Serie•Teil 21 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Ausgangspunkt der Predigt
Sieben Tipps, damit ich nicht vergesse, wer Jesus ist, oder sieben Tipps für ein Leben, in dem Jesus die Nummer eins bleibt. Da stecken wir mittendrin. Wir haben die ersten drei Tipps schon angeschaut und wollen heute die letzten vier betrachten. Wir sind im Lukasevangelium, Kapitel 9, die Verse 1 bis 50.
Die drei Tipps, die wir schon hatten, lauteten folgendermaßen:
Erstens: Der erste Tipp, damit Jesus in meinem Leben Nummer eins bleibt: Ich lasse mich gebrauchen, auch wenn mir eine Aufgabe zu groß scheint, weil ich erleben will, wie Jesus mich trotz meiner Schwäche gebraucht.
Der zweite Tipp: Ich bin bereit, Jesus konsequent zu folgen und täglich mein Kreuz auf mich zu nehmen.
Und der dritte Tipp vom letzten Mal: Ich schaffe ganz bewusst Momente in meinem Leben, in denen ich mich von der Ausstrahlung Jesu, von seiner Herrlichkeit, faszinieren lasse und ihm begegne.
Und heute wollen wir weitermachen. Lukas 9 ab Vers 37, und wir lesen die Verse 37 bis 42, überschrieben mit: Die Heilung eines Fallsüchtigen. Lukas 9,37-42.
Die Not des Vaters und die Herrlichkeit Gottes
Es geschah aber am folgenden Tag, als sie von dem Berg herabstiegen. Der Bericht davor war der Berg der Verklärung. Als sie von dem Berg herabgestiegen waren, kam ihm eine große Volksmenge entgegen. Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief laut und sprach: Lehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen Sohn, denn er ist mein einziger. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schäumen, und kaum einmal lässt er von ihm ab; er reibt ihn auf.
Und ich bat deine Jünger, dass sie ihn austreiben möchten, und sie konnten es nicht. Jesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her. Aber noch während er herbeikam, warf ihn der Dämon nieder und zerrte ihn zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.
Die Geschichte wird auch in den anderen Evangelien berichtet, und ich habe euch öfter schon gesagt: Achtet auf die Unterschiede. Wo legt Lukas seinen Schwerpunkt hin? Was sagt nur Lukas? Und es sind im Wesentlichen drei Dinge. Zum einen ist Lukas derjenige, der uns sagt, dass es der einzige Sohn war. Zum Zweiten, dass Jesus den Sohn dem Vater zurückgibt, also die Beziehung zwischen Vater und Sohn wiederherstellt. Und dann ist Jesus der Einzige, der uns die Reaktion der Volksmenge schildert, in Vers 43: Sie erstaunten aber alle sehr über die herrliche Größe Gottes.
Und da haben wir unser Thema wieder. Die Frage ist: Wie bleibt Jesus die Nummer eins in meinem Leben? Hier sind Menschen, die zurückfinden zu dieser herrlichen Größe Gottes. Vom Berg der Verklärung kommt Jesus aus der greifbaren Schönheit Gottes herunter in das Leid der Welt. Und durch dieses Wunder an diesem besessenen Teenager ergreifen Menschen etwas von der Herrlichkeit Gottes.
Unglaube, Verlorenheit und die verdrehte Welt
Das Interessante an dieser Geschichte ist, dass im Zentrum des Berichts nicht die unfähigen Jünger stehen. Das würde man ja erst einmal erwarten. Sie haben es mal wieder nicht geschafft. Sie waren mit der Situation ein Stück weit überfordert. Das stimmt auch. Aber das ist nicht der Punkt, auf den der Bericht seinen Schwerpunkt legt.
Im Zentrum steht etwas, das uns zunächst verblüfft. Jesus sagt in Vers 41: „O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht!“ Er wendet sich also eigentlich an alle Leute, die dort stehen, und sagt: „Ihr Ungläubigen und Verkehrten, o ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen?“
Ihr wisst: Wenn man beim Bibellesen auf eine Stelle kommt, bei der man sagt: Was soll das jetzt? Dann sind das genau die Stellen, bei denen man weiterdenken muss. Es sind die Stellen, die uns herausfordern. Es sind die Stellen, bei denen man ein wenig überlegen muss: Wo kommt denn dieser Gedanke her?
Und an dieser Stelle ist das relativ schwer zu finden, das gebe ich ehrlich zu. Denn das, was Jesus hier mit seinen Worten anreißt, findet sich eher versteckt im Alten Testament. Was Jesus hier tut, ist, dass er antwortet. Und seine Antwort enthält Anklänge an einen Text aus 5. Mose 32,5-6.
