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Escape Angst - vor neuem Terror

30.01.2005
Serie•Teil 4 / 8Escape
Angst gehört zum Leben – auch wenn außen alles normal wirkt. Die Frage ist nicht, ob du sie kennst, sondern ob du mit ihr allein bleibst oder Gott vertraust, wenn es eng wird.

Ein Blick auf die kleinen Botschaften am Auto

Ich war auf dem Weg von Neukölln nach Spandau, und bei den Autoaufklebern. Da gibt es ein paar Autoaufkleber, die finde ich wirklich nett. Ziemlich weit oben steht der, auf dem draufsteht: Ups, war das Ihre Katze?
Kurz darunter, und man mag mir meinen Sinn vielleicht für schwarzen Humor verzeihen, auch nach den Bildern, die wir eben gesehen haben, befindet sich dieser hier: Ich möchte im Schlaf sterben wie mein Opa, nicht schreiend und heulend wie sein Beifahrer.
Aber es gibt auch einen Aufkleber, da denke ich immer, wenn ich den lese: Gefällt mir irgendwie nicht. Und ich denke jetzt nicht an den bösen-Onkels-Aufkleber. Immer wenn ich den sehe, denke ich, man müsste sich so ein Ding machen, gleich groß, gleiche Schrift, wo draufsteht: Gute Tanten. Es juckt mich wirklich jedes Mal, wenn ich den sehe.
Aber ich meine einen anderen, wo ich denke: Nee, Freund, du magst den da fahren auf deiner Heckscheibe, aber so richtig mit dir übereinstimmen kann ich nicht. Und ich hoffe jetzt, mein Fettnäpfchen ist nicht zu tief, dass jemand von euch so einen Aufkleber an seinem Auto hat. Kann sein, dann nimm es einfach hin, dass ich mit dem Aufkleber nichts anfangen kann.
Und zwar, wenn da jemand hinten draufstehen hat: No Fear, keine Furcht. Immer wenn ich den Aufkleber lese, denke ich: Nee, das stimmt nicht. Das stimmt einfach nicht. Kein Mensch hat keine Furcht. Und das kann Anfang der Woche ging eine Meldung durch die Zeitung: mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen in Mainz und Bonn festgenommen. Das kann sowas sein. Und wenn man sowas liest, denke ich, dann sind wir ziemlich unterschiedlich, je nachdem, wie wir gestrickt sind. Der eine nimmt sowas gleich sehr persönlich, hat vielleicht auch persönlich Angst. Ich gehöre eher zu den relaxteren Leuten. Eigentlich denke ich mir: Solange in Berlin noch keine Bombe hochgegangen ist, mache ich mir keine übertriebenen Sorgen.
Aber jedes Mal, wenn ich solche Bilder sehe oder solche Nachrichten höre, weiß ich ganz genau: Wenn in dieser Stadt etwas passieren würde, ich denke an Bilder wie aus Madrid, wo auch keiner damit gerechnet hat, wenn das passieren würde, dann würde ich zumindest ganz schön anders durch die Stadt fahren. Wie gesagt, noch machen mir solche Bilder vielleicht keine Angst. Aber es gibt andere Dinge, die mir persönlich Angst machen.
Und ich denke an einen Anruf vor ein paar Jahren. Meine Frau rief an und meinte, ganz aufgewacht: Du, Tabea ist weg! Tabea ist meine Elfjährige damals, heute ist sie ein bisschen älter. Und was wollte sie machen? Sie wollte ihre Freundin am U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee abholen. Das war drei Stunden her. Die Freundin war inzwischen wieder zu Hause, hatte angerufen und gefragt: Wo ist denn Tabea geblieben? Tabea war weg, hatte sich nicht gemeldet, war auch noch nicht nach Hause gekommen.
