
Matthäus 4,1-4,404.03.2001
Serie•Teil 5 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein Bild, das den Einstieg öffnet
Das ist eines dieser verfremdeten Plakate, die man im Internet sieht. Und jetzt soll nicht einer auf den Gedanken gekommen sein, ich sei für Zigaretten. Ich bin eher ziemlich dagegen. Aber trotzdem führt uns dieses Bild genau in unser Thema von heute Morgen ein.
Da heisst es nämlich: Da strahlt die Gemeinde: „A Christian Life with Jesus.“ Und dann steht hier drunter: „Test it!“ Und der Titel meiner Predigt heute lautet: „Test the best“, erster Teil.
Also, wir wollen uns damit auseinandersetzen mit der Versuchung Jesu. Und die Predigt heisst „Test the best“, weil einfach der Beste in der Versuchung durch den Teufel beweisen konnte, dass er der Beste ist.
Wir haben vor zwei Wochen den letzten Teil aus dem Matthäusevangelium gehabt, und wir hatten uns damals mit der Taufe beschäftigt. Wir haben erlebt, wie der Messias das Licht der Öffentlichkeit betritt. Und wie sein erster Auftritt, nachdem er Jahrzehnte hindurch im Verborgenen gelebt hat, ohne aufzufallen, für die Leute eine Provokation war. Das war so gar nicht der Messias, den sie erwartet hatten. Das war etwas total Unkönigliches, diese erste Amtshandlung, die er vollzogen hat. Er hat sich taufen lassen. Er hat sich zu den Sündern zählen lassen. Er hat sich mit Menschen identifiziert, die gerade vorher bereit waren, sich hinzustellen und zu sagen: Ja, mein Leben ist falsch gelaufen, ich muss etwas ändern.
Und wir wissen, weil wir schon mehr kennen als nur die Taufe, dass dieser erste Schritt der Identifikation Jesu mit uns nicht sein letzter war. Dass dieses Prinzip, er lässt sich zu den Sündern zählen, er tritt an die Stelle der Sünde, seinen Höhepunkt erreichen wird. Im wahrsten Sinne des Wortes Höhepunkt auf der Spitze eines Kreuzes, an dem er hängen wird, um zu sagen: Es ist vollbracht. Um zu sterben und ein für allemal für jeden, der glaubt, den Weg in den Himmel freizumachen, den Weg freizumachen zum Vater. Er wird stellvertretend hingerichtet für Menschen, damit Menschen nicht in alle Ewigkeit verloren gehen.
Der Teil der Geschichte, das Kreuz, das liegt noch weit weg. Wir sind im Moment noch ganz am Anfang. Wir haben gesehen, wie die Himmel aufreissen und wie aus dem Himmel begeisternde Zustimmung kommt und wie Gott der Vater sagt: Schaut ihn euch an, mein Sohn, ihn habe ich lieb, und er wird seinen Lauf vollenden.
Wir wollen jetzt gemeinsam einfach schauen, wie das weitergeht. Wer die Bibel dabei hat, wir befinden uns in Matthäus 4,1, und dort lesen wir: Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt.
Wir erfahren also etwas ganz Neues über Jesus, über den Messias. Wir erfahren hier, dass er unter der Leitung des Heiligen Geistes steht. Das mag für uns, die wir hier sitzen und schon eine Weile Christen sind, eine Selbstverständlichkeit sein. Warum erzählt sie uns das? Das ist doch ganz logisch. Jeder Christ ist doch einer, der durch den Heiligen Geist geleitet wird.
In Römer 8,14 beschreibt der Apostel Paulus es folgendermassen ganz selbstverständlich. Er sagt: Denn so viele, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Und ein Mensch, der nicht durch den Geist Gottes geleitet wird, ist demzufolge auch jemand, der nicht zu Gott gehört, weil es ein Privileg, ein Vorrecht der Kinder Gottes ist, durch den Geist Gottes geleitet zu werden.
Die Frage ist natürlich: Wenn ich hier vorne stehe und sage, das ist irgendwie eine Selbstverständlichkeit, oder? Kommen mal zwei, drei vor und sagen, wie sie das letzte Woche erlebt haben, diese Leitung durch den Heiligen Geist, einfach damit wir so ein paar Ideen haben, dann würde manch einer sagen: Oh, hoffentlich zeigt der jetzt nicht gleich auf mich. Ja, hoffentlich holt er mich nicht vor. Weil wir doch immer wieder, obwohl das stimmt, dass wir durch den Geist Gottes geleitet werden, in der Gefahr stehen, dass wir uns nicht leiten lassen. Dass wir einfach diese Nähe zu Gott im Gebet, im Nachdenken über sein Wort nicht so suchen, dass er uns leiten kann.
