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Das Geheimnis des Gebets: Gottes freiwillige Einschränkung

1. Könige 18,125.09.2013
SerieTeil 2 / 17Gebet in der Bibel
Warum betet man, wenn Gott schon alles weiß? Die Antwort ist überraschend: Gott will oft erst handeln, wenn du ihn darum bittest. Gebet ist keine Formel, sondern echte Mitarbeit mit Gott.

Die ursprüngliche Bestimmung des Menschen

Also noch kurz auf die Frage: Wir wollen noch kurz auf die Frage eingehen. Es ging um die Frage, die wir in der vorigen Stunde unbeantwortet gelassen hatten.
Der Mensch ist geschaffen für das Reden mit Gott. Zuerst einmal einige indirekte Gedanken dazu: Der Mensch ist ganz sicher geschaffen worden, um ein Gegenüber zu haben. Dazu hat Gott ihn erschaffen, damit er ein Gegenüber hat. Der Mensch sollte ein Gegenüber haben, er braucht auch ein Gegenüber. Gott selbst braucht das nicht; er hat sein Gegenüber in sich selbst. Aber er hat dennoch den Menschen erschaffen, damit der Mensch ein Gegenüber hat. Und das erste Gegenüber war Gott. So sollte es auch sein, und das ist die Grundlage für Gemeinschaft.
Gott hat den Menschen geschaffen, um Gemeinschaft mit ihm zu haben, und Gemeinschaft äußert sich auch im Sprechen. Deshalb ist der Mensch in diesem Sinne auch zum Sprechen geschaffen. Auch das Ziel der Geschichte in Offenbarung zeigt uns das: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen, dass Gott bei den Menschen wohnt. Und wenn man bei jemandem wohnt, dann hat man auch Gemeinschaft miteinander.
Gott hat uns gerufen, in die Gemeinschaft mit seinem Sohn als Erlöste. Also führt auch die Erlösung dorthin. Die Erlösung ist eine Wiederherstellung der ursprünglichen Schöpfungsordnung und der Schöpfungsgedanken Gottes mit dem Menschen, und noch mehr natürlich. Aber vor allem wird das Ursprüngliche wiederhergestellt. Von daher können wir auf alle Fälle sagen, dass der Mensch geschaffen wurde, um mit Gott Gemeinschaft zu haben.
In Kolosser 1,16 lesen wir: Alles wurde für ihn geschaffen. Dazu gehört auch der Mensch. Also ist der Mensch letztlich für Gott geschaffen. Der Mensch hat aber noch diesen speziellen Vorteil gegenüber den Tieren und der unbelebten Materie, dass er spricht. Der Mensch ist neben den Engeln das einzige Wesen, das spricht. Von daher können wir schon sagen: Der Mensch wurde geschaffen, um zu beten, um mit Gott zu sprechen.
Eine direkte Bibelstelle habe ich jetzt nicht gefunden, aber Offenbarung 4,11 sagt das auch: Um deinetwillen oder für dich ist alles geschaffen. Kolosser 1,16 sagt, dass alles für ihn geschaffen ist. Und die Stellen, die sagen, dass der Mensch gerufen ist zur Gemeinschaft mit Gott, gerufen in die Gemeinschaft mit seinem Sohn, finden wir auch im Neuen Testament.
Wo haben wir das jetzt im Neuen Testament, gerufen in die Gemeinschaft? Der uns gerufen hat in die Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus. Epheser 3? Ja, gut, diese Stelle haben wir ja schon gelesen, dass wir durch ihn den Zutritt haben. Moment, ich... Ja, eins, genau. 1. Korinther 1,9: Der uns gerufen hat in die Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus.
Also mehr kann ich jetzt auch nicht dazu sagen. Aber ich denke, der Gedanke an sich ist biblisch, dass der Mensch geschaffen ist, um mit Gott zu sprechen, und dass das auch der ursprüngliche Plan Gottes mit dem Menschen war.

Gottes freiwillige Einschränkung im Handeln

Dann zurück zu unserer Gliederung. Wir sind jetzt bei Groß C. Wir hatten ja Groß A: das Grundsätzliche, was Beten ist. Groß B: die Grundlagen des Gebets. Und jetzt Groß C: das Geheimnis des Gebets, Gottes freiwillige Einschränkung.
Wir sind immer noch bei der theologischen Begründung des Gebets, beim Geheimnis des Gebets, bei Gottes Einschränkung. Wie verwendet Gott das Gebet? Wie wirkt Gott über das Gebet? Wie ist die Art und Weise, wie Gott mit den Menschen über das Gebet zusammenarbeitet?
Hier hat Watchman Nee in dem Buch Der Gebetsdienst sehr gute Gedanken geäußert. Ich kann das empfehlen. Ich habe das auch hier, und wer will, kann sich das gerne ansehen. Dort schreibt er auch darüber, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass wir überhaupt beten können und dass Gott mit uns zusammenarbeitet.
Der allwissende Gott weiß alles im Voraus. Er weiß auch, was wir brauchen. Warum sollen wir dann überhaupt beten, wenn er ohnehin weiß, was wir brauchen? Und wenn er auch ohnehin weiß, wie sich alles entwickeln wird, warum dann überhaupt beten? Das ist die Frage, die sich viele stellen.
Er braucht uns eigentlich nicht. Aber er hat uns erschaffen, und er ist ein großes Risiko eingegangen, als er uns Menschen erschaffen hat. Und das wusste er auch, dass er ein Risiko eingeht. Denn wenn ich etwas erschaffe, das unbelebt ist, dann gehe ich kein Risiko ein. Dann mache ich das, und dann habe ich das, und kann es anschauen oder wegwerfen, wie ich will.
Wenn ich aber ein Wesen schaffe, das mir ähnlich ist, das einen freien Willen hat, dann ist das etwas anderes. Gott ist ein Wesen, das einen freien Willen hat. Das heißt, er kann sich entscheiden, er hat die Fähigkeit, sich zu entscheiden. Und wenn Gott jetzt den Menschen schuf in seinem Bilde, als ein Wesen, das fähig ist, sich zu entscheiden, dann ist Gott ein Risiko eingegangen. Denn dann kann der Mensch aus seiner Freiheit der Entscheidung etwas tun, was Gott nicht wünscht.
Und diese Einschränkung hat Gott auf sich genommen, dass das Wesen Mensch etwas tut, was er nicht wünscht, auch wenn er es wusste. Insofern ist es ein Risiko, als er dadurch eingeschränkt wird. Gott wird in seiner Macht oder in seiner Freiheit eingeschränkt. Er hat sich freiwillig in seiner Bewegung und in seiner Freiheit eingeschränkt, weil er dem Menschen nicht vorschreibt, was er zu tun hat. Stattdessen sagt er ihm, was er tun sollte, aber er gibt ihm die Freiheit, nicht zu gehorchen.
Und wenn jetzt der Mensch etwas tut, was Gott nicht wünscht, dann gefällt das Gott ja nicht. Dann ist das eine Einschränkung für ihn.

Die Frage nach kindlichem Gebet

Frau Präsidentin! Sie teilen Sie mit Kindern leben, also mit Kindern, die noch nicht wiedergeboren sind und auswendig Gebete gelernt haben, dass sie Gebet sprechen. Kommen die bei Gott an, oder ist das ein dämonisches Leben? Nein, das ist ja das Gleiche wie bei den unerlösten Menschen, die noch nicht, also wenn jemand noch nicht von Neuem geboren ist, auch im Alten. Da sagten Sie vorhin, dass der dann zu Christus kommen muss, genau.
