
Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern
Bibelarbeit über Markus 2, 13-17
Markus 2,13-1728.10.1997
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Einleitung und Hinführung zum Bibeltext
- Verse 13 bis 17: die Berufungsgeschichte des Levi. Und wir nehmen dann noch die jüngere Geschichte dazu, und die habe ich zusammengefasst. Nachher denken wir immer wieder: War das vielleicht auch schade? Aber wir wollen ja auch ein Stück vorwärtskommen. Markus 2,13-17, Markus 3,13-19.
13 Und Jesus ging wieder hinaus an den See, und alles Volk kam zu Jesus, und er lehrte sie. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alpheus, am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. Und es begab sich, dass Jesus zu Tisch saß im Haus, also bei Levi. Da setzten sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern; denn es waren viele, die ihm nachfolgten. Und als die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Ist er mit den Zöllnern und Sündern? Und als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.
Jetzt gehen wir ein ganzes Kapitel weiter, 3,13. Die Berufung der Zwölf.
Und Jesus ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte; und die gingen hin zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er Apostel nannte, damit sie bei ihm sein sollten und damit er sie aussendete zu predigen und damit sie Vollmacht hätten, die bösen Geister auszutreiben. Und er setzte die Zwölf ein und gab Simon den Namen Petrus. Weiter Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und gab ihnen den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne. Weiter Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alpheus, und Thaddäus und Simon Kananeus und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.
Da sagte Matthias Main, es sei ihm eine ganz große Hilfe gewesen, in der letzten Zeit ein Buch von Helmut Lamparder zu lesen. Es sei irgendwo ein altes Buch gewesen, offenbar durch seine Frau in die Ehe gekommen, so wie es manchmal dasteht: einfach Jesus nach den Evangelien. Wie ist das in solchen Situationen? Er sagt, es seien sicher auch die Fürbitte und das Gebet gewesen. Wenn in schweren Situationen man plötzlich sieht: Ich habe einen anderen Blick, und ich habe eine Geborgenheit, und ich sehe etwas, wo man selber als der, der ertrösten wollte, sagt: Was soll ich hier tun, wenn es Gott nicht tut? Durch seinen Heiligen Geist wird der Blick auf Jesus frei. Wer ist Jesus? Und er sagt, es sei ihm erst da ganz groß geworden, wie alle Bibelkritik nichts bedeutet, weil das alles den wirklichen Jesus, wie er uns nach dem Evangelium geschildert wird, nicht trifft, wie er wirklich ist, wie wir ihm im Leben begegnen.
Und ich hoffe auch, dass wir das erkennen durch unser Markus-Evangelium hindurch, wie uns Jesus begegnen will und wie wir immer mehr mit ihm zusammenwachsen. Er ist ja heute vor uns. Er ist ja eine Person. Er ist ja da. Er ist da mit Ihnen, dauernd im Reden, und Sie dürfen immer näher mit ihm zusammenwachsen und erleben, immer mehr mit ihm zusammenleben, auch den Werktag, auch das, was Sie an Freude empfinden, die Lebenslust und alles, was dazu kommt. Doch alles kommt von ihm. Jeder Atemzug kommt doch nur aus der Nähe des ewigen Gottessohnes. Und wenn man das einmal sieht, dann werden sich alle Rätsel meines Lebens nie lösen lassen. Ich kann sie bloß vor Jesus tragen und sagen: Deine Wunden sind es, die mich trösten.
Und wenn wir auch hier wieder diesen Blick auf Jesus haben, dann fällt mir zuerst wieder auf: Jesus geht zu den Menschen. Jesus geht zu den Menschen. Es gibt ja so viele Dinge immer wieder, wo man sagt: Ist Jesus nicht so ein Kommen-an-den-Menschen? Nein, das ist er nicht. Die Kommen-Leute, das waren Sektenleute, da muss man ins Kloster in die Wüste gehen. Jesus hat nie Leute ins Kloster gerufen. Jesus ging zu den Menschen. Und Gemeinde Jesu lebt nur, wenn sie zu den Menschen geht. Nur wenn wir eine Aufgabe wiedersehen, zu den Menschen zu gehen, das ist die Kernsache meines Dienstes. Ob wir Besuche machen, ob wir zu den Menschen gehen, ob wir Zeit haben, mit den Menschen zu reden: Dort geschieht es schön, manche einzuladen. Aber das Hingehen zu den Menschen, sie zu suchen, wie hat Jesus das immer praktiziert? Er ist den Menschen nachgegangen. Jesus sucht sie, sie sollen das wissen, heute das Erste.
