Event•Teil 9 / 11Spurgeon-Konferenz 2015
Generierte Mitschrift
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. Es ist eine interessante Erfahrung, Melodien zu singen, die man eigentlich kennt, aber die Worte jetzt nicht versteht. Aber zumindest kenne ich ein Wort aus dem Lied, nämlich Halleluja. Ihr erkennt bestimmt die Geschichte, dass es drei internationale Worte gibt, die jeder Christ kennt: Amen, Halleluja und Coca Cola.
Okay, willkommen zum letzten Teil Jesajas. Ja, willkommen zum letzten Teil von Jesaja. Wir behandeln jetzt Kapitel 56, und in dem Handout gibt es auch einige Notizen, die uns bei der Einheit jetzt helfen. Ich habe diesen Abschnitt den gesalbten Eroberer oder den Kriegerkönig genannt, wegen des Porträts, das wir hier von Jesus bekommen.
Und vielleicht können wir uns erst einmal den zweiten Teil in diesem Handout anschauen, nämlich die Struktur des Abschnitts. Und wenn man sich die Struktur hier anschaut, dann sieht man, dass es immer wieder eine Wiederholung gibt. Und wenn man den Anfang des Abschnitts anschaut, dann sieht man den großen Gedanken, dass Fremde aus allen Bereichen in das Königreich kommen. Zum Beispiel Kapitel 56, Vers 3: Der Fremdling, der sich dem Herrn angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der Herr wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen. Also die Fremden, die auf den Herrn vertrauen, bekommen jetzt Anteil an den Segnungen des Königreichs.
Und der Abschnitt endet mit einer ähnlichen Idee oder mit einem ähnlichen Gedanken in Kapitel 66. Zum Beispiel sieht man Vers 20: Sie werden all eure Brüder aus allen Heidenvölkern dem Herrn als Opfergabe herbringen. Und das sind die jeweiligen Enden, Anfang und Ende: Fremde werden Teil des Reichs Gottes, indem sie auf den Herrn vertrauen.
Im zweiten Teil des Abschnitts geht es um die Notwendigkeit der Heiligung des Lebens. Und auch diesen Gedanken gibt es dann gegen Ende noch einmal: die Notwendigkeit der Heiligung des Lebens. Dann haben wir das Porträt des Kriegerkönigs in Kapitel 59 und 63. Und in der Mitte des Abschnitts, in Kapitel 60 bis 62, gibt es dieses wunderbare Bild des neuen Zions, des neuen Jerusalem, in der Herrlichkeit Gottes.
Dieses Muster ist sehr bekannt und kommt immer wieder vor in der hebräischen Poesie. Und die Bewegung sieht so aus: In der Mitte des Abschnitts ist der Schlüsselgedanke. Also der erste Gedanke über die Fremden, die jetzt in das Königreich Gottes kommen, wird ausgeglichen durch einen ähnlichen Gedanken am Ende. Und auch der zweite Gedanke, dass wir heilig sein sollen, wird ausgeglichen durch einen ähnlichen Gedanken am Ende. Dann haben wir das Porträt des Warriorkings, zwei Porträts, die einander ausbalancieren. Und dann haben wir zwei Porträts des Eroberers, die sich ausgleichen. Und hier, in Kapitel 60 bis 62, hat man jetzt das Herz des Abschnitts.
Und das wird jetzt Chiasmus genannt. Diese Art der Anordnung, ihr seht, ist scharf; der Name leitet sich von dem griechischen Buchstaben Chi ab. Wir müssen keine Experten im hebräischen Denken sein, um zu verstehen, wie die Bibel funktioniert. Aber es ist hilfreich zu wissen, wie wir es schon an den vergangenen Tagen gesehen haben, dass oft der Hauptpunkt in der Mitte und nicht am Ende steht.
Also wenn man anfängt, dann sieht man: Ja, Fremde werden die Segnung des Königreichs erfahren, aber wir müssen ein heiliges Leben führen. Schaut euch das Porträt des gesalbten König-Eroberers an, der dieses Königreich herbeibringen wird. Und wenn man diese ganzen Segnungen anschaut, dann sieht man, was es heißt, im neuen Zion zu leben. Und erinnert euch, dass es wegen des gesalbten Eroberers ist, dass wir dort leben dürfen. Erinnert euch, dass wir jetzt ein heiliges Leben führen müssen zu seiner Ehre. Und freut euch, dass alle Nationen Teil dieses Königreichs werden.
Und das ist jetzt die große Struktur dieses letzten Abschnitts. Aber was ist der Zweck? Lasst uns jetzt den ersten Teil dieser Gliederung anschauen, den Zweck dieses Abschnitts. Wir müssen uns jetzt noch einmal den letzten Abschnitt als Teil der ganzen Entwicklung von Jesaja anschauen. Wenn wir jetzt geschichtlich denken, dann schauen wir zurück auf das, was der Knecht Gottes getan hat. Gott ist gekommen in der Person des Immanuel, das heißt in der Fleischwerdung. Er ist gekommen, Israel zu sich zurückzuführen, indem sie auf ihn vertrauen. Und er ist gekommen, um die Segnungen seines Königreichs der ganzen Welt zu bringen, wenn sie auf ihn vertrauen. Um das zu tun, ist er mit dem Problem der menschlichen Sünde umgegangen, indem er selbst Sünde für uns wurde. Neben diesem Sühneopfer für die Sünde ist er jetzt auferstanden und ist der regierende Herrscher, der König. Und alles ist jetzt bereit, damit die treulose Stadt zur treuen Stadt werden kann, das alte Jerusalem zum neuen Jerusalem.
