Serie•Teil 3 / 21Jesus
Generierte Mitschrift
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Ein neuer Anfang mit einer klaren Richtung
Wir stehen am Anfang einer neuen Predigtreihe, von der ich noch nicht genau weiss, wie lange sie dauern wird, von der ich aber echt hoffe, dass sie uns prägen wird. Deswegen hat mir der Anfang vorhin so viel Spass gemacht.
Wir haben letzten Sonntag gepredigt, was Jesus tut: dass er Menschen die Hände auflegt, dass er sie segnet. Und wir machen das einfach nach. Ich wünsche mir, dass uns das durch diese ganze Predigtreihe, die den Titel Jesus-Reihe hat, begleitet: Diese Idee, dass wir am Sonntag etwas hören und dann das mitnehmen und das, was wir gehört haben, unser Leben ganz praktisch prägen lassen.
Ich bin davon überzeugt: Wenn uns die Reihe nicht prägen kann, also wenn uns Jesus nicht prägt, dann prägt uns gar nichts. Praktischer geht es eigentlich irgendwie nicht.
Die Reihe heisst „Jesus-Reihe“, und wir haben sie ganz am Anfang, also vor zwei Sonntagen, mit Hebräer 1,1-4 gestartet. Wir haben uns angeschaut: Was macht Jesus besonders? Mir war das ganz am Anfang wichtig, dass wir wirklich verstehen, was Jesus besonders macht. Warum können wir uns mit unserem ganzen Leben diesem Jesus anvertrauen? Warum macht es Sinn, jeden Sonntag hierher zu kommen und ihn als Gott anzubeten? Warum singen wir ihm mit Leidenschaft Lieder, wobei es nicht darauf ankommt, wie gut du singst, sondern ob das, was in deinem Herzen drin ist, stimmt, ob du das ernst meinst, was du gerade gesungen hast?
Auch wenn es vielleicht merkwürdige Begriffe sind wie „Lamm Gottes“ und so, das mag einem im Alltag nicht so oft über die Lippen kommen. Aber es geht um die Wahrheiten dahinter, dass ich sage: Ja, das stimmt. Und ja, das möchte ich leben.
Ganz am Anfang habe ich euch gesagt, es gibt sieben Fakten aus Hebräer 1,1-4, die wir über Jesus einfach nie vergessen dürfen.
Erstens: Jesus ist alles gehört.
Zweitens: Jesus ist Schöpfer des Universums.
Drittens: Jesus offenbart den Charakter Gottes als Mensch auf vollkommene Weise.
Viertens: Jesus ist der, der alle Dinge erhält. Dass wir heute hier sein können, das liegt nicht an uns, das liegt an Jesus. Und so wie er heute alles erhält, so ist er auch derjenige, der diese Welt entsorgen wird, der sie erneuern wird.
Fünftens: Jesus hat uns von unseren Sünden gereinigt. Ich weiss nicht, mit wie viel Last du hierher kommst, aber was ich mir wünsche, ist, dass du mal kurz durchatmest und, egal wie dein Leben letzte Woche gelaufen ist, sagst: Ich bin rein. Clean. Das ist weg. Da ist ein anderer dafür am Kreuz gestorben.
Sechstens: Jesus sitzt auf dem Ehrenplatz des Himmels, zu Rechten der Majestät. Es gibt niemanden, der mehr Respekt und Ehre vom Vater bekommen hat als Jesus.
Und siebtens: Jesus ist der Sohn Gottes. Er ist der Name, der über allen anderen Namen ist. Er ist ein für allemal die wichtigste Person im Universum. Wenn du gerettet werden willst, brauchst du ihn. Und wenn du ihn nicht hast oder wenn du falsch über ihn denkst, dann ist alles in deinem Leben verloren.
So, und jetzt habe ich sieben Fakten genannt, die ihr alle schon kennt, weil ihr bei der Predigt dabei wart oder sie nachgehört habt. Das sind alles theologische Wahrheiten, und man kann sie wunderbar auch für die eigene Anbetung verwenden und Jesus damit gross machen.
