Serie•Teil 20 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Der Druck des Glaubens und der Blick auf das Unsichtbare
Bibelwoche 2019, Hebräerbrief, Kapitel 11, die Verse 1 bis 22, das ist unser Ziel heute.
Ich dachte mir heute Morgen, also ich habe das erst heute Morgen geschrieben: Wow, das ist ganz schön ambitioniert. 22 Verse in etwa 45 Minuten, huh, das ist schon ganz schön grob.
Ich freue mich, dass ihr da seid. Der Start in die Bibelwoche am Sonntag, den empfand ich persönlich als nicht ganz so leicht. Das war schon grob zu lesen, wie der Autor des Hebräerbriefes hier Geschwister wirklich davor warnt, ihre Zuversicht wegzuwerfen, ihren Glauben an Jesus wegzuwerfen. Er sagt: Passt auf, dass euch das nicht passiert. Wie er sie davor warnt, in ihr altes Leben zurückzukehren, weil sie dem Druck der Gesellschaft nicht mehr länger standhalten konnten.
Und ich dachte mir so: Geistliches Leben ist immer ein Leben unter Druck. Ich denke, das geht uns manchmal verloren, dieser Gedanke, weil wir in einer Welt leben, in der sich dieser Druck nicht so sehr durch Verfolgung zeigt, sondern mehr durch Verführung. Aber trotzdem stimmt das: Ein Leben des Glaubens ist immer ein Leben unter Druck. Es ist immer ein Leben, das geführt werden will, eben im Glauben und nicht im Schauen.
Paulus schreibt in 2. Korinther 5,7, er sagt: Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen. Das ist ein ganz schöner Gedanke. Vor kurzem habe ich darüber eine Hochzeits-Predigt gehalten. Ich dachte mir: Ja, den Vers müsste ich langsam mal auswendig lernen. Habe ich dann gemacht: Wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen.
Ein Leben im Glauben, und ich hoffe, dass ihr wisst, wovon ich rede. Wenn nicht, müssen wir danach noch mal reden. Aber ein Leben im Glauben hat immer eine Realität vor Augen, die man nicht sieht, die aber unser Handeln bestimmt. Wenn wir im Glauben und nicht im Schauen leben, dann heißt das immer: Vor meinem geistigen Auge steht eine Realität, die ich nicht sehen kann. Aber die ist eigentlich noch realer als die Realität, in der ich lebe.
Und so lasst uns miteinander starten. Hebräer 11,1. Da heißt es: Der Glaube aber ist eine, jetzt kommen in den verschiedenen Übersetzungen ganz unterschiedliche Ideen, wie man das nächste Wort übersetzen kann, eine Wirklichkeit, hier heißt es eine Verwirklichung oder eine Grundlage könnte man auch übersetzen. Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.
Also: Glaube ist viel mehr als nur ein Nichtwissen. Der Gläubige lebt durch den Glauben in einer Realität, in der die ewigen Dinge bereits heute schon das ganz praktische Alltagsleben durchdringen. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil das Ewige für den Gläubigen real ist. Das, was ich hoffe, auch wenn ich es noch nicht sehe, bestimmt das, wie ich heute lebe. Das ist Glauben.
Nochmal: Das, worauf ich hoffe und was ich noch nicht sehe, bestimmt, wie ich heute lebe. Das ist Glauben.
Das ist nicht alles, was man zum Glauben sagen kann. Es geht hier nicht darum, eine allumfassende Definition zu dem Begriff Glauben zu schaffen. Glauben braucht, nehmen wir mal noch zwei weitere Punkte, immer auch den richtigen Inhalt. Ich muss an Jesus glauben. Oder er braucht so etwas wie einen Startpunkt. Ich muss die Stimme Gottes hören, und dann muss ich mal loslaufen.
Aber es ist eben auch so, was hier steht: Der Glaube als eine Verwirklichung dessen, was man hofft, als ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Der Glaube verbindet die Zukunft mit der Gegenwart. Ich lebe heute anders, weil ich weiß, dass Gott zuschaut. Weil ich weiß, dass das Beste noch kommt. Weil ich weiß, dass dieses Leben heute die Voraussetzungen dafür schafft, dass sich die Verheißung auf ewiges Leben erfüllt.
Und dieses Andersleben, dieses Bewusstleben in der Realität, dass da noch eine andere Realität ist, die die Menschen um mich herum sonst nicht sehen können, das ist Glauben.
Wie Glaube Erkenntnis schafft und Gottes Sicht auf die Welt öffnet
Hebräer 11,2: Denn durch den Glauben haben die Alten Zeugnis erlangt. Mit den Alten sind hier nicht die Alten in der Gemeinde gemeint, sondern die Glaubensvorbilder aus dem Alten Testament. Das werdet ihr gleich sehen.
Wenn ich mir diesen Vers anschaue, dann merke ich: Es ist tatsächlich der Glaube eines Menschen, und es ist tatsächlich das Leben aus Glauben, das Gott begeistert. Wenn Gott von einem Menschen begeistert ist, dann ist er von dem begeistert, was er an Glauben, an Glaubensleben bei diesem Menschen entdeckt.
