Serie•Teil 10 / 64Apostelgeschichte
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Einleitung und Rückblick auf die vorige Predigt
Also, Apostelgeschichte.
Wir haben uns das letzte Mal mit dem Thema Gebet beschäftigt, genau genommen mit erhörlichem Gebet. Der Hintergrund war, dass die Gemeinde in eine Verfolgungssituation hineinkam. Das höchste politische Gremium, der Hohe Rat, hatte tatsächlich die Machtfrage gestellt. Die Apostel wurden unter Druck gesetzt, und dann versuchten die Politiker dafür zu sorgen, dass niemand mehr über Jesus predigt.
Das war unmöglich, und das haben die Apostel auch deutlich gesagt: Das geht nicht, das können wir nicht. Und die Gemeinde hat, weil das so im Raum stand, angefangen zu beten. Sie betete um Freimütigkeit, um Zeichen und Wunder und darum, dass auch der Letzte in der Stadt noch begreift, dass Jesus der Messias ist.
Damit war der Angriff von außen tatsächlich abgewehrt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass ein fast noch viel schlimmerer Angriff von innen bevorstand: ein Angriff von innen, durch Mitläufer, deren Gedanken und deren Herz vom Teufel erfüllt waren, die versuchten, Gott zu belügen und den Heiligen Geist hinters Licht zu führen. Leute wie Judas, der ja einer von den Zwölfen war, der aber nicht mehr hatte als einen frommen Schein und heimlich von den Spenden etwas für sich abzweigte. Genau solche Typen gab es auch in der Gemeinde: Ananias und Saphira.
Und um zu verstehen, wie schlimm das ist, was sie tun, müssen wir uns mit der Gemeinde beschäftigen, so wie sie gelebt wurde. Und wir schlagen auf Apostelgeschichte 4,32 auf. Lukas beschreibt uns ganz normales, wunderbares Gemeindeleben.
Das Leben der ersten Gemeinde
Apostelgeschichte 4,32 Die Menge derer aber, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Und ihr werdet merken: Das wird der Tenor sein, der sich jetzt durchzieht.
Diese Frage ist: Bin ich Teil einer Gemeinschaft, die ein Herz und eine Seele ist? Für die Leute damals war das völlig klar. Sie wurden gläubig, und die Menge derer aber, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein Eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam.
Unter den Gläubigen, und hier ist nicht Druck von außen, sondern es war ganz normal, entstand eine geistliche Einheit. Und diese geistliche Einheit drückte sich dadurch aus, dass niemand gesagt hat: Das ist meins, das gehört dir gar nicht. Sondern die Geschwister hatten verstanden, dass, wenn man ein Herz und eine Seele ist, und noch mal: Das ist nicht gezwungenermaßen passiert, wenn du jetzt dann, sondern sie hatten einfach verstanden, dass, wenn wir durch gemeinsame Errettung miteinander verbunden sind, wenn wir die Ewigkeit miteinander verbringen, warum wollen wir hier auf der Erde nicht schon damit anfangen? Ganz einfach!
Gnade, Versorgung und der Umgang mit Besitz
Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus ab, und große Gnade war auf ihnen allen. Denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen; denn so viele Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Preis des Verkauften und legten ihn nieder zu den Füßen der Apostel. Es wurde aber jedem zugeteilt, so wie er Bedürfnis hatte.
Also: Die Apostel predigen, und dann steht hier, dass alle große Gnade erlebten. Das geschah dadurch, dass eine Gemeinschaft entstand, die ihre Armen und Mittellosen nicht vergaß. Es war also keine Gemeinschaft, der es reichte, ein paar Almosen zu geben und zu sagen: Okay, ich habe doch getan, was im Gesetz steht. Sondern es war eine Gemeinschaft, in der immer wieder Folgendes geschah: Die Geschwister, die Häuser und Äcker hatten, verkauften diese, legten den Erlös zu den Füßen der Apostel nieder, damit diese den Bedürftigen davon etwas geben konnten.
Hier steht nicht: Es ist ganz wichtig, dass wir verstehen, dass jeder Christ direkt nach seiner Bekehrung alles, was er an Häusern und Äckern hat, verkaufen muss. Das steht nicht hier. Und wenn ihr dazu noch Fragen habt, sprecht mich an. Ich zeige euch das auch gerne vom Grundtext noch ein bisschen genauer.
Aber was hier steht, ist, dass es Leute in der Gemeinde gab, die Häuser und Äcker hatten. Wir würden heute sagen: Das sind so die Finanzstarken, das sind die Immobilienbesitzer. Wenn Not am Mann war, wenn in der Gemeinde Leute ein echtes Bedürfnis hatten, hingen diese nicht an ihrem Grundbesitz, nicht an ihren Häusern, sondern setzten sie für ihre mittellosen Glaubensgeschwister ein. Einfach so.
