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Die Aussendung der 12 Jünger

Markus 6,7-2903.02.1998
Warum hält ein schlechtes Gewissen so fest? Johannes nennt Unrecht beim Namen – und zeigt, wie Wahrheit, Angst und Vergebung bis heute um dein Herz ringen.

Rückblick auf Glaube, Ablehnung und den Beginn der Aussendung

Die Aussendung der zwölf Jünger, Markus 6,7-13.
Wir hatten das letzte Mal darüber gesprochen, wie Glaube etwas ganz Gewisses und Festes ist. Dann aber auch über die Ablehnung Jesu in Nazaret. Wenn man das entdeckt, ist das ja merkwürdig: Obwohl Jesus ganz bestimmt, etwa im Umgang mit seinen Eltern, nie etwas Falsches gemacht hat, hat das offenbar bei niemandem Glauben geweckt. Es ist ja ganz erstaunlich, dieses Phänomen, und so haben es viele entdeckt.
Aber nun Vers 7: Jesus rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden, je zwei und zwei. Und er gab ihnen Macht über die unreinen Geister. Er gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel, wohl aber Schuhe und nicht zwei Hemden anzuziehen. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus gehen werdet, da bleibt, bis ihr von dort weiterzieht. Und wo man euch nicht aufnimmt und nicht hört, da geht hinaus und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.
Und sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun. Sie trieben viele böse Geister aus, salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund.

Die Welt als Ort von Licht und dunklen Mächten

Dem König Herodes kam der Name Jesu zu Ohren, denn er war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. Einige aber sprachen: Er ist Elija. Andere aber: Er ist ein Prophet, wie einer der Propheten.
Als Herodes das hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist auferstanden.
Denn Herodes hatte ausgesandt, Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen, um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus, denn er hatte sie geheiratet. Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast.
Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam. Und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern.
Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen, die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. Da trat die Tochter der Herodias herein, tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit ihm zu Tisch saßen.
Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir geben bis zur Hälfte meines Königreichs.
Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers.
Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir jetzt gleich auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers gibst.
Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht abweisen. Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen.
Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab es dem Mädchen; und das Mädchen gab es ihrer Mutter. Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
Würde man gern jetzt mit der zweiten Geschichte zuerst anfangen, mit dem Ende von Johannes dem Täufer, weil es uns zeigt, wie es um unsere Welt bestellt ist. Diese Welt ist von Gott geschaffen, es ist eine wunderbare Welt, wir freuen uns daran, und doch gibt es in dieser Welt unheimliche Mächte, Kräfte, und wir sehen, wie die ringen und sich darstellen.

Die verwickelte Geschichte des Herodeshauses

Zuerst noch ein paar Angaben, die man einfach wissen muss.
Ganz kompliziert ist es, Bescheid zu wissen mit der Familie des Herodes. Das ist wirklich sehr kompliziert. Ich weiß nicht, ob das in Ihrer Familie auch so ist, dass zwei Kinder denselben Namen haben, dass es also zwei Philippus gibt, die beide denselben Vater haben. Das macht die Sache nicht gerade unkompliziert.
Also noch einmal: Herodes der Große war der Tyrann. Wenn Sie die Geschichte noch einmal für sich lesen, ist das ein richtiger Roman. Bei Josephus kann man es im Original lesen. In einer ganz großen politischen Lage hat er es fertiggebracht, in den großen Unruhen, bei Caesars Tod und als Augustus in Rom Kaiser wird, durch alle Klippen hindurchzulavieren und die Macht zu behalten.
Er war kein richtiger Jude, er war ein Idumäer, ein Edomiter, also jemand, den man heute vielleicht als Jordanier bezeichnen würde, mit der ganzen Spannung, die das auch mit sich brachte. Sagen wir es so: Herodes versuchte sehr, sich bei den Juden einzuschmeicheln. Er war also einer, der seine Herrschaft mit Geld erkauft hatte. Er starb etwa sieben vor Christus. Das ist ja das Problem der Zeitumstellung, denn das deckt sich genau mit dem biblischen Bericht. Also: vier vor Christus starb er, sieben vor Christus ist Christus geboren. Das ist kompliziert.
Denn der Mönch, der damals den Kalender gemacht hat, hat ein paarmal falsch berechnet. Zum Beispiel hat er vom Jahr minus eins auf null und vom Jahr null auf eins die nötigen Zeitabstände nicht richtig gerechnet, sondern von minus eins auf plus eins gerechnet. So sind ein paar Dinge passiert. Auf diese Weise kommen wir genau dorthin. Wir kommen auf den Schätzungserlass, dann stimmt auf einmal alles überein.
Er hat seine Herrschaft geteilt. Ich will Ihnen jetzt nicht alles sagen, was da noch dazugehört. Es gibt einen Philippus, und deshalb wird es problematisch. Der war ein Privatier, der hatte keine Herrschaftsaufgaben. Und dessen Frau wurde ihm von dem Privatier Philippus ausgespannt, und zwar von Herodes Antipas. Es war die Herodias. Das ist dieses ehebrecherische Verhältnis.
Schlagen Sie einmal auf: 3. Mose 20, dann verstehen Sie, was Johannes angemahnt hat. 3. Mose 20,21: Wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist das eine abscheuliche Tat; sie sollen ohne Kinder sein, denn er hat damit seinen Bruder geschändet. Herodes Antipas hat die Herodias seinem Bruder ausgespannt.
Besonders makaber ist die Geschichte, weil die Herodias eine Nichte von beiden war. Es war überhaupt ein Verhältnis, das nach dem jüdischen Gesetz gar nicht ging. In der Familie des Herodes war ja alles drin. Herodes der Große hat seine eigene Ehefrau umgebracht. Er hat überhaupt eine Menge Leute eigenhändig umgebracht.

