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Was den Menschen verunreinigt – Teil 7

Jesu Leben und Lehre, Teil 357/689
24.12.2023Markus 7,17-19
SERIE - Teil 357 / 689Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 356: Was den Menschen verunreinigt, Teil 7

Gedanken und Worte als Ursprung der Sünde

Von dem Herrn Jesus haben wir gelernt, dass Sünde in den Gedanken beginnt. Böse Gedanken entstehen in uns, wir hängen ihnen nach, und sie zeigen sich schließlich in bösen Worten und Taten.

Dabei legt der Herr Jesus in der Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Schriftgelehrten besonders viel Wert auf die Worte. Sie sind oft das erste Anzeichen für ein Problem, das tief im Inneren eines Menschen sitzt.

Wir haben das bereits an anderer Stelle gesehen, wo der Herr Jesus sagt, dass der Mund aus der Fülle des Herzens redet. Ein guter Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens gute Worte hervor, ein böser Mensch aber aus seinem bösen Schatz böse Worte.

Daraus lernen wir: Wenn es um Heiligung geht, sind Worte sehr wichtig. Sie sind ein greifbares Zeichen für unser wahres Wesen. Worte sind Gedanken, von denen wir entschieden haben, dass es sich lohnt, sie auszusprechen. Wenn wir böse Worte äußern, sind sie ein Hinweis auf böse Gedanken, die uns prägen.

Nicht umsonst beschreibt Jakobus, der Halbbruder Jesu, das Beherrschen der Zunge als die Königsdisziplin der Heiligung. Er schreibt in Jakobus 3,2: „Wenn jemand nicht dem Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig auch den ganzen Leib zu zügeln.“

Leben aus Gnade trotz Sünde

Deshalb möchte ich an dieser Stelle einen Mutmacher einstreuen.

Wenn es um böse Gedanken und böse Worte geht, dürfen wir Folgendes nicht vergessen: Wir leben aus Gnade. Gott kennt unsere Vergangenheit, unsere geistlichen Kämpfe, unser Versagen und unser tägliches Wiederanfangen. Er sieht, wie wir fallen, und er sieht, wie wir wieder aufstehen.

Wir müssen und dürfen die Sünde vor ihm nicht verstecken. Bekenne heute fröhlich die bösen Gedanken und bösen Worte von gestern. Jesus ist auch für sie gestorben, und er wird uns zu seiner Zeit den Sieg darüber schenken.

Lebe aus Gnade. Lasst uns wirklich jeden Tag fröhlich unsere Sünden bekennen und uns daran freuen, dass Gott uns liebt, obwohl er uns kennt.

Die Bedeutung der Speisegebote im Neuen Bund

Lasst uns aus Gnade leben!

Kommen wir nun zu dem letzten Punkt, den ich bislang in dem Text aus Markus 7 bewusst ausgelassen habe: Markus Kapitel 7, Verse 17 bis 19.

Als Jesus von der Volksmenge weg in ein Haus eintrat, befragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. Er sprach zu ihnen: „Seid auch ihr so unverständlich? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch. Und es geht heraus in den Abort.“ Damit erklärte er alle Speisen für rein.

Das ist der Punkt, um den es mir geht. Wie kann der Herr Jesus alle Speisen für rein erklären, wenn es doch die Speisegebote gibt?

Ich erinnere daran, dass im Alten Bund ein Israelit nicht alles essen durfte. Von den Landtieren durften nur Tiere gegessen werden, die gespaltene Hufe hatten und wiederkäuten. Meerestiere, die zum Verzehr geeignet waren, mussten Flossen und Schuppen haben.

In 3. Mose 11 und 5. Mose 14 findet sich eine längere Liste von unreinen Vögeln, die man nicht essen durfte. Bei den Insekten ist es genau andersherum: Hier gibt es eine kurze Zusammenstellung von Heuschreckenarten, die man verzehren durfte. Alle anderen Insekten galten als unrein.