Beim Bibellesen ist das immer so eine Stelle, bei der man sich ein Stück weit freut, dass man durch 5. Mose dann irgendwann durch ist. Vielleicht ist man da auch ein wenig zu schnell unterwegs und liest nicht mehr ganz so genau. Aber 5. Mose 32, überschrieben mit „Das Lied des Mose“, ist ein Text, der zeigt: Mose ist am Ende seines Dienstes. Und man könnte meinen: Super, Mose schaut noch einmal zurück, und er hat die Leute befreit, die Leute sind mit ihm gezogen, sie haben die Stiftshütte gebaut, und alles sieht doch rosig aus.
Aber so ist es überhaupt nicht. Mose zieht am Ende seines Lebens vielmehr eine ganz ernüchternde Bilanz. Er beschreibt die Leute, und da haben wir wieder dieses verkehrte Element. In 5. Mose 32,5 heißt es, dass sie sich gegen ihn versündigt haben. Seht ihr da: eine verkehrte und verdrehte Generation.
Da ist dieser Anklang. Jesus nimmt Bezug auf dieses Wort, auf diesen Gedanken, auf dieses Verdrehte und Verkehrte, das immer schon irgendwo in diesem Volk da war: eine Gesellschaft, die zutiefst vom Unglauben geprägt ist.
Selbstverschuldete Not und die Verantwortung des Menschen
Und es ist klar, wenn man sich jetzt einmal vor Augen hält, was hier eigentlich in der Geschichte passiert: Ein Besessener. Besessenheit kommt ja nicht einfach so aus dem Nichts. So, als würdest du mit der U-Bahn fahren und dir, wie man sich einen Schnupfen holt, einfach einen Dämon einfangen. Das stimmt ja nicht.
Es hat damit zu tun, dass Eltern sich auf das Okkulte einlassen, dass sie dieses Okkulte an die Kinder heranlassen, dass sie es in die Familienkultur hineinführen und dann mit einem Mal feststellen, dass das nicht nur ein bisschen Pendeln, ein bisschen Spiel, ein bisschen Tarotkartenlegen, ein bisschen Seancenbesuchen war, sondern dass sich dahinter eine Macht manifestiert, die sich jetzt plötzlich im Leben der Kinder wiederfindet, dort, wo sie es überhaupt nicht haben wollten.
Und das ist das, was der Zauberlehrling beschreibt: Was du riefst, wirst du nicht mehr los. Mit einem Mal hast du ein Problem. Ja, nicht du selbst, sondern dein Sohn hat das Problem, deine Kinder kriegen das Problem.
Und auch das findet sich in 5. Mose 32,17. Dort ist die Beschreibung des Volkes Israel. Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, Neuen, die erst vor Kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten. Den Felsen, der sie gezeugt hatte, täuschten sie, und du vergaßest den Gott, der dich geboren hat. Und der Herr sah es und verwarf sie aus Unwillen über seine Söhne und seine Töchter.
Menschen opfern den Dämonen. Menschen lassen sich ganz bewusst auf Götzendienst und Unglaube ein. Sie schmeißen Gott aus ihrem Leben heraus. In der modernen Form ist man dann Kirchenchrist, irgendwie noch christlich. Aber du schaust dir die Bücherregale an und findest dort alles Mögliche an esoterischem Unsinn. Und irgendwo in der Ecke steht auch noch eine Bibel. Ja, aber an die glaubt man nicht mehr. Man glaubt an das andere.
Und dann wundern die Leute sich, dass in ihrem Leben Mächte und Kräfte sich manifestieren, beherrschend manifestieren, unterdrückend manifestieren, mit denen sie überhaupt nicht mehr fertig werden. Da, wo ein Mensch den Teufel einlädt, nimmt er die Einladung an. Und du reichst ihm die kleine Hand, und er nimmt das Leben in den kleinen Finger. Danke, in den kleinen Finger. Und er nimmt das Leben deines ganzen Sohnes.
Und jetzt haben wir in Lukas 9 den einzigen Sohn Gottes, der dasteht vor einem Vater, der seinem einzigen Sohn genau das angetan hat. Seine Jünger stehen daneben und können nicht helfen. Es ist diese Mischung einerseits aus einer kaputten, verdrehten, verkehrten Welt und andererseits aus einer gewissen Unfähigkeit bei den Jüngern, die Gottes Herrlichkeit zudeckt.
Menschen ruinieren ihr Leben, und dann sind sie auf Gott wütend. Ich weiß nicht, ob euch das jemals begegnet ist. Es gibt so einen Spruch; in Sprüche 19,3 kommt das zum Ausdruck. Da heißt es: Die Narrheit des Menschen führt ihn in die Irre. Aber auf den Herrn ist sein Herz wütend.
