Zum Inhalt

Du schuldest mir nichts

Was glückliche Paare wissen (1/3)
Epheser 5,22-3323.04.2023
Serie•Teil 1 / 3Was glückliche Paare wissen
Wir alle kommen mit Wünschen, Träumen und Hoffnungen in unsere Beziehungen: Über das Miteinander, wie wir mit Geld, Zeit, Urlaub, usw. umgehen werden. Aber im Laufe der Zeit werden aus Wünschen Erwartungen und die gesamte Dynamik einer Beziehung steht auf dem Spiel. Wie können wir damit umgehen? Was können wir von glücklichen Paaren lernen?

Einleitung und thematischer Rahmen

Hey, herzlich willkommen zum Predigt-Podcast von Neuland. Wir freuen uns, dass du eingeschaltet hast, und hoffen, dass du aus der folgenden Predigt etwas Gutes mitnehmen kannst für deine Beziehung zu Gott und für dein Leben.
Ihr Lieben, wir sind in einer neuen Predigtreihe. Wenn ihr heute zum ersten Mal hier seid, dann ist das ein perfekter Augenblick. Ihr bekommt von Anfang an mit, worüber wir reden. Wir machen hier immer Predigtreihen. Das heißt, wir reden über ein paar Sonntage hinweg über dasselbe Thema, weil wir es ganz praktisch finden, Themen ein wenig zu vertiefen.
Und wir haben jetzt ein Thema. Ihr seht es hier schon: Was glückliche Paare wissen. Und ich glaube, vielleicht teilt sich das jetzt ein bisschen auf. Die Frauen denken sich: Yes, dreimal. Und heute Abend sitze ich mit meinem Mann auf dem Sofa, und wir reden dann über diese ganzen Sachen. Und die Männer verfallen eher in so eine Schockstarre. So: Oh, dreimal. Ich spüre schon, wie der Männerschnupfen hochkommt. Ich glaube, das nächste Mal bin ich eh nicht da. Also, warum müssen wir denn so oft über Beziehung reden? Ist das wirklich notwendig? Ich meine, können wir nicht einfach so weitermachen? Ja, es läuft doch. Never touch a running system.
Aber vielleicht versuche ich es mal mit einem Vergleich, um euch rüberzubringen, warum es gar nicht schlecht ist, wenn wir ein bisschen über Beziehung nachdenken. Vielleicht schaust du ja manchmal in die Motorhaube deines Autos rein. Oder als Frau kommst du nach Hause und suchst deinen Mann, und der steckt gerade mit dem Kopf in der Motorhaube drin. Und du denkst dir: Was macht der da eigentlich? Der hat doch überhaupt keine Ahnung. Und du fragst: Was machst du da? Ja, ich check mal alles, ob da alles noch richtig hängt, wo es hängen soll, und ob da irgendwas tropft oder ob irgendein Schlauch vielleicht spröde ist. Und als Frau fragst du dann auch: Wieso? Es läuft doch alles! Ja, jetzt. Aber wir wollen ja nicht erst irgendwann liegen bleiben, wenn es kaputt ist.
Und das Gleiche, liebe Männer, gilt für Beziehungen. Wir müssen nicht erst mit unserem Beziehungsauto am Straßenrand stehen bleiben, mit qualmendem Motor, um dann zu sagen: Ups, wir sollten vielleicht mal was machen. Sondern es ist ganz gut, wenn man immer mal wieder den Deckel aufmacht und guckt, ob noch alles richtig an seinem Platz ist und ob sich vielleicht ein paar Kabel gelöst haben oder ob irgendwo ein bisschen Öl raussifft oder tropft, sodass du sehen kannst: Oh, okay, hier können wir noch etwas machen, bevor wirklich etwas Schlimmeres passiert.
Das wollen wir die nächsten drei Male machen. Wir wollen uns anschauen, was wir von glücklichen Paaren lernen können. Einfach mal Prinzipien anschauen, die wir anwenden können und anwenden wollen, wenn wir in glücklichen und erfüllten Beziehungen ankommen oder auch bleiben wollen. Es geht ja nicht nur darum, dass jetzt immer alles schlecht ist, sondern es geht ja auch darum, dass man sagen kann: Hey, ich möchte gerne, dass das noch schöner wird.