Also, wenn es jetzt nur ein auswendig gelerntes Gebet ist, dann ist das anders. Aber sagen wir, Kinder würden jetzt von sich aus, also nicht auswendig, sondern angelernt, oder sie haben es sich angewöhnt zu beten. Dann ist es ja das Anliegen der Eltern, dass die Kinder in Verbindung mit Jesus Christus gebracht werden. Das heißt, die Eltern führen das Kind genau auf diesen Boden hin, der heißt Jesus Christus. Und das Kind kann sich in seiner beschränkten Aufnahmefähigkeit trotzdem bekehren, in seiner ganz einfachen Einfachheit, und kann zu Christus kommen. Es kann verstehen, dass er für das Kind gestorben ist.
Und natürlich muss beim Kind die Entscheidung immer wieder erneuert werden, weil das Kind ja wächst in seiner Auffassung. Das ist klar. Aber eigentlich ist da der Grund gelegt. Man zeigt dem Kind Jesus Christus. Wir sprechen vom Erlöser oder Heiland oder Retter. Ich weiß nicht, wie ihr mit den Kindern sprecht, aber die Kinder werden von Anfang an schon hingewiesen: Jesus, Jesus ist der Weg. Und dann kommt das Kind genau auf diesen Weg. Also von daher müssen wir uns da kein Problem schaffen.
Wenn dem Kind das nicht gelehrt würde, wäre es schwieriger, oder? Ja, es geht ja Gott nicht um Formeln, das ist ohnehin klar. Und vieles wird nicht immer gesagt, aber das ist uns schon in Fleisch und Blut übergegangen. Und wichtig ist für uns, dass wir uns klar sind, dass wir nur im Namen Jesu Christi kommen können.
Und wenn wir dann bitten, manche konkrete Gebete, da sagen wir vielleicht, dass wir sie im Namen Jesu beten, weil wir wissen, dass das jetzt auch der Herr Jesus genau will. Das ist sein Auftrag. Das darf ich dann schon sagen: Herr, was ich jetzt bete, Vater, das bete ich im Einklang mit dem Herrn Jesus, und ich komme in seinem Namen, ich komme in seinem Auftrag, ich bete hier in seinem Namen.
Es hat keinen Sinn, sie einfach beim Gebet anzuhängen und zu beten: Wir beten diese Dinge im Namen Jesu, Amen. Das hört man in Amerika und in England oft. Das ist dann nur eine Formel. Gemeint ist: Das sind die Dinge, wo ich mir wirklich klar bin, das ist auch in seinem Willen, da steht Jesus Christus dahinter. Das ist das eine, was ihr bitten werdet in meinem Namen. Das andere ist die Grundlage, auf der wir ohnehin kommen, wie wir vorher gesagt haben.
Sollten wir also, wenn wir das bewusst sagen, in seinem Namen, dann sollten wir uns aber auch schon klar sein: Kann ich das überhaupt im Namen Jesu beten? Ich kann ja nicht für etwas beten, wo ich nicht weiß, dass der Herr Jesus dahintersteht. Wenn ich für etwas für mich bete, wo ich es nicht weiß, dann kann ich es nicht im Namen Jesu beten. Aber ich kann kommen im Namen Jesu. Ich komme ja zu Gott immer im Namen Jesu. Aber dieses konkrete Gebet ist nicht, oder ich weiß nicht, ob das in seinem Namen, das heißt in seinem Willen ist.
Aber alles, was wir bitten in seinem Namen, das wird er tun, natürlich, das wird er tun. Aber wir müssen dann auch beständig beten. Wir müssen es ihm zeigen, dass wir es ernst meinen, und wir müssen eben im Einklang mit seinem Namen sein, mit seinem Willen sein. Also, ja, ich weiß nicht, ob das befriedigend ist, aber vielleicht so, weil wir kommen ja auch noch später darauf.

Biblische Beispiele dafür, dass Gott auf Gebet wartet

Jetzt zurück zum Geheimnis des Gebetes. Also Gott wartet darauf, dass der Mensch bittet, ehe er etwas Bestimmtes tut. Das stellen wir auf alle Fälle in der Bibel fest.
Gott hat einen Wunsch und einen Willen. Er wünscht, etwas Bestimmtes zu tun, aber er möchte sehr, sehr häufig, dass der Mensch ihn darum bittet, damit er es dann tut. Das ist das Eigenartige. Und ich habe hier ganz viele Beispiele aufgeschrieben, damit uns das einmal bewusst wird.
Auch mit den Bedürfnissen ist es so. Nicht, dass Gott nicht um unsere Bedürfnisse wüsste, aber er versorgt uns oft erst, nachdem wir gebeten haben. Natürlich ist es manchmal in vielen anderen Punkten so, dass er uns ohnehin versorgt, ohne dass wir bitten. Aber es gibt gewisse Dinge, wo er uns versorgt. Zum Beispiel, wenn jemand eine Ehefrau braucht und dann auf die Idee kommt zu beten: Herr, es wäre jetzt gut, ich bräuchte eine Ehefrau. Könntest du mir helfen? Ich sollte jetzt eine Ehefrau finden. Wen soll ich heiraten? Und jetzt fängt man mit Gott an, diese Sache zu besprechen. Dann ist Gottes Hilfe da. Er sagt: Gut, du brauchst eine Ehefrau. Gut, dann gehen wir die Sache an, und ich helfe dir. Du musst beten, du musst deine Augen offen halten, du musst weiter beten, und du musst dieses und jenes tun. Aber du musst dich wirklich auch auf mich verlassen. Und so bekommt dann derjenige das als Antwort auf Gebet, obwohl Gott gewusst hat, dass er das braucht.
Erstens: Gott wartet darauf, dass der Mensch bittet. Bei Elija, 1. Könige 18, und Jakobus 5 ist ja ein ganz berühmtes Beispiel. Wir lesen Jakobus 5,17-18. Elija war ein Mensch, geartet wie wir, mit gleichen Empfindungen, und er betete. Im Griechischen heißt hier „er betete Gebet“. Das ist ein Hebraismus, nennt man das. Das ist eine hebräische Eigenart: Er betete Gebet, das heißt, er betete und betete, oder er betete intensiv, oder er betete ernstlich. Er betete und betete, dass es nicht regne, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Also die Trockenheit hat Gott geschickt, weil Elija betete. Und nachher heißt es weiter: Und wiederum betete er in Vers 18. Und wiederum betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde ließ ihre Frucht sprießen.
Was war jetzt da dazwischen? In 1. Könige 18,1 lesen wir: Und jetzt vergingen viele Tage, da geschah das Wort JHWHs an Elija im dritten Jahr, indem er sagte: Gehe hin, zeige dich dem Ahab, und ich will Regen geben auf den Erdboden. Also Elia bekommt die Offenbarung von Gott, dass Gott jetzt Regen geben wird, nach dreieinhalb Jahren. Und in Vers 41 lesen wir: Und Elia sagte zu Ahab: Gehe hinauf, iss und trink, denn es ist ein Rauschen eines gewaltigen Regens. Und Ahab ging hinauf, um zu essen und zu trinken. Elija aber stieg auf den Gipfel des Karmel, und er beugte sich zur Erde und legte sein Angesicht zwischen seine Knie. Und er sagte zu seinem Diener: Geh doch hinauf, schau zum Meer hin. Und er ging hinauf und schaute, und er sagte: Es ist nichts da. Und er sagte: Geh wieder hin! Sieben Mal! Und es geschah beim siebten Mal, da sagte er: Siehe, eine Wolke, klein wie die Hand eines Mannes, steigt aus dem Meer herauf. Und er sagte: Geh hinauf, sprich zu Ahab: Spanne an und fahre hinab, dass der Regen dich nicht aufhalte. Und es geschah unterdessen, da wurde der Himmel schwarz von Wolken usw.
