Generierte Mitschrift
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Hier ist das so eindrücklich beschrieben, wie die Macht und Grösse Jesu die ganze Welt einschliesst. Wir haben ja oft ein kleines Denken von Jesus. Der Himmelfahrtstag möchte uns das Königsamt Jesu gross machen. Man kann gar nicht gross genug von Jesus denken: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in alle Ewigkeit. Hinter all den Naturgewalten steht die Macht Jesu, er wird am Ende der Tage den Sieg behalten.
Paulus schreibt hier an die Gemeinde in Kolosse. Dazu muss man noch ein paar Worte sagen. Wir lesen jetzt von Vers 1 bis Vers 14: Paulus, ein Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Bruder Timotheus. Das sind also die Absender, das ist der Briefkopf oben. Jetzt kommt die Adresse, ohne die neue Postleitzahl: an die Heiligen in Kolosse, die gläubigen Brüder in Christus. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater. Das ist der Eingangswunsch. Es ist ja immer auch schön, wenn man einen Gruss sagt und wenn man einen gefüllten Gruss sagt.
Und jetzt beginnt der Text seines Briefes: Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, allezeit, wenn wir für euch beten. Da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, um der Hoffnung willen, die für euch bereit ist im Himmel. Von ihr habt ihr schon zuvor gehört durch das Wort der Wahrheit, das Evangelium, das zu euch gekommen ist. Wie es auch in aller Welt Frucht bringt und auch bei euch wächst von dem Tag an, da ihr es gehört und die Gnade Gottes erkannt habt in der Wahrheit.
So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist. Er hat uns auch berichtet von eurer Liebe im Geist. Darum lassen wir auch von dem Tag an, an dem wir es gehört haben, nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht. Dass ihr des Herrn würdig lebt, ihm in allen Stücken gefällt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes. Und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut.
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
Die Gemeinde im Spannungsfeld ihrer Zeit
erklären, um was es sich wohl bei der Gemeinde von Colossae handelt. Paulus war nie dort. Eine Stadt an der Handelsstraße in Kleinasien, eine Stadt, wo das moderne Leben pulsiert. Und wenn man sich ein bisschen die Gemeinden damals vorstellt, wie das so war, dann war in dieser Stadt alles lebendig. Da gab es die heidnischen Tempel, da gab es die römische Staatsmacht, da gab es Wirtschaftserfolg, da gab es Aberglauben. Dann hatten die Leute damals eine sehr große Neugier nach allen modernen Zeitströmungen. Das war damals auch so, dass man die Ohren aufgemacht hat, wenn man von neuen Religionswellen etwas gehört hat. Es war vor allem die Sehnsucht da, irgendwo tiefer in die Weltgeheimnisse einzudringen. Und deshalb gab es sicher sehr viele Menschen, die alles versuchten, in ihrem Kopf miteinander zu verbinden.
Die einen sagten, es ist ganz wichtig, dass man mehr diese Ordnungen der Welt beachtet. Andere haben wieder mehr Wert gelegt auf gewisse Feiertage. Es gab dann wieder philosophische Vorstellungen. Mir ist das jetzt ganz wichtig, dass der Paulus in diesem Brief dieser Gemeinde von Colossae, die von diesem, man sagt, Synkretismus, von dieser Religionsvermischung ganz besonders bedroht war. Man spürt das auch nachher noch, wir kommen darauf in den nächsten Bibelabenden, wie er dieser Gemeinde eigentlich nur Christus verkündigt. Christus ist die Mitte der Welt, ist das Ende der Welt, die einzige bedeutende Kraft, die diese Welt regiert.
Wenn Sie den Kolosserbrief bloß lesen, und ich habe ihn auf meiner Reise in einer Stunde wieder neu entdeckt, wo ich auch in vielen Fragen drin war und war so glückselig, war dort auf der Reise etwas bedrückt, wie ich das auf Madagaskar erlebt habe, wo die verschiedenen Denominationen, die Kirchenrichtungen, so wichtig sind: Wo gehörst du zur reformierten Kirche, zur lutherischen Kirche? Dann sind neue Freikirchen, die sagen, bloß wie wir es machen, ist wieder richtig. Und dann kommen welche und sagen, wir haben gerade eine Tagung gemacht, wir haben jetzt das Richtige entdeckt, wie eine Gemeinde am Ende des zweiten Jahrtausends aussehen muss. Und die hat wieder ihre Gemeindeideen gehabt. Da habe ich den Kolosserbrief gelesen und habe gedacht: Nein, das ist überhaupt nicht wichtig. Ob einer Methodist ist oder ob er das hat. Ich weiß nicht, warum das auch in unseren Tagen so eine große Rolle spielt.
Das treibt ganz viele auch um, die heute Jesus dienen wollen und sagen, aber man muss doch vielleicht jetzt eine neue Kirchenordnung gründen und man muss eine ganz neue Kirchenordnung machen, was vielleicht austreten. Ich habe noch niemanden aufgehalten, der austreten wollte. Ich habe auch noch niemanden aufgehalten, der sich zu einer besonders erfolgreichen neuen Gemeinde gehalten hat. Aber ich sage Ihnen: Es wird alles enttäuschen, es wird alles enttäuschen, was Sie machen. Die wesentlichste Bedeutung einer christlichen Gemeinde ist nicht ihre Struktur, ist nicht ihre Ordnung, die sie hat. Und mich überrascht immer, wie wenig dort im Neuen Testament davon geredet wird, weil es doch wichtig ist: Wie organisieren wir die Hauskreise, wie machen wir es mit den Ämtern der Ältesten, wie machen wir es mit dem Pfarramt, wie machen wir es mit den Geldfragen, wie wird das alles richtig gemacht? Das ist doch wichtig!
