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Der Christ und Probleme - Teil 2/3

Jakobus 1,2-630.06.2013
SerieTeil 2 / 3Der Christ und Probleme
Warum treffen Prüfungen uns so hart? Jakobus zeigt: Sie sollen dich nicht brechen, sondern standfester machen. Der Schlüssel ist nicht Panik, sondern Weisheit, Gelassenheit und ein klares Bild von Gott.

Einleitung und Hinführung zum Thema

 Jakobus 1,2
Es geht darum, dass wir jetzt hier einige Hilfen für unsere Probleme bekommen, und zwar Hilfen ganz allgemeiner Art. Jakobus schreibt in seinem Brief, dass er auf die wichtigsten Probleme des Menschen eingeht. Im ersten Kapitel spricht er ganz allgemein. Probleme sind immer eine Prüfung für den Menschen. Deshalb beginnt er mit dem Thema Prüfung. Also in Kapitel 1 geht es um das Thema Prüfung, und die Probleme sind die Prüfung.
Und jetzt schauen wir, was der Apostel Jakobus uns sagt:
Als lauter Freude achtet es, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, und nehmt dabei zur Kenntnis, dass die Erprobung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. Lasst aber die Ausdauer ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und ganz seid und in nichts Mangel habt. Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, erbitte er sie von Gott, der allen mit Einfalt gibt und nicht Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle dabei in keiner Weise, denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin und her geworfen wird. Denn ein solcher Mensch meine nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde. Ein Mann mit geteiltem Herzen ist unbeständig in allen seinen Wegen.
Bis hierher.
Jakobus gibt fünf Hilfen für Prüfungen. Die erste Hilfe steht in Vers 2. Man braucht eigentlich nur im Jakobusbrief, Kapitel 1, auf die Befehlsformen zu achten, dann hat man schon die fünf Hilfen, die Jakobus gibt.
Also das Erste, was wir hier finden: Achtet es als lauter Freude. Das überrascht, oder? Das soll eine Hilfe sein für meine Probleme? Ich soll das als Freude achten, wenn ich geprüft werde? Jakobus überrascht seine Leser. Aber es ist gut, wenn man überrascht wird, denn was Jakobus hier sagt, ist von ganz, ganz großer Wichtigkeit. Es geht hier um die Einstellung, die ich habe. Er sagt nicht, dass wir lachen sollen und dass wir uns an den Problemen selbst freuen sollen. Das sagt er nicht. Er sagt: Freut euch, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet.
Warum? Das kommt in den nächsten Versen zum Ausdruck: Nehmt zur Kenntnis oder wisst, dass die Erprobung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. Also der erste Grund, warum man sich freuen darf, wenn man geprüft wird, ist, dass man wissen darf: Das bewirkt Ausdauer. Gott will uns erziehen, dass wir standhaft werden, und er schickt uns oder lässt uns Probleme und Prüfungen in unserem Leben zu, damit wir ausdauernd werden.
Natürlich geht es nicht automatisch, dass wir ausdauernd werden. Wir dürfen dem Herrn nicht aus der Schule laufen, klar. Aber das setzt Jakobus hier voraus: dass wir, wenn der Herr uns prüft, nicht aus der Schule laufen, dass wir nicht vor der Prüfung davonlaufen. Meine Tochter hat eine Führerscheinprüfung, die will sie machen. Das hilft ihr aber nichts, wenn sie lernt für die Prüfung und dann, knapp bevor die Prüfung beginnt, davonläuft. Das hilft ihr nichts.
Aber Gott schickt uns gewisse Prüfungen in unser Leben, und diese Prüfungen werden bewirken, dass wir ausdauernd werden, standhaft werden, vorausgesetzt, wir laufen dem Herrn nicht aus der Schule. Und das wollen wir ja nicht.
Prüfungen treiben einen ins Gebet. Wenn der Herr uns Prüfungen in unser Leben schickt, dann beten wir. Dann beten wir: Oh Herr, hilf mir jetzt. Was soll ich jetzt tun? Wie mache ich es jetzt? Und: Herr, gib mir Kraft. Oder: Herr, zeig mir, dass ich auf dich vertrauen kann, auch in dieser Schwierigkeit. Jedenfalls: Jede Prüfung, die so auf uns zukommt, treibt uns ins Beten. Und das festigt dann das Vertrauen auf den Herrn, denn wenn wir beten, erfahren wir auch seine Hilfe.