Jesus ging hinaus an den See. Da war es bevölkerungsreich, es war der Marktplatz, da waren die Geschäfte, da war alles. Jesus ist dort. Die Menschen strömen zu Jesus hin. Zwei Erfahrungen: Jesus sucht Menschen, und die Menschen haben eine Sehnsucht nach Jesus. Die Menschen haben eine Abneigung gegen Kirche und gegen alle Organisationen, auch gegen Freikirche. Sie müssen immer wissen: Verteidigen Sie nie Kirche vor Menschen. Wir haben ja selber viel zu viel Kritik an vielen kirchlichen Zuständen. Verteidigen Sie die Pfarrer und alles, lassen Sie das weg, gehen Sie auf das Evangelium zu! Und die ganzen Fragen, die sind uns so unwichtig, wo einer seine konfessionelle Anbindung hat. Uns geht es darum, Jesus den Menschen großzumachen, weil die Menschen einen Hunger nach Jesus haben. Oft ist das verstellt durch viele schlechte Erfahrungen, die man hatte. Aber das sehen Sie aus dem Evangelium, genau so erleben Sie es heute. Wie Menschen plötzlich sagen: Das suche ich. Und wie sie ein Empfinden haben: Ich habe Ihnen immer erzählt von diesen buddhistischen Mönchen, es hätte ich nie erwartet, dass man plötzlich in so einer ganz anderen Kultur wieder hört, dass die Leute sagen: Das hat mich gezogen. Die Worte Jesu, die hatten eine solche Kraft ausgelöst, die haben so einen Frieden mir gegeben.
Und wir können auch nicht mehr tun. Wir können immer bloß bitten, dass der Geist Gottes das erleuchtet, Menschen klar macht, dass sie Jesus erkennen können. Sie können nie eine Gemeinde attraktiv machen, Sie können auch nie Prediger herausstellen usw. Das alles hat gar keinen Wert. Entweder zieht Jesus Menschen an, oder es ist nichts. Mir ist oft erstaunlich, wie viele Leute schon eine Geschichte mit Jesus haben. Wir ahnen das gar nicht. Sie laden jemanden jetzt so pro Christ ein und wissen gar nicht, dass der Jesus schon lange am Wirken ist. Und das ist etwas ganz Großes im ersten Vers geschildert: Jesus geht zu den Menschen, und das Volk zieht in großen Scharen zu Jesus. Es mag sein, dass viele wieder umkehren, weil sie vielleicht die Bedingungen nicht wollen, die Jesus fordert. Aber immerhin: Jesus ist das Beste, was wir Christen der Welt anzubieten haben. Die Diakoniestationen sind nicht so gut, und auch die stimmungsvollen Adventsabende sind nicht so gut wie das, was geschieht, wenn Menschen Jesus begegnen. Wir sind nur die Mittler. Wenn wir uns da genieren und schämen, hat es gar keinen Wert. Wir brauchen Jesus auch nicht attraktiv zu machen. Die Worte Jesu sind so ungemein auf Menschen anziehend, dass wir immer wieder sehen müssen, wie das hier ist.
Und Jesus, was hat denn Jesus getan? Wir hatten das jetzt öfter: Er lehrte sie. Jesus hat Menschen unterwiesen, er hat gepredigt. Auch das war früher nichts Attraktives, aber nichts ist so interessant wie die Wahrheit des Evangeliums. Wir sind vielleicht überfüttert und verstehen das nicht. Warum? Weil das Hören des Wortes Gottes für Menschen etwas Erstaunliches ist. Natürlich nicht mit Unsinn. Ich habe ja mal einen Mann getroffen in Bangladesch, so ein Spinner, der an Straßenecken stand und einfach die Bibel vorlas, das meine ich ja nicht. Sondern das wirklich Erklären in Ihren Worten, so wie Sie es erlebt haben, die Wahrheit des Evangeliums, das fasziniert Menschen heute genauso wie früher zu allen Zeiten. Warum? Weil das Wort Gottes die Wirklichkeit bringt. Also sagen wir im Bibelwort Psalm 33: So er spricht, so geschieht’s; so er gebietet, so steht’s da. Das Wort Gottes hat eine Durchschlagskraft, das denkt man gar nicht. Das Wort Gottes erfüllt sich, das Wort Gottes wird zum Ende kommen. Das beobachten wir durch die ganze Bibel hindurch. Das Wort Gottes kommt auch heute zum Ziel. Mein Glaube muss sich auf dieses Wort Gottes verlassen, und wo ich in diesem Wort Gottes arbeite und lebe, werde ich wachsen im Glauben.
Geht durch die Bibel: Das hatten wir jetzt immer wieder, dass der Abraham damit begonnen hat zu glauben. Gott sprach zu ihm, und auf dieses Wort hin hat er Vertrauen: Ich will dich zum großen Volk machen. Und das geht dann durch die Jahrhunderte und durch die Jahrtausende hin. Durch Gott erfüllt sich sein Wort. Ich habe ja manchmal Sorge, ob wir alle im Wort richtig zunehmen, ob wir uns Zeit nehmen fürs Wort, ob wir uns Zeit nehmen. Haben Sie diese persönliche Stille über dem Bibelwort? Merken Sie, wie das eine Kraftquelle ist? Werden Sie auf der Gemeindefreizeit wieder gründlich? Ob die Beschäftigung mit dem Wort einfach lesen, dieses Wort aufnehmen und sich das zusprechen lassen, auch für solche Stunden. Ohne dieses Wort Gottes wollte ich an keinem Grab stehen und könnte keinen Dienst tun. Und ich bin selber einer, der es nicht glauben kann. Ich bin heute der Beschenkteste, wenn man wieder sieht, was Gott kann. Ich kann nichts, aber was Gott kann, ist stärker als die unlösbare Situation von Menschen. Und wir sind keine Tröster, und wir haben keine Kraft, aber das ist der Herr, der zu Menschen redet durch sein Wort. Und Jesus sagt: Meine Worte sind Geist und Leben.
