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Gottes Antwort an Götzendiener

Hesekiel 14,1-2308.02.1994
Warum bleiben viele fromme Gespräche so leer? Weil das Herz längst woanders hängt. Gott fragt nicht nach schönen Worten, sondern nach ehrlicher Umkehr und einem Leben, das wirklich stimmt.

Der Prophet in der Gefangenschaft und die Macht der Bilder

 Hesekiel 14. Da will ich vielleicht vorher noch einmal sagen: Der Hesekiel spricht ja hauptsächlich in der Zeit, als Israel in der Gefangenschaft in Babel war. Er ist etwas schwer verständlich, das liegt an seinen Bildern. Aber wenn man sich dann hineinvertieft, ist es ungeheuer packend, wie er die Größe Gottes schaut.
Das ist so ein Wagen, wo die Räder sich drehen, und da fliegt etwas durch die Luft. Man kann Gott ja gar nicht sehen, aber das, was die Bibel andeutet, ist Bewegung, Kraft, Energie. Und dann ist sehr eindrücklich, wie er schildert, dass die Gegenwart Gottes aus dem Tempel auswandert. Und Gott geht weg. Es wird beschrieben, über dem Ölberg zieht er hinaus.
Dann kommt ja in Hesekiel 43 auch der Hinweis auf das goldene Tor, das zugemauert ist, das ja erst im Jahr 800 oder wann nach Christus zugemauert wurde von den Moslems, weil da der Herr hindurchgegangen ist. Von dem man sagt, das ist das Tor, durch das Jesus beim Einzug in Jerusalem durchgeritten ist. Und das bis heute verschlossen ist. Wenn man das als Symbol sieht, dann ist es ungeheuer genau das prophetische Wort. Es ist ein Ereignis, das sich wirklich lange vorher angekündigt hat und nachher so buchstäblich erfüllt hat. Und heute diese ganze Not des Tempelberges ohne Gegenwart des lebendigen Gottes.
Und wenn der Herr wieder zurückkommen wird, das wird ja dann beschrieben, wo dann die Fischer am Toten Meer stehen, bei Engedi, und ihre Netze aufspannen, wo sie am Toten Meer wieder Fische sehen, wo es ja gar kein Leben gibt. Wenn das Quellwasser ausgeht vom Tempel, weil also tolle Bilder drin sind.
Wir wollen jetzt heute Abend dieses lesen: Hesekiel 14, Gottes Antwort an Götzendiener.

Die Anfrage der Frommen und Gottes überraschende Zurückweisung

Jetzt erschrecken Sie nicht über dieses Wort: Götzendiener. Da brauchen Sie sich nicht irgendetwas ganz Primitives vorzustellen, sondern es geht um uns heute Abend, um uns. Wir sind die Götzendiener.
Es kamen einige von den Ältesten Israels. Was sind das? Das sind also stinkfromme Leute, Leute, die einige Oberkirchenräte hervorbringen, einige Verantwortliche im Volke Gottes, hohe Kirchenfunktionäre, Älteste. Die kamen zum Propheten und setzten sich vor mir nieder. Es war ja immer die Not beim Hesekiel, dass die nie hören wollten. Die Propheten waren ja Außenseiter. Sie kennen es bei Jeremia: Wenn der Jeremia kam und gesagt hat, ich muss euch das Gericht Gottes ankündigen, haben wir ihn so schnell auf die Seite geschafft. Man wollte dieses Wort nicht hören. Und jetzt kommen sie plötzlich zum Hesekiel und interessieren sich zum ersten Mal für seine Botschaft.
Da geschah des Herrn Wort zu mir. Und dieses Wort, da geschah, ist nicht die schlechte Übersetzung, sondern dies bedeutet, dass der Prophet sagt: Das Wort Gottes ist eine Sache, das ist ein Ereignis. Wir meinen ja immer, das Wort sei so etwas Geplappertes, sondern das ist ein Ereignis, das mich überwältigt, das mich in Band zieht, das sich erfüllt. Und darum ist so klar, dass dieses, was Gott gibt, eine Sache ist, unter die man sich beugt. Das beschreibt er selber, dass man diesem Wort gar nicht entrinnen kann.
Da geschah des Herrn Wort zu mir: Du Menschenkind, diese Leute hängen mit ihren Herzen an ihren Götzen und haben mit Freuden vor Augen, was sie schuldig werden lässt. Sollte ich mich wirklich von ihnen befragen lassen? Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Jedem vom Hause Israel, der mit seinem Herzen an seinem Götzen hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden lässt, und dann zum Propheten kommt, dem will ich daher antworten, wie er es verdient hat, mit seinen vielen Götzen. Damit ich so dem Haus Israel ans Herz greife, weil sie von mir gewichen sind mit all ihren Götzen.
Darum sollst du zum Haus Israel sagen: So spricht Gott der Herr: Kehrt um! Und wendet euch ab von euren Götzen und wendet euer Angesicht von allen euren Gräueln. Denn jedem vom Hause Israel oder von den Fremdlingen in Israel, der von mir weicht und mit seinem Herzen an seinen Götzen hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden lässt, der dann zum Propheten kommt, um durch ihn mich zu befragen, dem will ich, der Herr, selbst antworten. Ich will mein Angesicht gegen ihn richten und ihn zum Zeichen und Sprichwort machen und will ihn aus meinem Volk ausrotten, so soll er erfahren, dass ich der Herr bin.
Wenn er aber einen Propheten sich betören lässt, etwas zu verkünden, so habe ich, der Herr, diesen Propheten betört und will meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus meinem Volk ausrotten. So sollen sie beide ihre Schuld tragen: wie die Schuld des Befragenden, so soll auch die Schuld des Propheten sein. Damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirrt und sich nicht mehr unrein macht durch alle seine Übertretungen, sondern sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein, spricht Gott der Herr.