Jakobus sagt, die Ausdauer soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr ganz seid. Wir sind ja nicht ganz, wir sind halb. Wir sind nicht fertig, wir sind halbfertig, wir sind noch nicht am Ziel, wir sind noch nicht vollkommen. Das Ziel ist die Christusähnlichkeit. Das ist der Sinn des Lebens, dass ich christusähnlich werde. Das haben wir in der letzten Woche betrachten dürfen, vor allem gestern betrachten dürfen. Der Sinn meiner Prüfungen, meiner Leiden und meiner Probleme ist, dass ich christusähnlich werde.
Und wenn ich das betrachte, dann darf ich mich freuen an den Schwierigkeiten, oder freuen, dass ich Schwierigkeiten bekomme. Nicht an den Schwierigkeiten selbst, die sind nicht zum Freuen. Aber die Tatsache, dass ich Schwierigkeiten habe, die darf mich freuen, weil der Herr mich prüft, um mich standhaft zu machen. Und die Standhaftigkeit soll dahin führen, dass ich ganz werde, nicht halb, dass ich fertig werde, damit ihr in nichts Mangel habt, sagt Jakobus in Vers 4 am Ende. Damit ihr in nichts Mangel habt.
Ich soll zu dem Punkt kommen, wo ich sage: Herr Jesus, du bist mein Hirte, mir mangelt nichts. Ich habe keinen Mangel, weil ich dich habe. Dahin will uns der Herr führen, wie David gesagt hat: in nichts Mangel.
Also das Erste, was wir tun sollen bei Schwierigkeiten, bei der Tatsache, wenn wir uns Schwierigkeiten und Prüfungen und Erprobungen und Problemen gegenüberstehen, sollen wir uns freuen, dass Gott an uns arbeitet. Wir sollen uns freuen, dass Gott etwas vorhat mit uns und uns standhaft machen möchte, dass wir eines Tages ganz, fertig und vollkommen werden wie Christus.
Zweitens, Vers 5: Was steht hier? Was ist das Nächste, was wir tun sollen? Wenn es jemand unter euch an Weisheit mangelt, erbitte er sie von Gott. Das Zweite, was wir tun sollen, wenn wir Schwierigkeiten haben, ist: Wir sollen um Weisheit bitten.
Es ist ja so, dass wir, wenn wir Schwierigkeiten haben, oft nicht wissen: Was mache ich jetzt? Was machen wir jetzt? Beten, um Weisheit bitten. Was soll ich jetzt tun? Schwieriges Kind, schwierige Erziehung, schwierige Situation. Was soll ich jetzt tun? Bete um Weisheit. Der Herr erwartet nicht, dass wir alles wissen. Herr, was ist das Ziel? Und was ist der beste Weg zum Ziel?
Weisheit ist etwas Praktisches. Weisheit ist: Wie komme ich von hier nach dort? Und was ist der beste Weg, damit ich dort ankomme? Also wenn ich von hier nach Blankenheimer Dorf fahre, wie komme ich von hier nach Blankenheimer Dorf? Was ist der beste Weg? Das ist Weisheit. Diese Weisheit haben Sie alle wahrscheinlich, aber nicht jeder. Wenn ich das erste Mal hierher komme, weiß ich nicht, wie ich nach Blankenheimer Dorf komme. Da gehe ich vielleicht in die falsche Richtung los.
Wir brauchen Weisheit, und Weisheit ist uns nicht von Natur aus gegeben. Ich habe mir hier neun Sätze, acht Sätze aufgeschrieben. Darf ich sie Ihnen vorlesen? Erster Satz: Und alles geht um die Weisheit.
Erster Satz: Weisheit darf uns fehlen. Es ist keine Schande, wir müssen uns nicht schämen, wenn uns Weisheit fehlt. Weisheit darf uns fehlen. Wir müssen uns da nicht sagen: Nein, nein, das darf nicht sein. Doch, Weisheit darf uns mal fehlen.
Zweiter Satz: Die Weisheit kommt von Gott. Er ist der allweise, er ist der wirklich Weise, der allein weise Gott, heißt es einmal im Timotheusbrief. Er ist der, der wirklich, im letzten Sinne, weise ist.