Jetzt fährt man nicht drei Stunden zum U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee von uns aus, das ist ziemlich dicht dran. Und meine Frau ruft natürlich an und sagt: Du, sie ist weg. Es ist genau die Zeit, wo Ulrike aus Eberswalde verschleppt wird, misshandelt wird, umgebracht wird. Und du kriegst mich vielleicht nicht so schnell an den Punkt der Panik, aber in dem Moment, da bin ich äußerlich ruhig geblieben. Aber als ich ins Auto stieg, um meine Tochter suchen zu fahren, da ist so hinten an meinem Rücken so ganz langsam die Furcht hochgekrochen.
Ich kenne Angst. Damals hatte ich Angst, meine Tochter zu verlieren. Glücklicherweise hat sich das dann alles aufgeklärt. Man sagt so: Da ist ein Riesenklops vom Herzen geblumst. Er war ziemlich groß. Aber wir sind auf der Fahrt zum U-Bahnhof die wildesten Dinge durch den Kopf geschossen, was alles hätte passieren können oder passiert sein können.
Ich kenne Angst. Und ich bin sicher, jeder von euch kennt auch Angst. Ich meine nicht nur die Angst vor den Terroristen, wie es in unserem Trailer beschrieben wurde, oder die Angst vor Naturkatastrophen. Ich denke, dass das auch ein bisschen mehr in unser Bewusstsein hineingerückt ist. Sondern ich denke auch an die Angst vor dem Sterben oder vielleicht ganz einfach diese ganz alltägliche Angst vor dem, was morgen sein wird.
Und ich mag die Bibel. Das wisst ihr schon, wenn ihr öfter hier wart. Ich mag die Bibel, weil sie so ehrlich ist. Und im Neuen Testament sagt Jesus etwas zum Thema Angst. Und das, was er sagt, bringt die Sache erst mal auf den Punkt. Er sagt: In der Welt habt ihr Angst. Punkt.
Das ist erst mal eine Tatsache. Und es spielt dabei keine Rolle, wo diese Angst herkommt. Vielleicht ist es einfach der nächste Schultag, vor dem du dich gruselst, weil du sagst: Ich weiß nicht, wie ich in der Klasse weiterkommen soll. Vielleicht gehst du nicht mehr zur Schule, vielleicht steckst du im Bewerbungsprozess drin und hast einfach Angst davor, die nächste Ablehnung zu kassieren. Vielleicht hast du einen Job und du denkst mit Grauen an deinen Chef und an seine Launen. Vielleicht ist es irgendetwas, wo du sagst: Wenn ich da nur dran denke, da kriecht in mir so langsam diese Angst hoch.
Und wenn wir ein bisschen ehrlich werden, dann werden wir sagen: Ja, wir fürchten uns. Und Angst gehört zu diesem Leben tatsächlich dazu. Und das gilt auch für die Harten. Also ich meine die mit den tiefergelegten GTI, wo hinten ganz dick draufsteht: No Fear. Auch die haben Angst. Warum? Na ja, hinten den Aufkleber drauf zu haben, ändert einfach nichts an der Realität. Ob du den Aufkleber drauf hast oder nicht, es ändert überhaupt nichts daran, dass du in einer Welt lebst, wo es Angst gibt.
Diese Welt hier, da wo wir stehen, ist kein Ort des Friedens. Wenn ich das so sage, ist das dann nicht so? Und vielleicht geht es euch ja, dass ihr sagt: Stimmt, du hast recht. Wenn ich mir die Welt anschaue mit ihren Nachrichten von Frieden, eigentlich keine Spur. Und wenn ich in mein Leben hineinschaue: Ja, Angst kenne ich auch.
Ist das nicht eigentlich diese Tatsache, dass es Angst gibt und so viel davon gibt, ist das nicht eigentlich ein guter Grund, an Gott zu zweifeln, vielleicht sogar an Gott zu verzweifeln? Ist es nicht so, dass es eine ganze Reihe Menschen gibt, vielleicht sitzen hier Menschen, die in der Zeit der größten Not und der tiefsten Verzweiflung den letzten Rest ihres Kinderglaubens an einen guten Gott, an einen lieben Vater im Himmel über Bord geworfen haben?