Nein, es ist wirklich nicht wichtig. Das wird praktisch wie ein Nebenprodukt von Fall zu Fall sinnvoll organisiert, wo wache Leute sind. Man soll das auch recht locker handhaben, heute so, morgen anders, je nach der Zweckmäßigkeit und wie man auch wirksam Dinge organisieren kann. Organisationsfragen, die sind ja nur Stützen. Aber das Wichtigste ist doch, dass Menschen mit Jesus Christus in dieser Lebensverbindung leben. Und wo das geschieht, da geschieht ungemein viel.
Ich habe manchmal auch in unseren Tagen Angst, dass wir, selbst wenn wir evangelisieren, viel zu viele Strukturen machen und viel zu viel organisieren. Sicher, das gehört auch dazu. Aber manchmal habe ich doch die Angst, ob wir nicht von vielem abgehalten werden und sagen: Lasst uns Zeit haben, lassen Sie Zeit haben zu ihrer persönlichen Stille, zum Treffen mit anderen, wo sie das Wort auslegen können, dass Gemeinde zuerst einmal in der geistlichen Kraft gebaut wird.
Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Gott mich so führt, dass ich nach 22 Jahren immer noch hier bin. Aber ich merke, dass das direkt für mich ein Geschenk war, zu sagen: Das ist die wichtigste Aufgabe, die man tun kann. Nicht einmal die Missionsarbeit, die wir in unseren Werken tun, sondern dass hier eine Gemeinde ist, wo wir zusammenkommen, heute Abend Bibelabend miteinander haben und da wieder Leute sind, die sich mit Christus füllen lassen, wo einer dem anderen Mut macht und ihn darin stärkt. Dem Kranken, dem Niedergeschlagenen, dem Schwermütigen sagt: Du musst dabei bleiben.
Dabei sind heute Abend welche, die gehören vielleicht organisatorisch gar nicht zu unserer Kirche. Das ist gar nicht wichtig. Da haben wir noch nie davon gesprochen, oder wie einer strukturiert ist oder wie er da verbunden ist und wie das organisatorisch auf den Schaubildern der Grafiken ist. Das ist mir ganz uninteressant. Aber dass diese Lebensbeziehung läuft. Manchmal bedrückt mich das, ob da sonntags wirklich der Austausch unter den Gläubigen stattfindet, dass man sagt: Ich habe einen getroffen, der mir eine Hilfe sein konnte, so wie Sie es doch auch tun, da wo Sie wohnen, unter den Menschen. Das ist vielleicht das wirksamste Zeugnis Christi, das er tut heute, dass er durch uns in unseren Lebensbeziehungen, in unseren Familien weiterwirkt.
Wie einfach Paulus spricht. Jesus Christus ist da, mit seiner Macht, und dann redet er nur, wie Jesus Christus in unserem Leben zur Entfaltung kommt. Er spricht überhaupt nicht, wann sie ihre Gottesdienste haben, morgen oder abends. Wir wissen es gar nicht. Wir wissen nicht einmal, in welcher Gottesdienstform die Gehalte haben. Wir wissen nicht einmal, ob sie die Hände beim Beten erhoben haben oder gefaltet haben. Überhaupt alles nicht wichtig. Kann man machen, wie man will. Vielleicht sind sie beim Beten sitzen geblieben, vielleicht sind sie aufgestanden. Das spielt überhaupt keine Rolle.
Es gibt so viele Dinge, die für uns bedeutsam sind, aber die wirklichen geistlichen Fragen, die sind ja heute umstritten. Wenn ich noch ein Wort zu unserer Kirche sagen darf: Das ist in der Tat bei unserer Kirche eine ganz große Not in unseren Tagen, dass sich unsere Kirche irgendwie bloß bemüht, sich möglichst nahe der Welt anzupassen. Und dass wir Pfarrer ja sowieso Angst haben, man könnte uns auf der Straße erkennen, dass wir Pfarrer sind. Ja, habe ich mich so schlecht verkleidet und so. Und dann, wenn einer sagt: Ja, was ist eine Gemeinde? Ja, wir machen alles, wir machen Tanzabende, wir machen da lustige Abende, wir können auch so musikalisch wie die Welt, wir singen auch so die geistlichen Lieder mit Rockstil und alles, wir können uns der Welt anpassen.
Oder haben wir den Mut noch zu sagen: Wir sind eine Gemeinde, die Menschen zu Jesus ziehen will, und da hören wir sein Wort, und da kommt seine Kraft zur Geltung. Wir sind eine Gemeinschaft, die beten will. Ja, aber da erreichen wir doch nicht alle. Ja, macht doch nichts, Paulus hat auch nicht alle erreicht. Er hat sie gesucht, er hat sie eingeladen zur Gemeinde. Schon die Juden haben nicht mitgemacht, aber deswegen hat er doch nicht den Stil geändert. Er hat von Christus gesprochen, er hat vom Kreuz Jesu geredet und hat nicht sein Thema an die Welt angepasst.