Also, was haben wir hier? Gott sagt zu Elija: Ich werde Regen geben. Jetzt würden wir sagen: Ja, dann brauchte Elija nicht mehr um den Regen zu beten. Aber gerade jetzt lesen wir, dass Elia intensivst betet, und er betet längere Zeit. Siebenmal schickt er den Knecht aus, um auszuschauen, wann endlich die Wolke kommt. Also er hat eine längere Zeit gebetet. Und dann, als er ausgeharrt hat im Gebet, hat Gott das Gebet erhört und schickt den Regen, von dem er aber vorher gesagt hat, es wird Regen geben. Das zeigt uns: Gott möchte auch in dieser Sache gebeten sein. Und Jakobus sagt: Elija betete wiederum, und der Herr gab Regen.
Zweites Beispiel: Daniel. Daniel liest in Daniel Kapitel 9 aus dem Buch Jeremia 29,10: So spricht der Herr: Sobald siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich eurer annehmen und mein gutes Wort an euch erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen. Jetzt hätte Daniel sagen können: Ja, wunderbar, die siebzig Jahre sind um, und jetzt wird der Herr uns zurückbringen. Aber was lesen wir? Nein, Daniel geht ins Gebet und fleht zum Herrn. Kapitel 9, Vers 3: Und ich richtete mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche. Vers 19: Herr, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle! Was soll Gott denn handeln? Zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott, denn deine Stadt und dein Volk sind nach deinem Namen genannt.
Jetzt argumentiert Daniel, und er fleht, dass Gott eingreifen möge. Und wir wissen, wie der Eingriff aussehen soll, nämlich dass er jetzt das Volk, dass er die babylonische Gefangenschaft wende und das Volk zurückbringen soll. Das heißt, Gott sagt es in Jeremia voraus, dennoch betet Daniel dafür, dass Gott es jetzt tue. Und er demütigt sich, stellt sich unter die Sünden des Volkes, bekennt die Schuld und bittet Gott, nicht zu zögern, sondern jetzt einzugreifen.
Drittens: Die Wiederherstellung Israels in Hesekiel 36,33-37. Da lesen wir, dass der Herr sagte: Ich, der Herr, habe geredet, ich werde es tun. Ich muss den ganzen Text lesen. Hesekiel 36,33: An jenem Tag, an dem ich euch reinigen werde von all euren Ungerechtigkeiten, werde ich die Städte bewohnt machen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden, und das verwüstete Land soll bebaut werden, statt dass es eine Öde war vor den Augen jedes Vorüberziehenden. Und man wird sagen: Dieses Land, das Verwüstete, ist wie der Garten Eden geworden, und die verödeten und verwüsteten, zerstörten Städte sind befestigt und bewohnt. Und die Völker rings um euch her, die übrig bleiben, werden wissen, dass ich, JHWH, das Zerstörte aufbaue, das Verwüstete bepflanze. Ich, JHWH, habe geredet, und ich werde es tun.
Also es ist ganz klar: Gott verspricht, dass er das Land und das Volk wiederherstellen wird. Und dann lesen wir in Vers 37, gerade nachher: So sagt der Herr, JHWH: Auch noch um dieses werde ich mich vom Haus Israel erbitten lassen, dass ich es ihnen tue. Ich werde sie an Menschen vermehren wie eine Herde, wie eine geheiligte Herde, wie die Herde Jerusalems an seinen Festen, damit die verödeten Städte voller Menschenherden sein werden. Und sie werden wissen, dass ich JHWH bin.
Hier sagt Gott, dass er sich erbitten lassen will, dass er die Menschen vermehrt und dass er die Städte voller Menschen machen wird. Vorher hat er aber schon gesagt, dass er das verwüstete Land alles wiederherstellen wird und wieder bewohnt machen wird, Vers 35, und das verwüstete Land wieder bepflanzen wird usw. Und dann sagt er, dass er sich erbitten lässt. Da haben wir hintereinander einerseits eine Verheißung: Ich tue es, ich habe es geredet, ich werde es tun. Andererseits steht hier: Ich werde mich erbitten lassen und die Menschen vermehren. Aber vorher hat er schon gesagt: Wenn alles bewohnt ist, wenn eine Wiederherstellung wieder beginnt, dann ist ja die logische Schlussfolgerung, dass es Menschen gibt und dass sich Menschen dort vermehren.
Aber es ist hier interessant, dass wir hier sehen: Ich werde mich erbitten lassen. Es geht mir um dieses eine Wort: Ich werde mich vom Haus Israel erbitten lassen. Wenn er es ohnehin tun will, warum will er sich erbitten lassen? Weil er gerne möchte, um seine Verheißungen zu erfüllen, dass er erbeten wird. Das heißt, Gott will, dass die Seinen beten, damit er seine Verheißungen wahrmacht und erfüllt. Das gehört auch zu dem Thema Mitarbeit des Menschen mit Gott.
Nächstes Beispiel ist David in 2. Samuel 7,25. Da heißt es: Und nun, Herr, das Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast, halte aufrecht ewiglich und tue, wie du geredet hast. Zuerst sagt Gott, dass er etwas tun wird. Er wird das Haus Davids, das Königshaus Davids, ewiglich aufrecht halten lassen. Das hat er ihm versprochen, Kapitel 7, Verse 10-16. Er wird ihm ein Haus bauen. Gott wird dem David ein Haus bauen, das ewig bleibt. Und jetzt betet David zu Gott: Das, was du geredet hast, bitte, das tue jetzt. Er hätte auch sagen können: Ja, du hast gesagt, okay, ich akzeptiere das, ich nehme das alles an, wunderbar, und jetzt warte ich noch darauf. Nein, er betet: Herr, tue es jetzt. Oder nicht einmal jetzt, er sagt: Tue, wie du geredet hast. Erfülle, was du gesagt hast. Halte aufrecht ewig das Wort, das du geredet hast. Gott will, dass man ihn bittet, dass er tue, was er versprochen hat.
Fünftes Beispiel: Salomo in 1. Könige 8,25-26. Vielleicht möchte jemand von Ihnen das vorlesen. Also Gott hat dem David etwas verheißt, und Salomo, der Sohn Davids, betet jetzt, dass Gott tun möge, was er zu David geredet hat. Das ist genau dasselbe: Gott möchte darum gebeten werden, dass er seine Verheißung erfülle.
In Matthäus 9, das ist das sechste Beispiel, Matthäus 9,36-38, lesen wir, dass der Herr traurig ist, dass der Herr die Ernte sieht, sie ist weiß, sie ist reif, und es fehlen die Arbeiter. Und was sagt er? Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende. Also Gott will ja, dass diese Ernte ... oh, es ist ein großes Anliegen. Gott möchte ja, dass viele Menschen gerettet werden und dass in Israel diese Schafe ohne Hirten ihren Hirten bekommen und so weiter. Dazu hat er den Messias gesandt. Und jetzt sagt der Messias: Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussendet.
Das nächste Beispiel, das siebte, ist 1. Timotheus 2,1-4, ein sehr bekanntes Beispiel. Hier ist die Rede davon, Paulus sagt, lasst Flehen, Gebete, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen dargebracht werden. Also es soll für alle Menschen, für Könige, für die in hoher Stellung usw. gebetet werden. Vers 3: Denn das ist gut, edel und angenehm vor Gott, unserem Retter, der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Wenn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, warum denn dann noch beten für alle Menschen? Das berühmte Beispiel, oder? Gottes Wunsch ist es, aber er handelt nicht, weil er gebeten werden will. Gott will, dass er erbeten wird, und wir sollen für alle Menschen beten, generell, weil Jesus Christus für alle Menschen gestorben ist, sagt er in den nächsten Versen, weil Jesus für alle Menschen sein Leben als Lösegeld hingegeben hat. Gott wird erbeten werden, auch in dieser Sache. Er will, dass wir für alle Menschen beten, generell.
Dann das achte: die Ausgießung des Geistes. Lukas 11,13. Da hat der Herr Jesus gesagt: Wenn ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten? Hier ist also die Rede von Menschen, die beten um den Heiligen Geist. Aber auf der anderen Seite lesen wir in Lukas 24,49: Ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; verbleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe. Oder Apostelgeschichte 1,8: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist.