Ist es nicht so, dass Menschen ein Stück weit, es klingt so plausibel erst mal, sagen: Jürgen, lass mich bloß in Ruhe mit diesem Gerede über Gott. Weil das und das ist mir in meinem Leben passiert. Und vorher, bevor das passiert ist, da hätte ich vielleicht gedacht: Ja, mag sein, dass an Gott was dran ist. Aber dann ist das gekommen in mein Leben hinein. Und in dem Moment habe ich ein für allemal diese Idee von Gott aus meinem Leben hinausgeworfen. Jürgen, es gibt Gott nicht. Wenn es hart auf hart kommt, dann bist du alleine. Alleine mit deiner Angst, alleine mit deinem Schmerz.
Ist es nicht das, was viele Menschen glauben? Ist es nicht das, was wir vielleicht manchmal glauben?
Und ich stehe jetzt hier vorne, und was ich mir natürlich von ganzem Herzen wünsche, ist, dass Menschen heute hier sitzen und ein ehrliches Herzensinteresse gewinnen für Gott, irgendwie ihr Herz aufmachen und sagen: Ja, heute Abend möchte ich mehr von Gott erfahren. Ich möchte irgendwo begreifen, was es heißt, mit Gott zu leben. Dieser Gott interessiert mich.
Aber auf der anderen Seite, ja, da ist dieses Problem. Wie kann das sein? Wie kann das sein, diese Angst und diese Unsicherheit in dieser Welt? Sind das nicht Widersprüche?
Und das Erste, was ich nicht tun werde, ist behaupten: Das ist alles nicht so schlimm. Ja, es gibt so Christen, die wiegeln schnell ab, aber das ist alles nicht so schlimm. Nein, ich möchte das Gegenteil behaupten. Das Problem mit der Angst in dieser Welt ist nicht klein, auch noch nicht einmal vielleicht so klein, wie wir es sehen. Das Problem der Angst in dieser Welt ist viel größer, als wir das jemals erfassen und verstehen werden.
Und woher ich das weiß? Wir sind alle gute Schauspieler. Wir können einander so schnell täuschen. Da triffst du auf Menschen und denkst: War nett angezogen, freundliches Lächeln, gehen irgendwie selbstbewusst durchs Leben. Und dann unterhältst du dich mit ihnen. Lässt einmal ganz kurz dich hinter die Fassade blicken, gibst dir einen kurzen Blick frei auf ihre wirkliche Existenz, und du stellst fest: Angst, einfach Angst.
Aber keine Sorge, die meisten werden mit euch über ihre wirklichen Sorgen nicht reden, vor allem nicht die Männer. Unsere Angst, unsere Sorgen, die behalten wir für uns. Aber was ich weiß: Wenn wir heute über Angst reden, dann ist das etwas ganz Persönliches, wo jeder, wenn er das wie so eine Schublade anschauen würde, etwas reinstecken könnte und sagen könnte: Ja, diese Schublade ist bei mir irgendwie gefüllt.
Und ich möchte eine Frage stellen. Ich möchte das, was ich eben sagte, noch ein bisschen vertiefen. Ich möchte die Frage stellen: Wie kann das sein, wie passt das zusammen, dass Gott auf die Erde kam? Und Weihnachten liegt noch gar nicht so lange zurück. Gott kommt hier auf die Erde, lebt dreißig Jahre mittendrin, er stirbt am Kreuz, er sagt: Es ist vollbracht, er wird begraben, er steht wieder auf, er geht zurück in den Himmel, und eigentlich hat man den Eindruck, das war es. Aber es hat sich hier auf der Erde nichts verändert. Gott kommt, Gott geht, und alles ist irgendwie wie vorher.
Wie kann das sein? Müsste er nicht, wenn wirklich Gott diese Welt besucht hat, müsste dann nicht sich radikal hier etwas verändert haben? Und die Antwort lautet: Nein. Nein.
