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Er ist auferstanden!

Matthäus 28,1-1003.04.1983
Ostern ist mehr als ein Fest: Wenn Jesus lebt, muss der Tod nicht das letzte Wort haben. Genau dort, wo du Angst, Verlust und Zweifel spürst, beginnt neue Hoffnung.

Der Morgen am leeren Grab

 Matthäus 28 lesen wir weiter in der Passions- und Auferstehungsgeschichte, die wir jetzt in der zurückliegenden Woche betrachtet haben. Matthäus 28. Wir wollen morgen noch das dann lesen von der Bewachung des Grabes und dem ganzen Schwindel, der drum herum war, die Lügen, die über die Auferstehung Jesu entstehen. Aber jetzt Matthäus 28, Verse 1-10:
Als aber der Sabbat vorüber war, bei den Israeliten ist ja der Samstag der Feiertag, und dann am Abend des Samstagabends ist der Sabbat vorüber, als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat heran, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie ein Blitz, und sein Gewand weiß wie Schnee. Die Wachen aber erschraken vor Furcht über ihn und wurden, als wären sie tot.
Aber der Engel redete die Frauen an und sagte: Fürchtet euch nicht, ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat. Und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er wird vor euch hergehen nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
Und sie gingen schnell weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sagte: Seid gegrüßt. Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht, geht hin und verkündigt es meinen Brüdern. Da sie nach Galiläa gehen, dort werden sie mich sehen.
Herr, lass uns teilhaben an dieser Freude über Deinen Sieg. Amen.

Warum Ostern die Gemeinde beschämt

Ostern ist ja ein grandioses Fest. Da wird viel darüber geredet. Ich muss Ihnen aber heute am Anfang zuerst einmal sagen, dass Ostern ein Tag ist, an dem sich alle Christen tüchtig schämen müssen. Denn die Christen blamieren sich vom ersten Ostertag an fortwährend.
Wir blamieren uns, weil wir die grosse Nachricht gar nicht fassen können, mit unserem kleinen Kopf und mit unserem kleinen Glauben. Das waren ja sehr tapfere Leute, die damals mit Jesus gezogen waren. Und ich meine immer wieder, dass sicher keiner unter uns sich im Ernst mit den Jüngern Jesu messen kann. Die haben alles verlassen, waren Jesus nachgefolgt, haben ihm die Treue gehalten, auch da, wo sich viele von Jesus abwandten.
Aber das konnten sie einfach nicht verstehen, obwohl es ihnen Jesus vorher angedeutet hatte. Sie konnten nicht begreifen, dass Jesus ihr ganzes Denken in der Auferweckung von den Toten aus den Angeln hebt. Und so ist eigentlich die Ostergeschichte jedes Mal ein Anlass, sich daran zu erinnern, was wir doch für ungläubige und unverständige Leute sind. Das muss man sagen.
Wenn es nach den Christen ginge, dann wäre das Christentum schon lange verloren. Wenn es nach uns ginge, dann gäbe es schon lange kein Ostern mehr. Was für lahme Worte machen wir um das Osterereignis, um die Tatsache von Ostern herum.
Ja, wie kommt es dann dazu, dass es doch noch heute das Evangelium gibt? Das ist einfach immer das Wunder, dass sich der auferstandene Jesus Christus selbst erweist als der Herr über Tod, Teufel, Hölle und alle Mächte dieser Welt. Er bricht hinein auch in die Lauheit und den Unglauben der Christengemeinden und rüttelt seine Leute wach.
Und da gibt es immer wieder ein paar, die werden wach und die verstehen plötzlich, was Auferweckung Jesu heisst. Dass das ihr Denken sprengt, aber dass das wirklich heisst: Jesus, der Sohn Gottes, ist heute bei mir. Er lebt, er begleitet mich, und wenn ich einmal sterbe, darf ich mich in seine Hand befehlen. Er wird mich durchs Todestal hindurchtragen.
Das ist Osterglaube. Jeder Christ, der so zum Glauben kommt, ist ein Wunder des Auferstandenen. Und darum ist es wichtig, wenn wir uns daran erinnern, an diese Frauen, die selbst so zweifelnd an diesem Morgen zum Friedhof gingen. Ich will auch damit beginnen, dass das auf dem Friedhof anfängt.

