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Frohe Botschaft für alle mit Schuld, Scham und Angst

Fühlst du dich von Schuld, Scham und Angst runtergezogen? Jesus bietet keine billige Lösung, sondern echte Ruhe für Menschen, die nicht mehr können – heute und für immer.

Einleitung: Die Lasten des Alltags und die eigentliche Frage

Ich möchte dich ein bisschen mit hineinnehmen, ob du eine der folgenden Situationen erkennst.
Es ist mal wieder so ein ganz normaler Familienabend. Die Kinder streiten sich, eventuell schreit das Baby, und zudem ist das Abendessen natürlich noch nicht fertig. Und da ist dieser eine Satz auf einmal in deinem Kopf. Er legt sich auf deinen Körper als Gefühl: Ich kann nicht mehr.
Oder es war mal wieder einer dieser zermürbenden Arbeitstage. Du bist von Termin zu Termin, von Meeting zu Meeting geflitzt und gerannt, und du hast dich ehrlich gesagt gefühlt wie dieser Hamster im Rad. Und endlich bist du abends zu Hause, du liegst im Bett, und da ist diese eine kleine, leise Stimme in deinem Kopf: Was wird genügen?
Zu guter Letzt kennst du vielleicht auch das Gefühl, wenn du einen Fehler gemacht hast. Eventuell bist du beim Ausparken unglücklicherweise in der Garage hängen geblieben. Oder du hast zum wiederholten Mal im Leben einen wichtigen Termin vergessen und erneut hörst du die anderen schon sagen, die mal wieder behaupten: Wundert uns nicht, dass gerade dir das passiert.
Und es ist egal, in welcher Situation du dich gerade befindest, was du dabei fühlst, und es ist auch weniger wichtig, was wir jetzt alles schon beschrieben haben. Die Frage ist: warum? Warum erleben wir das?
Jeder Mensch erlebt Erschöpfung. Es gibt Momente, in denen man einfach schlapp ist. Die können einerseits körperlich sein und auch seelisch. Und so manch einer mag heute Morgen da sein, weil er sich mit einer Last auf dem Herzen durch den Alltag schleppt. Vielleicht hast du Scham, weil du versagt hast in der Familie, in der Erziehung oder im alltäglichen Leben. Vielleicht hast du Schuld, weil da Dinge in deinem Leben sind, über die man nicht sprechen möchte, und vor allen Dingen nicht du. Oder du hast Angst, Angst um die Zukunft, um den Job, um die Kinder oder um mich selbst.
Doch genau für solche Menschen, also für dich und für mich, finden wir im heutigen Bibelwort eine echte Ermutigung. Und so weit es möglich ist, lade ich dich dazu ein, aufzustehen. Wir wollen uns einen Vers, klassisch wie Spurgeon oft gemacht hat, heute etwas näher anschauen.
Wir lesen Matthäus 11,28, und dort heißt es: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.
Ich möchte noch kurz beten.
Herr Jesus, herzlichen Dank, dass wir wirklich auch jetzt so kommen können, wie wir sind. Du siehst, was der Alltag aus den letzten Tagen mitgebracht hat. Du weißt, was jeder Einzelne auf dem Herzen hat. Und so wollen wir jetzt beten, dass du unsere Herzen öffnest, dass du durch deinen Geist hineinwirkst und in unser Leben sprichst, durch dein gutes Wort. Wir vertrauen darauf, dass du da bist und unsere Herzensohren öffnest. Amen.
Ihr dürft bitte wieder Platz nehmen.
Die heutige Predigt trägt die Überschrift: Frohe Botschaft für alle mit Scham, Schuld und Angst. Ich möchte dazu mit euch drei Aspekte anschauen. Einmal Jesu Ruf: Kommt her zu mir. Dann möchte ich die Adressaten Jesu näher anschauen: alle, die ihr mühselig und beladen seid. Und zu guter Letzt möchte ich darüber nachdenken, was es heißt, Jesu Gabe zu haben: Ich will euch erquicken.
Und in den kommenden Minuten wird Gottes Wort zu dir sprechen. Ich hoffe, dass Gottes Geist an deine Herzenstür klopft und dass wir nachher nicht rausgehen und uns darüber unterhalten, ob Kylian Mbappé den Elfmeter schön versenkt hat oder nicht. Das ist nicht das Thema, sondern dass diese Botschaft heute neu dein Herz packt und es in deinem Leben zur Veränderung kommt. Denn Gottes Wort ist das, was uns im Hier und Heute Veränderung schenkt und Kraft.

Der Blick auf den Ursprung des Textes

Aber bevor wir jetzt in den Text hineinschauen, muss man ihn ganz kurz in das damalige Umfeld einordnen. Wir müssen uns vor Augen führen, in welche Situation dieses Wort hineingesprochen wurde.