Und die Begründung ist: Jesus kam auf diese Erde nicht, ich sage es mal nicht zuerst, aber ich betone jetzt einfach mal nicht, um Lebensumstände zu verändern. Wenn Jesus auf die Erde kommt, dann lädt er Menschen ein und sagt: Folgt mir nach, werdet meine Jünger oder meine Schüler, das ist nur ein anderes Wort dafür. Es ist eine Einladung zur Nachfolge. Und dann sagt Jesus nicht: Folge mir nach und in deinem Leben wird alles eitler Sonnenschein, es gibt nie wieder Probleme, und ansonsten ist dir jede Woche der Sechser im Lotto garantiert. Das ist nicht das, was Jesus sagt.
Es ist eigentlich radikal anders. Ich möchte euch etwas vorlesen aus dem Lukasevangelium, da heißt es im Kapitel 14. Von Jesus zu denen, die sich für ihn interessieren, da heißt es: Überlegt vorher, ob ihr wirklich bereit seid, alles für mich aufzugeben und mir nachzufolgen, sonst könnt ihr nicht meine Jünger sein.
Habt ihr verstanden, was das heißt? Überlegt euch vorher, bevor du sagst: Ich möchte mit diesem Gott leben, ich möchte mich auf dieses Abenteuer Nachfolge einlassen, sagt Jesus: Überleg dir bitte vorher genau, ob du bereit bist, ein wirklicher Jünger zu werden, ein Nachfolger zu werden. Das kostet dich etwas.
Und ich habe es für mich so ausgedrückt: Jesus sucht Männer und keine Memmen. Oder: Jesus sucht Nachfolger und keine Fans. Sich hinzustellen und zu sagen: Ich finde dich toll, das ist eine Sache. In deinen Fußstapfen zu wandeln, dir nachzufolgen, dich quasi zum Herrn, zum König des Lebens zu machen, das ist eine ganz andere Sache. Solche Leute sucht Jesus. Und dazu ist er auf diese Erde gekommen, um solche Leute zu bekommen.
Jesus will zuerst einmal Menschenherzen verändern, dein Herz verändern, bevor er sich dran macht, in dein Leben hineinzukommen und dann auch in deinem Leben Umstände zu prägen. Haben wir das verstanden? Jesus kommt, um Nachfolger zu bekommen, keine Fans.
Aber was meint Jesus dann, wenn er am Kreuz sagt: Es ist vollbracht? Da steht er immer noch da. Was meint er damit? Und was hat das „Es ist vollbracht“ mit meiner persönlichen Angst zu tun, sei sie nun durch solche Meldungen hier angestachelt oder, wenn dich das nicht so trifft, vielleicht ist das irgendwas anderes, was dich innerlich ängstigt. Was hat „Es ist vollbracht“ damit zu tun?
Und ich versuche eine biblische Antwort, die geht ungefähr folgendermaßen. Diese Welt macht Angst, und diese Welt hat auch Jesus Angst gemacht. Als Jesus hier auf dieser Erde war und er wusste: Ich werde morgen gekreuzigt, am Abend vor der Kreuzigung, am Gründonnerstag, da zieht er sich zum Beten in einen Garten zurück. Der Garten hat einen Namen: Gethsemane. Dort betet er. Er betet, weil er weiß, was auf ihn zukommt, und er hat Angst vor dem, was da auf ihn zukommt.
In Lukas Kapitel 22, ich möchte das unbedingt vorlesen, damit wir begreifen, was Jesus für eine Person war, was er von Angst verstand. Lukas Kapitel 22, Vers 41. Da betet Jesus: Vater, wenn es möglich ist, bewahre mich vor diesem Leiden. Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.
Und weiter hinten: Jesus litt Todesängste und betete so eindringlich, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte. Der Gottmensch hat Angst. Jesus ist, ich will es mal so ausdrücken, als wäre er kein Terminator, so eine emotionslose Kampfmaschine, die auf die Erde kommt und sagt: Egal was kommt, ich bohre mich durch. Sondern er kommt an den Punkt, wo er im Leid fast zusammenbricht.