Und das ist irgendwie auch klar, denn Menschen sind auf Glauben hin angelegt. Ich weiß nicht, ob ihr euch darüber jemals Gedanken gemacht habt. Aber egal, ob wir an Jesus glauben oder sagen wir mal an den Klimawandel oder den Marxismus-Leninismus oder an irgendeinen Selbstverwirklichungsguru: Es spielt keine Rolle. Im Menschen als Menschen ist das Potenzial angelegt zu glauben. Wir wollen glauben. Warum? Das hat mit Gott zu tun. Gott hat uns so geschaffen, dass wir glauben können und dass wir glauben wollen. Und das ist ganz wichtig und auch richtig. Denn es gibt Dinge im Leben eines Menschen, die kann ich ohne Glauben nicht verstehen.
Hebräer 11,3 startet mit den Worten: Durch Glauben verstehen wir. Ich finde das toll. Ich weiß noch, wie ich als junger Christ diesen Satz las und dachte: Huch, ja, durch Glauben verstehen wir. Der Glaube kommt nicht aus dem Verstehen, sondern das Verstehen kommt aus dem Glauben. Versteht ihr den Unterschied? Ich wollte als junger Christ immer alles verstehen, damit ich dann den Glauben erklären kann. Und irgendwann habe ich festgestellt, dass ich nicht nur zu dumm dafür bin, alles zu verstehen, sondern dass das irgendwie verkehrt herum ist.
Aus dem Verstehen, du kannst so viel verstehen, wie du willst, kommt kein Glaube. Es ist andersherum. Der Glaube ist das Mittel, mit dem ich verstehe.
Wir sind uns dessen vielleicht häufig nicht bewusst, aber Glaube ist das Mittel, mit dem ich die Fakten, die ich vom Leben habe, interpretiere. Ich mache mal ein Beispiel: Ich weiß nicht, wie die Welt entstanden ist. Und egal, wie viele Messwerte ich zusammentrage, ich werde es nie wissen. Erst wenn zu diesen Messwerten Information kommt, das heißt, erst wenn jemand kommt, der Ahnung hat und diesen Messwerten ein Gerüst gibt, in das ich sie einsortieren kann, idealerweise bei der Schöpfung jemand, der dabei war und mir sagt, wie es gelaufen ist, erst dann, wenn ich diese Information habe, kann ich die Messwerte richtig interpretieren.
Jetzt versteht ihr, warum das so wichtig ist bei bestimmten Fragen, mit der Bibel zu starten. Denn da ist einer, der mir sagt, wie die Fakten, die ich habe, wie die Messwerte zu interpretieren sind. Es geht immer nur so, dass am Anfang der Glaube steht, und dann: Durch Glauben verstehen wir.
Wir können ja mal weiterlesen: Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten, gemeint ist die sichtbare und die unsichtbare Welt, durch Gottes Wort bereitet worden sind. Also Gott spricht, und da war vorher nichts, und jetzt ist da plötzlich etwas, so dass das Sichtbare, das wir mitbekommen, nicht aus Erscheinendem geworden ist. Damit ist gemeint: Das, was heute da ist, was wir an Materie erleben, das ist nicht aus etwas Erscheinendem, aus einer anderen Materie, einfach geworden.
Es ist interessant: Wer sich damit mal beschäftigen will, die typischen Schöpfungsmythen der Antike starten bei der Erschaffung der Welt immer schon mit Materie. Da gibt es immer schon etwas, und dann kommt irgendein Gott oder irgendwelche Götter und nehmen das und bauen das in die Erde um oder ins Universum. Gott hat das nicht nötig. Woher weiß ich das? Na ja, es ist der Glaube. Ich verstehe das durch den Glauben. Mit der Information, die mir Gottes Geist in Gottes Wort gibt, kann ich verstehen, wie die Schöpfung ablief. Gott spricht, und alles entsteht. Kann ich das messen? Nein. Ich kann es aber verstehen, aber ich kann es nur durch den Glauben verstehen.
Und auch der Atheist, für den es keine unsichtbare Welt, keinen Gott, vielleicht nur das gibt, was man anfassen und messen kann, auch der glaubt. Er würde vielleicht sagen: „Nein, das stimmt doch.“ Er glaubt auch, und zwar an ein Weltbild ohne Gott. Also ich glaube an eins mit Gott, und er glaubt an eins ohne Gott. Ich höre auf die Bibel, und er hört einfach nur auf das, was andere atheistische Wissenschaftler ihm an Informationen geben.
Merkt ihr: Immer ist das, was ich an Glauben habe, prägend. Mein Glaube, dem ich vertraue, prägt mein Verstehen. Wenn ich Gott vertraue, weil ich Glauben habe, werde ich die Informationen nehmen, die Gott mir gibt, und auf der Basis dieses Glaubens werde ich verstehen. Wenn ich nicht Gott vertraue, nicht an ihn glaube, sondern an das, was in Zeitschriften steht und Leute mir sagen, das wahr sein soll, werde ich auf dieser Basis auch durch den Glauben zum Verstehen kommen.
Immer startet unser Denken mit Glauben. Das ist beim Menschen nicht anders möglich. Das hat damit zu tun, dass wir Menschen sind. Immer prägt mein Glaube mein Verstehen. Es ist übrigens nie andersherum.