Wenn Sie sich einmal überlegen, Sie werden es aushalten: Ich kann es ja gar nicht fassen, ist das wirklich so, wenn ich sterbe, wo komme ich denn hin? Und so alles, was in meinem Leben an Erfahrung ist, spricht doch dagegen. Und auf einmal gibt Ihnen der Herr diese Gewissheit des Glaubens auf sein Wort hin. Was Wunderbares! Also das bleibt auch immer wieder die Kraft der Gemeinde, dass wir das Wort weitergeben, dass wir das Wort auslegen. Ich wundere mich ja immer wieder, dass auch so viele Menschen bei uns kommen, auch ungläubige Menschen, die gerne das Wort Gottes hören, unseren Gottesdienst. Das verstehe ich immer gar nicht. Wenn ich oft nachforsche, sind es Leute, die selber noch gar nicht im Glauben sind, weil sie das interessiert. Das spricht meine Situation an, und zwar gar nicht. Es geht gar nicht um den Pfarrer, sondern das Wort unverändert, unverkürzt, unverfälscht, das Wort Gottes so, wie es uns Gott gegeben hat. Das ist ja merkwürdig, dass das Evangelium der Bibel doch eine Einheit ist.
Das wäre auch eine schöne Sache, dass man für die, die doch sagen: Ich habe einige Probleme und gedankliche Fragen, auch kritische Fragen an die biblischen Sammler, da würde ich also gerne auch immer wieder Seminare machen. Nur am Sonntagmorgen, dann haben wir keine Zeit. Ich würde gerne mit Ihnen das durchgehen, auch von allen Forschungsfragen, theologischen Fragen, die Ihnen immer wieder zeigen: Ich bin so überzeugt, so wie die Theologien der letzten Jahrzehnte sich im Nu überlebt haben, nur das Wort Gottes bleibt durch die Jahrhunderte hinweg. Und es ist diese Lebenskraft, und das war der Grund, warum die Menschen so zu Jesus geströmt sind, und das Wort Gottes ist in Jesus noch einmal komprimiert. Zusammengefasst: Alle Gottesverheißungen sind Ja und Amen in Jesus. Und da ist noch einmal alles klar, was ich zum Leben und zum Sterben habe.
So, jetzt haben wir viel theoretisch über das Wort gesprochen, jetzt wollen wir das Wort noch kommen lassen. Am Zoll sitzt der Levi, der Sohn des Alpheus. Levi ist der Matthäus, der das Matthäusevangelium uns geschenkt hat. Warum sitzt der am Zoll? Das ist hochinteressant, wenn man das einmal untersucht. Ich sage all diese Sachen, ich habe es in dem Israelführer noch einmal beschrieben: Kapernaum war direkt an der Grenze. Was war dort oben für eine Grenze? Das Herrschaftsgebiet von Herodes Antipas. Herodes Antipas war der böse Herodes-Sohn vom Herodes dem Großen, der seinen Sitz hatte in Sepphoris. Einige waren bei der letzten Reise, wo wir erstmals in Sepphoris waren. Jesus war in Nazareth, das war das kleine Kaff. Sepphoris war das prunkvolle antike Herrschaftsgebiet von Herodes Antipas, ein Wüstling, die ganze Not des Johannes des Täufers usw. Und dann haben wir den Philippus, der nördlich sein Herrschaftsgebiet hat, und die haben eine Zollschranke gehabt und haben tüchtig abkassiert. Das war eine große Handelsstraße, die Via Maris, die am See Genezareth vorbeiging, die dann zur chinesischen Seitenstraße führt, Hauptstrom, der darüber ging. Und deshalb wurde dort oben an dieser Grenze abkassiert. Da hat er Philippus kassiert, und da hat er Herodes Antipas kassiert. Und das Einzige, wo man richtig Steuer erheben konnte, war, wenn die Leute vom einen Herrschaftsgebiet ins andere gingen. Das war die Herrschaft von Herodes dem Großen, der starb mit der Geburt Jesu, war dann geteilt in vier Herrschaftsbezirke, und deshalb war da oben Zoll.
Die Zöllner waren schmutzige Leute, denn sie haben mit der Besatzungsmacht der Römer zusammengeschafft. Sie haben meist diesen Zoll pauschal von den Römern abgekauft. Sie haben sich das Recht abgekauft, Zoll zu erheben. So haben es übrigens die Herrscher nachher auch gemacht bei uns in Württemberg, dass sie dann die Vollmacht in die Hand gaben. Es war das Problem des Süssoppenheimer in Württemberg und so. Einer hat gesagt: Ich gebe dir das ganze Geld, wenn du mir dann die Rechte gibst, dass ich Zoll erheben kann oder Steuer erheben kann. So haben es die Zöllner damals gemacht und haben natürlich mit tüchtigem Aufschlag zu ihrem eigenen Profit abkassiert. Die Römer haben sich nicht damit abgegeben, das Abkassieren, und deshalb waren das moralisch die verwerflichsten Leute, schlimmste Mafia, die es damals gab. Sie haben mit Riesengewinnspanne gearbeitet und mit der Besatzungsmacht zusammengeschafft, haben das eigene Volk rücksichtslos ausgenutzt. Und Sie können sich das nicht mehr vorstellen, das ist einer der schlimmsten Schwarzhändlertypen. Oder wie sagt man da? Also wirklich, was man heute von krimineller Mafia sagen kann.