Johannes der Täufer als prophetische Stimme gegen Unrecht

Herodes Antipas, das ist der Herodes, der mit Jesus dauernd zu tun hat und den Jesus einen Fuchs nennt. Ein blitzgescheiter Kerl, diplomatisch, hatte in Sepphoris, der Metropole von Galiläa, seinen Sitz. Sepphoris kommt überhaupt nicht vor.
Das ist ja jetzt der Höhepunkt aller Israelreisen, diese tollen Ausgrabungen und Mosaiken in Sepphoris anzusehen, gar nicht weit weg von Nazaret. Nazaret war ein ganz kleines Kaff, Sepphoris war die Kultur. König Herodes Antipas, und gleich bei Kapernaum war die Grenze. Wohin war die Grenze? Deshalb gibt es so viele Zöllner in Kapernaum. Wo war die Grenze?
Wenn man mit dem Bus von Kapernaum weiterfährt, kommt man an den Jordan, und da sieht man noch einen Erdhaufen, das ist Julias. Da hat er einen Palast gebaut, nämlich der andere Herodes-Erbe, der hieß auch Philippus. Und das war der Vierfürst, heißt der in der Bibel, der Vierfürst Philippus. Der andere Philippus kommt bloß vor wegen der Herodias, sonst hat er keine Rolle in der Bibel.
Und der hat, der Vierfürst, hat einen weiteren Palast gebaut in Panias, wo dieses Heiligtum von Pan war, oder in der Bibel Caesarea Philippi. Und dieser hat sehr spät geheiratet. Er war auch ein Bruder von Herodes Antipas, also Stiefbruder. Und wen hatte er geheiratet? Die Salome, die Tänzerin, seine Großnichte. Die hatte also bloß Onkelehe, gab es da.
So schreiben wir es nun zum Israelführer, das ist das Kapitel mit der Onkelehe. Caesarea, genug zur Bibel kennen, jetzt dürfen Sie es wieder vergessen, steht hinter Ihrer Zeittafel schön drin. Und wer sich da noch einmal ausgiebig damit beschäftigen will, der versteht manches Mal, warum die Zöllner so eine Rolle spielen.
Da oben war es ruhiger. Dieser Philippus war klüger, hat ruhige Politik gemacht, da gibt es eigentlich keine Auseinandersetzungen. Jesus konnte leicht von dem Herrschaftsgebiet des Herodes Antipas entweichen in das Gebiet des Philippus hinüber. Auch der hat keine Kinder bekommen. Pontesalome, der starb etwa drei Jahre nach der Ehe, dieser Philippus. Für die Juden war das alles irgendwo Gottesgericht über dieser Familie.

Die Kraft des Gewissens und der Ruf zur Wahrheit

Jetzt brauchen wir aber nicht mehr so viel Bibelkunde, man will heute Abend noch ein bisschen mehr hören von der ganzen Sache.
Warum hat dieser Herodes Antipas eigentlich so eine Abneigung gegen das Evangelium gehabt? Vers 20: Er fürchtete Johannes. Er hatte Respekt vor Johannes, weil er ein Frommer war, heißt es ja in der Bibel, eigentlich weil er ein ganzer Mann war, ein durch und durch echter, ein verlässlicher. Das war keiner mit Heuchelschein, wo es bloß an der Oberfläche war. Das war ein überzeugter und im Wort Gottes lebender Mann, bei dem Tat und Wort übereinstimmten. Er war heilig von Gott in Besitz genommen.
Er hört ihn sehr gerne, und er wird sehr unruhig, wenn er ihn hört. Hier haben wir eine ganz wunderbare Diagnose der Bibel. Die Bibel zeigt uns etwas im Hintergrund, und da verstehen Sie ganz viel in Ihrer Umgebung: Leute, die das Evangelium hören, die aber unruhig werden und dann wieder ganz fanatisch dagegen werden. Und das ist immer so wichtig zu sehen, wie Leute reagieren.
Was hat Johannes denn verkündet? Er hat natürlich sehr deutlich und konkret ins Leben hineingesprochen. Aber was er tut, ist nichts anderes als das, was einst, jetzt gehen wir mal zurück, der Prophet Elija beim König Ahab und bei Isebel gemacht hat. Der einfach zum König ging und sagte: Du hast unschuldig Blut vergossen, das ist nicht recht vor Gott. Und zwar unter vier Augen. Nicht irgendwo eine Kampagne gemacht.
Übrigens, das ist das typisch christliche Zeugnis, das wir schulden. Das ist auch, meine ich, der politische Auftrag der Christen. Es wäre mir immer vorbildlich, wie Bodelschwingh bei der Sache der Tötung der Behinderten zu Hitler persönlich ging und unter vier Augen das gesagt hat, als die ersten Vermutungen auftauchten. Er sagt: Es ist nicht recht vor Gott. Und er hat es durchgeritten, bis er mit Hitlers Leibarzt das so weit brachte, bis die Aktion abgeblasen wurde. Es sind etwa Hunderttausend oder Hundertvierzigtausend umgebracht worden, aber er hat es durchgemacht, wenn man es noch einmal liest in den Biografien von Fritz von Bodelschwingh. Es ist ungemein eindrücklich, zu Verantwortlichen zu gehen, selbst zu einem Diktator, und ihm zu sagen: Was du tust, ist nicht recht vor Gott.
Das hat Johannes gemacht, ins Gewissen reden. Kampagnen zu machen, ist eine ganz schwierige Sache. Wir meinen immer, wir müssen Öffentlichkeiten mobilisieren, auf der Straße hinsetzen und Demos machen und so. Das ist ja immer ein Machtmittel. Das Urmittel der Propheten war aber, das Unrecht beim Namen zu nennen. Überhaupt auch für Sie ein Tipp, wenn Sie irgendwo Probleme haben, dass er sagt: Ich gehe zu dem Menschen und sage: Ich kann das nicht. Und ich nenne es ihm dort, wo er es eigentlich auch im kleinsten Kreis erkennen könnte und zur Einsicht kommen könnte.
Johannes hat gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders nimmst.