Bei Petrus, Johannes 6, die Verse 68 und 69, hört sich das so an: Das ist die Geschichte am Ende von Johannes Kapitel 6, wo Jesus die Jünger fragt, ob sie auch weggehen wollen. Da sind ganz viele weggegangen, und Petrus sagt: „Nein, wir gehen nicht.“
Johannes 6,68-69: „Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“
Ich finde das total spannend: geglaubt und erkannt. Ist Glaube jetzt ein ganz blinder Glaube? Nein, denke ich nicht. Aber hier merken wir, worum es geht. Ich muss nicht, wenn ich wissen will, ob an Jesus etwas dran ist, einfach nur abwarten. Ich muss mich auf ihn einlassen. Ich muss einen Schritt des Glaubens wagen auf Jesus zu, und dann werde ich, wenn ich diesen Schritt wage und aus dieser Glaubensperspektive alles das, was ich an Fakten über Jesus habe, einsortiere, merken: Das wäre ja völliger Quatsch, diesem Jesus nicht zu folgen. Das wäre völliger Unsinn.
Beim Glauben und damit letztlich auch beim Verstehen geht der Glaube nur früher. Es geht um Vertrauen, es geht um Beziehung, es geht um Liebe. Und es geht auch um die Frage: Wie werde ich gerecht?
Wir schauen uns jetzt einfach mal drei Leute an. Wir schauen uns den Abel an, wir schauen uns den Henoch an, und wir schauen nach dem Henoch dann, wen haben wir noch hier? Noah, genau, der kommt auch noch. Und wir werden merken: Die ganz wichtigen Dinge im Leben, die kannst du nur im Glauben ergreifen.
Mach mal ein Beispiel: Wie werde ich vor Gott gerecht?
Vorbilder aus dem Alten Testament: Opfer, Hoffnung und ein Leben mit Gott
Abel, Hebräer 11,4: Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Durch diesen Glauben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht sei. Gott gab Zeugnis zu seinen Gaben, und durch diesen Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.
Also: Er ist tot. Aber obwohl er tot ist, hört Gott immer noch seinen Wunsch nach Gerechtigkeit.
So, jetzt die Geschichte von Kain und Abel und dem Opfer. Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Beide opfern zunächst das, was ihrem Beruf entspricht. Also das, was sie opfern, ist nicht das Problem. Abels Opfer ist besser. Es wird von Gott angenommen, aus einem einzigen Grund: Weil er glaubt. Und indem Gott Abels Opfer annimmt, macht er deutlich, dass Abel in seinen Augen gerecht ist.
So, jetzt die Frage: Wie wird ein Mensch vor Gott gerecht? Und genau so, wie ich aus erster Hand Informationen brauche, um darüber zu reden, wie die Welt erschaffen wurde, so ist es auch hier beim Thema Gerechtigkeit. Dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, eine Sache des Herzens ist und der Beziehung zu Gott, und eben nicht nur äußerer Formen.
Habt ihr das gesehen? Kain opfert ja auch. Was denkt sich denn der Kain? Na, Kain denkt: Gerechtigkeit ist eine Sache der Rituale. Hauptsache, du opferst etwas, dann ist alles gut. Wie es in deinem Herzen aussieht, ist völlig egal.
Und jetzt haben wir hier die Geschichte, und wir merken: Nicht das Opfer ist entscheidend, sondern der Glaube, der das Opfer heiligt. Das muss mir jemand sagen, sonst weiß ich das nicht. Die meisten Religionen wissen genau das nicht, und Gott sagt es mir. Gott gibt mir diese Information. Er lässt sie in ein Buch schreiben, in dem Buch, in dem ich die Geschichte vom Opfer Abels finde.
Merkt ihr das? Durch Glauben verstehen wir. Der Glaube bekommt die Information, und er kann sie annehmen. Und er kann verstehen, wie alles zusammenpasst.
Was für die Errettung gilt, gilt auch für das Leben nach dem Tod. Woher weiß ich eigentlich, was nach dem Tod kommt? Ob ich zu den Würmern komme oder zu Gott? Das ist eine wichtige Frage, oder? Geht das irgendwie weiter? Gibt es da noch irgendwie ein Leben nach dem Wurm? Ist da noch was?
Und jetzt habe ich so einen Henoch hier. Und ich merke wieder: Hebräer 11,5: Durch Glauben wurde Henoch entrückt. Ey, super! Ich weiß nicht, ob ihr die Geschichte kennt, die so ein bisschen versteckt im ersten Mose steht. Und irgendwie total niedlich: eine ganze Aufzählung von Leuten, die alle sterben, und mittendrin ist dieser Henoch.
Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so dass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte. Denn vor der Entrückung hatte er das Zeugnis, dass er Gott wohlgefallen habe. Das ist nach der Übersetzung der Septuaginta. Da steht explizit noch einmal drin, dass Gott Wohlgefallen an Henoch hatte, bevor er ihn entrückte.
Und die Frage, wo geht es eigentlich nach dem Tod hin? Na ja, hier haben wir es: Wenn wir Gott vertrauen, dann sehen wir am Leben eines Henoch, dass der Tod für die Menschen, die mit Gott leben, nicht das letzte Wort hat. Und das steht da zweimal im Text drin. Zweimal heißt es im Text über Henoch, dass er mit Gott wandelte: 1. Mose 5,22 und 1. Mose 5,24. Zweimal heißt es da.