Und das war nicht die Ausnahme, sondern das geschah einfach immer wieder, je nachdem, wie diese Not entstand. Bewegte Gott einzelne wohlhabende Geschwister dazu zu sagen: Ich gebe hier etwas, ich setze hier etwas ein, das ist Familie, und ich kümmere mich um meine Familie.
Barnabas als Vorbild für gelebte Hingabe
Und es ist auch interessant zu sehen, wie sie das tun. Sie hätten meines Erachtens einfach die Möglichkeit gehabt, das zu verkaufen, das Geld zu nehmen und es direkt den Armen zu geben. Aber das machen sie nicht. Sie gehen zu den Aposteln. Und sie legen es nieder zu den Füßen der Apostel.
Sie wollen also gar keine Abhängigkeit schaffen zwischen: Hier bin ich der Reiche, der die Knete hat, und du, Armer, dir gebe ich jetzt was. Sondern sie wollen, dass dieser Prozess über die Apostel, über die Gemeinde läuft, so dass niemand von einem Reichen abhängig wird, sondern dass die Apostel, die Leiter der Gemeinde, sich um die Bedürfnisse, die da sind, so kümmern können, wie sie es als geistliche Leiter für richtig erachten. Ich finde das total spannend.
Und irgendwie glaube ich, dass die Reichen etwas verstanden haben von dem, was Paulus in 1. Korinther 6,20 schreibt, nämlich von dem, was Jesus für sie getan hat. Warum fällt es mir leicht, das, was ich habe, einfach wegzugeben und für jemand anderen einzusetzen, mit dem ich womöglich gar nicht verwandt bin? Und die Antwort in 1. Korinther 6,20 lautet: Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Ihr seid um einen Preis erkauft worden.
Ich bin, wenn ich erlöst bin, gekauft. Jesus hat einen Preis für mich bezahlt. Er hat sein Leben für mich gegeben. Am Kreuz hat Jesus mich, mein Leben, meine Talente, meinen Besitz, einfach alles von mir für sich erworben. Ich gehöre ihm, mit dem letzten Acker, den ich mitnehme, mit der letzten DVD-Sammlung, die ich besitze und bei Ebay verscherbeln könnte. Ich gehöre ihm, und jetzt lebe ich für ihn. Ich lebe nicht mehr für mich. Ich folge ihm, ich diene ihm, ich gehorche ihm.
Und wenn er mit meinem Reichtum, mit meinem Überfluss die Not von Geschwistern lindern möchte, dann sage ich einfach nur: Kein Problem. Weil Jesus nämlich nicht nur mein Lehrer ist, sondern er ist mein Herr. Ihm gehört das Universum, und ganz bestimmt auch mein Portemonnaie. Und deswegen darf er mich bewegen, sein Geld, das er mir anvertraut hat, in seinem Sinn einzusetzen.
Und so ein Typ, der das richtig macht, ist Barnabas. Da heißt es in Vers 36 wieder, Apostelgeschichte 4: Joseph aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde, was übersetzt heißt: Sohn des Trostes, ein Levit, ein Zyprer von Geburt, so der hat jetzt einen Acker. Also Barnabas gehört zu denen, die da was übrig haben. Der einen Acker besaß, verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es zu den Füßen der Apostel nieder.
Ich finde das toll. Ich finde das einfach faszinierend, nicht an dem zu hängen, was mir gehört. Das ist ein bisschen schwierig, aber letztlich ist es ja meins. Auf der Besitzurkunde, im Grundbuchamt, da steht mein Name, und ich kann damit machen, was ich will. Und ich finde das so herrlich, wie Barnabas hier ein Prinzip aus dem ersten Johannesbrief umsetzt, 1. Johannes 3,16. Man kennt ja eigentlich immer nur Johannes 3,16. Ich möchte euch Mut machen, auch 1. Johannes 3,16 auswendig zu lernen. Der Vers ist mindestens so wichtig wie Johannes 3,16. Definitiv. Unglaublich praktisch! Und wenn du 16 gelernt hast, lerne 17 gleich dazu.
Also Barnabas ein Beispiel für 1. Johannes 3,16 und 17: Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er, Jesus, für uns sein Leben hingegeben hat. Auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. Wenn du sagst: Ich bin Christ, ich habe verstanden, dass Jesus für mich gestorben ist, und ich finde das absolut faszinierend, dass Gott nicht mit so einer Liebe geliebt hat. Ich kann davon förmlich nicht genug kriegen. Ich singe sogar schnulzige Anbetungslieder mit, weil sie am besten auf den Punkt bringen, was da passiert ist. Wenn das in deinem Herzen drin ist, dass du sagst: Boah, da werde ich zum Romantiker, der ich sonst damit vielleicht nicht so viel anfangen kann, weil es mich einfach restlos begeistert, dass Gott mich liebt, dann kommt Vers 17: Wenn du sagst, okay, ich soll für die Brüder das Leben hingeben, aber im Moment gibt es da gar keine so richtige Chance dafür, einverstanden.