Denn Gott, und das wird jeder, der schon eine Weile dabei ist, bestätigen, Gott ist kein Sklaventreiber. Also man kann ja jeden leiten, wenn die Peitsche lang genug ist. Aber das macht Gott nicht. Gott ist oft der Sanfte, er ist der, der sich nicht aufdrängt. Er ist nicht der, der da steht mit so einem spitzen Stachel und sagt: Du möchtest nicht geradeaus gehen, weisst du, ich habe das für dich, und zack hinten rein, und du läufst dann, weil du laufen musst. Das macht Gott nicht. So sieht Leitung des Heiligen Geistes nicht aus.
Und die Bibel warnt uns an verschiedensten Stellen davor, die Wirkung des Heiligen Geistes in unserem Leben nicht zu dämpfen, nicht auszulöschen. Das heisst, irgendwie hart zu werden, unempfindlich zu werden gegenüber dem, was Gott uns zu sagen hat. Und das ist wirklich eine der Herausforderungen, in denen wir als Christen stehen: diese Nähe zu Gott zu halten und diese Bereitschaft zu entwickeln, immer wieder hinzuhören und nicht durch unseren Eigenwillen oder dadurch, dass wir einfach so leben, wie wir wollen, Gottes Reden in unserem eigenen Leben zu ersticken.
Ich werde jetzt keinen vorholen, ihr braucht keine Angst haben, aber ihr könnt euch die Frage stellen: Habe ich Gottes Stimme in der letzten Woche gehört? Habe ich erlebt, wie Gott mich geführt hat? Habe ich ihn überhaupt in die Entscheidungen meines Lebens mit hineingenommen? Oder war ich vielleicht doch einer, der viel über Gott erzählt und vielleicht auch nach aussen hin christlich tut, aber wenn es dann so hart auf hart kommt, wenn die Entscheidungen wirklich anstehen, dann habe ich doch mein Ding durchgezogen?
Jesus hat das nicht getan, und er ist in Matthäus 4,1 in die Wüste geführt worden. Da heisst es: Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden.
Und im Folgenden werden wir von drei Versuchungen lesen. Drei Versuchungen, durch die Jesus hindurchgehen musste, und dreimal wird er getestet. Und wenn wir einfach das nur durchlesen, dann merken wir, dass der Text uns mindestens zwei Grundlektionen mitgibt.
Die erste Grundlektion würde ich folgendermassen beschreiben: Jesus ist der Sieger. Er ist der Chef im Ring, er ist der, der am Ende gewinnt. Jörg Tröge hat uns das mal sehr schön herausgearbeitet. Eigentlich befindet er sich, wie wir noch lesen werden, in einer total schlechten körperlichen Verfassung. Seit 40 Tagen und Nächten nichts gegessen. Und trotzdem muss er dem Teufel überlegen. Und er befindet sich nicht im Kreis von Freunden, sondern in der Wüste. Er ist allein.
Und ich würde gerne wissen, wie viele so in einem Gottesdienst wie hier, wo andere Christen drumherum sind, ihre christliche Schablone auch aufsetzen, sich aber, wenn niemand dabei ist, wenn sie keiner sieht, vielleicht gar nicht so christlich verhalten. Und dabei ist es genau entscheidend: Wie verhalte ich mich, wenn ich allein bin? Du möchtest wissen, was du für einen Charakter hast? Dann schau in die Zeiten hinein, wo dich keiner sieht, wo du tun kannst, was du willst, wo du denken kannst, was du willst, wo niemand als Korrektiv da ist, ausser Gott, unsichtbar, aber da. Und du wirst merken, was dein Charakter ist.
Wir erleben unseren Charakter in den Momenten, wo uns niemand in unserem Leben zuschaut. Und das war hier so: hineingeführt in die Wüste, niemand da, weit und breit keine Menschenseele. Er kann niemandem imponieren, aber er bleibt treu. Er bleibt in vollkommener Harmonie mit den Plänen des Vaters, an keiner Stelle weicht er irgendein Stückchen ab.
Die ersten Menschen wurden wo versucht? Im Paradies, an einem Ort, wo man sagen würde: Na ja, es gibt keinen schlechteren Ort, den der Teufel sich aussuchen kann, um einen Menschen zu verführen. Du schaust dich einfach um und du siehst den Reichtum der Güte Gottes im Leben des Menschen. Du kannst es förmlich riechen, du schaust dich um und du siehst diese ganzen Wunder, wie Gott all das gemacht hat.
Und wo wird Jesus versucht? An einem Ort voller Dreck, Geröll, Stein, Sand, kaum ein bisschen Grün. Unwirklich. Das ist etwas ganz anderes. Und er besteht. Und er zeigt uns mit dem, dass er besteht, dass wenn wir im geistlichen Leben Fehlschläge einstecken, es tatsächlich nicht an den Umständen hängt. Er beweist, dass man unter den schlimmsten Umständen siegreich aus einer Versuchung hervorgehen kann, wenn man an Gott festhält.