Und damit das passieren kann, muss der Messia-König jetzt der gesalbte Eroberer werden, der dieses neue Reich herbeiführt. Es gibt hier zwei Hauptthemen, die man in dem letzten Abschnitt finden kann. Und ihr findet sie auch in den Notizen. Dort habe ich geschrieben: zum einen die menschliche Unfähigkeit, dass wir nichts aus eigener Kraft tun können. Aber wir haben ja gesehen, dass Jesaja immer wieder einen Gegensatz aufbaut. Und hier ist der Gegensatz die göttliche Kraft, die jetzt wirklich unsere Situation verändern kann.
Lasst uns mal dort die Bibelstellen anschauen, damit wir diese Dynamik sehen können. Also Kapitel 57, die Verse 11 bis 13: Vor wem hast du dich so gescheut und gefürchtet, dass du mich verleugnet und an mich nicht mehr gedacht hast und es dir nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen und das seit langer Zeit, aber du willst mich doch nicht fürchten? Ich selbst will jetzt deine Gerechtigkeit bekannt machen, und deine Machwerke werden dir nichts nützen. Wenn du dann schreist, so mögen dich alle deine gesammelten Götzen erretten, aber ein einziger Windstoß wird sie alle davontragen, ein Hauch wird sie wegnehmen. Wer aber bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen.
Auf verschiedene Weisen ist das eigentlich eine Zusammenfassung des ersten Teils des Buches. Warum ist es so schwierig und so problematisch für das Volk Gottes gegangen? Weil sie ihren Herrn verlassen haben. Sie haben sich von ihm abgewandt, sie haben nicht an ihn gedacht und ihm nicht den zentralen Platz in ihrem Leben gegeben. Vers 12 sagt, dass sie sich auf ihre eigene Gerechtigkeit und auf ihre eigenen Werke verlassen haben. Sie haben religiöse Werke getan, aber die haben ihnen nichts genützt. Der Grund ist jetzt diese gesammelten Götzen, von denen Vers 13 spricht. Und an diesem Punkt im Buch werden wir immer wieder daran erinnert, dass es keine menschliche Lösung für das Problem gibt, aber es gibt eine göttliche Lösung durch Gottes Macht am Wirken.
Und vielleicht ist eine gute Zusammenfassung dieser berühmte Vers 15: Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.
Es gibt einen großen Gegensatz zwischen hoch und tief. Gott ist hoch, aber er lässt sich herab zu denen, die zerschlagenen, gedemütigten Geistes sind. Und verbunden mit der Höhe und Majestät Gottes ist jetzt die Heiligkeit Gottes. Er ist heilig, und wir sind es nicht. Das macht ihn anders als die Menschen. Aber wenn wir vor ihm demütig sind, wenn wir zerschlagenen und gedemütigten Geistes sind, dann wird dieser hohe und heilige Gott die Herzen seines Volkes beleben.
Und durch diesen ganzen Abschnitt zieht sich der Gedanke: Verlass dich nicht auf dich selbst. Wirf dich auf Gott und seine Barmherzigkeit.
Ein weiterer Gedanke in diesem Abschnitt ist: Obwohl das Werk der Erlösung getan ist, ist das Reich Gottes noch nicht in seiner Vollheit gekommen. Und Jesaja stellt die Frage: Was sollen wir jetzt in der Wartezeit, in der Zwischenzeit tun? Wenn Gott, wenn Jesus oder der Messias-König schon dieses Erlösungswerk vollbracht hat und später dieser gesalbte Eroberer sein wird, was ist jetzt in der Zwischenzeit?
Und die Antwort ist, dass Gott von seinem Volk wünscht, dass sie jetzt ein Bild sind von der Wirklichkeit, die später erst eintreten wird. Er möchte, dass die Gemeinde Gottes heilig ist, damit sein Charakter in ihr widergespiegelt wird und damit das Licht Gottes in die Welt scheint.
Schaut auf Kapitel 60, Vers 1: Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Das wird wiederholt am Ende von Vers 2. Und was ist das Resultat davon? Da steht in Vers 3: Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht.
Und in den Notizen finden wir eine Erinnerung an Matthäus Kapitel 5, wo Jesus zu seinen Jüngern spricht: Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde, ihr seid die Stadt auf dem Hügel, die nicht versteckt werden kann. Die Qualität des Lebens von Gottes Volk in der Welt wird bestimmen, ob die Welt das Evangelium wirklich ernst nimmt.
Im Alten Testament wollte Gott, dass Israel ein Licht für die Nationen ist, aufgrund des Lebens, das sie führten. Und im Neuen Testament will Gott, dass das Leben von Christen, das sie führen, mit Freude, mit Liebe und mit Heiligkeit ein Licht für die Welt ist. Und das soll uns beschäftigen in dieser Wartezeit. Wir sitzen nicht nur und warten, als ob es nichts zu tun gäbe. Wir müssen das Licht Gottes in die Welt scheinen lassen als seine erlösten Menschen. Lasst euer Licht so scheinen vor den Menschen, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel verherrlichen.
Darum geht dieser ganze Abschnitt: dass wir in dieser Wartezeit einen treuen Dienst vollrichten, im Licht der Vision des erobernden Herrn, der gewiss sein ewiges Königreich bringen wird. Und dieses Königreich wird Menschen von allen Nationen in sein ewiges Reich bringen. Und das alles geschieht auf Grundlage des Werkes des Messias, der das vorbereitet und ausgeführt hat.