Ja, Leute machen ein halbes Leben lang, was sie für richtig halten, und wenn es schiefgeht, dann kommt die Frage: Und wo ist Gott? Du denkst dir: Warte mal, du hast ein halbes Leben lang nicht nach Gott gefragt, und jetzt soll Gott in dein Leben hineinhopsen, ja, so als gute Fee, jetzt hast du drei Wünsche frei, so nach dem Motto? Das ist doch Unsinn. Aber so tickt der Mensch.
Gottes Herz im Leid der Welt
Allzu oft stehen Christen wirklich hilflos daneben. Dieses Szenario, das uns hier in dieser Geschichte geschildert wird, wirkt, wenn man es auf sich wirken lässt, bedrückend. Ich habe reales Leid vor Augen, und ich sehe zugleich ein Stück dieser Unfähigkeit von Christen, damit umzugehen. Das ist tatsächlich etwas, was einen belasten kann.
Wir hatten eingangs Haiti. Das ist ein Land, das seit über zweihundert Jahren zutiefst verstrickt ist in Voodoo und Okkultismus. Und jetzt? Erst geht es geistlich unter, und jetzt ist es auch durch das Erdbeben sichtbar äußerlich in Trümmer gelegt worden. Interessanterweise kommt jetzt die Frage hoch: Na, wo ist denn Gott? Wie kann denn Gott so etwas zulassen? Zigtausende Tote. Jetzt kommt die Frage.
Die Gefahr ist: Mir geht es heute nicht um das Thema Leid. Die Gefahr ist, dass wir dieses Leid der Welt sehen und auch ein Stück weit die Hilflosigkeit, diesem Leid zu begegnen. Und es ist zugegebenermaßen oft selbstverschuldetes Leid. Aber es kann sein, dass wir dieses Leid sehen, unsere Hilflosigkeit sehen und dann anfangen, klein von Gott zu denken. Dass Gott gar nicht so bewundernswert und so außergewöhnlich ist. Und dass diese selbstverschuldete Not der Welt uns Gottes Herrlichkeit vergessen lässt, oder zumindest sie verdrängt. Ja, man ist so fokussiert darauf.
Deswegen ist dieser Seufzer, der hier in Vers 41 steht, eigentlich ein ganz wichtiger Vers, wenn Jesus sagt: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen? Da wird ein Stück von Gottes Herz sichtbar. Gott tritt in eine Welt, in der Unglauben omnipräsent ist, wo die Folgen der Gottvergessenheit einfach greifbar sind, wo eine Familie nach der anderen langsam zerbricht. Und ich lese das und ich spüre etwas von dem Mitgefühl und auch von dem Zorn, der da mitschwingt. Das ist diese Mischung: Ja, wie kann das sein? Im Sinne von: Wann wacht ihr endlich mal auf?
An diesem einen Beispiel wollen Vater, seinen einzigen Sohn wirklich in die Hände des Teufels legt und sich dann sagt, dass alles verloren ist, nicht mehr zu helfen weiß. Und wenn nicht ein Sohn, wer denn dann? Wer hat das Recht darauf, dass sein Vater ihn schützt? Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich wohne nun mal in der Nähe von so einem richtigen Problembezirk, und dann kriegt man das so ein bisschen mit aus den Gremien. Da werden Kinder ohne Essen in die Schule geschickt. Also es ist vielleicht nur ein kleiner Punkt, aber ich höre das und denke mir: Das kann doch nicht sein. Dass Kinder morgens aufstehen, sich irgendwie selbst die Kleidung zusammensuchen müssen, irgendwie zum Kühlschrank womöglich gehen und da ist nichts mehr drin, und dann hungrig in die Schule gehen. Da ist doch etwas völlig schiefgelaufen. Das geht doch nicht mehr.
Und dann hatten wir am Freitagabend Gäste, und dann erzählte ein Pärchen davon, wie sie zu ihrer Pflegetochter gekommen sind, aus so einer Messiewohnung heraus, wo einfach alles untergegangen ist. Und man denkt: Das kann doch nicht mehr sein. Das ist reales Leid der Welt. Das ist das, was hier gelebt wird, nur extrem. Hier wird etwas zu Ende gedacht, wo der Teufel so richtig Zugriff hat, und da tritt Jesus hinein.
Der vierte Tipp: Leid nicht mit Gottes Schuld verwechseln
Und deswegen der vierte Tipp, den ich euch mitgeben möchte, damit Jesus in unserem Leben die Nummer eins bleibt:
Wenn du möchtest, dass Jesus die Nummer eins in deinem Leben bleibt, dann mach ihn nicht für das Leid verantwortlich, das dir begegnet und dem du vielleicht selbst im Moment hilflos gegenüberstehst. Denn das tue ich angesichts der grossen sozialen Nöte, die ich da sehe. Ich weiss nicht, wie ich das lösen soll.