Denn wir müssen es ja mal so sehen: Unser Partner ist die Person, mit der wir uns zusammengetan haben, weil wir das Leben miteinander teilen wollen. Es war ja mal ein aktiver Entschluss, wahrscheinlich auch, weil wir gerne mit dieser Person zusammen waren und wahrscheinlich auch noch gerne zusammen sind. Und wir haben uns irgendwie Glück und auch Erfüllung aus dieser Beziehung erhofft. Und wir erleben das sicherlich auch an vielen Stellen, haben es auch schon erlebt. Und es kann so bleiben. Und es soll so bleiben. Und es soll sogar immer besser werden, wenn es nach Gottes Willen geht.
Und ich hoffe, wir kriegen das heute ein bisschen rüber, welchen hohen Stellenwert Ehe oder Beziehung generell für Gott hat. Und deswegen möchte ich einfach, dass wir ein bisschen Input bekommen und Ideen dafür, wie wir diesen Ehemotor eben am Laufen halten und gut pflegen können.
Und für all die Singles: Nadine hat das gerade schon angesprochen. Wenn du jetzt da sitzt und denkst: Ich habe ja gar keinen Partner. Oder ihr Teens, die vielleicht gleich das Handy zücken wolltet und sagt: Cool, jetzt kann ich ja eine Stunde daddeln, weil das interessiert mich nicht oder das ist nicht mein Thema. Ein paar Jahre, dann ist es euer Thema. Von daher: Ihr habt den Vorteil, ihr könnt euch ein bisschen zurücklehnen und euch das anhören und vielleicht ein paar gute Prinzipien mitnehmen, wo ihr sagt: Hm, das klingt gut, so würde ich gerne auch Beziehung leben. Denn wenn man es hört, dann ist es immer einfacher, als wenn man mal drinsteckt, es dann tatsächlich zu machen.
Deswegen genießt es einfach, nehmt euch ein paar gute Dinge mit, und wenn ihr lustig seid und vielleicht ein bisschen mit euren Eltern ins Gespräch kommen wollt: Jetzt kriegen die Eltern den Schweißausbruch, so: Sprecht mich nicht auf die Beziehung an. Aber ihr könnt ja einfach mal fragen: Ja, was habt ihr denn jetzt davon mitgenommen, und was denkt ihr so darüber? Genau, also schaltet nicht ab.
Wir wollen in den nächsten Minuten einfach mal über eine Spannung reden, die wir wahrscheinlich alle in unseren Beziehungen erleben. Wir wollen über eine Sache reden, die wir alle miteinander gleich haben, ganz egal, ob du in einer Beziehung bist oder nicht, ganz egal, ob du glücklich bist oder nicht. Wir alle bringen in unser Leben so eine Kiste mit, okay? Eine Kiste voller Träume und Hoffnungen. Und hier hat jeder von uns diese Kiste. Jeder schleppt diese Kiste mit sich durchs Leben, und jeder hat diese Kiste in seinem Leben dabei.
Und vielleicht sind dir die Sachen teilweise bewusst, die in deiner Kiste sind. Vielleicht ist das auch total unbewusst. Vielleicht hast du mit deinem Partner über manche Dinge geredet, vielleicht nicht. Ganz viel von dem, was in dieser Kiste ist, sind Dinge, die dich in deiner Kindheit geprägt haben, die du von deinen Eltern mitgenommen hast, die du von der Gesellschaft mitgenommen hast. Einfach Sachen, die dich geprägt haben und die jetzt in dieser Kiste drin sind, wo du denkst: So funktioniert doch Beziehung, so funktioniert doch Leben.
Das können wirklich ganz unterschiedliche Sachen sein. Das ist Geld. Also du kommst in deine Beziehung, und wir reden jetzt mal eben über Beziehung, und du hast eine Vorstellung: Wie gehen wir mit Geld um? Ist Geld wichtig oder ist es nicht wichtig? Haben wir mal viel Geld oder sagen wir: Nö, wenn wir zu viel haben, dann verschenken wir es, weil wir gar nicht viel Geld wollen? Also einfach mal: Welchen Stellenwert hat Geld?