Der Friedhof als Ort von Liebe und Endlichkeit

Nicht wenige von Ihnen haben heute Morgen am Ostertag schwere Gefühle, auch Trauer im Blick auf Menschen, die sie verloren haben und die sie ins Grab hineingelegt haben.
Über den Tod kann man sich viele Gedanken machen. Wenn es dann aber darauf ankommt, ist alles unverständlich, was hier geschieht. Und wenn wir nur an unser eigenes Sterben denken, für den einen vielleicht sehr nah, jetzt aus unserer Mitte, für den anderen noch etwas weiter entfernt, was ist das für eine unheimliche Sache: Wir müssen sterben.
Darum ist der Friedhof eine Stätte großer Liebe. Die Blumen, die man dort immer wieder auf die Gräber pflanzt, die Besuche, die dort in Dankbarkeit und in Erinnerung an all das Liebe gemacht werden, das man empfangen hat, so auch diese Frauen, die sich aufmachen, um Jesus einen Liebesdienst zu tun.
Mir ist immer das Vorübergehen an den Grabsteinen etwas Erschütterndes. Ich stelle mir immer vor, dass doch eigentlich jeder Grabstein uns mahnt: Diese Leute sind einmal auch durch Stuttgart gegangen, denen war alles so wichtig, was sie geplant haben, und jetzt, und jetzt: Endstation.
Dort auf dem Friedhof hat Jesus angefangen, als der Auferstandene zuerst diese Frauen aufzurütteln. Er hat diesen Friedhof ausgewählt, nicht bloß weil es die Stätte war, wo er selbst begraben war, sondern weil das der Punkt ist, wo unsere ganzen Lebenspläne begraben liegen. Das ist das, was unser ganzes Leben und Wirken ja am meisten in Frage stellt. Der Tod ist die große Anfrage an uns.
Und diese Frauen stehen vor der Tatsache der Auferstehung Jesu. Sie konnten es zuerst nicht begreifen. Selbst als dieser strahlende Engel sie darauf hinweist, selbst als sie die Spuren des Durcheinanders sehen, als der Grabstein weggeworfen ist, denken sie immer noch an irgendwelche anderen Lösungen. Und selbst als Jesus zu ihnen tritt und sagt: Sei gegrüßt, da erschrecken sie. Sie können zuerst gar nicht fassen, was das bedeutet.

Zweifel, Frauen und die überraschende Kraft des Auferstandenen

Es gibt ja heute eine weit verbreitete Meinung, ob nicht der Osterglaube überhaupt nur von den Christengemeinden der Urchristenheit erfunden worden sei, damit sie damit nur etwas Symbolisches hätten ausdrücken können. Das wird heute hier und da vertreten.
Wenn Sie einmal die Osterberichte lesen und dann auch die Christengemeinden anschauen, dann gibt es ja gar nichts, was hochjubelt. Da ist ja alles immer wieder nur etwas, das abschneidet und zweifelt und wegnimmt. Wenn es nur in den Christengemeinden so eine Kraft gäbe, die Jesus hochjubeln könnte! Es ist genau das Gegenteil da. Bei uns ist immer wieder Zurückhaltung, Schweigen, Kleinglauben, Unglaube, Zurückgehen. Das ist eine Tatsache, die bis in unsere Tage hinein erfahren werden kann: dass der Auferstandene seinen kleingläubigen und zweifelnden Jüngern entgegentritt und sie überzeugt, sie überführt von der Tatsache, dass er auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Er lebt, er lebt!
Es sind Frauen gewesen, und Sie wissen, dass die Frauen auch in der neutestamentlichen Zeit und der damaligen Kultur oft sehr zurückgezogen lebten. Das hat Jesus gefallen: alle Maßstäbe über den Haufen zu werfen und zu zeigen, wie wichtig ihm Frauen sind, sogar noch wichtiger als Männer, dass er sie beauftragt und würdigt, seine Zeugen der Auferstehung zu sein.
Ich habe das oft erlebt, es ist immer wieder ein Geheimnis in unserem Dienst, wenn man dann an einem schweren Krankenlager steht. Und man bekommt die Worte kaum mehr heraus, weil man denkt: Vor diesen rasenden Schmerzen, vor dieser ganzen körperlichen Schwäche müsste man doch irgendwo helfen können, aber jetzt nur reden. Und dann reden wir von Jesus, und dann erleben wir dieses Geheimnis, dass Jesus einen Menschen im Tal des Todes trägt und aufrichtet und gewiss macht.