Wir haben jetzt einen groben Überblick bekommen und wollen uns jetzt noch einmal den Einzelheiten im Abschnitt widmen. Und wir sind jetzt in Punkt 3 der Notizen, dem Aufbau der Lehre. Lasst uns den ersten Vers anschauen, weil er wirklich ein Themenvers für diese ganze Sektion ist. Kapitel 56, Vers 1: So spricht der Herr: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit, denn mein Heil ist nah, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um offenbart zu werden.
In dem Vers werden zwei große Themen verbunden, die oft im Jesajabuch zu finden sind: Gerechtigkeit zu üben, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema. Gott hat sich als der Heilige Israels offenbart und gesagt: Ihr sollt wie ich heilig sein. Und Heiligkeit zeigt sich in unseren Taten und unseren Worten. Es ist ein heiliges Leben, ein Leben in Gerechtigkeit.
Wir wissen also, wozu Gott uns berufen hat, denn zweitens hat er seine eigene Gerechtigkeit offenbart durch seine Werke in der Welt. Also erinnert euch: Jesaja ist der Prophet der Rechtfertigung durch den Glauben. Und wenn wir diese Worte lesen, dann sollen wir nicht denken, dass er sagen will, wir müssen jetzt große moralische Anstrengungen auf uns nehmen, um bessere Menschen zu sein. Menschliche Fähigkeit wird das nie erreichen. Wir können uns nie gut genug für Gott machen. So wie die Israeliten nicht die Macht Babylons brechen konnten, so können wir auch nicht die Macht der Sünde brechen. Aber der Gott, der die Israeliten von Babylon befreit hat, wird uns von der Sünde befreien durch die Gerechtigkeit, die in Jesus offenbart ist.
Und dieser Abschnitt beginnt und sagt uns, dass das Leben und die Qualität unseres Lebens und unseres Charakters sehr wichtig für Gott ist. Wir sollten niemals sagen: Ich weiß, dass Gottes Reich kommen wird, also macht es nichts, wie ich jetzt lebe. Wir zeigen, dass wir Glauben haben, durch das Leben, das wir führen. Davon spricht auch Jakobus, wenn er sagt, euer Glaube muss sich im praktischen Leben zeigen. Und dieser Abschnitt von Jesaja zeigt uns, dass wir auf Gottes Macht vertrauen sollen und dass er unser Leben völlig verändern kann.
Und viele Verse jetzt in den Kapiteln 56 bis 58 behandeln dieses Thema. Und unter Teil B habe ich gesagt, es ist wieder so eine Art Dublette, sie formen also eine parallele Darstellung. In beiden Fällen werden wir an Gottes gerechte Ansprüche erinnert, an das, was er von seinen Leuten will.
Lasst uns mal auf ein Beispiel schauen, aus Kapitel 58, den Abschnitt von Vers 4 bis Vers 8: Siehe, ihr fastet, um zu zanken und zu streiten und mit gottloser Faust zuzuschlagen; ihr fastet gegenwärtig nicht so, dass euer Schreien in der Höhe Erhörung finden könnte. Meint ihr, dass mir ein solches Fasten gefällt, wenn der Mensch sich selbst einen Tag lang quält und seinen Kopf hängen lässt wie ein Schilfhalm und sich in Sacktuch und Asche bettet? Willst du das einen Fasten nennen und einen dem Herrn wohlgefälligen Tag? Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jedes Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme Verfolgte in dein Haus führst, dass du, wenn du einen Entblößten siehst, ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein.
Und es gibt eine interessante Entwicklung in diesen Versen. Er fängt an, indem er die Falschheit ihrer Religion offenlegt. Das Fasten, das sie tun, und die Fastentage, die sie haben, haben keine Wirkung, weil ihr Verhalten eigentlich etwas anderes zeigt, als was ihre Religion ausdrückt. Sie beuten ihre Arbeiter aus, sie zanken und streiten miteinander. Und wenn du das zur gleichen Zeit tust, wo du fastest, dann erwarte nicht, dass Gott deine Gebete erhört. Also zeigt er auf, was falsch ist mit ihrer falschen Religion.
Und in Vers 5 sagt er ganz deutlich, es sind nicht die äußeren Formen, die so wichtig sind. In Sacktuch und Asche zu liegen, das ist nicht das, was Gott interessiert. Das ist einfach zu tun, aber Gott erwartet eine Veränderung, die man in Vers 6 sieht. Gott sucht nach Gerechtigkeit im Verhalten, im praktischen Verhalten. Zum Beispiel Vers 7: wohltätig zu sein gegenüber denen, die bedürftig sind, mitleidig und barmherzig mit denen zu sein, die eine Last tragen. Also Gott sucht nicht äußerliche Religion, sondern gerechtes Verhalten.
Und dann, Vers 8: Dann wird dein Licht hervorbrechen. Wenn das Licht hervorbricht, dann durch die Qualität ihrer Barmherzigkeit, ihres Mitleids und ihrer Heiligkeit. Aber dieser Abschnitt wird dann fortgesetzt, indem gesagt wird, wir können diese Änderung nicht selber in uns bewirken. Ein Beispiel davon finden wir zum Beispiel in Kapitel 59, Vers 2: Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört.