Und beobachten Sie mal die Veröffentlichung in unseren Kirchenblättern, wie man richtig glücklich ist, dass man sagt, mit unserem, mit dem kirchlichen Budget, da machen wir hauptsächlich soziale Dinge. Ja, aber das macht das Rote Kreuz auch, nichts dagegen. Das ist auch eine Pflicht, dass wir hilfsbereit und gut sind. Wir freuen uns doch, wenn der Staat auch Krankenhäuser baut. Sie sind nicht Christenart, dass wir dem Staat verwehren müssen, dass Wohlfahrt geschieht und den Armen hilft. Ja, aber eigentlich müsste die Kirche, nein, der Staat müsste es eigentlich tun. Das ist Menschenpflicht, und die humanitären Organisationen müssen es tun. Und wir Christen, wir tun das auch gerne, aber aus Selbstverständnis heraus, weil wir Freude haben, im Guten zu tun, hoffentlich.
Aber die entscheidende Sache unseres Lebens ist doch, dass wir mit Christus erfüllt sind und dass er unser Leben treibt. Und dann kommen die Taten doch hoffentlich spontan und selbstverständlich heraus. Das ist gar nicht das Kennzeichen der Christen. Da brauchen wir auch nicht den blöden Vergleich immer machen: Ja, die Nichtchristen sind auch noch ganz liebe Leute, wir hatten erzählt, dass das alle Halunken sind. Was ist das für eine Einbildung von uns? Wir haben in unserem Leben erfahren, dass er uns aus der Finsternis herausgeholt hat, und das macht uns das Herz so voll. Und wir wissen, dass wir ohne Christus nichts machen können. Und das erfüllt unser Leben. Wir wollten vielen Menschen die befreiende Glückserfahrung unseres Lebens weitergeben.
Es geht also um die Gemeinde und um diese Gemeinde, die sich um das Wort sammelt und die den Herrn betet und die dann mit einem neuen Leben wandelt. Da werden die Familien verwandelt, und da ist die Ehe verwandelt, und davon spricht der Paulus.
Der Apostel als Vorbild der Zurückhaltung
Gucken wir uns erst in Vers 1 und Vers 2 an. Er spricht hier mit seinem Namen Paulus. Er hieß aber gar nicht Paulus, er hieß Saulus. Das war ein schöner Name: Saul, der erste König Israels. Und er nennt sich Paulus. Wissen Sie, was das heißt? Kleiner Wicht. Paulus, der Kleine. Der Knirps war ganz wichtig. Ich bin der Kleine.
Er hat nie aus seinem Leben das Große gemacht. Es war immer eine ganz große Bescheidenheit beim Paulus: Ich, der Allergeringste. Aber wenn er aufgetreten ist: Ich habe das Wort der Wahrheit zu verkünden. Er hat nie aus seiner Erscheinung viel gemacht. Er hat sicher auch darunter gelitten, dass er sehr klein war. Er war krankheitsmäßig offenbar gezeichnet. Seine Feinde sagten, er hätte keine eindrucksvolle Gestalt. Und er hat das ganz von vornherein gesagt: Ich bin ein Kleiner. Aber einer, den Christus mächtig macht. Darum war die Kraft Christi in seinem Leben so groß.
Vielleicht stehen wir in Gefahr, unsere äußeren Gaben zu überschätzen. Weil ich so schön bin oder weil ich so klug bin oder weil ich so begabt bin, ist das gar nicht die entscheidende Kraft. Für Paulus war es der Kleine, ich, Paulus der Kleine, der Wicht. Da denken wir gar nicht dran, wenn das so kommt. Und beobachten Sie mal in seinen Briefen, in seinen Briefen. Mein Bruder hat mal ein schönes Büchlein geschrieben, das steht vielleicht bei Ihnen im Bücherschrank und lässt sich erstaunlich gut lesen: Paulus der Kleine. Und wo er das ganz ausführlich mal darlegt, auf vielen Seiten, wie das beim Paulus ein Stück seiner Verkündigung war. Er wollte gar keine Schau nach außen abziehen und sagte: Ich bin ganz bewusst, wenn ich komme, bloß mit dem Wort da, mit dem, was ich predige. Ich will nur die Stimme sein, wie einst der Johannes, der das sagt. Aber das, was ich sage, das ist wahr.
Apostel heißt: Er ist ein Gesandter. Und dann stellt er das Christus vor, des Messias Jesus. Es war ihm als Juden immer wichtig: Das ist der Verheißene, der hat mich gesandt, ich bin durch den Willen Gottes da. Das ist bei uns allen eine merkwürdige Unsicherheit: Was soll ich? Wissen Sie, dass das nicht in ihr Belieben gesetzt ist. Ich weiß nicht, ob ich es am Himmelfahrtstag fertigbringe in der Predigt zu Apostelgeschichte 1, wo ich predigen will, dass Jesus seine Jünger sendet mit dem Evangelisationsauftrag. Das ist nicht bloß ins Belieben der Gemeinde gesetzt. Die Gemeinde hat mit allem, was sie ist, die Aufgabe, das Evangelium weiterzutragen.
Und ich will es dann sagen, wenn einige bei uns auch erzählen werden vom medizinischen Dienst und von der Landwirtschaft, aber über dem sollen sie das Evangelium predigen. Das ist der Sinn der Gemeinde Jesu. Wir sind in Familien hineingestellt, aber das wollen wir als Evangelium predigen, weil das über unsere Lippen kommen muss. Und nicht bloß, dass wir sagen, ein paar machen das, sondern es gibt bloß viele, die es nicht begriffen haben, dass Jesus keinen Jünger ohne diesen Auftrag lässt: Ihr sollt meine Zeugen sein.