Viele von uns kennen sicherlich bei ihrem Smartphone diese Zoomfunktion. Du möchtest ein Foto machen, es ist weit weg, und du zoomst heran. Man sieht etwas in der Ferne, ich nehme es ins Visier, und dann ziehe ich das Bild auf, damit ich es besser erkenne.
Genau dieses Prinzip möchte ich jetzt einmal auf unseren Bibeltext anwenden. Wir haben einen zweifachen Zoom.
Die erste Zoomstufe ist: Wir schauen auf den Verfasser, Matthäus, einen Zöllner. Das war übrigens die Bevölkerungsgruppe, die in Israel verachtet wurde. Warum? Zöllner galten als Handlanger der Römer. Die Römer waren die feindliche Besatzungsmacht, und man wusste: Zöllner, das sind geldgierige und gesellschaftlich geächtete Personen.
Matthäus ist also jemand, der sich mit Scham, Schuld und Isolation sehr gut auskannte. Und Jesus sagte in Matthäus 9,9: Folge mir nach. Wow, dieser Jesus Christus nimmt sich einer Person an, die von anderen gemieden wird.
Frage an dich: Erkennst du dich wieder? Ist es nicht genial, wie das Wort Gottes uns aufzeigt, dass der Schreiber dieses Evangeliums ein Mann ist, der selbst gewusst hat, was es bedeutet, Vergebung zu erfahren?
Wir zoomen etwas näher ran, die zweite Stufe. Wir schauen uns den Kontext an: Ablehnung und Einladung. Direkt vor Vers 25 lesen wir, dass ganze Städte die Botschaft von Jesus abgelehnt haben, in den Versen 20 bis 24. Und dann beginnt der Herr Jesus mit einem Gebet. In Matthäus 11,25 heißt es: Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
Interessant in diesem Kontext ist der Begriff Unmündige. Matthäus schreibt sein Evangelium vorrangig an eine jüdische Leserschaft. Und dann verstehen wir noch viel besser, was das bedeutet. Im Griechischen steht hier das Wort nēpios, das eigentlich mit Kinder zu übersetzen ist. Und der Begriff Kinder ist ein Bildwort für Menschen, die bescheiden sind, die nicht überheblich sind.
Jüdische Leser, denen das Alte Testament vertraut war, wussten, dass Gott manchmal ganz wunderbare Wege einschlägt und dass seine Führung unerwartet ist. Vor allem, wenn religiöse, weise Menschen hochmütig waren, dann wussten sie als jüdische Leser: Solchen versperrt Gott seine Weisheit, wenn ich hochmütig bin oder religiös oder fromm oder superchristlich.
Im Kontext unseres Textes waren das Menschen aus Chorazin, Bethsaida und Kapernaum. Sie hatten auf ihre Weisheit und Klugheit gebaut, statt mit Gottesfurcht auf die Botschaft des Herrn Jesus zu reagieren. Im Endeffekt haben diese Menschen genauso reagiert, wie es die Religiösen im Alten Testament taten.
Andererseits wussten die Leser auch: Wenn ich Gottes Gnade erkenne und mich unter ihn beuge, wenn ich demütig bin, dann offenbart sich Gott diesen Menschen in seiner völligen Größe, in seiner völligen Hingabe. Solche Menschen, die sich so vor Gott hinbewegen, das sind Menschen, die der Bibeltext als unmündige beziehungsweise als Kinder bezeichnet.
Meine Frage heute Morgen erst einmal an dich: Zu welcher der beiden Gruppen gehörst du? Bist du ein religiös-frömmiger Hochmütiger oder bist du ein demütiges Kind? Worauf baust du? Ist es dein Intellekt, dein Bibelwissen, deine Gemeindezugehörigkeit, vielleicht deine Weisheit? Oder bist du jemand, der sagt: Herr, wie dieser Zöllner, hier bin ich. Ich habe eigentlich gar keine Ahnung. Herr, ich kann meinen Blick nicht mal heben, aber ich möchte zu dir kommen. Ich möchte von dir lernen.
Merken wir, dass die Bibel kein verstaubtes Buch ist. Sie ist brandaktuell. Und das Geniale ist: Diese Botschaft, die damals so wachrüttelnd war, spricht genau in unser Heute hinein. Denn die Einladung, die der Herr Jesus spricht, geht an all die Menschen heraus, die mühselig und beladen sind.
Und ich glaube, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann sitzt heute hier eigentlich jeder, und hier steht einer, der mühselig und beladen ist. Und deswegen schauen wir jetzt auf die frohe Botschaft mit diesem kindlichen Herzen.
Wir kommen zum ersten Punkt: Jesu Ruf kommt her zu mir. Das sind vier Worte: Kommt her zu mir. Es ist wie ein Ruf. Die Lutherbibel fügt da die Überschrift Heilandsruf ein. Überschriften sind nicht inspiriert, sie dienen nur dazu, sich schneller im Bibeltext zu orientieren. Aber manchmal sind sie ganz gut.