Was machen die Jünger dann? Sie beten. Der Herr sagt: Bleibt in Jerusalem und wartet. Sie bleiben in Jerusalem, und was machen sie? Sie beten. „Bittet, wie viel mehr wird der Vater den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten.“ Die Jünger werden ganz sicher an dieses Wort Jesu gedacht haben, Lukas 11,13. Tatsache ist, dass sie zusammen waren im Gebet. Es heißt, sie waren versammelt im Gebet mit den Frauen und so weiter. In Apostelgeschichte 1,13-14 heißt es, sie gingen hinauf in den oberen Raum, wo sie sich aufhielten: Petrus und Jakobus, Johannes, Andreas, Philippus, Thomas, Bartholomäus, Matthäus, Jakobus, Alpheus, Simon, Judas, diese alle, also Judas Jakobi natürlich, diese alle waren mit Einmütigkeit beharrlich in Gebet und Flehen. Wofür haben sie gefleht? Sie haben sich erinnert an das Wort Jesu: Wie viel mehr wird der Vater denen den Heiligen Geist geben, die ihn bitten. Und der Heilige Geist wurde ihnen gegeben. Sie haben gebetet, Pfingsten kam, und sie haben ihn empfangen.
Das nächste Beispiel ist das neunte Beispiel: die Inthronisation Jesu Christi in Psalm 2,7-9. Psalm 2,7-9: Ich gebe Bericht von einem Ratschluss. Der Herr sagte zu mir, also JHWH sagte zu mir: Du bist mein Sohn, ich habe dich heute geboren. Bitte von mir, und ich gebe dir Völker zum Erbe und dir zum Besitz die Enden der Erde. Du wirst sie regieren mit eisernem Stab, zerbrechen wie Töpfergeschirr. Der Messias hat sich auf den Thron gesetzt. Gott hat seinen Messias eingesetzt auf den heiligen Zion, damals, als der Messias erhöht wurde zur rechten Hand Gottes. Und wir erfahren hier in Psalm 2, dass Gott zu ihm sagte: Bitte von mir. „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich geboren“ bezieht sich auf die Auferstehung nach Apostelgeschichte 13. Gott sagte zu dem Auferstandenen: Bitte von mir, ich gebe dir die Völker zum Erbe. Also der Sohn bittet den Vater um das Erbe, obwohl es von Ewigkeit her schon ihm versprochen war, dass er die Völker zum Erbe bekommen sollte. Also der Vater fordert den Sohn auf zum Beten, und der Sohn bittet, und der Sohn bekommt, wofür er gebetet hat.
Dasselbe haben wir, oder eine sehr parallele Sache haben wir, in Johannes 17,1-5. Der Herr wusste, dass Gott ihn nach dem Tode erhöhen wird. Das war ja auch schon verheißt: Nach dem Leiden wird der Menschensohn verherrlicht werden, hat er ja auch vorausgesagt. Und jetzt betet der Menschensohn: Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn auch dich verherrliche. Und auch in Vers 5: Verherrliche mich, du Vater, bei dir selbst, mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Der Menschensohn betet um die Verherrlichung, und Gott verherrlicht ihn. Obwohl es schon verheißt war, will Gott auch sogar von dem Sohn Gottes, von dem Menschensohn, gebeten werden, und dann handelt Gott.
Das letzte Beispiel hier, bei mir ist es klein k, also das zehnte oder elfte: Christi Ankunft, Offenbarung 22,20. Der Herr hat oft gesagt, dass er wiederkommen wird. Die Jünger sollten nicht traurig sein, er wird wiederkommen und wird sie zu sich nehmen, dass sie bei ihm sein werden. Aber hier heißt es in Offenbarung 22: Komm, Herr Jesus! Komm, Herr Jesus! Warum betet Johannes und die Braut betet: Komm? Und Johannes betet: Komm, Herr Jesus! Warum muss er das beten? Warum muss die Gemeinde beten um das Kommen Jesu, wenn er ohnehin kommen wird? Weil auf das Gebet der Gemeinde handelt. Gott möchte mit der Gemeinde, mit den Heiligen, zusammenarbeiten. Und das ist das Geheimnis des Gebets.
Einerseits weiß Gott, was er tun wird. Andererseits wartet er aber, bis der Mensch darum bittet, dass er das tue. Sind dazu Fragen zu diesem einen Punkt? Bitte.

Die Spannung zwischen Verheißung und Bitte

Wird jemand darunter zu dem Weg gesteckt, oder wie soll man das verstehen, wenn Gott rät? Das weiß ich auch nicht ganz. Denn bei Daniel war es nicht die Zeit, dann war die Zeit gekommen, bei Daniel. Da ist es nicht so, wenn Gott gesagt hätte, dass er sich gedacht hätte: Na, wenn Daniel und überhaupt niemand betet, dann macht er Verlängerung, man hat die babylonische Gefangenschaft und weitere siebzig Jahre. Er hat ja verheißen, nach siebzig Jahren wird die babylonische Gefangenschaft beendet werden. Ich weiß es nicht.
Aber manche Dinge tut Gott gar nicht, weil er nicht gebeten wird. Manche Dinge hat Gott klar verheißen, dass er sie tun wird, aber er will trotzdem gebeten werden. Andere Dinge hat Gott verheißen, das ist allgemeiner Art. Zum Beispiel hat Gott verheißen, dass er grundsätzlich jeden Menschen retten möchte. Aber es werden nicht alle Menschen gerettet. Man fragt: Warum nicht? In Jakobusbrief lesen wir: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Da ist es klar: Die haben etwas nicht, weil sie nicht gebeten haben.
Und bei Joshua kämpft und er sieht, der Tag geht zu Ende, und wir brauchen, um einen Sieg für das Volk Gottes, einen richtigen Sieg nach Hause zu tragen, bräuchten wir noch einen Tag länger. Und er betet zu Gott: Herr, halt die Sonne auf und den Mond auf, dass sie stillstehen. Und Gott hat etwas getan, was er sonst nicht getan hätte. Er hat den Tag aufgehalten, damit Joshua fertig kämpfen kann. Aber warum hat er das gemacht? Weil Joshua gebetet hat. Hätte Joshua nicht gebetet, wäre die Sonne ganz normal untergegangen wie jeden Tag. Aber weil Joshua gebetet hat, ging die Sonne nicht unter.
Hier sehen wir also ganz klar, dass Gott außergewöhnliche Dinge tut, weil Menschen beten. Er wartet förmlich darauf, dass die Menschen beten. Manches hat er versprochen, dass er es tun wird, aber er erwartet, dass die Menschen beten. Wie das mit der Zeit ist, weiß ich nicht, das bleibt ein Geheimnis. Ich denke, dass das eine runde Zahl ist, denn wir haben dort eine klare Zeit. Also, er sagt ja dort in 1. Mose 15, wie sagt er? Vier Generationen. 1. Mose 15: Das vierte Geschlecht wird hierher zurückkehren. Das vierte Geschlecht, Vers 16. Und die vier, ah da, Entschuldigung, Vers 13, vierhundert Jahre, wer wird sie bedrücken? Vierhundert Jahre? Hier ist es ...
Manchmal gibt es ja auch runde Zahlen, aber ich kann das jetzt nicht. Ich habe das in Kommentaren gelesen, und ich weiß nicht, ob die Kommentare recht haben. Wenn es hier so vorausgesagt ist, und es traf ja dann ein. Ja, die Frage ist natürlich: Welche Zeit wird da gerechnet? Die Zeit der Knechtschaft, der Bedrückung. Jetzt ist die Frage, wann genau wird angefangen zu rechnen? Die 430 Jahre, die dort erwähnt werden im Galaterbrief, die sind ja die Zeit des Gesetzes. Wo haben wir 430? Galater 3,17. Da geht es um den Bund. Ein Bund macht ein Gesetz, das 430 Jahre danach kam. Jetzt ist natürlich die Frage, von wann an wird hier gerechnet, oder? Also, wir können jetzt die zwei Zahlen, dort steht 400 Jahre Knechtschaft, und hier steht: Der Bund kommt 430 Jahre, das Gesetz kommt 430 Jahre nachher. Das ist mir jetzt zu wenig genau, muss ich sagen.