Schuld, Angst und die Macht der Vergebung

Noch kurz für die Bibelkenner: Es ist natürlich nur eine Frage, warum das im Mosebuch so klar steht. Es war doch beim Ableben des Bruders gerade gefordert, die Frau des Bruders zu heiraten. Stimmt, das war die Leviratsehe. Aber solange er lebt, ging es um das Verhältnis. Da wird genau gleich geachtet: Du sollst nicht bei deiner Mutter oder bei deiner Tante liegen, und vor allem nicht das Zerbrechen einer Ehe. Das ist in der Bibel ganz streng. Und das war hier genannt, und das war der Grund. Das genügt, um den Zusammenhang zu verstehen.
Und Johannes hat es ihm gesagt. Jetzt wissen Sie natürlich auch, dass dieser Herodes Antipas so arg und fuchsschwach sicher auch ein Gefangener der Herodias war. Das war sicher ein raffiniertes Weib. Viele Frauen verstehen das, wie man Männer einwickelt. Und die hat ihn gepackt, und der war natürlich ein willfähriges Werkzeug.
Und wir sehen aus der ganzen Geschichte: Die Herodias war ja eigentlich die, die den Johannes richtig gehasst hat. Der Herodes ist mitgeschrieben. Wir haben einen ganz ähnlichen Fall beim Ahab. Der König Ahab in Israel, im Nordreich, in Samaria, war ja eigentlich in vielen Dingen auch nie richtig klar, was er tun soll. Er war ein bisschen offen für diese ganze Predigt, die der Elija bringt, aber die Isebel, die war gewissenlos. Und die Isebel hat ja auch bei der Tötung von dem Weingärtner Nabot die Siegel besorgt und gesagt: Ich schreibe die Briefe, drück mal noch was hinten drauf, und ich mache das für dich fertig. Ganz erschütternd.
Sie wissen, welche hohe Meinung ich von Frauen habe, aber wie unheimlich das sich auch verkehren kann und wie schlimm das wird, wenn Männer ganz in unheimlich bösen Dingen nur noch von bösen Frauen getrieben sind. Und das ist hier bei Herodes Antipas dann natürlich auch so. Ein ganz gerissener Schuft war er, ein Schurke, gewissenlos. Man sieht es auch bei den Ausgrabungen in Sephoris ganz deutlich. Da gibt es kein biblisches Motiv, das ist alles nur griechische Sagenwelt oder römische Sagenwelt in den Mosaiken, und so ganz alles Heidenbilder. Ein Mann, der ganz anders gelebt hat als das Volk Israel.
Und die Spannung ist natürlich darin. Deshalb kommt es auch bei Jesus nie vor, der Ort Sephoris, da ist Jesus nie hingegangen. Also, es ist unser Auftrag, Dinge beim Namen zu nennen. Und jetzt ist es so: Wir haben in dieser Welt nicht den Beifall zu erwarten. Das ist eine ganz falsche Vorstellung, auch als Christen nicht. Wenn man heute versucht – ich freue mich, dass so viele junge Leute da sind – es kann nie unser Ziel sein, dass wir den Beifall der Menschen bekommen. Wenn wir nur denken, welche unheilvollen Entwicklungen wir schon in Deutschland in unserem Jahrhundert hatten, wenn die Kirche immer das macht, was den Beifall der Menschen bringt, das wäre grässlich. Wir müssen von der Wahrheit herkommen.
Wir müssen bloß suchen: Wie können wir unseren Auftrag erfüllen, in einer menschlich guten Weise die erste Wahrheit ins Gesicht zu sagen, und zwar möglichst unter vier Augen. Auch einem Tyrannen. Das Gewissen bei dem Herodes Antipas anspricht, sehen Sie in Vers 16, dass er dann zu den Worten kommt: Ich habe enthauptet. Er hätte ja sagen können: Ich bin in eine ganz blöde Zwangslage gekommen. Es war vor seinem Gewissen völlig deutlich: Ich bin schuld am Johannes. Und das hat in seinem Gewissen so gebohrt, dass er, als die erste Kunde von Jesus kommt, sofort spontan denkt: Das ist der Johannes wieder. Den hat Gott wieder auferweckt.
Ich habe Ihnen ja immer gesagt, Sie kennen das schon von früheren Bibelstunden oder so: Die meisten Menschen, die Gott davonlaufen, haben unheimliche Angst vor Gott, wegen unbereinigter Schuld. Und ich meine, dass wir als christliche Verkündiger viel zu wenig von der Vergebung Gottes reden. Die meisten Menschen haben ein angeschlagenes Gewissen, und wenn Glocken läuten, werden sie daran erinnert. Auch an viele schuldhafte Vorgänge ihres Lebens.
Das ist auch der Grund, warum ich manche notvolle Entwicklungen unseres Volkes gar nicht aussprechen will, weil ich Leute nicht dauernd bedrängen will. Sondern ich will Vergebung verkündigen, und ich freue mich, wo Menschen die Vergebung Gottes ergreifen und ihr Leben reinigen. Weil man oft nachts nicht mehr schläft, und man kann es nach außen im Gespräch gar nicht zugeben, dass das Verhalten falsch war. Deshalb ist die Argumentation so blöd.
Im Gewissen redet Gottes Wort, und selbst ein Herodes Antipas, der wirklich ein gerissener Schurke, Politiker und Diplomat war, hat genau gewusst, dass es nicht recht war, was geschehen war. Und das müssen wir einfach wissen, wenn wir Zeugen Gottes sein wollen. Wir sehen ja unsere eigenen Schulden, können es in unserem Leben genauso sehen. Keiner von uns steht höher oder ist besser als andere, sondern wir leben von der Gnade. Und das ist die Botschaft.