Es ist ein Ruf, das erkennt man aus dem Textzusammenhang. Jesus richtet diese Worte an einen größeren Hörerkreis. Kommt her ist ein Ruf der Ermutigung, aber auch der Herausforderung. Und das passt wieder zu diesen Unmündigen. Wenn ich klug bin, wenn ich mich für weise halte, dann brauche ich niemanden, zu dem ich gehe. In Demut kommst du vielleicht zu mir, weil ich so klug bin und dir etwas geben kann. Ich weiß ja von allem Bescheid.
Ein Unmündiger, der kommt wie ein Kind, der braucht Hilfe und er fragt. Und gerade du, wenn du Angst hast, wenn du Schuld oder Scham hast, dann bist du herausgefordert, dich aufzumachen. Wohin sollst du gehen? Jesus sagt: zu mir. Das meint die persönliche Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Und es geht bei diesem Ruf jetzt nicht um eine bestimmte Lehre der Gemeinde, um eine bestimmte Kirchenzugehörigkeit, sondern es geht schlicht erst einmal darum, zu Jesus Christus zu kommen. Und wir haben das nicht abgesprochen: Johannes 14,6 sagt es ja ganz klar: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als durch mich.
Das ist der Anspruch, den Jesus Christus stellt, auch in unserer heutigen pluralen Gesellschaft. Es gibt nur einen einzigen Weg zur ewigen Herrlichkeit, das ist der Glaube an Jesus Christus. Alles andere sind Irrwege.
Und wenn du heute da sitzt, weil du Angst, Schuld oder Scham hast, dann gilt genau dir dieser Ruf. Jesus kümmert sich um deine Ängste. Er weiß, dass du dich vielleicht schämst, und er nimmt dir deine Schuld weg, wenn du glaubst.
Aber damit das gelingt, muss er rufen. Warum macht Jesus sich auf und ruft? Ich möchte das in einem Alltagsbeispiel zeigen, was vielleicht den Herrn bewegt hat.
Einige von euch haben ja Kinder. Manch einer war gestern da, manch einer ist heute da, oder du bist Großonkel, du hast Enkelkinder. Und dann kennst du sicherlich folgende Situation. Bei euch ist das auch sehr gut zu erkennen: Wir sind natürlich alle nach dem Gottesdienst, wir laufen raus, und dann gibt es da eine Straße. Und es ist klar: Was machen Kleinkinder? Die sind ja wuselig und schnell und flott unterwegs.
Es geht los, sie rennen, rennen, rennen, und du siehst ja als Erwachsener: Oh, da ist die Straße. Und weil du schon ein bisschen größer bist, siehst du, da hinten kommt der Lkw. Und was wirst du machen? Halt! Du wirst automatisch rufen. Warum? Weil du dein Kind beschützen willst.
So wie wir Erwachsene unsere Kinder schützen wollen, so möchte Gott die Mühseligen und die Beladenen schützen. Und jeder, der eben nicht klug und weise ist und nicht auf seine eigene Stärke baut, der ist hier angesprochen. Nicht umsonst heißt es ja im weiteren Verlauf alle.
Und so kommen wir zum zweiten Aspekt: Jesu Adressaten, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Die Adressaten von Matthäus, die waren stark im jüdischen Denken verortet. Einerseits war ihr Glaubensleben dadurch geprägt, dass sie stark von den jüdischen Gesetzesforderungen bestimmt waren.
Es gibt im Alten Testament 613 Gebote, und ein Rabbi hat es mal systematisiert. Die 613 Gebote teilen sich auf in 248 Gebote und in 365 Verbote. Interessant: für jeden Tag eins. Und diese 613 Gebote decken viele Bereiche des Lebens ab. Sie sprechen über das Verhältnis zu Gott, Opfergesetze, Feste, den Sabbat. Es geht um ethisches Verhalten: Wie bin ich gerecht? Wie ist meine Ehrlichkeit? Es geht um Reinheitsvorschriften, es gibt Ernährungstipps, und natürlich wird das soziale und das rechtliche Leben in Israel geregelt.
Und jetzt mal ganz unter uns: Ich finde schon die zehn Gebote teilweise sehr schwer aufzuzählen, ich kann sie mir ja kaum merken. Wie soll das mit 613 gehen? Aber das ist Kindergarten, denn im Judentum gab es ja so ein paar schlaue Leute, die haben sich weitere Sachen ausgedacht. Die Rabbiner haben dann die Mischna entwickelt, die Gemara, die Halacha entwickelt und noch zahlreiche Zusatzgebote und Regelungen. Das geht bis in die Tausende an Vorschriften, an Geboten.