Wenn religiöse Gespräche am Kern vorbeigehen

Die Bibel wird immer ganz schnell interessant, wenn ich zuerst weiß, worum es geht und was das heute in unser Leben hinein spricht. Jetzt wissen Sie: Da hört man gern zu, so aus dem Hauskreis. Ich muss wissen, worum es geht.
Ich würde, wenn ich über ein Thema darüber schreiben müsste, sagen: vom Diskutieren. Diskutieren tun wir alle gern. Und über Glaubensfragen diskutiert man besonders leidenschaftlich gern. Kennen Sie das im Freundeskreis oder unter Bekannten? Wir haben viele, mit denen man nächtelang diskutieren kann. Und manchmal wundert man sich, warum in so vielen bohrenden Fragen eigentlich so wenig herauskommt.
Wir haben das Thema auch hier in der Gemeinde schon oft behandelt. Es hat auch manchmal schon empörte, erregte Kritik gegeben, weil die Leute sagen, ich hätte vielleicht das Diskutieren nicht so gern und man müsste es doch mehr tun. Doch, wir wollen sehr genau hinhören, wo Menschen Fragen haben, das tun wir auch. Wir haben ja früher sogar ganze Evangelisationsvorstöße auf dem Schillerplatz bewusst so angelegt, dass wir sagten: Wir wollen anschließend mit den jungen Leuten weiter diskutieren. In den Siebzigerjahren ist etwa die große Erweckung in Adelshofen damit ausgebrochen, dass sie einfach nach der Evangelisation gesagt haben: So, jetzt setzen wir uns auf die Lehne der Kirchenbänke und diskutieren mit den jungen Leuten über das, was sie gerade gehört haben.
Wir müssen nur bei der Diskussion, und das betrifft alle Ihre Gespräche, aufpassen, warum wir häufig immer bloß im Kreis herumdiskutieren. Das wissen Sie: Wenn eine Diskussion bis nachts um zwölf und um eins geht, und auch bei vielen Hauskreisen, dann ist es oft so, dass man immer wieder im Gleichen landet. Und dann werden Fragen gestellt, die man überhaupt nicht beantworten kann. Es gibt ja viele Dinge, die wir auch nicht beantworten können. Und deshalb wollen wir heute darüber reden.
Mein erster Punkt ist eigentlich: Es ist schön, dass die Ältesten endlich Interesse haben am Wort des Propheten, am Wort Gottes. Und sie kommen und sagen: Prophet, wir wollen mal mit dir reden. Hast du ein bisschen Zeit? Dann sprechen wir gerne über deine Botschaft. Und man müsste sich eigentlich freuen und sagen: Endlich bricht das Eis, endlich ist Interesse da, endlich kommen sie.
Und jetzt ist interessant, dass ja immer wieder in der Bibel solche Sachen drinstehen, die einen schockieren. Es gehört mit zum Bibellesen, den Punkt müssen Sie immer finden, der uns gegen den Strich geht, wo man sich entsetzt, wo man auch sagt: Das ist doch unfair, dass Gott sagt: Nein, ich lasse mich von diesen Typen nicht befragen. Wir alle sind doch so nett, wir freuen uns, wir gehen auf Menschen zu, wir sagen: Endlich ist das Eis gebrochen, endlich interessieren die sich. Und Gott sagt: Nein, ich will mich von diesen Menschen nicht befragen lassen.
Ich habe diesen Abschnitt einmal als Schüler in einer Bibelarbeit gehört, und er geht mir seitdem nach. Er bewegt mich ganz tief. Ich habe, glaube ich, noch nie hier eine Bibelstunde darüber gehalten. Es ist höchste Zeit, dass man einmal dieses Wort Hesekiels auslegt. Weil es überhaupt nicht schwierig ist, sondern so glasklar: Gott weist diese Fragen zurück. Er will sie nicht haben und er nimmt sich an.