Und wenn ich das so durchdenke, wenn ich das auf mich wirken lasse, es beeindruckt mich. Mein Gott ist kein unwissender, ferner Gott, der mit Leid nie was am Hut hatte, der sich überhaupt nicht hineinversetzen kann in meine Ängste, wie es mir geht, sondern der Gott, dem ich folge, das ist ein Gott, der gelitten hat, der weiß, was es heißt, hier auf dieser Erde zu leben und manchmal auf dieser Erde zu verzweifeln. Und das macht mich persönlich wirklich froh, einen Gott zu haben, der weiß, wie es mir geht.
Aber warum hat Jesus überhaupt dieses Leid auf sich genommen? Hätte er nicht einfach im Himmel bleiben können und Ende? Und die Antwort auf diese Frage, ich denke, sie ist vielen bekannt, hat mit dir, mit deinem Leben und mit mir, mit meinem Leben zu tun. Warum kam Jesus auf diese Erde und litt? Er kam, weil Sünde in deinem und meinem Leben ist. Weil Sünde, und ich denke, dass Sünde nicht nur die einzelne Tat ist, sondern diese ganz generelle Haltung: Ich will mit Gott nichts zu tun haben, ich lebe mein Leben ohne Gott, dass das unser Leben prägt.
Und diese Prägung geht einfach in eine völlig falsche Richtung. Wenn Sünde im Leben eines Menschen ist, dann lebt er sein Leben, und doch in Wirklichkeit ist er tot. Dann sagt Gott: Das Leben, das du führst, geht am eigentlichen Ziel vorbei, du lebst nicht mehr gemäß deiner Bestimmung. Und weil Gott das sieht, dass das die Menschen tun, und weil das diese Sünde, die in unserem Leben da ist, sei es durch bestimmte Bosartigkeiten, die wir einfach tun, es kann aber auch einfach so eine Art, einfach eine Mischung sein aus Undank und Gedankenlosigkeit.
Ich denke, ich muss über Sünde nicht viel sagen. Wenn wir ehrlich sind und wir diesen ehrlichen Blick in unser Leben zulassen, dann wird jeder einzelne Bereiche identifizieren, wo er sagt: Da bin ich faul, nicht im Sinne von: Da will ich nicht arbeiten, sondern wie so ein Apfel. Ich weiß nicht, ob ihr so Äpfel esst. Ja, und dann holst du den so aus der Obstschale raus und dann stellst du fest: Dumm gelaufen. Drehst ihn um und hast dann so einen braunen Fleck vor dir, sagst: Hm, ja. Und weißt: Schade.
Und so ist irgendwie der Mensch. Du nimmst ihn und schaust ihn dir an, und wenn du ihn von der richtigen Seite anschaust, dann sagst du: Hm, faul, das stimmt ja nicht. Und das tut Gott. Er schaut sich unser Leben wie so einen Apfel an und sagt: Du hast deinen braunen Fleck. Du bist faul, du bist nicht wirklich gesund. Und wenn du in diesem Zustand stirbst, dann muss ich dich für dieses Faule, für dieses Kaputte richten, und das will ich nicht, weil ich dich liebe.
Und deswegen kommt Gott auf die Erde und sagt: Ich werde mich dieser faulen Stellen in deinem Leben, deren werde ich mich annehmen, und ich werde für die Schuld deines Lebens bezahlen, weil irgendeiner muss dafür bezahlen. Für deine Sünde sterben. Ich werde dafür sorgen, dass du einen Neuanfang hinbekommst. Ich möchte nur gar noch mehr, ich möchte, dass du ein ganz verändertes Leben führen kannst mit mir an deiner Seite.
Das ist das Angebot vom Kreuz. Wenn Jesus sagt: Es ist vollbracht, dann spricht er von diesem Angebot, dass du und ich mit Gott leben können. Dass wir von Gott ein ganz besonderes Geschenk angeboten bekommen, dass Gott sagt: Ich möchte dir den ganzen Unsinn, dieses ganze Verfaulte deines Lebens vergeben, wenn du zu mir kommst und wenn du um Vergebung bittest und wenn du dich auf ein Leben mit mir einlässt, wenn du mein Jünger, mein Nachfolger wirst.
Das ist das Angebot, und das heißt es: Es ist vollbracht. Darum geht es, weil Sünde das eigentliche Problem in unserem Leben ist.