So ein Mann sitzt am Zoll, und Jesus geht auf ihn zu. Und jetzt würden wir alle sagen: Da muss man zuerst dem Mann sagen, was er falsch macht. Jesus sieht offenbar, wo Menschen selber an der Sünde leiden. Das ist ja eine Behauptung, die Sie oft wundert. Ich behaupte ja immer: Kein Mensch wird mit der Sünde glücklich. Wir Christen meinen immer, wir müssen mit Menschen streiten. Es gibt ja bei uns im Leben Situationen, wo wir immer noch ein Verhalten verteidigen im Gespräch, und dabei wissen wir selber innerlich, dass es nicht stimmt. Und Jesus geht einfach Menschen zu und ruft sie in die Nachfolge, obwohl sie noch in diesem Stand drin sind. In der Mission macht man es immer so, dass man ein halbes Jahr Bewährungszeit einschiebt, bevor man sie tauft. Aber wie Jesus direkt darauf zugeht! Ja, es ist trotzdem möglich, dass ein Judas Iskariot dabei ist. Das kennen wir von unserem eigenen Leben. Wie viele Sünde gibt es im Leben von gläubigen Christen, die Jesus nachfolgen. Das heißt nicht, dass wir sündlos sind. Jesus kennt das. Da will einer die Wende, und deshalb ist der Ruf so wichtig. Jesus muss einen rufen in die Nachfolge, und das ist die schönste Umschreibung, was Glauben ist: Nachfolge, einen Ruf hören, Jesus will mich, er ruft mich, bei ihm zu bleiben, in einer ganz engen Verbindung mit ihm leben. Es spielt ja jetzt gar keine Rolle irgendeine andere Organisation. Was Jesus ruft, Menschen in seine Nachfolge.
Und der stand auf, und zwar sofort. Es gibt ja nachher das Wort Jesu, wo die sagen, sie wollten zuerst noch Abschied feiern, und wo Jesus sagt: Nein, das geht nicht. Und wo einer sagt: Ich muss zuerst noch meine Ochsen kaufen, oder ich muss noch heiraten. Das versteht man ja, es ist auch ein wichtiges Geschäft. Wo Jesus sagt: Nein, also wenn du deine Hand an den Flugläschen siehst zurück, hat es keinen Wert, sondern jetzt ruft er dich. Dass aber Jesus auffallen, die Stunde, wenn er vor uns steht, es ist immer, wenn in Ihrem Leben ja, es ist ja trotzdem interessant irgendwo, wo Sie merken: Jetzt will Jesus was von mir, und jetzt muss ich das ergreifen. Und dann entdecke ich das. Ich kann es nicht verschieben, denn ob Jesus noch mal so anklopft und mich noch mal so ruft, da stand er auf. Bei Parzani gibt es ein Büchlein, wo er es überschrieben hatte, ich habe es nicht mehr ganz genau. Ich habe nicht mehr suchen können: Was wäre gewesen, wenn Levi nur genickt hätte? Okay, nicht er stand auf, und das ist eine Lebenswende. Das gehört mit dazu, wenn man zu Jesus kommt: aufstehen, seine Lebensumstände neu ordnen und sich ganz mit allem, was er tut, an Jesus Christus binden.
Wissen Sie, warum so viele Christen keine Ausstrahlung mehr haben? Weil sie alles wissen, aber diese Lebensgemeinschaft mit Jesus nicht leben. Das ist unsere Not. Lebe ich wirklich ganz mit ihm? Mein Tagwerk mit Jesus, meine Planungen mit ihm, das ist doch die Freude. Ich sehe ihn doch dann auch in der Schönheit der Welt, die mich umgibt. Ich freue mich am Essen, ich freue mich an den Menschen, die mir begegnen, aber mit ihm gelebt, in einer großen Weite. Und er lässt alles zurück, was falsch war, auch mit seiner Geldpolitik. Das ist mal zuerst das, was hier heute Abend wichtig ist. Nachfolge ist nichts von Begeisterung, sondern ist ein Gehorsamsschritt. Glauben hat es mit Gehorsam zu tun, nicht mit dem Denken allein, sondern mit dem Gehorsam und mit der Nachfolge. Und dann die Bindung, die Bindung an Jesus.
Bonhoeffer hat ein schönes Buch geschrieben, von dem ich Ihnen vorschwärme. Ich weiß aber gar nicht, das gibt es nicht mehr jetzt, haben sie auch nie gefunden. Es gibt keine Taschenbuchausgabe von der Nachfolge. Ganz super, wie er das beschreibt. So hart hat es niemand ausgelegt wie Bonhoeffer: Ein Ruf, der keine Entschuldigung mehr zulässt. Wenn Jesus redet, ist der Ruf eindeutig, und daran krankt die Christenheit. Das war sein Ruf, und dann dieses Aufstehen des Levi und dieses Nachfolgen und das Nichtverschieben und seine Dingeordnung bringen im Lichte Jesu ganz vorzüglich. Hat jemand es irgendwo gefunden? Ich glaube, es gibt noch keine billige Ausgabe im Moment von Nachfolge. Ich glaube, nur antiquarisch kriegt man es im Moment. Ich kann aber gerne noch mal schauen, ob es doch irgendwo herausgekommen ist. Aber auch in der Bibliothek, in der Landesbibliothek, lohnt sich das zu besorgen. Es ist ein ganz geniales Buch. Auch das andere Buch von Dietrich Bonhoeffer Über die Gemeinschaft ist ganz fantastisch. Das ist so biblisch klar und gut, da greift man immer wieder danach.