Eine zweite Sache merkt man sofort, wenn man die drei Versuchungen mal durchliest. Wir merken, dass es in der Art und Weise, wie Jesus mit Versuchungen umgeht, bestimmte Lektionen gibt, die uns helfen können, selber mit Versuchungen richtig umzugehen. Dass wir lernen können, in Glaubensprüfungen zu bestehen, wenn wir verstehen, was Jesus getan hat. Und wir können das Geheimnis persönlichen Sieges über den Satan dann erfahren, wenn wir, wie ich meine, denselben Weg gehen, dieselben Leitlinien in unserem Leben haben, wie Jesus sie hatte bei der Versuchung durch den Teufel.
Bevor wir uns die Versuchung genauer anschauen, möchte ich gerne noch drei Fragen mit euch kurz anreissen. Die eine Frage lautet: Kann man Versuchungen im geistlichen Leben eigentlich umgehen? Also kann man an den Punkt kommen, dass man überhaupt nie wieder versucht wird? Die nächste Frage lautet: Wie gefährlich ist eigentlich der Teufel? Und die dritte Frage: Was heisst eigentlich versucht werden?
Die drei Fragen sind alle spannend, und ich möchte sie nur ganz kurz anreissen. Ihr mögt die zuhause selber noch ein bisschen weiterentwickeln oder im Hauskreis mal durchsprechen, wenn ihr wollt.
Kann man Versuchungen im geistlichen Leben umgehen? Die Antwort heisst: Nein, nein, du kannst es nicht. In der Kirchengeschichte gibt es, ach, ich weiss nicht wie viele unzählige sogenannte Heilige, die durch ein Leben der Selbstverleugnung versucht haben, in einen Zustand zu kommen, wo sie nie wieder Versuchung empfinden. Sie haben sich in Höhlen einschliessen lassen und haben dafür Jahre gelebt, sie haben sich in Dornen geworfen, blutig geschlagen, sie haben alles Mögliche probiert. Und doch muss man als Fazit von dem Ganzen festhalten: Du kommst nicht los.
Versuchung gehört zum geistlichen Leben auf dieser Erde dazu. Und warum? Weil wir im Hinblick auf unsere Erlösung noch nicht vollständig sind. Da fehlt noch etwas. Und das ist jetzt keine Irrlehre, die ich aufstelle, so nach dem Motto: Willst du etwa behaupten, Jesus alleine würde nicht genügen zur Errettung? Sage ich doch, Jesus genügt. Aber im Hinblick auf die Erlösung des Menschen fehlt uns, die wir hier auf der Erde sind, noch etwas. Und die Bibel nennt das, was uns noch fehlt, die Erlösung des Leibes.
Also die meisten, die ich hier kenne, sie sind in ihrem Leben durch diesen Punkt gegangen, wo sie ganz bewusst ihr Leben Gott gegeben haben: Herr Jesus, nimm es in deine Hand und mach mit diesem Leben, was du willst. Und da hat sich sehr viel in ihrem Leben geändert. Die Bibel beschreibt das auch. Sie sind von Neuem geboren worden. Aber da gibt es ein Ding, das hat sich nicht geändert, und das ist dein Körper. Er ist immer noch der gleiche wie vorher. Und wir warten tatsächlich auf die Erlösung des Leibes. Und solange wir hier auf dieser Erde mit unserem alten Leib unterwegs sind, solange werden wir Versuchungen erfahren.
Gibt es überhaupt keine Hoffnung? Naja, es gibt schon Versuchungen, die man ein bisschen umgehen kann. Also wenn Versuchungen in unser Leben hineinkommen, dann sage ich: Kann man Versuchungen im geistlichen Leben umgehen? Nein, nicht komplett. Aber wir können unser Leben schon so einrichten, dass wir an manchen Punkten vorbeikommen. Da gibt es einen Vers in Römer 13,14, der heisst: Sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch, das Begierden wach werden.
Wir können tatsächlich durch unseren Lebensstil ein Stück weit dafür sorgen, dass die Versuchungen nicht überhandnehmen. Als bin ich nur ein Mann, aber ich mache euch ein Beispiel, damit ihr wisst, was ich meine. Am Samstag habe ich mit meiner Tochter Einladungen verteilt in den Gropius Passagen für das Kinderprogramm, und da war eine Modenschau. Und wir standen oben, da ist es so ein rundes Teil, so eine runde Kuppel halt, und wir standen ziemlich weit oben, und unten lief die Modenschau, weil wir die Kinder erreichen wollten, die aus dem Kino kommen.
Und unten lief die Modenschau. Ich war mit Katrin da, und Katrin ging vor an die Brüstung, das sind so durchsichtige Brüstungen, schaute runter und sagte: „Du Papa, jetzt nicht runterschauen!“ Was meinte sie? Sie meinte, unten wurden gerade die Suess gezeigt und Nachtwäsche. Ja, und natürlich versteht Katrin: Unten laufen halbnackte Frauen herum, das ist jetzt nicht gut für Papa, wenn er da runterschaut.
Und ihr mögt schmunzeln, aber sie hat recht. Es ist wirklich nicht gut für Papa, wenn er da jetzt runterschaut. Und deswegen hat Papa nicht runtergeschaut. Und das ist genau das, was hier steht: sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch. Du kannst dir zu den Schwierigkeiten, die ganz normal zum geistlichen Leben dazugehören, noch ein paar extra schaffen, und das sollten wir nicht tun.
