Serie•Teil 25 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein nächtlicher Plan mit Folgen
Wir schreiben das Jahr achtzehnhundertneunundneunzig. Es ist Samstagabend, und zufällig treffen sich in einer Stadt, Denver, Colorado, oder Colorado, keine Ahnung, also in Denver zumindest, an einem Samstagabend vier Reporter. Sie heißen Al Stephens, Jack Turney, John Lewis und Hal Wilshire. Sie arbeiten für vier verschiedene Zeitungen in der Stadt: für The Post, die Times, den Republican und die Rocky Mountain News.
Alle vier treffen sich am Bahnhof und haben dieselbe wenig beneidenswerte Aufgabe zu erfüllen. Sie müssen nämlich für die Sonntagsausgabe ihrer jeweiligen Zeitung noch einen richtig fetzigen Aufmacher finden. Und keiner hat eine rechte Idee. Also gehen alle vier zum Bahnhof und hoffen, dass mit irgendeinem Zug irgendeine berühmte Persönlichkeit ankommt, die man dann schnell noch interviewen und daraus einen Artikel stricken kann. Aber es kommt keiner.
Und so ziehen die vier sich zurück in eine Bar und überlegen, was sie denn tun können. Und einer, Al Stephens, schlägt vor, man könne doch einfach eine Geschichte erfinden. Die anderen drei lachen erst darüber, aber es dauert nicht lange, bis einer nach dem anderen zustimmt. Und sie beschließen, mit einer faustdicken Lüge am nächsten Tag in den Zeitungen herauszukommen. Dabei sollte dieses Ding so dick sein, dass es sich gut verkauft und ihnen am besten auch noch die Gratulation ihrer jeweiligen Verleger einbringt.
Was schreibt man, wenn man für die Sonntagsausgabe einer Zeitung einen Artikel fälschen will? Okay, man kann nichts nehmen, was in der Nähe passiert, weil das viel zu schnell zu durchschauen gewesen wäre. Und so einigt man sich auf einen Ort, der ein bisschen weiter weg liegt: auf China.
Und einer schlägt vor: Wie wäre es damit, wir berufen uns auf die Information, durch in China tätige amerikanische Ingenieure, sie hätten ein Angebot zu einem Riesenauftrag erhalten. Die chinesische Regierung plant, die chinesische Mauer niederzureißen. Einer von ihnen ist sich nicht ganz sicher, ob diese Story nicht ein bisschen zu dick aufgetragen sei.
Aber am Ende einigt man sich darauf, genau das zu schreiben. Und die Begründung, mit der man das den Lesern ein bisschen wohlgefällig machen will, ist die, das Ganze sei ein Zeichen des internationalen Wohlwollens, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Es ist ein Zeichen für die Öffnung Chinas.
Und um 23.00 Uhr hatten die vier Journalisten alle Einzelheiten ausgearbeitet. Und am nächsten Tag brachten alle vier Zeitungen in Denver ihren Bericht auf der Titelseite. Die Überschrift der Times lautete: Abriss der chinesischen Mauer beschlossen. Peking sucht den Welthandel.
Natürlich war die Geschichte ein lächerliches Märchen, erfunden in einer Hotelbar. Aber sie wurde erstaunlicherweise ernst genommen, und kurz darauf kam die gleiche Nachricht in den Zeitungen der Ostküste und danach im Ausland.
Als die Chinesen davon hörten, dass die Amerikaner Leute schicken würden, um die chinesische Mauer niederzureißen, reagierten sie empört, einige wütend. Besonders verärgert über jede Art von ausländischer Intervention waren Mitglieder eines Geheimbundes, der aus chinesischen Nationalisten, also sehr treuen, sehr festen Chinesen, bestand. Diese Leute griffen zu den Waffen, sie griffen die ausländischen Botschaften an in Peking. Sie ermordeten Hunderte von ausländischen Missionaren.
In den nächsten zwölf Monaten schlossen die Alliierten eine Armee aus zwölftausend Mann zusammen, marschierten in China ein, um ihre Landsleute zu beschützen. Und das damit verbundene unvermeidliche Blutvergießen, ausgelöst durch einen journalistischen Ulk, ist in die Geschichte eingegangen als der sogenannte Boxeraufstand.
Wahrheit als geistliches Grundprinzip
Wenn ich euch diese Geschichte heute Morgen erzähle, dann geht es mir darum, ein ganz einfaches Prinzip, wirklich ein ganz simples Prinzip, deutlich zu machen: dass Unaufrichtigkeit und Lüge in unserer Welt ein ganz schlimmes Übel sind. Unaufrichtigkeit und Lüge sind in unserer Welt ganz schlimme Übel. Und heute Morgen soll es darum gehen, dass sich Christen daran nicht beteiligen sollen.
