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Geduldig warten können

Johannes 2,1-1127.08.2014
Warum lässt Gott dich warten, wenn du längst Hilfe brauchst? Kana zeigt: Nicht dein Druck entscheidet, sondern Gottes Zeit – und genau darin wächst Vertrauen.

Ein Gebet um Führung, Segen und Dank

Du wollst mich diesen Tag ins Buch des Segens schreiben, dass ich so leben mag, wie mich dein Geist treibt und leitet. Führe mich mehr und mehr zu dir.
Mein Denken und mein Tun, mein Wollen und mein Lassen sollen gläubig auf dir ruhen und dein Gebot umfassen. Gib mir, o Herr, meinen Teil am Kreuz, doch auch am Heil.
So danken wir dir, Herr Jesus Christus, dass du gegenwärtig bist nach deiner Verheißung, dass du lebendig bist in deinem Wort, dass du uns in allem, was du uns sagst und zeigst, auch den Vater zeigst in seiner Liebe und Gnade, die alle Menschen umfasst und uns, die wir glauben dürfen, das volle Heil in dir schenkt.
Mach uns auch heute von Herzen froh darüber, dankbar und bereit, diese Liebe und Gnade weiterzugeben, wie du es willst.
Dankend jetzt für dein Wort, dankend dir für unseren Bruder, der es uns sagt, rüste du ihn dazu aus, schenk ihm Kraft und Vollmacht von dir.
Und nun wollen wir hören und dir danken. Amen.

Zwei Themen, die uns nicht leichtfallen

Wir hatten gestern das Thema der Sanftmut. Das ist uns ja ganz ungewohnt: warum Jesus nicht heute mit Macht sein Reich aufrichtet, sondern in dieser Verborgenheit, und dass diese Sanftmut auch unser Christenleben zeichnen soll. In der Welt ist das Herrschen groß, das Auftreten mit Macht und Gewalt. Und der Herr Jesus wählt diese Schlichtheit, den Sanftmut. Wir hatten gestern erinnert an das Adventslied: Sanftmütigkeit ist sein Gefährt. Das ist seine Art, wie er auch in unserem Leben sich zu Wort meldet.
Und heute haben wir ein zweites Thema. Leichter ist beides nicht. Uns ist das natürlich nicht angeboren: die Geduld. Keiner von Ihnen hat Geduld, kein bisschen. Wir beten um Geduld, aber der Herr hält sie uns oft vor. Wir sind ungeduldig: Herr, wie lange noch?
Vorhin beim Grüßen habe ich mich wieder gewundert, wie viele von Ihnen in dieser Schule Jesu drin sind, wo man gar nichts merkt, wie es vorwärts oder rückwärts geht, und wie es weitergeht, und was denn kommt. Und deshalb lesen wir das von der Hochzeit zu Kana, Johannes 2,1-11:
Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Ja, wann kommt die denn, die Stunde Jesu? Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an.
Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister. Sie brachten es ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam, die Diener aber wussten es, die das Wasser geschöpft hatten, ruft er den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein, und wenn sie betrunken werden, den geringeren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.
Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Wenn das Leben aus dem Takt gerät

Wenn wir jetzt mit Ihnen unter vier Augen reden könnten, dann würden Sie ganz viel erzählen, was in Ihrem Leben alles schiefläuft. Die Strapazen, dann das Familienleben, dann die Verwandtschaft: Das ist ein Problem. Und dann die Berufskollegen und im Heim, wie das ist mit der Stimmung, wie schwierig das alles läuft und wie ungut das alles ist.
Ich habe als Gemeindepfarrer immer erlebt: Wenn man Hausbesuche macht und die Leute erzählen, dann geht es nach zwei, drei Sätzen los, wie schlimm das alles ist. Wir können alle erzählen, wie schlimm uns mitgespielt wurde, von den Chefs, wie es uns ging, gerade auch von den Eltern. Wenn man heute in unsere Welt hineingeht, dann läuft ja überall etwas schief.
Gucken Sie nur mal den verrückten Verkehr an. Ich will gerne immer die Autobahn von Stuttgart herfahren, heute Morgen wieder fünf Kilometer Stau. Zum Glück habe ich hier übernachtet. Es läuft ja in der Kommunalverwaltung, im Schulwesen, Mensch, was die aushacken, heute mit den Schulentwürfen, da kann man ja nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. In der Politik überhaupt, in der Gesundheitspolitik, überall. In der Weltpolitik geht es drunter und drüber, es ist alles wie verhext.
Auch bei der Hochzeit zu Kana. Eigentlich waren ja Hochzeiten in Israel ein Vorgeschmack vom Himmel. Da wurde die Tenne ausgeräumt, dann hat man sieben Tage, ungefähr wie wir, durch einen Tag. Das war einfach: Lass alles mal laufen, jetzt wird gefeiert. Und dann geht der Wein aus.