Was hat das mit unserer Angst zu tun? Wir bleiben bei unserem Thema Angst. Da, wo wir mit Gott leben, und ich wiederhole jetzt einfach noch mal den Vers vom Anfang: Was hatte Jesus gesagt? In der Welt habt ihr Angst. Aber der Vers geht weiter. Der Vers geht weiter: In der Welt habt ihr Angst, aber ich, aber lasst euch nicht entmutigen, ich habe die Welt überwunden.
Und wie dieses Überwinden aussieht, das merkt man im Garten Gethsemane. Da kommt die Angst. Sie kommt in einer Massivität, dass ein gestandener Mann darunter zusammenbricht. Und was tut Jesus? Er gibt seine Angst bei seinem Vater im Himmel ab.
Was heißt es, dass Gott die Welt überwunden hat? Was ist das für ein Angebot an die Gläubigen? Heißt das, wir werden ohne Lebenssorgen durchs Leben gehen? Nein. Aber das Angebot lautet, dass ich die Welt mit ihrer Angst überwinden darf. Das ist das Angebot Gottes. Er nimmt nicht die Angst, sondern er verändert meinen Umgang mit der Angst, genau genommen meinen Umgang mit den Quellen der Angst.
Es sind vor allem drei Punkte, die ich ganz kurz an den Schluss dieser Predigt setzen möchte. Drei Punkte, die wichtig sind.
Der erste Punkt lautet: Wir gehen als Gläubige oder wir stehen als Gläubige der Welt nicht mehr allein gegenüber. Gott geht mit und schenkt die Kraft zum Durchhalten.
Ich weiß nicht, ob ihr den Film Signs kennt, mit Mel Gibson. Da geht es um Außerirdische, die kommen auf die Welt, alles aus der Perspektive von zwei Brüdern, die auf einer Farm wohnen. Den Film vor kurzem gesehen, hatte persönlich nichts dabei erwartet, gebe ich zu, war angenehm überrascht, zumindest über die Kernaussage. Da geht es um einen Pastor, der seinen Glauben verloren hat. Warum? Weil er erleben musste, wie seine Frau vor seinen eigenen Augen stirbt.
Jetzt kommt diese außerirdische Invasion, und er und sein Bruder sitzen vor dem Fernseher. Man sieht eigentlich im Fernseher nur so ein paar Lichter über New Mexico. Ihr müsst nicht an Außerirdische glauben, tu ich auch nicht. Aber diese Gefahr, irgendwo ist da eine Gefahr.
Mein erster Punkt war doch der: Als Gläubige stehen wir der Welt nicht mehr allein gegenüber, Gott geht mit. Und lasst uns mal den Dialog jetzt zwischen den zwei Leuten anhören. Der Bruder möchte nämlich von diesem Ex-Pastor ein bisschen getröstet werden. Der sagt: Du, angesichts dieser Angst, die ich da jetzt habe, wenn ich diese Lichter sehe, hilf mir doch ein bisschen, gib mir doch ein bisschen Trost.
Die Menschen unterteilen sich in zwei Gruppen, und wenn sie im Leben Glück haben, sieht die erste Gruppe mehr als nur Glück drin, mehr als nur Zufall. Sie sieht das als Zeichen, als Beweis, dass es da oben jemanden gibt, der auf sie aufpasst. Für die zweite Gruppe ist es nur Glück, eine Fügung des Schicksals. Ich bin mir sicher, dass die Menschen aus der zweiten Gruppe diese 14 Lichter da sehr misstrauisch beäugen. Für sie steht die Sache 50:50, könnte schlimm sein, könnte gut sein, aber tief drin spüren sie, egal was auch passiert, dass sie allein sind, und das erfüllt sie mit Furcht.
Ja, solche Menschen gibt’s. Aber es gibt eine ganze Menge Menschen in der ersten Gruppe. Wenn sie die vierzehn Lichter sehen, dann sehen sie ein Wunder, und tief in ihrem Inneren spüren sie, egal was auch passiert, dass jemand da sein wird, um ihnen zu helfen, und das erfüllt sie mit Hoffnung.