Was Jesaja hier sagt, ist, dass die heuchlerische Religion verhindert, dass wir zu Gott kommen und von ihm gehört werden. Natürlich kann Gott retten und erhören, denn es heißt in Vers 1: Die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören. Aber eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verborgen. Wenn man an einem bewölkten Tag nach oben schaut und nur Wolken sieht, dann heißt das nicht, dass die Sonne nicht scheint. Aber es heißt, dass das, was zwischen dir und der Sonne gekommen ist, dich hindert, die Sonne zu sehen.
Und die Wolke unserer Sünden bedeckt jetzt das Angesicht Gottes, sodass wir nicht sein Licht sehen können. Wir können selbst nicht bewirken, dass die Wolken weggehen. Und wir können die Auswirkung unserer Sünde nicht überwinden. Wir brauchen Gottes göttliche Macht, um uns zu retten. Und das ist die Macht, die in uns am Wirken ist, wenn wir auf ihn vertrauen.
Deswegen kommt jetzt die Vision dieser zukünftigen Herrlichkeit, die zeigt, wie es sein könnte, wenn wir auf Gott vertrauen. Er kommt zu denen, die zerschlagenen Geistes sind, damit er die belebt, die zerknirscht sind. Und schaut euch mal den letzten Vers von Kapitel 57 an. Wir haben den Vers gestern schon einmal gesehen, am Ende von Kapitel 48: Kein Frieden, spricht mein Gott, gibt es für die Gottlosen. Er unterstreicht noch einmal, wie wichtig es ist, dass Gerechtigkeit und Heiligkeit sein Volk auszeichnen sollen.
Wir haben in den Kapiteln 57 bis 59 diesen Teil B angeschaut, dass wir ein heiliges Leben führen sollen, und der passende andere Abschnitt dazu kommt jetzt in den Kapiteln 63 bis 66. Es beginnt in Kapitel 63, Vers 7 mit einem Lamento, einer Äußerung von großer Sorge über die Sünden der Vergangenheit. Was Jesaja tut, ist eine Überprüfung der Geschichte Israels. Jesaja geht jetzt noch einmal die Geschichte von Israel durch. Er beschreibt sie im zweiten Teil von Vers 7 als das viele Gute, das er dem Haus Israel erwiesen hat. Er erinnert sie daran, wie Gott Abraham berufen hat und sie zu einer Nation in Ägypten gemacht hat. Und in Vers 11 denkt er an die Tage Moses und wie er sie durch die Wüste geführt hat. Er erinnert sie daran, wie Gott das Meer zerteilt hat, damit sie hindurchgehen und gerettet werden können, und wie er sie in das verheißene Land geführt hat.
Und dann stellt er die Frage: Herr, wo ist deine Leidenschaft und dein Eifer in unserer heutigen Situation? Es scheint so, als ob wir deine Gegenwart und diese wunderbaren Taten der Barmherzigkeit nicht erfahren. Und er sehnt sich danach, dass Gott wieder so mächtig eingreift wie beim Auszug aus Ägypten. Schaut auf Kapitel 64, Vers 1: Ach, dass du die Himmel zerrissest und herabführst, dass die Berge erbebten vor deinem Angesicht!
Ich denke, er erinnert sich hier an den Berg Sinai, als Gott die Gebote gab und der ganze Berg erbebte. Warum erleben wir nicht furchterregende Dinge wie diese auch wieder heute? Wir haben ja von dem Buch erfahren, dass es Gott nicht an Kraft mangelt. Aber die Antwort steht hier in Kapitel 64, Vers 6 und 7: Und da war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufmachte, um dich zu ergreifen; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und uns dahingegeben in die Gewalt unserer Missetaten. Nun aber bist du, Herr, unser Vater; wir sind der Ton, du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.
Das ist die Antwort auf das Problem. Aber erinnert euch daran, dass Jesaja hier erst einmal zu seiner eigenen Zeit spricht. Die Assyrer kommen ins Land und nehmen so viel vom Erbe Judas ein. Herr, warum kommst du nicht und machst etwas? Du hast uns in der Vergangenheit befreit, warum nicht jetzt? Du hast dein Angesicht vor uns verborgen und uns wegen unserer Sünde dahingegeben.
Und die Anwendung auf die Gemeinde ist hier sehr stark. Wenn die Gemeinde Gottes in der westlichen Welt oft niedergeschlagen und im Rückgang befindlich ist, dann müssen wir den Herrn um Vergebung für unsere Sünden bitten, denn das ist eigentlich nicht der Normalzustand, dass die Gemeinde vom Feind überrannt wird. Die Gemeinden in der westlichen Welt sind geschlagen durch eine Weigerung, auf Gottes Wort zu hören und im Licht von Gottes Wort zu leben. Und als Ergebnis ist Gottes Angesicht von vielen unserer Gemeinden verborgen.
Aber wenn wir zu ihm umkehren, uns demütigen und zu ihm kommen, dann ist er immer bereit, uns Barmherzigkeit zu zeigen. Deswegen betet Jesaja diese wunderbaren Worte in Kapitel 64, Vers 8 und 9: Zürne nicht allzu sehr, o Herr, und gedenke nicht ewiglich an die Schuld; zieh doch das in Betracht, dass wir alle dein Volk sind. Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden, Zion ist verwüstet, Jerusalem zerstört.
Und er bittet Gott um Barmherzigkeit.