Bewunderung allein reicht nicht
Wisst ihr, meine Sorge ist nur, und deswegen gibt es die Jesus-Reihe: Meine Sorge ist, dass wir dabei stehen bleiben, dass wir Jesus bewundern, dass wir uns über seine Größe freuen, aber darüber etwas vergessen. Nämlich vergessen, dass Jesus gekommen ist, nicht nur dafür, dass wir ihn bewundern, sondern dass er gekommen ist, um uns zu zeigen, wie Gott ist. Um uns einzuladen, ein Leben zu führen, das in einem Sinne göttlich ist, also Gott entspricht.
Jesus will nicht nur, dass wir ihn bewundern, sondern er möchte, dass wir ihm nachfolgen. Ich mag diese Geschichte, in der Jesus den Jüngern begegnet, während sie in einem Boot sitzen, und der Wind ihnen entgegenbläst. Dann kommt Jesus übers Wasser, und sie halten ihn erst für ein Gespenst. Petrus sagt dann: Wenn du es wirklich bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.
Das ist für Petrus der letzte Test dafür, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes ist. Und das ist ein total spannender Gedanke. Petrus sagt: Wenn du es wirklich bist, dann traue ich dir zu, dass du es machen kannst. Dass das, was du tust, ich auch tun kann. Dass ich so wandeln kann, wie du gewandelt bist.
Und das ist das, was Jesus auch uns anbietet. Aber dazu müssen wir glauben, dass sein Leben uns etwas zu sagen hat. Und deswegen die Frage an dich: Jesus, wer ist das für dich? Ist Jesus der mit den klugen Sprüchen, oder ist Jesus der mit dem klugen Leben? Versteht ihr den Unterschied?
Ist Jesus der, der ganz viele kluge Sachen gesagt hat, und es ist schön, mal grundsätzlich darüber nachzudenken, ja, schadet bestimmt nichts? Oder ist Jesus der mit dem klugen Leben, der sagt: Bewundere mich, weil ich all die Dinge bin, die der Hebräerbrief beschreibt, und mehr. Aber bleib nicht bei Bewunderung stehen, sondern geh den nächsten Schritt. Nimm mich dir persönlich zum Vorbild. Mach mich nicht nur zum Inhalt deiner theoretischen, intellektuellen Reflexionen, sondern schau, wie ich gelebt habe. Und glaub mir doch, dass das, was du da siehst, dieses ganz praktische Leben, dass das Gott im Fleisch ist. Und dass, wenn du dir die Frage stellst, wie sollte man ein Leben führen, das erst mal ein ziemlich guter Startpunkt ist.
Und zu sagen: Ich mache es nicht so wie Jesus, dafür brauchen wir eigentlich eine gute Erklärung. Es so zu machen wie Jesus sollte völlig normal sein. Die Frage, die sich uns stellt, ist: Die kann nicht an Jesus glauben, ohne so zu leben, wie er gelebt hat. Und ich glaube, wir merken alle instinktiv, dass das nicht geht.
Nachfolge zeigt sich im Alltag
Ich habe ein Beispiel gesucht, und da fiel mir Niki ein, der Borussia-Dortmund-Fan ist. Ich habe mir gedacht: Als Borussia-Dortmund-Fan wirst du nie und nimmer mit einem Bayern-T-Shirt herumlaufen. Das machst du einfach nicht. Du gehst nicht mit einem Bayern-T-Shirt zur Arbeit, wenn du Dortmund-Fan bist. Das machst du einfach nicht.
Und wenn du sagst: Ich glaube an vegane Ernährung, dann wirst du dich nie auf der Seite meinmetzger.de herumtreiben. Das ist einfach nicht deine Seite. Du kannst damit nichts anfangen.
Und genau so ist es irgendwie auch mit Jesus. Wenn ich Jesus nachfolge, dann muss er im Zentrum meiner Gedanken stehen. Der Apostel Paulus sagt, nein, Quatsch, der Apostel Johannes ist das, der bringt das so auf den Punkt: 1. Johannes 2,6. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, ist schuldig im Sinne von verantwortlich, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist.