Dritter Satz: Die Weisheit ist in Jesus Christus. Er ist mir gemacht von Gott zur Weisheit, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen. Gut, dann wende ich mich an ihn.
Vierter Satz: Bei Bedarf soll ich mich also an Gott wenden und um Weisheit bitten. Das steht hier im Text.
Fünfter Satz: Hier im Text steht noch mehr. Hier steht: Gott gibt mit Einfalt. Das heißt, Gott gibt ohne Hintergedanken. Gott ist so, der denkt sich nicht: Na, dem Thomas, den habe ich ihm mal früher weiser gegeben, hat er an Dummheit gemacht, jetzt gebe ich ihm keine. Oder: Was wird er jetzt anfangen mit der Weisheit, die ich ihm gebe? Nein, Gott gibt mit Einfalt. Gott gibt ohne Hintergedanken, er gibt gerne.
Sechster Satz: Gott macht keine Vorwürfe, steht hier. Gott macht keine Vorwürfe. Er sagt nicht: Ach, du bist so unweise. Sagt er gar nicht. Er sagt: Bitte mich um Weisheit, ich gebe dir Weisheit.
Siebter Satz: Dass Gott dann Weisheit gibt, steht außer Zweifel. Es ist ganz sicher: Wenn wir Gott bitten um Weisheit, dann gibt er uns Weisheit. Vielleicht nicht in der ersten Sekunde, vielleicht müssen wir eine Zeit lang beten, aber der Herr wird uns Weisheit geben, das steht außer Zweifel.
Ich hatte mal eine interessante Situation. Meine Frau hatte eine Augenkrankheit, konnte nicht mit dem Auto fahren, und ich musste dringend mit dem Auto zum Bahnhof. Zur gleichen Zeit sollten sie aber dringend den Sohn zum Zahnarzt führen, aber das war in die entgegengesetzte Richtung. Und das eine und das andere ging beides nicht mehr. Ja, was machen wir? Was soll ich jetzt machen? Wir haben nur ein Auto, wir bräuchten aber jetzt im Moment zwei. Es gibt auch keine öffentlichen Verkehrsmittel, die sie jetzt da verwenden kann. Ja, ganz praktisches Problem, nur ein kleines Problem, aber es war ein Problem.
Da habe ich gesagt: Weißt du, was wir tun? Wir beten. Dann schaut sie mich an und sagt: Bitte, was soll das helfen? Wie soll das helfen? Ich habe gesagt: Wir beten. Da haben wir gebetet. Als wir fertig waren mit Beten, läutet das Telefon. Dann ruft die Schwester an von meiner Frau und sagt: Du, ich komme ganz schnell bei euch vorbei, darf ich bei euch vorbeischauen? Da sage ich: Ja, natürlich, wir brauchen ein zweites Auto. War schon gelöst, so einfach. Eine Lektion war das für uns.
Das war jetzt der siebte Satz.
Achter Satz: Die Bedingung für Weisheit, dass wir Weisheit bekommen, ist Vertrauen. Aha, Vertrauen! Vielleicht haben die Frauen mehr Probleme mit Vertrauen, ich weiß nicht. Aber manchmal haben die Männer mehr Probleme mit Vertrauen. Es gibt Männer, die zweifeln. Hier steht: Er bitte aber im Glauben und zweifle in keiner Weise, denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben ist. Denn ein solcher Mensch meine nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde. Der ist ein Mann mit geteiltem Herzen.
Also Männer oder Frauen, ein Mann steht hier, haben doch die Männer mehr Probleme mit Zweifeln, vielleicht ein Mann mit geteiltem Herzen. Es gibt auch Frauen mit geteiltem Herzen. Also Vertrauen, Vertrauen dem Herrn. Du betest und weißt und sagst: Aber Herr, ich weiß keinen Ausweg mehr für diese Situation. Das ist ein Riesenproblem. Es gibt auch größere Probleme, zum Beispiel in der Familie. Ein Kind macht große Probleme. Und jetzt, Herr, was sollen wir jetzt tun? Beten und vertrauen. Erbitte im Glauben.
Warum im Glauben? Weil Gott gesagt hat, dass er das Gebet erhören wird um Weisheit. Wo? In Jakobus 1,5, dass Gott gibt ohne Vorwürfe und mit Einfalt, ohne Hintergedanken. Das heißt, wenn ich bete, dann muss ich hier im Glauben beten. Ich darf aber nur im Glauben beten, wenn ich eine Verheißung habe. Aber hier habe ich eine Verheißung.