Die eigentliche Diagnose: geteiltes Herz und verborgene Schuld

Jetzt müssen wir als Zweites der Frage nachgehen: Warum? Was ist der Grund? Was wirft Gott ihnen vor?
Gott sagt: Ihr stellt religiöse Fragen, ohne Zweifel. Sie wollen sich gern über Gott unterhalten. Und sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass Gott zuerst eine Frage an sie hat. Er fragt nach ihren Gräueln. Das Gräuel ist ja ein ganz hartes Wort für ihren Götzendienst. Gott nimmt ihnen das gar nicht ab, dass sie Gott ehren. Das stimmt ja gar nicht. Und jetzt geht es auf einmal um die Heuchelei. Es ist so wichtig, dass die Bibel doch das bekämpft, was ja auch jeder immer wieder sieht und sagt: Da stimmt doch so oft etwas nicht in den Kirchen, bei den Christen und bei den Frommen.
Genau das nimmt Gott unter die Lupe und sagt: Man kann nicht über Gott palavern und ihm gleichzeitig im täglichen Leben den Gehorsam verweigern. Und Götzendienst heißt doch einfach, dass man Gott nicht über alles liebt und ihm vertraut. Sondern Götzendienst heißt, dass man andere Götzen hat, dass man unter der Decke sündigt, dass man Gott ungehorsam ist, dass man sein Wort mit Füßen tritt. Euer Herz hängt an den Götzen, ihr liebt sie, ihr wollt sie ja bloß haben. Diese Leute hängen mit ihrem Herzen an ihren Götzen. Und Gott zeigt das dem Propheten. Er hat es selber gar nicht gemerkt.
Es ist natürlich schwierig, wissen Sie. Es kann so aussehen, als wollte man jetzt jemanden erschüttern. Ich hoffe, dass Gott Sie auch so leitet wie den Propheten, dass man immer bittet: Herr, zeige mir, wie muss ich mit einem Menschen reden? Der eine braucht bloß Ermutigung, aber der andere braucht vielleicht auch einmal einen Hinweis, wo man sagt: Versöhne dich zuerst mit deiner Mutter. Oder bring dein Leben in Ordnung, dann diskutieren wir.
Mir hat das immer sehr beeindruckt, wie Wilhelm Busch das auch in seinen Evangelisationen so ganz ruhig sagen konnte. Wie viele Menschen oft zu ihm kamen, erzählt er da, junge Leute im Krankenhaus, die ihn so aufs Glatteis führen wollten mit der Frage: Kann Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass er ihn selber nicht mehr tragen kann? Wenn Gott einen Stein schaffen kann, der so schwer ist, dass er ihn nicht mehr tragen kann, dann ist er nicht allmächtig. Und wenn er ihn nicht mehr tragen kann, ist er auch nicht allmächtig. So oder so: Blödsinn. Dann kommt nichts mehr raus.
Er sagte: Ich saß einem jungen Menschen gegenüber, und die wollten da also typisch denken: Dann führen wir ihn aufs Glatteis. Er hat aber gesagt: Ach, wissen Sie, ich bin jetzt so alt geworden, ich lebe nicht mehr lang. Und ich habe beschlossen, in der kurzen Zeit meines Lebens, die mir bleibt, rede ich nur noch über Fragen, über die man schlaflose Nächte hat. Habt ihr Fragen, über die ihr schlaflose Nächte habt? Und dann hat einer gesagt: Ja, meine Freundin kriegt ein Kind. Der Nächste: Ich habe keine Arbeitsstellen. Dann waren wir mal wo ganz anders.
Es gibt existenzielle Fragen. Und so viel, was man im Glauben und in religiösen Fragen diskutiert, ist eigentlich bloß oberflächlich. Das ist nicht echt, das geht nicht hinunter. Passen Sie doch auf: Ich würde mich mal gern über Kirche und über Religion unterhalten und über den Papst, warum der so einen schönen Mercedes fährt und warum die Kirche überhaupt Kirchensteuer hat und so. Ich sage immer, ich mache es in meinen Gesprächen immer so, dass wir über die Punkte, über die wir uns alle einigen können, gar nicht erst reden. Da will ich gar nichts verteidigen, dass die Kirche alle Fehler macht. Also über die gehen wir gar nicht. Wir müssen doch an den Punkt kommen, wo wir wirklich dort sind, wo Gott mit uns redet.