Und das ist die Würde einer Gemeinde, dass sie diese Leuchtkraft hat in einer dunklen Welt. Und wenn Sie es einmal beobachten, dann wird immer nur das übrig bleiben von einer Gemeinde, was sie evangelisiert. Es beschwert einen immer wieder, wenn man mit den koptischen oder orthodoxen Kirchen zusammenkommt, wo man sagt: Außer Weihrauch ist nicht viel drin. Oder aus den popenherrlichen, wenn man in Jerusalem da immer wieder diese finsteren Kirchenfürsten da sieht, die da ums heilige Grab herum marschieren, wo man sagt: Was ist das für eine merkwürdige tote Kirchlichkeit. Es ist würdevoll wie aus dem Museum. So mag Kirche in unserer Welt manchmal existieren.
Und dann erlebt man auf einmal: Da sind zwei oder drei und sitzen unter einem Baum, junge Christen, und lesen die Bibel. Mir geht immer das Herz auf. Irgendwo im Bus sieht man jemanden auf einem Fährschiff, der Traktate verteilt und sagt: Das ist doch die Herrlichkeit der Gemeinde. Das sind welche, die erfüllt sind von der Kraft Jesu. Da braucht es kein Kirchengebäude, da braucht es gar keine große Aktion. So lebt die Gemeinde Jesu durch die Jahrhunderte. Und wo sie das evangelistische Zeugnis nicht mehr gehabt hat, ist sie abgestorben, war sie schwach und ohnmächtig und hat keine Bedeutung mehr gehabt.
Und das müssen Menschen merken, die in unser Haus kommen, in unsere Versammlungen reinkommen. Das muss gar nicht viel sein. Beim CVJM in Berlin war es früher so, beim Eberhard von Rotkirch, diesem Forstmeister, der ein Kriegsversehrter war. Da sind die jungen Leute von der Straße gekommen, der Eberhard von Rotkirch hat sich neben sie hingestellt und hat sie angelacht, und nach zehn Minuten waren sie in einem seelsorgerlichen Gespräch über Jesus. Da hat die Gabi gehabt, mit Menschen einfach so reden. Oder war er ganz anders erfüllt von Christus als wir. Wir reden vielleicht über alle möglichen Themen, und das ist letztlich auch nur bedeutsam.
Ich bin auf meiner Reise einem ganz erfolgreichen Glaubtrotter begegnet und hörte dann: Ein Mann mit viel Geld, und hörte dann, dass er drei Tage später in einer Stuttgarter Klinik zu einer schwierigen, fast tödlichen Operation muss. Ich besuchte sie. Ich war dort, war so ergriffen. Ein Mensch, ich wusste gar nicht, vielleicht schon muslimisch geworden, so wie die erfolgreichen Europäer da sind. Und plötzlich gemerkt: Das Evangelium muss sich da einem Menschen sagen. Wissen wir das noch? Da liegt irgendwo in der Klinik so ein heimatloser Mensch, und da hat man alles im Leben erreicht, und plötzlich ist man doch nichts. Und wenn sie an der Börse in einer Nacht zweihunderttausend Mark verdienen, es ist nichts, wenn sie die Ewigkeit verspielen.
Und das müssen wir Menschen immer wieder sagen und sagen: Leute, wir haben euch was mitzuteilen. Da brennt uns in Liebe und Freundlichkeit. Wir wollen sie nicht in die Kirche einladen, und wir wollen sie nicht zu irgendwas machen, unsere Taufe überreden oder zum neuen Stil oder zur neuen Musik oder irgendwas. Da können wir verschieden bleiben, wie sie wollen. Wir haben auch keine politischen Ansichten, die uns drängen. Wir wollen Menschen das mitteilen, dass Jesus ihr Leben erneuert. Und das war dem Paulus seine Mission.
Er nennt die Christen Heilige. Es waren alles fehlsehme Leute, Leute, die in Spannungen leben, aber Leute, die geheiligt sind, im Blute Jesu gereinigt. Und das ist das Schöne in der Gemeinde, wenn sie sich herumgucken, sagen Sie: Was sind das für Leute hier? Sind das für Leute, die sich hier heute Abend versammeln? Menschen, in denen Jesus überwältigend seine Vergebung sichtbar gemacht hat. Hoffentlich hat das jeder von Ihnen erlebt: Leute, die gebrochen haben mit der Sünde und in der Sehnsucht haben, Gott zu dienen. Das muss man spüren. Es ist eine Gemeinschaft, die nimmer im Dreck patschen will, die nimmer zurückfallen will ins alte Wesen.
Geheiligte, die sind nicht fehlerlos. Die haben natürlich auch noch ihre komische Art an sich, aber Menschen, die täglich die Vergebung Jesu brauchen, gläubige Brüder, die sich an Jesus Christus festhalten. Hilflose Leute, aber die Jesus brauchen. Und die das immer wieder sagen: Ja, an mir und meinem Leben ist nicht viel dran, aber Christus hat mir was geschenkt, und der erfüllt mein Herz.
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, das sind keine leeren Worte. Er wünscht das ihnen, dass die Güte und Vergebung Gottes sie erfülle. Ich bin doch ein Kind Gottes, angenommen von ihm. Er möge dich erfüllen, und der Friede, der dich bewahrt.