Und ich sage mal so, rein mathematisch: Schon 613 ist viel, aber an die Tausende? Wie soll ich das in meinen Kopf kriegen? Es fällt mir schon schwer, die zehn Gebote am Stück runterzuzählen. Und ich glaube, wenn wir uns das mal vorstellen, dann bekommt der Begriff mühselig und beladen noch einmal eine ganz andere Konnotation. Wir merken: Die Leute waren wirklich mühselig und beladen von diesen ganzen Gesetzen.
Interessant ist ja, dass eigentlich das Gesetz einen ganz anderen Zweck hat. Du sollst nicht anfangen, die Regeln abzuarbeiten, sondern das Gesetz unterstreicht eigentlich vielmehr den Ruf zu mir. Das haben ja auch die Galater lernen müssen. In Galater 3,24 heißt es: Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister oder unser Erzieher gewesen, auf wen? Auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
Kein Mensch wird dadurch gerettet, dass er das Gesetz hält. Er wird allein gerettet, wenn er sein Vertrauen auf Jesus Christus setzt. Und deswegen steckt in diesem alle die ehrliche Suche nach einer Gemeinschaft mit Gott.
Genauso wie heute, genauso wie damals, gibt es auch heute religiöse Angebote, noch und nöcher. Und sicherlich gab es wie damals auch Juden, die wirklich aus bester Überzeugung versucht haben, diese Vorschriften einzuhalten, weil sie Gott gefallen wollten. Und genauso gibt es vielleicht auch hier in der Gemeinde jemanden, der aus allen möglichen Gründen versucht, Gottes Gebote irgendwie einzuhalten.
Aber so wie damals müssen wir uns neu bewusst machen: Wenn wir das tun, dann sind wir mühselig und beladen, und dann sind wir nicht bei Christus. Denn kurz vor unserem Text erfahren wir, wie Jesus die Mühseligen und Beladenen wahrnahm. In Matthäus 9,36 sagt er: Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und hingestreckt waren wie die Schafe, die keinen Hirten hatten.
Trotz aller Anstrengung, aller Gesetzlichkeit haben die Menschen damals nicht erkannt, wer eigentlich die wahre Quelle des Lebens ist. Sie haben so sehr aus sich selbst herausgearbeitet. Und dasselbe geschieht doch auch heute, wenn Menschen außerhalb der Bibel irgendwie versuchen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen.
Egal, ob du jetzt in die sozialen Medien gehst, ob du irgendwelche spirituellen Praktiken praktizierst, sogenanntes christliches Yoga oder irgendwelche religiösen Praktiken: Wir beten irgendwelche Götzen an oder sonst was. Wer nicht zu Jesus kommt, wird Gott nicht finden.
Und sehr anschaulich wird uns das in Kolosser 2,18-20 gesagt: Lasst eure Rettung deshalb von niemandem in Frage stellen, schon gar nicht von solchen Leuten, die sich in falsch verstandener Demut gefallen, Engel zu verehren und sich dabei stolz auf ihre Visionen berufen. Wenn ihr ein bisschen medial unterwegs seid, es sind genau die Themen unserer Zeit. Diese Menschen haben nicht den geringsten Grund, sich derart aufzuspielen. Sie drehen sich jedoch nur um sich selbst und halten sich nicht mehr an Christus, der doch das Haupt der Gemeinde ist, denn nur von ihm her kann die Gemeinde als sein Leib zusammengehalten werden und gestützt durch die verschiedenen Gelenke und Bänder so wachsen, wie Gott es will.
Wenn ihr nur mit Christus gestorben seid, dann seid ihr auch von den Mächten und Zwängen dieser Welt befreit. Und hier spricht er genau in dein Leben. Welchen Zwang und welche Macht knechtet dich momentan? Jesus spricht heute Morgen zu dir.
Weshalb unterwerft ihr euch dann von Neuem ihren Forderungen und lebt so, als wäre diese Welt für euch maßgebend? Weshalb lasst ihr euch vorschreiben: Du darfst dieses nicht anfassen, jenes nicht essen, und du musst dich von ganz bestimmten Dingen fernhalten? Hören wir da unsere ganzen Ernährungswissenschaftler, die uns alle erklären, was gesunde Ernährung ist, damit unser Körper lebt? Hören wir die Klimaaktivisten, die uns erzählen, dass wir den Planeten retten, und so weiter und so fort, die ganzen Ismen, die ganzen Ideologien, die wir heutzutage haben. Sie alle sind doch dazu da, dass man sie für sich nutzt und verzehrt. Warum also lasst ihr euch noch Vorschriften von Menschen machen?
Möglich, dass manche, die danach leben, den Anschein von Weisheit erwecken. Schließlich glänzen sie mit ihrer selbst erdachten Frömmigkeit, geben sich dabei auch noch bescheiden und schonen bei asketischen Übungen ihren Körper nicht. Doch das alles bringt uns nicht Gott näher, sondern es dient ausschließlich menschlichem Ehrgeiz und menschlicher Eitelkeit.