Johannes als Zeuge bis zum Martyrium

Ich möchte auch hier an dieser Stelle sagen: Das ist auch bei mir ein Dauerbrenner, dass der Johannes der Täufer immer bei den Christen schlecht wegkommt. Ich weiß nicht, warum. Johannes der Täufer war ein ganz großer Prophet. Jesus hat ihn sehr herausgehoben. Er ist der Größte von allen, die von Frauen geboren sind, bis zum Kommen Jesu. Und dass das ein finsterer Mann war, das werden die nimmer behaupten, die den Grünewaldaltar besichtigt haben. Auch hier der herrliche Zeuge auf Jesus, dass er Sünde beim Namen nannte.
Der Auftrag der Kirche: Karl Hardenstein, unser württembergischer Prälat in Stuttgart, hat 1952 in seiner Offenbarungsauslegung geschrieben, es wird das Ende sein des Antichristen und der Verführung der Kirche, wenn sie nicht mehr den Mut hat, Sünde und den Sünder zu strafen und beim Namen zu nennen, sondern bloß noch meint, sie müsste die Welt zügeln und leiden. Ist die Frage: Haben wir noch die Kraft, zu sagen, was nicht recht ist?
Also Johannes ist kein Finsterling. Dann kommt die Frage: Hat er nicht gezweifelt? Ich behaupte immer, das ist ein Missverständnis. Johannes hat nie gezweifelt. Er war kein Rohr, das der Wind bewegt. Er war ganz klar, auch im Martyrium. Seine Jünger sind bis zum Schluss bei ihrem Meister geblieben, obwohl er gesagt hat: Ich muss abnehmen, er muss wachsen. Er hat sie weitergewiesen, die Jünger gingen nicht.
Fünf Jünger, ich habe es extra noch einmal aufgeschrieben, ich konnte es auch nicht behalten, sind Johannes’ Jünger, die dann mit Jesus zogen: Andreas, Petrus, Johannes, Philippus und Nathanael. Das ist im Johannesevangelium. Es sind Johannes’ Jünger gewesen, aber es hat sogar bei anderen noch länger gedauert. Wir finden beim Paulus noch Gemeinden von Johannes-Jüngern, die nichts von Jesus wussten. Die haben sich sehr lange gehalten, und es war ein Problem. Das hat Johannes im Gefängnis beschäftigt. Warum geht er nicht zu Jesus und hat gesagt: Geht zu Jesus, fragt ihn doch selber über den Messias, er muss euch doch überzeugen. Jesus sagt: Ja, sag es Johannes, was er sah, meine Jesus-Taten.
Also Johannes war ein großer Zeuge, und auch hier bis zum Schluss. Und jetzt wollen wir noch kurz das Geschehen sehen, damit wir merken: Es bleibt in dieser Welt auch für Zeugen der Wahrheit nichts anderes übrig als das Martyrium. Martyrium heißt, um der Wahrheit, die Gott uns aufgetragen hat, zu leiden.
Dieses Jahrhundert der Menschenrechte ist gleichzeitig das Jahrhundert, in dem mehr Menschen als je zuvor um das Zeugnis dieses Evangeliums willen ihr Leben gelassen haben, in diesem zwanzigsten Jahrhundert. Wir haben lange daran gedacht in Russland, aber was heute in den islamischen Ländern sich abspielt, das erfahren wir in den Zeitungen nicht. Wir erfahren, dass man den Geschäftsmann da zum Tod verurteilt wird. Aber können Sie sich vorstellen, was in dem gleichen Iran passiert, wenn einer Jesus als den Sohn Gottes bekennt?
Und die Geschehnisse sind sehr bedrückend, aber auch was in China in diesem Jahrhundert lief, in vielen Ländern Asiens, was in Deutschland ablief, dann im Kommunismus und überall. Das Martyrium ist aufgetragen. Wir hatten bei der Offenbarungsauslegung das, dass am Ende die Märtyrer da in der Mitte des Heiligtums hervortreten, die um Jesu willen gelitten haben. Wir wissen auch, dass das Zeugnis der Märtyrer das größte, machtvollste Zeichen des Evangeliums ist.
Schneider in Dickenschied, es waren ja einige von Ihnen dabei, wo wir die Todeszelle von Schneider im KZ bei Weimar angesehen haben, die Gedenkstätte und so, ist erschütternd. Der hat am Ostertag noch hinausgerufen auf den Appellplatz: Der Herr ist auferstanden. Ein kühner Zeuge Jesu.
Und es sind viele, an die wir denken wollen: Helmut James Graf von Moltke und andere um des Evangeliums willen, des Zeugnisses, nicht um gewalttätigen Widerstand. Sie haben alle keine Waffen in die Hand genommen, haben nicht gegen Hitler gekämpft, des Wortes willen gelitten.