Man kann übrigens nicht für alles im Glauben beten. Wir können nicht im Glauben beten, dass der Herr uns in diesem Juli einen warmen Juli gibt. Warum? Weil es in der Bibel nicht steht, dass der Juli 2013 ein warmer Juli wird. Wir haben keine Verheißung. Ja, aber wir haben eine Verheißung, dass Gott gütig ist. Ja, das haben wir, aber wir wissen ja nicht, wie die Güte Gottes aussieht. Vielleicht sieht die Güte Gottes so aus, dass es keinen warmen Juli gibt. Das ist jetzt nur ein Beispiel.
Das heißt, ich kann nur im Glauben beten, wenn ich eine Basis für den Glauben habe. Das heißt, wenn ich zum Beispiel Weisheit brauche, habe ich dann die Basis, dass Gott Weisheit geben wird? Ja, dann kann ich im Glauben beten. Wenn ich nach dem Willen Gottes bete, dann kann ich im Glauben beten, aber ich muss den Willen Gottes wissen, dann kann ich dafür beten. Zum Beispiel will Gott, dass ich lerne, geduldig zu werden. Also wenn ich jetzt bete: Herr, hilf mir, dass ich lerne, geduldig zu werden, dann kann ich im Glauben beten, weil ich weiß, dass das Gott will. Ansonsten kann ich einfach beten und sagen: Herr, ich weiß zwar nicht, was das Beste ist, aber du weißt, was das Beste ist.
Also, das war der zweite Punkt: erstens es für Freude achten, zweitens um Weisheit bitten.
Drittens, Vers 9 bis 11: Der niedriggestellte Bruder rühme sich in seiner Hoheit, der Reiche in seiner Niedrigkeit, weil er wie eine Blume des Grases vergehen wird. Denn die Sonne ging auf, zusammen mit dem heißen Wind, und verdorrte das Gras, und seine Blume fiel ab. Und die Schönheit ihres Aussehens verging. Auf diese Weise wird auch der Reiche in seinen Wegen verwelken.
Hier haben wir wiederum eine Befehlsform oder einen Befehl: Der niedriggestellte Bruder rühme sich seiner Hoheit. Worum geht es hier? Es geht hier um eine zufriedene Haltung, die man einnehmen soll. Der Niedrige soll an den Herrn Jesus denken, wie hoch der Herr Jesus ist und wie hoch er mit dem Herrn Jesus ist. In Christus bin ich würdevoll, in Christus habe ich Reichtum, große Reichtümer.
Und der Reiche soll denken: Ich lebe gar nicht lange auf dieser Erde, ich darf den ganzen Reichtum zurücklassen. Ich brauche mir keine Sorgen um den Reichtum zu machen, es bleibt ohnehin zurück. Ich muss mich da nicht jeden Tag sorgen, dass der Reichtum weniger wird. Nein, er wird sowieso vergehen, wie die Blume des Grases.
Es geht hier darum, dass wir eine zufriedene, gelassene Haltung einnehmen, die unserer Lebenssituation entspricht. Der eine ist niedrig, dann sei zufrieden in der Niedrigkeit und denke an die Hoheit, die du in Christus hast. Der andere hat der Herr Reichtum zufallen lassen, dann freue dich an dem Reichtum, aber setze nicht die Hoffnung auf den Reichtum, sondern wisse, dass der Reichtum vergeht, aber der Herr vergeht nicht.
Wenn ich meine Situation nicht akzeptieren will, werde ich meine Probleme nicht loswerden. Da ist eine Frau, die will ihren Mann nicht akzeptieren, die will ihn verändern. Nein, der muss anders werden, muss anders werden, muss anders werden. Eine Ehe ist nicht gegeben, um den Ehepartner zu verändern, das ist nicht das Ziel der Ehe. Wo steht so etwas in der Bibel? Das Ziel der Ehe ist Christus. Die Aufgabe in der Ehe ist, dass der Mann die Frau liebt, dass die Frau sich dem Manne unterordnet, dass der Mann sein Haupt hingibt für die Frau, dass die Frau den Mann liebt und die Kinder liebt, dass man füreinander da ist, dass der Mann die Frau liebt, wie er seinen eigenen Leib liebt.