Wo war das in 2. Mose 12, Vers 41? Am Ende der 430 Jahre, da geschah es eben an diesem Tag. Jetzt ist wieder die Frage: Da sind die Söhne Israels, die gewohnt haben in Vers 40, die Zeit, da die Söhne Israels in Ägypten gewohnt haben, ist 430 Jahre. Nun, wir wissen ja, dass die Zeit der Knechtschaft nicht unbedingt identisch ist mit der Zeit des Wohnens in Ägypten, denn die ersten Jahre hatten zwar keine Knechtschaft. Also, ich möchte hier nicht spekulieren und sagen, nur weil hier zwei verschiedene Zahlen sind, hat Gott einfach dann dreißig Jahre länger gewartet. Sondern da möchte ich zuerst wissen: Ist es wirklich so? Welche Zeit ist hier wirklich gerechnet? Oder von welchem Zeitpunkt an wird gerechnet? Werden die 430 Jahre gerechnet hier? Und von welchem Zeitpunkt an werden die 400 Jahre Knechtschaft gerechnet? Bei 1. Mose 15? Also, da müssten wir schon vorsichtig sein. Ja, das wäre ja noch früher. Ja, also jedenfalls sollte man hier vorsichtig sein, das ist mir zu wenig.
Gott wartet darauf, dass der Mensch bittet. Machen wir noch den zweiten Punkt, dann können wir vielleicht nachher noch darüber sprechen. Der zweite Punkt hieß: Gott wartet darauf, dass der Mensch gehorcht. Das haben wir auch oft. Das heißt, Gott schränkt sich ein. Gott würde gern etwas tun, aber er schränkt sich ein, weil er einen Menschen hier vor sich hat, der aus eigenen Stücken nicht gehorcht. Und deshalb geschieht nicht alles, was Gott gern zu tun wünschte, weil er ein Geschöpf sehen möchte, das seinen freien Willen dazu gebraucht, ihm aus freien Stücken zu gehorchen. Das ist für Gott das Wunderbare.
Wollte man nie schreiben, das möchte ich hier vorlesen, auch in diesem Buch Der Gebetsdienst: Indem er Gott ein Wesen schuf, das einen freien Willen hat, hat Gott sich in seinem Handeln freiwillig eingeschränkt. Gott tut nicht alles, was er tun möchte. Er hat seinen Willen, aber genauso hat der Mensch seinen. Gott hat dem Menschen es überlassen, ob er auf Gott hören will oder nicht. Und tut er es nicht, so lässt Gott ihn gewähren.
Warum hat Gott in der Zeit, also in der jetzigen Zeit, in der Vergänglichkeit, diese Einschränkung auf sich genommen? Weil er weiß, dass es in der kommenden Zeit, in der Ewigkeit, eine Übereinstimmung des Willens Gottes geben wird. Der freie Wille des Menschen und der Wille Gottes werden völlig miteinander übereinstimmen. Das ist Herrlichkeit Gottes. Er sagte: Ich lege ein Buch auf den Tisch, es bleibt dort liegen, es gehorcht. Aber dieser Gehorsam wird mich nicht befriedigen. Ja, das Buch gehorcht, ja wunderbar, was hilft mir das? Genauso kann es auch Gott nicht befriedigen, den von ihm erschaffenen Menschen wie ein Buch völlig teilnahmslos umhergeschoben zu sehen.
Natürlich möchte er einen Menschen, der ihm völlig gehorcht, aber er gibt und lässt ihm dennoch seinen freien Willen. Sein Wunsch geht dahin, dass der Mensch seinen freien Willen dazu braucht, um aus freien Stücken gehorsam zu sein. Das ist Herrlichkeit, das ist etwas Schönes. Wenn du ein Wesen hast, das dir freiwillig gehorcht, von sich aus. In der Ewigkeit wird es so sein, da werden erlöste Menschen sein, und sie werden nur einen Wunsch haben: Gott zu gehorchen, Gottes Willen zu tun. Aber jetzt in unserer Zeit, heute sind wir noch nicht vollkommen, und wir tun leider oft Dinge, die wir nicht tun sollten. Und Gott freut sich nicht darüber, und Gott wird gehindert, etwas zu tun, was er gerne tun würde, durch unseren Ungehorsam oder durch unsere Bequemlichkeit, durch unsere Behäbigkeit.
Was bedeutet das jetzt für das Gebet? Das kommt zu diesem dritten Punkt: Ohne Gebet wird Gottes Wunsch oft nicht geschehen, wird er nicht und kann er nicht, weil Gott sich eingeschränkt hat. Beten wir, da geschieht etwas. Beten wir nicht, geschieht nichts. Sagen wir, der Herr legt uns eine Last aufs Herz. Wir sollen beten für etwas. Und wir nehmen die Last, aber wir beten nicht. Was geschieht? Das Problem und die Last werden bleiben. Beten wir und beten wir weiter und beten wir weiter und beten wir weiter, dann wird sich etwas tun. Und beharren wir im Gebet, dann wird es eine Antwort geben, es wird etwas geschehen, Gott wird handeln. Er ist ja zu handeln. Er möchte ja, deshalb hat er ja diese Last hier auferlegt. Er möchte, dass etwas geschieht.
Einer der, ich denke, es war Finney, Finney schrieb: Viel Evangelisationsarbeit bleibt von geringem Erfolg, weil die Gläubigen das Gebet vernachlässigen. Viele Christen schlafen oder schlummern und verpassen viele Gelegenheiten zur Verherrlichung Gottes. Das ist ganz klar so, da hat er absolut recht. Oft verpassen wir Gelegenheiten, die Gott uns eigentlich geschenkt hätte. Ja, und wir verpassen sie. Gott gibt uns gerne eine zweite Gelegenheit, keine Frage, natürlich. Aber diese eine ist verpasst.
Ich möchte hier ein paar Beispiele bringen. Ich habe hier aufgeschrieben: A, hätte Mose nicht gebetet. Oder vielleicht ist es bei Ihnen nicht A, also ich habe hier klein A: hätte Mose nicht gebetet. Hier haben wir drei Beispiele. Ich nehme das erste Beispiel: 2. Mose 17, Vers 9-11. Das kennen wir, das ist ja bekannt. Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim. Amalekiter haben nach Guerillataktik von hinten die Schwachen des Volkes Gottes angegriffen. Und dann kam es aber zu einem Kampf. 2. Mose 17, da lesen wir in Vers 11:
Mose sagte zu Joshua: Erwähle uns Männer, zieh aus, kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich auf dem Gipfel des Hügels stehen, mit dem Stab Gottes in meiner Hand. Und Joshua tat, wie Mose ihm gesagt hatte, um gegen Amalek zu kämpfen, und Mose, Aaron und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels. Und es geschah: Wenn Mose seine Hand erhob, so hatte Israel die Oberhand, und wenn er seine Hand ruhen ließ, so hatte Amalek die Oberhand.
Wenn Mose nicht gebetet hätte, was wäre geschehen? Amalek hätte die Oberhand behalten, und es wäre eine Dezimierung des Volkes Gottes geschehen, es wäre Schaden unter dem Volk Gottes geschehen. Ganz sicher, es wäre so geschehen. Das beweist es. Wir bekommen hier Einblick. Wir lesen hier: Immer wenn er die Hände hob, wenn er gebetet hat, hat Israel die Oberhand. Also hängt es doch am Beten von Mose. Joshua war treu, und Joshua hat gekämpft, und es war seine Aufgabe zu kämpfen, und es war keine Frage, dass er richtig gehandelt hat. Aber das wäre nur die eine Hälfte gewesen, die eine Hälfte im Kampf, die andere Hälfte ist das Gebet des Mose.