Nächste Frage: Wie gefährlich ist eigentlich der Teufel? Ich meine, man kann im Hinblick auf den Teufel in zweierlei Richtungen in die Irre gehen. Das eine ist, man kann sagen: Oh Teufel, furchtbar, ich sage dir. Und die andere Richtung ist: Oh, gar kein Problem, null Bedeutung, vergiss ihn einfach. Und die Wahrheit liegt biblisch gesehen tatsächlich in der Mitte.
Auf der einen Seite, und das ist etwas, was wir auch in der guten Kassette demnächst in der Kassettothek nochmal ausführlicher behandelt hören können, ist der Teufel tatsächlich, und das müssen wir uns festhalten, nicht allmächtig, nicht allwissend und er ist nicht allgegenwärtig. Ist uns das klar? Der Teufel ist nicht allmächtig, er ist nicht allwissend und er ist nicht allgegenwärtig, er ist nicht Gott.
Aber auf der anderen Seite wird er in der Bibel auch nicht verharmlost. Er ist der Fürst der Macht der Luft, komischer Titel, aber er ist einer, der Einfluss hat hier in der Luft, die uns umgibt. Das ist sein Refugium, und er wirkt jetzt in Menschen. Er ist keine Strohpuppe, die umfällt, wenn der Sturm kommt. Er ist kein Pappkamerad. Er ist echt, und er ist gefährlich, und die Bibel warnt uns davor, ihn zu leicht zu nehmen. Und ich möchte das heute auch in dieser Ausgewogenheit tun.
Der Teufel steckt hinter dem, was die Bibel Welt nennt, das heisst einem System, das dazu geschaffen ist, um Menschen ohne Gott glücklich zu machen oder wenigstens so etwas wie Glück vorzugaukeln. Wir müssen verstehen, dass er ein ernst zu nehmender Gegner ist. Seien wir an der Stelle auch vorsichtig und versuchen wir zu verstehen, wie er handelt, und versuchen wir auch jetzt, indem wir die Versuchungen durchgehen, einfach zu sehen, wie geschickt er vorgeht, und uns zu überlegen, was würde das für uns bedeuten, wenn er uns in der gleichen Weise packen würde.
Er wird jede Gelegenheit nutzen, Christen von ihrem Weg abzubringen. Aber, und das ist die gute Seite, der gute Teil der Antwort: Wir haben einen Herrn auf unserer Seite, der stärker ist. Wenn wir uns an ihn halten, kann er uns tatsächlich nichts anhaben.
Dritte Frage: Was heisst eigentlich versucht werden? Das Wort, das hier steht, im Griechischen, bedeutet erst mal testen. Testen ist so: kaufst du dir ein neues Auto oder willst du dir ein neues Auto kaufen oder ein gebrauchtes und sagst du würdest du gerne eine Proberunde fahren. Stimmt denn das, was da im Prospekt steht? Zweihundertfünfzig Spitze. Das ist testen.
Die Frage, ob wir so einen Begriff übersetzen mit testen oder versuchen, hängt nur davon ab, welche Motive der Prüfer hat. Also wenn er zum TÜV geht und da ist einer, der euch nicht mag, dann findet, dann testet er euer Auto, aber es ist eigentlich eine Versuchung, was er macht. Er treibt euch nämlich zur Weissklotz. Wenn er euch mag, ist es nur ein Test, er findet vielleicht gar nicht so viel. Es kommt auf die Motive an.
Und in dem Fall, den wir hier betrachten, merken wir, das ist relativ einfach mit den Motiven: Der Teufel hat keine guten.
Wie ist das bei Gott? Kann es sein, dass Gott uns in gleicher Weise versucht wie der Teufel? Jakobus sagt da etwas dazu. Jakobus formuliert in Jakobus 1,13, und das ist wirklich eine schöne Aussage, die dürfen wir uns immer wieder vor Augen halten: Niemand sage, wenn er versucht wird, ich werde von Gott versucht. Und hier ist gemeint, in dem Sinne versucht, dass ich zum Bösen versucht werde, dass ich zu Fall komme. Das tut Gott nicht. Und warum nicht? Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen. Das Böse hat keinen Zugriff auf Gott, er selbst aber versucht niemand.
Das ist unsere Hoffnung, also lasst euch da nie irre machen, egal was euch in eurem Leben begegnet.
Das waren diese drei kurzen Einwürfe, jetzt wollen wir weiter im Text gehen. Matthäus 4, die Verse 2 und 3: Und als er, das ist Jesus, vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn schliesslich. Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden.
Hunger macht körperlich schwach, aber er macht noch mehr. Hunger lässt im Allgemeinen auch unsere geistlich-moralische Widerstandskraft schwinden. Und deswegen will ich zwei Lektionen aus diesem Text herausarbeiten.