Aber damit möchte ich dieses abschließen, diese Eindeutigkeit: Es ruft. Wir hatten sie schon einmal besprochen, als die ersten Jünger berufen wurden im Kapitel 1, Vers 16, aber hier noch einmal an dieser Stelle. Und jetzt kommt etwas ganz Besonderes: Jetzt feiert Jesus mit diesem Levi noch, sie sitzen zusammen. Das ist ja ungewöhnlich, während Jesus anderemal gesagt hat, man soll keinen Abschied feiern. Jesus hat ja überhaupt eine große Freiheit besessen. Das ist auch für uns wichtig: Er geht nicht immer so gleich vor, und wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht enger werden, als es das Wort Jesu befiehlt. Aber sie sitzen zusammen, und das muss offenbar fröhliche Party gewesen sein. Jetzt stellen Sie sich mal vor, um welche Leute es sich hier handelt. Es handelt sich ausschließlich um Mafiaköpfe, es handelt sich um Leute und um das ganze Geld, wo Schmutz dran war. Das wäre, wie wenn Jesus heute mit Nachtlokalbesitzern zusammensitzen würde und mit irgendwelchen Leuten, die Geldwaschung betreiben oder was weiß ich, Messhandel aus dem Ostblock oder so, und würde zusammen eine fröhliche Party feiern. Wenn Jesus ein edler Mensch war, kann er sowas nie tun. Das kann er nie tun. Ein edler Mensch kann nicht dorthin gehen. Ein edler Mensch muss ganz deutlich sagen: Diese Leute, ich muss mich distanzieren davon.
Das kann nur der Gottessohn machen, der einst demonstrieren will, dass die Gnade Gottes ohne Ende ist und die Barmherzigkeit ohne Ende. Denn Jesus kam auch nie in den Verdacht und kann auch gar nie in den Verdacht kommen, als ob er eine Sünde gutheißen würde. Das ist gar keine Frage. Jeder von uns käme gleich in ein schiefes Licht. Wenn man uns dort sehen würde, würde jeder sagen: Jetzt traue ich dem aber auch nicht mehr über den Weg, was ist mit dem los? Bei Jesus war gar keine falsche Deutung möglich. Sie haben nur gesagt, er sei ein Weinsäufer, habe ich noch ein bisschen fürchterlicher. Was ist der Sohn Gottes? So hat Jesus selber seine Kritik. Aber es war ganz klar, weil Jesu Leben so eindeutig war, und deshalb ist er nicht ein Edler, sondern Gottessohn, der an dieser Stelle seine Größe deutlich macht, indem er niemanden hinausstößt, indem er vor niemanden zurückschreckt, vor keinem Massenmörder, vor keinem noch so schlimmen Betrüger. Von niemandem schreckt Jesus zurück. Es ist ganz wunderbar, wie es da ist, wie Jesus mich sucht, mich in meiner Schuld und in meiner Sünde. So etwas gibt es überhaupt nicht zu denken, wie Jesus über alle Moralmassstäbe hinweg Liebe demonstriert und damit zum Ausdruck bringt, dass das Evangelium Menschen sucht, die krank sind und die mit eigener Kraft ihr Leben nicht mehr retten können, verlorene, gestrandete, gescheiterte Menschen.
Und die Kraft des Evangeliums wird am allerschönsten immer wieder sichtbar bei Menschen, die am Ende sind. Ich trafte erneut in Siegen, wo ich einen Vortrag hatte, den Jakob Esau, mit dem ich 1975 nach Afrika das erste Mal gegangen bin. Das ist ein Russlandaussiedler, der lange im Straflager lebte, und der hat mir erzählt, so wie die Russlanddeutschen das tun in großer Treue, ich habe es mir schon manchmal erzählt, wie er Gefängnisse besucht. Das ist ein Dienst, wo wir uns bisher noch gar nicht beteiligt haben, aber die Leute, die im Schwarzen Kreuz mitarbeiten, wissen, wie das ist. Und wie er da bloß in der Versammlung erzählt hat, was er dort erlebt. Da sind also all die Russen da drin, die bei uns als Oberkriminelle dann gegriffen werden nach schlimmen Raubüberfällen und allem, bevor sie abgeschoben werden. Wie er sagt: Du kannst dir nicht vorstellen, wie Jesus da drin Beute macht bei Menschen, die am Ende sind, ein Strandgut aus der Armut und dann hineingekommen in Drogensucht und alles. Ich sage ja immer, welche Hochachtung ich vor der Heilsarmee habe, weil die Heilsarmee genau das tut, bei Menschen, die keine Hoffnung haben. Und das muss immer wieder eine Gemeinde lernen, die bürgerliches Niveau hat. Manchmal sagen unsere jungen Leute: Wir sind so arg bürgerlich hier. Ob uns das noch bewusst ist, dass Jesu Kraft zu retten am schönsten dort sichtbar ist, wo jemand ganz kaputt ist? Und wir wollen auch da ganz viel erwarten. Und Jesus scheut überhaupt nie zurück. Sondern seine Liebe wird dort am besten empfunden. Und wir kennen doch all die schöne Geschichte, die am Sonntag erzählt wird, wie da Leute aus der Tiefe, der Lars Olsens Krefsruth als Krimineller da, der schließlich Missionar in Indien wurde und so. Aber trauen wir das heute Jesus noch zu? Wir machen dann immer wieder auch den Bogen herum.