Also: eine zufriedene, gelassene Haltung einnehmen, trotz der Probleme und Schwierigkeiten, in denen man ist. Wenn ich das nicht akzeptieren will, habe ich Probleme. Der eine hat eine lange Nase und akzeptiert sie nicht, oder kleine Augen, oder eine Stellung in der Gesellschaft, die ihm nicht gefällt. Und wenn ich das nicht akzeptieren will, dann falle ich hin und komme nicht weiter. Dann werde ich bitter, dann werde ich keinen Frieden haben, dann habe ich Unruhe in mir. Habe ich Rebellion in mir?
Ich muss erkennen, dass die Verhältnisse, in die Gott mich stellt, eine Führung Gottes sind. Gott hat mich so geführt. Dann will ich das akzeptieren und sagen: Ja, Herr. Und gelassen annehmen. Ich weiß, das ist leicht gesagt, wenn die Schwierigkeiten nicht groß sind. Und was ist, wenn die Schwierigkeiten groß sind und wenn die Probleme sehr groß sind und noch größer? Soll ich dann immer gelassen bleiben? Im Blick auf den Herrn muss ich gelassen bleiben. Warum? Weil es nicht hilft, wenn ich zornig darüber bin oder erbittert darüber. Es hilft gar nichts. Im Gegenteil: Wenn ich gelassen bin, dann kann der Herr eingreifen, dann kann ich beten, dann kann ich ruhig bleiben, dann kann ich klar denken und um Weisheit bitten.
Vierte Hilfe, Vers 12: Ein Glückseliger ist der Mann, der in der Prüfung Ausdauer bewahrt, weil er, nachdem er sich bewährt hat, die Krone des Lebens empfangen wird, die der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
Die vierte Hilfe ist hier, dass man in die Zukunft blickt. Und dass man in der Prüfung Ausdauer bewahrt. Und was zum Ausdauerbewahren hilft, ist, dass man weiß: Man wird die Krone des Lebens empfangen. Also ausdauernd darunter bleiben und dabei glücklich in die Zukunft blicken. Es gibt ein Ende.
Für manchen gibt es eine Schwierigkeit, die wie ein Tunnel ohne Ausgang ist. Und man denkt: Vielleicht hat es keinen Ausgang, mein Problem wird vielleicht bleiben. Ich weiß es nicht. Eins ist sicher: In der Ewigkeit kommt ein großer Ausgang, eine große Öffnung, eine große Herrlichkeit. Und wenn ich in der Schwierigkeit beharrlich geblieben bin und das mit der Hilfe des Herrn ertrage, dann werde ich eine große Belohnung bekommen, und die Tore werden weit aufgehen.
Aber so oft kommt der Ausgang dann doch schon im Irdischen. Der Herr ist sehr, sehr gütig mit uns. Aber manchmal gibt es gewisse Dinge, die bleiben. Und die Dinge, die bleiben, da darf ich dann Ausdauer bewahren mit der Hilfe des Herrn, auf die Zukunft schauen und auf den Lohn, den der Herr mir geben wird. Dann sagt er: Oh, du guter Knecht, ich habe dir eine besondere Prüfung auferlegt, und du bist treu darunter geblieben. Geh ein in die Freude deines Herrn. Freu dich mit mir!
Fünfte Hilfe, Verse 13 bis 18. Ich denke, was jetzt kommt, ist die wichtigste Hilfe von allen, die wichtigste Hilfe. Also wenn Sie bis jetzt nicht so gut folgen konnten, dann ist das keine Tragik, aber bitte jetzt: Was jetzt kommt, das ist ganz, ganz wichtig.
Lesen wir die Verse:
Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott her versucht. Denn Gott ist unversuchbar im Bösen, er selbst versucht niemanden. Ein jeder wird versucht, wenn er von der eigenen Lust weggezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Die Sünde, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder. Jede gute Bescherung und jede vollkommene Gabe ist von oben, kommt herab vom Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch wechselndes Schattenwerfen. Nach seinem Willen hat er uns geboren durch das Wort der Wahrheit, damit wir eine Art Erstlingsfrüchte seiner Geschöpfe seien.