Und da wollen wir immer auch das Gespür haben. Jetzt müssen Sie das herausfinden: Wie macht man das geschickt? Ist es ein Frager, der bloß seine bohrenden Fragen stellt, oder fragt er wirklich echt? Es gibt ja viele Fragen, wo einer echt fragt. Ich habe oft den Eindruck, dass die häufig diskutierten Fragen bei jungen Menschen, etwa über die Fragen der Naturwissenschaft und der Schöpfung, oft so sind. Ich habe mir oft die Mühe gemacht und habe es mit ihnen durchdiskutiert und die biblischen Berichte angeguckt. Es ist ja gar kein Widerspruch zur Naturwissenschaft. Wenn man genau anguckt, kann man ganz einfach darüber reden. Aber da merkt man: Kaum hat man diese Frage beantwortet, kommt die nächste Frage. Wo nahm Kains Weib her und so? Man kann ewig im Kreis diskutieren und kommt nie auf den Punkt.
Und es gibt auch in Glaubensfragen, auch bei theologischen Fragen, unendlich viel. Und man ist nie an dem Punkt, wo man mit dem Herzen an den Götzen hängt. Und Sie müssen immer wissen, dass unser Nein zu Gott nie Verstandesgründe hat, sondern zuerst die Sünde. Wir sind deshalb gegen Gott, nicht weil wir überzeugt wären, es gäbe Gott nicht, sondern weil wir von einer gewissen Sünde nicht lassen wollen. Wir wissen genau, dass sie unrecht ist. Und nachträglich versuchen wir, unsere Stellung, die wir so lange gegen Gott bezogen haben, verstandesmäßig abzusichern und nehmen alles in uns auf.
Der Spiegel hat so etwas Gutes gegen den Glauben geschrieben, und von meinem Freund habe ich noch etwas Gutes, und es gibt unser Gedankenbild. Hier redet er sogar von den Frommen, die sich gegen die Aktualität des Gotteswortes wehren. Gott bewahre uns davor, dass wir einmal die Bibel anders lesen als so, dass sie uns jedes Mal unter die Haut fährt. Dass es uns im Herzen brennt, das ist so wichtig. Dass das Bibelwort ganz aktuell bei uns etwas aufbohrt. Man erkennt das daran, ob man sein Herz beim Wort Gottes hat, ob man von Herzen das Wort Gottes liebt oder ob unser Herz heimlich ist.
Darf ich noch einmal sagen: Wenn in Ihrem Leben Dinge sind, die Sie nicht einmal vor Ihren Freunden bekennen können, weil Sie sich schämen, die Sie aber heimlich tun, das sind ganz gefährliche Dinge. Weil die sich unter der Decke weiterentwickeln. Und Sie wissen auch: Sie können beobachten, bei vielen Menschen ist es so, dass es einen nach einiger Zeit auch zerreißt. Man kann nicht fromm leben, außen oder unter der Decke dann wieder ganz anders sein, das Herz woanders haben und mit Freuden etwas vor Augen haben, was einen schuldig werden lässt. Und da macht Gott nicht mit.
Sollte ich mich wirklich von Ihnen befragen lassen? In Vers 10 steht sogar drin: So sollen sie beide ihre Schuld tragen; wie die Schuld des Befragenden, so soll auch die Schuld des Propheten sein. Das hat mich als junger Mensch, ich glaube, ich war damals 14 Jahre alt, ganz ungeheuer getroffen. Dass auch der, der sich von dem Fragenden aufs Eis führen lässt und mit ihm ewig weiter diskutiert, vor Gott genauso mitschuldig ist. Weil Gott das nicht will: das ewige Palawern um nichts und dem anderen noch immer das zu lassen. Haja! Wir sind ja noch in irgendeinem frommen Klub und diskutieren über religiöse Themen.
Gott will das Recht, und Gott will die Wahrheit. Und das sind manchmal Dinge, die in unserer Kirche heute ganz vergessen sind oder ganz irgendwo an den Rand gedrückt sind. Dass es bei Gott nicht bloß darum geht, dass man irgendwo auf einer Großveranstaltung, auf einem Kirchentag, über Gott und die Politik und das Christentum diskutiert, sondern ob man noch den Weg des Glaubens gehorsam geht. Und den geht es. Den Weg, den man gehen muss in der kurzen Zeit unseres Lebens, wo man entschieden und entschlossen das Heile greifen muss. Und da kann man nicht dauernd drum herumreden. Da geht es nicht, dass man warten kann.