Und ich merke jetzt: Aha, die sterben alle. Und da habe ich mitten drin Henoch, wo es heißt: Er wandelte mit Gott, er wandelte mit Gott. Und irgendwie hat das mal ein Prediger, ein anderer Prediger, so gesagt: Da war er ein bisschen weiter mit Gott weg, spazierte irgendwie so ein bisschen weiter weg von zu Hause, und Gott sagt: Ach schau mal, jetzt bist du schon so nah bei mir, dann bleibst du halt gleich da.
Und ich merke: Aha, anscheinend, wenn ich mit Gott wandle, dann hat der Tod nicht das letzte Wort. Halleluja, ey, was für eine Hoffnung, das ist doch irre.
Bleibt nur die Frage: Okay, aber kann ich denn vielleicht auch Gott so gefallen? Ja, hier ist ja einer, der Gott wohlgefallen hat. Kann ich vielleicht auch Gott gefallen, ohne zu glauben? Und die Antwort lautet: Nee, nee, kannst du nicht. Einfach nur so ein guter Mensch sein, der sich anstrengt, so lieb wie möglich zu leben, das ist nicht das, was Gott will.
Hebräer 11,6 heißt es: Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen. Der Hammer, oder? Wie viele Menschen kennt ihr, deren Glaube darin besteht, irgendwie nur ein bisschen lieb zu sein, nicht so böse zu sein wie die Nachbarn oder die eigenen Eltern oder irgendwer, den sie so als Vergleichspunkt haben? Wie viele Leute kennt ihr?
Also in meinem Umfeld, wenn ich mir so die Leute anschaue, die nicht mit Gott unterwegs sind, das ist so der Standardglaube. Keiner möchte ein Bösewicht sein, so wie Hitler oder Mao oder so. Jeder möchte ein netter Kerl sein, möchte als nett wahrgenommen werden. Ein bisschen Schwarzarbeit und so, das gehört schon dazu, und auch nicht immer alles ganz so ernst zu nehmen. Aber im Großen und Ganzen wollen sie alle lieb sein.
Reicht das?
Und jetzt kommt so ein Text: Ohne Glauben ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen. Warum? Na ja, Antwort: Denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird. Nein, Gott hat keinen Gefallen an Menschen, die ihm nahen, ohne wirklich an seine Existenz und an seine Güte zu glauben. So einfach ist es.
Ich kann Gott, und es ist wieder wichtig, dass Gott mir das sagt, nicht zu meinen Konditionen begegnen. Ich muss wirklich erst völlig davon überzeugt sein, dass der Gott der Bibel der wahre Gott ist und dass er es gut mit mir meint. Dann, wenn das gesetzt ist, wenn der Teil stimmt in meinem Leben, dann kann ich anfangen, die Opfer zu bringen wie bei Abel. Dann kann ich anfangen, so mit Gott zu wandeln, dass es ihm gefällt wie bei Henoch, dass Gott sich darauf freut, mich zu sich zu holen.
Und dann, wenn ich das habe, dann bin ich vielleicht auch bereit, in meinem Leben all in zu gehen. All in ist so ein Ausdruck, wenn man Roulette spielt und man hat irgendwie so einen Batzen Chips da vor sich und man schiebt die alle rein: all in. Oder bei anderen Spielen geht das, glaube ich, auch noch. Ich glaube, beim Poker gibt es das auch noch. Du schiebst also alles rein.
So ein Typ, der alles reingeschoben hat und der mich immer wieder, wenn ich über ihn nachdenke, fasziniert, und wo ich gespannt sein werde, wie er ist, wenn man ihm dann mal so persönlich begegnet, so ein Typ ist Noah.
Noahs radikale Entscheidung und die öffentliche Trennung von der Welt
Hebräer 11,7: Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn verurteilte er die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.
Kurze Einführung
Zur Zeit von Noah driftete gerade die ganze Welt in Gottlosigkeit ab. Und mittendrin stand Noah.
1. Mose 6,5
Das ist die eine Seite. Da heißt es: Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
Boah, das ist mal eine Botschaft. Stell dir vor, Gott schaut auf die Erde und sagt: So sieht die Welt aus. Der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war. Alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. Wahnsinn, was für eine Welt.
Und dann die zweite Stelle:
1. Mose 6,9
Da ist er, so mittendrin, dieser Noah. Noah war ein gerechter Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen. Noah lebte mit Gott.
Boah, kannst du dir vorstellen, wie es Noah ging? Bosheit auf der einen Seite, Gerechtigkeit auf der anderen Seite. Böse Gedanken, Kontra-Leben mit Gott. Und dann bekommt Noah einen Auftrag.
Und das ist so der Moment, wo ich mir denke: Stell dir vor, du denkst an nichts Böses. Und dann kommt Gott und sagt: Hör hier, Noah, es freut mich, dass ich die Menschen gemacht habe. Ich werde jetzt die komplette Menschheit und auch einen Großteil der Tiere auslöschen, aber ich gebe dir eine Chance. Ich gebe dir eine Chance, deine Familie zu retten. Das Einzige, was du machen musst: Du musst dir einen Kasten bauen. Hundertdreißig Meter lang, dreiundzwanzig Meter breit, dreizehn Meter hoch. Da kannst du mit deiner Familie rein und kannst die Sintflut überleben.