Oder anders ausgedrückt, und das finden wir in Matthäus 5,37: Der Herr Jesus fordert uns auf, wenn wir reden: Matthäus 5,37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein. Was aber mehr als dieses ist, das ist vom Bösen.
Das heißt, um es ganz einfach auf einen Nenner zu bringen: Unser Herr erwartet von uns nichts weniger, als dass wir, wenn wir ja sagen, tatsächlich auch ja meinen, und dass wir, wenn wir nein sagen, tatsächlich auch nein meinen. Jede Form von Bekräftigung darüber hinaus – wir werden heute noch über das Schwören reden – alles, was ich noch zusätzlich sagen müsste, um mein Wort zu bekräftigen, um zu sagen: Ja, das stimmt, was ich sage, sollte für Christen total unnötig sein.
Wir sollten tatsächlich Menschen sein, die sich dadurch auszeichnen, dass sie absolut vertrauenswürdig sind, in jeder Situation die Wahrheit sagen und niemals Lügen verbreiten.
Jeder von euch, der Kinder hat oder in einem Block mit Kindern wohnt, kennt Folgendes: Da gibt es ein Spiel. Der eine verspricht dem anderen etwas. Also das geht dann so: Kommst du heute Nachmittag raus? Ja. Versprichst du es mir? Ja, ich schwöre. Dann nimmt er den Mittel- und den Zeigefinger, kreuzt sie, hält sie hinterm Rücken und sagt: Ich schwöre.
Was will er damit zum Ausdruck bringen? Das heißt, nach außen hin tut er so, als würde er das ernst meinen. Aber weil er ja dieses geheime Zeichen hat, die überkreuzten Mittel- und Zeigefinger, und er weiß: Wann immer ich Mittel- und Zeigefinger überkreuze, kann ich sagen: Ich schwöre, und es gilt nicht.
Das sind Kinder. Kinder, die etwas verstanden haben davon, dass Sprache im Allgemeinen nicht vertrauenswürdig ist, dass Menschen einander belügen und dass man, wenn man auf die Frage „Kommst du wirklich um vier raus?“ antwortet, immer sagen muss: Ich schwöre. Aber weil man das jetzt eigentlich gar nicht sagen möchte und weil man vielleicht auch gar nicht um vier rauskommen will, baut man gleich noch eine Hintertür mit ein, wie man genau diesen Schwur ungültig macht. Ich schwöre!
Das sind Kinder. Jesus verlangt, dass wir als seine Nachfolger uns nicht in dieser Weise kindisch verhalten. Das ist also so: Wenn wir etwas sagen, gibt es keine Tricks, mit denen wir das, was wir sagen, im Nachhinein noch ungültig oder anders machen können. Es gibt keine Tricks, um die Wahrheit in unserer Rede zu umgehen.
Und da, wo wir Menschen sind, die solche Tricks anwenden, egal welche, sind wir auf der Seite des Teufels. Das, was wir tun, ist, wie es hier heißt, vom Bösen. Es kommt nicht von Gott, und wir sind auf der falschen Seite gelandet.
Also, das wird meine Kernbotschaft heute sein: Du sollst nur die Wahrheit reden.
Der biblische Hintergrund des Schwörens
Kommen wir aber zum eigentlichen Text. Denn ihr wisst: Wir sind in der Bergpredigt und nicht in Vers 37, sondern eigentlich davor. Und ich möchte Matthäus 5,33 lesen, damit wir diese Aussage „Euer Wort sei: Ja, ja; nein, nein. Was aber mehr als dieses ist, ist vom Bösen“ in den größeren Kontext einordnen. Deshalb fangen wir an mit Matthäus 5,33:
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen.
Wie auch in den anderen Beispielen nimmt der Herr Jesus hier die vorherrschende Lehre seiner Zeit und gibt sie in ganz kurzen Worten wieder. Das, was er hier sagt: „Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen“, findet sich im Alten Testament nicht an einer Stelle genau so, sondern an verschiedenen Stellen. Wenn ihr das zu Hause nachlesen wollt, sind 3. Mose 19,12 oder 5. Mose 23,22 gute Einstiegsstellen dafür.
Wie war das im Alten Testament mit dem Schwören, und wie ist es dann im Neuen Testament mit dem Schwören ganz generell? Im Alten Testament war der Schwur, wobei ich jetzt die Begriffe Eid, Schwur und Gelübde fast gleich verwende, weil es da in der Bibel, soweit ich sehen kann, keinen Unterschied gibt. Die Begriffe Eid, Schwur und Gelübde sind im Wesentlichen identisch.