Nun, unter C in den Notizen fassen die Kapitel 65 und 66 das Buch zusammen, indem sie diese Themen noch einmal aufgreifen: Israels Untreue im Götzendienst und auf der anderen Seite Gottes herrliche Treue in seiner ewigen Stadt. Und der Gegensatz ist jetzt zwischen Israels treulosen Götzendienst und Gottes herrlicher Treue und seiner herrlichen Zukunft.
So sind wir in den letzten beiden Kapiteln wieder bei der Frage, die wir schon in Kapitel 1 gesehen haben: Wie wird aus der treulosen Stadt eine treue Stadt? Aber jetzt, in diesem Abschnitt des Buches, haben wir die Antworten, denn Gott hat sie offenbart. Er wird alles tun, was notwendig ist, um diese Veränderung, diese Transformation, zu vollbringen. Zunächst sendet er seinen Messias in die Welt. Aber auch ein Leben der Buße und Umkehr soll gelebt werden, in dem wir nicht uns selbst anbeten, sondern den Herrn. Und die vollkommene zukünftige Stadt wird dadurch ausgezeichnet sein, dass jeder dort auf diese Weise Gott anbetet.
Und was machen wir jetzt in der Zwischenzeit? Wir vertrauen auf die Verheißungen und sind gehorsam den Geboten. Wir danken Gott für alles, was er schon getan hat, und vertrauen ihm für alles, was er noch tun wird. Und wir streben nach einem Leben voller Gerechtigkeit und Heiligkeit, die den Gott ehren, der uns erlöst hat.
Es ist interessant, dass der Titel der Heilige Israels jetzt der Titel ist, der Gott am meisten in diesem Buch Jesaja gegeben wird. Das ist Jesajas Lieblingstitel für Gott: Er ist der Heilige. In seinem Charakter und in seinen Handlungen ist er völlig vollkommen und reich. Und das bedeutet, dass er in seinem Charakter, in seinen Taten vollkommen heilig und gerecht ist. Und er wird die heilige Stadt, das neue Jerusalem, füllen mit Menschen, die durch seine Gnade gesichert sind, wie ihr Erlöser. Und in dieser zukünftigen Stadt wird sichtbar, dass die Menschen durch seine Gnade vollkommen geworden sind, so wie der Erlöser.
Und jetzt kommen wir zu diesen Porträts des erobernden Messias. Und ich möchte jetzt diese zwei Porträts gegeneinander stellen, und ihr findet das in Sektion D in den Notizen. Also das erste Porträt fängt an in Kapitel 59, Vers 15b. Lasst uns den Abschnitt lesen vom zweiten Teil von Vers 15 aus dem 59. Kapitel bis zum Ende des Kapitels: Als der Herr dies sah, missfiel es ihm, dass kein Recht da war. Er sah auch, dass kein Mann vorhanden war, und war verwundert, dass kein Fürsprecher da war. Da half ihm sein eigener Arm, und seine Gerechtigkeit, die unterstützte ihn. Er legte Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt. Er legte als Kleidung Rachegewänder an und hüllte sich in Eifer wie in einen Mantel. Den Taten entsprechend, so wird er vergelten: Zorn seinen Widersachern, Vergeltung seinen Feinden, ja, selbst in entfernten Inseln wird er den verdienten Lohn bezahlen. Dann wird man im Westen den Namen des Herrn fürchten und im Osten seine Herrlichkeit. Wenn der Bedränger kommt wie ein Wasserstrom, wird der Hauch des Herrn ihn in die Flucht schlagen. Und es wird ein Erlöser kommen für Zion und für die in Jakob, die sich von den Übertretungen bekehren, spricht der Herr. Und meinerseits ist dies mein Bund mit ihnen, spricht der Herr: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen nicht mehr aus deinem Mund weichen, noch aus dem Mund deiner Kinder, noch aus dem Mund deiner Kindeskinder, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.
Das ist jetzt ein Bild, dass Gott selbst am Wirken ist. Er schaut sich um und sieht die menschliche Not, die Ungerechtigkeit, die Sünde, den Mangel an Gerechtigkeit. Und er entscheidet sich, seine eigene Erlösung durch seinen eigenen Arm zu vollbringen. Das ist also ein Bild davon, dass Gott selbst dieser Kriegerkönig ist. Zum Beispiel in Vers 17: Seine Eigenschaften sind Gerechtigkeit, Heiligkeit und Rache.
Ihr erinnert euch, als Jesus in der Synagoge in Nazareth war, hat er dieses Zitat von der Rache nicht mit angeführt. Er zitierte aus Jesaja 61, dass er der Messias-König ist, aber noch nicht der Tag der Vergeltung. Aber jetzt in der Geschichte ist der Tag der Rache Gottes angebrochen. Und der letzte Tag, wie wir es nennen würden, ist sowohl die Errettung für die Menschen als auch die Zerstörung für die Feinde. Er kommt jetzt gewappnet wie ein Krieger, der Zorn und Rache für seine Feinde bringt.
Aber Vers 20: Für die, die von ihrer Sünde umgekehrt sind, kommt er als Erlöser. Also am letzten Tag kommt, abhängig davon, wie wir auf sein Erlösungsangebot reagiert haben, entweder Erlösung oder Zerstörung. Er ist ausgerüstet für seine Aufgabe, er ist ein Eroberer, der gewappnet ist. Seine Aufgabe ist es, sein Volk zu retten und seine Feinde zu vernichten, und sein Erfolg ist, dass er dadurch eine ewige Gemeinschaft schafft, die die Macht seines Lebens und seines Geistes in sich erfährt. Das fängt schon an, jedes Mal, wenn jemand bekehrt wird.