Ich weiß nicht, ob es ein irreres Projekt in der Bibel gibt. Also, versteht ihr, Noah hatte keinen Elektrohobel, keine Kettensäge, keinen Baumarkt, keine YouTube-Videos zum Thema: Wie baue ich eine Arche? Das Einzige, was er hat, ist eine ordentliche Portion Angst. Das heißt: von Furcht bewegt. Hier mischt sich Glaube mit Gottesfurcht. Es ist übrigens eine gute Mischung, wenn es darum geht, das Richtige zu tun.
Aber das ist noch nicht alles. Nicht nur, dass an der Stelle noch nie jemand vorher wahrscheinlich so ein Ding gebaut hat. Es kann sein, dass es vorher noch nie geregnet hat. Also, wenn das Ganze rum ist, diese Sintflut, dann setzt Gott ein Zeichen an den Himmel. Und dieses Zeichen ist ein Regenbogen. Dafür, dass er die Welt nicht noch einmal durch eine Sintflut untergehen lässt. Und wenn ich 1. Mose 9 dazu lese, das sind die Verse 13 bis 16, dann klingt das wirklich so, als hätte es vorher noch nie einen Regenbogen gegeben.
Wenn das stimmt, dann weiß Noah nur: Hier wird alles untergehen. Aber er hat überhaupt keine Idee, wie das gehen soll. Und er bekommt ein Projekt. Jetzt hätte ich gern mein Bild: Er bekommt ein Projekt, das ihn locker mal Jahrzehnte beschäftigt.
Schaut mal, Amis machen sowas. Die haben das nachgebaut, das ist jetzt eins zu eins. Und ihr merkt schon, das hier ist ein Lkw, okay? Das ist eins zu eins. Kannst du dir vorstellen, du gehst in den Wald und schlägst Bäume hoch, machst jeden einzelnen Baum fertig, jede einzelne Latte und baust dir so ein Ding? Du und deine drei Söhne. Und vielleicht kannst du dir noch ein paar Leute leisten, die ein bisschen mithelfen und die ganze Zeit den Kopf schütteln, weil sie denken: Was für ein blödes Ding, wozu brauchen wir den Kasten? Hier ist überhaupt kein Meer.
Ich weiß nicht, wie lange man braucht. Ich bin der Anti-Handwerker. Ich würde da in hundert Jahren nicht fertig werden mit. Aber das ist das, was er macht. Er fängt an. Gott sagt das, er kriegt Bammel vor dem, was Gott tun wird, und er fängt an, diese Arche zu bauen. Und er hört tatsächlich nicht auf, bis sie fertig ist.
Zweimal heißt es da: Und Noah tat es nach allem, was Gott ihm geboten hatte, so tat er. Und Noah tat nach allem, was der Herr ihm geboten hatte.
Das ist wirklich wichtig. Glaube rettet, aber er rettet halt nur, wenn wir nicht aufgeben, bevor wir fertig sind. Das Thema hatten wir schon mal im Hebräerbrief. Eine halbfertige Arche rettet niemand. Wenn du denkst: Hier, ich lasse den Teil weg, da ist ein großes Loch, nein, du musst das Ding fertig bauen. Und genau so rettet ein halber Glaube nicht.
Aber Glaube macht noch mehr, als dass ich mich an so ein gigantisches Projekt traue. Nochmal Hebräer 11,7 bitte:
Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn, das ist durch den Glauben, verurteilte er die Welt.
Noah verurteilt die Welt. Noah hat, weil er gläubig ist, in seinem Herzen eine Entscheidung getroffen, nämlich die Entscheidung, anders zu leben. Es ist ein Vorrecht, dass Gott ihm und uns einräumt, dass wir diese Welt durchschauen dürfen.
Wisst ihr, da kommt eine ganze Kultur daher, stellt sich als neuester Trend vor, mal als wissenschaftlich, mal als uralte Weisheit, aber immer gibt es neue Gedanken, wie man leben soll, was der Sinn ist, wo man Erfüllung findet. Wisst ihr was? Menschen lassen sich täuschen. Menschen fangen an, diese Welt mit ihren Angeboten liebzugewinnen, leben so, wie es diese Meinungsgeber halt vormachen.
Noah hatte auch solche Meinungsgeber, hatte auch sowas, und hat gesagt: Nee, da mache ich nicht mit. Wenn die ganze Welt Richtung Bosheit geht, ich gehe Richtung Gerechtigkeit. Und genau so sollte es auch bei uns sein. Ich merke, wie diese Meinungsmacher mich versuchen zu manipulieren, aber ich rieche den Braten. Ich weiß, was wahr ist.
Epheser 5,11 heißt es: Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß.
Noah verurteilt diese Welt. Wir sind aufgefordert, die unfruchtbaren Werke der Finsternis bloßzustellen. Der unfruchtbar, da kommt nichts Lebendiges raus, das ist tot. Das macht Menschen nicht gesund. Das hilft Menschen nicht weiter. Das bringt ihnen nicht Leben. Und wir sind dazu aufgefordert, das bloßzustellen.