Wie war das im Alten Testament, wenn jemand geschworen hat? Ich möchte euch drei wesentliche Anwendungen vorstellen, bevor ich dann unseren neutestamentlichen Text genauer anschaue. In welchen drei Bereichen hat man eigentlich im Alten Testament einen Schwur verwendet?
Das Erste, wofür geschworen wurde oder geschworen werden sollte, war vor Gericht. Im Alten Testament war es so, dass die Zeugen und auch die Angeklagten in einem Gerichtsverfahren vom zuständigen Richter unter Eid gestellt wurden. Wir finden das noch ein wenig bei der Verhandlung Jesu, wo der Hohepriester sagt: „Ich beschwöre dich“ und damit Jesus unter Eid stellt und ihn zwingt, alles, was danach ist, wirklich als Schwur oder unter einem Schwur beeidigt auszusagen.
Eine andere Situation: Stell dir vor, jemand hat dir etwas geliehen, nehmen wir einmal an seine Kuh. Und du hast also die Kuh des anderen im Garten, und du passt schön darauf auf. Du weißt, irgendwann will der andere sie zurückhaben. Und eines Morgens machst du die Rollläden hoch und schaust raus, und die Kuh ist weg. Die Situation ist tatsächlich so ähnlich im Alten Testament geschildert. Und du sagst: Oh, was soll ich jetzt machen? Ich habe sie nicht geklaut, ich habe auch niemandem gesagt, er soll sie klauen, aber die Kuh ist weg.
Und jetzt kommt derjenige, dem die Kuh gehört, und er sagt: Ich hätte gerne meine Kuh wieder. Und du sagst: Ja, ich würde sie dir gern geben, ich habe nur ein Problem, sie ist weggelaufen. Ich weiß nicht, wo ich sie finden kann. Für solche Fälle, wo etwas Anvertrautes wegkam und ich nicht mehr wusste, wo es ist, sollten die beiden Parteien vor Gott treten. Und derjenige, dem die Kuh weggelaufen war, der sollte sich hinstellen und sagen: Ich schwöre beim Herrn, dass ich nichts damit zu tun habe, dass ich sie nicht weggenommen habe, nicht geklaut habe und auch nicht für den Diebstahl irgendwie verantwortlich bin. Dafür war dieser Schwur extra vorgesehen.
Das heißt: Im Gericht spielt der Eid oder der Schwur eine besondere Rolle, weil natürlich klar ist, dass an der Stelle definitiv die Wahrheit gesagt werden muss. Entsprechend war es auch so, dass Meineide im Alten Testament ganz streng verboten sind. In den Zehn Geboten heißt es nicht umsonst: Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen. Wir legen das ganz schnell in Richtung Lügen aus: Du sollst nicht lügen. Aber erst einmal ist der engste Kontext dieser Stelle: Wenn du im Gericht ein Zeuge bist, dann sag die Wahrheit.
Und die Strafe für Meineidige war enorm hoch. Wisst ihr, was jemand bekommen hat, der einen Meineid geleistet hat? Eine ganz einfache Regel, ich finde sie genial: Wer einen Meineid leistet, also als falscher Zeuge ausgesagt hat, der musste die Strafe tragen, die der zu Unrecht Beschuldigte zu tragen gehabt hätte. War das zu kompliziert? Machen wir es einfach: Die falschen Zeugen in der Anklage gegen Jesus hätten, weil das Todesurteil verlangt war, am Kreuz sterben müssen für ihren Meineid. Und das ist schon ganz schön grob.
So sieht Gottes Maßstab aus: Wenn geschworen wird und dann jemand lügt, dann ist das keine Bagatelle.
Der zweite Punkt im Alten Testament, wo Schwüre immer wieder auftauchen, ist im großen Kontext der Gelübde. Jemand tritt vor Gott und gibt ein Gelübde ab, also eine Verpflichtung. Wer im Alten Testament schon gelesen hat, kennt das Nasiräer-Gelübde. Das sind Reinigungsvorschriften, bei denen jemand sagt: Ja, die will ich einhalten, und ich will jetzt eine Weile ganz besonders für Gott da sein.
Auch an dieser Stelle finden wir im Alten Testament nachdrücklich, dass wer so etwas tut, wirklich vorsichtig mit seinen Worten sein muss. Denn wenn er sich erst einmal Gott gegenüber versprochen hat, dann hat er das auch einzuhalten. Im Buch Prediger, Kapitel 5, heißt es in Vers 3: Wenn du Gott ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu erfüllen; denn er hat kein Gefallen an den Toren. Was du gelobst, erfülle. Besser ist es, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erfüllst.