Also, wenn ich mich hinstelle und sage: Ich bleibe in Jesus, was nichts anderes ist, als zu sagen: Ich bin Christ, ich lebe in enger Gemeinschaft mit Jesus, dann gilt: Wer behauptet, Christ zu sein, der ist auch dafür verantwortlich, dass er nach dem Vorbild Jesu lebt. Das ist irgendwie die logische Konsequenz.
Wenn jemand sagt: Ich mache eine Diät, dann muss er auch weniger essen. Das ist einfach so. Sonst kannst du das einfach nicht behaupten. Das ist die logische Konsequenz. Wenn du sagst: Ich suche einen Job, dann muss man eine Bewerbung schreiben. Das ist die logische Konsequenz.
Und wenn wir sagen: Hey, ich bin Christ, dann ist die logische Konsequenz, dass wir uns nach dem Vorbild Jesu ausrichten. Alles andere wäre Lüge.
Und deswegen finde ich diese Jesus-Reihe so total spannend. Denn eins ist uns allen klar: Es gibt eine Sache in unserem Leben, die wir alle nicht wollen. Das würde keiner so richtig zugeben, aber praktisch ist das so. Das zeige ich euch in jeder Woche, also in jeder Woche meines Lebens. Und die eine Sache, die wir nicht wollen, ist, uns zu ändern.
Wir wollen, oder meistens jedenfalls nicht, wir wollen am liebsten so bleiben, wie wir sind, auch wenn das gar nicht so cool ist, wie wir sind. Wir genießen es, so zu bleiben, wie wir sind.
Warum diese Reihe auch unbequem ist
Und jetzt kommt Jesus, und er zeigt uns sein Leben. Und er wird uns mit seinem Leben provozieren. Er wird unser Fleisch mit seiner Trägheit herausfordern. Und er wird, wenn wir uns mit ihm beschäftigen, dafür sorgen, dass wir uns unwohl fühlen. Einfach deshalb, weil wir an diesen falschen Sicherheiten hängen, an die wir glauben, und an unserem deutschen Lebensstandard. Ja, den wollen wir nicht so einfach hergeben. Daran haben wir uns gewöhnt, vielleicht noch nicht einmal für Jesus.
Ich glaube, eine Jesusreihe wird uns guttun, weil sie uns wehtut. Und ich ahne schon, dass sie uns mehr wehtut, als uns das lieb sein würde. Ich habe ein paar Themen dabei, bei denen ich dachte: Wenn du da predigst, wie Jesus war, dann stelle ich mir ernsthaft selbst die Frage, ob ich überhaupt so werden möchte. Und ich habe schon in mir so ein ganz grundsätzliches Hm.
Ja, du spürst da etwas. Du siehst, da kommt eine Predigt, und du weißt eigentlich, was Jesus tut. Und denkst dir aber: Boah, hm. Ich hoffe, dass die Jesusreihe uns packen darf. Ich hoffe, dass wir uns darauf einlassen und dass sie uns Stück für Stück im Alltag verwandelt.
Thema heute: Jesus und das Geld.
Noch eine Vorbemerkung, bevor ich mit dem Thema einsteige: Die Jesusreihe ist so aufgebaut, dass es keine umfassende Abhandlung zu irgendeinem Thema geben wird. Also ich hoffe nicht, dass ich zu einseitig bin, das will ich nicht sein. Aber wenn jemand sagt: Ich hätte da aber noch eine Bibelstelle gehabt, die hätte auch gepasst, dann sage ich: Ja, wahrscheinlich kenne ich die. Ich will aber immer nur zwei oder drei Stellen nehmen und an diesen zwei oder drei Stellen zeigen, wie Jesus zu einem Thema steht.
Es geht mir darum, dass wir uns am Ende fragen: Ist das bei uns genauso? Versteht ihr, ihr könnt da noch ein Stück tiefer reingehen. Ihr könnt selber noch ein bisschen in den Evangelien lesen, ihr werdet mehr zu den Themen finden. Aber es reicht mir, wenn ihr die groben Linien findet. Wie geht Jesus mit einem Thema um, so ganz grundsätzlich? Darum geht es mir.