Gott ist als Schöpfer nicht verantwortlich für eine Welt, die durch Menschen und durch satanische Mächte zugrunde gerichtet wird. Und da müssen wir immer wieder aufpassen, dass wir in diese Richtung nicht abdriften.
Ihr wisst, dass das Leid der Welt ein Haupteinwand gegen Gott ist. Wenn du Leute fragst: Warum glaubst du nicht an Gott?, dann kommt oft: Schau dir doch all die Kinder an, die verhungern. Zack, weg damit. Daran denken Leute dann nicht mehr. Aber das ist nicht Gott.
Gott ist nicht schuld daran. Gott ist kein Menschenmörder wie der Teufel. Wir begegnen Erdbeben, Epidemien und Vulkanausbrüchen und allem, was es sonst an Naturkatastrophen gibt. Ihr könnt das in Hiob 1 nachlesen. Wir begegnen diesen Dingen, weil dahinter der Teufel steckt, der Menschen bewusst vernichten will und sie auch umbringt. Er ist der Menschenmörder.
Und wir begegnen dem Leid dieser Welt auch selbst verschuldet, weil der Mensch erntet, was er sät.
Simple Geschichte: Ich sitze letzten Montag in meinem Lieblingszigarrenladen. Da kommt ein älterer Herr rein, und wir kommen ins Gespräch. Eine einfache Geschichte, aber so typisch. Ich weiss nicht, da kommen immer so Leute, die irgendwo meist Geschäftsleute sind, also irgendwie Leute, mit denen ich normalerweise nicht verkehre. Die sitzen dann da, und dann unterhält man sich über Haiti und all das, was da so untergegangen ist, und wie schlimm da die Korruption ist.
Dann erzählte er mir, dass er auch drei Jahre in Chicago gelebt hat. Er hat einen Peugeot gefahren, war da in einer Werkstatt. Es gab nur eine Werkstatt für Peugeots in ganz Chicago, und die wurde von Haitianern betrieben. Und dann erzählte er, wie lustig die drauf sind. Ja, und sein Checkheft, also das Autoscheckheft: Da fehlten halt ein paar Stempel, und es war völlig normal, dass man die Stempel einfach nachgemacht hat. Erhöht ja den Verkaufswert.
Korruption und Lüge im Kleinen. Der Mann hat es nicht nötig, hey, er hat es wirklich nicht nötig. Aber du nimmst es im Kleinen an, ein bisschen Lüge, ein bisschen Korruption. Im Kleinen denkst du dir: Boah, wie toll. Aber wenn ein ganzes Land in Korruption untergeht, dann stellen wir uns hin und sagen: Oh, wie schlimm, was haben die denn da gemacht?
Im Kleinen sind wir voll dafür, aber im Grossen sind wir natürlich total dagegen. Aber wo kommt denn das Grosse her, wenn nicht aus dem Kleinen? Das ist diese verdrehte und verkehrte Welt.
Und deswegen schreibt der Apostel Paulus im Philippabrief in Kapitel 2, was unsere Aufgabe in der Welt ist. In Philipper 2,14-15 kommt das wieder:
„Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie Himmelslichter in der Welt.“
Wir dürfen das erkennen, diesen Unsinn, dass man im Kleinen schreit oder sich etwas gefallen lässt, und dann im Grossen nimmt man es entweder gar nicht mehr wahr oder man schreit dann über das Grosse. Diese Trennung ist falsch. Ich lebe persönlich anders, als ich will, dass alle anderen es machen. Das ist einfach verdreht und verkehrt.
Und deswegen: Der Mensch erntet, was er sät. Wir müssen aufpassen, dass diese reale Not uns nicht wie eine dunkle Wolke die Herrlichkeit Gottes verdeckt. Denn es ist nicht Gott, der dafür verantwortlich ist.
Der fünfte Tipp: Fragen zulassen und weiterdenken
So, und jetzt noch drei kleine Tipps zum Schluss.
Vers 44 und Vers 45: Als sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren, nämlich, dass der Sohn des Menschen überliefert werden wird in die Hände der Menschen. Hatten wir schon mal Überlieferung? Jesus sagt: Ich werde sterben.
Vers 45: Sie verstanden dieses Wort nicht. Du darfst immer Fragen haben bei der Bibel, auch die Jünger hatten sie. Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen.
Tipp Nummer fünf: Habe keine Angst davor, die Fragen zu stellen, die dir auf der Seele brennen.