Wird das verstanden? Besser, dass du deinen Mund Gott gegenüber hältst und sagst: Ich tue es nicht, als dass du dich hinstellst und sagst: Logisch, vor dir, Herr, und drei Tage später hast du es schon wieder vergessen. Dann wird Gott so ein bisschen dumm angeschaut. Lass das lieber sein, halt den Mund, halt dich zurück. Bevor du vor Gott schwörst und ihm ein Gelübde ablegst: Vorsicht!
Der dritte Bereich, wo es uns dann vielleicht im Alten Testament in verschiedenen Geschichten immer wieder auffällt, ist der Eid oder der Schwur, der verwendet wird, um bestimmte Aussagen zu bekräftigen. Um einfach deutlich zu machen: Das, was jetzt hier gesagt wird, ist von besonderer Wichtigkeit. Das will ich unbedingt, dass du das so auch verstehst und dass du da auch nicht denkst, ich würde irgendetwas anderes meinen. Das ist wirklich genau das, was ich meine.
In diesem Sinn wird auch im Hebräerbrief, und den möchte ich, dass wir gemeinsam lesen, Hebräer 6,16 eine Definition gegeben, was das denn ist, ein Eid, ein Schwur. Hebräer 6 ist, wie gesagt, die allgemeinste Verwendung von Schwur oder vom Schwören in der Bibel und eben auch im täglichen Leben. Hebräer 6,16: Da heißt es, dass die Menschen bei einem Größeren schwören. Also: Ich wende mich an Gott und ich sage, im Namen Gottes soll das so und so sein. Ich ziehe quasi Gott mit hinein in diese Beziehung, diese Aussage, die ich zu einem anderen treffe, und sage: Gott ist mein Zeuge. Vor Gott ist es genau so. Denn Menschen schwören bei einem Größeren, und der Eid ist ihnen zur Bestätigung ein Ende allen Widerspruchs.
Ich verwende einen Eid oder einen Schwur, um dem anderen deutlich zu machen: Das, was ich sage, ist genau das, was ich meine. Ich unterstreiche die Glaubwürdigkeit einer besonders wichtigen Aussage, und ich rufe Gott zum Zeugen an. Ich sage damit: Wenn ich jetzt tatsächlich die Unwahrheit sagen sollte, dann soll Gott mich dafür strafen.
Und in der Form, wie ich es jetzt vorgestellt habe, diese Bekräftigung durch einen Eid, finden wir Eid und Schwur im Alten Testament bei ganz vielen Personen. Abraham schwört mehrfach, der Knecht Abrahams schwört, Joseph in der Bibel schwört, Josua, Ruth, David und noch viele mehr. Alle verwenden den Schwur, um in bestimmten Situationen ihres Lebens, wo ihre Aussage von besonderer Wichtigkeit war oder wo sie etwas ganz Besonderes festmachen wollten, zu sagen: Ja, genau so ist es. Du brauchst es nicht mehr zu hinterfragen.
Das, was ich sage, ist absolut verbindlich, ein, wie es hier im Hebräerbrief heißt, Ende allen Widerspruchs. Du brauchst dir ja keinen Kopf mehr zu machen: Genau so ist es.
Gottes Schwur und die Sprache Jesu
Und lasst mich euch eine Situation konstruieren, damit ihr ein bisschen etwas von dem Ernst eines Schwurs mitbekommt. Die Situation ist total konstruiert.
Ute war lange Zeit meine Sekretärin. Ich habe mich einmal in der Woche mit ihr getroffen. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und auch sonst viel Kontakt gehabt, einfach weil man eng zusammengearbeitet hat.
Jetzt stellt euch vor, Volker wäre irgendwann eifersüchtig und würde sagen: Jürgen, du hast ein Verhältnis mit meiner Frau. Das kann ja passieren, dass so eine Situation auftritt. Jetzt ist das ein total konstruiertes Beispiel, und ich glaube nie daran, dass das passieren würde. Aber stellt euch so etwas vor.
Ich habe dann eine Situation, in der ich eigentlich nicht sagen kann: Wie soll ich denn das Gegenteil beweisen? Wie soll das denn gehen? Ich könnte mich hinstellen und sagen: Volker, ich schwöre bei Gott und ich rufe Gott zum Zeugen für das an, was ich sage, dass da nichts ist. Und ihr merkt vielleicht ein bisschen etwas von der Ernsthaftigkeit einer solchen Aussage.