Bitte lies deine Bibel, damit du vor diesen ganzen Ideologien verschont bleibst, damit du ein Handwerkszeug hast, damit dein Denken durch Gott geprägt wird.
Es gibt aber neben der Frömmigkeit und der aufrichtigen Suche noch eine dritte Komponente, und das ist wohl die bedeutendste: Die Bibel spricht davon, dass wir Sünder sind. Auch wenn die Zeitgenossen von Matthäus Juden waren, hatten sie deswegen nicht automatisch einen Stein bei Gott im Brett. Ihre ethische Ausrichtung hat ihnen nicht geholfen, denn die biblische Lehre über den Menschen ist sehr klar.
 Psalm 14,2-3 sagt: Der Herr hat vom Himmel her niedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob einer verständig da sei, einer, der Gott sucht. Alle sind sie abgewichen, alle sind verdorben, da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Und in Römer 3,23 erfahren wir: Denn alle haben gesündigt und erreichen die Herrlichkeit Gottes nicht. Das ist unser Zustand, wenn Gott auf dich als Mensch schaut. Du bist nicht kompatibel für Gott, weil du im Zustand der Sünde geboren bist.
Und Jesus wird das sehr deutlich in Matthäus 5,18-19. Er sagt: Was aber aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Und jetzt darfst du dich selbst prüfen, denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken.
Wer ist heute Morgen Auto gefahren und hat schon gedacht: Der Typ da vor mir hat überhaupt keine Ahnung? Mord, ja, Bruder XY ist heute dran. So, Thema erledigt, Jesus hat das als Mord definiert. Ehebruch? Ja, der Frau hinterhergeguckt und gedacht: Wow, die hat ein cooles Kleid. Und dann weitergedacht. Okay, erledigt. Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung. Ich glaube, ich habe euch alle erwischt. Nicht ich, sondern Gottes Wort. Es zeigt uns auf, wie unser Herz ist. Wir sind verdorben.
Und gerade in diesem Kontext unseres Themas sind wir doch alle durch die Sünde verdorben, wir haben alle Schuld vor Gott. Weil wir schuldig sind, weil wir Sünder sind. Wir haben vielleicht Angst vor Gott, weil Gott heilig und gerecht ist. Und vielleicht haben wir Scham vor Gott, weil er heilig ist. Und wir brauchen etwas, das uns hilft.
Der Puritaner Matthew Henry sagt, dass mühselig und beladen sein wie folgt ist: Alle, die sich der Sünde als Last bewusst sind und unter ihr ächzen. Sie sind eingeladen, in Christus zu ruhen.
Und ich frage mich heute selbst: Ächze ich noch, wenn ich gesündigt habe, oder wische ich es einfach nur weg, wie beim Smartphone, weg swipen? Leide ich noch darunter, wenn ich weiß, ich habe Gott entehrt, oder ist mir das alles völlig egal? Sie sind nicht nur von der Bosheit der Sünde überzeugt, ihrer eigenen Sünde, sondern auch zerknirscht in ihrer Seele über sie. Haben wir das noch? Warum haben die Puritaner das so empfunden? Warum erleben wir es im 21. Jahrhundert so wenig? Ich glaube, uns ist nicht bewusst, wie verdorben wir sind.
Und das Geniale ist jetzt, dass der Herr Jesus sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Das ist diese frohe Botschaft für all jene, die mit ihrer Schuld vor Gott kämpfen, die sich vor Gott verstecken, weil sie sich schämen, und die vielleicht auch Angst haben, weil sie wissen: Ehrlich gesagt, ich habe Sünde in meinem Leben.
Ich möchte dazu eine bekannte Begebenheit erzählen. Was meint Jesus mit seiner Aussage? Das kann man sehr schön an einer biblischen Geschichte sehen.
Wir springen mal kurz zweitausend Jahre zurück. Es ist brütend heiß. Eine Frau schleicht zum Brunnen, es ist Mittagszeit. Warum mittags? Normalerweise gingen die Frauen morgens oder abends Wasser holen. Das taten sie gemeinsam, um wie üblich zusammen zu gehen. Man geht ja nicht alleine aufs Klo, sondern zu zweit, und kann da noch ein bisschen reden oder lachen.
Aber bei dieser Frau war irgendetwas anders. Sie schämt sich. Man redet im ganzen Dorf über sie. Fünf Beziehungen hat sie schon gehabt, heute lebt sie mit einem Mann, der ist nicht einmal ihr Ehemann. Das war schon damals ein Skandal. Heute bist du vielleicht dafür gehypt, du hast viel Erfahrung gesammelt. Da hat sich etwas völlig verschoben in unserer Wertigkeit.