Und jetzt sagst du: Was für ein komischer Tipp. Stimmt, es gibt ganz unterschiedliche Typen. Ich sage mal: Meine Frau ist so der Typ Mensch, der sich immer darüber wundert, worüber ich mich wundere oder worüber ich nachdenke. Und sie denkt immer: Du denkst immer über Sachen nach, die Fragen würde ich mir überhaupt nicht stellen. Meine Frau ist so dieser zufriedene Typ. Fragen sind nicht so ganz ihr Ding. Sie genießt so das Leben, studiert, hat ihren Haushalt und ist froh, wenn nicht noch mehr Fragen aufkommen. Für diesen Typ Mensch ist dieser Tipp nicht gedacht.
Aber es gibt einen anderen Typ Mensch, das bin eher ich. Ich denke für mein Leben gern, ich lese für mein Leben gern Bücher, sei es auch nur, um neue Perspektiven auf alte Fragen zu bekommen. Ich kann mitten in der Nacht aufstehen, wenn ich einen Gedanken habe.
Die Struktur zu dieser Predigtreihe, jetzt die letzten drei: Ja, ich habe den Text Lukas 9,1-50 studiert. Ich hatte die Textstruktur vor mir, und ich habe mir gedacht: Wie kannst du das predigen? Und ich habe mir wirklich schwergetan, ich bin nicht durchgestürzt. Um nachts um zwei kam, wachte, klack, ich wachte auf und dachte: Jetzt habe ich es. Dann bin ich aufgestanden, ins Klo gegangen, habe mich aufs Klo gesetzt, meinen Block rausgeholt und habe die Struktur aufgeschrieben. Das bin ich.
Denken, denken, ratter, ratter, ratter. Mein Ruhetag, ich muss schlafen, weil wenn ich nicht schlafe, rattert es immer weiter. Und es gibt diese Art von Menschen.
Als mir jemand mal den Vorwurf machte: Na ja, du als Christ, da muss man ja bei der Bekehrung das Denken an der Garderobe abgeben, oder? Da habe ich ihr gesagt: Nee, Freund, mein Denken hat mit der Bekehrung überhaupt erst angefangen. Das war so, als hätte jemand – für die Freunde des Motorsports – den Schalter umgelegt, wo noch mal die Nitro-Einspritzung kommt. Das ging bei mir erst richtig los. Ich war vorher schon nicht so ganz schlecht, aber das ließ dann endlich zu, dass ich ein bisschen eine Richtung hatte. Und also: Denken ist einfach mein Leben.
Und deswegen ist es richtig, und ich möchte Mut machen, Fragen zu stellen. Du kriegst nicht auf jede Frage eine Antwort. Wenn du mich fragst, aus was für einem Holz die Arche ist, sage ich: aus Goferholz. Was ist Gofer? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Kriegt man wahrscheinlich auch nicht mehr raus. Ist aber auch egal, wenn man ganz ehrlich ist. Wenn du in der Geschichte zurückgehst, kommen irgendwann Punkte, wo wir einfach Dinge nicht mehr beantworten können.
Aber auch wenn wir nicht auf alle Fragen eine Antwort kriegen, wir kriegen auf viel mehr Fragen eine Antwort, als wir denken. Und vor allem: Es ist richtig, Fragen zu stellen. Und ich bin so stolz – jetzt werde ich einfach mal kurz ein stolzer Brüdergemeindler, einfach mal für zwei Minuten – ich bin stolz auf die alten Brüder, auf die lange Tradition intensiven Bibelstudiums, die von Brüdergemeinden seit über hundert Jahren praktiziert wird.
Und im Jahr 1913 wurde eine Broschüre veröffentlicht, das war eine Reihe, also eine Journalreihe würde man heute sagen, eine Zeitschriftenreihe, die dann bis 1939 auf den Markt kam. In der Kurzfassung heißt das Ding „die Handreichungen“. Am Anfang in den Handreichungen schreibt der Herausgeber folgendes Ziel: Unser Blatt soll sich von den anderen Blättern dadurch unterscheiden, dass es nur biblische Fragen und Antworten bringt. Und zwar in der Weise, dass aus dem Leserkreise selbst sowohl die Fragen wie die Antworten gestellt und gegeben werden und somit ein reger Austausch der Gedanken unter den Lesern erstrebt wird und erreicht werden kann.
Ja, überlegt mal: Da kommt eine Bewegung und sagt, wir machen eine neue Zeitschrift, aber wir haben nicht unseren Papst, der ständig Artikel schreibt, sondern wir werfen Fragen in die Gemeinde, und wir hören uns die Antworten an. Und dann habt ihr dann auch eine Frage, drei, vier Antworten. Und ich finde das so toll, und ich wünschte mir diese Kultur neu, weil wir leben in einer postmodernen, denkvergessenen Gesellschaft, wo Denken nicht mehr hip ist. Aber wir müssen wieder denken.