Wenn jemand, der nicht ständig sagt: Ich schwöre, ich schwöre, ich schwöre, sich hinstellt und sagt: Hier, vor Gott als mein Zeuge, da ist nichts. Diese Ernsthaftigkeit finden wir im Alten Testament bei Menschen, die den Schwur einsetzen, um in bestimmten Situationen deutlich zu machen: Genau so ist es.
Es sind aber, und das ist das Interessante, im Alten Testament nicht nur Menschen, die schwören, sondern Gott selbst schwört. Und jetzt springen wir mal ins Alte Testament und gehen ins 1. Mose 22 und schauen uns einen solchen Schwur an. Es gibt viele, aber ich will nur einen anschauen. 1. Mose 22, das Ende einer ganz dramatischen Geschichte, nämlich der Opferung von Isaak auf Moria, 1. Mose 22, die Verse 16-18.
Und ihr habt euch schon gedacht: Ja, man schwört immer bei einem Höheren, das kann Gott nicht. Und deswegen schwört Gott bei sich selbst. 1. Mose 22,16: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist. Und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde, dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Noch einmal der Anfang, Vers 16: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr. Und dann kommt dieser Segensspruch. Gott schwört. Jetzt ist klar: Gott kann nicht lügen. Und von daher ist ganz offensichtlich, dass die Aussagen, die Gott unter Eid macht, nicht weniger oder mehr zuverlässig sind als die, die ohne Schwur und ohne Eidformel von ihm gemacht werden.
Also warum benutzt Gott hier einen Eid? Warum sagt er: Ich schwöre bei mir selbst? Er tut es, um die besondere Wichtigkeit, die Dringlichkeit und an anderer Stelle auch die Unabänderlichkeit einer Aussage zu unterstreichen. Wenn Gott quasi sich hinstellt und in seinem eigenen Namen sagt: Ich schwöre bei mir, so wird es kommen, dann ist das etwas, was von unglaublicher Wichtigkeit für das Leben des betreffenden Menschen ist. Da wird nichts mehr dran gerüttelt, in alle Ewigkeit.
Dieser Schwur, den wir eben gelesen haben, wird im Neuen Testament zitiert. Und ich bitte euch, mit mir jetzt an diese Stelle zu folgen, wiederum im Hebräerbrief, Kapitel 6. Haltet mal einen Finger noch in 1. Mose 22, Hebräer, Kapitel 6, Verse 13 und 14. Das ist genau derselbe Schwur, den wir eben gelesen haben. Da heißt es: Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, weil er bei keinem Größeren schwören konnte, und sprach. Und jetzt kommt das Zitat: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren.
Nochmal: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren. Habt ihr, wenn ihr jetzt die beiden Eide im Kopf habt, den Unterschied festgestellt? Einmal heißt es in 1. Mose 22: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr. Und hier wird dieser ganze erste Block, Ich schwöre bei mir selbst, übertragen in eine andere Schwurformel, nämlich in die neutestamentliche Schwurform. Man könnte auch sagen: vom Hebräischen ins Griechische und zusammengefasst auf ein Wort: wahrlich.
Anstelle von „Ich schwöre bei mir selbst“ steht im griechischen Neuen Testament nur das Wörtchen „wahrlich“. Das heißt: „wahrlich“ ist nicht ein „Ey ja, hör mal zu“ oder so, sondern es ist eigentlich die komprimierte Schwurformel des Alten Testaments: „Ich, Gott, schwöre bei mir selbst.“ Und wenn ihr das im Kopf habt, dann werdet ihr merken: Halt, Jesus hat doch „wahrlich“ und manchmal sogar „wahrlich, wahrlich“ ganz oft verwendet.
In der Bergpredigt sagt Jesus, wir können uns ja mal ein paar Stellen anschauen, nur in der Bergpredigt, da, wo wir gerade sind. Matthäus 5,18 zum Beispiel: Denn wahrlich, ich sage euch, bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein vom Gesetz vergehen. Matthäus 5,26: Wahrlich, ich sage dir, du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast. Kapitel 6,2: Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir herposaunen lassen, wie die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen, damit sie von Menschen geehrt werden. Wahrlich, ich sage euch. Und ich könnte vorwärts gehen.
Und überall da, wo wir dieses „wahrlich“ im Text finden, könnten wir von unserem Verständnis her immer einsetzen: Ich, Gott, schwöre bei mir selbst, Leute, die so leben, werden keinen Lohn bekommen. Das ist ein Schwur. Und Jesus sagt: Genau so wird es kommen. Unterschätzt diese Aussagen, wo Gott „wahrlich“ sagt, nicht.
Im Johannesevangelium ein Beispiel für ein doppeltes „wahrlich“, Kapitel 5, Vers 24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und an den glaubt, den Gott gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen. Das ist eine verbindliche, von Gott beeidigte Aussage. So wird es kommen und nicht anders.