Wie werden wir mal leben? Ja, also selbstverständlich wohnen wir im Einfamilienhaus, das ist doch ganz klar. Natürlich werde ich mal ein Haus bauen. Nee, wir bleiben in der Wohnung, weil den Stress will ich mir gar nicht antun. Also eigentlich habe ich gesagt, wir wohnen im Wohnwagen am Campingplatz. Hey, Freiheit! Wie werden wir mal leben?
Wie viele Kinder werden wir mal haben? So ein Kind, das ist doch ganz toll, da können wir uns dann beide darum kümmern. Ein Kind ist verrückt, also mindestens drei, am besten noch vier oder fünf, weil dann können wir als Siedler in der Extended Version viel besser zocken als zu dritt. Das geht gar nicht gut. Also ich erwarte das.
Was für ein Auto fahre ich mal? Also so ein cooles Cabrio irgendwie, das wäre so mein Ding. Aber da kriegen wir die vier Kinder gar nicht rein, das geht nicht. Also ich habe eher an so einen Transporter gedacht. Wir haben Vorstellungen darüber.
Wer macht welche Aufgaben? Also bei mir ganz klar: Bei mir hat immer meine Mutter geputzt, deswegen ist das easy. Wer macht welche Aufgabe? Da braucht man gar nicht drüber reden. Wohin fahren wir in den Urlaub? Mehr so an die Küste zum Schnorcheln oder in die Berge? Vor allem: Wie oft fahren wir denn eigentlich in Urlaub, und welchen Stellenwert hat Urlaub überhaupt bei uns?
Wie gehen wir mit Konflikten um? Am besten alles unter den Teppich kehren und irgendwie Gras darüber wachsen lassen. Wir müssen da nicht drüber reden. Oder so richtig: Hey, komm her, jetzt gibt es aber richtig was auf die Nüsse.
Zeit: Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Ah, wir werden jeden Abend zusammen auf dem Sofa sitzen, uns Feuer machen und ein Stückchen Rotwein trinken, und wir werden ganz viel reden. Also Montag, Mittwoch, Freitag ist irgendwie Fitnessclub angesagt, dienstags bin ich mit meinen Jungs beim Kegelspielen, donnerstags Play-Z-Zeit. Also Samstag wäre noch irgendwie die Möglichkeit, wo wir Zeit zusammen verbringen würden.
Und last but not least, wahrscheinlich so ein Gedanke von uns Männern: Was unsere Frauen nachts niemals tragen werden. Aber Schatz, ich will es doch nur gemütlicher haben! Ja, okay.
Also das sind so die Dinge, die in unserer Wunsch- und Hoffnungskiste drin sind. Und das sind Dinge, die häufig unausgesprochen sind. Wir bringen die einfach mit, und manchmal haben wir das gar nicht selber so richtig reflektiert, was da drin ist.
Und irgendwann passiert es. Ich kann euch gar nicht genau sagen, wann. Es kann in dem Moment sein, wo du diesen Ring aufsteckst, dass mit diesem Ring irgendein Hebel im Kopf umgeschaltet wird. Vielleicht ist es auch der Moment, wo der Flieger aus den Flitterwochen gerade wieder landet und du weißt: Jetzt geht der Alltag los. Vielleicht ist es auch erst sechs Monate später. Es gibt keinen festen Zeitpunkt dafür. Aber irgendwann passiert etwas. Da wird nämlich diese Kiste aus Hoffnungen und Wünschen ein neues Label bekommen. Und dieses Label ist: Erwartungen.
Das, was vorher Hoffnungen waren, das sind jetzt meine Erwartungen an den anderen. Und wovon ich vorher geträumt habe, das erwarte ich jetzt. Und was wir uns vielleicht gewünscht haben, das schuldest du mir jetzt, weil dafür habe ich schließlich unterschrieben. Das fordere ich ein. Das ist mein Recht. Das war die Abmachung. Also vielleicht haben wir es nicht so klar angesprochen, aber unausgesprochen war es doch immer ganz klar, dass wir die Dinge so und so machen. Das ist mein Recht.