Die erste Lektion zum Thema Versuchung lautet: Wir brauchen eine ganz permanente Bereitschaft, auf Angriffe zu reagieren. Warum brauchen wir die? Weil es ein geistliches Prinzip ist, dass auf jeden Sieg eine Versuchung folgt. Eben noch haben wir die Taufe, die Himmel reissen auf, wahnsinn, was geht hier ab? Und schon kommt die Versuchung.
Ihr könnt die Bibel durchgehen. Ich gebe euch ein Beispiel, das ist ein bisschen bekannter: Elija. Eben noch auf dem Berg Karmel, der gefeierte Superstar, er hat es allen gezeigt, hat das Volk komplett zurückgeholt. Und im nächsten Moment verfällt er in eine Depression, weil eine Königin ihm sagt: Elija, du hast jetzt eine Siegerung, aber wenn ich dich kriege, mache ich dich kalt. Eben noch der Sieg und jetzt schon die Versuchung, die Anfeindung.
Und das dürfen wir wissen, das Wort aus 1. Korinther 10,12: Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle. Lasst uns da immer schön vorsichtig sein. Wenn dir etwas in deinem Leben gelingt, geistlich gelingt, wenn du ein gutes Gespräch mit jemandem hattest und sagst: Boah, das habe ich mir schon so lange gefordert, gewünscht. Ich habe schon so viel dafür gebetet, endlich mal mit meiner Nachbarin ein vernünftiges Wort über Gott zu wechseln, ihr endlich mal zu sagen, dass sie Gott braucht. Jetzt hat das so super geklappt, und das passte alles. Dann sei ein Stück vorsichtig. Die Versuchung könnte schon hinter der nächsten Tür lauern. Das ist leider allzu wahr.
Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle. Und deswegen beschreibt Markus 14,38 die Haltung eines Christen so: Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Also das ist so diese erste Lektion, diese permanente Wachsamkeit, nicht so dieses sich einlullen lassen von den Umständen. Das ist wichtig, dass wir das verstehen. Immer auf der Hut sein. Den Kontakt zu Gott, und das ist das Thema Gebet hier, den Kontakt zu Gott nicht abreissen zu lassen, nicht einen Zustand zuzulassen, der uns für den Teufel leichter zugänglich macht. Wachen, beten, Wachsamkeit, Nähe zu Gott, das ist die erste Voraussetzung, wenn wir in Versuchungen bestehen wollen.
Bevor wir uns die zweite Lektion anschauen, hätte ich eine Frage. Worin besteht eigentlich die Versuchung des Teufels hier? Jesus ist doch Gott im Fleisch, oder? Das heisst, er hat die Macht, aus Steinen auch Brot zu machen. Und ich sag’s mal ehrlich, nach vierzig Tagen und Nächten Fasten kann man ihm kaum Völlerei vorwerfen, wenn er das machen würde, oder? Und wir wissen doch, dass eine Zeit kommt, da wird er für ein paar tausend Leute Brote und Fische machen, und sie werden davon satt werden, und niemand macht ihm einen Vorwurf.
Also, worin besteht eigentlich die Versuchung? Ist es nicht irgendwie richtig, zu sagen: Ich habe Hunger und ich habe die Möglichkeit, mir jetzt hier aus den Steinen Brot zu machen, das sind Möglichkeiten, die nicht jedem offenstehen, und ich mache das jetzt? Also worin besteht eigentlich die Versuchung?
Ich möchte euch sagen: Die Versuchung in diesem Fall besteht darin, dass der Teufel, der hier Versucher genannt wird, Jesus vorschlägt, ein paar Wunder zu tun auf eigene Kappe. Diesen Weg, den er mit seinem Vater geht, denn er ist ja durch den Heiligen Geist in die Wüste geführt worden, durch den Heiligen Geist geführt worden, in vierzig Tage und vierzig Nächte fasten, diesen Weg auf eigene Kappe zu verlassen. Was der Teufel fordert, ist nicht mehr und nicht weniger als Ungehorsam. Ungehorsam gegen das Wort Gottes.
Aber jetzt können die dir fragen: Aber es ist doch nicht verboten zu essen. Ungehorsam? Das ist doch, wenn ich ungehorsam bin, dann brauche ich doch ein Gebot oder ein Verbot, und das eine muss ich übertreten oder das andere machen, dann bin ich ungehorsam. Ich bin doch nicht ungehorsam, wenn ich nur was essen will.
Doch. Wir müssen verstehen, dass nicht alles erlaubt ist, für das es kein direktes Verbot gibt. Oder anders ausgedrückt: Johannes 6,38, Jesus beschreibt seine Haltung so: Denn ich bin vom Himmel her niedergekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Was Jesus hier sagt, ist: Ich bin auf dieser Erde, um Gottes Willen zu tun. Und der Teufel will jetzt genau das Gegenteil provozieren, er will ein von Gott unabhängiges Handeln provozieren. Er will Jesus dazu verleiten, etwas zu tun, was Gott, der Vater, ihm nicht gezeigt hat.