Zeugnisse, die mitten in Schwäche tragen

Es war einige Jahre her, als meine Mutter den ersten Herzinfarkt hatte. Wir sind damals nach dem Karfreitagsgottesdienst nach Urach gefahren, auf die Intensivstation, wo man eigentlich gar keine Besuche machen durfte. An dem Morgen hatten uns unsere Mädchen geweckt, mit einem Liedvers, den sie vorher noch in den paar Ferientagen bei der Oma gelernt hatten, den sie ihnen eingeprägt hatte: Ach, mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte!
Und jetzt erleben wir, wie plötzlich dieses Liedwort dort in all diesen Schwachheiten zwischen Tod und Leben so groß war, so stärkend, so ermutigend: Ja, er lebt. Das kann man gar nicht mit Menschenworten hochjubeln. Das ist ein Wunder, dass Jesus Christus selbst zu uns spricht und uns seine Auferweckung gewiss macht.
Und auch dann, wenn wir an den Gräbern stehen, und es gibt so viele schwere Todesfälle, wenn man da steht und eigentlich nur weinen kann über den harten Verlust, und dann spricht man von Jesus. Es geht gar nicht um etwas anderes, als dass Jesus dem Tod die Macht genommen hat und heute dem Tod die Macht abspricht. Und Christen hineingehen in diese Todeswelt und sagen: Nein, du kannst mich nicht hinunterreißen!
Und ich wünsche es dann auch Ihnen für Ihr eigenes Sterben, dass es Ihnen geht, so wie es Philipp Spitta gesagt hat: Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, dass ich fröhlich ziehe hinüber, wie man nach der Heimat reist.
Pfarrer Joachim Braun von der Volksmission hat ein Büchlein jetzt über den Heimgang seiner Frau herausgegeben, wo er einige Gedanken aufgeschrieben hat vom Sterben. Er erzählt, wie er 1956 mit einem klapprigen VW Käfer durch Brasilien gereist ist. Dann sagt sein Begleiter: Wir müssen hier einmal halten. Und sie gehen dann durch eine Bananenplantage hoch in eine Hütte, wo deutsche Auswanderer leben. Ein altes Ehepaar, beide über achtzig Jahre.
Aber dieser Mann ist so schwer von der Arthritis geplagt, er liegt nicht mehr im Bett. Er hat aus Baumrinde sich Schlingen gemacht, in die er sich in der ganz primitiven Hütte abends anbindet, um in einer Hängelage überhaupt einigermaßen die Nacht zuzubringen. Und dann ist Joachim Braun ganz mutlos: Was soll ich denn diesem Mann sagen? Und dann fängt dieser schwer leidende Mann an und sagt nur: Ich bin gewiss, dass diese Zeit Leiden nicht wert sind der Herrlichkeit, die an uns soll offenbart werden.
Der Auferstandene macht das schon, wenn wir nur nicht ihm sein Auferstehungszeugnis zerreden. Wenn wir es nur nicht kaputt machen. Er will, dass das alle Welt weiß, dass der Tod zerbrochen ist durch ihn und dass er heute wirklich unter uns lebt als der Herr.

Das Leben unter dem Vorzeichen des Sieges

Nun beginnt ein spannendes Leben. Ich möchte also nicht nur vom Friedhof reden, sonst könnte ja am Ende die Konsequenz der Predigt sein, dass sie sagen: Ja, jetzt möchte ich sterben.
Das ist schon richtig: Christen haben auch eine Sehnsucht, zum Heim zu gehen. Aber ist das alles nur auf den Tod bezogen? Ganz bestimmt nicht. Da steht ja hier dieses Wort, das diesen Frauen gesagt wird: Er wird vor euch hergehen.
Jetzt beginnt ein spannendes Leben. Also nicht bloß in der Todesstunde ist das wichtig, sondern jetzt geht er vor uns her, jetzt! Ich weiß nicht, was auf Sie wartet, wenn Sie aus diesem Gottesdienst weggehen, wohin Sie hineingehen, in Ihre Arbeitsnöte, in welchen Spannungen Sie leben. Sind Sie sich dessen bewusst, dass in den kommenden Werktagen der Auferstandene Ihnen begegnen will? Er braucht kein Lichtschein und keinen Blitz dazu, aber er kann Ihnen so machtvoll seine Gegenwart demonstrieren.
Die Ostergeschichte geht ja gleich weiter mit der Geschichte der Apostel im Neuen Testament. Und da wird erzählt, wie das Schlag auf Schlag ging. In Jerusalem waren diese verschüchterten Jünger zusammengekommen am Pfingsttag, und da hat Jesus so mächtig gewirkt, dass Tausende zum Glauben kamen.
Aus dieser großen Schar der spottenden und lästernden Israeliten traten sie heraus und bekannten sich zu Jesus und waren überzeugt: Jesus Christus ist auferstanden. Und dann ist das Wunder passiert, dass der schlimmste Verfolger überführt wurde vom auferstandenen Jesus.
Das gibt es doch heute auch. Es gibt doch kein Hindernis für Jesus, wenn er seine Macht zeigen will, auch in unseren Tagen.