Und ich finde das toll. Und vielleicht ist der eine oder andere jetzt ein klein bisschen angepiekst, wenn ich das so sage, wie ich es jetzt sage, aber ich behaupte: Wer einem echten Christen begegnet, begegnet einem Menschen, in dessen Leben unnütze Dinge und Unreines und handfeste Sünde keinen Platz mehr haben. So war das bei Jesus, und so soll es bei seinen Jüngern sein.
Ich behaupte nicht, dass wir in puncto Heiligung fertig sind. Sind wir nicht. Aber ich finde es einfach wichtig, dass wir uns auch ab und zu hinstellen und uns Folgendes erlauben: dass wir uns erlauben zu sagen, wir haben eine Meinung. Wir sagen Nein. Nein zu den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Wir sind dagegen. Wir sind Licht, und wir folgen dem Licht. Und deswegen stellen wir das Böse bloß.
Wir verurteilen wie Noah diese Welt. Wir sind nicht neutral. Wir werden keine Molotow-Cocktails werfen, um unsere Sicht durchzubringen, aber wir werden uns ganz klar als Christen von Sünde und Unreinheit distanzieren.
Ein Christ wird sich keine Serie anschauen, in der es um Inzest, Rache und Grausamkeit geht. Das werden wir einfach nicht tun. Ich werde es auch nicht zulassen, dass meine Gedanken sich ständig darum drehen, wie ich noch mehr Geld verdienen und noch mehr Rendite machen kann. Das werde ich einfach nicht tun. Ich werde bei einer Comedy-Sendung spätestens in dem Moment ausschalten, wo Gott verhöhnt wird, und wahrscheinlich schon früher, wenn der erste Politiker durch den Kakao gezogen wird. Ich werde einfach ausmachen. Warum? Na ja, ich bin Christ. Ich mache da nicht mit. Ich habe eine Meinung.
Und wenn du mich fragst, was ich davon halte, dann werde ich dir das sagen. Es ist meine Aufgabe, es ist unsere Aufgabe, die Werke der Finsternis bloßzustellen, so wie Noah durch seinen Glauben die Welt verurteilte.
Damals baute er an diesem Riesenkasten, und die Menschen sahen Noah eine Arche bauen. Und wenn sie ihn fragten: Warum baust du hier eine Arche? Na, ganz einfach: Ich glaube an einen Gott des Gerichts. Ich glaube daran, dass Gericht kommen wird, und ich möchte gerettet werden.
Und wenn Menschen dich sehen, wie du sagst: Ja, halt mich ruhig für konservativ, für von vorgestern, nimm irgendwelche Begriffe, die dir einfallen, das ist mir tatsächlich völlig Wurst. Und wenn sie erleben, wie du in deinem Leben Unnützes und Unreines und Sündiges rausschmeißt, jedes Jahr ein bisschen mehr, so wie es dir auffällt, und die kriegen das mit, und fragen: Ich sage mal, du hast doch früher auch immer mitgesoffen, warum machst du das nicht mehr? Oder du warst doch früher auch eine von denen, die schnell mal einen lustigen Witz gemacht hat über die Chefin, warum machst du das nicht mehr?
Dann ist die Antwort ganz einfach: Ich glaube an einen Gott des Gerichts, und er wird diese Welt richten für genau die Dinge. Und ich habe das kapiert. Und ich habe kapiert, dass es die Dinge sind, für die Jesus gestorben ist am Kreuz. Und er hat mich davon befreit, von dieser Schuld. Und ich möchte damit nichts mehr zu tun haben.
Wir stellen tatsächlich die unfruchtbaren Werke der Finsternis bloß. Und wir tun das eigentlich aus der gleichen Motivation heraus wie Noah. Noah hat sich nach einer Gerechtigkeit gesehnt, die mehr war als das, was er hatte. Noah war untadelig, haben wir gelesen, er war gerecht, haben wir gehört. Aber als Gerechter sehnt er sich nach einer Gerechtigkeit, die Gott gibt aufgrund von Glauben.
Nochmal Hebräer 11,7, nur den Schluss:
Durch ihn, den Glauben, verurteilte er die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.
Also, es gibt eine Gerechtigkeit aufgrund von guten Werken. Gibt es. Aber die hatte Noah als einziger. Er war untadelig, aber er wollte und er bekam mehr. Paulus würde sagen, ich zitiere mal Philipper 3,9: Er wollte die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens.
Es ist eine Form von Gerechtigkeit, die man nur durch Glauben bekommt und die jeder Mensch braucht.
Abraham, Isaak, Jakob und Joseph: Leben aus Verheißung und Blick auf die himmlische Heimat
Noah. Ich möchte jetzt mit euch etwas machen und den längeren Abschnitt anschauen: Hebräer 11, die Verse 8 bis 22. Ich werde das mal vorlesen, und ich vermute, dass ihr das meiste, was da steht, kennt. Es geht hier um Abraham, Isaak, Jakob und Joseph, und sie werden uns als Glaubensvorbilder vorgestellt. Vielleicht hört ihr einfach mal zu. Ich werde danach zwei Punkte zu diesem langen Text sagen.
Hebräer 11,8-22:
Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte. Und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. Durch Glauben siedelte er sich im Land der Verheißung an, wie in einem Fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er erwartete die Stadt, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.