Nun sind wir alle schon so kummergewohnt, dass wir sagen: Macht doch nichts, dann trinken wir halt Sprudel. Wäre auch nicht schlimm, muss ja nicht Wein sein. Es gibt ja auch sonst noch Gründe, warum es kein Wein sein muss. Aber es ist eine Störung, es läuft eben schief. Man kann es noch so sehr vorbereiten und recht machen, es geht nicht.
Und viele von uns sind auch fast zerbrochen: Selbständige, denen das Geschäft kaputtging, weil irgendein Schuft seine Rechnungen nicht bezahlt hat. Pleiten, Pech und Pannen überall, wo man hinguckt.
Und darum ist es so wichtig, dass im Leben, wo solche Pannen passieren, Jesus eingeladen wird. Er muss in deinem Leben dabei sein. Ohne Jesus weiß ich keinen Weg, wie man da durchkommen will. Und das war schön, dass sie Jesus zur Hochzeit eingeladen haben. Das ist doch nicht unwichtig. Nichts mehr ohne Jesus, das ist unser Motto: Nichts mehr ohne Jesus.
In jedem Lebensabschnitt kein Ruhestand ohne Jesus. Kein Altersheim ohne Jesus, keine Berufsarbeit ohne Jesus, für unsere jungen Leute nichts ohne Jesus. Jeder Schritt nur mit ihm, ohne ihn keinen. Und gut, dass Maria eingeladen war und dass Jesus mit eingeladen war, mit Maria, und seine Jünger waren auch dabei. Das kommt ja im Neuen Testament immer vor: Jesus und seine Jünger.
Wir kennen das nur bei Firmennamen: Mercedes-Benz, Koch & Neef und Oetinger, Hanke und Kurz und wieder seit Grünzweig und Hartmann. Und bei Jesus ist es so, dass er eine besondere Sache macht: Er bindet sich an seine Jünger. Und du musst ihn mit dabei haben, damit er in dem, was auch kommen kann, dabei ist.
Mit Jesus die einzige Lösung für die Pannen deines Lebens und die Schwierigkeiten, die bedrohen.

Die Stunde Jesu und das Warten auf Gottes Zeit

Und jetzt war das wirklich die schwierigste Situation. Sie kam erst, als Maria, die Mutter von Jesus, ihm den Tipp gab: Mach doch ein Wunder, du kannst das doch. Die haben doch keinen Wein, du kannst das doch lösen.
Wir kennen das ja auch mit den Wundern. Warum macht Jesus bei mir das Wunder nicht, er hat es doch bei anderen auch getan? Warum nimmt er mir die Krankheit nicht weg? Er kann es doch. Jesus, du kannst doch, mach es doch. Und in ihrem Leben gäbe es viele Möglichkeiten: die ungläubigen Enkel, die schwierigen Gemeindeverhältnisse und das, dass man nicht mehr richtig gehen kann, und das mit dem Essen nicht mehr klappt oder mit dem Atmen, und was überall, Herr Jesus, du kannst das doch.
Erstaunlich ist ja, wie Jesus seine Mutter so brüsk angefasst hat. Das macht man doch nicht. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Jesus braucht ja die Belehrung nicht, er erkennt das Gesetz. Warum hat denn Jesus die Maria so brüsk angefahren? Weib heißt im Altslutter: Frau. Die Mutter, das ist der schönste Name. Mutter ist noch viel schöner als Verteidigungsministerin, wissen Sie das, oder Bundeskanzlerin. Mutter ist anders, ganz so. Aber der, der keine Kinder hat, soll nicht traurig sein. Ich möchte bloß in unserer Zeit eine Lanze wieder brechen und unseren jungen Leuten das sagen, dass das etwas ganz, ganz Großes ist, größer als alle Jobs in dieser Welt, was eine Mutter an ihren Kindern tut.
Warum ist Jesus so hart? Weil es Jesus schwer fiel, diese Bitte nicht zu erfüllen, das müssen Sie wissen. Es fiel Jesus ganz arg schwer, Ihre heißen, sehnlichen Bitten nicht zu erfüllen. Er hört sie doch, er weiß doch, er kennt Ihre Gedanken schon, bevor Sie beten.
Warum tut’s denn Jesus nicht? Das war die Frage heute von der Geduld. Warum tut’s denn Jesus nicht? Er künd’s doch lässig: Sprich nur ein Wort, dann wird mein Knecht gesund, du kannst es doch.
Jetzt müssen Sie kurz aufschlagen: Johannes 5,19. Das ist ein Wort, das Jesus mit einem doppelten Amen einläutet. Wahrlich, wahrlich, das heißt ja: So ist es, ganz gewiss. Und diese Worte sind ganz besonders wichtig, die Jesus mit einem Amen, Amen eingeleitet hat. Da will er uns aufmerksam machen. Jetzt kommt etwas ganz Wichtiges: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht. Denn was dieser tut, das tut gleicherweise der Sohn.