Und die Hände Moses wurden schwer, da nahmen sie einen Stein und legten diesen unter ihn, und er setzte sich darauf. Und Aaron und Hur unterstützten seine Hände. Wie schön für Gott, wenn er hier sieht: Hier sind Leute, die haben es erfasst, die müssen Mose helfen zu beten. Wenn sie zu dritt sind, dann schaffen die das. Also hier ganz klar Unterstützung im Gebet, und ihr werdet siegen. Und so war es dann auch. Einer hier, einer dort, und so waren seine Hände fest, bis die Sonne unterging, und Joshua streckte Amalek und sein Volk nieder mit der Schärfe des Schwertes. Und das sollte dann in ein Erinnerungsbuch geschrieben werden. Gott wird, also lege das in die Ohren Josuas, dass ich die Erinnerung Amaleks ganz und gar aus dem Himmel austilgen werde. Die Amalekiter wurden gänzlich restlos besiegt unter Joshua.
In dem Abschnitt steht, glaube ich, das Wort „Lehnen“, dass Himmel es nun so hochhebt, um den Stab hochzuhalten. Ist das ein Ausdruck des Gebets? Gute Frage! Wenn dann Ausdruck des Gebetes, warum dann gerade so? Warum den Stab hochheben, das Banner, die Hand zum Thron des Herrn? Krieg hat der Herr ... Es ist, als ob er den Sieg damit, den Sieg Gottes proklamiert, hochhebt. Mose baute einen Altar und nannte seinen Namen „Jachwe mein Banner“. Mein Kriegsbanner oder Kriegspanier heißt es vielleicht mal. Luther: meine Kriegsfahne. Jeder weiß, was du meinst. Es wird auch in den Psalmen verwendet, dass Hände hochheben manchmal verwendet wird wie für Beten. Das könnte hier eine Hilfe sein. Erhobene Hände.
Ach ja, ich fasse ja heute, weil ich beten möchte. Wenn man die Hände erhebt, ist es gar nicht etwas Schweres, und dann ist man gedanklich, ob man sich in der Heilung vielleicht daran erinnert, dass man betet und nichts nachlässt, wenn man vielleicht eine Heilung hat, wenn man gerade müde ist, sich dann den Knie und Fassstift im Bett einwackt, bis man finanziell konkretisiert ist. Ja, danke für diesen wertvollen Hinweis. Ich wiederhole es nur, dass das gehört wird, also das Händeheben, aber übrigens auch das Knien wahrscheinlich auch. Hier eine ungemütliche Haltung, die uns erinnert, dass wir dranbleiben, die uns auch hilft, nicht einzuschlafen, die irgendwie ungemütlich ist, aber gerade das uns dadurch wach hält und dass wir dranbleiben. Mir scheint das sehr in diese Richtung zu gehen, in die richtige Richtung zu gehen.
Man könnte sich ja fragen, warum eigentlich knien. Knien ist an sich ungesund, die Kniescheiben gehen kaputt mit der Zeit, und Fasten ist auch nicht unbedingt das Gesündeste, vor allem wenn man kein Wasser trinkt, sagen die Ärzte. Aber das sind hier ganz besondere Konzentrationen auf Gott, und es sind Ungemütlichkeiten für uns, die wir bewusst auf uns nehmen, um Gott auch zu zeigen und auch uns selber irgendwie die Ernsthaftigkeit, uns helfen in der Ernsthaftigkeit. Ja, das wird noch sein. Gut, also ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.
Hätte Joshua nicht gebetet, dort im Tal Ajalon und in Gibeon, dann wäre es kein Sieg, kein vollständiger Sieg gewesen. Es heißt dort bei Joshua in Kapitel 10, Vers 14: Und es war kein Tag wie dieser vor ihm und nach ihm, dass der Herr auf die Stimme eines Menschen gehört hätte, denn Jachwe kämpfte für Israel. Hier im Sinne, dass der Herr so gehört hätte, denn gehört hat der Herr schon oft auf die Stimme eines Menschen. Aber hier ist das Besondere, dieses besondere Ereignis wird herausgestrichen, wird herausgestellt. Kein Tag wie dieser, dass Jachwe auf die Stimme eines Menschen gehört hätte, denn Jachwe kämpfte für Israel.
Gott kämpfte für Israel, aber er will gleichzeitig die Mitarbeit, und er will erbeten sein. Und dieser große Glaubensmut wird belohnt. Gott ehrt das. Gott ehrt auch die Tat Pinhas, der die Unsüchtigen mit dem Speer durchstochen hat. Das hat Gott gefallen, da ist einer, der radikal da wirklich zeigt, wo es lang geht. Das hat Gott geehrt, und dieser Pinhas wurde geehrt, vor allem. Hier ist es Joshuas Glaube, sein Kampfesmuts und sein Einsatz für Gott: Herr, lass uns diesen Sieg nicht entgegen. Das ist ein Sieg zu deiner Ehre, und Gott hat sich gefreut. Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet, Jakobus 4,2.
Also unser Gebet verändert nicht den Charakter Gottes, aber es ist eine Hilfe für uns. Ich habe aufgeschrieben: Fazit. Wir können Gott nicht bewegen, etwas zu tun, das er nicht tun möchte, aber wir können ihn daran hindern, zu tun, was er gerne zu tun wünscht, und leider geschieht es sehr oft. Wir hindern ihn oft daran, zu tun, was er gerne zu tun wünscht. Wir können Gott nicht bewegen, etwas zu tun, was gegen seine Prinzipien ist, ganz klar.
Manchmal hat Gott auch ein Gericht verordnet. Gott hat ein Gericht verordnet: Der Sohn Davids wird jetzt sterben, Schluss. Und David hat gebetet und gefastet sieben Tage lang. Ich habe mich gewundert, als ich das gelesen habe, wieder neu gelesen. Wie oft steht das in der Bibel, dass jemand sieben Tage lang gebetet hat, hier gefastet, um seine Ernsthaftigkeit zu zeigen. Und er fastet, und dann stirbt das Kind nach sieben Tagen. Das war nicht sein Wille, das war hier eine Züchtigungshandlung Gottes, und David musste das erkennen. Aber David hat sich gedacht: Vielleicht, vielleicht kann ich Gott noch zu etwas anderem bewegen. Aber Gott hat hier das festgesetzt.
Und einmal wird dem Jeremia gesagt: Bete nicht für das Volk. Ich will nicht, dass du betest. Und wenn du mir die besten Beter der ganzen Bibel bringst, Samuel und Mose, ich werde nicht hören auf sie. Warum? Weil jetzt ein Gerichtshandeln über Israel kommt, und Jerusalem wird preisgegeben dem König Nebukadnezar. Und du kannst machen, was du willst, und ihr könnt beten, was ihr wollt, es ist bei mir schon absolut fest beschlossen. Das gibt es auch. Das wollte Gott, da wollte Gott keinen anderen Weg.
Aber in Ninive hat Gott den Weg anders gewollt. Im Gegenteil hat er sogar, der Grund war ja, dass er gesagt hat: In vierzig Tagen, in vierzig Tagen wird Ninive zerstört. Warum denn in vierzig Tagen? Er hätte Ninive ja gerade zerstören können. Ja, eben, weil er jetzt hier dem Volk doch noch eine Chance geben möchte. Die Frist ist auch ein Aufruf zum Bekenntnis, die Frist, die noch da ist. Und Gott ändert seine Meinung, Gott ändert sein Dekret, sein Gerichtsdekret, und es wird nicht ausgeführt. Seine Meinung hat er an sich nicht geändert.
