Johannes 11,25-3325.08.2025
Serie•Teil 5 / 8Die Auferweckung des Lazarus
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Die Frage nach dem Glauben und das Bekenntnis der Martha
Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 604
Die Auferweckung des Lazarus, Teil 5
Johannes 11, die Verse 25 und 26
Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist. Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?
Das war die Frage an Martha: Glaubst du das?
Johannes 11, Vers 27: Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Und da kann ich nur sagen: Wow, was für ein Bekenntnis! Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Interessant ist Folgendes: Damit noch viele andere dieses Bekenntnis sprechen und in Jesus den Christus erkennen, dafür schreibt Johannes sein Evangelium. So lesen wir in Johannes 20, Verse 30 und 31:
Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Merkt ihr, die Schreibabsicht des Johannesevangeliums ist diese: damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes. Und genau das ist das Bekenntnis der Martha: Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Es gibt sie also, die Israeliten, die zur Zeit Jesu genau verstanden haben, wer Jesus ist, nämlich der Christus, der Sohn und der Gesandte Gottes.
Der Weg Jesu zu Maria
Und als er dies gesagt hatte, ging sie hin und rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte: „Der Lehrer ist da und ruft dich.“
Als jene es hörte, stand sie schnell auf und ging zu ihm. Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern an den Ort, wo Martha ihm begegnet war.
Wir erfahren hier, dass Martha zwar von Jesu Kommen gehört hatte, es aber nicht groß herum erzählt hatte. Nicht einmal Maria wusste Bescheid. Ich vermute, dass Martha erst einmal sehen wollte, ob es wirklich Jesus war, der da kam. Aber jetzt informiert sie ihre Schwester darüber, dass Jesus auch mit ihr sprechen will.
Maria steht also schnell auf, um zu Jesus zu gehen, der sich immer noch außerhalb des Dorfes befand, dort, wo Martha ihm begegnet war. Johannes 11,31
Als nun die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass Maria schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr, da sie meinten, sie gehe zur Gruft, um dort zu weinen.
Man kann sich das gut vorstellen. Eine trauernde Frau springt auf, was denken alle anderen drumherum? Na ja, sie will zum Grab gehen, um dort zu weinen. Fast richtig.
Die Klage am Grab und die sichtbare Trauer
Johannes 11,32. Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.
Was für ein Moment tiefer Trauer. Maria wirft sich weinend vor die Füße Jesu und macht ihrem Leid und ihrer Frustration Luft: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.
Johannes 11,33. Als nun Jesus sie weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde erschüttert.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe den Eindruck, dass die Schreiber der Evangelien eher sehr zurückhaltend sind, wenn es um die Emotionalität des Herrn Jesus geht. Das fällt uns heute, in Zeiten der Überbetonung von Gefühlen, natürlich besonders auf. Wir leben in einer Welt, die Empfindungen häufig mit Wahrheit und Echtheit gleichsetzt. Und deshalb fragen wir uns: Warum lesen wir nicht mehr davon, dass Jesus Angst hat, sich freut, traurig oder verwirrt ist? Hatte er keine Gefühle?
Doch, natürlich hatte er sie. Als Orientale vielleicht sogar deutlich intensiver, als wir sie heute empfinden. Und trotzdem wirkt der Jesus der Evangelien für den postmodernen Leser wenig nahbar, etwas hölzern, gefühlsarm und unterkühlt. Warum?
Es hat natürlich zuerst etwas mit den Evangelien selbst zu tun. Es handelt sich bei ihnen um theologische Texte, nicht um ein psychologisches Porträt im modernen Sinn. Im Vordergrund steht nicht die Gefühlswelt des Messias, sondern sein Auftrag, sein Reden und sein Handeln. Die Leser sollen die Identität des Herrn Jesus als Messias und Sohn Gottes verstehen. Deshalb werden Emotionen nur dann ausführlicher berichtet, wenn sie eine heilsgeschichtliche oder christologische Relevanz besitzen.
Hinzu kommt ein kultureller Faktor. In der antiken Literatur war Zurückhaltung beim Ausdrücken von Emotionen üblich. Ehrlich gesagt finde ich diese Einstellung durchaus gesund. Und die Zurückhaltung der Evangelientexte bewahrt uns davor, Jesus auf seine Gefühle zu reduzieren, was gerade für heutige Leser eine große Versuchung wäre. Sie bewahrt uns auch davor, unseren eigenen Gefühlen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.
Gefühle entstehen im Menschen ganz wesentlich durch die Beurteilung von Situationen. Sie sind häufig ganz leicht modulierbar. Da hilft dann schon mal eine Tasse Kaffee oder eine andere Perspektive auf mein Problem, und schon fühle ich mich besser. Wehe, wenn ich meinen Gefühlen deshalb zu viel Bedeutung beimesse.
Vorsicht: Sie sind wichtig. Ich darf sie auch nicht einfach ignorieren. Manche Gefühle sind sogar sehr wichtig, weil sie mir ungeschminkt meine Einstellung zu Gott und zur Welt spiegeln. Aber Gefühle sind kein Ersatz für Wahrheit, und erst recht dürfen mich Gefühle nicht davon abhalten, Wahrheit zu leben. Gefühle sind schlechte Ratgeber. Und genau das können wir vom Herrn Jesus lernen.
Der Zorn Jesu über das Werk des Todes
Johannes 11,33: Als nun Jesus sie weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde erschüttert.
Warum wird Jesus hier sauer? Was erschüttert ihn im Geist? Jesus wird hier nicht nur als traurig beschrieben, das ist er auch, wie wir noch sehen werden. Aber hier heißt es, er ergrimmte im Geist und wurde erschüttert.
Die Frage ist: Auf wen ist er sauer? Und wir müssen wieder vorsichtig sein, wenn wir eine Antwort geben, die nicht im Text steht. Es kann gut sein, dass Johannes es nicht weiß. Er hat nur gesehen, dass Jesus ergrimmte. Aber warum sollte er im Angesicht einer Trauerfeier ergrimmen?
Die Antwort ist vielleicht ganz einfach: weil ihm eine weinende Maria zu Füßen liegt und weil er am Grab seines Freundes dem grausigen Wirken des Teufels gegenübersteht.
Lasst uns nie vergessen, wozu Gott Mensch wurde. 1. Johannes 3,8: Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichtet. Gott wurde Mensch, um, wie Hebräer 2,14 sagt, „durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“.
Hier steht Jesus vor dem Werk seines Erzfeindes und ergrimmt im Geist. Erschüttert blickt er auf das zerstörerische Werk des Teufels, das sich vielleicht nie deutlicher offenbart als in der Trauer über liebe Menschen, die gestorben sind.
Die abschließende Herausforderung und der Segen
Was könntest du jetzt tun? Stell dir diese Frage: Kannst du den Hass Jesu auf alles Satanische teilen, oder gibt es Sünde, die du heimlich liebgewonnen hast?
Das war’s für heute. Mein Tipp: Geh regelmäßig zu einem Gottesdienst, der dir guttut und in dem du dich mit deinen Gaben in die Gemeinschaft einbringen kannst.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen!
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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