Jesus kann nicht, erst wenn der Vater ihm grünes Licht gibt. Wir meinen immer, Jesus kann alles. Nein, Jesus kann nur gehorsam sein, dem Vater. Es steht übrigens auch im Vers 30, zweite Hälfte: „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Jesus will dem Willen des Vaters gehorsam sein, nicht der Maria.
Und da sehen Sie: Das kommt noch öfter. Kapitel 8,28 im Johannesevangelium, auch der zweite Satz: Aber nicht von mir selbst aus bin ich gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. Ganz wichtig, dass Jesus nur tun will, was der Vater will. 8,28: Er ist gesandt vom Vater, nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.
Es ist eine teuflische Versuchung für Jesus, der Maria gehorsam zu sein und nicht dem Vater, unseren Gebeten zu folgen und nicht auf den Vater zu hören.

Die Schule des Wartens und des Vertrauens

Jetzt möchte ich da einen Abschnitt machen und sagen: Das ist das ganz Schwierige in unserem Leben, das Warten, das Warten.
Im Psalm 69 steht: Ich habe mich müde geschrien, dass ich so lange harren muss auf meinen Gott. Das kennen Sie: dass ich so lange harren muss auf meinen Gott. Hört er es denn nicht? Müde geschrien, ich habe so viel gebetet. Paulus hat dreimal gebetet und hat aufgehört mit seinem fahlen Fleisch, das ihm so wehtat. Das Warten ist so schwierig, bis er gewusst hat: Nein, das ist nötig, das Warten.
Es steht auch das grosse Wort in der Bibel: Keiner wird zu Schanden, der dir vertraut. Wir singen ja auch so gern das Lied. Aber trotzdem meinen wir dann immer: Ob ich nicht doch zu Schanden werde in meinem Gebet? Im Warten? Ganz interessant ist, dass im Neuen Testament nicht vorne ansteht die Erfüllung meiner Wünsche. Ich glaube auch, dass heute in den Gemeinden einiges drunter und drüber geht in der Frage der Gesundheit.
Vor Jahren hat Fritz Laubach ein ganz wunderbares Büchlein geschrieben: Krankheit und Heilung. Er hat das biblisch so super geordnet. Ich habe noch ein paar Büchlein da, vielleicht spreche ich sie morgen noch vor. Ich habe sie im Auto liegen. Krankheiten, das ist ja die Frage. Jesus hat ja nur ein paar Leute geheilt. Es gab damals auch wahnsinnig viele kranke Leute, und das muss man wissen. Das ist ja so notvoll für jeden Einzelnen, der betroffen ist. Warum handelt denn Jesus nicht, wenn der Leib nicht mehr funktioniert und wenn die Schmerzen zumürben? Und Jesus hat sich doch so liebevoll der Kranken angenommen.
Aber hier steht ganz deutlich: Gesundheit ist nicht alles. Schon in einem Gästebuch in einem Kurort stand: Gesund gehe ich von der Kur zurück. Ich fand Gesundheit hier das Lebens höchstes Glück. Und darunter hat ein anderer geschrieben, das war Johannes Gosner: Das Lebensglück ist nur halb, glückselig wäre sonst auch ein gesundes Kalb.
Aber wir können es ernst biblisch sagen: Es ist im Neuen Testament auch bei Jesus nicht das Höchste, den gesunden Leib. Denn sobald wir einige Erlebnisse haben, und Sie können viele Erlebnisse haben, Sie haben sie schon gehabt, morgen klopft die nächste Krankheit schon wieder vor der Tür. Es geht ja wie die Perlen an der Schnur gerade weiter. Und wenn die Füsse wieder funktionieren, dann tun die Zähne nimmer mit. Und dann ist die Lunge wieder kaputt, und dann ist das Herz dran. Darum ist das nicht das Höchste.
Das ist im Neuen Testament bei all den herrlichen Wunderberichten interessant. Sondern worum geht es Jesus? Um den Willen des Vaters zu tun. Der Wille des Vaters ist das Allerhöchste, der Wille des Vaters.
Ich habe in jungen Jahren eine grosse Operation gehabt. Damals hatten wir gerade vier Kinder, waren noch in unserem ersten Pfarrheim im Schwarzwald. Und wenn man da so liegt, die Ärzte lassen ja vorher noch unterschreiben, was alles möglich ist und so weiter, und da liegt man so da am Abend. Da konnte ich nicht beten: Herr, dein Wille geschehe. Denn für mich gab es ja nur eine Lösung: Ich muss wieder zurück, ich muss wieder in mein Pfarramt. Meine Frau braucht mich auch noch, die hat noch nicht genug von mir, und die Kinder brauchen auch noch einen Vater. Die werden gerade noch dreissig Jahre alt.