Die Festung, der Tanz und die Hinrichtung

Und jetzt noch kurz, wie das abläuft. Die Szene können Sie sich so richtig vorstellen: Es ist Machairus, die Festung, die Josephus festgehalten hat. Übrigens ist es interessant, wie das alles mit den anderen Berichten übereinstimmt. Machairus ist eine dieser Fluchtburgen von Herodes, wie das Herodion, zwanzig Kilometer südlich von Madeba, wo diese Karte ist, auf der jordanischen Seite, etwa auf Höhe des Toten Meers gegenüberliegend.
Man hat dort zwei Festsäle ausgegraben. Genau das entspricht hier, wo die immer raus- und reinkommen. Die Herodianer gehen raus, die haben die Frau wahrscheinlich im anderen Festsaal gefeiert, und Sie können sich vorstellen, die Männer waren stockbesoffen. Wie feiert man sonst eine Party durch die Jahrhunderte hindurch?
Und was die Salome hier tut, ist natürlich ein abgekartetes Spiel. Sie macht ihren Bauchtanz, macht ihren Striptease oder was sie macht, jedenfalls einen Tanz, der die Männer geil macht, im Ursinn des Wortes. Und der Herr Herodes Antipas kommt richtig in Stimmung und sagt: Du kriegst, was du willst. Das ist natürlich ein Großmaul, weil ihm sowieso keiner traut. Muss er noch dazu schwören, keiner glaubt ihm, was er sagt.
Es ist auch typisch, Jesus sagt: Eure Rede sei ja, ja; dann muss man euch glauben, ihr müsst überzeugend sein. Es ist alles so toll beschrieben. Und die Herodias hat von hinten alles gesteuert. Es war nämlich ausgerechnet so: Der Plan ging auf, dass eine junge Frau, die Herodias war zwischen zwölf und vierzehn Jahren, dem Wort nach ist sie genau die gleiche wie die Tochter des Jairus im Alter, zwischen zwölf und vierzehn, in dem Alter, wo man in Israel damals verheiratet wurde.
Schickt er sie rein, lässt sie tanzen, Salome, Entschuldigung, zwölf bis vierzehn, ja, und lässt sie drin tanzen. Und natürlich, die rennt raus: Mami, was soll ich sagen? War alles klar. Geh rein und sag, jetzt sofort, nicht, dass du morgen, wenn du den Kater hast, anders überlegst. Jetzt muss das Haupt her.
Und er ist gefangen vor seinen Leuten. Eigentlich eine tragische Gestalt. Und so endet das Leben dieses wunderbaren Zeugen, schon erfüllt im Mutterleib vom Heiligen Geist. Für uns eine ganz klare Sache: Wir haben in der Welt nicht den Beifall der Menschen zu suchen, nie! Sonst wird das Zeugnis verlogen und falsch. Jetzt gleich auf einer Schale.
Furchtbar makaber. Da gibt es ja so schöne Bilder, von wem sind sie, von Rubens oder was, wie die das Ding da den Kopf trägt und das Blut da fließt. Das Erschütternde ist mir ja immer: Die Herodias wurde ja nicht glücklich, nicht? Die Herodias auch mit ihrer ganzen Machenschaft. Es wird kein Mensch glücklich, der den Weg der Sünde geht, weil der Teufel immer mit Falschgeld bezahlt.
Die Herodias hat das ganze Leben gekämpft, um ihre Beziehungen abzudecken. Das ist ja nachher gar nicht anders beim Herodes Agrippa, wo der Paulus noch mal im Gefängnis von Caesarea gegen diese Leute redet, wo er auch von der Keuschheit redet. Wir wollen das nicht thematisieren, aber es liegt eine ganz große Not in unserer Welt da drin, die ganze Verlogenheit auch in unserer Presse, wenn die ganzen Kampagnen von Clinton und so kommen.
Es ist eine ganz große Verlogenheit, wenn alle wieder schreien. Das Schlimme ist, dass es kein Glück gibt für den, der außerhalb der Ordnung Gottes steht. Und Gott will uns segnen mit den Gaben, die er uns gegeben hat. Darum ist es so wichtig, dass man die Wahrheit ausspricht.
Und es ist mir so wichtig: Gestern Abend hat mich eine Frau angerufen, sie hat mich mal konfirmiert im Jahr 1967. Vor zwei Jahren bin ich ausgestiegen und habe angefangen, den Weg mit Gott zu gehen. Mein ganzes Leben ist ein Trümmerfeld und furchtbar viel. Und seit zwei Jahren habe ich zum Frieden gefunden.
Das war so ein großes Erleben. Ich kann mich an die Person nicht mehr erinnern, an so ein Kind, wo Menschen einmal wieder sagen: Mensch, es war also so eine wirre Zeit, die letzten dreißig Jahre meines Lebens. Sie suchen, was sie nicht finden, in Ehre und Liebe und Glück und kommen belastet mit Sünden, unbefriedigt, unbefriedigt zurück.
Das zeigt uns das Wort Gottes und das, woran sie nicht anpassen müssen. Aber wir sind nicht die Richter, wir sind nicht die Kontrolleure der Welt, sondern wir sind die Zeugen, die Menschen helfen, wo das Leben ist: Boden des Lebens und der Freude.