Wenn du so ein Typ bist wie ich, der Spaß am Denken hat, dann wirst du Jesu Herrlichkeit und Größe in dem Maß mehr bewundern können, wie du deine Fragen beantwortet bekommst. Deswegen möchte ich dir Mut machen, Fragen zu stellen. Ich möchte dir Mut machen, an dieser Stelle weiterzudenken. Einfach Mut machen: Es gehört einfach dazu.
Lass dich da nicht, also denk niemals: Wenn ich diese Frage stelle, was macht die mit meinem Glauben? Stell die Frage. Stell die Fragen, wo du denkst: Boah, wenn ich die jetzt stelle ... Ja, sie kommen ja eh. Also im besten Fall stellen deine Teenager sie dir irgendwann. Sie kommen ja eh. Also finde vorher eine Antwort.
Der sechste Tipp: Demut statt Selbstwichtigkeit
Vorletzter Tipp, Vers 46: Es stieg aber unter ihnen eine Überlegung auf, wer wohl der Größte unter ihnen sei.
Toll, da hatten wir schon mal ein bisschen Vollmacht über Dämonen, was nicht immer klappt, wie wir gerade gesehen haben, und über Krankheiten. Da sind drei mit auf dem Berg, und kaum ist man wieder unten, gibt es die erste größere Diskussion: Wer ist wohl von uns der Größte?
Vers 47: Als Jesus aber die Überlegung ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer mich aufnehmen wird, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.
Wir haben schon in Lukas 9,5 das Thema gehabt: Aufnahme von Aposteln, das war bei der Aussendung. Was Jesus jetzt macht: Er nimmt ein Kind und stellt dieses Kind neben sich und erklärt: Wer dieses Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf. Also im Namen Jesu aufnehmen heißt: an seiner Stelle aufnehmen.
Was will Jesus sagen? Wenn ich anstelle euch, anstelle der Apostel, also anstelle der gestandenen, wackeren Männer ein kleines Kind geschickt hätte, dann hätte man doch mit dem Kind wie auch mit den Aposteln Jesus aufgenommen, oder? Ja. Und wer mich aufnehmen wird, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Das heißt: Wovon hängt die Größe einer Person ab? Die Antwort lautet: nicht von der Person. Die Größe eines Gesandten hängt nicht von seiner persönlichen Größe ab, sondern von der Person des Senders, der dahinter steht. Und deswegen kann er sagen: Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.
Der kleinste Apostel ist groß, weil er einen Großen vertritt. Und wo wir uns wichtig nehmen, uns Gedanken über unsere Größe machen, wo wir uns plötzlich um unsere Taten drehen oder um unsere Leistung, um unsere Talente, um unsere Potenz, da spielt das vor Gott alles keine Rolle. Der Kleinste unter den Aposteln ist schon groß, weil hinter ihm ein großer Gott steht.
Und deswegen mein vorletzter Tipp: Wenn du möchtest, dass Gott groß bleibt, fang gar nicht erst damit an, dich und deinen Dienst zu ernst zu nehmen, egal wo Gott dich hinstellt.
Es gibt ein tolles Lied. Don Francisco hat über Bileam ein Lied geschrieben, und die letzten Zeilen lauten: Also, Bileam ist der mit dem Esel oder der Eselin, die dann anfängt zu reden. Und am Ende heißt es dann: So when the Lord starts using you, don't pay it any mind. He could have used the dog next door if he'd been so inclined.
Ich übersetze das mal: Also wenn der Herr anfängt, dich zu benutzen, dann fang nicht an, groß von dir zu denken. Er hätte, wenn ihm danach gewesen wäre, auch den Hund vom Nachbarn verwenden können.
Das ist die Lektion aus Bileam. Gott kann zu seinem Ziel kommen, mit wem er will. Es ist schön, wenn er dich verwendet, aber hey, be cool. Ein bisschen runterfahren, sei nüchtern, es kommt nicht auf dich an.
Da, wo in deinem Leben etwas gelingt, wo du groß bist, wo du rauskommst und alle sagen: Boah, woher kommt denn das? Woher kommt denn das? Es kommt daher, weil hinter dir einer steht, der dich begabt hat, berufen hat, gefördert hat, unterstützt hat, die sozialen Voraussetzungen geschaffen hat, dass du dich entwickeln konntest. Und so weiter. Du bist es doch nicht!
Insofern an der Stelle die Vorsicht: Wo wir groß werden, wird Gott klein, und das darf einfach nicht geschehen.