Durch Glauben empfing er auch mit Sara, obwohl sie unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen zu zeugen, und zwar über die geeignete Zeit des Alters hinaus, weil er den für treu erachtete, der die Verheißung gegeben hatte. Deshalb sind auch von einem, und zwar Gestorbenen, so viele geboren worden wie die Sterne des Himmels an Menge und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählbar ist.
Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sie von fern gesehen und begrüßt und bekannt, dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf der Erde seien. Denn die, die solches sagen, zeigen deutlich, dass sie ein Vaterland suchen. Und wenn sie an jenes gedacht hätten, von dem sie ausgezogen waren, so hätten sie Zeit gehabt, zurückzukehren. Jetzt aber trachten sie nach einem Besseren, das heißt nach einem Himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
Durch Glauben hat Abraham, als er geprüft wurde, den Isaak dargebracht. Und er, der die Verheißungen empfangen hatte, brachte den einzigen Sohn dar, über den gesagt worden war: „In Isaak soll deine Nachkommenschaft genannt werden“, indem er dachte, dass Gott auch aus den Toten erwecken könne, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing.
Durch Glauben segnete Isaak auch im Hinblick auf zukünftige Dinge den Jakob und den Esau. Durch Glauben segnete Jakob sterbend einen jeden der Söhne Josephs und betete an über der Spitze seines Stabes. Durch Glauben gedachte Joseph sterbend des Auszugs der Söhne Israel und traf Anordnung wegen seiner Gebeine.
Okay, langer Text, zwei Punkte.
Der einfache Punkt ist der: Man liest sich den Text durch, und man hat ein bisschen Abraham, ein bisschen Isaak, Jakob und Joseph. Und wir merken: Glaube ist im Leben dieser Glaubensvorbilder genau das, was wir am Anfang gesagt haben. Da schaut einer im Glauben nach vorne. Da sieht einer Dinge, die sind noch zukünftig, die sind noch nicht wirklich da. Aber er lebt schon wie einer, bei dem sich dieses Zukünftige im Leben bereits als Grundlage für alle Entscheidungen darstellt, die er trifft. Dieser Glaube als etwas, das nach vorne schaut, das ist sowieso das entscheidende Element.
Wenn wir im Glauben und nicht im Schauen leben, schauen wir nach vorne. Es geht nicht um die Frage, was heute hier ist. Es geht um die Frage, wie das Heute hier zur Ewigkeit passt, in jedem Leben.
Abraham zieht, wie wir gelesen haben, in ein fremdes Land. Warum? Weil Gott ihm eine Verheißung gibt, dass er dorthin gehört. Er zieht erst mal los, aber da ist noch nichts zu sehen. Abraham und Sara zeugen durch Glauben an Gottes Verheißung einen Sohn. Ja, also da ist eigentlich nichts mehr, aber sie haben den Glauben, dass Gott da etwas tun kann, und bang, Isaak wird geboren. Dann ist Abraham bereit, Isaak zu opfern. Warum? Weil er glaubt, dass Gott ihn von den Toten auferwecken kann.
Ich finde das eine total schöne Sache. Du musst dir ja vorstellen: Gott sagt, opfere deinen Sohn, und Abraham zieht los und sagt: klar, mache ich. Und du fragst dich: Wie kann ein Vater so etwas tun? Und hättest du Abraham gefragt, hätte Abraham gesagt: na ja, ist doch ganz einfach, ich habe eine Verheißung gekriegt, dass ich durch Isaak viele Nachkommen kriegen werde, und wenn ich ihn jetzt umbringe, dann muss Gott ihn halt wieder auferwecken. Denkst du so einfaches Glauben? Ja, irgendwie schon. Er sieht da etwas, was noch nicht Realität ist, aber er handelt so, als wäre es Realität.
Isaak segnet durch Glauben seine Söhne im Hinblick auf die zukünftigen Dinge. Jakob macht dasselbe. Er gibt den Segen auch als eine Verheißung weiter. Joseph ist toll. Joseph stirbt in Ägypten, und er warnt: Achtung, ich hätte da gerne einen Wunsch. Ich weiß, wir werden wieder zurück nach Israel ziehen, und könntet ihr das vielleicht so einrichten, dass mein Sarg, mein Sarkophag, wenn es dann so weit ist, mitzieht? Weil ich möchte nicht immer hierbleiben. Richtig lustig, oder? Also, der ist vielleicht noch 300 Jahre da, irgendwie in Ägypten steht da so ein Sarkophag rum, und irgendjemand hat den Job darauf aufzupassen, falls wir mal hier rausziehen. Ja, den dürfen wir nicht vergessen.
Das ist auf Hoffnung hin. Da weiß einer: Das wird kommen, Gott hat es versprochen. Ich glaube, diesen Aspekt verstehen wir sofort, wenn man das so runterliest. Aber es gibt noch ein Thema im Text, und das ist ein Thema, ich weiß nicht, wie viele Predigten ihr über dieses Thema schon gehört habt. Ihr kriegt es wahrscheinlich nur in einer Vers-für-Vers-Betrachtung durch den Hebräerbrief.