Sie trägt eine schwere Last von Schuld. Vielleicht hat sie falsche Entscheidungen getroffen, vielleicht wurde sie innerlich verletzt und immer wieder auch enttäuscht von ihren Partnern, und jetzt ist sie innerlich zerbrochen. Deswegen gibt es auch keine Ehe. Und sie hat natürlich Angst. Angst, dass ihr Leben nie wieder gut wird, dass sie immer die Ausgestoßene bleibt, dass sie vielleicht nie mehr die Person sein kann, die Liebe empfängt und die Liebe gibt.
Aber an diesem heißen Tag sitzt eine Person an diesem Brunnen, und diese Person spricht sie an. Das allein ist schon unfassbar. Ein Jude spricht eine Frau an, und zwar eine Frau aus Samarien. Wer ein bisschen Bibelwissen hat, weiß: Juden und Samariter, nicht so die besten Freunde.
Und Jesus kennt ihre Geschichte. Er spricht sie offen an, aber nicht, um sie bloßzustellen, sondern um sie freizumachen. Sinngemäß sagt er: Ich weiß, wie dein Leben aussieht. Ich weiß um deine Schuld, ich kenne deine Scham, ich kenne deine Angst, aber ich habe etwas für dich: lebendiges Wasser, ich habe eine neue Hoffnung, ich habe einen Neuanfang.
Und dann passiert etwas im Herzen der Frau. Sie spürt: Hier ist jemand, der mich nicht verachtet. Hier ist jemand, der mich kennt und trotzdem liebt. Hier ist jemand, der meine Schuld vergeben kann. Und hier ist jemand, der meine Scham und meine Angst einfach wegnehmen kann.
Und das Krasse ist: Sie lässt diesen Wasserkrug stehen, sie rennt ins Dorf, und sie fängt an, den Leuten davon zu erzählen. Die Frau, die sich versteckt hat, erzählt allen: Kommt und seht, da ist einer, der mein ganzes Leben kennt und mich nicht verurteilt, sondern mir ein neues Leben schenkt.
Das ist die erste Missionarin der Bibel. Das zeigt die Wertschätzung des Christentums gegenüber der Frau. Wir sind keine Religion der Unterdrückung. Unsere Religion wertschätzt die Frau im Vergleich zu allen anderen Religionen auf der Welt, wie die Frauen immer wieder an wichtigen Punkten sind. Wenn man das hat, kann man die ganze Debatte schnell erledigen.
Sie hat erlebt, wie die frohmachende Botschaft ihre Schuld wegnimmt, ihre Angst besiegt und ihre Scham bedeckt. Und das ist die frohe Botschaft, das ist das Evangelium Gottes.
Und deswegen sagt der Herr Jesus: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe geben. Egal, was in deinem Leben war, egal, was du mit dir herumschleppst – Scham, Schuld und Angst –, Jesus lädt dich heute Morgen ein. Bei ihm findest du echte Vergebung, echte Freiheit, neues Leben.
Der Herr Jesus hat sich auf den Weg gemacht, genau wie damals die Frau am Jakobsbrunnen. So wartet er auch heute auf dich, genau wie damals bei dieser ausgestoßenen Frau.
Warum macht Jesus das? Der Grund ist relativ einfach. Er will uns etwas geben. Und so kommen wir zum dritten Punkt, zu der Gabe, die der Herr uns geben möchte. Er sagt: Ich will euch erquicken.
Nach dem Ruf und der Einladung folgt nun der Zuspruch. Zunächst einmal mag das Wort erquicken in unseren Ohren etwas altmodisch klingen. Wenn man dem Begriff im Griechischen nachschlägt, so zeigt sich, dass man dafür auch Ruhe schaffen oder ausruhen übersetzen kann.
Und schnell kommt man jetzt vielleicht zu einer Meinung: Aha, Gott will, dass ich nichts mehr tue. Herzlich willkommen in unserer Gesellschaft: Vier-Tage-Woche bei bester Bezahlung, work-life-balance oder life-work-balance, besser gesagt. Wer so denkt, der missachtet klare biblische Aussagen.
Was schließen wir daraus, liebe Freunde? Ihr habt immer befolgt, was ich euch weitergegeben habe. Hört aber nicht nur auf mich, wenn ich bei euch bin, sondern erst recht während meiner Abwesenheit: Arbeitet mit Furcht und Zittern an eurer Rettung, und doch ist es Gott allein, der beides in euch wirkt. Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt. Als Christen sind wir nicht zum Chillen da. Philipper 2,12-13. Wer Christ ist, der ist nicht passiv in seiner Nachfolge, sondern aktiv.
Dann gibt es ein weiteres Missverständnis: Wenn ich an Jesus Christus glaube, dann bin ich alle Probleme los, alle Sorgen los, dann lebe ich immer auf Wolke sieben, der Wohlstand zieht bei mir ein, ich werde auch nicht mehr krank und so weiter und so fort. Das ist die Botschaft des sogenannten Wohlstandsevangeliums. Diese Lehre behauptet, dass Gott materiellen Wohlstand schenkt, körperliche Gesundheit und Erfolg im Leben. Wenn ihr solche Prediger hört, bitte ausschalten, nicht weiterhören, falsches Evangelium, Irrlehre. Denn sie glauben, es reicht, wenn du dich nur glaubst, und dann ist alles voll okay.