Vers 17: Wer aber irdischen Besitz hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Also wenn du nicht heute für deinen Bruder sterben kannst oder für deine Schwester, es reicht, wenn du erst mal einem Mangel finanzieller Art einfach abhilfst. Da fängt das an, wo wir die Liebe, die uns begegnet ist, einfach wieder zurückgeben. Und das ist das, was Barnabas tut, das ist das, was völlig normal war in der ersten Gemeinde.
Halten wir fest: Wer begeistert ist von dem, was Jesus in seinem Leben getan hat, der hat in Jerusalem ein sehr entspanntes Verhältnis zu seinem eigenen Besitz, und er lebt als aktiver Teil einer erweckten Gemeinschaft, die für Gott brennt. Das müssen wir festhalten. Und ich möchte euch das ganz ehrlich sagen: Das müssen wir auch bewahren, denn nur das ist Gemeinde. Ich werde euch am Ende diese Frage stellen, ob du ein Herz und eine Seele bist. Und das ist wirklich eine schwierige Frage, weil es so leicht passiert, dass man den Wert von Gemeinde echt nicht mehr sieht.
Wenn wir das verstanden haben, wie eng die beieinander waren, wie die sich Mühe gemacht haben, füreinander da zu sein, echt einander die Lasten zu tragen, dann wird die Tat von Hananias und Saphira noch schlimmer.
Der Angriff von innen: Hananias und Saphira
Und ich möchte die ganze Apostelgeschichte 5,1-11 einmal euch vorlesen. Es ist ein bisschen Mord und Totschlag und für einen Sonntagmorgen irgendwie schwierig, aber manchmal ist die Bibel so.
Ein Mann aber mit Namen Hananias, mit Saphira, seiner Frau, verkaufte ein Gut. Also ein Stück Land. Und er schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch die Frau wusste. Er brachte einen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel.
Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseitegeschafft hast? Blieb es nicht dein, wenn es unverkauft blieb? Und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Verfügung? Warum hast du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott.
Als aber Hananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied, starb. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten. Die jungen Männer aber standen auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.
Es geschah aber nach Verlauf von etwa drei Stunden, dass seine Frau hereinkam, ohne zu wissen, was geschehen war. Petrus aber antwortete ihr: Sag mir, ob ihr für so viel das Feld verkauft habt. Sie aber sprach: Ja, für so viel.
Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen. Sie fiel aber sofort zu seinen Füßen nieder und verschied. Und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot. Und sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann.
Und es kam große Furcht über alle, und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, welche dies hörten.
Was kann man sich vorstellen? Du hast da so ein seelsorgerliches Gespräch mit deinem Pastor, und du stirbst. Und wenn du die Frau bist, kommst du da rein, denkst nichts Böses, kriegst eine Frage gestellt, und dann sagt er dir, dein Mann ist gerade auch gestorben, und du wirst jetzt auch sterben. Ganz gruselige Geschichte, oder? Also so eine Geschichte, wo du sagst: Hallo, warum, lieber Lukas, muss die hier an der Stelle stehen?
Und der Grund ist, weil hier etwas beschrieben wird, was man als einen Angriff von innen bezeichnen muss.
Was an der Sünde von Hananias und Saphira so gefährlich ist
Und es ist wichtig, dass wir folgende Dinge verstehen:
Erstens: Hananias und Saphira waren nicht verpflichtet, das Feld zu verkaufen und das Geld der Gemeinde zu geben. Das müssen wir festhalten. Es war keine Verpflichtung im Raum. Mit der Bekehrung verliert niemand sein Recht auf Privatbesitz.
Deswegen fragt Petrus auch extra noch: Blieb es nicht dein, wenn es unverkauft blieb? Also: Bevor es verkauft wurde, war das nicht die ganze Zeit deins? Und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Verfügung? Konntest du nicht, auch nachdem es verkauft war, mit dem Geld, was du hattest, machen, was du wolltest?
Und ja, sie konnten die ganze Zeit machen, was sie wollten.
Und jetzt wird einer sagen: Aber gibt es da nicht einen Vers, den hast du mal gepredigt aus Lukas 14, Vers 33? Da steht doch drin: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. Wie passt denn das dazu, zu sagen, du kannst mit deinem Geld machen, was du willst, und gleichzeitig, wenn du Jünger sein willst, musst du allem entsagen, was du hast? Wie passen diese beiden Prinzipien zusammen?
Sie passen so zusammen, dass, wenn ich Christ werde, ich Jesus in mein Leben als Herrn aufnehme. Er hat die Herrschaft über mein Leben, inklusive des Geldbeutels. Ganz wichtiger Punkt: Mein Geldbeutel gehört Jesus. Mein Geldbeutel, mein Sparbuch, meine Wertanlagen übergebe ich im Moment der Bekehrung Jesus.
Und was Jesus dann macht, ist: Er setzt mich als seinen Verwalter ein. Ich bin, wir sind, der Verwalter. Wir dürfen, und das macht Petrus hier Ananias so deutlich klar, tatsächlich in Jesu Sinn über unser Vermögen verfügen. Wir sind die Verwalter, Jesus ist der Besitzer. Aber wir entscheiden ganz praktisch, wie wir mit dem Geld umgehen, das Gott uns anvertraut.