Jesus und Besitz
Also, wie wichtig ist Jesus das Thema Geld? Ich glaube, die Antwort lautet: gar nicht. Es ist ihm einfach nicht wichtig. Sein Denken dreht sich, soweit wir das lesen, kein Stück um Themen wie mein Gehalt, meine Versorgung, Spendeneingänge, die Sicherung des Lebensstandards und so weiter.
Wir lesen an keiner Stelle, dass Jesus sich Sorgen macht, wovon er morgen leben soll. Wir lesen nirgendwo, dass er irgendeinem reichen Neubekehrten sagt: Könnt ihr mir mal ein paar Almosen für meinen Dienst geben? Wir lesen nirgendwo, dass Jesus seinen Jüngern Anlagetipps gibt, so wie man die Spenden klug verdoppeln könnte. Das würde uns doch sofort einfallen, mit dem Wissen von Jesus, Aktienmarkt von überübermorgen. Da lesen wir nirgends.
Das Thema Geld spielt, soweit wir das in den Evangelien lesen, für Jesus so gut wie keine Rolle. Es ist sogar so, dass Jesus ein, ich nenne das, Sich-Zersorgen über Fragen wie: Was sollen wir morgen essen, was sollen wir morgen trinken, was sollen wir morgen anziehen? Dass er solche Fragen, wenn sie zu sehr das Leben bestimmen, für heidnisch hält, für einen Ausdruck von Kleinglauben, einfach weil unser himmlischer Vater weiß, was wir brauchen.
Und deswegen gibt er einen Tipp im Hinblick auf Nahrung, Kleidung und Wohnung, auf diese Grundbedürfnisse. Dieser Tipp, der zugleich Lernvers diesen Monat ist – ich weiß nicht, ob ihr das gesehen habt, auf dem Liedblatt oben am Anfang steht ein Lernvers, also wenn ihr nicht genau wisst, welchen Vers ihr auswendig lernen sollt – Matthäus 6, die Verse 33 und dann eben auch Vers 34, das wäre erst mal ein guter Startpunkt. Ich lese sie euch mal vor:
Matthäus 6,33: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles – damit ist gemeint: Nahrung, Kleidung, Wohnung – wird euch hinzugefügt werden.
Und dann ein bisschen später, Vers 34 am Ende:
So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
Das ist das Motto, nach dem Jesus gelebt hat. Und das ist das Motto, nach dem wir, und jetzt wusste ich nicht, was ich in mein Skript reinschreiben soll, nach dem wir leben können, dürfen, wollen, müssen. Was heißt das?
Also Jesus möchte uns eigentlich einen Tipp mitgeben. Er sagt: Arbeite da, wo Gott dich hingestellt hat. Mit deinen Gaben, mit allem Fleiß. Sei nicht faul, sondern hingegeben, und baue mit deinen Gaben Gottes Reich. Entwickle in deinem Leben ganz praktisch Gottes Gerechtigkeit.
Im Kontext von Matthäus 6, mitten in der Bergpredigt, heißt Gerechtigkeit ja Dinge wie beten, fasten, sich um Arme kümmern, gern spenden, auf Gottes Versorgung vertrauen, ein bisschen vorsichtig sein mit Selbstgerechtigkeit, auch ein bisschen vorsichtig sein mit falschen Propheten. All das ist diese praktische Gerechtigkeit, die Gott meint.
Und Jesus sagt: Hey, mach dein Ding mit aller Kraft da, wo ich dich hinstelle. Lerne Gerechtigkeit, sei einfach praktisch Christ, und dann bleib auf diesem schmalen Weg Richtung ewiges Leben, und Gott kümmert sich um den Rest. Das ist das Motto, nach dem Jesus gelebt hat. Das ist nichts, wo er uns einen Tipp gibt und dann schaust du in seinem Leben und er lebt ganz anders. So wie man manchmal Leute vielleicht kennt, die einem einen Tipp geben und dann stellt man fest, die machen das gar nicht. Jesus macht es so. Er sagt: Das ist das beste Prinzip, wonach man leben kann.