Die fünfte Hilfe heißt: eine richtige Schau von Gott haben, eine richtige Schau von Gott, das heißt ein richtiges Gottesbild, ein richtiges Verständnis über Gott. Manche, oder ich denke sogar sehr, sehr viele Probleme entstehen dadurch und bleiben dadurch, dass man Gott nicht richtig kennt, dass man ein falsches Gottesbild hat, dass man nicht richtig über Gott denkt. Und ich erlebe das immer wieder: Es sind Menschen, die haben ein falsches Gottesbild, und dann werden sie bitter, bitter gegen Gott und kommen nicht heraus aus ihren Problemen.
Was soll man über Gott wissen, wenn man in einer Prüfung steht? Bitte, hier ist die Prüfung sogar eine Versuchung. Hier spricht er dann ganz konkret von Versuchung, nämlich hier geht es dann auch um Versuchung zum Bösen. Also, was soll man über Gott wissen? Das Erste, was man über Gott wissen soll, steht in den Versen 13 bis 15, und das Zweite, was man über Gott wissen soll, steht in den Versen 17 und 18. Und dazwischen steht eine Warnung in Vers 16. Vers 16 heißt: Lasst euch nicht irreführen, geliebte Brüder.
Es ist ihm sehr wichtig, und man kann hier irregeführt werden. Lasst euch nicht irreführen in diesem Punkt, in diesem Punkt des Gottesbildes.
Also, das Erste, was man über Gott wissen soll in der Prüfung, Verse 13 bis 15: Von Gott kommt nichts Böses. Von Gott kommt nichts Böses. Die Quelle der Versuchung zur Sünde liegt nicht in Gott. Es gibt Versuchung zur Sünde. Es gibt einen Anreiz zum Sündigen, und der kommt nicht von Gott. Die Prüfung kann zu einem Anreiz zum Sündigen werden. Die Prüfung lässt Gott zu, aber der Anreiz zum Sündigen, der kommt nicht von Gott. Können wir das unterscheiden? Prüfung an sich ist eine Schwierigkeit. Die Prüfung an sich ist noch kein Anreiz zur Sünde, aber die Prüfung kann zu einem Anreiz zur Sünde werden, durch Satan, durch unsere eigene Lust, durch unsere Bequemlichkeit oder durch irgendetwas, was von uns kommt, falsches Denken über Gott. Dann kann es zur Sünde werden.
Also wenn wir in Prüfungen stehen, und wir stehen eigentlich alle in Prüfungen, dann sollen wir immer daran denken, dass Gott nichts Böses schickt. Böses heißt Sünde, Anreiz zur Sünde kommt nicht von Gott. Die Quelle der Versuchung liegt nicht in Gott. Einer hat mal gesagt: Gott hat mich in die Sünde fallen lassen. Wie bitte? Gott hat dich in die Sünde fallen lassen? Wie denkst du über Gott? Ist Gott einer, der sich denkt: Na warte, was könnte ich machen, dass der in die Sünde fällt? Ha, ich stelle ihm das Bein. Ist Gott so? Niemals! Gott kann nicht versucht werden, etwas Böses zu tun. Das macht Gott nicht. Er selbst kann nicht versucht werden, etwas Böses zu tun, in ihm ist nichts Böses. Und er selbst versucht niemanden zum Sündigen, das heißt, er reizt niemanden zum Sündigen.
Der Satan reizt zum Sündigen, ja, und die Lust reizt zum Sündigen, aber nicht Gott. Wenn er prüft, dann will er uns helfen, dann will er uns fördern. Eine Prüfung schickt er uns, damit unser Glaube wächst, damit wir standhaft werden, damit wir etwas lernen, damit wir Christusähnlich werden, aber nicht, damit wir sündigen.
Wir haben eine Neigung zur Sünde in uns. Das habe ich schon erwähnt: In unserem Fleisch gibt es eine Kraft, wie eine Schwerkraft, wie ein Schwerkraftgesetz, und das tendiert zum Sündigen. Und wenn ich nachgebe, dann sündige ich.
In Matthäus 6 heißt es im Vaterunser: Führe uns nicht in Versuchung. Ja, aber was bedeutet das? Das heißt: Lass nicht zu, dass ich so unvorbereitet in eine Prüfung komme, dass mir die Prüfung zur Versuchung, zur Sünde wird. Das ist gemeint. Führe mich nicht so hinein in eine Situation, dass sie mir zu einem Anreiz zur Sünde wird, dass ich dann verführt werden könnte oder gereizt werden könnte zum Sündigen.