Mutige Zeugen in einer widerständigen Welt

Vorhin, vor Beginn des Gottesdienstes, hat mir ein junger Mann erzählt, wie er zum Glauben gekommen ist. Ich kenne die Gemeinde, aus der er stammt, und weiss, dass dort kaum mehr jemand zum Gottesdienst geht. Umso mehr hat es mich überrascht, dass ein junger Mann dort zum Glauben kommt.
Dann erzählte er mir von einer dieser stillen Frauen, schon über achtzig Jahre alt. Vielleicht empfinden die anderen sie als etwas schrullig und komisch in ihrer Art. Aber sie hat Kinder in ihre Wohnung eingeladen und ihnen von Jesus erzählt. Ich kenne diese Gemeinde, aber das wusste ich nicht: dass der Auferstandene durch diese schlichte und fast komische Frau so viel Frucht schaffen kann, weil er wirkt.
Jetzt ist nur das so wichtig, dass in ihrem Leben die Spuren des auferstandenen Jesus sichtbar sind. Damals waren die Apostel plötzlich von einem unerschrockenen Mut erfüllt. Sie sagten: Wir können es nicht lassen. Selbst als sie bedroht wurden, und die Polizei sagte, ihr dürft nicht mehr reden, selbst als man ihnen Haft androhte, haben sie unerschrocken von Jesus weitergesprochen.
Das ist doch die Folge des Auferstehungsereignisses: dass uns Jesus zu mutigen und kühnen Bekennern macht, die nicht zurückweichen und sagen: Ach, da könnte es gefährlich werden, und da werden wir deshalb schief angesehen. Sondern die sich zu Jesus bekennen in dieser gottlosen Welt, in einer Zeit des grossen Abfalls, und die den Mund auftun.
In der Apostelgeschichte wird viel davon erzählt, wie lauter Widerstände sich ergaben. Wo die Apostel hintraten, war der Weg wie vermauert. Das muss ich ihnen erklären. Es gefällt Jesus sogar, dass er vor uns viele Widerstände auftürmen lässt, dass man manchmal meint, man sei verlassen und verloren. Da meint man, jetzt kommt man gar nicht mehr weiter.
Warum denn? Paulus sagt: Wir waren so verzagt, dass wir schon meinten, dass wir sterben müssen. Das geschah, damit wir unsere Hoffnung auf den setzen, der Tote lebendig macht. Christen sind oft in besondere Schwierigkeiten hineingestellt, weil sie ganz besonders mit der Auferstehungskraft Jesu rechnen. Sie erleben neu, wie er Türen öffnet und ermöglicht, wie plötzlich alle Widerstände durchbrochen werden und er den Weg für uns bahnt.
Er wird vor euch hergehen, viele von Ihnen, die in der bedrängendsten Krankheit leben, und es erfahren jeden Tag ein Wunder des Auferstandenen. Jedes Liebeszeichen, das wir empfangen, ist ein Wunder. Wie wir das praktizieren, er wird vor euch hergehen.
Ein spannendes Leben beginnt mit lauter Erfahrungen, wie er sich vor uns als der Herr erweist.