Und da sind ja diese Pharisäer, eine tolle Gruppe waren die Pharisäer. Es war eine Gruppe im Judentum, die ganz treu auf die Erfüllung des Gesetzes achtete und die wusste, man muss Gott ernsthaft dienen. Übrigens eine sozial äußerst tätige Gruppe. Die Pharisäer werden bei uns immer negativ beurteilt, wenn wir uns nicht die Mühe machen, das wirklich mal zu lesen. Die Pharisäer hatten das gesamte diakonische Wesen, Sozialarbeit im Judentum, prächtig gemacht. Jesus war ein bisschen kritischer, er sagte, die fressen der Witwe Häuser, aber das war erbe, die haben das gelöst. Wenn eine Witwe kein Geld hatte, haben sie das Geld vorgestreckt, und wenn die Witwe starb, haben sie das Haus kassiert, wie es heute unsere Sozialhilfe auch macht. Es war eigentlich gar nicht böse, sie haben sich um jeden angenommen. Man kann alles negativ darstellen, aber eigentlich waren die Pharisäer von dem her die ernsthaftesten treuen Leute, die man sich denken kann.
Und warum kommt es zu diesem großen Zusammenstoß? In der Urgemeinde in Jerusalem aus denen, die aus dem Judentum kommen, das sind Judenchristen, die ersten Judenchristen, es waren ja viele erste Judenchristen, Matthäus, Markus und Levi waren ja auch Jude, kamen sehr viele aus dem Pharisäertum. Aber für die war es ganz arg schwierig, weil der Pharisäer natürlich gesagt hat: Erst wenn man das Gesetz befolgt, so ist ja heute unsere Christenlehre. Ich glaube, die meisten Konfirmanden nehmen bei uns nur mit, dass man eben die Gesetze halten muss, wenn man die Gesetze hält, dass man ein richtiger Christ ist, wenn man richtig betet und wenn man Sonntag aus der Kirche geht usw. Aber das, was Jesus eigentlich sagte, dass seine Gnade rettet, das Erbarmen an verlorenen Menschen und dass ein Mensch nichts weiter braucht, als Jesus Christus vertrauensvoll nachzufolgen, das alles hat das Leben. Und dass die mehr begriffen haben vom Evangelium als all die bürgerlich anständigen Christen, das ist doch erstaunlich immer. Und deshalb ist die Spitze mit den Pharisäern natürlich immer wieder drin: Herr, bin ich auch so ein Mensch, der vom System her meint, ich muss zuerst die Leute moralisch erziehen, bevor ich ihnen das Evangelium beibringen kann? Es ist genau umgedreht. Das Evangelium ist eine Gotteskraft, die Menschen rettet.
Und darum hat Jesus auch so gerne provoziert, er hat das so deutlich zum Ausdruck gebracht. Und mich interessiert das immer wieder: Gerade, wo kommen Menschen zum Glauben? Eben nicht über die Tradition vom Kindergarten, Konfirmation, dann irgendwo das Gelehr, sondern irgendwo, wo sie die Gnade Jesu erfahren. Wir hatten am Sonntag genau den gleichen Punkt, wo das Gewissen durchgeht und ich die Barmherzigkeit Jesu in meinem harten Herzen erfahre, da wird mir Jesus ganz groß. Und ich tue doch dann die guten Taten nur aus Dankbarkeit. Worum machen wir die guten Taten? Wenn wir doch am Bösen gar keine Freude haben. Wir sind doch froh, wenn wir Gutes tun können, wenn wir Liebe üben können, aber doch nicht, um uns was damit zu erkaufen. Darum ist es so wichtig, wir sind ja an der Woche vom Reformationstag, dass wir uns wieder daran erinnern, wie Luther die Botschaft des Evangeliums in die Mitte gestellt hat. Das Evangelium von Jesu Barmherzigkeit rettet Menschen und erneuert sie. Und darum ist Jesus zu den Zöllnern und Sündern gegangen. Und Sie müssen sich schon überlegen, wo Sie das in Ihrem Leben machen können, die grenzenlose Gnade Jesu zum Ausdruck bringen, auch Menschen gegenüber. Erwarten Sie viel von Jesus. Auf der Freizeit in Frielz hat jemand gesagt: Jetzt bete ich schon zwölf Jahre für einen Menschen. Und sagt: Ja, und ich bin sicher, dass dieses Gebet erhört wird. Gerade wo wir dann vielleicht in der nächsten Nähe Menschen haben, die ganz tief gefallen sind. Und das ist dann immer am wunderbarsten, wie das ist. Jetzt müsste sie mal Geschichten erzählen, wo sie es erlebt haben, und im eigenen Leben, gerade abhängig in Süchten und in Nöten, und da kommt die Gnade Jesu, und das bleibt bis zum Lebensende das Erbarmen Jesu, das mich rettet. Das ist es.