Die Sendung der Jünger als Lebensform des Glaubens

Damit können wir dies abschließen, von Johannes, und kommen jetzt zur Sendung noch der zwölf Jünger. Jesus sendet uns in diese unheimliche Welt. Man könnte sagen: Wie sollen die zwölf Jünger das machen? Die sind ja gar nicht trainiert, haben keine besondere Ausbildung. Das Entscheidende unseres Dienstes ist: Jeder, der von Jesus berufen wird, wird ja gesandt.
Mit der Himmelfahrt geht dieser Sendungsbefehl an alle Christen. Wir haben eine Verantwortung für die Welt. Was wir tun können, ist: Wir sind Menschen, die Jesus vor den anderen bekennen. Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. In einer Welt, die die Macht und Liebe Jesu leugnet, sind wir seine Zeugen.
Wir tun diesen Dienst, und das ist eine ganz wichtige Erfahrung: nie allein. Wer ihn allein tut, wird schneller müde. Zwei und zwei, das wäre das Optimalste. Wir würden so machen, wie Jesus es getan hat. Schon beim Gemeindedienst machen wir es nicht so, aber es ist sicher richtig. Ich brauche Gemeinschaft, sonst erliege ich an der Sache. Ich brauche jemanden, der mit mir geht, der die Schwierigkeiten dieses Dienstes mit mir trägt. Johannes war allein, er hatte Freunde um sich gehabt, es war schwer, allein zu sein.
Dann sagt ihnen Jesus, sie sollten nichts mitnehmen. Das ist ein ganz toller Rat. Susanne Hutter reist Ende Februar nach Nepal aus. Man muss heute viel nehmen, aber irgendwo muss man sagen: Jetzt reicht es. Sonst belastet man sich mit all dem Gepäck noch für seinen Dienst. Es gab immer wieder große Leute, die gesagt haben: So, ich nehme gar nicht mehr viel mit. Wenn sie anfangen zu sorgen, welche Medikamente brauche ich und wovor muss ich alles vorsorgen, sie können nicht vorsorgen.
Sie können nur in allem Dienst, jetzt nicht bloß der, der hinausgeht in die Welt, sondern überhaupt für unsere Stellung hier aufpassen. Wir tragen uns kaputt an den vielen Dingen und beschweren unser Herz. Wir haben manchmal Durchblicke, es wäre alles viel einfacher, wenn man es uns leichter machen würde. Sie müssen wissen, wo sie sich unterscheiden, durch einen einfachen Lebensstil.
Jesus hat den guten Rat gegeben: Er braucht nicht vorsorgen. Kein Geld im Gürtel. Ja, woher kommt dann das Geld? Gott wird seine Boten versorgen. Keine Tasche, kein Proviant, nichts für den morgigen Tag vorsorgen. Wohl aber Schuhe, nicht zwei Hemden. Die Gastfreundschaft sollen sie annehmen, aber wo sie unerwünscht sind, sollen sie auch weiterziehen. Sie brauchen sich niemandem aufdrängen.
Dieses Leben aus dem Glauben heraus, das ist schon eine ganz wichtige Sache.