Und was du machst, ist im Endeffekt: Du gibst deinem Partner jetzt deine Box mit Erwartungen und drückst sie ihm in die Hand und sagst: Bitte schön, mach das. Du schuldest mir das. Mach mich glücklich.
Wir erleben das alle an unterschiedlichsten Stellen, und das kann eben ganz unterschiedlich sein, je nachdem, was bei dir so drin ist, wie du damit umgehst, dass du sagst: Oh, mein Männchen ist runtergefahren. Ich lebe immer noch in dieser Wohnung. Also warum leben wir immer noch in der Wohnung? Ich wollte das Haus. Und du bringst es einfach nicht. Du verdienst zu wenig im Job, du bist zu faul, guck mal, anstatt hier herumzusitzen, könntest du jetzt auch mal ein Haus bauen, damit ich endlich in meinem Haus wohnen kann, weil das das ist, was du mir schuldest, was ich von dir erwarte. Das war so ausgemacht.
Oder vielleicht sagst du auch irgendwie: Wo ist denn mein schöner Putzer hier? Ja, wenn ich nach Hause komme, dann erwarte ich, dass das Haus sauber ist und dass da ein warmes Essen steht und ich will meine Ruhe haben, weil ich den ganzen Tag Stress auf der Arbeit hatte. Also lass mich in Ruhe und tu, was ich will.
Das kann auch sein, dass du fragst: Wieso können wir nicht nach Afrika in Urlaub fliegen? Also das habe ich mir so gedacht, das muss doch so sein. Oder Kinder erziehen: Ja, Kinder erziehen, also sorry, es war immer eher so deine Idee mit den Kindern. Es ist nicht mein Job, ja, also da kümmerst bitte schön du dich drum.
Oder vielleicht auch Gedanken in die Richtung: Ja, hier, Aussehen, wie der wieder aussieht heute. Der lässt sich so gehen, was er schon wieder an hat, diesen alten schlapprigen Pulli. Und ein bisschen Sport, weißt du, ein bisschen Sport wird echt auch nicht schaden.
Und wir haben diese Erwartungen. Und das, was mal Wünsche waren, sind Erwartungen geworden, und wir drücken sie jetzt unserem Partner in die Hand, stülpen sie ihm über. Das kann verbal oder auch nonverbal sein, je nachdem, wie ihr so eure Konflikte löst. Das macht auch nicht den großen Unterschied.
Und wir haben jetzt unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir damit umgehen können, wenn wir diese Kiste jemandem in die Hand drücken oder auch andersherum, weil wir kriegen sie ja genauso auch in die Hand gedrückt, was wir jetzt damit machen. Ich möchte euch einfach mal vier unterschiedliche Möglichkeiten vorstellen, wie wir damit umgehen können.
Die erste Möglichkeit ist einfach: Wir gehen. Das ist wahrscheinlich ein Stück weit der einfachste Weg. Also du kriegst irgendwie permanent von deinem Partner diese Kiste in die Hand gedrückt, du kriegst die ganze Zeit gezeigt: Du bringst es nicht, du bist nicht genug, du erfüllst meine Ansprüche nicht, du erfüllst meine Erwartungen nicht. Und irgendwann sagst du: Weißt du was, mir reicht es. Ich habe keinen Bock mehr, ich mache das nicht mehr mit. Ich bin eh nie genug, und ich kann es eh nie bringen, und ich gehe jetzt einfach.
Und was du im Endeffekt machst, ist: Du schnappst dir deine Kiste und du suchst dir einen neuen Partner und sagst: Hier, bitteschön, mach. Und das gleiche Spiel geht von vorne los. Das ist der Grund, und das ist überhaupt nicht verurteilend gemeint, falls das auf dich zutrifft, aber das ist der Grund, warum die meisten zweiten oder dritten oder vierten Ehen auch wieder in die Brüche gehen. Weil du mit genau dem gleichen Schema wieder in die Beziehung reingehst, und es passiert dasselbe, wie es vorher schon passiert ist.