Der siebte Tipp: Weite im Blick auf Gottes Reich
Letzter Tipp, Nummer sieben, Vers 49:
Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemanden Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.
Also, jetzt haben wir einen Nichtapostel. Die gab es anscheinend auch. Nichtapostel, die Dämonen im Namen Jesu austrieben. Und die Apostel waren so ein bisschen: Das geht aber nicht, ja, der hat nicht so unser Tradient. Da fehlt so ein bisschen: Was macht der hier? Das darf man doch einfach nicht. Der segelt irgendwie unter falscher Flagge. Der nimmt uns etwas von unserer Ausstrahlung. Wer sind denn wir, wenn der auch einfach all das darf, was wir dürfen? Ich denke, wir sind die Zwölf. Ist das jetzt Nummer dreizehn? Wie kann das denn sein?
Und die Apostel sind so richtig dagegen, übrigens in einer Situation, wo man ja nur schmunzeln kann. Erstens: Sie haben gerade bewiesen, dass die Sache mit Dämonen ja nicht ganz ihre Sache ist. Eine halbe Seite vorher, dass sie da durchaus so ihre Schwierigkeiten haben. Aber das ist immer so: Lieber verurteile ich jemanden dazu, länger noch mit seinem Dämon zu leben, als dass ein anderer, der es besser kann als ich, anderen zeigt, dass er es besser kann.
Was sagt Jesus dazu? Er kühlt die Gemüter. Und Vers 50 bringt den Punkt:
Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht; denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.
Mit meinen Worten: Hey, lasst ihn machen. Wer mit euch am Reich Gottes baut, ist euer Freund. Das heißt, wir dürfen uns über jeden Christen freuen, der ehrlichen Herzens im Namen Gottes am Reich Gottes mitarbeitet. Und ich möchte euch wirklich heute Morgen dazu auffordern, das zu tun.
Ich habe ja nun einen Dienst, der mich ein klein bisschen weiter herumbringt, nicht so richtig weit, aber immer in Kreise hinein, die doch so eine starke brüdergemeindliche Prägung haben und manchmal mir so einen Tick zu eng sind, das will ich auch sagen. Also, die Brüdergemeinden haben eine Tradition fürs Bibelstudium, da gebe ich ihnen eine Eins plus. Aber sie haben auch so eine Tradition, dass man so ein bisschen ein leicht exklusives Denken hat, ja, so: Wir haben vielleicht die Weisheit ein bisschen mehr. Manchmal ist es mir einen Tick zu eng.
Dann kommen dann so Fragen: Jürgen, was hältst du eigentlich von Joyce Meyer? Weiß nicht, ob ihr Joyce Meyer kennt, ja. Aber dann denke ich mir so: Die übliche Antwort, die man dann so aus diesen Kreisen hört, ist: Da muss doch irgendwas schief sein, ja, hier dieser aufwendige Lebensstil, zum zweiten Mal verheiratet, ein Privatflugzeug. Ja, und ich denke mir natürlich sofort: Freund, Vorsicht! Vorsicht, das, was du hier treibst, hatten wir schon mal ein paar Predigten früher. Das ist ein sogenanntes ad hominem-Argument. Ich beschäftige mich nicht mit dem, was der Prediger sagt, sondern ich beschäftige mich mit dem Prediger. Ich finde bestimmt irgendwas im Leben des Predigers, was mir nicht passt, und damit schmeiße ich ihn raus und brauche mich nicht mehr über das, was er sagt, Gedanken zu machen.
Du findest in jedem Predigerleben Dinge, die du nutzen kannst, um den Prediger zu diskreditieren, das verspreche ich dir. Du findest in dem heiligsten Predigerleben Dinge, um zu sagen: Ach, was macht denn der da? Darf Gott eine zungenredende, predigende Frau mit Privatjet benutzen? Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht erschrocken, wenn ich die Antwort gebe, weil ich komme ja vom Bibeltext, und ihr ahnt schon, wo das hingeht: Die Antwort ist ja. Ja, Gott darf das benutzen. Gott darf so jemanden gebrauchen.
Und ich bin nicht hier vorne, um Joyce Meyer heiligzusprechen. Ich kenne sie auch viel zu wenig. Ich teile noch nicht mal alle ihre Lehraussagen eins zu eins. Aber darum geht es mir gar nicht. Es geht darum, dass sie vielen Christen, soweit ich weiß, zum Segen geworden ist. Es geht darum, dass sie nicht gegen mich und gegen das Reich Gottes ist. Und hier steht: Wer nicht gegen euch ist, der ist für euch. Also ist sie irgendwie, sie spielt im gleichen Team.