Ich glaube, dass solch ein Verständnis von sich ausruhen oder Ruhe geben ein ganz fataler Trugschluss ist. Wir lesen in Johannes 16,33: Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.
Oder in 2. Thessalonicher 1,4-5: Wir sind stolz auf euch und stellen euch den anderen Gemeinden als leuchtendes Vorbild hin. Wie treu und standhaft ertragt ihr jedoch alle Verfolgungen und Leiden. Sie sind ein sicheres Zeichen dafür, dass Gott gerecht richten wird und dass ihr würdig seid, Anteil an seinem Reich zu haben, denn es ist ja sein Reich, für das ihr leidet.
Wir sehen: Gottes Wort stellt Christen nicht ein Leben in Ruhe auf Wolke sieben im Hier und Jetzt in Aussicht. Das, was wir hier erleben, ist nicht der Normalzustand der Christenheit. Der Normalzustand ist: Du wirst verfolgt um des Glaubens willen. Wir leben in einer absoluten Sondersituation, dass wir hier so zusammensitzen dürfen.
Auch als Jesusnachfolger muss ich mich mit dem Mühseln des Lebens herumschlagen. Ich habe Sünde, ich habe Nöte, ich habe Krankheit, ich habe Sorgen, ich habe Schuld, ich habe Ängste und ich habe Scham und so weiter und so fort. Wir müssen deshalb den Kontext beachten und die damalige Lebenssituation.
Die Menschen im Text und die Leser waren jüdisch, ihr Denken war vom rabbinischen Judentum geprägt. Einmal kurzer Reminder: 613 Gebote, 248 Tun-Gebote und 365 Verbote. Und so war vielfach die Haltung verbreitet: Wer das Gesetz hält, der wird vor Gott gerecht dastehen. Das ist Werkegerechtigkeit, das zeigt sich bei den Pharisäern der damaligen Zeit. Man meinte, in meinem guten Tun beweise ich, dass ich Gott so sehr liebe, und dann kriege ich automatisch die Fahrkarte in Richtung Himmel.
Leider ist dieses Denken auch heute noch in vielen Köpfen. Gerade wenn du ein angstbesetzter oder schuldbeladener oder ein sich schämender Mensch bist, fällst du auf solche religiösen Irrwege superschnell rein. Du bist dafür einfach empfänglich.
Und wie gut ist es, dass die Bibel klare Aussagen macht. Galater 2,16: Aber wissend, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus, haben auch wir an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird. Römer 3,20: Darum wird aus Gesetzeswerken kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden, denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
Aber was meint jetzt Jesus damit, wenn er von Ruhe schaffen spricht? Zunächst einmal unterstreicht er das, was wir schon im ersten Punkt gesehen haben: Es geht nicht darum, in irgendeine Kirche, in eine Denomination oder in eine Lehre zu gehen. Es geht auch nicht um irgendwelche Formen und Praktiken, die Ruhe schaffen, sondern es geht um eine persönliche Glaubensbeziehung im Vertrauen auf Jesus Christus.
Jesus ist mit den Juden im Dialog, und für sie war auch ein wichtiges Thema die Ewigkeit. Deshalb meint er mit erquicken einen weiteren Aspekt, nämlich die ewige Ruhe. Das macht Jesus deutlich: Er befreit den Menschen nicht von allen Lasten des Lebens im Hier und Jetzt, aber er schenkt eine Klärung der Frage, wo werde ich nach dem Tod sein.
Und ich sage meinen Schülern immer wieder: Ich habe keine Angst vor dem Tod, weil mein Erlöser lebt. Aber vor dem Sterbensprozess, da habe ich Respekt, und ich hoffe, dass der Herr mich vorher entrückt. Aber ich weiß es nicht, vielleicht muss ich auch durch den Weg gehen. Aber weil ich eine persönliche Glaubensbeziehung zu Jesus Christus habe, weiß ich, was nach dem Tod kommt.
Und das ist die Hoffnung, die die Kirche vielleicht auch wieder vergessen hat zu betonen. Wir haben eine Hoffnung, die über den Tod hinausgeht. In 1. Johannes 5,10-13 heißt es: Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich selbst. Wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott bezeugt hat über seinen Sohn. Und dies ist das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Ewige Heilsicherheit in Jesus Christus. Safe in Christus, ich werde nicht herausgerissen. Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.