Du wirst dich also fragen müssen, was für ein Mensch du bist. Gehörst du zu denen, die Zeichen sehen? Die Wunder sehen? Oder glaubst du, dass die Menschen einfach nur Glück haben? Oder betrachte es mal von der Warte: Ist es möglich, dass es keine Zufälle gibt? Gott geht mit. Hoffnung haben in jeder Situation kann nur der, der weiß, dass über ihm einer steht, der in jedem Moment sein Leben und das Schicksal und das Leben dieser Welt in seiner Hand hält. Das ist wirkliche Hoffnung, der erste Punkt.
Der zweite Punkt dazu, kann ich leider relativ wenig heute Abend sagen, der zweite Punkt heißt: Ich weiß, dass diese Welt hier mit ihrer Angst nicht alles ist. Für den Gläubigen ist es so, dass das Beste erst noch kommt. Und auch das hilft mir im Umgang mit Angst.
Der dritte Punkt: Ich weiß, dass Gott mich liebt. Gott ist am Kreuz für mich gestorben. Er hat seine Liebe bewiesen. Er muss sie nicht noch mal beweisen. Ich weiß schon, dass er mich liebt. Und deshalb kann ich sicher sein, dass da, wo in meinem Leben mir etwas begegnet, dass Gott weiß, was er tut, dass Gott dabei ist und Gott ist und in jeder Situation helfen kann und genau überlegt hat, ob diese Situation für mich dran ist oder nicht.
Drei Punkte, die den Umgang mit Angst für Gläubige leichter machen: Ich stehe der Welt nicht mehr allein gegenüber, Gott geht mit und schenkt mir die Kraft zum Durchhalten. Der zweite Punkt: Ich weiß, dass diese Welt nicht alles ist und dass das Beste erst noch kommt. Und der dritte Punkt: Ich weiß, dass Gott mich liebt. Das hat er bewiesen. Gott ist Gott und weiß, was er tut.
Es sind drei Punkte, die sich für den Gläubigen ändern, wenn er Angst hat. Mein Fazit war vorhin: Meine Beziehung zu Jesus, und es geht immer um Beziehung, ändert nicht meine Lebensumstände, aber, und das sollen diese drei Punkte deutlich machen, es verändert gravierend meinen Umgang mit den Quellen der Angst.
Und deshalb habe ich auch einen Autoaufkleber. Und auf meinem Auto steht: Try Jesus. Versuch es doch mal mit Jesus. Das ist die Einladung für heute Abend. Versuch es doch mal mit Jesus. Versuch doch, darüber nachzudenken, ob das, was du bisher weißt von ihm, vielleicht falsch sein könnte. Versuch darüber nachzudenken, ob diese Einladung, die heute ausgesprochen wurde, ob die echt sein könnte. Nutz die Chance, wenn du hier bist, sprich mit den Leuten und denke daran, dass Gott dir persönlich begegnen möchte, dir ganz persönlich.
Ich möchte noch beten.
Herr Jesus, wir wollen dir dafür danken, dass du auf diese Erde gekommen bist, um für die Schuld der Menschen zu sterben. Irgendwie müssen wir diese Barriere überwinden, die sich um unser Herz herum aufbaut. Ich bitte dich darum, dass du durch diese Barriere hindurchstößt in die Herzen der Menschen hinein, dass du diese Wand einreißt. Ich möchte dich darum bitten, dass du Glauben wachsen lässt. Ich möchte dich darum bitten, Herr Jesus, dass wir verstehen, wer wir sind, dass wir eine tiefe Sündenerkenntnis haben, dass wir uns selber nichts vormachen über unser Leben, dass wir begreifen, was es heißt, vor einem lebendigen und heiligen Gott zu stehen und einmal erleben zu müssen, wie er unser Leben richtet.
Herr, hilf, dass wir die Gelegenheit, diese Einladung, die du ausgesprochen hast, am Kreuz ergreifen. Bitte gib du dazu Gnade. Amen.

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