Also, das ist das Fazit. Wir können Gott nicht bewegen, etwas zu tun, das er nicht tun möchte, aber wir können ihn daran hindern, zu tun, was er gerne zu tun wünscht. Ja, das hieß bei seiner Krankheit dasselbe. Hiskia wurde krank, und du wirst sterben. Aber warum ist er denn noch nicht gestorben? Warum ist Hiskia so krank? Gott hätte ihn einfach sterben lassen können, und zwar sofort. Aber jetzt sagt er ihm an: Du wirst sterben. Es hat Hiskia noch eine Zeit, und Hiskia betet zu Gott, er möge das Leben verlängern, und Gott hat das Leben Hiskias verlängert.
Manche Ausleger sagen: Ja, das ist ihm zu schlecht gewesen. Wieso? Erstens ist es so, Manasse war der devote und wüsste König. Ja, aber es ist nicht bewiesen, es ist nicht wirklich bewiesen, dass Manasse nicht eine Überlappungszeit der Könige ist, und wenn die Regierungszeiten sich überlappen, dann waren es nicht fünfzehn Jahre. Zwölf Jahre später, glaube ich, Manasse kam auf die Welt. Aber das ist nicht gesichert. Wenn die Regierungszeiten sich überlappen, was öfters bei den Königen der Fall ist, dann war Manasse schon am Leben.
Außerdem wäre es eigenartig, dass Gott einen König bestraft, einen gerechten König wie Hiskia bestraft, für ein Gebet um etwas Gutes, nämlich um länger leben zu dürfen. Das ist ja etwas Gutes. Länger im Lande Israel, im gelobten Land, länger zu leben und Gott zu dienen, ist nicht etwas Schlechtes. Israel ist das gelobte Land, Israel ist das Land, wo Gott sich verherrlicht. Und wenn jetzt einer betet um Verlängerung des Lebens, das ist ja etwas Gutes. Wenn du deine Eltern ehrst, dann wirst du lange leben, und es wird dir gut gehen in dem Lande. Es wäre ganz eigenartig, wenn man sagt, die Geburt des Manasse war die Strafe für den gerechten Hiskia, nur weil er länger leben wollte im Lande der Verheißung. Also habe ich da ganz große Mühe mit diesen Gedanken, bitte.
Dies ist hier eher das Negative, dass er für die Verlängerung seines Lebens gebetet hat, auch nicht unbedingt seinen Sohn, Manasse, ob er auch geboren sein sollte, sondern weil so die Babylonier entstanden. Und dann sagt er: Ach, das kommt alles nach mir. Es ist ihm ja nicht egal. Also war das nicht das Negative. Aber er war schon gesund zu der Zeit. Das ist etwas Negatives, wobei ich mir auch nicht ganz sicher bin. Es wird Friede und Sicherheit sein in meinen Tagen. Ich weiß nicht, ob ich das so deuten muss: Hauptsache mir geht es gut. Mir scheint, er meint: Hauptsache dem Volk Israel geht es jetzt noch gut, dass er schon für das Volk denkt und nicht für sich persönlich denkt. Aber ich weiß es nicht, ich will das jetzt auch nicht bestreiten.
Aber Tatsache ist, dass die Verlängerung seines Lebens nicht eine Strafe war, Strafe Gottes, sondern es war eine Gebetserhörung. Jachwe hat sein Gebet erhört, und er hat ihn gepriesen dafür. Hiskia hat den Herrn gepriesen für diese Sache. Ja gut, wir lassen das.
Jedenfalls ist es so, dass wir ein Fazit ziehen können, auch Wotschmeni, das habe ich, soviel ich weiß, aus dem Buch von Wotschmeni, Der Gebetsdienst: vier Schritte als Fazit. Gott hat das Verlangen, etwas Bestimmtes zu tun. Dann tut er uns sein Verlangen kund. Irgendwie kommen wir mit seinem Willen, seinem Verlangen in Berührung. Und dann drittens: Wir sprechen zu Gott, wir beten, wir reagieren auf sein Verlangen, wir bringen es im Gebet zum Ausdruck und beten beharrlich dafür. Und viertens: Gott reagiert und handelt entsprechend.
So ist es oft, wenn wir die Bibel anschauen, das ist oft der Weg. Gott will etwas tun, er lässt irgendwie das Volk Gottes sein Verlangen kundwerden, das Volk Gottes oder der einzelne Kämpfer Gottes betet zu Gott und reagiert auf dieses Verlangen, bringt es im Gebet zum Ausdruck, und Gott handelt. Bei Joshua war das so. Gott will die Feinde Israels besiegen. Und das war ganz klar in Joshua ganz klar, Joshua wusste, das ist der Wille Gottes. Das wurde mir auch gesagt, er soll die Feinde besiegen, er soll sie ausrotten, gänzlich ausrotten. Und da hat er gebetet, mitten im Kampf, dass Gott jetzt tun möge und ein besonderes Wunder tun möge, damit dieser Sieg gänzlich wird für Israel, und Gott hat entsprechend gehandelt.
Aber wir müssen dafür empfänglich sein, was Gott tun will. Wir müssen schauen: Was will, was wünscht Gott? In dieser Weise lernen wir zu beten, beten für das Anliegen Gottes. Wir werden das nachher noch sehen: Matthäus 6, dein Name, dein Reich, dein Wille. Ja, sind jetzt dazu noch Fragen oder Herr Genzow?
Das heißt, Gott ist im Plan, dass es war, dass das Volk da weiter hat, oder hat Gott sich da erlitten lassen, den Sieber jetzt hier? Der Grundsatz, der Wunsch Gottes wäre, sein Volk ans Ziel zu führen. Der Grundsatz oder der Wunsch Gottes ist: Er hat es erlöst aus Ägypten, um es nach Kanaan zu bringen. Und jetzt hat sich Israel so stark vergangen an Gott, dass Gott jetzt diejenigen, die sich da so vergangen haben, das war das ganze Volk, mit Ausnahme von Mose und Joshua, dass er die jetzt vernichtet hätte. Nur Mose und Joshua hätte er übrig gelassen. Also es ist ein Gericht Gottes, und jetzt wendet Mose durch sein Gebet das Gericht Gottes ab. Hätte Mose nicht gebetet, die Sache ist klar, was Gott getan hätte. Er hat ja gesagt, was er tun wird.
Aber gerade deshalb, weil Mose sich auf die Barmherzigkeit Gottes, auf die Eigenschaft der Barmherzigkeit Gottes beruft, dass er Gott bewegt, und weil es ja auch seinem grundsätzlichen Wunsch ohnehin entsprach, dieses Volk ans Ziel zu führen, obwohl es so ein hartnäckiges Volk ist, aber er gibt ihnen also jetzt wegen dieser Fürbitte des Mose noch einmal die Chance. Und es gab noch einen dritten Fall in 4. Mose 14, denke ich war das. Hier ist eine falsche Bibelstelle, 4. Mose 14, soviel ich weiß, wo noch einmal Gott sagt: Lass mich, jetzt vertilge ich das, jetzt vernichte ich das Volk. 4. Mose 14, Vers 11, also Vers 10, wo soll Mose gesteinigt werden? Da erschien die Herrlichkeit Jachwes am Zelt der Begegnung, und Jachwe sagte zu Mose: Wie lange will mich dieses Volk verachten, und wie lange wollen sie mir nicht glauben, bei all den Zeichen, die ich in ihrer Mitte getan habe? Ich will es mit der Pest schlagen und es vertilgen. Ich will dich zu einem Volk machen, größer und stärker als sie.
Und jetzt setzt sich Mose ein, jetzt betet Mose noch ein drittes Mal. Und er ... Weil er ja auch wieder sagt, ich würde es tun, wenn er es wirklich tun wollte, weil er den einsetzenden Vätern nicht der Kirche der Schanze nicht hat. Es gibt eben Dekrete Gottes, die sind gewissermaßen an Bedingungen geknüpft, und es gibt Dekrete Gottes, wo Gott nicht mehr mit sich reden lässt. Bei Jerusalems Gericht ließ Gott nicht mehr mit sich reden, da war es, also das war ganz klar bei Jeremia, und im Hesekiel kommen auch diese Verse vor, Jeremia 14 und 15.