Es war wieder bei verschiedenen Begegnungen so, dass mir diesmal auch viele unserer Mitarbeiter sehr viel erzählt haben von den schweren Attacken des Teufels. Ich war eigentlich belastet darüber, wie viele unserer Mitarbeiter in Schwermut gefangen sind. Ich war auch bedrückt davon, wie viele richtig erlebt haben, dass man gerade meint, es ist, wie wenn der Teufel leibhaft einem gegenübertritt, mit körperlichen Schlägen, mit Krankheit, mit Streit, mit Spannungen.
Wissen Sie, wenn man dann hört, dass in der Kirche, wo einer dienen will, die höchsten Mitarbeiter mit Schande entlassen werden müssen, weil die Gelder veruntreut sind, dann ist der Teufel so wütend da mittendrin. Und das ist ja wirklich nur unsere Welt. Wir stehen im Kampfe Tag und Nacht, und da soll der Friede Gottes uns beschützen.
Und ich habe jedem unserer Mitarbeiter ins Herz gelegt: Geht morgens nicht aus dem Bett raus, bevor ihr gebetet habt. Herr, sei du mein Schutz, bewahre du mich. Der Friede Gottes, der höre es als alle von uns, bewahre meine Herzen und Sinne in Christus. Ich kann mich nicht bewahren, wenn der Teufel mich versuchen will, sondern ich brauche den Schutz des Blutes Jesu. Und das ist auch bei uns so. Es ist in unserer Zeit sicher so, dass viele den Glauben verlieren und auch von ihrem Glauben abfallen.
Darum sei der Friede Gottes mit uns, dass der Feind, der böse Feind, keine Macht an uns finde. Und beten Sie doch die schönen Gebete Luthers, Morgensägen oder die Luthers Abendsägen, und dann die herrlichen Lieder, die Abendlieder, wo das immer wieder vom Schutz und dem Frieden Gottes so drinsteht. Ich wundere mich nicht, dass man oft schlecht schläft, sagt ich, ich habe so Ängste und so weiter. Nur Christus kann uns Frieden geben.
Das Wunder von Glaube und Gemeinde
Und jetzt beschreibt er das noch einmal: das Wunder, dass es eine Gemeinde gibt. Wir danken Gott, es ist ein Wunder, dass ein Mensch zum Glauben kommt. Es ist ein Wunder des Gebets. Gott hat das fertiggebracht. Sie können keinen einzigen bereden.
Wenn Sie sagen: „Kommen Sie mal mit in die Hofhacker Kirche“, dann sagt er noch einmal: Es war aber Stinkpfad, wenn nicht Gott in seinem Herzen ein Wunder schafft. Es liegt gar nicht an den Worten des Predigers, sondern Gott schafft Gemeinde. Da ist das passiert, dass ein Mensch zum Glauben kam. Da ist plötzlich ein Riegel weggenommen, die Tür geht auf, und einer kann verstehen, was Gott ihm sagt.
Wir danken Gott. Und dann das Wunderbare, dass Jesus wirkt. Da ist eine Liebesverbindung da mit Jesus. Es ist ja interessant: Wenn einer zum Glauben kommt, geht es gar nicht zuerst um die Gemeinde, sondern es geht immer zuerst um Jesus. Das verstehe ich auf einmal. Da wird er oft ganz lebendig.
Ich habe unsere Wilma Krützen gefragt: Ja, sag mal, wo bist du zum Glauben gekommen? Die ist ja bei uns dazugestoßen aus Aachen und hatte ihren Platz da schon im Sudan gesucht. Dann sagt sie: Ach, war ganz komisch. Ich hatte eine Freundin, die hat gesagt: Du musst nach Calvi mit ins Zentrum Neues Leben. Ich habe eigentlich gar keine Lust gehabt. Ich habe so Angst gehabt. Und als der erste Bibelvortrag war, habe ich also beschlossen, nicht hinzugehen, und habe mich gedrückt. Dann hat mich interessiert: Ich gehe jetzt auch nach Calvi.
Und sagt: In diesen Tagen ist was passiert, das war aufregend. Ich habe zum ersten Mal begriffen, was das Wort Gottes ist. Und ich bin Christ geworden. Meine ganze Familie versteht mich nicht. Und ich darf jetzt Gott da dienen im Sudan, und ich bin in einer Lebenserfüllung drin. Das versteht ein anderer Mensch gar nicht.
Und es geht doch immer wieder darum, dass es nicht darauf ankommt, ob man katholisch oder evangelisch ist, sondern dass es zu dieser Lebensbeziehung kommt. Ich freue mich immer, dass wir bei Hilfe Brüder Mitarbeiter haben, die ganz treu im Bibeltraining sind, aber natürlich nur der katholischen Kirche angehören. Und die Kirchensteuer hinzuzahlen, das ist mir egal. Ob sie an Christus gehören und in der Gemeinde, dort, wo gläubige Menschen sind, ihre Gemeinschaft haben, das ist wichtig.
Wenn man da oft aus Rücksicht für die Eltern oder so die Konfessionszugehörigkeit nicht weg ist, ist das doch egal. Das weiß doch kein Mensch, und erfährt man ja sowieso. Und bei denen, die sowieso überall wohnen, weiß ich ja überhaupt nicht, wo sie dazugehören. Das ist ganz unwichtig, sondern dass wir zu Christus gehören, das ist das Wichtigste.
Wenn einer Sie immer in eine Formation hineinzwingen will und sagt: Da muss ich jetzt hingehen, müssen Sie aufpassen. Sie müssen das suchen: lebendigen Glauben. Wo ist Christus mir nah? Wo ist sein Wort mir nah? Und wo habe ich den freien Blick? Und dann ist die Liebe zu den Gläubigen da. Das ist ein Zeichen: Wo Jesus lebt, da sucht man die anderen.