Dein Wille geschehe, konnte ich gar nicht beten, weil es doch nur den einen gab, den ich wollte. Und auf einmal habe ich gemerkt: Ich traue Gott des Willen gar nichts zu. Für mich war plötzlich das eine Angst: Aber wenn Gott mich fallen lässt? Auf einmal habe ich gemeint, das ist das Problem bei uns, unser Zweifel an Gott.
Da kommt ja immer vor der OP noch der Narkotiseur, der Oberarzt, und spricht noch einmal alles durch. Und da sass der so im Bett. Da habe ich gedacht: Dem habe ich vertraut. Das war so ein sympathischer junger Mann. Aber Gott traue ich nichts zu. Gott misstraue ich, wie wenn er der Teufel wäre. Er ist doch mein bester Freund. Ich habe zum ersten Mal gemerkt, so tief: Ich predige doch sonntags, ich will doch das Heil ans Bode sein, und dann habe ich so ein Misstrauen gegen den lebendigen Gott. Und das muss man mal an sich selber sehen, dass das eine Not meines Herzens ist.
Ich traue es Gott gar nicht so. Wir sagen: Das und das und das muss so laufen, sonst bist du mein Feind. Das kann doch nicht wahr sein. Und ich habe an diesem Abend entdeckt: Da steckt ganz tief in mir die Sünde meines Ichs drin. Ich traue Gott gar nicht so, dass er mich über alles liebt. Ich habe Gedanken der Liebe über euch und des Friedens und nicht des Leids.
Und ich habe immer gemeint, ich hätte diese Liebe. Ich habe erst an diesem Abend gemerkt: Wo kriege ich denn dieses Wissen, den Glauben, den Frieden? Den kriege ich erst aus seinem Wort. In seinem Wort sagt er nämlich das. Und da habe ich einen Blick in sein Wort bekommen, dass ich weiss: Herr, du führst mich. Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht.
Das steht in seinem Wort, und Gott hat sich auf sein Wort festgelegt. Da hat er seinen Willen enthüllt. Auch wenn du nichts spürst, auch wenn du nichts siehst, er ist ganz nah da. Ich möchte das bis heute immer wieder neu lernen.
Wenn man so alt ist wie wir, es sind ja viele Alte, es war schön, da kann man im Rückblick seines Lebens nur staunen. Wie oft haben wir unseren Glauben verloren, haben gemeint, jetzt ist alles aus. Es war gar nicht aus. Es kam ganz wunderbar. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, um dein Krämen zu beschämen, wird es unversehen sein. Gott will es machen, dass die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Daniel Hertelschmidt, wunderbares Lied.
Also, wir haben es doch erlebt, tausendfach. Wir haben gesagt: Das ist alles aus, hat gar keinen Wert mehr, und es ist keine Lösung mehr. Und Gott hat uns beschämt. Jetzt müssen wir es doch eigentlich wissen. So schnell fällt unser Herz in die Glaubenslosigkeit. Das ist mir so schlimm, im Warten auf den Herrn. Und deshalb ist die Schule, in die Jesus die Maria führt, ganz wichtig und ganz bedeutsam.
An diesem Abend vor der OP habe ich einfach mein kleines Testament genommen und noch mal gelesen, und dann in den Psalmen und in den vielen Jesusworten: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe diese Welt überwunden. Niemand kann dich aus meiner Hand reissen. Das ist das Grösste, grösser als das Wunder der Krankenheilung. Das möchte ich ganz klar sagen.
Das Allergrösste ist, wenn ich darin ruhig werden darf und gewiss werde. Es ist ihm ein Leichtes, auch das andere zu schenken. Aber wir haben einen sterblichen Körper, das müssen wir einfach wissen. Und das wird mit zunehmendem Alter immer schlimmer. Aber umso mehr dürfen wir die Liebe des Heilens fassen. Und ich darf das wissen in aller Not. Jesus hat uns im Vaterunser beten gelehrt: Dein Wille geschehe. Das ist das Allergrösste, wenn sein Wille geschieht, im Himmel und auf Erden und in deinem Leben.
Herr, ich gebe mich ganz in deine Hand hinein. Das ist ein ärgerliches Gebet, aber so wie es Jesus der Maria auch zugemutet hat, ein wichtiges Gebet. Ich darf mich freuen an dem Willen Gottes.