Die Quelle der Versuchung liegt nicht in Gott. Die Quelle der Versuchung, also des Anreizens zum Sündigen, liegt in uns, sagt Jakobus. Er sagt: Jeder wird versucht, Vers 14, wenn er von der eigenen Lust weggezogen und gelockt wird. Die Lust zieht. Die Lust ist noch nicht Sünde, die erste Lust ist noch nicht Sünde. Die zieht und lockt. Danach, wenn die Lust empfangen hat, dann gebiert sie die Sünde. Die Lust wird schwanger, das heißt, ich sage ja, ich sage innerlich dazu zur Sünde, und dann kommt die Sünde zur Geburt, dann sündige ich. Ich darf nicht Ja sagen.
Paulus sagt einmal im Römerbrief: Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten. Stellt eure Glieder, die Glieder eures Leibes, euren Leib nicht der Sünde zur Verfügung. Das heißt für mich, dass ich hundertmal am Tag Nein sagen muss. Da ist ein Blick oder da kommt mir etwas ins Blickfeld, was ich nicht anschauen sollte, vielleicht etwas Unzüchtiges. Heutzutage kommt das überall links und rechts in mein Blickfeld, ich sollte es aber nicht anschauen. Jetzt ist die Frage: Was mache ich? Sage ich Nein und schaue nicht hin, oder sage ich Ja und habe daran Gefallen? Der zweite Blick, wo ich dann daran Gefallen habe, das ist die Sünde. Die Lust lockt, die Lust wird schwanger, das heißt, ich sage Ja, und dann gebiert es die Sünde. Und die Sünde, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod, bringt den Tod hervor. Die Sünde führt immer zum Tod, im Letzten. Zum Glück kann ich aber inzwischen Buße tun. Aber die Sünde als solche, der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod.
Kommen wir zu Vers 17 und 18. Also noch einmal Vers 16: Lasst euch nicht irreleiten, meine geliebten Brüder. Jede gute Bescherung, jede vollkommene Gabe ist von oben. Was soll ich noch über Gott lernen? Wir haben gesagt, das Erste, was ich über Gott lernen soll, ist, dass von Gott nichts Böses kommt. Das Zweite, was ich über Gott lernen soll, ist, dass von Gott nur Gutes kommt. So einfach. Nur Gutes. Lasst nie negative Gedanken über Gott aufkommen.
Was hat der Satan gemacht bei Eva im Garten? Guten Tag, Eva, was hat Gott gesagt zu euch? Ihr dürft gar nichts essen. So ein Gott, der will euch das Schönste vorenthalten. Gott weiß nämlich genau: Wenn ihr an dem Tag davon esst, dann werdet ihr so sein wie er. Aber das will er nicht, weißt du, der will dir das Beste vorenthalten. Was macht er? Er nährt die Gedanken: Gott meint es nicht gut mit dir. Haben Sie diesen Gedanken schon mal gehabt? Gott meint es nicht gut mit mir. Der Gedanke ist von dem Feind.
Die Schrift zeigt uns an jeder Seite, wie gut es Gott mit uns meint. Gott ist ein Geber von nur Gutem, vor allem dann, wenn Leiden kommen, vor allem dann, wenn Schwierigkeiten drückend werden, Probleme groß werden. Was denken wir? Ah, vielleicht hat er doch, haut er mir eins rein. Haut Gott uns eins rein? Ist das die Art, wie Gott mit uns umgeht? Nein. Gott ist ein Geber von nur Gutem. Lassen wir den Gedanken nicht aufkommen, dass Gott es böse meint.
Vers 17: Er selbst ist der Vater der Lichter, das heißt, er hat die Sterne geschaffen. Alle Lichter, die wir in der Welt haben, hat Gott geschaffen. Er ist der Schöpfervater aller Lichter, und bei ihm gibt es keine Veränderung noch irgendein wechselndes Schattenwerfen. Wenn die Sonne scheint, dann werfen die Bäume Schatten. Und die wechseln sich, oder? Die drehen sich, die Schatten drehen sich, bis die Sonne untergeht, die wechseln, die Schatten wechseln immer. Aber bei Gott gibt es kein Schattenwerfen, das sich verändert. Gott hat selbst die Gestirne erschaffen, die Sonne usw. Er hat die Gestirne erschaffen, die verändern sich. Er kann mit Veränderung leben, aber er selbst verändert sich nicht. Bei ihm ist keine Veränderung.