Vers 21: Mein Geist ruht in dir, meine Worte habe ich in deinen Mund gelegt. Das ist ein Christ. Vers 21 sagt: Mein Geist ruht in dir, meine Worte sind in deinem Mund. Das heißt, jemand ist ein Christ. Aber schaut auf die Zeitspanne: Es geht bis in die Ewigkeit. Von jetzt an bis in Ewigkeit, spricht der Herr. Das wird er also an diesem letzten Tag tun.
Wie weißt du, dass es nicht alles noch einmal von vorne losgeht, die Geschichte der Welt? Mich hat mein Student gefragt: Woher weißt du, dass die Weltgeschichte nicht einfach noch einmal von vorne ablaufen wird? Ich meine, wenn wir über das neue Jerusalem, die himmlische Vollkommenheit, sprechen, das war doch ähnlich wie im Garten Eden, und den haben wir auch verloren. Wir können über den Himmel und das neue Jerusalem nachdenken, aber vielleicht wird es auch von Sünde erfüllt sein wie in dieser Welt.
Deswegen brauchen wir die Zerstörung der Feinde. Es macht Gott keine Freude, jetzt zu vernichten, was er erschaffen hat. Aber man kann kein vollkommenes Reich haben, wenn nicht das Böse zerstört wird. Das ist dieser Feuersee, von dem das Buch der Offenbarung spricht. Das ist das erste Bild von diesem Eroberer.
Und wir wollen jetzt auch das zweite Bild von ihm anschauen, in Kapitel 63. Und das ist ein ergänzendes Porträt von diesem Eroberer und seinem Werk. Wir lesen jetzt die ersten sechs Verse von Kapitel 63: Wer ist dieser, der dort von Edom herkommt, von Bozra, mit hochroten Kleidern, er, der prächtig aussieht in seinem Gewand, stolz auftritt in der Fülle seiner Kraft? Ich bin es, der ich von Gerechtigkeit rede und mächtig bin zum Retten. Warum ist denn dein Gewand so rot und deine Kleider sehen aus wie die eines Keltertreters? Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern war kein Mensch mit mir. Und so habe ich sie zertreten in meinem Zorn und zerstampfte sie in meinem Grimm, dass ihr Saft an meine Kleider spritzte und ich mein ganzes Gewand besudelte. Denn ich hatte mir einen Tag der Rache vorgenommen, das Jahr meiner Erlösten war gekommen. Und ich sah mich um, aber da war kein Helfer, und ich war verwundert, aber niemand unterstützte mich. Da half mir mein eigener Arm, und mein Grimm, der unterstützte mich. Und so zertrat ich die Völker in meinem Zorn, und ich machte sie trunken mit meinem Grimm, und ich ließ ihren Saft zur Erde fließen.
Es gibt hier sehr erstaunliche Parallelen zu dem Abschnitt in Kapitel 59. Gott schaut sich um, und es gibt keine menschliche Lösung für das Problem. Also schafft sein eigener Arm Errettung für ihn. Aber die Gestalt hier ist die von jemandem, der aus Edom kommt, aus der Stadt Bozra. Das Bild ist, dass jemand von außerhalb Israels kommt, von Edom aus der Stadt Bozra. Das ist eine Region, in der Wein angebaut wird, und deswegen überrascht es nicht, dass das Gewand jetzt von jemandem, der aus Bozra kommt, rot ist wie Wein. Denn Vers 1 sagt, dass die Kleider rot sind, hochrot. Und Vers 2 fragt: Warum ist das so, warum sind deine Gewänder hochrot? Warst du in der Kelter und hast du die Trauben getreten? Das könnte sein, aber Vers 1 sagt ja, dass das Gewand voller Pracht ist. Er hat sehr prächtige Kleider an und ist wunderbar angezogen. Er schreitet jetzt voran in der Macht seiner Stärke.
Wenn du Trauben mit deinen Füßen treten würdest, würdest du nicht deinen Designeranzug tragen. Das heißt, wenn man Trauben keltern würde, dann würde man ja normalerweise nicht seinen neuesten Anzug anziehen. Man würde nicht seine besten Kleider für so eine Arbeit anziehen. Hier ist jetzt jemand, der von Bozra kommt, makellos als eine kräftige Figur, aber mit beschmutztem Gewand. Er ist eigentlich wunderbar angezogen, aber seine Kleider sind besudelt.
Und in Vers 3 ist diese erschreckende Antwort: Ja, ich habe die Kelter getreten, aber ich habe die Völker darin zertreten. Die Röte kommt jetzt von dem Gericht und von dem Blut, weil das Gericht ausgeführt wurde. Es ist ein furchteinflößendes, abschreckendes Bild. Das ist die Wirklichkeit des Gerichts Gottes über das ganze Böse am letzten Tag.
Aber selbst in so einem schlimmen, dunklen Bild gibt es einen Lichtstrahl in Vers 4. Denn ich hatte mir einen Tag der Rache vorgenommen; denn es bringt das Jahr der Erlösung. Also ein Tag der Rache, aber es bringt ein Jahr der Erlösung. Der Gegensatz zwischen Tag und Jahr soll jetzt den Gegensatz widerspiegeln zwischen diesem Gericht, das in einem Moment stattfindet, und der Ewigkeit in der Erlösung. Und Vers 6 fasst jetzt diesen Abschnitt zusammen. Und wir sehen hier die Notwendigkeit des Gerichts, damit die Erlösung vollbracht werden kann.