Häng dich in das Leben rein, da, wo Gott dich begabt hat. Sei fleißig, das Reich Gottes zu bauen, egal in welcher Funktion du das tust. Egal, ob du eine Praxis hast für Physiotherapie, egal, ob du dich darum kümmerst, dass arme Leute was zu essen kriegen, egal, ob du hier vorne stehst, egal, ob du vielleicht dich nie traust, mal beim Gebet den Mund aufzumachen – das spielt überhaupt keine Rolle. Häng dich da mit deinen Gaben rein, wo du bist, lebe praktisch als Christ, und dann ist mal gut, dann ist mal wirklich gut. Den Rest kannst du beherzt Gott überlassen.
Dieses: So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag. Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Heute leben, heute mit aller Kraft Gutes tun, Gottes Reich bauen, schauen, wo Gott mich benutzen will, erleben, wie Gott mir das gibt, was ich in seinen Augen brauche.
Ja, und wenn Gott mich in die Wüste führt und mich hungern lässt, genau das hat Jesus erlebt, dann werde ich hungern. Ja, das ist so. Dann gibt es nichts zu beißen. Wenn Gott dich in die Wüste führt und dich hungern lässt, dann wirst du hungern. Viel wichtiger als ein voller Magen, oder wir würden sagen: gestillte Grundbedürfnisse, um das ein bisschen moderner auszudrücken. Aber der volle Magen bringt die Sache gut auf den Punkt. Viel wichtiger als das ist unsere praktisch gelebte Abhängigkeit von Gott, bis wir die Fähigkeit haben, Gottes Stimme zu hören, das zu tun, was sein Wort sagt, und zwar egal, wie es sich anfühlt. Das ist wirklich wichtig.
Und Gott weiß ganz genau, was wir wann brauchen. Und er wird es uns geben, wenn es dran ist. Oder er wird uns ganz bewusst in Zeiten der Not und des Mangels führen, aber nicht, weil er uns vergessen hat oder nicht, weil er nicht wüsste, dass wir Hunger haben. Es sind Zeiten der Prüfung. Es sind Zeiten der Festigung unseres Glaubens, Zeiten, die wir brauchen, weil wir in Gottes Schweigen das Ausharren lernen oder weil wir, wenn wir Gott anflehen, in seiner Nähe Trost finden oder weil das Ganze wie bei einem Hiob noch mal eine Nummer größer zu sehen ist und weil unser Leid sich einpasst in eine riesige Geschichte, wo wir am Ende sehen: Okay, hier habe ich das durchgemacht, und Gott hat es benutzt, um seine große Geschichte mit dieser Welt zu schreiben.
Gott weiß, was er tut. Und deshalb, weil ich so über Gott denke, weil er mein großer Versorger ist, weil er den großen Plan kennt, deswegen spielt Geld in Jesu Leben eine total untergeordnete Rolle. Er sieht in Gott seinen Versorger.
Habsucht, Sicherheit und der wahre Reichtum
Und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Ich glaube, Jesus wollte mit Geld gar nicht so viel zu tun haben.
Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen der Haltung, sich über etwas nicht groß den Kopf zu machen, und der Haltung zu sagen: Ey, lass mich bitte damit in Ruhe.
Ich habe euch die zweite Stelle mitgebracht, aus Lukas 12. Ich lese euch mal die ersten drei Verse vor, Lukas 12,13-15:
Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Herr, Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.
Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich als Richter oder Erbteiler über euch eingesetzt?
Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht; denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.
Also, worum geht es? Knatsch in der Familie. So fängt es an: Erbstreitigkeiten. Ein schönes Thema, worüber sich ganze Familien zerlegen können. Da ist einer, der fühlt sich übergangen, und was tut er? Er bittet Jesus darum, dass der sich für ihn einsetzt.
Das ist eigentlich eine coole Lösung. Wenn ich jemanden bräuchte, der in meinem Leben so etwas regelt, Jesus wäre schon jemand, bei dem ich denken würde: Ja, der würde mir schon einfallen.
Und was macht Jesus? Er macht unmissverständlich klar, dass er damit nichts zu tun haben will.
Ist das fies? Du stehst da und du denkst: Er hat mich über den Tisch gezogen, der hat viel mehr gekriegt als ich. Und jetzt komme ich zu Jesus und sage: Hey, kümmer du dich doch bitte mal drum.