Wie viel nehme ich für mich selber? Wie viel für meine Familie? Wie viel Geld lege ich zurück? Wie viel gebe ich der Gemeinde? Wie viel gebe ich in Missionen? Wie viel investiere ich in arme Leute? Da musst du dir ganz persönlich einen Kopf machen.
Ananias hatte das Recht, mit dem Verkaufserlös erst einmal das zu machen, was er wollte. Er hätte also durchaus einen Teil der Gemeinde spenden können und einen Teil für sich behalten.
Frage: Was ist jetzt die Sünde von Hananias und Saphira?
Und dann heißt es eben in Kapitel 5, Vers 4: Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott. Das geht um Lüge. Als sie nämlich das Feld verkauft hatten und den Kaufpreis zu den Füßen der Apostel niederlegten, behaupteten sie, dass es sich bei dem Geld um den ganzen Kaufpreis handeln würde. Und sie blieben sogar auf Nachfrage, Vers 8: Petrus aber antwortete ihr oder fragte die Frau: Sagt mir, ob ihr für so viel das Geld verkauft habt. Auf Nachfrage bleibt sie dabei und sagt: Ja, für so viel.
Also: Auf der einen Seite sehen die beiden Not in der Gemeinde, und irgendwie wird ihnen klar, jetzt wäre es richtig, ein Stück Land zu verkaufen. Aber in dem Moment, wo das passiert, bringen sie es nicht übers Herz, den ganzen Kaufpreis wegzugeben. Sie schaffen, heißt es im Text, vom Kaufpreis beiseite. Und jetzt kommt die Lüge ins Spiel: Sie wollen nämlich nicht, dass das irgendjemand mitbekommt. Deshalb die Lüge. Sie belügen die Apostel und damit Gott.
Sie wollen, und das ist ein so natürlicher Zug, sie wollen als die Guten dastehen. Sie wollen nicht Spender zweiter Klasse sein, ja. Da gibt es den Barnabas-Typ, ja, der gibt alles. Ja, und dann gibt es dann halt so den Hananias-und-Saphira-Typ, ja, die geben so die Hälfte. Das wollten sie nicht. Sie wollten in den Augen der Leute solche dastehen, die genau so sind wie dieser Barnabas. Niemand sollte in der Gemeinde sehen und wissen, dass sie nicht wirklich ein Herz und eine Seele mit dem Rest waren. Niemand sollte das mitkriegen. Und sie beginnen ein Spiel.
Das ist so verrückt. Wir können davon ausgehen, dass die beiden die Pfingstpredigt gehört hatten. Sie wussten, dass Jesus auferstanden war, erhöht worden war zur Rechten Gottes, dass er der Herr war, der Christus war. Wir können davon ausgehen, dass sie die Vollmacht der Predigten erlebt hatten, Zeichen, Wunder, wahrscheinlich sogar die Stimme des Heiligen Geistes in ihren Herzen gespürt hatten. Wir können davon ausgehen, dass sie dem Gericht Gottes entkommen wollten, sich der Gemeinde angeschlossen hatten, äußerlich dabei waren. Wenn man sie gefragt hätte: Sag mal, glaubst du an Jesus? Ja. Äußerlich gehörten sie dazu, aber es war nur vorgespielt, es war nicht echt. Sie waren überhaupt nicht bereit, vollständig Jesus als Herrn über ihr Leben anzuerkennen. Sie waren tatsächlich scheinheilige Heuchler, die dann etwas tun, was irre ist.
Die Warnung vor dem Spiel mit Gott
Vers 9: Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen?
Das hört sich so verrückt an. Hananias und Saphira wollen den Heiligen Geist hinters Licht führen. Was für eine lausige, lebensgefährliche Idee. In der Wüste hatten die Israeliten das schon mal probiert, und es hat Hunderttausenden das Leben gekostet. Gott ist Gott. Und wenn wir eine Sache aus dieser Geschichte mitnehmen, dann bitte: Spiel nicht mit ihm herum.
Mir ist auch klar, dass Gott an dieser Stelle ein Exempel statuiert und wir ganz am Anfang der Gemeindegeschichte sind. Und dass es heute anders zugeht, dass heute nicht jeder stirbt, der den Heiligen Geist versucht, das weiß ich schon. Aber die Ernsthaftigkeit, lasst uns die bitte festhalten: Gott ist Gott.
Entweder nehmen wir ihn an. Entweder sagst du: Gott ist mein Gott, mit allem, und ihm gehört mein Leben. Oder du sagst ganz ehrlich: Nein, das ist nicht so. Ich bin tief in meinem Herzen Heide. Ich versuche vielleicht manchmal, fromm auszusehen, aber da steckt noch viel zu viel frömmelnder, geldgieriger Judas in mir. Ich bin noch nicht durchgedrungen zu einer Beziehung, wo Jesus wirklich Herr in meinem Leben geworden ist.