So sollen sie beide ihre Schuld tragen. Vers 9: Wenn aber ein Prophet sich betören lässt, etwas zu verkünden, ich habe doch eine Antwort, so habe ich, der Herr, diesen Propheten betört und will meine Hand gegen ihn ausstrecken und will ihn aus meinem Volk Israel ausrotten. Man muss leider auch heute in einer diskutierwürdigen Zeit irgendwo mal sagen: Freunde, jetzt geht es ums konkrete Gehorchen. Jetzt wollen wir aufhören.
Bloß noch mal zur Erklärung: Es gibt viele, viele Fragen, die kein Mensch beantworten kann. Nur dass Sie das nicht überrascht. Ich nehme ja immer von den Fragen, die man nicht beantworten kann, zum Beispiel nur die Frage: Warum bin ich im Jahr 1930 geboren und nicht im Jahr 1912 oder 1840? Weiß ich auch nicht. Warum bin ich in Deutschland geboren und nicht in den USA oder in Südafrika? Sehr viele Fragen, die ich nie beantworten kann. Man kann überhaupt viel grübeln. Wenn Sie nur darüber nachdenken, hört die Ewigkeit mal auf oder hört sie überhaupt nie auf, sind beides zwei unheimliche Gedanken. Der Menschenverstand kann überhaupt ganz wenig begreifen.
Wer diskutierwütig ist und gerne Fragen stellen kann, der kann wahnsinnig viele Fragen stellen. Was war am Anfang? Am Anfang war die Erde wüst und leer, aber was war, bevor die Erde wüst und leer war? Und was ist Gott, und wo ist Gott? Es gibt ja alles, das kann ich nie beantworten. Es gibt unzählige Dinge. Wenn man grübeln will, kann man grübeln.
Aber Gott hat uns gesagt, da sind wir beim Dritten, was recht ist und was der Herr von dir fordert. Er hat mir nicht alle Geheimnisse der Welt erläutert, und noch nie hat ein Menschenverstand Gott fassen können. Aber er hat mir gesagt, was ich heute tun muss. Und heute, an diesem Tag, gab es viel, wo ich mich versündigt habe, und da fragt mich Gott nur nach diesem.
Und deshalb ist es eben doch eine Flucht. Und Sie wissen, wie viele Gemeinden, Jugendkreise, Hauskreise alle an dieser Diskutierwut lahmgelegt wurden und alles verloren haben. Sie konnten keine Weisung mehr geben, wie Leute, die im Glauben lahmgeworden sind durch dieses ewige Grübeln. Und dabei war es völlig klar, schlicht und einfach der Weg, auf dem sie im Segen Gottes gehen können.
Also, wir hatten vorher noch gesagt: Der Prophet ist mitschuldig, der sich betören lässt. Und Gott wird ihn ausrotten. Das war noch wichtig. Jetzt kommen wir zum Dritten: Das Evangelium ist nicht etwas, was unverbindlich ist, nicht bloß eine Theorie, über die man etwas machen kann. Es ist ja interessant, dass es dann Theologen gibt, die meinen, das sei eben bloß so ein Evangelium, das sei vielleicht eine Meinung von Matthäus gewesen oder von Johannes vielleicht. Nein, im Evangelium sagt uns Gott seinen heiligen Willen.
Ich bin überzeugt: Nicht ein Buchstabe des Gotteswillens ist nicht aktuell für uns heute. Und Sie brauchen nichts abbrechen, ob das die Heiligung des Feiertags ist, ob das die Würde des Nächsten ist, die Gott schützt, ob das die Heiligkeit der Ehe ist. Nichts wird. Sie werden nie glücklich, auch nur mit einer Sünde, auch nicht mit einem unrechten Bruder im Haus. Und wenn Sie sagen, niemand hat es gemerkt: Sie werden nicht glücklich damit, weil Gottes Ja eindeutig ist. Und man kann in dem Wort Gottes überhaupt nichts biegen.
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist. Wo steht es? Micha 6,8. Schlagen wir es nochmal auf, das ist noch schön. Micha, der kommt weiter hinten. Amos. Micha 6,8. Ihr habt gelernt, sprechen wir uns doch mal miteinander den achten Vers. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Und es war nämlich Vers 6, wo die, die Brandopfer gebracht haben, Gott sei. Ich könnte mir doch nicht Brandopfer geben. Also selbst wenn einer sagt, ich gebe jetzt eine große Stiftung für Gott, dann sagt Gott: Lass mal das Geld weg. Zuerst muss dein Leben in Ordnung gebracht werden, bevor ich eine Gabe geben kann. Ich kann mich für Gott nicht freikaufen. Es ist so eindeutig der Gehorsam und die Gerechtigkeit.