Ich freue mich auch, wie Sie das begreifen, wie das über alle Nationenschranken und Rassenschranken hinweggeht. Aber ich hoffe, dass Sie es auch in der nächsten Nähe praktizieren können, dass Sie sagen: Vielleicht hatte ich heute Abend so Kopfweh und wollte gar nicht mehr gehen, aber es ist so schön, wenn man sich grüßt und wenn man sich trifft. Vielleicht ist man mal zu müde und kann gar nicht zuhören bei der Bibelverkündigung. Dann ist die Liebe, die Gemeinschaft unter den Gläubigen, etwas, was einen aufrichtet: die Liebe zu allen Heiligen.
Und die Freude, dass uns einmal Jesus im Himmel ein neues Wesen gibt, die Hoffnung, die für uns bereitet ist. Die Gemeinde wächst, ja. Also ich habe da noch Stellen mehr auf. Schon brauchen wir jetzt gar nicht den 1. Johannesbrief 5,1 oder 1. Johannes 3,14, dass das das Kennzeichen ist: die Liebe zu den Schwestern und Brüdern, die man praktiziert. Dass es einmal Freude ist, auf andere zuzugehen, nachdem man selber zum Glauben gekommen ist.
Die Kraft des Wortes und die Mitte Christi
Und jetzt kommt das Zweite. Das Erste war das Wunder der Gemeinde, das Zweite ist die Kraft des Wortes Gottes, das Wort der Wahrheit, das Evangelium. Er spricht gar nicht von den Diensten der Gemeinde, er spricht nicht von den Organisationsformen, er spricht von Christus, von der Erkenntnis Christi. Das war ihm so wichtig. Und dann spricht er von dem Wort der Wahrheit, das ist das Kennzeichen.
Unser Vikar Bender ist heute schon von einem Stuttgarter Theologen darauf hingewiesen worden, man müsse in der Bibel unterscheiden zwischen dem Wort und den Wörtern. Es gäbe einen eigentlichen Inhalt und einen uneigentlichen Inhalt des Wortes. Da müssen wir sagen: Da sind wir ganz anderer Meinung. Das Wort ist das eine Wort, und es gibt nicht Wort und Wörter, sondern das Wort ist jedes Wort für uns unheimlich tief. Und Sie können in der Bibel lesen, wo Sie wollen, es haut einen um.
Und wenn Sie mal etwas nicht verstehen, lassen Sie es ruhig liegen. Aber das Wort ist immer das Wort der Wahrheit, das Feuer in unserem Gewissen brennt. Und wenn wir das nicht mehr wissen, dann verliert eine Gemeinde ihre Leuchtkraft. Ich kann Ihnen sagen, es ist ganz, ganz unwichtig. Ich würde jedem den Rat geben: Ganz, ganz unwichtig ist es, wenn man heute sagt, Belebung der Gemeinde, was muss man tun? Sei es, wie es sei, was er macht, ob er statt der Orgel nur mit der Ziehharmonika spielt. Frau Rieker kann das jetzt nicht gerade hören, sie soll gerade losgehen. Aber das ist ein Unterschied, musikalisch. Ich würde sagen: Wenn die geistliche Leuchtkraft des Wortes Gottes erklingt, dann kann ein Prediger alle Mängel und Fehler haben. Er kann unheimlich aussehen, wenn man sagt, man kann nicht mehr sein Gesicht angucken. Aber wenn er das Wort der Wahrheit sagt, dann wird die Gemeinde leben, und er wird Leben geben.
Und wenn Sie im Hauskreis das Wort der Wahrheit miteinander auslegen, dann wird der Hauskreis wachsen. Dann werden Menschen zum Glauben kommen, dann wird die Gemeinde da sein. Wird ein Jugendkreis leben? Das Wort der Wahrheit wird es sein. Ob man darüber diskutiert, ob das Wort der Bibel für uns Menschen noch Bedeutung hat oder ob man das heute umfrisieren müsste, und sich wundert, dass zum Schluss die Leute sagen: Wozu brauchen wir noch eine Kirche? Dass heute natürlich viele Menschen schon gar nicht mehr die Beziehung haben, das nicht zu verstehen, das in der Volkskirche, das soll uns auch nicht beunruhigen. Die haben ja das Wort gar nicht kennengelernt.
Aber da bin ich überzeugt, dass das Wort der Wahrheit die einzige Kraft der Gemeinde ist, die sie baut, die sie zusammenhält und die sie für das Wort führt. Gucken Sie doch bloß mal in die Geschichte hinein, und Sie können das bei den Waldensern sehen, bei den Hugenotten, das war Wyclif in England, die iroschottischen Mönche, die unser Land missioniert haben. Die haben nichts gehabt als ihre Kutte und das Wort der Wahrheit. Und unsere Vorfahren haben Jesus gefunden. Wir haben ja diesen Unbekannten namenlos noch gar nicht genau. Der Bonifaz, der hat uns bloß nach Rom angeschlossen, der war nicht der Evangelisierer Deutschlands, sondern die iroschottischen Mönche. Und schon in den alten römischen Kastells, wo man die Spuren des christlichen Glaubens in den Ausgrabungen heute findet, oder dann die Reformation, der Luther, der nur die Predigt hatte und die Bibel übersetzt hatte.