Und Jesus sagt: Weißt du was, bleib mir mit dem Thema vom Leib. Ich will damit nichts zu tun haben. Diese ganzen Streitereien rund ums Geld, bäh!
Oder wie Jesus das sagen würde: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht; denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.
Für Jesus gibt es Dinge, die viel wichtiger sind als mein Recht in einer Erbstreitigkeit. Ist das interessant? Ich habe Rechte, und Jesus sagt: Vergiss es einfach. Es ist viel wichtiger, dass du dich davor hütest, habsüchtig zu werden.
Dass ich mich hüte vor dem Gedanken, viel Geld zu haben, das ist eigentlich genau das, worauf es im Leben ankommt. Das, was meinem Leben Bestand gibt, was mir Sicherheit gibt, was mir Wert gibt, das ist mein Bankkonto. Wenn das immer schön gefüllt ist, wenn da immer schön viel drauf ist, ja, super, dann bin ich wer.
Und Jesus sagt: Dieser Gedanke ist so schnell da. Du bist das, was du hast. Fühl dich so sicher, wie dein Bankkonto voll ist. Und Jesus sagt: An der Stelle fängt Habsucht an. Da überbetonst du den Wert und die Sicherheit durch Geld maßlos. Hüte dich davor.
Und selbst wenn diese falsche Haltung an einer Stelle rauskommt, wo du im Blick auf die Erbstreitigkeiten ja Recht hast, dein Recht einzufordern, ist es ja nicht falsch zu sagen: Ey, Entschuldigung, ich bin hier über den Tisch gezogen worden. Hüte dich davor!
Besser weniger haben, weniger kriegen und schauen, dass mein Herz an der Stelle nicht am Geld hängt.
Liest man die Geschichte weiter, erzählt Jesus eine Geschichte von einem reichen Bauern, der unglaublich gute Ernte hat. So viel, dass er nicht mehr weiß, wohin mit seinen Erträgen. Und alles, was diesem reichen Bauern einfällt, ist zu sagen: Okay, meine Scheunen platzen aus allen Nähten, ich baue mir noch größere Scheunen. Und ich kann mich jetzt darüber freuen, dass ich auf Jahre hinaus ausgesorgt habe.
Und was Jesus erzählt, ist diese Geschichte als ein abschreckendes Beispiel. Dieser Mann, der sagt, das Wichtigste ist Horten, größere Scheunen bauen, das ist jemand, der denkt: Mein Leben ist so sicher, wie ich reich bin.
Und was sagt dann in dieser Geschichte Jesus zu diesem reichen Menschen in Vers 20 und 21, immer noch Lukas 12? Gott aber sprach zu ihm: Du Tor, du Narr, du Dummkopf, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist der, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.
Ich habe gesagt, dass Geld für Jesus eine total untergeordnete Rolle spielt, weil er Gott den Vater als seinen Versorger sieht. Er erkennt diese natürliche Tendenz in unserem Herzen, habsüchtig zu sein, immer mehr haben zu wollen, und das, obwohl wir nicht wissen, wann wir sterben werden.
Aber Jesus kennt noch etwas anderes, was er hier anspricht, nämlich reich zu sein im Blick auf Gott. Er sagt zu dem reichen Mann: Das wäre richtig gewesen, wenn du reich geworden wärst im Blick auf Gott, nicht reich im Blick auf die prall gefüllten Scheunen, sondern reich im Blick auf Gott.
Ich kann Schätze auf der Erde sammeln, und Jesus warnt davor. Oder einen Schatz im Himmel. Vor dem Schatz auf der Erde, da warnt Jesus seine Jünger. Je mehr wir haben, desto mehr wird unser Herz daran hängen. Und es wird wahrscheinlich immer schwieriger sein, das, was wir haben, loszulassen, wenn Gott es von uns fordert.
Es ist wahrscheinlich wirklich so. Im Hebräerbrief heißt es mal, dass Verfolgung eintritt und dass die Geschwister mit Freuden alles verloren haben. Ich dachte mir: Boah, ehrlich? Da kommt jemand und schmeißt dich aus deinem eigenen Haus, und du hast kein Haus mehr. Und du gehst raus und kannst dich darüber freuen, kannst sagen: Ich habe einen Schatz im Himmel. Das bisschen, was du mir hier nehmen kannst? Entschuldigung, nimm es. Ich habe einen Schatz im Himmel. Es ist nicht der Rede wert, und mein Herz hängt null dran.