Vers 18: Nach seinem Willen hat er uns geboren. Also Gott ist der Urheber des Lichts, und das ist auch gut für uns zu wissen. Es gibt für jede Dunkelheit ein Licht. Gott hat für jede Dunkelheit in meinem Leben ein Licht. Er ist der Vater, und ein Vater schaut zu seinen Kindern. Er hat uns, Vers 18, nach seinem Willen geboren, übrigens kann man das übersetzen als gezeugt oder geboren, beides ist hier richtig, nach seinem Willen hat er uns gezeugt und geboren durch das Wort der Wahrheit, damit wir eine gewisse Art Erstlingsfrüchte seiner Geschöpfe seien.
Gott hat uns freiwillig geboren, freiwillig. Wir sind Lieblingskinder. Er wurde nicht gezwungen, er hat uns gewollt, heißt das. Gott wollte mich, so wie ich bin, so wollte er mich. Und wenn er mich wollte, dann wird er mich auch als ein guter Vater bewahren und in die Heimat bringen. Das heißt, er hat uns durch das Wort der Wahrheit geboren, dass wir eine Art Erstlinge werden, das heißt eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe. Die Erstlingsfrucht ist immer das Erste, das kommt, das Erste. Gott hat eine neue Schöpfung, Gott schafft eine neue Schöpfung, und das Erste sind wir. Wir bekommen das neue Leben, wir sind schon Teil der neuen Schöpfung, in einem gewissen Sinn hat die neue Schöpfung schon begonnen. Wir sind die Erstlinge seiner Geschöpfe, seiner neuen Schöpfung. Gott wird uns nicht in der Wüste sterben lassen, er wird uns in die Heimat bringen.
Und ich schließe mit 1. Petrus 4,19 auch noch zu diesem Gedanken: Daher sollen auch die, die nach dem Willen Gottes leiden, ihm als einem treuen Schöpfer ihre Seelen anvertrauen und Gutes tun.
Also noch einmal Vers 19: Die, die nach dem Willen Gottes leiden, die sollen dem treuen Schöpfer ihre Seelen anvertrauen. Was heißt das? Warum sagt Petrus das? Was hat mein Leiden mit dem treuen Schöpfer zu tun? Ich muss leiden. Wieso sagt Paulus, ich soll mein Leben dem treuen Schöpfer anvertrauen, wenn ich leiden muss? Warum sagt er: dem treuen Schöpfer? Was hat mein Leiden mit Gottes Treue in der Schöpfung zu tun? Das hat sehr viel zu tun.
Gott ist nämlich nicht ein Schöpfer, der etwas ins Leben setzt und dann sagt: Tschüss. Gott ist nicht so wie manche Väter in der Welt, die setzen Kinder in die Welt und dann verschwinden sie. So ist Gott nicht. Gott ist ein Schöpfer, der, wenn er etwas geschaffen hat, treu zu dem steht, zu diesem Geschöpf, das er geschaffen hat. Er ist ein Vater, der treu bleibt, und das heißt, er hält und bewahrt und sorgt für sein Geschöpf.
Und wenn ich leiden muss, woran denke ich? Der hat mich vergessen. Den anderen geht es gut, und ich muss leiden, und ich habe Schwierigkeiten, innerlich oder äußerlich. Ich habe Probleme, und die anderen nicht. Hat er mich vergessen? Da sagt Petrus: Nein, vertraue dein Leben, vertraue dich dem treuen Schöpfer an, vertraue deine Seele dem treuen Schöpfer an. Der ist treu, der sorgt auch für deine Seele, und der sorgt für deine Seele bis zum Schluss. Habe also ein gutes Bild von Gott.
Ich möchte wiederholen: Wir haben also hier fünf Hilfen im Jakobusbrief heute Vormittag gehört, fünf Hilfen in Versuchungen und Prüfungen und Problemen. Erstens: Achte es für Freude. Zweitens: Bitte um Weisheit. Drittens: Nimm eine zufriedene und gelassene Haltung ein. Viertens: Bleib darunter im Blick auf die Zukunft, halte aus im Blick auf die Zukunft, wo du Lohn bekommst. Fünftens: Habe eine richtige Schau von Gott.
Dann wollen wir hier schließen und wollen uns erheben zum Gebet, zur Gebetsgemeinschaft.