Und Sie können es doch heute wieder sehen. Wir erzählen es Ihnen: Dort im Sudan, die Leute haben nichts, und die Häuser sind niedergebrannt und alles, und er steht barfuß im Lehmatsch und sagt: Das Schlimmste ist, unsere Prediger haben keine Bibel. Das würden wir gar nicht merken in vielen Gottesdiensten. Ich war vor Jahren ja schockiert, als wir in Pellwormow an der Freizeit waren, und da hat irgendein Pfarrer tolle Predigtkarten, aber da ist nicht einmal ein Bibelwort drin. Warum wir mal einen Text mehr verlesen? Das geht doch nicht ohne Textverlesung. Viele lesen den Text und predigen dann über etwas ganz anderes. Nicht mal das hat er mehr gemacht. Verstehen Sie, das ist noch die Kraft.
Und jetzt denken Sie doch daran, wenn Sie einen Krankenbesuch machen. Sie sagen: Ich möchte dem Mann oder der Frau ein Wort sagen. Ich möchte es einfach, was mir wichtig ist, so wie wir beim Abendmahl ein anderes Wort sagen, das Wort der Wahrheit. Ich möchte das Wort so wieder lesen, dass es mein Leben umgestaltet, dass ich von diesem Wort gerichtet bin. Das Wort der Wahrheit und das Wort der Wahrheit, das schafft Frucht, das überwältigt uns. Am Wort können Sie nur lernen.
Liebe Ingrid, wir müssten mal wieder von Manfred Hauschmann dieses herrliche Gebet vom Wort Gottes fotokopieren. Das müssen wir uns nächstes Mal vornehmen, hundert, zweihundert Kopien, dass wir das Wort Gottes nicht so ein Bußgebet mehr. Er hat hier am Gottesdienst mal am Rogatesonntag mit uns gebetet. Als ich es neulich auf der Kassette, wie wir von Dresden nach Hause gefahren sind, gehört habe, war er wieder so ergriffen, wo wir hätten stehen sollen, dass wir da gewichen sind und wir das so in dichterischer Vollkommenheit darstellen, wie das Wort Gottes das einzige ist, was unserem Glauben Kraft und Inhalt gibt. Und dass er so herrlich formuliert, dass man immer auch so etwas in seine Bibel hineinlegen muss.
Immer wieder werde ich vom Wort Gottes zurechtgewiesen, durch das Wort Gottes getröstet, durch das Wort Gottes aufgerichtet. Meine Gedanken, die bleiben irgendwo im Zweifeln, das ist das Wort. Und was hat das bei Ihnen schon bedeutet? Irgendwo ein Wort: Fürchte ich nicht, ich habe dich erlöst. Oder: Kommt her zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen. Befiehl dem Herrn deine Wege. Ein Wort! Und eine solche Kraft, und plötzlich kann man wieder durchatmen. Die Gemeinde, die sich am Wort freut, jetzt helfen Sie doch mit, dass das nicht sonntags eine langweilige Geschichte ist, so würde die Konfirmanden sagen, wir stoppen es auf der Uhr, wenn endlich das Amen in der Predigt kommt. Da soll doch das Wort zugesprochen sein. Und so für die Menschen, da soll nicht übers Wort gesprochen sein, das Wort noch mal erklingen als ein Zuspruch, als ein Unterstreichen, als ein Bezeugen.
Ein Überwältigtwerden vom Wort, das ist ja das, was der Hebräerbrief in Kapitel 11 sagt: Der Glaube ist ein Überwältigtwerden von der unsichtbaren Wirklichkeit. So ist er an, der Glaube ist ein Überwältigtwerden vom Wort. Und so ist mir es gegangen, wie ich den Kolosserbrief las, in einem Stück in so einer Morgenandacht. Und noch einmal habe ich gemerkt: Christus ist ein und alles in deinem Leben. Er will der Schlussstein und der Anfang sein, er will die Kraft sein, und da, wo du nicht mehr weiter kannst, er will schon vorher alles sein. Lass alles einfach in seine Hand fallen, er ist die Mitte, und sein Wort treibt dich. So habt ihr es gelernt.
Und so wächst das Wort in aller Welt. Guckt doch euch um, wo es noch wächst. Venezuela war, da hat der Leiter der Bibelgesellschaft gesagt: Könnt ihr uns nicht helfen, wir wollen auf dem Orinoco ein Bibelboot haben, überall fragen sie nach Bibeln, und im Orinoco-Fluss, da kommt man gar nicht hin, da ist lauter Sumpf. Das ist eine Aufgabe für Hilfsbrüder, wenn man da mithelfen darf, dass das Wort wächst, wenn wir es hören in den Indianerstämmen. Und wo das Wort wächst, da werden plötzlich kaputte Ehen heil, da werden Alkoholiker frei, da wird plötzlich die Macht des Teufels besiegt. Das ist praktisch ein Nebenprodukt, die Folge. Da freuen wir uns noch wieder damit, aber unser Ziel ist, das Wort auszubreiten.
So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi ist. Es ist schön, wenn man sagen kann: Wir sind Diener Christi. Wir sind nicht Leute, die sich selber dienen und die ihrer Lust versklavt sind, sondern die Christus dienen und sich von ihm senden lassen.