Der Weg des Gehorsams statt der Ausflucht in Diskussionen

Wir schlagen nun einmal etwas anderes auf: 5. Mose 30. Da geht es um die Gesetzesverkündigung. Die Israeliten sind ja in das gelobte Land eingezogen, und da hat Josua das Volk noch in dem ganzen Zug, wie sie dann gekommen sind, in Sichem zwischen dem Berg Ebal und Garizim einziehen lassen. Es ist so schade, dass man jetzt nicht mehr durch Sichem fahren kann, weil das diese unruhige Westbank ist, die palästinensisch besetzte und bewohnte Westbank. Es sind jetzt zwei kahle Hügel. Und da stand auf dem einen Berg ein Sprecher und hat den Segen heruntergerufen, auf der anderen Seite den Fluch. Das muss man einmal im fünften Buch Mose lesen. Das ist packend.
Ich habe zusammen mit meiner Frau ein Büchlein gemacht, das jetzt im März herauskommt. Es ist ziemlich dick geworden, über 400 Seiten, ein Reiseführer Israels, ein biblischer Reiseführer, in dem wir noch einmal die ganzen Dinge zusammengestellt haben. Es hat mir richtig Freude gemacht, das noch einmal so zu erzählen, für den schnell reisenden Touristen. Da sitzt er im Bus und hobbelt da entlang, und dann muss er es noch einmal richtig plastisch vor Augen haben, wie die das heruntergerufen haben.
Und die haben das so gesagt, wir haben es neulich, glaube ich, schon erwähnt: Wenn du Gott gehorchst, dann wird der Backtrog gesegnet sein. Dann wird der Teig im Backtrog richtig aufgehen. Wenn du aber Gott nicht traust, dann wird dein Dachfirst verschimmeln, und eine Ziege wird herunterpurzeln. Das ist ganz plastisch beschrieben: Du hast keinen Segen Gottes in dir. Und es geht darum, dass du es tust.
Das geht über ganze Kapitel hinweg. Es kommt immer wieder: Dann wird dein Ertrag sein, dann wird kein Unkraut auf deinem Acker wachsen, dann wirst du sehen, wie das Erfolg hat, dann wird der Herr bei dir sein. Und der Geleitgebende wird schützen, dann wird dein Korb Früchte haben, dein Schoß wird voll sein, dann wird der Regen auf dein Land fallen. Also: Es hängt am Gehorsam, und da wird der Segen beschrieben. Das ist im fünften Buch Mose ganz toll.
Es geht dem ganzen Buch Mose eigentlich immer nur darum, wie das in den Gehorsam einmündet. Und das sind dann solche Worte, Vers 15: „Ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, aber auch den Tod und das Böse.“ Und da gibt es nichts dazwischen. Das muss man wissen, das muss auch ein Mensch am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wissen. Es gibt nicht ein modernes Christentum, sondern es gibt einen Weg, auf dem man mit Gott lebt und ihm folgt, oder einen Weg, auf dem man sagt: Ich traue Gott nicht, und ich will meine eigene Lebenserfüllung suchen.
Dieses Wort: Wähl doch das Leben, das ich dir anbiete! Und übrigens: Wer den Geboten folgt, der verliert auch nichts im Leben. Das ist ja die dümmste Einflüsterung des Teufels, dass er uns einredet, wenn wir den Geboten gehorsam werden, dann würde uns im Leben etwas weggehen. Da würde einer sagen: Na gut, wenn ich da warten soll bis zur Ehe oder wenn ich da in der Ehe treu bleiben soll, dann geht mir die ganze Freude weg. Ich weiß doch selbst, wie unter Theologen das zu unserer Zeit schon im Studium gesprochen wurde, welche Einflüsterung das war. Und du lebst im Geschäftsleben so, und du tust dann nicht irgendwo auch mit Schmieren oder sonst wo. Meinen Sie, ein Stückchen geht weg.
Und da wollte ich den fragen, der mit Gott gelebt hat, und er hat gesagt: Im Gegenteil. Und wie brennt uns im Gewissen die kleinste Sünde, wenn uns Gott plötzlich heimleuchtet. Und es wird uns so schwer, dass wir gar nicht mehr darüber reden können, dass wir nachts aufwachen, dass uns der Schweiß kommt, weil es uns leidtut, wo wir Unrecht in unserem Leben gehandelt haben. Und wenn es nur eine Unwahrheit war, die uns plötzlich im Gewissen brennt, weil es der Tod ist, der Verderben bringt und der wie ein Gift immer weiterzieht und unser Leben zerstört.
Und darum ist es so, dass man bei Fragen den Gehorsam nicht verweigern darf. Das ist so wichtig, weil es ums Tun geht, um das Leben und den Tod, um die Wahl, dass wir das Richtige wählen.