Nochmal: Wenn ein Mensch, Sie und ich, wenn wir keinen Willen haben, wir sind ja alles energische Leute, dann ist man matschig. Das ist etwas Schlimmes. Ein Mensch, der nichts will, weiss nicht: Soll er aufstehen, soll er das machen? Weil ein Mensch keinen Willen hat. Aber wir meinen immer: Gott, der hat auch einen Willen, einen Heilswillen für die ganze Welt sogar, dass alle Menschen gerettet werden, alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Du darfst dich bergen im Willen Gottes. Du darfst deine Nerven in die Hand Gottes legen, die so zappeln, deine Nerven. Jetzt legst du sie doch da rein und weisst: Er hat es in seiner Hand, und ich darf ihm vertrauen. Und das ist wichtig.
Heute ist es sicher schwierig, dass wir als Christen immer in Gefahr stehen. Das ist heute so eine Mode, ich habe es gestern schon gesagt, dass wir unser Ich so aufpäppeln. Ich habe da Sorgen. Dein Ich wird richtig gross, wenn Gott sagt: Ich will mit dir sein. Das macht dich gross. Nicht wenn du Gott gegenüber in den Zweikampf gehst und sagst: Herr, ich und du da drüben.
Es ist halt so schlimm, dass in den Gemeinden so viel Zweifel am Wort Gottes sind. Der mündige Mensch: Ich brauche Gott nicht. Der wird da drüben, der soll machen, was er will, ich mache mein Leben für mich. Es gibt Unglück. Mein Ich kann gar nicht glücklich werden ohne den lebendigen Gott. Ich muss ihn wiederfinden.
Und da bin ich immer dran am Lernen und am Studieren. Ich möchte das einüben: Herr, nichts ohne dich. Und ich suche dich, und ich möchte dich nicht kritisieren. Ich möchte dein Wort auch nicht kritisieren. Ich möchte das Lernen als Trost und Hilfe verbinden. Da bin ich überzeugt, dass Gottes Wort absolut wahr ist und gewiss, und dass sein Wille in allem nur das Beste für mich ist. Sein Wille, das ist das Allerbeste.
Auch wenn ich nicht verstehe, warum Jesus die Maria warten lässt. Weil wir es lernen müssen: glauben und dann schauen, das Erste, was sein muss. Wir werden abhängig, und in unserer Zeit ist es wieder nötig, dass wir das in unseren Gemeinden und überall, wo wir sind, wieder sagen: Du, das darfst du lernen, das Allergrösste zu lernen in deinem Leben, dem Herrn zu vertrauen, durch dick und dünn, im Grossen und im Kleinen.
Und er will das einüben. Und ich glaube, das ist so wunderbar, so wie es die Israeliten eingeübt haben im Schilfmeer: Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet still sein. Oh, Leute, wartet doch, ihr werdet es doch sehen. Und es ist in der Gemeinde so gewesen, dass unzählige Leute ihre Lasten getragen haben.
Bruder Lenk hat das gestern so schön gesagt von unserer Liebe zu den alten Liedern. Die ganzen grossen Glaubenslieder sind alle in Kreuz und Leid gedichtet, nicht beim Spaziergang im grünen Wald. Da darfst du dich einklinken, und die darfst du nachsprechen: Gib dich zufrieden und sei still, es zählt Sorge in deiner Seele, in deiner zappelnden Seele. Du darfst das lernen, dem Herrn zu vertrauen.
Und all die Glaubenslieder, die wir kennen: Warum sollte ich mich denn grämen, habe ich doch Christus noch, wer will mir den Himmel nehmen? Darfst du das wissen, er ist da! Und ich möchte doch immer sagen, das müssen wir der kommenden Generation sagen: Was habt ihr eigentlich, wenn euch der Boden unter den Füssen weggezogen wird? Die einzelnen Wunder, die ihr erlebt habt, an die kannst du dich in der neuen Bedrängnis nicht halten, die liegen zurück. Aber wenn das Neue vor dir steht, kannst du dich nur an den lebendigen Herrn halten. Und das ist so wichtig.
Und darum müssen wir das wieder lernen, die Abhängigkeit von Gott. Ich kann ohne dich nicht das Durchstehen. Und es ist schwer. Wie hat da einer gesagt von den Fernsehstars: Alt werden ist nichts für Feiglinge, das wisst ihr. Aber der Herr geht mit, darum wird es ein Siegesweg, ein Siegesweg, wo wir unsere Lieder singen und wo wir das anderen sagen dürfen: Er ist da, der Herr, auch wenn ich nichts mehr fühle und nichts mehr spüre, er ist da.
Und darum ist das im Glaubensleben das Wichtigste: der Gehorsam, der Gehorsam. Das ist nichts Unbequemstes, der Gehorsam. Der gibt uns Frieden. Herr, ich will doch nur deine Wege gehen, so wie ein Kind nur glücklich wird im Gehorsam, sich führen lässt von den Eltern. Ich werde doch nur selig sein im Gehorsam.