Da steht in Vers 10, ich bräuchte jetzt meine Verse wieder, danke, immer noch die Verse 8 bis 22. Oh ja, das ist auch schön. Da heißt es in Vers 10: Abraham erwartete die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Und ich weiß nicht, habt ihr an der Stelle gestutzt? Wenn man jetzt nicht mit dem Hebräerbrief vertraut ist, dann denkt man so: man liest und liest, ah schön, schön. So ging es mir, als ich das erste Mal ... da ist einfach ein Stecken. Das ist so, ich bin mal mit dem Schlitten in Österreich so einen Berg runtergefahren und dachte mir, man könne mit einem Schlitten über so eine Kuhbremse fahren. Kennt ihr das? Damit die Kühe nicht rüberkommen, ist so ein Metallgitter eingearbeitet im Weg. Und ich dachte, man könne da drüberfahren und hatte vergessen, dass Reibung eigentlich bei Eisenbahnen, Metall auf Metall, nicht funktioniert. Du kommst da so volle Gas an und bäm, und bleibst stehen.
So ähnlich ist das hier. Du liest das und denkst: ja, alles easy, Abraham zog aus und ist da hingezogen, und dann kam er, und dann hier: Abraham erwartete die Stadt, hä? Was ist ein Bibelvers dafür? Abraham erwartete die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Wo nimmt der das her?
Also Abraham war reich, das wissen wir. Aber er lebte, da steht in Vers 9, wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten. Also Abraham ist der Typ, der mit seiner Privatarmee, wenn sein Neffe Lot mal von ein paar Königen gefangen genommen wird, eben hinterherzieht und ihn wieder holt. Das ist seine Macht. Aber er blieb die ganze Zeit Nomade. Er hat selber keine Stadt gebaut. Er bleibt Nomade in dem Land, das Gott ihm verheißen hatte. Und das ist irgendwie komisch.
Es ist deshalb komisch, weil man merkt: Es reicht Abraham nicht, einfach nur in Kanaan angekommen zu sein. Sondern er bringt durch dieses bewusste Nicht-ansässig-Werden etwas zum Ausdruck. Und das sind nicht nur er, sondern es sind die Patriarchen Abraham, Isaak, Jakob. Sie bringen das alle zum Ausdruck, das, was in Vers 13 heißt: Sie bringen zum Ausdruck, dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht hier auf der Erde seien. Dass sie, Vers 14, ein Vaterland suchen, also einen Ort, wo sie wirklich hingehören.
Und das ist, wenn man dann Vers 16 anschaut, nicht irgendein Vaterland. Sonst hätten sie wieder nach Hause gehen können, sie hatten ja eins, wo sie herkamen. Sondern es ist ein besseres Vaterland, hier ein besseres, ein himmlisches Vaterland. Also in diesen Patriarchen steckt eine Sehnsucht nach Begegnung mit Gott, die nicht von dieser Welt ist.
Warum? Und es ist jetzt wichtig, dass wir das verstehen. Ich glaube, dass wir manchmal die Patriarchen und so die alten Leute im Alten Testament nicht richtig verstehen, wie klug die waren. Als Gott dem Abraham Verheißungen gibt, da ist das die Verheißung, dass er eine große Nation wird, dass er den Segen erben wird, selbst Segen sein wird, Land erben. Wo Gott das tut, an der Stelle geht es für Abraham nicht nur um ein Stück Land, sondern es geht darum, Gott zu finden. Es geht Abraham darum, Gott in seiner ganzen Fülle zu begegnen. Der Segen, den Abraham sucht, das ist nicht der Segen von irgendwie ein paar Quadratkilometern Land in Israel. Den Segen, den Abraham sucht, das ist Gott selbst.
Kannst du die Luther-Übersetzung einblenden? Gut, dann lese ich es nur vor. Und das ist völlig richtig. In 1. Mose 15,1 lese ich mal nach der Luther-Übersetzung, die in der Elberfelder in der Fußnote drin ist, ist enger am hebräischen Grundtext als das, was in der Elberfelder übersetzt wurde. Da heißt es: Fürchte dich nicht, Abraham, und jetzt sagt Gott zu ihm: Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Gott sagt: Dein Lohn ist nicht Land, sondern dein Lohn bin ich.
Und wenn Abraham loszieht, dann zieht er los, um Gott zu finden und nicht, um ein Land in Besitz zu nehmen. Und deswegen heißt es in Vers 13: Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sahen sie von fern und begrüßten sie. Die Patriarchen sterben, aber sie haben das, wonach sie sich wirklich gesehnt haben. Und jetzt bringe ich mal Begriffe, die uns vertraut sind: Sie haben Jesus und das Kreuz und sie haben diese Intimität der Beziehung, die wir zu Gott haben, nie erlebt. Sie waren gläubig, keine Frage.
Vers 16 heißt es, dass Gott sich nicht schämt, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. Diese Stadt wird uns in Kapitel 12 noch begegnen, dann wird sie das himmlische Jerusalem genannt werden. Und diese Stadt, das kann ich schon sagen, ist ein Bild, ist ein Bild für unseren neutestamentlichen exklusiven Umgang mit Gott. Es ist ein Privileg des neuen Bundes.
Wir werden an dieser Stelle jetzt Schluss machen, aber haltet fest: Die Patriarchen hatten diese Sehnsucht, und Gott wird sie an dieser Stelle nicht enttäuschen. Punkt.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