Drei Arten von Geboten im Alten Testament

Zurück zum Problem. Der Herr Jesus sagt: „Seid auch ihr so unverständlich? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann?“

Sofort müssten wir sagen: Halt, Herr Jesus, du irrst dich! Es gibt doch eine Menge Dinge, die man sich in den Mund stecken könnte und die einen verunreinigen. Das fängt mit einem Schweinesteak an, geht weiter über die Muschelsuppe, und auch Mehlwürmermehl ist tabu. Wie kannst du da sagen, dass nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn verunreinigen kann? Was ist bitteschön mit den Speisegeboten?

An dieser Stelle stoßen wir auf einen Sachverhalt, der uns schon beim Thema Sabbat beschäftigt hat. Ich erinnere an die Episoden 143 bis 145. Da diese Episoden schon eine Weile zurückliegen, erkläre ich mein Denken zu dieser Thematik gern noch einmal.

Meines Erachtens gibt es im Alten Testament drei verschiedene Arten von Geboten. Erstens gibt es Gebote, die sehr praktischer Natur sind und speziell auf die Situation der Wüstenwanderung zugeschnitten wurden. So steht zum Beispiel in 5. Mose 23, dass man seine Notdurft außerhalb des Lagers vergraben musste.

Zweitens gibt es Gebote, die moralischer Natur sind und sich direkt vom Charakter Gottes ableiten. Solche Gebote lauten zum Beispiel: „Du sollst nicht Ehe brechen“, „Du sollst nicht morden“, „Du sollst nicht stehlen“ und „Seid heilig“.

Drittens gibt es Gebote, die den Gottesdienst, die Feiertage und das große Thema der kultischen Unreinheit betreffen. Hierbei handelt es sich um Dinge wie die Opfer, das Passafest, den Sabbat oder eben die Speisegebote.

Erfüllung und Bedeutung der Gebote durch Jesus Christus

Von all diesen Geboten sagt der Herr Jesus ganz klar in Matthäus 5,17-18: „Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Jota oder ein Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“

Der Herr Jesus ist also nicht jemand, der Gebote einfach beiseiteschiebt und für ungültig erklärt. Was er aber tut, ist etwas anderes. Er weist darauf hin, dass Gebote mehr sind als bloße Gesetze, die aus sich heraus immer gelten. Sie sind dazu da, dass man sie erfüllt, also vollmacht, und sie haben ein Ablaufdatum – nämlich bis alles geschehen ist.

So erfüllen sich die praktischen Gebote der Wüstenwanderung mit dem Einzug ins verheißene Land. Das ist der Grund, warum ich heute kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich meine Notdurft nicht im Spandauer Forst vergrabe, sondern zuhause aufs Klo gehe.

Die moralischen Gebote erfüllen sich durch die Predigt Jesu. Er bestätigt sie seinen Jüngern als Ausdruck des Liebesgebotes. Und dann setzt Jesus sogar noch eins drauf, indem er Liebe durch seinen Tod am Kreuz neu definiert: Liebe ist absolute Hingabe.

Paulus fasst dieses Denken so zusammen: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“ Die Erfüllung des Gesetzes ist also die Liebe (Römer 13,10). Das kann er so sagen, weil vom Gesetz im neuen Bund nur dieser Liebesaspekt übrig bleibt.

Deshalb bleibt er übrig, weil die kultischen Gebote sich bereits dadurch erfüllen, dass Jesus als Messias mit seinem Predigtdienst beginnt. Diese kultischen Gebote sind prophetisch-illustrative Hinweise auf den Dienst des Messias. Sie dienen dazu, auf einfache Weise die Prinzipien einzuführen, die später im Dienst des Messias durch eine konkrete Person – nämlich durch Jesus – Realität werden.

Mehr zu diesem ganzen Thema dann in der nächsten Episode.

Einladung zur ehrlichen Sündenbeichte und Leben aus Gnade

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich fragen, mit wie viel Aufrichtigkeit und Fröhlichkeit du deine Sünden bekennst. Lebst du aus Gnade, oder willst du Gott immer noch beeindrucken?

Das war's für heute. Ein guter Tipp fürs Leben: Bete am Anfang der Woche alle Termine der kommenden Tage durch und lerne Sprüche 16,3 auswendig.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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