Vertrauen, Versorgung und das Beispiel Georg Müller

Harry, jetzt haben wir doch gesprochen, du musst am Sonntag den Kindern von Georg Müller erzählen. Er war Student in Halle. Jetzt möchte ich es hier noch einmal tun, wie er fast am Sonntag erzählt, weil wir davon gesprochen haben, diese Boten Gottes am Sonntag in irdenen Gefäßen mit dem Schatz zu tragen.
Georg Müller war eigentlich ein sehr lustiger und weltzugewandter Mensch und ist dann durch einen Bibelkreis zu einem bewussten Glauben an Jesus gekommen. Er ist nach England gegangen und hat dort in Bristol diese Kinderheime aufgebaut. Dort standen 2000 Kinder, Waisenkinder, die er aufgenommen hatte. Häufig wusste er am Abend nicht, was die Kinder am Morgen essen würden.
Ein eiserner Grundsatz von Georg Müller war, nie um Spenden zu bitten und nie auch in einer Publikation zu erwähnen: Wir brauchen hier Geld. Georg Müller hat das so radikal durchgefochten wie kaum jemand anders. Und die ganzen Missionswerke des 19. Jahrhunderts, die auf der Tradition von Georg Müller entstanden sind, nennen sich ja Glaubensmission. Das wird immer missverstanden, als wollten sie den anderen den Glauben bringen. Aber nein: Da hat man dem Missionar gesagt, wir können euch nicht versprechen, welchen Gehalt ihr kriegt. Wer mit uns rausgeht, muss warten, was Gott gibt.
Die größte Mission heute, die Sudan-Inland-Mission, gibt jetzt auch wieder Festgehälter, mit denen wir unsere Leute oft rausschicken. Es gab über 2000 Missionare in aller Welt, die etwa in Äthiopien sind. Das sind Glaubensmissionen. Die Afrika-Inland-Mission, die Afrika-Inland-Kirche, aber bis hin nach Malawi sind alles Glaubensmissionen, bei Livingstone entstanden. Alle haben gesagt: Wenn Gott uns versorgt, wird er es machen. Wenn er uns hungern lässt, ist es seine Sache. Aber wir wollen nicht über Geld reden.
Hudson Taylor, die Chinas-Inland-Mission: Es wird nie über Geld gesprochen. Sie haben Pläne gemacht, im nächsten Jahr mehr und mehr, doppelt so viele Missionare auszusenden, aber wussten nicht und hatten nie geplant, woher das kommt. Sie sind auf die Knie gegangen und haben gebetet.
Und dieses Prinzip ist, gerade wenn man das in der Biografie von Georg Müller liest, ungeheuer eindrucksvoll. Er hat dann zu den Brüdergemeinden gehört, wir würden heute sagen, zu den Wiedenester Brüdern. Es gibt ja in der Neckarstraße beim Stöckachter seine Gemeinde im Hinterhof, die zu diesen Brüdern gehört, mit denen wir sehr eng und herzlich verbunden sind.
Dieses Prinzip ist entscheidend wichtig, und das wollte ich eigentlich noch zum Sonntag erzählen. Georg Müller war ein labiler Mensch. Es ist eigentlich schön, dass das da steht. Er sei einmal fuchsteufelswild geworden, weil das Fleisch im Sonntagsessen nicht die richtige Wärme gehabt hätte. Und dann steht bei dem Piersen da drin: Weil er so schwach war und an seiner Art selber litt, hat er sich ganz auf die Stärke Jesu verlassen. Das war gerade der Grund. Darum hat er so gesagt: Nur er kann es tragen, Jesus. Mit seiner Gnade kann man Werk durchführen, weil er immer wieder an sich verrückt wurde.
Und wie heißt er auf seinem Grabstein, Harry, du hast gestern gesagt? Ein Theologe. Ja. Und da hat er gemeint, an seine eigenen Fehler, an seine eigenen Fehler hat er gelitten und hat immer wieder neu die Gnade Jesu ergriffen. Aber auch in den ganzen Prüfungen, das hart dran runterging, wo man verzweifeln will und sagt: Es klappt nicht. Schön, dass der Dienst Jesu darin ruht. Und Sie werden wieder das Gesetz finden, wie dann alle großen, von Gott gesegneten Werke durch manche Prüfungszeiten durchgingen und nicht mit Sicherheiten rechnen können, sondern wo sich zeigen muss, ob Gott hinter dieser Arbeit steht und sie bestätigt und ob Gott auch heute noch trägt.