Und ich habe ein bisschen Bammel davor, muss ich ehrlich sagen, vor Christen, die immer genau wissen, welche anderen Christen was falsch machen, also die immer wissen, was die anderen nicht richtig machen. Ich habe wirklich Bammel davor. Weil ich, je älter ich werde und je mehr ich mich mit Kirchengeschichte auseinandersetze, zwei Eindrücke habe.
Der erste Eindruck ist: Gott verwendet unfertige, komische Typen. Das denke ich immer, wenn ich auf die Kanzel steige, weil ich bin ein unfertiger, komischer Typ. Gott benutzt Leute, wo du einfach sagst: Mann, hundert Jahre Ausbildung, mehr hätten dem auch nicht geschadet. Aber das ist Gott.
Und der zweite Punkt ist: Ich habe den Eindruck, dass Gott, und das ist eine Lektion der Kirchengeschichte und eine Lektion aus vielen Gesprächen auch mit Freunden aus anderen Richtungen, manchmal mehr Wert auf ein hingegebenes Herz legt als auf, ich verwende mal das Wort, Rechtgläubigkeit. Wenn ihr in der Kirchengeschichte schaut, wie manche Strömungen, die dann im Nachhinein als Irrlehre klassifiziert wurden, einfach mal so ein, zwei, dreihundert Jahre blühen durften, wo du sagst: Vater im Himmel, huu, ja. Und Gott lässt das laufen, weil ich den Eindruck habe, er schaut auf das Herz eines Menschen.
Gott will Beziehung. Und ich bin der Letzte, hoffentlich, der sich hier vorne hinstellt und sagt: Lehre ist unwichtig. Das will ich überhaupt nicht gesagt haben. Aber ich will sagen, dass Orthodoxie, kalte Rechtgläubigkeit, definitiv eines nicht ersetzen kann: ein lebendiges, heißes, für Gott brennendes Herz, das an der Beziehung dranbleiben will, an der Beziehung interessiert ist und Gott mit allem, was ich verstanden habe und an Talenten zur Verfügung habe, sucht und für ihn leben will.
Und wenn ich das einfach zusammennehme, wenn ich sage: Ja, Gott ist einer, der mit unfertigen, komischen Typen arbeitet, und Gott sucht ein Herz, das ihm ganz gehört, und da, wo sich das mit Rechtgläubigkeit verbindet, ist das doppelt schön, logisch, wo ich das sehe, da möchte ich Tipp sieben formulieren: Gewinne eine Sicht für die weltweite Entwicklung von Gottes Reich.
Weißt du, je größer dein Horizont ist, den du im Blick auf diese Welt und auf das Reich Gottes hast, umso größer ist der Gott, der diesen Horizont bewohnt. Und ich wünsche euch da eine Weite.
Schlusszusammenfassung
Ich fasse noch einmal zusammen: Das war jetzt eine drei Predigten lange Reise zu dem Thema, wie Jesus die Nummer eins in meinem Leben bleibt und was ich tun muss, um nicht zu vergessen, wer Jesus ist.
Ich will die sieben Punkte noch einmal kurz zusammenfassen:
Erstens: Lass dich gebrauchen und erlebe Jesus im Dienst.
Zweitens: Lass Schmerz als Teil der Nachfolge zu und imitiere das Leben Jesu.
Drittens: Begegne Jesus in seiner Herrlichkeit. Und wenn das neue Jahr dir vielleicht ein Anreiz ist zu sagen: Da will ich wieder mehr, ja, diese stille Zeit, diese persönliche Gottesbegegnung – hey, das brauchen wir.
Viertens: Schau bewusst hinter die Fassade einer von Leid zerfressenen Welt und schau, wer dafür verantwortlich ist. Schieb Gott nicht Dinge in die Schuhe, wo er dagegen ist, wo er sagt: „Ungläubiges und verkehrtes Geschlecht“, wo er selbst mitleidet und ein Stückchen angefressen ist von dem, was da passiert.
Fünftens: Das betrifft nur einen Teil. Stell deine Fragen.
Sechstens: Nimm dich und deinen Dienst nicht zu wichtig, vor allem dann, wenn es läuft.
Siebtens: Freu dich bewusst an den vielen Arbeitern Gottes. Sei ein Stückchen vorsichtig mit vorschneller Kritik, die sich auf die Person von Leuten richtet.
Gott ist groß. Und deshalb darf weder unser Gefühl der Kraftlosigkeit noch persönliche Probleme, der graue Alltag, das alltägliche Leid in der Welt, weder offene Fragen noch Eitelkeit noch Engstirnigkeit sich zwischen uns und diese herrliche Größe Gottes stellen.
Und das wünsche ich euch. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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