Okay, eine andere Möglichkeit, wie wir mit diesen Kisten umgehen, ist: Wir gewinnen. Ja, also meistens ist es ja so, dass es in einer Partnerschaft einen stärkeren Part gibt, also einen dominanteren und einen weniger dominanten Part. Und der dominante Part, der drückt jetzt einfach sein Ding durch, weil das ja schließlich der Weg ist, wie wir glücklich werden. Du sagst: Schatz, ich sehe schon, was in deiner Kiste drin ist, ist ja süß auch, aber so läuft das Leben nicht. Also das ist es, was wir machen, okay? Und du musst einfach eines verstehen: Deine Kiste ist die falsche. Meine ist die richtige. Und wenn wir meine machen, dann wird alles gut. Also lass uns einfach das machen.
Und du fängst vielleicht an zu überzeugen und zu verurteilen und zu kontrollieren und vielleicht sogar zu zwingen, und du bist auf dem besten Weg, deine Beziehung vollkommen zu zerstören. Aber du denkst: Ich will doch nur das haben, was da drin ist, das ist doch legitim. Also das ist eine Möglichkeit.
Der Gegenpart dazu ist, wie wir damit umgehen können: Wir passen uns an. Ja, wir passen uns an und wir werden zu jemandem, der wir eigentlich gar nicht sind, um jemandem zu gefallen, der uns überhaupt nicht liebt. Und auf Dauer kann es niemals funktionieren, okay?
Du sagst vielleicht so Sachen wie: Naja, solange sie glücklich ist, mache ich es eben. Er kennt vielleicht diesen Spruch: happy wife, happy life. Ich finde ihn eigentlich ganz lustig, aber eigentlich ist er total blöd, weil er genau das zum Ausdruck bringt. Ja, okay, ich stelle sie einfach still, dann habe ich endlich meine Ruhe. Ja, also du verdrehst dich vielleicht irgendwie so, um diesem Konflikt, der da ist, aus dem Weg zu gehen, ja, und du duckst dich weg, nicht aus Liebe, nicht aus Liebe, sondern vielleicht aus Angst, vielleicht aus Bequemlichkeit, aus Gleichgültigkeit, aus Egoismus, weil du dir denkst: Ach komm, dann ist mein Leben einfacher.
Wenn ich einfach mache, und ich habe so den Eindruck, dass das häufig auf uns Männer, wenn wir mal eine ganze Weile in Beziehung waren, ganz häufig so passiert, dass wir so diese Rolle einnehmen: Ja komm, ja, ist gut, einfach, ich will einfach nur meine Ruhe haben, okay, komm. Nicht aus Liebe, nur aus Bequemlichkeit im Endeffekt.
Okay, und eine letzte Möglichkeit, wie wir damit umgehen können, wenn wir eine Kiste in die Hand gedrückt bekommen oder auch anderen in die Hand drücken, ist: Wir schließen Kompromisse. Das geht dann so ungefähr: Okay, du bekommst das Motorrad, aber dafür darf ich in den nächsten drei Wochen dreimal mit meinen Freundinnen auf Wellness gehen. Wir schließen so einen Deal. Okay, du nimmst die Kinder am Samstagvormittag, damit ich hier meinen Sport machen kann, und dafür nehme ich sie am Sonntagnachmittag für zwei Stunden, und du kannst machen, was du willst.
Und viele meinen: Na ja, ist das nicht das Ziel von Ehe? Ist es nicht das Ziel, dass wir gute Kompromisse schließen? Also, es ist doch gar nicht schlecht. Und vielleicht hast du deine Eltern so erlebt. Vielleicht bist du ein Stück weit so geprägt, dass du sagst: Ja, okay, die waren jetzt nicht wirklich glücklich miteinander, aber die haben es halt hingekriegt. Die haben sich so arrangiert. Und wenn wir das hinbekommen, dann passt es doch. Mehr brauchen wir doch gar nicht, um mehr geht es doch nicht.
Aber der Punkt ist: Eine Kompromissehe hat mehr mit einem Vertrag zu tun als mit einem Liebesbund, um es mal so zu sagen. In einer Kompromissehe geht es darum: Ich halte meine Seite, solange du deine Seite einhältst. Also es muss immer Ausgeglichenheit herrschen. Du darfst bloß nicht zu viel bekommen, weil, ey, dann ist das hier ungerecht, weil, also dann bin ich aber mal wieder dran. Und genauso wird immer geschaut, dass der andere bloß nicht zu viel hat, weil dann wird es ja ungerecht werden irgendwie.
