Lappland: Ein Rätsel im Schnee (19/24)
Zweifel und Verdacht
Das ist ja unfassbar! Aber denkst du, dieser Weihnachtsmann könnte Ole sein? Das habe ich mich auch schon gefragt. Es könnte tatsächlich passen. Mikkel meinte ja, dass Ole dringend Geld braucht. Und wenn der Kerl Mikkel beklaut, warum dann nicht auch ahnungslose Touristen?
Leider haben wir keine Beweise für unsere Theorie. Wir wissen ja nicht, wie Ole aussieht. Und dieser Weihnachtsmann trägt auch keine Handschuhe, oder? Nein, genau, und das bei minus drei Grad.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als Mikkel zu holen.
Okay, dann los!
In Windeseile laufen die Jungs zurück zum Rentierpaddock. Dort sind ihre Freunde immer noch damit beschäftigt, die Ohrmarken der Rentiere zu überprüfen.
Suche nach Hinweisen und erste Spannungen
Marie, Mikkel, habt ihr etwas gefunden?
Hey Jungs, nein, bisher leider nicht.
Entschuldigung, bekomme ich etwa keine Begrüßung?
Oh, sorry Sammy, ich habe dich gar nicht gesehen.
Na hör mal, als ob du mich schon nicht siehst – wie willst du dann erst Renate finden?
Ähm, die ist größer.
Ja, und du bist ein Blindfisch.
Zofft euch nicht, ihr seid keine fünf mehr. Wir haben Wichtigeres zu tun.
Stimmt, zum Beispiel den Weihnachtsmann entlarven oder besser gesagt einen Taschendieb.
Was, einen Taschendieb? Hier?
Ganz genau. Es könnte sogar sein, dass es sich hierbei um Ole handelt.
Habt ihr ihn gesehen?
Gute Frage, wir wissen ja nicht, wie er aussieht.
Aber es würde Sinn ergeben: Sich im Weihnachtsmann-Dorf als Weihnachtsmann zu verkleiden und dann den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ganz schön clever von Ole, das muss man ihm lassen.
Na ja, wenn er es denn ist.
Deshalb musst du ihn dir unbedingt anschauen.
Alles klar, dann bring mich mal zu ihm.
Gesagt, getan. Mikkel folgt der Crew ins Weihnachtsmann-Dorf bis zu der Gasse, wo Phil und Toni den verdächtigen Weihnachtsmann beobachtet haben.
Vergebliche Suche und neue Hoffnung
Doch als sie ankommen, stellen sie enttäuscht fest: Er ist weg!
Och nee, eben war er doch noch da. Meinst du, er hat gemerkt, dass wir ihn beschatten?
Kann ich mir kaum vorstellen. Und jetzt?
Ach, wir müssen ihn wohl oder übel suchen gehen.
Und wo sollen wir da anfangen?
Na ja, wenn wir Glück haben, ist er nur eine Straße weitergegangen. Komm, wir schauen mal in die nächste Gasse.
Aber Mickel, du musst aufpassen, dass er dich nicht erkennt.
Klar, ich zieh mir einfach meinen Schal vors Gesicht. So, erkennt man mich noch?
Nee, du siehst nur aus wie eine Mumie.
Guck mal, da vorne!
Was denn?
Oh, da steht der Weihnachtsmann, da am Ende der Gasse!
Ja, ich seh's auch. Na, der ist ja nicht weit gekommen. Los, den schnappen wir uns.
Er steht gerade mit dem Rücken zu uns.
Hey, Weihnachtsmann!
Überraschende Begegnung und Irrtum
Kaum hat Mikkel zu Ende gesprochen, dreht sich die Gestalt im Weihnachtsmannkostüm auch schon um. Die Freunde erstarren mitten in der Bewegung. Überraschend blicken sie in das fremde Gesicht – vor ihnen steht eine Weihnachtsfrau.
„Hä, das ist ja eine Frau. Hallo, na wen haben wir denn da? Um mir euren Wunschzettel zu zeigen, seid ihr eigentlich ein bisschen zu groß. Wollt ihr ein Foto machen?“
„Ähm, also ... wir dachten ...“
Euch hat es ja die Sprache verschlagen. Das ist mir aber lange nicht passiert.
„Oh, wir dachten, Sie sind jemand anders. Entschuldigung.“
„Ach so, ja, kein Problem. Wen sucht ihr denn?“
„Den Weihnachtsmann.“
„Na dann, viel Glück. Hier laufen eine Menge Leute im Weihnachtsmannkostüm herum. Allein heute habe ich mindestens acht gesehen.“
„Kein Wunder. Wir sind ja auch im Weihnachtsmann-Dorf.“
„Na ja, also nochmals, Entschuldigung. Kommt Leute, wir suchen weiter. Tschüss und hohohoho.“
Frust und Zuversicht im Team
Huch, oh Mann, ich dachte echt, das ist euer Weihnachtsmann von vorhin.
Ja, wir auch. Von hinten sehen die alle gleich aus.
Ach Mann, das ist jetzt echt schon wieder genau so eine Situation wie vorhin am See. Wir tappen völlig im Dunkeln. Weder eine Spur von Renate noch von Ole.
Das stimmt doch gar nicht. Wir sind schon einen ganzen Schritt weiter, weil wir hier überhaupt gelandet sind. Wisst ihr noch, wie wir am See dafür gebetet haben?
Klar, ja, weiß ich noch. Aber ich dachte, wenn Gott reagiert, dann lässt er uns das Rentier einfach finden.
Gott reagiert nicht immer so, wie wir uns das vorstellen, er ist ja kein Wunschautomat.
Nee, das nicht. Aber ich denke mir halt, warum soll ich für Dinge beten, wenn am Ende eh alles anders läuft, als ich es mir wünsche?
Ich glaube, das hat was mit Vertrauen zu tun. Also, ich vertraue Gott, dass er sich auf eine gute Art und Weise um meine Sachen kümmert.
Gut, das Vertrauen habe ich halt nicht.
Na ja, Toni hat schon Recht. Wir können dankbar sein, dass Gott, wenn er es denn war, uns überhaupt die Idee mit dem Weihnachtsmanndorf geschenkt hat.
Gott ist hier sicher auch noch nicht fertig. Wer weiß, was wir noch finden werden.
Neue Spur und erneute Hoffnung
Also, ich möchte euch ja ungern unterbrechen, aber da hinten sehe ich noch einen Weihnachtsmann. Er geht gerade in einen Laden.
Vielleicht sollten wir ihm folgen. Oh ja, super, das machen wir.