Bitte, wenn ich wirklich bitte: Mach nie zum Schein einen auf Christen. Mach es nicht, wenn du noch nicht wirklich von dieser dunklen Seite erlöst bist. Tu nicht so, als würdest du Gott angehören, wenn in Wirklichkeit der Teufel dein Gedankenleben prägt. Tu es einfach nicht. Das ist eine ganz gefährliche, eine ganz falsche Sache.
In Johannes 13,2 möchte ich euch das noch mal von Judas her zeigen. Johannes 13,2. Da heißt es über Judas: „Und bei einem Abendessen, als der Teufel schon dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, dass er ihn überliefere.“
Das ist ein Zustand, der im Leben eines Menschen da sein kann. Dass jemand äußerlich zu einer Gruppe von Missionaren zählt, äußerlich zu Jesus zählt, und in seinem Herzen sind Gedanken, wo du sagst: Wahnsinn, wo kommen die denn her? Und die Quelle dieser Gedanken ist der Teufel. Der Teufel hat dein Gedankenleben im Griff.
Und das Gleiche ist hier in Apostelgeschichte 5. Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt? Ich weiß nicht, wie es mit deinem Gedankenleben aussieht. Ich weiß nicht, worüber du dir Gedanken machst. Die Sorge ist einfach nur, dass so etwas, wie es hier beschrieben wird, auch in unseren Gemeinden passieren kann: Menschen, die mitlaufen, die in den Hauskreisen die richtigen Antworten geben, die sich einbringen, auch vielleicht mal einen Kuchen backen, die dabei sind. Aber wenn ich in ihr Herz hineinschaue, was da an Gedanken drin ist, das möchte ich dann vielleicht gar nicht sehen. Gedanken, die überhaupt nicht zu dem Bekenntnis passen, Teil einer Gemeinde zu sein.
Hananias und Saphira werden gerichtet, weil sie den Fortbestand der Gemeinde bedrohen. Sie greifen die Gemeinde von innen heraus an. Und ich möchte ihre Sünde so benennen: Was sie tun, ist, sie benutzen die Gemeinde für ihre Zwecke. Die Gemeinde wird für sie zu einer Bühne. Es geht ihnen nicht darum, dass sie mit ihren Gaben in Gottes Sinn in der Gemeinde dienen, sondern es geht ihnen darum, dass die Gemeinde ihnen dient. Es reicht ihnen, Mitläufer zu sein.
Ihre Sünde heißt: Ich benutze die Gemeinde, ohne dass ich mich dieser Gemeinschaft mit Haut und Haaren verschreibe, ohne dass ich mit anderen Gläubigen ein Herz und eine Seele bin. Das ist das Problem, das sie haben. Und bei Hananias und Saphira merkt man: Die wollen das auch nicht. Sie wollen Jesus nicht als Herrn in ihrem Leben haben. Sie wollen ihr eigener Herr bleiben. Sie wollen mit ihrem Geld tun, was sie wollen. Aber sie wollen gleichzeitig auch, dass die Gemeinde das nicht mitbekommt, dass die Gemeinde gut über sie denkt. Und das geht nicht.
Lasst es mich so formulieren: Gemeinde ist kein Selbstbedienungsladen, wo ich mir wahlweise Anerkennung, Selbstverwirklichung oder Unterstützung besorge. Und ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber mich erschrickt das, wenn ich das so mitkriege.
Weitere Formen des Missbrauchs von Gemeinde
Hananias und Saphira sind ein Beispiel für, wir würden sagen, Scheinheiligkeit. Und ich habe nachgedacht, was es denn noch für Leute gibt, die Gemeinde benutzen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es noch zwei weitere Gruppen gibt, die genau das Gleiche machen. Sie tauchen hier zwar nicht im Text auf, aber sie verhalten sich genauso.
Das sind zum einen Machtmenschen und zum anderen, und da ist mir kein besseres Wort eingefallen, Schmarotzer. Machtmenschen und Schmarotzer sind genau wie Scheinheilige. Sie benutzen Gemeinde. Sie sind nicht in der Gemeinde, weil sie ein Herz und eine Seele sind, weil sie sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen, sondern sie gehen in die Gemeinde und haben eigentlich Hintergedanken, so verborgene Motive. Es sind Menschen, die den Heiligen Geist zu täuschen versuchen. Sie tun so, als würde es ihnen um die Sache gehen, aber in Wirklichkeit geht es ihnen nur um sich selbst.
Hananias und Saphira, die Scheinheiligen, sind Menschen, die gut dastehen wollen. Sie sagen in der Gemeinde: Wenn ich mich so und so verhalte, dann schaut euch Hananias und Saphira an. Wow, was für Christen! Die haben ihren Acker verkauft, und genau wie Barnabas spielen sie ganz vorne mit. Schaut sie euch an. Vielleicht holt man sie im Gottesdienst nach vorne und sagt noch einmal, was sie gemacht haben und wie gut das der Gemeinde getan hat.