Umkehr, Befreiung und die Vollmacht Jesu

Was ist das Predigtthema? Sie zogen aus und predigten Umkehr. Das ist das Urthema, das hatten wir bei Markus 1. Als die Mitte des Evangeliums: Wendet euch zu Jesus zu, da ist die Hand Gottes ausgestreckt.
Nicht das Wort Buße, ihr hört es immer falsch als Knöllchen an der Windschutzscheibe und so, nicht Strafpredigen, sondern das heißt die Einladung: Du darfst dein altes Leben aufgeben. Wenn heute Nacht diese Frau in den USA hingerichtet wird, hat mich das ungemein beeindruckt, dass Gott heute einem Menschen diese Freude und diesen Frieden schenken kann, in diesem Gefängnis, das ist doch gewaltig.
Und diese Umwandlung, Sie haben es ja alle gelesen und im Fernsehen gesehen und so weiter, das ist einfach groß, das ist Umkehr. Sie macht nicht den Eindruck, dass sie unglücklich ist. Sie sagt: Ich habe alles gefunden, ihr könnt mich hinrichten. Ein Mensch, dessen Leben so durch Drogen und Sex und alles zerstört war.
Und das ist das Angebot. Es tut einem bloß leid, dass so wenig deutlich wird. Ich glaube, dieser Tod hat noch einmal viele Menschen zum Denken gebracht. Aber selbst heute hat ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung so klar geschrieben, was Leben ist, wie diese Frau das gefunden hat. Manche tun das mit Spott ab, aber jeder kann es mit Händen greifen: Hier ist ein Mensch, der Frieden gefunden hat, nicht mehr sich auflehnt, sondern sagt, er könnte es tun. Sie hat noch um Gnade gebetet, aber sagt auch: Lebenslange Haft ist ja auch nicht angenehm. Und sie hat gar nichts von dem Verbrechen geleugnet, sondern das ist so. Aber mein Leben ist verändert.
Und da kann der ungläubige Mensch nur sagen: Das ist Theater oder was macht die? Aber es ist ja etwas verändert. Sie braucht ja keine Drogen mehr, und sie ist ein glücklicher Mensch geworden. Das ist Umkehr. Umkehr ist möglich, weil Jesus nicht bloß die Gedanken ändert, sondern das Wesen und auch alle Gebundenheiten. Und da stehen von ihm viele böse Geister aus.
Die Macht des Bösen ist eine Realität. Jeder, der in der Erziehung zu tun hat, wir treiben keine Geister aus, da mit irgendwelchen Praktiken, keine Angst, aber Sie können ganz genau merken, dass es Mächtigkeiten sind. Es wird in der Bibel oft beschrieben, dass es Kräfte gibt, und wenn uns Jesus nicht bewahrt, fallen wir alle auch unter diesen Mächten.
Wir wissen ja auch, dass es Gespräche gibt, wo es gut ist, es betet jemand für unseren Schutz, während wir diese Gespräche führen. Ungeheuer dunkle Mächte bestimmen die Menschen. Aber dass Jesus stärker ist als die dunkelste Macht, und übrigens noch einmal: Wer hat die Kraft? Jesus hat die Macht, die Vollmacht, und er gibt sie uns, wo wir ihn darum bitten. Aus dem Gebet kommt die Vollmacht, und sie dürfen lösen.
Sie kommen ja oft vor Problemen. Was ist da? Ich komme in Verhältnisse, da ist jemand ganz schrecklich gebunden an ganz schlimme Praktiken und okkulte Dinge. Durch das Anrufen des Namens Jesu wird er frei. Aber es gibt diese schrecklichen Fälle in der Seelsorge. Ich erinnere mich an Gespräche, wo ich sage: Sagen Sie es doch nach. Sagen Sie: Ich kann das nicht. Sagen Sie: Jesus, kann ich.
Wenn Sie einfach merken, wie Menschen so gebunden sind, dass sie dieses Rufen nach Befreiung nicht sprechen können. Nur, sie brauchen nichts anderes. Das meinen wir immer noch, ich brauche nur welche Praktiken. Sie wissen, Sie aus Paraguay und alles diese schrecklichen Gebundenheiten, wenn Sie dort in der evangelistischen Arbeit wieder erleben, wie unheimlich diese Mächte sind, aber durch das Gebet werden sie gelöst.
Wir wollen uns von allem anderen fernhalten, als ob das irgendwelche Kräfte der Hände wären, da wäre noch die Magie wieder drin, sondern es ist das Anrufen des Namens Jesu. Im Lukasevangelium, Lukas 10, erzählt, wie die Jünger begeistert dann zurückkamen und sagen: Herr, sind uns auch die bösen Geister untertan? Und Jesus die Jünger extra dann erinnert und sagt: Passt auf, nicht eure Siege, nicht eure Erfahrungen sind das, was euch zur Freude motiviert, sondern dass eure Namen im Himmel geschrieben sind, dass euch Jesus hält und trägt und dass ihr seine Zeugen seid.
Und so will ich sie ja heute entlassen und will sagen: Sie stehen in ihrer Umgebung in ganz schwierigen Beziehungen drin. Sie dürfen Menschen diese Befreiung anbieten, eine Umkehr, eine Erneuerung. Du hast es dann bei einem Russlandaussiedler erlebt, ist das heute passiert oder neulich, dass die da zum Glauben gekommen sind, das ist doch herrlich, Harry, wenn man das so erleben darf und sagt: Da haben Menschen das ergriffen. Ich kann die Leute nicht beschützen, die müssen ihren Weg mit Jesus weitergehen. Aber ganz herrlich ist das Geschicht: Umkehr, Erneuerung, Leben.
Noch ein Wort zu diesem Krankensalben: Ich meine ja immer wieder, dieses Salben mit Öl ist auch ein Stück Medikamentöses. Tun, wie es die ärztliche Mission immer wieder tut, steht im Jakobusbrief auch mit Öl salben. Sie dürfen es auch so tun, ich habe da gar keine Dinge, was anders sei, aber ich kann es auch so verstehen, und machten sie gesund, Gesundung durch Gebet.
Gebet gefällt Gott, viele Wunder zu wirken, und wir haben sehr viel erlebt in sehr vielen Krankheitsnöten, wahrscheinlich jeder, der hier sitzt, große herrliche Wunder Gottes. Wir können Gott nicht zwingen, aber wir wissen auch, dass er sich unter uns verherrlicht und dass wir viel Grund haben zum Loben und zum Danken.
So steht das nebeneinander: Johannes, der Märtyrer, und die Zwölf mit der Vollmacht, und dazwischen liegt unser Dienst. Ich hoffe, dass sie viel wirken können, gerade in den Plätzen, wo sie stehen und leben, weil der Herr sie gebraucht zu seinem Zeugnis.