Warum nicht? Glaubensfragen – der YouTube-Kanal meiner Frau – knifflige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Vorbemerkung:
Einführung: Die Motivation hinter dem YouTube-Kanal
Vor zwei Jahren haben wir uns als Ehepaar mit der Frage beschäftigt, warum so viele Jugendliche, die in christlichen Gemeinden aufwachsen, als Teenager dem Glauben den Rücken kehren. Untersuchungen zeigen, dass sie dies unter anderem deshalb tun, weil sie keine vernünftigen Antworten auf kritische Fragen zum christlichen Glauben erhalten.
Ausgehend davon entschied sich meine Frau, einen YouTube-Kanal aufzubauen, der sich an Jugendliche richtet und in Dialogform kniffelige Fragen zum Glauben beantwortet. Why not? Glaubensfragen.
Der Kanal ist jedoch nicht nur für Jugendliche interessant, sondern auch für Eltern. Besonders für solche, die nach guten Argumenten suchen oder sich gemeinsam mit ihren Kindern auf die Suche nach Antworten machen wollen.
Ich habe beschlossen, in diesem Jahr den Podcast Montag zu nutzen, um jeweils ein Video als Audio vorzustellen. Warum? Ich möchte den YouTube-Kanal meiner Frau bekannter machen. Außerdem will ich den Wert guter Apologetik hervorheben und natürlich meine Frau erfreuen.
So viel als Vorbemerkung.
Der kosmologische Gottesbeweis im Dialog
Starten wir diese Woche mit dem kosmologischen Gottesbeweis: Alles hat eine Ursache.
Hey Timon, da hast du dich in Philo gerade mit Frau Krämer richtig gestritten. Als ich deinen Gottes- und kosmologischen Gottesbeweis hörte, habe ich abgeschaltet und mein Handy rausgeholt. Du weißt ja, wenn es um Gott geht, kann ich einfach nicht still sein.
Du sprichst von Gott? Als ob es klar wäre, dass es einen Gott gibt. Also, ich bin Naturwissenschaftler, und in der Wissenschaft hat Gott keinen Platz.
Ach, und ich bin kein Naturwissenschaftler.
Okay, du bist ja in Mathe und Physik sogar noch besser als ich. Aber du machst es dir auch sehr einfach. Wenn du irgendetwas nicht erklären kannst, nennst du es einfach Gott. Eigentlich ist es nur ein Platzhalter, so eine Variable. Aber je weiter die Wissenschaft voranschreitet, desto weniger brauchen wir diesen Platzhalter.
Du meinst also, dass man auf alle Fragen eine Antwort finden kann.
Ja, warum denn nicht?
Ursprung der Welt und die Frage nach der Ursache
Okay, einfache Frage: Wo kommt die Welt her? Ich meine, sie muss ja irgendeine Ursache haben.
Dumme Frage, durch den Urknall natürlich.
Okay, du weißt, dass ich nicht viel vom Urknall halte, aber meinetwegen Urknall. Wo kommt der denn her?
Na ja, da gibt es verschiedene Theorien. Vielleicht aus einem Weltall, das davor war und sich dann in einem schwarzen Loch zusammengezogen hat – also eine Art kosmischer Kreislauf.
Okay, und wie oft hat er sich wiederholt?
Wahrscheinlich unendlich oft.
Frage an den Mathematiker und an dich: Wie lange dauert es eigentlich, um von unendlich oft bis heute zu kommen?
Hm, ziemlich lange. Unendlich lange.
Wenn das Weltall unendlich alt ist, dann kommen wir nie zum Heute.
Ja, dann gab es irgendwann mal einen Anfang oder vielleicht war ja unser Urknall der Anfang.
Und woher kam denn die Materie beziehungsweise die Energie am Anfang?
Ja, die war dann halt irgendwie da.
Ah ja, du kennst sicher noch andere Beispiele für Sachen, die auf einmal da sind. Also ich meine, so ohne Ursache einfach.
Zugegeben, alles können wir nicht erforschen.
Dann nennst du die erste Ursache eben Gott, und ich nenne sie erste Ursache.
Die Problematik der ersten Ursache und das Unendliche
Und woher kommt dann Gott beziehungsweise deine erste Ursache?
Weil Gott müsste ja dann wieder eine Ursache haben, also einen Gott, und das würde sich immer so fortsetzen. Wir bräuchten immer eine Ursache der Ursache.
Ach komm, hör auf damit! Wenn ich darüber nachdenke, wird mir schwindelig.
Und genau das ist der Punkt. Was meinst du damit?
Wir leben in einer Welt, in der alles, was geschieht, alles, was wir sehen, erleben, anfassen und ja, sogar denken können, eine Ursache haben muss, die wiederum eine Ursache hat.
Wir leben in einer Welt, die aus einer Kette von Ursache und Wirkung besteht. Deshalb ist auch unser Denken darauf beschränkt.
Und deshalb wird dir schwindelig, wenn du darüber nachdenkst. Das würde ja bedeuten, dass, was auch immer die erste Ursache ist – du nennst sie Gott –, diese außerhalb unserer Welt liegen müsste.
Genau, in einer Welt, in der unsere Gesetze von Ursache und Wirkung nicht gelten.
Das würde aber bedeuten, es müsste mehr geben als diese Welt.
Super, du hast es! Es muss mehr geben als das, was wir sehen und messen können.
Und das ist letztlich, was der kosmische Gottesbeweis sagt – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Bedeutung der ersten Ursache für den Glauben
Gut, es gibt mehr, als wir sehen und vielleicht sogar denken können. Aber was hilft mir das? Wenn es außerhalb unserer Welt liegt, dann kann ich nicht dorthin gelangen, es nicht sehen und auch nicht erforschen. Dann kann es mir eigentlich vollkommen egal sein.
Wenn dieser kosmische Gottesbeweis alles wäre, dann würde ich dir Recht geben. Dann könnte uns Gott oder die erste Ursache tatsächlich egal sein. Ich glaube jedoch nicht wegen der ersten Ursache an Gott, sondern weil er sich offenbart hat. Zum einen darin, wie er die Welt geschaffen hat, zum anderen, weil er aus dieser anderen Welt zu uns gekommen ist.
Hm, das könnte wirklich sein. Ich kann zwar nicht dorthin gelangen, es nicht einmal sehen, aber er ist von dort zu uns gekommen. Ich muss zugeben, das hat etwas. Aber darüber müssen wir ein anderes Mal reden. Ich muss jetzt dringend nach Hause.
Na dann, Timon, mach’s gut.
Ja, mach’s besser.
Abschluss und Einladung zum Gebet
Das war es für heute. Bitte bete für Christen, die ins Zweifeln geraten.
Schau dir den YouTube-Kanal „Why not Glaubensfragen“ an und bete darüber, ob du mitarbeiten sollst.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