Und jetzt noch, vielleicht hören wir einfach, und auch das kann man noch anschließen: wachsen, wachsen in die Tiefe. Wo sollen wir wachsen? In der Christuserkenntnis, immer mehr von Christus erkennen, das ist das Wachsen. Nicht Geheimlehren studieren, brauchen wir gar nicht mehr, sondern immer mehr begreifen, was wir mit unserem Leben für Christus heute werden. Sensibel werden, sagen wir heute, für den Willen Christi.
Ja, wie kriege ich den Willen? Christus sagt es raus. Manche haben so einen Trick, dass sie auf die Losung achten: heute so eine traurige Losung, da soll er vielleicht das nicht machen oder so. Ich halte nichts von Aberglauben, auch nichts von Aberglauben, dass im Losungsbüchlein sich entlangkommt. Auch heute steht so eine traurige Losung drin, vielleicht stirbt jemand meiner Lieben. Es gibt so Leute, die sind abergläubisch mit der Losung. Ich glaube nicht, dass man den Willen Gottes an der Losung erkennt. Ich halte auch nichts vom Däumeln in der Bibel. Manche machen so blöde Bräuche.
Aber was ich für wichtig halte, ist, dass wir geistlich sensibel werden, dass ich bete: Herr, du musst mir immer mehr Empfindsamkeit schenken, dass ich einfach weiß, das passt nicht zu dir. So wie Kinder wissen, was die Eltern wollen, dass wir einfühlsam werden in den Willen Gottes und immer mehr Erkenntnis haben in der geistlichen Weisheit, dass wir klug werden und sagen: Das steht doch nicht gut an, das kann man nicht. Dass er dem Herrn würdig lebt, dass wir dem Herrn zur Freude leben, ihm in allen Stücken gefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend in der Erkenntnis Gottes. Darf man als Christ noch und soll man noch wissen, ob das für ihr Leben gut ist? Und dann wird eine ganz andere Lebenseinstellung auf einmal kommen.
Und dann werden wir gestärkt mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu Geduld und Langmut. Das soll uns auszeichnen: Geduld und Langmut, liebe Geduld, Langmut. Bewundere immer wieder die Geduld des Paulus, wie er dann seine langen Krankheitsperioden, die Haftzeiten ertragen hat und auch voller Freude wacht. Glaubensmut, den langen Atem. Langmut ist ein herrliches Wort, ein weites Herz hat er gehabt. Ich habe viele solcher reifen Christen erlebt, die wirklich durch Christus umgestaltet wurden, und das kann man direkt beobachten, wenn einer zum Glauben kommt.
Sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht. Ich darf jetzt schon auf die Ewigkeit Gottes hinleben. Und wir sind schon herausgezogen aus dem Machtbereich, aus der Obrigkeit der Finsternis, aus dem Machtbereich der Finsternis. Und wir sind heute nicht mehr den dunklen Gewalten in unserem Leben unterworfen, sondern sind heute schon in den Kraftbereich Jesu hineinversetzt. Und er hat uns herausgeholt, freigemacht, die Vergebung der Sünden. Das Bekenntnis und Aussprechen: Herr, es war nicht richtig, so wie es der verlorene Sohn tut, das ist der erste Schritt, mit der Sünde zu brechen.
Und darum geht es. Wir haben einen anderen Stil als Billy Graham. Es ist sicher ein Fehler. Der macht es super, dass er sie rausruft und sagt: So, jetzt wollte oder wollte er nicht. Es wäre eigentlich gut, dass man irgendwo wissen muss: Ich muss in meinem Leben auch sagen, das war töricht von mir, und ich will es nimmer tun, es war Sünde, Herr, es tut mir leid. Und aus diesem Bekenntnis geschieht eine ganz große Befreiung, Sie werden das auch einmal merken.
Es belastet uns ja heute immer wieder so, wenn in Kirchen so viel gesagt wird, wir müssen doch Verständnis haben für Menschen, die vielleicht eine sehr schwere Prägung haben in ihren geschlechtlichen Veranlagungen und vielleicht anders programmiert sind in ihrer Genstruktur. Wir sagen, wir haben ja auch oft erlebt und wie oft, dass Menschen, die in allen Dingen gefangen waren, aber vor Gott ist eben nicht recht und nicht seiner Schöpfungsordnung recht, und die Befreiung erlebt haben, da wo ich es auch als Sünde weglege. Nicht, dass mich das irgendwo verurteilen soll, sondern es soll mir ja gerade helfen, die Herrlichkeit der Gottesschöpfung wiederzusehen.
Ich kann natürlich, wenn ich die Gerichtsverhandlungen studiere, jeden Menschen verstehen. Da tut mir auch ein Massenmörder leid, der so und so viele Kinder umgebracht hat. Da läuft ja auch in seinem Psychischen irgendeine Querentwicklung ab. Aber ich weiß, dass Jesus gekommen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören, und ich will jedem Menschen zusprechen: Wo ich Sünde erkenne und bekenne und bereue, geschieht etwas Neues. Und da gibt es eine Neuformung eines Charakters. Und da gibt es das, dass Menschen, die früher Schlägertypen waren, plötzlich zu holdseligen Menschen werden, entgegen ihrer ganzen Charakterveranlagung. Und da geschieht etwas durch die Erlösung, durch die Vergebung. Das ist nicht etwas, was so mit dem Mund passiert, sondern das ergreift die ganze Macht des Bösen an der Wurzel und schenkt Erlösung.
So, da wollen wir aufhören. Es war heute eine ganze Menge, aber ich hoffe, dass es Sie auch hineingeführt hat in die Freude des Kolosserbriefs. Jetzt sehen wir noch Jesus leben.