Und Christus, der in Kapitel 40 der Hirte ist, ist hier der Eroberer, der die Zerstörung des Bösen bringen muss. Wir müssen also den ganzen Christus predigen, nicht nur den sanften Christus, der sanftmütig ist, sondern hier den erobernden König. Jesus Christus ist Herr. Denn erinnert euch, dass das erste Glaubensbekenntnis im Christentum sagte: Jesus Christus ist der Herr. Jesus, der menschliche Name, der Fleisch gewordene, der vollkommene Mensch, der das Leben führte, das wir nicht führen konnten, der die ganze Macht Gottes durch seine Worte und Taten darstellte. Jesus ist der Christus, der Messias, der gesalbte König, und er regiert von einem Kreuz aus, wo er Sünde und Tod und alle seine Feinde besiegt. Er beherrscht und vernichtet alle seine Feinde, und er ist der Herr. Es gibt keinen anderen, der höher ist als er. Er ist die letzte Autorität im Himmel und auf der Erde. Alles kommt vor den Richterstuhl Christi.
Das bringt einerseits große Freude, weil wir wissen, dass das Falsche gerichtet wird, dass es Gerechtigkeit und ein ewiges Reich geben wird. Aber es ist auch herzzerreißende Traurigkeit, wenn wir an die vielen Menschen außerhalb dieses Reiches denken, wegen ihrer Ablehnung des Herrn Jesus. Ja, aber es ist auch herzzerreißende Traurigkeit, weil wir wissen, dass es Menschen gibt, die nicht Teil dieses Reiches sind. Wenn wir jetzt dieses Buch verlassen, dann sollte es uns motivieren, Verkündiger von Jesus Christus als Herrn zu sein. Dieses furchtbare Bild, das wir hier sehen, ist notwendig, damit wir sehen, wovon uns Gott rettet und wie sehr alle die gute Nachricht seiner Rettung hören müssen.
Und zum Abschluss lasst uns die Kapitel 60 bis 62 anschauen, die so den zentralen Abschnitt hier bilden. Und in diesen Kapiteln haben wir die praktischen Folgen davon, was der Messias erreicht hat. Kapitel 61 ist zentral in diesem Abschnitt. Und ihr erinnert euch, dass Jesus in der Synagoge von Nazareth Kapitel 61 zu Beginn seines Dienstes benutzt hat. Wir erinnern uns, wozu er gekommen ist: dass er Frieden und Heilung gebracht hat. Und wir werden in Vers 2 daran erinnert, dass es einen Tag der Rache gibt, der dieses Werk abschließt. Aber Vers 3 ist sehr stark in seinen Ausdrücken über die Segnungen, die kommen als Ergebnis des Werkes des Messias. Statt Asche gibt es einen Kopfschmuck, statt Trauer wird es Freudenöl geben, und statt eines betrübten Geistes haben wir Feierkleider. Wenn du jetzt im Prozess bist, dass du von deiner Sünde umkehrst, durch diese Asche, durch die Trauer und durch den betrübten Geist gehst, dann wisse, dass Gott dir dafür Kopfschmuck, Freudenöl und Feierkleider schenken wird.
Das ist ein wunderbarer Evangeliumsabschnitt über die Veränderung, die Jesus im Leben seiner Gläubigen bewirkt. Und dann im Rest des Kapitels sieht man die Art von Leben, die diese erlösten Menschen, Menschen wie uns, in der Welt leben sollen. Der Rest des Kapitels zeigt jetzt, welches Leben die erlösten Menschen wie wir in dieser Welt führen sollen. In Vers 4 geht es um Erneuerung, um Neumachen. Vers 6 geht darum, dass wir Priester des Herrn sind, die Zugang zu seiner Gegenwart haben. Vers 7 ist sehr in Landtermen, dass Gott ihnen eine doppelte Portion im Land gibt. Vers 7 benutzt jetzt Bilder vom Land, dass Gott ihnen einen doppelten Anteil des Landes gibt, die aber für die Segnungen und den Wohlstand stehen, den Gott uns gibt. Aber hauptsächlich und am höchsten macht Gott einen ewigen Bund mit ihnen. Das sind die großen Segnungen, die daraus resultieren, dass der Geist des Herrn den Messias salbt, um das Werk des Herrn zu vollbringen.
Und wir erleben jetzt schon einen Teil davon hier, aber die Fülle in der Zukunft. Also was tun wir in der Wartezeit? Zurück in Kapitel 60: Wir sollen das Licht zu den Nationen bringen. Wenn wir das tun, dann bringt Gott seine Söhne von weit her in das Reich Gottes. Das ist hier ein Bild aus dem Alten Testament, deswegen spricht es davon, dass die Menschen nach Jerusalem kommen. Aber es bedeutet natürlich, dass die Menschen in das Reich Gottes und später in das ewige Jerusalem kommen. In der Zwischenzeit sollen wir Gottes Botschafter sein, die Gottes rettendes Licht und Liebe in die Welt erstrahlen lassen.
Das ist das Ziel dieses Werkes Gottes, und ich habe hier geschrieben, Kapitel 60, Verse 13 bis 14, dass sich die Nationen unter Gottes Herrschaft unterordnen. Das ist jetzt das Ziel von diesem Werk Gottes. Und das wird im Neuen Testament das neue Jerusalem, die himmlische Stadt, die neue Schöpfung.