Das kann dann sein, dass du sagst: Hey, stopp mal, wir hatten das ja so vereinbart, ja? Also letztes Jahr sind wir zu deinen Eltern gefahren, dieses Jahr fahren wir zu meinen Eltern, und erst nächstes Jahr fahren wir wieder zu deinen Eltern. Ich weiß, seinem Vater geht es gerade nicht gut, aber hey, sorry, wir hatten das so vereinbart. Punkt. Und das ist die Art und Weise, wie eine Kompromissehe funktioniert.
Und die erste Sache, die in einer Kompromissehe draufgeht, ist Vertrauen. In einer Kompromissehe wird Vertrauen immer weniger und immer weniger. Und wo wenig Vertrauen ist, da ist auch wenig Vertrautheit, da ist wenig Innigkeit, wenig Nähe, Intimität, wirkliches Sichkennen, okay? Weil du kannst keine Nähe oder Innigkeit mit jemandem genießen, dem du nicht vollkommen vertraust. Das funktioniert nicht.
Also Anko und ich haben das sehr stark erlebt, als wir damals noch befreundet waren. Und wir sind an so einen Punkt gekommen in unserer Beziehung, wo wir gesagt haben: Okay, wenn wir jetzt weitergehen und uns weiter öffnen, dann brauchen wir eine Sicherheit. Ich will dann eine Sicherheit haben, dass das mit uns auch fest ist. Denn ich werde jetzt nicht weiter investieren und mich öffnen, ohne zu wissen, wo das hinführt, denn ich habe zu viel Angst vor den Schmerzen, die das verursachen würde, wenn nicht. Es braucht diesen Rahmen aus Liebe, aus Vertrautheit, um das erleben zu können.
Und wisst ihr, das ist ja auch der Punkt: Es wird so viel Blödsinn gelabert über Sex heutzutage. Was ist das Geheimnis von wirklich großartigem Sex? Es ist nicht der Sex, es ist gar nicht das Körperliche, sondern es ist Vertrauen, es ist Nähe, es ist Intimität, es ist: Ich kenne dich und du kennst mich vollkommen, und ich kann mich komplett gehen lassen und öffnen. Und das ist eigentlich das Geheimnis. Und darum geht es.
Und das ist der Punkt: Dieses Vertrauen, diese Nähe, die geht in Kompromissehen kaputt, weil du bist immer auf der Hut, nicht ausgenutzt zu werden. Du bist immer auf der Hut, dass der andere nicht zu viel bekommt und dass du auch bloß deinen Part bekommst, dass diese Ansprüche erfüllt werden.
Aber jetzt müssen wir eine Sache ganz klar sehen: Wie wir in unseren Beziehungen gestartet sind. Also du bist ja jetzt nicht irgendwo so im Café ganz lässig gesessen, und dann kam auf einmal diese hübsche Lady rein, und du hast gedacht: Halleluja, mit der kann ich sicher tolle Kompromisse schließen. Ja, das war’s doch nicht. Sondern du warst da irgendwo unterwegs, und auf einmal siehst du ihn oder du siehst sie, und du wirst wie vom Blitz getroffen. Also vielleicht jetzt nicht bei jedem so. Und du sagst so: Das ist sie. Und da geht es im ersten Moment einfach mal um emotionale Liebe. Und dann lernst du dich kennen, und aus dieser emotionalen Liebe wird eine Liebe, die sich gerne verschenkt und die sich hingibt und wo ihr zusammen träumt. Aber ihr träumt nicht von dem perfekten Kompromiss, sondern ihr träumt von Liebe. Ihr träumt davon, dass da ein Mensch in eurem Leben ist, der euch annimmt, wie ihr seid, der mit euch durch dick und dünn geht, mit dem ihr das Leben teilen könnt und nicht Kompromisse schließen könnt.
Wir wollen mal, für alle diejenigen, die schon Angst hatten: Redet er heute gar nicht mehr irgendwie über die Bibel oder sowas? Wir reden heute weniger über die Bibel, okay? Das nächste Mal machen wir das wieder tiefer und mehr. Wir wollen heute mal so eine Einleitung machen, aber wir hüpfen in die Bibel.