Ich ziehe meine Anerkennung aus einer Gemeinschaft, und es ist nicht echt.
Ich weiß nicht, ob es in deinem Leben Scheinheiligkeit gibt. Ich kenne dich nicht. Ich weiß nicht, warum du hier bist. Ich weiß nicht, ob du ein Herz und eine Seele bist mit dem Rest hier. Wir müssen aufpassen, dass Hananias und Saphira sich nicht mehr in unseren Herzen wiederfinden, als uns das lieb ist.
Machtstreben und geistlicher Missbrauch
Und ich sage, es gibt noch zwei andere Gruppen, die ich euch kurz vorstellen möchte: die Machtmenschen.
Da gibt es in der Bibel jemanden, der heißt Diotrephes. Man findet ihn im dritten Johannesbrief. Er ist nicht so bekannt, aber ein typischer Machtmensch. Auch er benutzt die Gemeinde. 3. Johannes 1,9-10.
Da heißt es über ihn: Ich habe der Gemeinde etwas geschrieben. Aber Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an. Deshalb, wenn ich komme, will ich seine Werke in Erinnerung bringen, die er tut, indem er mit bösen Worten gegen uns schwatzt. Und sich hiermit nicht begnügt, nimmt er selbst die Brüder nicht an und wehrt auch denen, die es wollen, und stößt sie aus der Gemeinde.
Das ist ein typischer Machtmensch. Jetzt wirst du sagen: Boah, zum Glück haben wir so jemanden nicht bei uns in der Gemeinde. Ja, den kriegt man mit, das gebe ich zu. Aber Machtmenschsein fängt woanders an.
Ich glaube, es fängt da an, wo ich in meinen Gedanken denke: Das ist meine Gemeinde. Das geht so schnell, ja, das ist meine Gemeinde. Und wenn du kein Machtmensch bist, würde dir das vielleicht schwerfallen. Aber wenn du so ein Machertyp bist, wenn es dir Freude macht, etwas zu verwirklichen, etwas auf die Beine zu stellen: Das ist meine Gemeinde.
Oder dort, wo Seelsorge umschlägt in Manipulation. Wo ich versuche, den Glauben von Geschwistern zu beherrschen, statt zu sagen, wie ein Paulus das sagen würde in 2. Korinther 1,24: Nicht, dass wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude. Das ist etwas ganz anderes.
Der Machtmensch sieht die Gemeinde und sagt: Super, ich habe vielleicht keine Firma gegründet, aber hier kann ich mich verwirklichen, hier kann ich spielen, hier kann ich mir etwas schaffen nach meinen Vorstellungen. Und natürlich muss es gesunde Leiterschaft geben. Darüber rede ich nicht. Ich sage nicht, jeder Leiter ist ein Machtmensch.
Ich rede davon, dass es Menschen gibt, die nicht ihren Dienst, ihre Gabe, ihre Berufung für Gott leben, sondern die sagen: Das ist meine Gemeinde, hier werde ich mal die Sachen machen, die ich gerne ausprobieren würde. Und natürlich musst du jetzt gar nicht die Pastoren oder die Gemeindeleiter im Blick haben. Das gilt für jeden Kleingruppenleiter, für jeden Bandleiter, für jeden Jungschulleiter. Irgendwo kann das anfangen.
Dass ich nicht den anderen sehe, mit dem ich herzlichst verbunden bin, wo Gott mich in eine Gemeinschaft hineinstellt, wo wir uns auf Augenhöhe begegnen und ich mich natürlich mit meinem Geldbeutel, meinen Gaben oder etwas einbringe, sondern wo ich merke: Ich stelle mich drüber, ich benutze den anderen, ich benutze die Gemeinde. Der Machtmensch.
Wenn Gemeinde zum Ort der Bequemlichkeit wird
Und zum Schluss: der Schmarotzer.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Bibel ist zu 100 Prozent dafür, dass wir uns in der Gemeinde um die Armen und die Elenden kümmern. Nicht, dass das jetzt jemand in den falschen Hals kriegt. Die Bibel ist zu 100 Prozent dafür, dass wir die Schwachen im Blick haben, dass wir uns an ihre Seite stellen, dass wir ihre Lasten tragen.
Aber was mache ich mit denen, die eigentlich keine Hilfe suchen, sondern jemanden, der ihr Leben managt? Was mache ich mit denen, denen man helfen und helfen und helfen kann, die aber gar nicht eigenständig werden wollen? Sie wollen keine eigenen Entscheidungen treffen, wollen nicht auf eigenen Füßen stehen, wollen nicht erwachsen werden.
Was ist mit denen, die faul sind, bequem, unbeweglich, beratungsresistent, eigenwillig? Was ist mit denen, die bei jedem guten Vorschlag schon wissen, warum der bei ihnen nicht funktioniert, und die die Zeit, die sie haben, nicht nutzen, um zu beten, sondern sie mit unnützen Dingen füllen? Was ist mit denen?