Und deshalb ist es auch so wichtig, dass man einmal in der Bibel forscht, und ich streiche mir das immer an, was Gott will. Was will er denn? Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen. Ich will bei dir sein, ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werden. Ich will es tun, ich will heben, tragen und erretten. Warum schreist du denn so laut? Ist der König nicht bei dir? heisst es mal beim Hosea. Ich will ausgiessen den Geist der Gnade und des Gebets. Ich will ein neues Herz geben. Ich will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Und immer wieder: Mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen. Ich will das steinerne Herz aus euch wegnehmen. Ich will die müden Seelen erquicken. Ich will einen ewigen Bund mit ihnen machen. Ich will, ehe sie rufen, will ich ihnen antworten.
Jetzt gucken Sie sich mal das Leben von Jesus an. So arm waren sie gar nie. Er war der allerverachtetste und unwerteste aus seinem Kreuzigst, so weit hat er sich entäussert. Kein Mensch war so tief und so arm wie er, angespuckt, verspottet, verhöhnt. Nur eins hatte das Wohlgefallen des Vaters, und er hat ihn auferweckt aus dem Tode.
Dein Leben wird erst recht gross, wenn du den Heilswillen des Vaters hast. Und dann kannst du durch Tiefen und durch Dunkelheiten gehen, kannst Misserfolg haben. Es kann sein, als ob alle Menschen gegen dich stehen, als ob du mit unwahrem Zeug beleidigt wirst. Macht alles nichts. Wenn der Vater für dich ist, was wollen wir denn die Menschen? Ist Gott für mich, wer will jetzt noch gegen mich sein? Wenn er für dich ist, das hat der Triumph in Römer 8. Er hat ja seinen eigenen Sohn für mich dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Ich muss immer wieder auf diese Tiefe durchkommen, auch in meinen Glaubensanfechtungen und mit meinen Nöten. Denn das ist heute so wichtig: Dein Leben wird wertvoll und bedeutsam, wenn Gott noch etwas mit dir vor hat. Hat er noch etwas vor, wenn ich auch noch Stunden auf Erden zähle, wenn er noch etwas vor hat, ist mein Leben wertvoll. Nicht das, was ich will, sondern was er will.
Er will dich zum Segen setzen, für viele Menschen, auch wenn deine Kraft gebrochen ist. Er braucht dich, er segnet dich, er erfüllt dich mit seinem Geist. Da wird auf einmal dein Leben wichtig, gerade weil es uns immer ging: Was ist denn mit meinem Ich? Das macht Jesus so gross, dass sogar die himmlische Herrlichkeit vor Augen steht. Wir werden Jesus gleich sein. Das will Jesus aus meinem Schmutzleben machen, aus meinem Sündenleben will er das machen. Er hat ganz, ganz grosse Pläne. Er will mich aber zubereiten auf diese grosse Zukunft. Er will uns herrlich machen und schön machen.
Und darum ist das so wichtig, dass ich jetzt sagen kann: Das ist toll, dass Jesus die Maria warten lässt, dass er auf einmal merkt: Ich lege das in die Hand von Jesus, und er soll das tun, wie er es will. Das ist nicht Kleinglauben, sondern das ist Grossglauben. Jesus weiss es, und er weiss, was er tut und wie er es tut.
Ich habe das in meinem Neuen Testament erst sorgfältig gelesen, wenn der Paulus sagt: Prüft, was des Herrn Wille ist. Ich finde das auch ganz toll, wenn man in der Gemeinde, bevor man grosse Aktionen macht oder Bauten macht, fragt: Was will der Herr? Nicht, was wollen die Leute, sondern was will der Herr? Die Frage in der Gemeinde: Was will er denn?
Und ich bin überzeugt, da wird uns plötzlich viel, viel wichtig. Kleine Dinge werden uns wichtig, was er von mir will. Da werden mir Menschen wichtig, die mein Wort brauchen, meinen Zuspruch, Kranken, die ich besuchen soll, für die ich beten soll. Da werden Aufgaben wichtig. Dann ist Gottes Wille, dass er meidet die Unzucht. Die Heiligung ist der Wille Gottes, dass mein Leben unter die Zucht von Christus gestellt wird, auch mein Glaubensleben. Dass ich Vertrauen lerne, kann ich ganz viel sehen in meiner Bibel. Er hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens. Das merken wir erst, was er will. Das erzeugt er uns. Mein Leben wird gerade bedeutsam dadurch, dass Jesus mich erwählt hat und gerufen hat und dass ich ihm dienen darf.
Da ist in einem Lied: O Gottes Sohn, du Licht und Leben, nur dein, nur dein vollkommener Wille sei für mich Schranke, Ziel und Bahn. Das ist ein Bogatzki, das war ein ungarischer Ritter in Halle beim August Hermann Francke. Nur dein, nur dein vollkommener Wille sei für mich Schranke, Ziel und Bahn. Das soll mein Leben sein. Du sollst mich erfüllen mit deinem Plan, nicht mein Ich.
