
Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern – Teil 7
Jesu Leben und Lehre | Episode 729
Markus 12,38-4007.02.2026
Serie•Teil 7 / 7Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern
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Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg Wahrheit und Leben ist.
Episode 729
Warnungen vor den Schriftgelehrten und Pharisäern, Teil 7
Markus 12,38-40
Eine ernste Mahnung mit klarer Zielrichtung
Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern lieben, die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten; sie werden ein schwereres Gericht empfangen.
Der Text erinnert an Matthäus 23,5-7, auch wenn er kürzer und zugespitzter formuliert ist. Die Formulierung „Hütet euch“ ist eine Warnung. Jesus informiert seine Zuhörer nicht nur, sondern er will sie vor einem für ihr geistliches Leben gefährlichen Irrweg schützen. Sie dürfen sich diese Schriftgelehrten nicht zum Vorbild nehmen.
Ja, es gibt auch Schriftgelehrte, die nicht fern vom Reich Gottes sind. Aber der Trend geht in eine andere Richtung. Und deshalb entlarvt der Herr Jesus hier die für viele Schriftgelehrte typische Heuchelei und das, was hinter dieser Heuchelei steckt, nämlich Habsucht und Hochmut.
Äussere Würde und innere Eitelkeit
Gehen wir die einzelnen Punkte durch. Sie wollen in langen Gewändern einhergehen. Das heißt, sie wollen durch ihre Kleidung eine bestimmte Wirkung erzielen. Es geht ihnen um die Darstellung von Würde und Gelehrsamkeit.
Wieder liegt der Schwerpunkt auf dem inneren Verlangen. Es ist ihnen wichtig, mit langen Gewändern umherzugehen und gesehen zu werden. Dann lieben sie die Begrüßungen auf den Märkten. Sie genießen es, wenn man sie erkennt, stehen bleibt, um sich mit ihnen zu unterhalten, wenn Menschen ihnen nicht nur freundlich begegnen, sondern ihnen Ehre entgegenbringen.
Sie wollen Stars sein, in der Menge erkannt werden, Autogramme verteilen und die Bewunderung ihrer Fans genießen. Das hier ist geistliche Eitelkeit in reiner Form. Hütet euch vor Bibellehrern, denen es nicht genügt, das Wort Gottes auszulegen. Hütet euch vor Theologen, die sich inszenieren, weil sie bewundert werden wollen.
Der Wunsch nach Anerkennung als religiöse Macht
Aber gehen wir weiter im Text. Sie lieben die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern.
Immer geht es ihnen nur um eines: gesehen und geehrt zu werden, herauszustechen, so viel religiöse und gesellschaftliche Anerkennung wie möglich zu bekommen.
Geistliche Leiter sind eigentlich dazu berufen, Gottes Größe sichtbar zu machen. Diese Männer aber missbrauchen ihre religiöse Stellung, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.
Jesus beschreibt hier, was sie wollen und lieben. Und das ist vor allem eines: eine besondere Behandlung und das Gefühl, wichtiger zu sein.
Wenn Frömmigkeit zur Ausbeutung wird
Aber da ist noch etwas. Hinter der religiösen Selbstdarstellung steht nicht nur Eitelkeit, sondern Habsucht. Wenn Jesus davon spricht, dass sie die Häuser der Witwen verschlingen, dann gebraucht er ein ganz starkes Bild. Verschlingen ist mehr als nur nehmen oder ausnutzen. Wer verschlingt, der ist gierig, der will alles.
Eins müssen wir verstehen: Witwen repräsentieren in der Bibel, neben den Waisen, die Schutzbedürftigen einer Gesellschaft. Das mosaische Gesetz fordert ausdrücklich den Schutz der Witwen. 2. Mose 22,21-23: Keine Witwe oder Waise dürft ihr bedrücken. Falls du sie in irgendeiner Weise bedrückst, dann werde ich, wenn sie wirklich zu mir schreien muss, ihr Geschrei gewiss erhören, und mein Zorn wird entbrennen.
Jesaja 1,17: Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht, schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe.
Wer sich an Witwen vergreift, der legt sich mit Gott an. Maleachi 3,5: Und ich werde an euch herantreten zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die Falschschwörenden und gegen solche, die den Lohn des Tagelöhners drücken, die Witwe und die Waise unterdrücken.
Der Umgang mit den Witwen ist deshalb auch ein Testfall für die Echtheit des eigenen Glaubens. Denn nur wenn ihr eure Wege und eure Taten wirklich gut macht, wenn ihr wirklich Recht übt untereinander, den Fremden, die Waise und die Witwe nicht unterdrückt, dann will ich euch an diesem Ort in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe, wohnen lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gott steht auf der Seite der Witwe und spricht das Wehe und den Fluch über diejenigen aus, die ihren Schaden und ihre Schwäche ausnutzen. 5. Mose 27,19: Verflucht sei, wer das Recht des Fremden, der Waise und der Witwe beugt, und das ganze Volk sage Amen!
Jesaja 10,1-2: Wehe denen, die Ordnungen des Unheils anordnen, und den Schreibern, die Mühsal schreiben, um die Geringen von ihrem Rechtsanspruch zu verdrängen und den Elenden meines Volkes ihr Recht zu rauben, damit die Witwen ihr Plündergut werden und sie die Waisen plündern.
Gericht über religiösen Missbrauch
Dieses Fluchwort aus dem Alten Testament beschreibt das Tun der Schriftgelehrten: Wehe denen, die sich fromm geben, um sich an den Ärmsten der Armen zu bereichern.
Und wenn ich das so sage, dann kann ich einfach nicht anders, als sofort an Teleevangelisten zu denken, die alte Menschen, Kranke und finanziell Schwache auffordern, ihr letztes Geld als Glaubenssaat zu spenden, während diese Prediger selbst im absoluten Luxus leben.
Genau das ist Markus 12,40 in moderner Gestalt: eine aufwendige Bühnenshow, schicke Kleidung, formende Worte, große Versprechen, und am Ende werden die Häuser der Witwen verschlungen.
Markus 12,40: Die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten, sie werden ein schwereres Gericht empfangen.
Die Gebete der Schriftgelehrten sind nur religiöse Tarnung. Sie beten lange, aber es geht ihnen dabei nicht um Gott. Heuchelei plus soziale Gewalt.
Kein Wunder, dass sie ein schwereres Gericht empfangen werden, was auch sonst. Wer mehr Erkenntnis und mehr geistliche Autorität besitzt, der bekommt damit auch größere Verantwortung. Wer Gottes Wort kennt und lehrt und trotzdem Schutzlose ausbeutet, steht unter einem besonders schweren Gericht.
Die Warnung an alle, die lehren und folgen
Und vor solchen Leuten müssen wir uns hüten. Wir dürfen sie nicht imitieren, und wir dürfen sie uns nicht zum Vorbild nehmen. Sie tragen ein krankhaftes Verlangen nach Anerkennung in sich und überdecken mit äußerlicher Frömmigkeit die tief in ihrem Herzen verwurzelte Habsucht. Sie sind Scharlatane und Heuchler, Handlanger des Bösen, von Gott verflucht und eine Gefahr für alle, die ihnen vertrauen.
Was könntest du jetzt tun? Prüfe dich, wie wichtig es dir ist, gesehen und geehrt zu werden. Welchen Stellenwert hat Geld in deinem Leben?
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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
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