Da muss man sagen: Es sind Menschen, die den Heiligen Geist versuchen, weil sie die Gemeinde benutzen, um ihr Leben nicht selbst leben zu müssen. Sie leben auf Kosten der Gemeinde, nicht als Teil der Gemeinde, sondern auf Kosten der Gemeinde. Sie sind wie eine Zecke.
Und die Bibel ist an dieser Stelle sehr klar. Sie sagt: Das geht überhaupt nicht. 2. Thessalonicher 3,10. Da geht es um solche Menschen. 2. Thessalonicher 3,10. Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will – das ist wichtig: er will nicht, er hat nicht ein Problem, weil er sich den Fuß gebrochen hat oder so, sondern er will nicht –, soll er auch nicht essen.
Also: Wir füttern ihn in der Gemeinde nicht durch, wenn er nicht will. Wir kümmern uns mit aller Macht um die, die wirklich bedürftig sind und Hilfe brauchen. Dafür werden Äcker und Häuser verkauft. Aber für den, der nicht will, gilt: Wenn jemand nicht arbeiten will, dann soll er auch nicht essen.
Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, dass sie in Stille arbeiten und ihr eigenes Brot essen. Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, Gutes zu tun.
Also nicht, dass man jetzt auf der anderen Seite vom Pferd herunterfällt. Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht – der Faulpelz, der sich nicht ermutigen lässt, sich einen Job zu suchen –, wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, den bezeichnet. Stell dich vor die Gemeinde und sag: Der wird nicht mehr eingeladen, der kriegt nichts mehr, denn der will nicht. Den bezeichnet, habt keinen Umgang mit ihm, damit er beschämt werde.
Und seht ihn nicht als einen Feind an, sondern weist ihn zurecht als einen Bruder. Das ist eine milde Form von Gemeindezucht, bei der ich jemanden als ganze Gemeinde wieder auf den Weg bringe.
Zwei abschliessende Fragen an die Gemeinde
So, wir sind gestartet bei Ananias und Saphira, bei Leuten, die die Gemeinde benutzt haben. Und ich möchte euch mit zwei Fragen entlassen.
Frage eins: Bist du ein Herz und eine Seele mit den anderen Geschwistern? Denn das ist das, was in der Apostelgeschichte den Hintergrund bildet. Das war das Fantastische. Wenn du in dein Herz hinein hörst: Bist du ein Herz und eine Seele mit den anderen Geschwistern?
Frage: Kennst du die anderen Geschwister überhaupt? Also, ich fange mal an: Kennst du ihren Namen? Kennst du ihre Nöte? Bist du mit Gott darüber im Gespräch, welche Rolle du zu spielen hast, um diese Nöte zu lindern? Hast du einen Blick auf Gemeinde, der davon geprägt ist, dass du sagst: Das ist meine geistliche Familie, in die Gott mich hineingestellt hat, und ich will das Leben. Ich will mich freuen.
Ja, aber manchmal kann ich mich einfach nicht freuen über die Leute. Wenn du wüsstest, was für Typen hier in der EFG Oberkrämer rumhängen, ey, komm, das kannst du nicht ernst meinen. Ich weiß, wie es dir geht. Ich gebe dir einen Bibelvers dazu. Das ist mein geheimer Bibelvers für Momente, wo mir Geschwister auf den Keks gehen. Ja, es passiert. Und zwar aus den Psalmen.
Es gibt einen Psalm, das ist ein messianischer Psalm. Da geht es um den Herrn Jesus, und da werden aus der Sicht des Messias bestimmte Prioritäten festgelegt. Und ich habe irgendwann gedacht: Wenn der Messias so über mich denkt, dann sollte ich so auch über meine Geschwister denken, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Also Psalm 16,3. Für alle, die einen Vers brauchen, weil sie manchmal so ihre liebe Not mit Schwester X und Bruder Y haben. Hier, 16,3. Da hat der Messias folgenden Gedanken im Kopf: An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen ist all mein Wohlgefallen.
Schön, oder? Also: Mein Wohlgefallen, all mein Wohlgefallen, ist nicht an meiner hübschen Wohnungseinrichtung, in meinem Fall an meiner Bibliothek, in deinem Fall vielleicht an deinem neuen iPhone, sondern all mein Wohlgefallen ist an den Heiligen, an den Herrlichen.
So sieht Gott deinen Nachbarmann und deine Nachbarfrau. Er sagt: Das ist für mich ein Heiliger, das ist eine Herrliche, und mein ganzes Wohlgefallen ruht auf dieser Person. Und ich bitte dich, dass du als Teil dieser Gemeinschaft, in die ich dich hineingeboren habe durch mein Wort, diesen Blick hast.
Er ist nicht immer leicht, und manchmal richtig schwer. Aber mir hilft dieser Vers zu sehen, wie Gott mich sieht, wie Gott den anderen sieht. Und ich möchte dann einfach der sein, der sagt: Okay, Herr Jesus, ich probiere das.
