe gehe, sondern sie macht mich selber kaputt. Sie zerstört meine Beziehungen, sie zerstört meine Bindungsfähigkeit, sie zerstört im schlimmsten Falle sogar meinen Sex-Drive. Das heißt: Manche Männer verlieren dadurch die Fähigkeit, von einer ganz normalen Frau erregt zu werden. Und es verringert mein Selbstwertgefühl. Das ist das, was Pornografie tut.
Und ich möchte im zweiten Vortrag auf diese drei Bereiche noch etwas genauer eingehen. Jetzt, im ersten Teil, war mir nur ein Punkt richtig wichtig, dass wir verstehen, was hier eigentlich gespielt wird.
Ich hatte gesagt, wir reden über Pornografie, und ich werde euch sagen, dass wir das nicht machen sollen: Schau dir keine Pornos an, ja, ja, ja, ja. Aber merkst du, worum es eigentlich geht? Merkst du, dass da im Hintergrund jemand die Fäden zieht und dich zu einem Sklaven der Sünde machen will? Und einfach ein Mittel, nämlich sexuelle Lust, benutzt, weil es ein ganz tolles Mittel ist, weil es so schön knallt, weil sexuelle Erregung so eine irre Sache ist. Aber Vorsicht!
Wenn wir uns darauf einlassen, wenn wir Pornografie nicht als Gefahr wahrnehmen, dann kann diese eine sexuelle Sünde mein geistliches Leben, das Glück meiner Ehe und meine seelische Gesundheit zerstören. Und deswegen ist Pornografie kein harmloser Spaß.

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