Und die Frage oder die Herausforderung, die hinter diesem Brotmachen steckt, ist folgende: Der Teufel sagt sinngemäss: Meinst du wirklich, dass dein Vater im Himmel es will, dass du als sein Sohn hier in der Wüste herumläufst und hungerst? Oder anders: Du bist ein Mann, du brauchst was zu essen. Wie willst du eigentlich den Plan zur Rettung der Menschheit erfüllen, wenn du hier in der Wüste verhungerst?
Das sind richtig gute Fragen, oder? Und so sät der Teufel mit dieser Frage Misstrauen, Misstrauen in die Fürsorge und in die Liebe Gottes. Das ist doch unvereinbar! Du sollst im Biss der Sohnen Gottes und hier hungern, das kann doch nicht sein! Bist du sicher, dass Gott dich nicht vergessen hat? Hilf dir doch selbst, statt auf Gott zu warten!
Wir merken, dass sie versuchen, in eine ganz andere Richtung zu gehen, als sie sich oberflächlich darstellt. Aber, und das ist das Schöne, Jesus handelt nicht eigenmächtig. Er betritt nicht den Weg des Teufels. Jesus wirft sein Vertrauen in Gott, trotz der Umstände, die erst einmal eine echte Herausforderung sind, nicht weg.
Johannes 4,34 heisst es: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe. Können wir das auch so sagen? Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe? Ist es mir wichtiger als Essen und Trinken, dass ich den Willen Gottes tue? Oder hören wir die Devise Jesu aus Gethsemane, wo er ringt, ob der Kelch an ihm vorbeigeht, dann was sagt er? Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe.
Das ist die Haltung, die hinter Jesu Widerstand steckt. Nein, Gott macht keine Fehler. Ja, ich kann das jetzt nicht verstehen, warum in meinem Leben das so und so läuft, wie ich mir das nicht gewünscht habe. Aber ich weiss eines: Gott macht keine Fehler, und ich werfe mein Vertrauen nicht weg.
Schauen wir uns den Konter an und damit die zweite Lektion. Matthäus 4,4: Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben, nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.
Was wir hier erleben, ist Jesus als ein Mann des Wortes. Wenn ihr so wollt, findet ihr hier den Grund dafür, warum es mir wirklich wichtig ist, mit meinen Kindern zusammen Bibelferse zu lernen. Im Psalm 119,9 und Vers 11 heisst es: Wodurch hält ein Jüngling, und das gilt auch für junge Frauen, ja, also wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort. Aber wie schaffe ich das? Wie schaffe ich es praktisch, mich nach dem Wort Gottes zu bewahren? Es sind so viele Umstände im Leben, die mich davon abhalten, genau das zu tun.
Und auch da sagt der Psalmist, wie das aussieht. Er sagt: In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. Merkt ihr was? Das Wort muss ins Herz hinein. Das Wort muss präsent sein, das Wort muss da sein, wenn du es brauchst. Jeder, der zur Arbeit geht, weiss, dass es bestimmtes Wissen gibt, das einfach präsent sein muss. Markus, der für seine Juraprüfung lernt, weiss, da gibt es Wissen, das muss zu einem bestimmten Zeitpunkt präsent sein. Und wenn es nicht da ist, dann hilft es ihm nicht mehr.
Und genauso ist es hier. Wir brauchen ein bestimmtes Wissen aus der Bibel, bestimmte Bibelfersen und geistliche Prinzipien, die für die Zeit der Versuchung da sein müssen. Es muss in unserem Herzen sein, und da muss es hinein. Für mich heisst das persönlich auch, wichtige Stellen auswendig zu lernen, damit sie dann da sind, abrufbar sind, und dass, wenn die Versuchung kommt, ich weiss: Nein, das stimmt nicht, diese Versuchung, die sich jetzt als so süss und so nett darstellt, als so unglaublich attraktiv, nein, das ist falsch, es muss falsch sein, weil es geschrieben steht.
Er beantwortet und sprach: Es steht geschrieben, nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht. Das Zitat macht deutlich: Es ist besser, auf Gott zu vertrauen und auf seine Versorgung zu warten, als sich mit falschen Mitteln selber zu helfen.
Wir haben nicht das Recht zu klagen, wenn wir im Glauben leben und im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Dann verspricht uns die Bibel tatsächlich, dass wir alles haben werden, was wir zum Leben brauchen. Ist das nicht schön? Wir werden vielleicht nicht alles haben, was wir uns zum Leben wünschen, sonst wäre ich mit einem anderen Auto gekommen. Aber wir werden das haben, was wir zum Leben brauchen. Philipper 4,19 ist ein Bibelfers, den ich noch sehr selten gehört habe. Da heisst es: Mein Gott aber wird alles, was ihr bedürft, erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
Haben wir vielleicht vergessen, dass Gott unsere Nöte kennt, bevor wir beten? Gott weiss, was wir brauchen, und Gott gibt uns das, was für uns gut ist. Darauf dürfen wir uns total verlassen.