Der Auftrag, die Botschaft weiterzutragen

Und noch einen letzten Gedanken: Das ist ein Auftrag für die Welt. Das hat er, als er auferstanden war, seinen Jüngern aufgetragen, damit sie es in der ganzen Welt verkünden und überall bekannt machen. Es ist ihnen damals sehr schwergefallen. Und darin sind wir den ersten Jüngern auch sehr ähnlich.
Geht und verkündigt es. Sie sollten es zuerst den anderen sagen, aber selbst da hatten sie Hemmnisse. Warum geht das denn so schwer über unsere Lippen? Weil wir immer wieder die eine Ausrede haben und sagen: Die Menschen können es nicht verstehen, das kann man nicht verstehen. Es gibt keinen unter uns, der das mit seinem Kopf und mit seiner Intelligenz fassen könnte. Es ist immer ein Ereignis, das alle unsere Maßstäbe völlig übersteigt. Wie sollen wir das fassen können? Der Tod ist besiegt, der Tod ist überwunden, und es ist eine Schande, wie wir heute auch die vielen ungläubigen Menschen um uns her im Zweifeln lassen.
Wir brauchen ihnen nicht viel zu erzählen. Wir brauchen auch nicht viele und lange Vorträge zu halten. Es ist ganz unwichtig, was die Menschen um uns herum von der Kirche halten oder von ihrem Pfarrer oder von sonstigen Dingen. Aber wir sollten ihnen sagen: Jesus ist auferstanden. Überlassen Sie das dem Auferstandenen selbst, das zu bekräftigen. Sagen Sie das jetzt an den Krankenbetten, sagen Sie das den vielen, die gebunden sind, in Sünde und in Schuld und nicht herauskönnen. Sagen Sie das: Jesus ist auferstanden. Es ist ein Sieg errungen über alle Mächte, und es ist möglich, dass Menschen neue Kreaturen werden. Es gibt keine hoffnungslosen Fälle mehr, sagen Sie von Jesus, das ist unser Zeugnis.
Ich habe einen Bericht bekommen aus Nigeria, wie dort die nigerianischen Christen vorstoßen zu Volksstämmen, die an der Grenze nach Benin leben, die Koma und die Boko-Völker, denen bis heute noch niemand von Jesus gesagt hat. Die Boko haben allein 30 Glieder in ihrem Stamm, kein Mensch hat ihnen von Jesus gesagt. Und wie jetzt die ersten afrikanischen Evangelisten dorthin kamen, sagten sie: Warum seid ihr nicht früher gekommen? Warum habt ihr diese gute Nachricht für euch behalten?
Das ist nicht bloß eine Kunde, sondern das ist eine Wirklichkeit, die jeder erfahren kann. Jesus lebt und hat die Mächte dieser Welt besiegt und überwunden.

Zeugnis unter Widerstand und Hoffnung in der Nacht

Wenn wir nun in diesen Dienst hineingehen, werden auch wir erleben, wie vor uns manche Schwierigkeiten auftauchen. Ich darf aus einem Missionsbericht aus Thailand lesen, von der Überseeischen Missionsgemeinschaft, wie Menschen heute den Auferstandenen erkennen, unter ganz widrigen Umständen, in Feindschaft und Hass.
Mitten in der Gebetsgemeinschaft, die wir zum Abschluss unseres gemeinsamen Bibelstudiums abhielten, fing ein Mitglied unserer Kerngemeinde an, Jesus mit einer fremdartigen Stimme zu verspotten. Nach der ersten Gebetsversammlung der Gemeinde, die großen Segen und Sieg über die falschen Geister gebracht hat, muss mein Mitarbeiter ins Krankenhaus eingeliefert werden und ist drei Monate außer Gefecht.
Zu Beginn des evangelistischen Einsatzes mit einem Bibelschulteam begeht ein gerade getauftes Mädchen Selbstmord, und ein verantwortlicher Leiter kann sich wegen Arthritis nicht mehr bewegen. Er muss im Dunkeln drei Kilometer weit zurück nach Hause getragen werden, weil unser Fahrzeug im Schlamm feststeckt. Zum dritten Mal müssen besondere evangelistische Einsätze im Freien abgesagt werden, weil es stark regnet.
Ja, war da der Auferstandene nicht da? Doch gerade da, selbst da, wo er seine Zeugen ganz lahmlegt, wo es äußerlich so aussieht, als ob die Hölle triumphiert, und das steht dann in dem Missionsbericht. Wie sie sich im Gebet dennoch versammelt haben, ihre Lieder gesungen und gedankt haben, dass die Mächte der Hölle entmachtet sind. Dass sie wissen, was Christenglaube ist. Dass wir durch die Nacht der Welt fröhlich ziehen und ihm danken, dass er den Weg bahnt und vor uns hergeht.
Wir wollen es allen sagen, dass es keine Dunkelheit gibt, die dunkel bleibt, sondern dass uns gerade in der Nacht Jesus neu begegnet und uns gewiss macht in seiner Nähe und in seinem Sieg. Kein Unglück kann uns niederdrücken; es muss uns um Jesu willen am Ende zum Glück werden. Und im auferstandenen Jesus überwinden wir diese Welt, alles, was uns in dieser Welt bedrängen und ängstigen mag. Wir werden überwinden, weil Jesus uns hindurchführt in seine Ewigkeit. Amen.