Und ihr wisst, was man tun muss, wenn es schwierig wird: Mit Segnen fängt immer alles an. Darüber hatten wir schon mal gesprochen.
Also: Liebst du die Geschwister, weil du die Liebe Jesu zu dir und zu ihnen verstanden hast? Ich hatte euch vor 1. Johannes 3,16-17. Lernt ihn gerne auswendig, das ist wirklich ein gutes Prinzip, das man verinnerlichen sollte.
Und wenn du merkst: In meinem Kopf, da ist so ein Klickendenken, ich habe gar kein Interesse, das große Ganze zu sehen. Vielleicht findet sich auch, es gibt so Formen der Verachtung, die man vielleicht gar nicht so bezeichnen würde, aber die Bibel macht das. Desinteresse gehört dazu, schlechtes Reden oder auch, dass ich respektlos mit Menschen umgehe. Vielleicht findet sich das irgendwo in deinem Leben.
Hey, dann pack das an. Dann nutz diese Predigt einfach so als Sprungbrett und sag: Hey, ich möchte Buße darüber tun, ich möchte das lernen, Bruderliebe zu lernen, ich möchte da besser werden, ich möchte einen anderen Blick gewinnen, ich möchte jemand werden, der Familie Gottes sieht und lebt, wie Gott sich das vorgestellt hat.
Ich habe auf Frogwords eine Predigt. Die heißt Verachtung, Generationen werden schuldig. Wenn du da weiterdenken möchtest, hör dir die einfach mal an.
Also die erste Frage: Bist du ein Herz und eine Seele mit den anderen Geschwistern? Sei einfach nüchtern an der Stelle, denk mal drüber nach: Wie geht es mir? Als wer komme ich hierher, wenn ich hierher komme, in den Gottesdienst? Und vielleicht musst du einfach nur die Entscheidung treffen und sagen: Ich möchte das werden. Und das ist dann ein Programm, das dauert die nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahre, zu sagen: Ich will Leute kennenlernen, ich will da reinwachsen, ich möchte mit Gott reden über dieses Thema und ihn fragen: Wo kann ich derjenige sein, der gibt?
Und woher? Und das ist die Frage zwei: Wo werde ich vielleicht von falschen Dingen motiviert? Also zweite Frage: Dein Einsatz in der Gemeinde, was motiviert dich? Ist das wirklich Bruderliebe, diese Gottesidee einer erlösten geistlichen Familie, oder geht es dir manchmal um Selbstdarstellung, geht es dir manchmal darum, Macht zu haben, geht es dir manchmal darum, die Verantwortung für dein eigenes Leben anderen in die Schuhe zu schieben?
Schaut her, wie viel ich in der Gemeinde mache, das wäre so ein Satz. Oder: Ich sag, wo es langgeht. Das wäre so ein anderer Satz. Oder: Wenn du Christ bist, dann musst du mir jetzt helfen. Das wäre auch so ein Satz. Aus unterschiedlichen Perspektiven immer die gleiche falsche Idee. Und du musst das nie aussprechen. Es reicht schon, wenn du das denkst. Immer wird Gemeinde zu einem Ort, wo die anderen für mich da sein müssen, und wo es mir nicht darum geht, als einer in die Gemeinde hineinzugehen, der dient.
Und ganz ehrlich: Seid vorsichtig, wenn ihr älter werdet. Aus Idealismus kann Berechnung werden. Was vor zwei Jahren noch gut war, das kann heute schon nicht mehr so gerade sein. Ich habe mir die Woche Gedanken gemacht über einen Mann, von dem ich denke, dass er ein Machtmensch ist, und ich habe mir gedacht: Das war er bestimmt nie von Anfang an. Das ist wahrscheinlich eine Entwicklung gewesen, irgendwann hat das angefangen. Und ich frage mich: Wo fangen Dinge bei mir an?
Und ich möchte euch diesen Tipp noch mitgeben, das heißt in Psalm 139,23: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Ich möchte euch diesen Tipp mitgeben: Es lohnt sich, das zu beten. Herr, was ist wirklich in mir los? Wo stehe ich gerade?
Bin ich hier ein Herz und eine Seele, weil ich wirklich die Geschwister liebe, weil ich echt davon begeistert bin, dass Gott mich hierher gestellt hat, weil die Liebe Gottes, die mir begegnet ist, aus mir herausquillt, weil ich gar nicht anders kann? Oder haben sich da andere Motive eingeschlichen?
Wir dürfen beten, dass Gott uns unser eigenes Herz offenbart. Wir dürfen die Geschwister fragen: Sag mal, wie empfindest du mich? Und dann dürfen wir darauf reagieren.
So, das war’s. Wie gesagt, schwieriger Text. Zwei Fragen: Bist du einer, der die anderen mit Herz und Seele liebt? Zweite Frage: Wenn du was machst, warum? Was ist dein Motiv dahinter?
Amen.
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