Begegnungen im Neuen Testament als Spiegel für echte Fragen

Jetzt noch ein Letztes, das ich noch anschließen will: Es gibt im Neuen Testament auch einige Geschichten, die von Fragen und vom Diskutieren handeln. Das gibt uns das richtige Bild, damit wir es auch richtig einordnen können.
Es ist immer gut, wenn Sie in solchen Fragen, um auch nicht einseitig zu werden oder radikal zu sagen: Wie war es denn im Ernst, wie hat denn Jesus die Sachen gelöst? Aha, da kam ja Nikodemus. Er war auch ein Ältester, kam bei Nacht und wollte mit Jesus diskutieren. Er sagte: Rabbi. Da hatte er immerhin eine sehr große Meinung davon, dass Jesus ein Schriftlehrer wäre, von Gott gesandt. Wir wissen, dass du große Dinge tust, aber jetzt wollen wir wissen.
Und interessant ist, mit welcher Deutlichkeit Jesus dem Nikodemus zuerst gesagt hat: Du musst zuerst von neuem geboren werden. Es geht immer um ihn. Unsere Väter haben einen Spruch gesagt: Was nicht per du geht, das geht perdu. Das haut ab, das verflüchtigt sich. Es muss auf die Person zugehen. Was nicht per du geht, das geht perdu. Und das ist gut.
Wir wollen immer so reden, das wissen Sie ja vom Bibelwort, dass es uns irgendwo persönlich angeht. Es hat keinen Wert, wenn uns etwas nur aufwühlt. Es muss uns irgendwo zeigen, wo wir Fehler haben. Und da geht es um Buße. Dass ich umkehre, dass ich eine neue Kursbestimmung habe. Das Wort Gottes hat doch dann nur Sinn, wenn ich sage: Halt mal, das war gestern nicht recht. Und wenn man heute beim Bibellesen aufhört, da muss ich etwas in Ordnung bringen. Da ist in meinem Leben etwas falsch. Erst dann hat es einen Wert, wenn es uns zur Buße führt. Jedes Wort Gottes ist nützlich zur Verbesserung von uns.
Dann haben wir ein anderes Beispiel einer Diskussion bei Jesus, ebenfalls ganz ähnlich: Jesus trifft die Samariterin am Brunnen, die auch mit ihm diskutieren will. Herr, ist es eigentlich recht, ob man auf dem Garizim betet? Das ist ja wieder an der Stelle in Sichar, wo das verkündet wurde. Es gehört erst wieder an die Stelle hin, wo Ebal und Garizim waren. Und die Frau da unter dem Brunnen von Sichar sah, dass man nicht hin kann. Da steht ja auch noch der Brunnen von Sichar. Ja, und sie will mit Jesus über alles diskutieren.
Und er sagt zu ihr: Fünf Männer hast du gehabt. Ganz seltsam, nicht vorwurfsvoll, sondern bloß: Da liegt doch deine Not. Und du wirst von all den Männern nur wie ein Stück behandelt, und dann lassen sie dich liegen. Und du bist im Grund ein einsamer Mensch, der nach Lebenserfüllung kommt. Ich kann dir Wasser geben.
Und dann will sie über das Wasser reden und sagen: Hast du einen Brunnen? Bist du Wasserbauer oder so? Nein, du bist ganz anders. Und dann will sie über religiöse Fragen diskutieren: Muss man eigentlich in Jerusalem oder auf dem Garizim anbeten? Was ist der richtige Anbetungsort? Dann sagt Jesus: Im Geist und in der Wahrheit. Es ist gar nicht wichtig, wo, aber in der Wahrheit.
Und die Frau ist losgerannt und hat gesagt: Der hat mir genau gesagt, wer ich bin. Und wenn sie den Wahrheitsbeweis des Wortes Gottes haben wollen, dann haben sie ihn nur dort: dass er ihnen im Gewissen zeigt, wer sie sind. So hat mir das noch niemand gesagt, wie die Frau, die mir genau auf den Kopf zugesagt hat, wer ich bin.
Alle anderen Gottesbeweise schlagen nicht. Man kann Gott nicht angucken wie im Schaufenster oder wie im Lehrbuch der Mathematik oder im Biologiebuch, sondern man kann es nur so über seinem eigenen Leben erkennen. Das ist die Wahrheit Gottes, die mich trifft.

