Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 713
Die Frage nach der Auferstehung, Teil 4
Die doppelte Grenze menschlicher Erkenntnis
Schauen wir uns noch ein wenig die Antwort Jesu auf die Frage der Sadduzäer an. Matthäus 22,29: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.
Wir haben es hier mit zwei Dingen im Leben zu tun, die wir niemals unterschätzen dürfen: die Schriften und die Kraft Gottes.
Zuerst einmal ist da die Bibel. Wir sollten Aufwand betreiben, damit uns der Vorwurf des Herrn Jesus an die Sadduzäer nicht auftrifft. Lasst uns Experten sein im Nachdenken über biblische Zusammenhänge. Nicht jeder ist ein Bibellehrer und hat Interesse an Hermeneutik und Grammatik, aber jeder Christ sollte lehrfähig sein, so wie Paulus es dem Timotheus schreibt. 2. Timotheus 2,24: Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam.
Da haben wir es: Ein Knecht des Herrn, und das sind wir alle, sollte lehrfähig sein. Lehrfähig heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Christ in der Lage sein sollte, die zentralen Lehren der Bibel anderen zu erklären. Es geht also weniger um Spitzfindigkeiten und Sonderthemen als vielmehr um die großen Zusammenhänge, um praktische Lebensführung und um ein gesundes geistliches Leben.
Man sieht das ganz schön, wenn man Titus 2 liest, wo Paulus definiert, was er für gesunde Lehre hält. Darf ich an dieser Stelle noch einen Tipp geben? Achtet darauf, dass ihr euch beim Thema Gebet besser auskennt als beim Thema Endzeit. Macht gute Werke zu einem größeren Fokus als die Suche nach dem Antichristen. Und entwickelt mit ganz viel Engagement die unterschiedlichen Aspekte der Frucht des Geistes, also Dinge wie Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit.
Diese Charakterzüge, die uns Jesus ähnlicher machen, sind das Herzstück des geistlichen Lebens. Und wir tun gut daran, wenn der Kern sich auch in unserem Umgang mit den Schriften wiederfindet.
Es grenzt für mich ans Absurde, wenn ich auf Christen treffe, die sich hervorragend in der Offenbarung auskennen, aber keine Ahnung davon haben, wie man nach dem Vaterunser ein tiefes Gebetsleben strukturiert. Ich hoffe, ihr versteht meinen Punkt. Es geht mir nicht darum, jemanden anzugreifen.
Matthäus 22,29: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.
Was die Auferstehung verändert
Die Sadduzäer kennen neben den Schriften auch die Kraft Gottes nicht. Was meint Jesus damit? Lesen wir weiter: Matthäus 22,30.
Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel.
Die Kraft Gottes besteht darin, dass er nicht einfach Menschen zum Leben erweckt, sondern zu einem erneuerten und veränderten Leben. Wir dürfen die Auferstehung nicht als eine bloße Fortsetzung des irdischen Lebens verstehen. Es werden sich Dinge ändern.
Eine Sache, die sich ändern wird, ist die Ehe. In der Ewigkeit bei Gott wird man nicht mehr heiraten, und man wird auch nicht mehr verheiratet. „Heiraten“ bezieht sich im Text auf den Ehemann, der sich eine Frau sucht. „Verheiratet werden“ meint das Verhalten der Brauteltern, die ihre Tochter einem Mann zur Frau geben. Beides wird es nicht mehr geben. Die Ehe wird es nicht mehr geben.
Warum? Schauen wir uns an, wozu es die Ehe gibt. Zum einen ist die Ehe dazu da, Nachkommenschaft hervorzubringen.
1. Mose 1,27-28Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde und macht sie euch untertan, und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.
Maleachi 2,15Und hat er sie nicht zu einem gemacht, zu einem Fleisch, in dem Geist ist? Und was erstrebt das eine? Nachkommenschaft von Gott.
Das ist ein Grund für die Ehe: Kinder.
Aber es gibt natürlich noch einen zweiten Grund für die Ehe. Und dieser Grund hat mit Freundschaft, Intimität und Zweisamkeit zu tun. Eine Ehe ist auch eine Genussgemeinschaft, ein Ort, wo man Hilfe erfährt, sich aber auch mit guten Worten und Gefühlen beschenkt. Die Eheleute sollen ein Fleisch werden.
Hören wir dazu Salomo als Philosophen und als Liebhaber.
Prediger 4,9-10Zwei sind besser daran als ein einzelner, weil sie einen guten Lohn für ihre Mühe haben. Denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Gefährten auf. Wehe aber dem Einzelnen, wenn er fällt und kein zweiter da ist, ihn aufzurichten.
Hohelied 4,10-11Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, meine Braut, wie viel köstlicher ist deine Liebe als Wein und der Duft deiner Salben als alle Balsamöle! Wabenhonig träufeln deine Lippen, meine Braut; Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und der Duft deiner Gewänder gleicht dem Duft des Libanon.
Das ist Grund Nummer zwei: Eine Ehe ist dazu da, dass zwei Menschen einander mit Gutem beschenken, mit Momenten der Intimität und der puren Freude.
Und dann gibt es sogar noch einen dritten Grund.
Epheser 5,31-32Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.
Das Zueinander von Mann und Frau in der Ehe ist ein Vorbild auf eine andere Beziehung. Und zwar auf die Beziehung von Jesus Christus zur Gemeinde der Gläubigen.
Die Frage lautete: Warum wird es in der Ewigkeit keine Ehe mehr geben? Und die Antwort geht so: Es wird keine Ehe mehr geben, weil wir genug Gläubige sein werden und weil wir in der Begegnung mit Jesus eine Qualität von Liebesbeziehung erfahren werden, die schöner und inniger sein wird, als eine gute Ehe je sein könnte.
In der Ewigkeit wird sich das Konzept Ehe auf vollkommene Weise erfüllen.
Die kommende Freude übertrifft alles Vertraute
Ja, aber Jürgen, werden wir dann nichts vermissen? Also vielleicht nicht alle, aber alle, die glücklich verheiratet waren.
Darüber habe ich tatsächlich auch nachgedacht. Und dann fiel mir etwas auf. In meinem Leben gibt es zwei Frauen, von denen ich hin und weg war. Die erste Frau war meine Sandkastenfreundin, für die ich als kleiner Junge schwärmte. Die zweite Frau ist meine jetzige Ehefrau, die ich als Siebzehnjähriger auf einer Silvesterparty kennenlernte.
Beide Frauen haben mich in ihren Bann gezogen, aber auf unterschiedliche Weise. Und als die zweite kam, war die erste definitiv vergessen. Da habe ich nichts vermisst.
Und genau so wird es im Blick auf Jesus sein. Wenn er kommt, werden wir eine Qualität von Beziehung erleben, die uns auch die schönste Ehe so sehen lässt, wie ich heute auf die Zeit mit meiner Sandkastenfreundin zurückblicke. Ich vermisse weder die Förmchen noch meine Freundin. Der Sandkasten war nett, aber der Eheabend, für den ich vorhin den Primitivo entkorkt habe, wird definitiv netter sein.
Aber das Beste liegt noch vor uns: der Moment, wenn wir Jesus begegnen. Und wenn wir dann bei ihm sind, werden wir absolut nichts vermissen, sondern uns einfach nur noch an ihm freuen.
Was könntest du jetzt tun? Reflektiere einmal in Ruhe über deine Vorstellung von Himmel und Ewigkeit. Was erwartest du?
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für die Diakone und Leute mit praktischen Diensten in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.