Jesus spricht. Auch Paulus schwört im 2. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 23, und sagt: Ich aber rufe Gott zum Zeugen an, für das, was er danach sagt. Und wenn ich mit euch da durchgehe, dann möchte ich jetzt einfach noch einmal ein Fazit ziehen aus diesem Gebrauch des Schwörens, hauptsächlich im Alten und dann ein bisschen im Neuen Testament.
Im Alten Testament ist der Eid eingeführt oder der Schwur eingeführt als die Bekräftigung bestimmter wichtiger Aussagen. Er ist erlaubt und zum Teil sogar geboten. Schwören, das war etwas, was man nur bei Gott tun sollte. Und in der Bibel schwören diese alttestamentlichen Heiligen. Es schwört Gott, Jesus schwört, Paulus und noch ein paar mehr, die ich jetzt nicht aufgeführt habe.
Was Jesu Verbot wirklich trifft
Jetzt haben wir das im Hinterkopf, und jetzt lesen wir noch einmal Matthäus 5,33-36. Ich gehe jetzt den Text bis Vers 36 durch.
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Noch sollst du bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen.
Und vielleicht geht es euch wie mir: Ihr lest diesen Text und seid erst einmal ein bisschen verdutzt und denkt: Hm, was mache ich damit? Schwört überhaupt nicht. Ja, und was ist das, was Jesus macht? Und wie ist das mit Paulus und im Alten Testament mit den ganzen Leuten, die alles falsch gemacht haben, und Gott selber schwört? Wie passt das denn bitteschön zusammen?
Um diesen Zusammenhang ein bisschen besser zu verstehen, müssen wir uns noch ein klein wenig mit der Zeit beschäftigen, wie sie damals war, und auch natürlich mit der Praxis, wie damals geschworen wurde. Eide spielten im Judentum damals eine riesengroße Rolle. Das Problem war nur: nicht nur vor Gericht und in bestimmten Ausnahmesituationen, sondern auch im ganz alltäglichen Leben. Für alles und jede Sache wurde irgendein Schwur verwendet.
Also, ich habe das Vorrecht, abends öfter mal S-Bahn fahren zu dürfen oder nachts, wenn ich dann irgendwie von Spandau nach Hause tuckele. Und dann erlebe ich es manchmal, dass so Gruppen von Jugendlichen in der S-Bahn sitzen. Ich versuche verzweifelt, mich auf irgendein gutes Buch zu konzentrieren. Das klappt aber oft nicht, weil sie relativ laut sind. Und dann hört man fast am Ende jedes zweiten Satzes, wenn in dem Satz irgendeine bedeutende Aussage drin war, etwa Folgendes: „Ey, Alter, ich schwöre, ey!“ Kennt ihr das? Ja, also ich kann das nicht so gut nachmachen, aber irgendwie sowas kommt immer hinten dran. „Ey, Alter, ich schwöre!“ Und ich denke mir oft: Weißt du eigentlich, was du da sagst? Und ich bin sicher, er weiß es nicht. Es ist nämlich ein völlig bedeutungsloses Schwören, das man bei jeder sinnvollen und unsinnigen Gelegenheit wie so eine Worthülse einfach mitverwendet, ohne dass man sich dabei irgendetwas denkt.
Und so, wie das heute unter vielen Jugendlichen ist, genau so war es damals im Judentum auch. Es war nichts mehr Besonderes. Jeder schwor auf alles und jeden. Jede Aussage musste noch mit einem Eid bekräftigt werden. Und allmählich hat das Besondere, dieses „Ich schwöre bei Gott“, komplett seinen Wert verloren. Es war so alltäglich, dass keiner es mehr ernst genommen hat. Und es wurde geschworen: beim Himmel, bei der Erde, bei Jerusalem, beim eigenen Kopf, beim Tempel, beim goldenen Tempel und bei allem möglichen Zeug mehr.
Und natürlich, immer wenn so eine Kultur entsteht, kommen die Gelehrten. Und die Gelehrten sagen: Ja, jetzt haben wir hier also verschiedene Schwüre und Schwurformeln. Welcher davon ist denn nun bindend und welcher nicht? Also: Wie muss ich schwören, damit ich mich an das halten muss, was ich sage? Und wie kann ich schwören, und ich muss mich nicht daran halten?