Ich habe mich gefragt, wie würde ich damit umgehen, wenn mir jemand meine Bücher wegnimmt. Ich habe ja kein Haus, aber Bücher. Darf man mir meine Bücher wegnehmen, einfach so? Ich glaube, jeder von uns hat so etwas, wo er merkt: Meine Bücher, vielleicht haben andere Leute ein Schlagzeug. Ein Auto, keine Ahnung was. Aber ihr merkt, es gibt diese Tendenz unseres Herzens, sich an etwas zu hängen, was hier auf der Erde ist.
Und Jesus möchte, dass wir unsere Berufung finden. Und unsere Berufung ist, ihm nachzufolgen, bereit zu sein, alles für ihn aufzugeben, unser Leben mit seinen Möglichkeiten für Jesus und für sein Reich einzusetzen. Das ist unsere eigentliche Berufung.
Und alles, was Jesus zum Thema Geld vorlebt, dreht sich genau um diesen Punkt, dass wir frei werden von diesen Bindungen, die für Menschen auf dieser Erde völlig normal sind. Jesus war materiell arm, und es war ihm überraschend egal. Das ist das Faszinierende in den Evangelien. Er war materiell arm, es war ihm egal. Aber er hat uns vorgemacht, wie man einen Schatz im Himmel sammelt, wie man reich wird im Blick auf Gott. Und das war ihm überhaupt nicht egal.
Ein Leben in Abhängigkeit und Freiheit
Wir erleben Jesus, und wir erleben einen hochbegabten jungen Mann, der bis zum letzten Atemzug alles, was er hatte, in die eine Mission investierte, für die er auf die Erde geschickt wurde. Sein Leben war geprägt von Abhängigkeit. Er hatte null Problem damit, von Frauen finanziert zu werden; das war ihm einfach Wurst.
In Lukas 8 könnt ihr das nachlesen. Dort ist eine Reihe reicher Frauen, die mit Jesus mitziehen und die Rechnungen bezahlen. Das ist ihm völlig egal. Er weiß sich von Gott abhängig. Und wie Gott das macht, ob er so eine Clique reicher Frauen nimmt oder ob er, ihr kennt die Geschichte, wo Petrus sagt: Wir müssen da noch diese Doppeldrachme zahlen, und wo kriegen wir denn das Geld her? Und Jesus sagt: Wirf mal die Angel aus. Ja, der erste Karpfen, der anbeißt, der hat genug Geld im Maul.
Also, es spielt keine Rolle, wie er versorgt wird. Aber er lebt in dieser Abhängigkeit. Er weiß: Wenn ich mit und für Jesus lebe, dann kümmert er sich. Wenn ich für Gott lebe, dann kümmert er sich um den Rest.
Jesus hat kein Problem damit, wenig zu haben. Er hat kein Problem damit zu hungern. Und er klagt nie an irgendeiner Stelle über seinen bescheidenen Lebensstandard. Da ist nie irgendeine Klage. Alles, was ihm wichtig ist, das ist Gott. Und um es noch einmal mehr in der Sprache des Finanzwesens zu sagen: Alles, was ihm wichtig ist, das war sein Schatz im Himmel. Er will Gott gefallen, er will Gott verherrlichen, Gottes Reich bauen, und der Rest ist ihm ziemlich egal.
Wisst ihr, ich finde das total interessant, also im Moment auch sehr praktisch. Für mich ist Rente gerade ein interessantes, großes Thema. Ich frage mich immer mal wieder, ob ich irgendwie noch klüger vorsorgen sollte. Ich merke dann aber auch immer: Ich weiß eigentlich gar nicht wie. Und dann geht dieses Thema in meinem Kopf so hin und her. Nach einer Weile, wenn das so durch meinen Kopf gewandert ist und mich so unruhig gemacht hat, dann bringe ich mein Herz eigentlich immer an derselben Stelle wieder zur Ruhe. Und das ist bei Jesus.