Es kam der Protest natürlich, warum Jesus das tut und so weiter. Und Jesus stellt noch einmal klar: Er ist der Arzt. Auch wenn Jesus da sagt: Ich bin der Arzt, ist es der größte Hoheitstitel Jesu. Das war schon im 2. Mose 15: Ich bin der Herr, dein Arzt. Ich bin der, der Menschenleben, wo Menschen nichts mehr können, heilen kann, in der ganzen großen Not. Und an dieser Stelle wird sichtbar: Denn wenn ein Mensch einmal gestrandet ist, unsere Psychologen wissen auch keinen Ausweg mehr als Methadonabgabe. Das ist das Allerschlimmste. Aus Methadon kann man gar nichts mehr, da gibt es nicht mehr Rehabilitation, dann lasst ihn einfach noch drin, schau die Lösung, dann gibt es doch auf Krankenschein. Aber wer kann denn die Not eines Menschen wenden? Niemand anderes als der, der sich als Arzt der gestrandeten, gescheiterten Menschen bezeichnet. Bei ihm ist nichts unmöglich, auch keine noch so dunkle Bindung, die er nicht durchbrechen und befreien will.
Und deshalb ist es uns immer so wichtig, da müssten wir jetzt erzählen von der Arbeit in der Hauptwache in Frankfurt von der Frau Maria Haselmann und die alle machen mit dem Haus Metanoia und so, was sie dort erleben, was Richard Straube erlebt hat bei seinem Haus Lebenswände, mit diesen Werken, mit denen wir in Verbindung sind, das ist so was Wunderbares und so was Großes. Und auch immer wieder, wenn man Menschen begegnet, wo man dann hört, wo Menschen einmal gestanden sind, wo Jesus ein Leben erneuern kann, so wunderbar erneuern kann, weil das das Evangelium ist. Und passen Sie bitte auf, dass nichts bei Ihnen am harten Richten drin bleibt von Ihrem Herzen. Es ist ja oft so, was bei uns so schnell rauskommt, dass wir uns absetzen und sagen: Das ist ein schlechter Mensch. Dort ist die Kraft Jesu am besten da.
Jetzt haben wir die Pharisäer auch noch behandelt, und das Rettungswerk ist Jesu Beruf. Das wird hier ganz groß. Er ist gekommen. Warum wird bürgerliche Gemeinde immer wieder tote Gemeinde? Weil sie nicht am Rettungswerk bleibt. Und immer wieder, wenn man die Erfahrung macht, man steht ja auch davor und sagt: Das gibt es nicht. Jetzt zunehmend wird die Wächterstaffel eine Drogenumschlag, so können sie mittags um halb eins vorbeikommen, seine jüngste blühende Leute, wie sie sich Spritzen haben. Aber wir haben dann zerbrechende Ehen in unserer Nähe, wir haben überall. Und wo sind die glaubenden Menschen, die wissen, Jesus kann heilen, und da ist nichts nötig? Es war nicht lange Therapie nötig, sondern Jesus kann heilen, und zwar er kann das tun in einer wunderbaren Befreiung.
Und jetzt machen wir noch diese Berufung der Jünger, die schließen wir hier noch an, weil wir hier diese Berufung des Levi hatten. Wir haben dann hier einige genannt. Er rief zu sich wieder, es ist der Ruf Jesu, der die Bindung der Jünger ausmacht, welche er wollte. Jetzt geht es um den Zwölferkreis. Der Zwölferkreis setzt sich aus einer engeren Gruppe zusammen, dann gegenüber den Jüngern, und sie gingen zu Jesus. Jesus suchte diese Zwölf und nannte sie Apostel, Gesandte. Das Apostelamt ist ja im Neuen Testament beendet. Das ist immer die Frage der apostolischen Kirche, die die Apostel noch fortsetzen will. Wir haben im Neuen Testament keinen Hinweis. Sie wissen, es ist alles durchdacht. Wir haben im Neuen Testament keine Stelle, wo ein Apostel starb und dass man einen Nachfolger für ihn gesucht hat. Das gibt es nicht. Es gab es nur damals, vor Pfingsten noch, wo für Judas ein Nachfolger gesucht wurde. Die Zwölf waren eine besondere Gruppe, aber das Entscheidende in diesem Apostelamt war, dass sie Zeugen der Auferstehung Jesu waren und dass sie eine ganz besondere Leitungsfunktion in der urchristlichen Gemeinde hatten. Das war später das Amt der Apostel, es wird nicht weiter fortgesetzt. Es gibt auch den Begriff Apostel im weiteren Sinne, es gibt sogar die Charta 500, da sind dann Gesandte gewesen, von Jesus ausgesandte Leute, die er mit einer Vollmacht begabt. Das heißt, es sind Menschen. Das ist immer wichtig: Wenn ich in einen Dienst gehe, habe ich auch die Ausrüstung dafür. Und da ist wichtig, sie haben die Ausrüstung nur so begrenzt, wie die Vollmacht geht. Das wissen Sie, wenn Sie Vollmacht haben, überall Geld zu verfügen, und Sie müssen das bei der Bank vorzeigen oder Postvollmacht, da muss genau draufgeschrieben sein, wie weit Ihre Vollmacht geht. Die Vollmacht der Jünger ist keine so große Vollmacht, wie sie Jesus hatte. Wir haben immer nur eine begrenzte Macht. Wir haben eben keine Vollmacht, Tote aufzuwecken, weil bei uns die Todeslinie schwer ist, auch heute eine Frage einer Mutter. Wir wissen, wir sind an einer Grenze. Jesus hat die Vollmacht gehabt beim Lazarus, wir haben sie nicht. Ich glaube auch den Geschichten nicht, die manchmal erzählt werden, weil sie immer die historischen Fakten nicht und so zeigen. Wir sind an dieser Linie, das wissen Sie von Ihrem eigenen Leiden, an eine Grenze geführt. Erst dann, wenn Jesus wiederkommt, wird die letzte Schranke aufgehoben. Aber Jesus hat uns sehr viel Vollmacht gegeben, auch heute die bösen Mächte zu bannen. Wir müssen sehr wissen, wie weit unsere Vollmacht geht. Darum beten: Herr, gib uns deinen Sieg auch. Und der Herr ist bereit, uns auch immer wieder Vollmacht zu geben für Dienste, die bösen Geister auszutreiben.