Aber ich möchte in dem Zusammenhang noch auf eine weitere Irrlehre zu sprechen kommen, die sich unter Christen breitgemacht hat. Es ist die Behauptung, dass Kinder Gottes das Beste verdient haben, was diese Erde zu bieten hat. Und dass es total unangemessen und vielleicht sogar ungeistlich sei, wenn wir uns mit weniger als mit dem Allerbesten zufrieden geben. Da kommen dann mit so einem Denken Leute raus, die alles und jedes haben wollen, immer unzufrieden sind und eigentlich nur darauf aus sind, ihre eigenen Interessen auszuleben.
Übrigens, jetzt muss die Jugend mal herhören, das war euer Teil, der jetzt kommt. Warum? Denn unsere Jugendlichen haben einen Nachteil, und dafür bedaure ich euch wirklich. Ihr seid in einer Zeit gross geworden, wo man euch von allen Ecken und Enden genau das predigt: Du bist wichtig als Individuum, du musst dich entwickeln, entfalten, du musst deinen Spass haben, du, du, du, ja? Ihr tut mir wirklich leid. Nein, nicht weil ihr es schon verinnerlicht habt, sondern ihr tut mir leid, weil ihr bekommt das von allen Ecken und Enden gesagt, und ihr müsst euch dagegen wehren. Ihr müsst sagen: Halt, das ist Unsinn, das ist falsch, wo laufen wir denn da hin, wenn wir das ausleben?
Wo laufen wir denn da hin, wenn es in meinem Lebensstil nur noch darum geht, äusserlich, körperlich unversehrt zu sein, fit, schön, gesund? Wo kommen wir denn da hin, wenn das das höchste aller Ziele für einen Menschen ist? Wo kommt ihr hin, wenn das eure höchsten Ziele werden, wenn jede Strapaze, die mein makelloses Äusseres in Gefahr bringen könnte, von vorne an einen nachtlang durchbeten? Ey, weisst du, was das an Falten bringt?
Wir lachen, und ich mache es ganz bewusst ein bisschen lustig, aber überprüft mal, wo ihr eure Prioritäten hinsetzt. Was ist, wenn der Herr euch dahin führt, dass euer Geld nicht mehr reicht, um euch den Zahnersatz zu leisten und mit einer Zahnlücke rumlauft? Schafft ihr das noch? Was ist, wenn das Auto verkauft wird und ihr vielleicht mit dem Fahrrad fahren müsst? Oh, es ist kalt draussen, ja, das weiss ich. Was ist, wenn der Herr euch an eine Stelle führt, wo er sagt: Oh, er hätte nicht gedacht, dass das auch zum Christsein dazugehört?
Und da müssen wir schauen, wie unser Christsein ist. Und ich habe für euch einen neuen Begriff eingeführt: Barbie-Puppen-Christentum. Barbie-Puppen-Christentum heisst, wir sind auf die Hülle bedacht, die Hülle ist ganz schick, und innen drin ist alles hohl. Und die Gefahr, die ich sehe, wirklich sehe, ist, dass wir eine Generation heranziehen von Menschen, die genau so ein Christsein leben. Hauptsache die Hülle stimmt. Und wie es in mir aussieht, oh, frag lieber nicht, aber das ist zum Glück auch nicht so wichtig.
Und ich möchte jetzt etwas probieren. Ich möchte mit den Männern da oben auf der Empore einen Pakt schliessen. Und ich bin gespannt, ob ihr einschlagt, weil ihr wisst ja: Angebot und Nachfrage. Also, ich möchte mit euch einen Pakt schliessen, und der Pakt lautet: Jürgen, wir versprechen, dass wir uns nicht von der Hülle blenden lassen. Wir werden nur eine Frau heiraten, die wirklich Charakter hat. Ja, du hast sie schon hinter dir. Aber die anderen müssen noch zuhören.
Wir werden uns eine Frau suchen, die fleissig ist, die wirklich Gott fürchtet, die einen sanften Geist hat, die in meinem Leben eine Gefährtin ist und mit der ich etwas auch geistlich erreichen kann. Ich werde mich nicht von der Hülle blenden lassen. Und wenn eine Frau es nötig hat, ihre äusseren Reize in die Waagschale zu werfen, weil sie innerlich einfach hohl ist, Barbie-Puppe, dann werden wir sie nicht nehmen. Ist das ein Pakt? Das wäre ein guter Pakt.
Darf ich noch einen Pakt schliessen, jetzt mit den jungen Frauen, einverstanden? Also ich möchte mit euch auch einen Pakt schliessen, und der Pakt lautet: Lasst euch nicht von der Hülle blenden! Nehmt nicht einen, der noch irgendwie übrig geblieben ist, ja? Sondern sucht euch geistliche Männer, die bereit sind, euch so zu lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, die bereit sind, ihr Leben für den Bau des Reiches Gottes wirklich zu investieren bis zum letzten Blutstropfen, die bereit sind, geistliche Vorbilder zu sein in Familie und Gemeinde, die bereit sind, euch zu führen als Männer, zu denen ihr aufschauen könnt.