Ich schaue mir an, wie er im Vertrauen auf Gott gelebt und sein Leben ganz in die Sache Gottes investiert hat. Und dann, in diesem Moment, wenn ich das tue, dann überzeugt mich der Heilige Geist immer wieder davon, dass es nirgends mehr Sicherheit im Leben gibt als da, wo ich mit meinem Lebensstil den von Jesus imitiere.
Ein Lebensstil, der völlig mit dem zufrieden ist, was er hat, solange ich durch mein Leben Gott verherrlichen darf. Ein Lebensstil, der die Habsucht des menschlichen Lebens kennt und sich kein bisschen danach ausstreckt, reich werden zu wollen. Lest euch dazu mal Sprüche 23,4 durch. Ein Lebensstil, der gerne andere beschenkt und anderen mehr geben möchte als nur das Materielle. Ein Lebensstil, der diese Welt hier, in der wir leben, diese Welt in ihrer Endlichkeit, in ihrer Einseitigkeit und in ihrer Verlorenheit bloßstellt. Ein Lebensstil, der die Welt benutzt, wir müssen ja hier irgendwie leben, wo heiden tanken, was soll ich auch sonst machen, ein Lebensstil, der die Welt benutzt, aber sich nicht an sie verliert, der Gutes genießt, aber niemals den Genuss anfängt zu vergöttern, sondern Gott, der alles Gute schenkt. Ein Lebensstil, der Armut umarmt, wenn er andere dafür reich machen kann, und der Mangel akzeptiert, wenn Gott nur mit seinen Zielen in meinem Leben da ankommt, wo er mich hin haben will.
Am Kreuz hängt ein Mensch, der splitterfasernackt und bettelarm ist. Und gleichzeitig hängt dort in den Augen Gottes einer, der gekrönt in Herrlichkeit und unermesslich reich ist. Und wir fragen uns ja: Was denn jetzt? Nackt und arm oder gekrönt mit Herrlichkeit und unendlich reich? Wisst ihr, das eine ist das, was man mit den Augen sieht, und das andere ist die Realität.
Und so macht mir Jesus Mut, gespannt in eine Zukunft zu blicken, wo ich persönlich nach menschlichen Maßstäben suboptimal vorgesorgt habe, weil ich sehe, wie er selbst als mein Vorbild gelebt hat. Weil ich fest davon überzeugt bin, dass, hätte man Jesus nach diesem Thema gefragt: Jesus, wie stehst du zum Thema Geld? dann hätte er drei Punkte gebracht. Vielleicht mehr, aber die drei fallen mir auf.
Drei praktische Konsequenzen
Punkt eins: Jesus hätte mir gesagt: Jürgen, kümmere dich um Gottes Reich und darum, dass dein Leben heilig und gerecht ist. Mach dir keine Sorgen um deine Versorgung.
Das Kinderlied war süß, ja? Pack deine Sorgen in den Topf, mach einen Deckel drauf, renn zu Jesus und gib sie ihm. So ähnlich war das Lied, oder? Ja, super. Es war nur ein Kinderlied, und wir haben alle gelacht, aber es ist zutiefst wahre Theologie.
Kümmere dich um Gottes Reich, darum, dass dein eigenes Leben heilig und gerecht ist, und mach dir keine Sorgen um Versorgung.
Zweitens: Pass darauf auf, dass dein Herz nie mehr will, als Gott dir gibt. Wie es in den Sprüchen an einer Stelle heißt: Ein fröhliches Herz hat ein ständiges Festmahl. Pass auf, dass du nie mehr haben willst. Du musst nicht reich sein, um habsüchtig zu sein. Bleib mit dem zufrieden, was Gott dir gibt. Freu dich darüber! Du gehörst eh zu den zehn Prozent der reichsten Menschen der Welt.
Und der dritte Punkt: Investiere deinen Besitz klug in die Dinge, die Gott wichtig sind: Gemeinde, Mission, Evangelisation, Projekte für Arme und Kranke. Schau, dass du einen großen Schatz im Himmel hast.
Und wenn die drei Punkte da sind, dann fangen wir an, einen Lebensstil zu imitieren, den Jesus uns vorgemacht hat. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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