Und er setzte die Zwölf ein, und er gab ihnen Namen. Jesus hat bei verschiedenen Jüngern einen Namen dazugegeben, bei Simon den Zunamen Petrus. Wir kennen dann aus dem Matthäusevangelium, warum er den Namen Petrus gibt: Fels, wegen seinem Christus-Bekenntnis, Matthäus 16. Es ist ja immer gut, dass wir in den anderen Evangelien Ergänzungen haben. Dann kennen wir die beiden Söhne des Zebedäus, die den Spitznamen haben: Donnersöhne. Es müssen also wahrscheinlich ziemliche Feuerköpfe gewesen sein, die beiden. Jakobus ist hier an der zweiten Stelle genannt. Daraus kann man schließen, dass in der urchristlichen Gemeinde eine große Bedeutung hatte dieser Jakobus. Dann haben wir noch einmal einen Jakobus ganz am Ende im Vers 18, den Sohn des Alpheus. Deshalb sind sie immer mit dem Vaternamen genannt. Sie wissen, dass das in Israel immer so ist, im ganzen arabischen Raum, dass man einen Menschen nach seinem Vater nennt oder nach seiner Mutter oder was. Deshalb immer diese Bar, das heißt Sohn des, und das ist dann der Name. Deshalb wird das hier immer dazugedacht. Im Deutschen sieht man das nicht mehr so, dass es also ein Name ist. Dann Simon der Kanäer, weil wir den Simon den Petrus haben, Thaddäus. Wir können jetzt noch nachsehen, Philippus, den kennen wir aus dem Johannesevangelium, Johannes 1, wie der Philippus zu Jesus kam, wird beschrieben. Es ist bei mehreren Jüngern auch so, dass sie aus dem Kreis Johannes des Täufers kommen. Auch hier gibt es Hinweise, wir wollen das aber nicht tun, weil es jetzt nicht so weit führt, sondern ganz entscheidend wichtig ist, dass auch der Judas Iskariot dabei war. Bei Simon heißt vorher, dass er ein Zelot war, dann war er ein Guerillakämpfer, ein Eiferer in politischer radikalen Partei. Auch Judas Iskariot gehörte zu einer dieser radikalen Gruppen.
Es war zur Zeit Jesu sehr verständlich, dass das Evangelium Jesu missverstanden wurde als politische Befreiungsbotschaft. Sie wissen, wie das heute in Israel noch läuft in den ganzen Fragen der Befreiung, der Landverheißung. Es wird auch unlösbar sein in Israel in der Aussöhnung mit den Palästinensern, damals noch viel schlimmer zur Römerherrschaft. Und deshalb hat ja Jesus, es war für mich der Grund, warum Jesus gewehrt hat, dass man nicht viel redet. Jesus hat Angst gehabt, dass das missdeutet wird, seine Sendung. Er, der Friedenskönig, wollte nicht missverstanden sein mit politischer Botschaft. Darum auch die Zurückhaltung, warum Jesus sich nicht Messias nennen lässt. Ganz einfache Gründe, die man leicht verstehen kann, nicht weil Jesus sich nicht als Messias gehalten hätte, sondern weil die Verwechslung im politischen Fehlurteil zu nahe lag.
Und Judas Iskariot, der ihn dann verriet. Es gibt keine reine Gemeinde. Auch die restlichen elf Jünger sind keine Jünger ohne Sünde. Da ist der Petrus dabei, der Jesus nachher verleugnet, und wir kennen auch sonst das aus dem eigenen Leben, dass es keinen Tag im Jüngerleben gibt, wo wir uns nicht am Herrn vielfach versündigen. Deshalb ist es mit der reinen Gemeinde sowieso immer ein Traum. Aber wir leiden darunter. Und deshalb ist es schön, dass der Herr den Ruf gibt, um den geht es heute, in den Dienst, dass er uns Vollmacht gibt. Und ich wollte, dass Sie diese Vollmacht, die Jesus Ihnen gibt, nutzen. Deshalb habe ich Ihnen schon gesagt: Ihr Wort ist sehr viel, wo Sie zu Menschen kommen, wo Sie ein Zeuge Jesu sind und wo Sie nur ein Bote sind, der anderen weiter erzählt, was Sie selber bei Jesus empfangen haben. Das ist, was Ihr Leben reich und groß macht.