Glaubwürdigkeit, Gewissen und die Ordnung der inneren Kräfte

Ein Beispiel dafür, wie wir reden sollten. Und jetzt möchte ich Ihnen noch ein paar Ratschläge für Ihr eigenes Leben geben: Sie können Gespräche mit anderen nur richtig führen, wenn Sie selbst ganz im Gehorsam sind.
Nichts ist so schlimm, als wenn man selbst anderen predigt und doch selbst verwerflich wird. Das ist ganz gefährlich. Man kann ja über manche heute eifern und sagen: die moderne Jugend, und selbst ... Das macht uns auch barmherzig. Und es ist auch gut, wenn Sie sagen können: Ich habe in meinem Leben auch ganz schreckliche Erfahrungen hinter mir. Warum denn nicht?
Es war so schön: Ich habe in Miami noch verschiedene Missionen besuchen müssen. Da war eine lateinamerikanische Mission, so hieß die. Und da war ein Paul André, der war in Peru und hat so ein schönes Erlebnis gehabt. Das ist schon ein schönes Beispiel. Er steht an der Bushaltestelle in Lima, und da sind Frauen, die auf den Bus warten. Dann hat er gedacht: Jetzt spreche ich sie mal an. Dann gibt man sich so einen Schubser und sagt: Ich frage die einfach mal, ob sie Christen sind. Das ist der beste Einstieg. Übrigens, das ist gar nicht schlecht im Eisenbahnabteil oder wo auch immer.
„Machst du ruhig mal! Ruhig direkt!“ Und fragte ihn: „Sei sie Christ?“ Dann sagte eine: „Ja, ich bin Christ.“ Aber dann sagte er: „Wie ist es bei Ihnen zugegangen?“ Sie sagt: „Das ist erst drei Monate her. Ich wollte immer in eine Kirche gehen, aber das Singen hat mich so angezogen. Aber ich war Prostituierte, und ich konnte nicht hingehen. Ich habe gewusst, das geht nicht.“ Interessant: Die Leute wissen viel besser als manche Fromme, was nicht geht. Dann haben sie ein Gefühl dafür, wie das in einer anderen Welt ist.
Und dann traf sie eine andere und sagte es gerade der Frau, die neben mir an der Bushaltestelle steht. Und die hat gesagt: Ich war doch wie du, aber Jesus hat mein Leben vollständig gereinigt. Komm mit, er macht dein Leben neu. Und dann fragte die Frau daneben: „Wie lange sind Sie denn gläubig?“ Und dann sagt sie: „Neun Monate.“ Interessant, wie das so in der Dritten Welt in einer schnellen Geschwindigkeit läuft und geht, wie einer dem anderen gleich wieder das Zeugnis weitergibt.
Das ist so wunderbar, wenn man sagen kann: Ich habe es doch selber erfahren, dass Jesus vollständig neu macht und das alles wegnimmt, was einen belastet und was das Leben zerstört. Und so wollen wir dann reden, indem wir selber von uns sagen können: Das haben wir durchlebt. Nicht, dass wir anderen etwas sagen, was wir selber nicht halten. Da sind übrigens die anderen auch sehr, glücklicherweise, sehr gut im Sehen, dass da etwas falsch ist. Und nichts ist so schlecht zu verdecken wie die Heuchelei. Das merkt man: Das ist nicht echt. Das kommt nicht von innen heraus.
Dass wir selbst gehorsam sind. Zweitens, dass wir uns führen lassen. Das war bei dem Hesekiel interessant, dass Gott es ihm gesagt hat. Da kamen die, und dann hat er gebetet: Herr, was soll ich sagen? Sie können es auch machen für Gespräche: Herr, was ist jetzt richtig? Gib mir das richtige Wort. Da geschah das Herrnwort zu ihm: Sag so.
Herr, du bist einer, der durchsieht bis ins innerste Herz. Und dann prüfen Sie immer, dass es um das Gewissen geht. Um das Gewissen. Wir sind heute auch in einer ganz dummen Zeit, wo etwa unser Gefühl so angesprochen wird. Wir haben alle Gefühl, ich habe auch Gefühl, bloß das ist nicht der Glaube. Der Glaube ist zuerst im Gewissen. Und wo die Verkündigung zuerst zuschlägt, ist nicht im Gefühl und nicht im Verstand. Auch das wird immer unterschätzt. Sie können noch so viel im Verstand begreifen: Der Glaube wurzelt im Gewissen.
Wir kennen ja den Satz von Paulus, 2. Korinther 4,1: „Wir beweisen uns wohl an aller Menschen Gewissen vor Gott.“ Das Evangelium ist eine Frage, die am Gewissen geprüft wird, nicht am Verstand. Den Verstand kann man hin und her schieben. Luther hat ja gemeint, dass er Hure, der kann mit jedem. Sie können alles mit dem Verstand abdecken: jede Position. Sonst gäbe es nicht so viele Lehren, Meinungen, Ideen und Ideologien.
Aber im Gewissen, das vom Wort Gottes getroffen ist, nicht im allgemeinen Gewissen, das ist immer blöd, das Gewissen kann auch jede Form annehmen, im Gewissen, das vom Wort Gottes getroffen ist, da werden Sie überwältigt. Das haben Sie auch schon erfahren. Wo Sie gar nichts denken und dann kommt das Wort Gottes und wühlt Sie auf, da merken Sie, wo es anfängt mit dem Glauben. Das können Sie nur bezeugen oder zugreifen. Da wollen wir hinhören.
Und wo einer Fragen bringt aus dem Gewissen heraus, da wollen wir ganz geduldig sein. Etwa bei der Pfingstpredigt: „Was sollen wir tun?“, fragen die Leute verzweifelt, erschrocken. Apostelgeschichte 2. Und Petrus sagt: „Lasst euch taufen auf den Namen des Herrn.“ Wo das Gewissen angesprochen ist, da ... Und dann ist interessant, wenn man mit seinem Gewissen unter dem Wort Gottes Frieden macht, dann kommt das Gefühl nach. Der Verstand und der Wille, das sind aber erst Folgeereignisse.
In dem Büchlein mit den geistlichen Grundgesetzen ist es immer so schön abgebildet: Vorne fährt der Glaube voraus, mit der Lokomotive, und hinten sind die Wagen angehängt. Da sind die Gefühle, die folgen nach, gehören auch dazu. Gefühl, Verstand, gehört auch dazu. Zum Bibellesen braucht man nicht dumm zu sein, darf nicht dumm sein, das muss man auch verstanden haben. Aber er gehört dahinter, hinter dem Glauben. Er muss dem Glauben untergeordnet sein, und der Wille auch. Der muss in den Gehorsam des Glaubens hinein.
So, jetzt singen wir noch ein Lied.