Und in Vers 19 und Vers 20 werden wir daran erinnert, dass es eine ewige Sicherheit ist. Der Herr ist das Licht seines Volkes, Gott ist ihre Herrlichkeit, der Herr ist das Licht seines Volkes und ihr ewiger Glanz, mit Gott selbst. Die Tage der Trauer kommen zu Ende, denn es ist eine ungebrochene Gemeinschaft mit Gott.
Und der letzte Teil in den Notizen: Gottes Charakter wird beispielhaft dargestellt in seinem neuen Volk, Menschen wie wir. Er spricht mit den Einwohnern des neuen Jerusalem in Vers 2, Kapitel 62. Das sind wunderbare Verheißungen, die wir für uns in Anspruch nehmen können. Lasst uns mal Verse 2 und 3 von Kapitel 62 lesen: Und die Heiden werden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit, und du wirst mit einem neuen Namen genannt werden, den der Mund des Herrn bestimmen wird. Du wirst eine Ehrenkrone in der Hand des Herrn sein und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes.
Das ist die große Möglichkeit, die auf uns wartet, aber sie wird nur zu einer Realität, wenn wir den Weg der Heiligung gehen. Ich habe hier noch andere Bibelstellen angeführt, um zu zeigen, dass das Bild die ganze Bibel erfasst. Als in 2. Mose 19 Israel zu einer Nation wird und aus Ägypten befreit und zum Berg Sinai geführt wird, sagt Gott: Ich gebe euch meine Unterweisung, meinen Bund, und wenn ihr nach diesen Unterweisungen lebt, dann werdet ihr gesegnet in meinem Land leben, in Freude leben. Er gibt ihnen seine Unterweisung, weil er sie durch seine Gnade erlöst hat.
Also wenn wir jetzt die Zusammenfassung vom Gesetz Gottes im 3. Mose 22 lesen, 3. Mose 22,31-33, ist eine Zusammenfassung: Ihr aber sollt meine Gebote halten und sie tun; ich bin der Herr. Und ihr sollt meinen heiligen Namen nicht entheiligen, sondern ich will geheiligt werden in der Mitte der Kinder Israels; ich, der Herr, der euch heiligt, der ich euch aus dem Land Ägypten geführt habe, um euer Gott zu sein; ich bin der Herr. Also der Gedanke ist immer wieder: Ich bin heilig, deswegen solltet ihr heilig sein.
Das finden wir auch in 1. Petrus 1,13-16, das heißt, wenn wir zu Gott gehören, müssen wir auch seine Wesensart oder seinen Charakter widerspiegeln. Und wir finden jetzt in 1. Petrus 1,13-16 die Anwendung im Neuen Testament von dem Gedanken: Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi. Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.
Das ist, wenn die treulose Stadt eine treue Stadt geworden ist, wenn das Volk Gottes heilig ist, wie Gott heilig ist. Die 66 Kapitel Jesajas sind eines der großen Werkzeuge, die Gott uns gegeben hat, um diesen Weg zu gehen.
Und du fühlst dich vielleicht jetzt: Ich bin überwältigt von Information. Ich musste mir alle möglichen Sachen anschauen, die ich vielleicht noch nie gesehen hatte. Aber denkt daran: Scheibe für Scheibe. Und ich ermutige dich einfach, in den nächsten Monaten dir immer wieder eine stille Zeit zu nehmen, um das Buch Jesaja zu studieren. Hefte die Notizen nicht einfach ab, sondern schau sie dir immer wieder an und sieh dir die Details an. Und jemand zu werden, Gottes Arbeiter, der nicht zu Schanden wird, sondern das Wort Gottes recht teilt, das ist ein langer Prozess.
Als ich Pastor in der Gemeinde war, gab es jemanden, der zum Glauben gekommen ist, ungefähr mit vierzig, und guten Fortschritt als Christ gemacht hat. Er fragte: Wie lange wird es dauern, bis ich die Bibel so predigen kann wie du? Ungefähr sechs Monate? Und ich habe gesagt: Nein, John, ich glaube, es braucht ein bisschen länger.
Wir sind alle noch im Werden begriffen. Wir müssen Fortschritt machen in unserem Leben. Wenn das alles noch für dich neu ist und du das Bibelstudium auf diese Weise noch nicht oft gemacht hast, dann denk nicht, dass du auf einem hohen Niveau sein musst, um überhaupt damit anzufangen. Fang da an, wo du bist, und entwickle dein eigenes Verständnis Stück für Stück, denn die Bibel ist wie ein Ozean. Kleine Kinder können am Ufer spielen, und ja, wir spielen am Wasser, am Ufer, alle und fangen dort an. Aber ein Ozean hat Tiefen, in denen große Kreaturen wie Wale schwimmen können. Es kommt nur darauf an, wie tief du bereit bist zu gehen. Aber verachte nicht die kleinen Kinder; sie sind im Ozean. Es ist nur so, dass man, wenn man schwimmen lernt, es mehr genießen kann und es sich mehr nach Heimat anfühlt und man es besser versteht.
So möchte ich dich ermutigen, egal ob dir das Wasser bis zu den Knien reicht oder ob es dir über dem Kopf steht: Arbeite weiter an der Bibel und hebe ihre Schätze. Ja, wir wollen jetzt eine kurze Pause machen. Vielen Dank.