Sucht euch Männer aus, wo Unterordnung nicht zum Krampf führt, weil sie dieser Typ an eurer Seite selber noch einen Babysitter braucht, sondern sucht euch einen Mann, wo ihr wisst: In seiner Liebe kann ich mich geborgen wissen. Dann können wir das umgehen, dass in einer Gesellschaft, wo man nur nach Pfannen schreit, wo nur das Äussere zählt, plötzlich auch in unseren Kreisen das Äussere zum Wichtigsten wird.
Jesus setzt diesem „Du musst doch deinen körperlichen Bedürfnissen Rechnung tragen“, anders ausgedrückt, „willst du nicht mal was essen, du hast 40 Tage nichts gegessen“, ein klares Nein entgegen. Er sagt: Nein, unsere körperlichen Nöte sind nicht die grössten Nöte, die wir haben. Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben. Es gibt mehr als Essen in deinem Leben, es gibt einen wichtigeren Teil. Es gibt Dinge, die sind eigentlich die Quelle unserer Existenz. Und es ist nicht Essen und Trinken, es ist das, was aus dem Mund Gottes kommt.
Und ich möchte mit euch kurz noch 5. Mose 8, die Verse 2 bis 5 anschauen. Da kommt nämlich das Zitat her, und das Zitat richtet sich eigentlich an das Volk Israel. Und du sollst an den ganzen Weg denken, den der Herr, dein Gott, dich diese vierzig Jahre in der Wüste hat wandern lassen, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen und um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.
Merkt ihr was? Wir gehen durch dieses Leben und plötzlich zeigt uns Gott: Dein Leben hat eine ganz andere, eine geistliche Dimension. Es ist nicht nur dieses Jetzt habe ich Hunger und jetzt habe ich keinen Hunger. Nein, dahinter steckt eine andere Ebene, eine geistliche Ebene, die Gott hier offenbart. Und er demütigte dich und liess dich hungern, und er speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest.
Zwei Sachen: Da ist der Hunger und da ist die Versorgung, beide Dinge sind da. Er liess dich hungern und er versorgte dich. Und wozu? Um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von allem, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht, lebt der Mensch.
Lasst uns nicht den Fehler machen, dass wir unser Leben auf die körperlichen Bedürfnisse reduzieren. Ey, wir sind viel, viel mehr! Wir sind Menschen, die eine geistliche Komponente haben, die von Gott gebraucht werden wollen.
Oder wie es dann heisst: Deine Kleidung an dir ist nicht verschlissen und dein Fuss ist nicht geschwollen diese vierzig Jahre, so erkenne in deinem Herzen, dass der Herr, dein Gott, dich erzieht, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.
Merkt ihr was? Wir stehen in der Gefahr, nur zu sehen: Jetzt geht es mir gut, jetzt habe ich was zu essen, jetzt geht es mir schlecht, jetzt habe ich nichts zu essen. Und wir merken gar nicht, dass Gott in unser Leben hineinreden will, um uns zu erziehen, mit den Zeiten der Not, wie mit den Zeiten des Überflusses. Er will uns erziehen, und seine Ziele mit unserem Leben, das sind oft langfristige Ziele, und ich gebe zu, dass nicht alles, was Gott mit uns tut, immer sofort verstehbar ist.
Und dann kommt der Teufel und stellt auch an dich die Frage in deinem Leben: Wie passt eigentlich die Situation, in der du jetzt lebst, zu dem Gott, von dem du immer behauptest, dass es ihn gibt? Ich denke, der meint es gut mit dir. Und jetzt geht es dir so und so und so? Wie passt denn das? Ich denke, Gott will dein Bestes.
Und genau wenn solche Fragen aufkommen, dann stehen wir in dieser Versuchung Jesu, in dieser ersten. Und wir können sehen, wie er reagiert hat. Wir sehen, dass Jesus die Prioritäten seines Lebens nicht von seinen eigenen Bedürfnissen abhängig gemacht hat, sondern sie dem Willen des Vaters unterstellt hat. Und das zentrale Motiv im Leben Jesu war, Gott zu gefallen, Gott zu vertrauen, und zwar in allen Dingen. Test the best.
Der Umgang mit Notzeiten, der stellt die Frage: Wem vertraue ich mehr, meinen eigenen Möglichkeiten oder meinem Vater im Himmel? Jesus macht uns vor, wie wir an dieser Stelle reagieren sollen. Er wartet tatsächlich auf die Versorgung durch seinen Vater im Himmel. Und in Vers 11 lesen wir: Und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.
Der Teufel hatte versucht, ihm einzureden: Gott hat dich vergessen, du musst dich selber drum kümmern. Aber es stimmte nicht, Gott hatte ihn nie vergessen. Wir müssen nur auf die Zeitpunkte Gottes warten, auf den Zeitpunkt, wo er uns helfen will. Und das wusste Jesus. Jesus wusste es besser: Gott vergisst mich nie. Gott vergisst mich nie.
Und ich denke, das ist die Zuversicht, mit der wir allen Versuchungen der kommenden Woche begegnen dürfen. Gott vergisst uns nie.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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