Aber es gibt Dekrete Gottes, wo Gott oder wie soll ich sagen, Dekret, das war kein Dekret, das war eine Äußerung dessen, was er jetzt zu tun gedenkt. Er war so weit: Ich werde es jetzt, jetzt reicht es mir, oder? Aber jetzt betet Mose, und Gott ist beeindruckt von dem Gebet. Und Gott stimmt mit seinem ursprünglichen grundsätzlichen Willen überein, und Gott handelt zugunsten des Volkes und vernichtet es nicht.
Wir dürfen nicht zu stark von Determinismus her oder von Plan Gottes her sprechen. Wenn wir die Bibel lesen, merken wir, dass nicht ständig gesagt wird, dass wir die Bibel nicht verstanden haben, sondern dass wir die Bibel nicht verstanden haben. Ja, das war alles sowieso im Plan. Manchmal wird es gesagt, an manchen Stellen wird einmal gesagt, das war ein Plan Gottes. Das stimmt. Das wird manchmal gesagt. Aber Gott ändert manchmal seine Pläne, seine Vorhaben ändert er im Umgang mit den Menschen. Im Umgang mit Ninive hat er sein Vorhaben geändert, weil sie Buße getan haben.
Das heißt, wir sehen hier, das war eine Weissagung mit einer gewissen Bedingung, eine Gerichtsweissagung mit einer gewissen Bedingung: Wenn ihr nicht Buße tut oder wenn ihr nicht schleunigst jetzt noch etwas tut, dann wird das geschehen. Aber er sagt so: In 40 Tagen wird Ninive zerstört. Und es wäre zerstört worden. Jetzt haben die aber Buße getan, dann hat er sich erbarmt. Und dieses Erbarmen hat Jona nicht verstehen können. Aber Tatsache ist, dass Gott mit dem Menschen umgeht. Inhalt der Geschichte: Die Bibel ist nicht statisch. Manche betrachten die Bibel statisch. Sie sagen, Gott hat alles vorgezeichnet, jede Handlung des Menschen und alles Handeln Gottes mit dem Volk ist alles genau vorgezeichnet, und jetzt spielt sich wie ein Film alles ab. Das ist aber nicht so. Wenn wir die Bibel lesen, merken wir, dass Gott auf den Menschen eingeht und Gott manchmal eben, dass Gott sein Vorhaben ändert, dass Gott einiges ändert im Umgang mit den Menschen.
Es ist mit unserem Leben auch so. Jetzt betrachten Sie mal Ihr eigenes Leben und ich mein eigenes Leben, dann stelle ich fest, ich habe große Fehler in meinem Leben getan, und es kam mir vor, es ist fertig, Gott kann mich nicht mehr verwenden. Und ich hätte ganz anders handeln sollen, und er hätte mich ganz anders geführt, das Leben wäre anders verlaufen, hätte ich nicht diesen und jenen Fehler begangen. Was habe ich gemacht? Ich habe den Fehler begangen, und nachher, ja, dann tat es mir leid, und man fleht zum Herrn, und was sagt Gott? Na gut, jetzt haben wir eine neue Situation, jetzt hat sich einiges geändert, aber gut, ich helfe dir, wir werden jetzt einiges anders machen, aber wir machen das jetzt schon, und er geht mit uns neu um.
Gott wollte nicht, dass Petrus den Herrn Jesus verleugnet. Das war nie in seinem Plan, denn Gott ist nicht ein Gott, der Böses plant oder der die Menschen dazu verleiten möchte, Böses zu tun. Aber jetzt hat Petrus das getan. Was macht der Herr Jesus? Nun, er verwendet diesen Fehler von Petrus, um Petrus gerade noch mehr zu gebrauchen, weil jetzt Petrus gedemütigt ist und jetzt weiß, dass von ihm nichts zu holen ist, dass er ein Sünder ist und dass er lernt für seinen Charakter. Und der Herr stellt ihn in einen noch viel höheren Dienst als vorher. Vorher Menschenfischer, jetzt Hirte.
Also, Gott geht mit uns Menschen um als mit Wesen, die einen freien Willen haben, und er geht auf unsere Buße ein. Und wenn wir nicht Buße tun, dann gibt es Gericht, und kommt das Gericht, geht es weiter, oder die Züchtigung geht weiter. Wenn wir Buße tun, hört die Züchtigung auf. Aber würden wir nicht, dann macht er weiter. Gott stellt sich auf uns ein, das ist seine Art, wie er mit einem Wesen umgeht, das er erschaffen hat, das aber einen freien Willen hat und das ihn ein bisschen einschränkt durch diesen freien Willen. Das macht er freiwillig, weil er zu dem Ziel kommen möchte, dass eines Tages Menschen da sind, die aus freien Stücken zu ihm sagen: Herr, ich will nur eines, ich will deinen Willen, ich will dir gehorchen, ich will mit dir leben. Und dahin führt uns der Herr.
Gott hat nicht bestimmt, dass ein Haufen Menschen in die Hölle gehen. Sie sind falsches Denken. Gott will, dass jeder Mensch, den er schafft, den er in diese Welt setzt, gerettet wird für alle Ewigkeit. Das ist das karwinistische oder ich sage besser deterministische Denken. Das hat Augustinus in dieses Denken eingebracht, in der katholischen Kirche findet man dieses Denken oft, und auch im Calvinismus findet man das wieder, jedenfalls in manchen Kreisen. Und das lähmt, so ein Denken lähmt den Menschen und lähmt letztlich auch das Gebet. Wenn alles determiniert ist, was soll ich dann noch? Aber gerade die Schrift lehrt ganz anders.
 Hesekiel 22,30: Und ich suchte in Erinnerung einen Mann, der die Mauer erlaubt und von mir und der Mist leben könne, dass er es kann, damit es nicht zum Blut erlitten, aber er fand keinen Kampas und wie er es fanden kann. Auf alle Fälle, das ist jetzt Hesekiel 22, Vers 30: Ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir in den Riss treten würde, für das Land, damit ich es nicht verderben würde, aber ich fand keinen.
Hier sehen wir: Weil hier keiner eintritt, er findet keinen, kommt hier Gericht. Und auf der anderen Seite, wenn jetzt jemand kommt und eintritt, wie Mose das getan hat, Mose hat das Volk dreimal vor dem Untergang bewahrt: das erste Mal bei diesem Kampf, 2. Mose 17, das zweite Mal 2. Mose 34 beim goldenen Kalb und das dritte Mal, als die Kundschafter zurückkehrten und sie dann den Mose steinigen wollten. Aber durch Moses Einsatz ist das Volk nicht zugrunde gegangen. Das zeigt uns, dass Gott sehr wohl handelt aufgrund des Betens des Menschen.
Ich denke, wir können hier schließen. Wir werden morgen die Vorbilder des Gebets betrachten, Vorbilder des Gebets in der Bibel. Das ist natürlich ein uferloses Thema, weil es so viele gibt, und man muss einiges auswählen, und vor allem werden wir uns den Herrn Jesus anschauen. Das wird das längste sein. Ich selber wurde sehr gesegnet, indem ich einfach einige Stellen im Johannesevangelium mir einfach unter die Lupe genommen habe, einfach Johannesevangelium, und ich staunte über die Beziehung des Herrn Jesus zum Vater. Und nachher werden wir auch noch einige andere Beter betrachten, und auch aus der Kirchengeschichte möchte ich ein paar Beispiele bringen. Das ist ja jetzt nicht Bibellehre, wenn wir von der Kirchengeschichte reden, aber wir wollen von den großen Taten Gottes reden, die Gott tat, als Menschen sich ihm zur Verfügung stellten, und zwar Menschen aus verschiedensten Richtungen.