Unser Ich ist ein zappelndes Ich und ist von den Wünschen und Gelüsten gerissen, von den Versuchungen und von allem, was unsere Bequemlichkeit will. Aber wenn das so herrlich ist: Herr, ich darf dir dienen, nicht bloss in der Mission, nicht bloss in der Diakonie, auch an meinem Platz darf ich dir dienen, und du brauchst mich. Und darum ist das auch ein ganz wunderbares kämpferisches Gebet: Dein Wille geschehe, Dein Wille geschehe, Herr, in unserer Welt Dein Wille geschehe. Aber fang du bei mir einmal an, dass du deinen herrlichen Heilswillen in meinem Leben machen kannst. Und dann kann uns der Herr gebrauchen. Das ist ganz wunderbar.
So hat schon der Abraham gebetet für die gottlose Stadt Sodom und Gomorra. Herr, wenn es möglich ist, kannst du dein Gericht nicht noch einmal vorüberziehen lassen? So dürfen wir beten für unsere Kinder und Enkel, so schrecklich für unsere lehrerwerdenden Gemeinden und Kirchen, in denen wir so leiden. Herr, du willst doch etwas. Gebrauche mich, gebrauche mich, solange ich noch in dieser Welt bin, dass ich dein Zeuge sein darf im Himmel und auf Erden.
Wenn man vom Willen Gottes überzeugt ist, dann kann man fröhlich seinen Weg gehen. Und dann kommt man so her: Jetzt ist das. Das macht mein Leben so gross und so wichtig, dass ich hier dienen darf mit allem, was ich bin und habe.

Die alltägliche Gestalt des Wunders

Jetzt schauen wir uns die Geschichte mit Maria noch einmal an. Wir haben jetzt einen langen Ausflug gemacht, bei der Hochzeit zu Kana. Maria hat gesagt, sie geht zu den Dienern und sagt: Was er euch sagt, das tut. Punkt. Mehr nicht.
Und dann geht es ganz alltäglich weiter. Die Diener machen ihre Pflicht, sie füllen die Wasserkrüge, und Jesus packt seine Wunder in die alltäglichen Verrichtungen hinein. Plötzlich strahlt die Herrlichkeit Jesu über diesen Pötten. Es waren ja eigentlich Pötte zum Füßeputzen, die man da aufgestellt hat, Reinigungsgefäße. Und plötzlich strahlen sie voll der Herrlichkeit, der Wunder Gottes.
Und auf einmal ist unser Leben überstrahlt von der Gegenwart Gottes. Und das ist mir ganz wichtig, auch in den natürlichen Dingen. Gott handelt ja nicht nur wunderbar in den außergewöhnlichen Sachen, wenn die Sonne plötzlich rückwärtsgeht oder wenn das Unerwartete eintritt. Er handelt ja wunderbar auch in den Medikamenten, die wir in der Apotheke kriegen, im Essen, in den Begegnungen, wenn Kinder uns über den Weg laufen, wenn wir einander grüßen und wenn wir solche Urlaubstage haben. Die Herrlichkeit des Herrn ist da, überall umgibt sie uns.
Gott kann auch ganz große Wunder tun, keine Zweifel. Und die erleben wir ja fortwährend, was für Gebetserhörungen wir erleben, wenn wir auf den Atem wegkommen, wie Gott handelt. Aber daran hängt es nicht, sondern am Vertrauen ist es, also wie wir ihm einfach so ganz vertrauen. Und darum ist unser Leben so unsagbar reich geworden, weil das ganze Leben plötzlich hineingestellt wird in das Wirken unseres Herrn, des Herrn aller Herren und des Königs aller Könige, der in unserem Leben sich verherrlicht, in unserem schwachen Leib, in unseren dürftigen Worten, die wir sagen.
Und plötzlich ist Jesus da. Heute Morgen in der Bibelstunde hat er mit ihnen gesprochen, durch meine schwachen Worte. Und das ist so wunderbar. Er packt das hinein in unsere Dienste und macht das einfach weiter. Ihr werdet erleben, wie der Herr wirken will, ganz groß und wunderbar. In den geringsten kleinen Taten geschieht Gottes Reich. Auch heute geschieht Gottes Herrschaft.
Und ich darf das auch sagen: Auch im Leiden verherrlicht sich der Herr. Das ist etwas, was wir dummerweise aus unserem Leben ausklammern. Es gibt kein Leben ohne Leiden. Wenn eine Mutter ein Kind gebiert, ist schon das schlimmste Leiden, bis ein Kind geboren ist, mit Schmerzen und Wehen. Schon die Kinderkrankheiten sind Leiden. Der Boden des Leidens gehört zum ganzen Leben, weil Jesus das ganze Leben im Glaubensbekenntnis mit einem Wort charakterisiert: gelitten.