Dass so etwas wirklich passiert oder passiert ist, das merkt man im Matthäusevangelium, Kapitel 23. Da ist es so, dass Jesus nämlich die Praxis der Pharisäer und Schriftgelehrten geißelt, das sind die Wehrufe. Und da heißt es: Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wenn jemand bei dem Tempel schwören wird, das ist nichts. Wenn aber jemand bei dem Gold des Tempels schwören wird, der ist gebunden. Oh oh! Jetzt versuch mal, da den Unterschied herauszufinden. Ich schwöre beim Tempel, und die Gelehrten sagen: Gute Sache, aber es gilt nicht. Der andere: Ich schwöre beim Gold des Tempels. Und sie sagen: Oh ja, das war richtig, gut, ja, du musst es halten, super, du hast es verstanden.
Kein Mensch blickt an der Stelle mehr durch. Was war der Schwur? Der Schwur sollte ein Ende allen Widerspruchs sein. Er sollte eine Bekräftigung sein, dass man sagt: So, das, was er jetzt gesagt hat, das gilt wirklich. Und dadurch, dass sie so ein ganz kompliziertes System gebaut haben, aus Schwüren, die gelten, vielleicht auch aus Schwüren, die nur manchmal gelten, und Schwüren, die nie gelten, musstest du schon ganz schön gewitzt sein, um in jeder einzelnen Situation mitzukriegen, was denn jetzt gerade Sache ist.
Und es war schlimmer: Der Eid, gedacht als ein Mittel, um im zwischenmenschlichen Bereich die Wahrheit endgültig festzunageln und zu sagen: So ist es, wird plötzlich durch so ein System zu einem Werkzeug, um andere zu betrügen. Denn ich sage: Ich schwöre beim Tempel, und ich denke mir: Edge-Freund, ich weiß, dass du nicht weißt, dass dir der Schwur nicht gilt.
Zweitens: Die Leute schworen zwar bei allen möglichen Dingen, aber kaum mehr bei Gott selbst. Warum? Na ja, ist klar: Wer bei Gott schwört oder geschworen hat, der musste seinen Eid ja halten. Aber das wollten die Leute gar nicht. Sie wollten zwar mit der Sprache ausdrücken, dass sie vertrauenswürdig sind, aber sie wollten trotzdem die Lüge leben. Und deswegen sind diese zwei Dinge entstanden: einmal, dass man geschworen hat für alles Mögliche und keiner mehr wusste, welcher Schwur denn nun gilt und welcher nicht gilt, und auf der anderen Seite, dass das, was Gott geboten hatte: „Wenn ihr schwört, dann bei meinem Namen“, kaum mehr in der Praxis wirklich geschah.
Die eigentliche Absicht hinter Jesu Worten
Ja, was bedeutet jetzt Matthäus 5,34-36? Schwört überhaupt nicht, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen.
Jesus verbietet das Schwören nicht ganz grundsätzlich. Ich habe gezeigt, er tut es selber. Es geht um die Unsitte des Schwörens, die damals weit verbreitet war, so wie ich sie geschildert habe. Und deswegen würde ich diesen Satz ein bisschen frei übersetzen mit: Lasst doch dieses unsinnige Schwören beim Himmel und bei der Erde, bei Jerusalem, bei eurem Haupt. Hört mit dem Unsinn auf!
Und er sagt ein Zweites: Es ist Unsinn zu glauben, dass ein Schwur beim Himmel weniger bindend sei als ein Schwur bei Gott. Warum? Der Himmel ist Gottes Thron. Es ist genauso, wenn du auf die Erde schwörst. Ich schwöre bei der Erde. Die Erde ist nichts weiter als der Schemel seiner Füße. Ich schwöre bei Jerusalem. Ja, aber weißt du, wessen Stadt Jerusalem ist? Die Stadt des großen Königs, ein Zitat aus Psalm 48, und der große König ist nichts anderes als Gott selbst.
Ich schwöre bei meinem Haupt. Ah ja, das ist interessant. Wer hat diesen Kopf gemacht und dir deine Haarfarbe gegeben? Und die Frauen sollen jetzt nicht sagen: der Friseur. Ich meine die ursprüngliche Haarfarbe, Gott. Das heißt, egal worauf wir schwören, egal wie haarspalterisch unsere Gedanken dahinter sind: Alles, worauf du anstelle von Gott schwören kannst, hängt doch irgendwie mit Gott zusammen, weil er der Schöpfer aller Dinge und der Gott der Wahrheit ist. Und egal, wie du dich versuchst herauszureden, mit irgendwelchen Worttricks, du kommst unterm Strich nicht davon. Du bist verantwortlich für das, was du sagst.