Das ist für mich die wichtigste Frage, die Menschen mit Angst, Schuld und Scham klären müssen: Wo verbringe ich die Ewigkeit? Die Bibel lehrt klar einen doppelten Ausgang. Johannes 14,2-3, Markus 9,43-48, das sind Bibeltexte, die eindeutig zeigen: Es gibt später einen doppelten Ausgang, ewiges Heil im Himmel bei Christus, ewige Verdammnis in der Hölle.
Unser Bibeltext betont, dass, wer mühselig und beladen ist und dem Jesu Ruf folgt, ewige Ruhe finden wird. Und wer Frieden mit Gott hat, der ist sicher. Ich habe keine Angst mehr, ich habe keine Scham mehr, die mich regiert, und die Schuld, die mich dauernd anklagt.
Ich möchte das einmal auf unseren Alltag übertragen. Ruhe von Schuld und Sünde: Wer beladen ist mit Scham, Schuld und Angst, bekommt bei Jesus Vergebung und Frieden mit Gott. Römer 5,1-2. Du hattest es angesprochen: Ich bekomme Ruhe im Herzen, nicht nur äußerlich, sondern innerlich. Ich bekomme die Ruhe für meine Seele. Das ist ein Frieden, der tiefer geht als meine ganzen Umstände.
Wir haben jetzt einen Bruder beerdigt, der an Krebsleiden hatte, und meine Frau hat ihn vor ein paar Monaten im Baumarkt getroffen und hat gesagt: Diese Krankheit hat mich so tief in die Beziehung zu Gott gebracht, ohne die Krankheit wäre ich wahrscheinlich nicht dorthin gekommen. Seine Kinder haben bezeugt, dass er in einem so tiefen Frieden heimgegangen ist. Das ist der Frieden, den Gott schenkt, trotz schrecklicher äußerer Umstände. Es war kein leichter Weg mit Chemo und allem, aber tiefer innerer Frieden.
Und gerade in unserer Leistungsgesellschaft: Ich bekomme Ruhe. In Jesu Zeit standen viele unter der religiösen Last. Immer mehr Gebote, immer mehr Pflichten. Aber wenn du zu Jesus kommst, wirst du gerade von dieser religiösen Leistung befreit. Und vor allen Dingen die zukünftige Ruhe. Ich habe eine Ewigkeit, wo ich mit Petrus fischen gehen kann, wo ich mit Paulus debattieren kann, was er denn mit seinem Epheser-Satz gemeint hat, warum musste der so lang sein, hätte es nicht einfacher sein können, und so weiter und so fort. Tolle Aussichten, weil Jesus sie mir geschenkt hat.
Weil ich eine Hoffnung habe, die über das hinausgeht, was ich hier habe. Ich weiß nicht, ob du ein Kind Gottes bist, doch heute hat Jesus vielleicht erstmalig oder erneut zu dir gesprochen. Und dieser Ruf von Jesus gilt ganz persönlich dir.
Wenn dein Herz berührt ist, dann folge doch bitte dem Aufruf Jesu, setze dein Vertrauen auf Jesus Christus und werde frei von Schuld, Scham und Angst. Jesus selbst sagt zu Beginn seines Wirkens: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Dann ist er im Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus, und er betont: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Und im Römerbrief lesen wir in Kapitel 10,9-11: Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden. Denn die Schrift spricht: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.
Deswegen handle bitte heute, morgen kann es zu spät sein. Und wenn du ein Kind Gottes bist, dann darfst du auftanken, dann darfst du dich bei dem lebendigen Gott erquicken lassen.
Zu Beginn haben wir gesehen, dass wir alle in einem Boot sitzen, ob es nun Familie ist, Ehe, Beruf oder Alltagssituation, jeder von uns schleppt sich doch mit Lasten herum. Scham, weil man versagt hat, Schuld, weil Dinge da sind, über die ich nicht sprechen möchte, und Angst um die Zukunft.
Dieser eine Vers heute, das Bibelwort, hat uns doch aufgezeigt, wo wir echte Ruhe finden, wenn wir Angst, Scham und Schuld haben. Jesus ruft uns heute zu sich. Er möchte angstbesetzten, schuldbeladenen und schambedeckten Menschen Frieden mit Gott schenken, damit sie keine Angst vor der ewigen Verdammnis haben.
Und dieser Ruf gilt allen, die mühselig und beladen sind, damit sie innere Ruhe erhalten und nicht mehr Getriebene sind. Christus trägt unsere Angst, Schuld und Scham, und so dürfen wir in seiner Gnade leben, jeden Tag. Schlussendlich will er die Demütigen erquicken und ihnen zukünftige und ewige Ruhe schenken.
Und so möchte ich die Worte aus 1. Thessalonicher 5,23 euch als Segen zusprechen: Möge Gott, von dem aller Friede kommt, euch helfen, ein Leben zu führen, das ihm in jeder Hinsicht gefällt. Er bewahre euch ganz und gar, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus kommt. Amen.

Wissen. Lesen. Glauben.

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