In dieser Welt wird unheimlich viel gelitten. Aber in diesem Leiden verherrlicht sich Jesus auf die allerwunderbarste Weise. In unserer Gemeindearbeit haben wir die Nähe und Gegenwart am allerschönsten erlebt bei den Leidenden, bei den Schwerleidenden. Es war oft gewaltig, wir waren oft ganz erschlagen von dem, was da durchgegangen ist. Und dann sagt man: Ich spüre gar nichts, ich bin so geborgen im Frieden Gottes. Und die uns das gemacht haben, es geht zur Herrlichkeit, dieser Blick, dieser Ewigkeitsblick.
Und das ist so wunderbar, dass der Herr Jesus in allem wirkt: im Sonnenschein und in der Gesundheit, in der Freude, aber auch in den schweren Dingen. Dass ich ihn erfahren darf, weil er mein Herr sein will, weil er dich lieb hat, weil er dich nicht loslässt und weil er für dich sein Leben gelassen hat. Und weil er das so festmacht: Du bist ihm wichtig und brauchbar. Und du brauchst dich nicht sorgen. Es geht zu immer neuen Erlebnissen seiner Größe und seiner Macht.
Und das ist so wunderbar, dass es sogar manchmal sein kann, dass Gott uns seine Größe demonstriert, wenn er gar nicht das tut, was wir gewollt haben. Und auf einmal lernen wir seine wahren Segenswege. Mir war es allergrößte Freude, wie diese Märtyrer in China erzählt haben, die 23 Jahre im Straflager waren. Wir waren Jesus nie so nah wie in diesen scheußlichen Jahren. Wir haben nie seine Nähe so herrlich erfahren wie dort. Und einer, als er entlassen wurde, hat eine Hütte an der Gefängnismauer gebaut und sagt: Ich will da in der Nähe von Jesus auch räumlich bleiben.
Das ist verrückt, verstehen Sie? So nah ist das. Und das wissen Sie, dass die Zeiten in Ihrem Leben, wo Sie oft durch Bedrängnis hindurchgehen, ganz besondere Segenszeiten waren. Es genügt doch für uns: Der Wille Gottes ist uns bekannt. Er will Ihnen alles schenken, aber will es manchmal ein bisschen anders als wir mit unserer menschlichen Vernunft. Gottes Gedanken sind ein bisschen anders, aber es sind Gedanken des Friedens und nicht des Leides.
Darum ist es so wichtig, dass wir das lernen und sagen: Ja, Vater! Ja, von Herzensgrund. Du darfst mich führen, und ich bin gespannt. Und ich will nicht aufhören. Wir dürfen sogar unser Loblied singen, auch mit Tränen in den Augen. Sie kennen das. Und dass wir sagen: Er hat es alles wohl bedacht. Gebt unserem Gott die Ehre, gebt unserem Gott die Ehre, sei Lob und Ehr dem höchsten Guten, Vater aller Güter.
Johann Jakob Schütz hat das gedichtet, dem es ganz schwer gemacht wurde von den Mitchristen in Frankfurt, die ihn gemobbt haben. Er war einer der ersten Zeugen, der die erste pietistische Gemeinschaftsstunde in Frankfurt mit Philipp Jakob Spener gegründet hat. Schon mit fünfzig Jahren starb er. Aber ein Mann, der das herrliche Lied gedichtet hat: So kommt vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Singen, bezahle die gelobte Pflicht, lass uns fröhlich singen. Gott hat es alles wohlbedacht und alles, alles recht gemacht.
Gebt unserem Gott die Ehre. Du musst bloß Glauben üben. Seinem Wort vertrauen. In seinem Wort hast du die absolut feste Basis, da stehst du auf dem Felsen.
Wollen noch beten.

Schlussgebet und Bitte um Treue im Alltag

Herr, vielen Dank für dein Wort, dass dein Wort wahr ist und nicht trügt. Es ist gut, dass wir immer wieder merken, wie abhängig wir von unseren Gefühlen sind, von unserer menschlichen Eigenart.
Vielen Dank, dass wir bei dir Geduld lernen dürfen. Wir dürfen dir vertrauen, Herr. Wir verstehen dich nicht, aber wir vertrauen dir. Das ist herrlich, auch mit Blick auf das, was jeden von uns jetzt bewegt.
Wir beten auch für die, die gerade schon schwer hindurchgeführt werden. Hilf uns, dass wir das bezeugen dürfen in der Dunkelheit und Finsternis der Welt. Auch den Kranken gegenüber, dass wir das weitersagen mit einem Wort, das Trost zuspricht, ermutigt und Hoffnung und Zuversicht gibt.
Ganz herzlichen Dank, lieber Herr! Amen!