Nochmal zu dem gleichen Thema, Matthäus 23. Ich lese das nochmal vor, jetzt ein bisschen weiter, und hört euch einfach an Matthäus 23,16-22: Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wenn jemand bei dem Tempel schwören wird, das ist nichts; wenn aber jemand bei dem Gold des Tempels schwören wird, ist er gebunden. Und jetzt kommt die freundliche Art, wie Jesus diese Leute dann nennt: Narren und Blinde. Was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
Und wenn jemand bei dem Altar schwören wird, das ist nichts. Auch so ein Trick: beim Altar schwören, das reicht nicht. Wenn aber jemand bei der Gabe des Altars schwören wird, die auf ihm ist, so ist er gebunden. Wieder sagt Jesus: blind! Was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt?
Wer nun bei dem Altar schwört, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm ist. Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt. Und wer bei dem Himmel schwört, schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Egal, was du als Substitut, als Ersatz nimmst für „Ich schwöre bei Gott“: Du schwörst unterm Strich immer vor Gott und auf etwas, was mit Gott verbunden ist, weil er der Schöpfer, er der Erhalter dieser Dinge und er derjenige ist, der diese Dinge heiligt. Und es gibt keinen Weg drum herum, keinen Trick, um zu sagen: Ich schwöre, und dann doch die Unwahrheit zu sagen.
Praktische Konsequenzen für den Alltag
So, was machen wir jetzt mit dem Text? Ich habe fünf Punkte, wie dieser Text in unserem Leben ganz praktisch werden kann.
Erstens: Mir ging es heute Morgen darum, dass ihr versteht, dass alle sprachlichen Tricks, die Menschen anwenden, um die Wahrheit zu verschleiern oder zu verbiegen, für uns verboten sind. Wir sagen die Wahrheit. Wenn das in deinem Leben noch nicht so ist, fang heute damit an.
Zweitens: Wir sollten Menschen sein, deren Vertrauenswürdigkeit außer Frage steht. Es kann sein, wie bei einem Paulus, dass wir in bestimmte Situationen kommen, in denen wir Gott als Zeugen für eine Aussage anrufen müssen. Aber die Regel sollte sein, dass, wenn du Ja sagst, es wirklich ein Ja ist, und wenn du Nein sagst, ein Nein. Und wenn ich dich etwas frage, dass du mir dann nach bestem Wissen und Gewissen einfach die Wahrheit sagst, so wie sie ist.
Drittens: Wenn wir schwören müssen, dann sollten wir die Regeln einhalten, die Gott gegeben hat. Erstens nur bei Gott, zweitens kein falsches Schwören, also keinen Meineid, und jetzt noch ein Punkt, den ich in der Predigt selbst nicht so deutlich herausgestellt habe: kein leichtfertiges Schwören. In den Zehn Geboten, 2. Mose 20,7, heißt es: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen. Wenn du diese Angewohnheit hast: „Ey, Alter, ich schwöre, ey“, gewöhne sie dir ab, und zwar heute und jetzt und sofort auf der Stelle. Denn genau das ist es, womit du den Namen Gottes verunehrst, und du wirst dafür einmal zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn ihr so etwas tut, spart es euch. Es hat in eurem Mund nichts verloren.
Viertens: Wir sollten verstanden haben, dass jedes Wort, das wir reden, von Gott gehört wird und auch von Gott gewichtet und gerichtet wird. Jesus drückt das einmal an anderer Stelle so aus. Er sagt: Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts. Es sollte Christen auszeichnen, dass sie eher mal den Mund halten und weniger reden, als rumplappern und mit vielen Worten sich selber das Gericht herbeireden.
Fünftens und letztens: Ich habe gesagt, wir sollen vertrauenswürdig sein. Wenn du Schwierigkeiten hast, deine Zusagen einzuhalten, wenn du vergesslich bist, dann musst du daran arbeiten. Zur Vertrauenswürdigkeit gehört dazu, dass wir die Wahrheit sagen, dass wir aber auch da, wo wir Dinge sagen und Dinge versprechen, ein Gelübde abgeben, das wir auch einhalten. Und ich weiß selber, wie schwer es manchmal sein kann. Man sagt hier und da etwas zu. Gewöhnt euch an, etwas, was ihr nicht halten könnt, gar nicht erst zuzusagen. Und da, wo ihr etwas zugesagt habt, schreibt es euch auf, damit ihr es nicht vergesst. Und wenn ihr etwas vergessen habt, dann bittet den anderen um Vergebung. Denn ihr seid schuldig geworden an ihm, und er hätte ein Recht darauf gehabt, auf euer Wort vertrauen zu können.
Ein abschließendes Wort noch: Der Apostel Paulus bringt das Prinzip, das ich heute in der Predigt erläutern wollte, folgendermaßen auf den Punkt. Er sagt: Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten. Nichts als die Wahrheit.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