Ganz am Anfang in der Bibel, 1. Mose, da wird uns erzählt, wie alles so ins Dasein gerufen wurde, wie Gott diese Welt erschaffen hat und wie er den Menschen gemacht hat. Und dann wird es im zweiten Kapitel noch mal ein bisschen klarer und differenzierter aufgezeigt, dass zuerst Gott den Mann erschaffen hat, und er war allein. Und zu allem, was Gott so macht, da sagt er überall: Hey, super, es ist toll, es ist super. Und dann sieht er den Mann, der allein ist, und es ist das erste Mal, dass er sagt: Das ist jetzt irgendwie nicht gut. Hier müssen wir noch was ändern.
Und dann werden so alle Tiere zu ihm gebracht, ob da irgendwie was Passendes ist, ist aber nichts Passendes dabei. Und schlussendlich wird Eva gemacht, und sie wird zu Adam gebracht. Und Adam ist hin und weg. Er ist wie vom Blitz getroffen. Er sagt: Wow, endlich eine, die zu mir passt. Ja, wieder nicht: Oh, endlich eine, mit der ich Kompromisse schließen kann. Nein, sondern er ist einfach umgehauen. Endlich Fleisch von meinem Fleisch, eine, die zu mir passt, und wir gehören zusammen.
Und dann kommt dieser ganz interessante Vers, da heißt es, und es ist ganz am Anfang der Bibel: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden. Das heißt, diese Verbindung, die diese beiden eingehen, die soll so unglaublich eng sein, dass du im Endeffekt, wenn du die triffst, meinst, ihr seid ja irgendwie eins. Da ist so eine Einheit, du siehst die nur noch als eins.
Und Paulus, das ist jetzt viele, viele tausend Jahre später, greift aber diesen Text noch mal auf, und er gibt ihm auf einmal eine neue Bedeutung und sagt: Hey, wisst ihr was, dieser Text, der geht noch viel tiefer, als ihr es gedacht habt. Der geht nicht nur über Beziehung, sondern der spricht eigentlich von Jesus und seiner Gemeinde. Und zwar in 1. Korinther 5,3-12 finden wir das. Das ist dann im zweiten Teil der Bibel, Neues Testament wird es genannt, und da gibt es einen Brief an eine Gemeinde in Griechenland, in Ephesus, und da schreibt er Folgendes:
Deshalb, so heißt es in der Schrift, wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden, und die zwei werden ein Leib sein. Das ist das Zitat aus dem Alten Testament. Und jetzt erklärt er, was es damit auf sich hat. Er sagt: Hinter diesen Worten verbirgt sich ein tiefes Geheimnis. Ja, und wir erleben das, wenn du in Ehe bist, sagst du auch manchmal: Ja, Ehe ist wirklich ein tiefes Geheimnis. Aber er spricht jetzt von etwas anderem. Er sagt: Ich bin überzeugt, dass hier von Christus und der Gemeinde die Rede ist.
Das heißt, was Paulus macht, ist: Er nimmt diese enge Beziehung, wie sie im Idealfall zwischen Mann und Frau sein sollte, wie es gedacht war, dass die eine Einheit sind, und sagt: Hey, eigentlich ist die Ehe ein wunderbares, schönes Bild auf das, was dann gekommen ist, nämlich dass Jesus seine Gemeinde erlöst hat und befreit hat, dass er sich für sie hingegeben hat, dass das eine absolute Einheit ist, dass es darum geht, eins zu sein.
Christus, Jesus ist gekommen, nicht weil er in einen Kompromiss eingehen wollte. Jesus ist nicht gekommen und hat sich gedacht: Ja, okay Leute, lasst mal nachdenken. Also ich würde jetzt unter folgenden Umständen mein Gottsein aufgeben, Mensch werden, wenn ihr zehn Vaterunser am Tag betet. Das ist ein Kompromiss, ja, dann gebe ich mich hin für euch und dann mache ich das. Oder wenn ihr euch irgendwie mehr anstrengt, wenn ihr sagt, ich will mich verbessern, oder wenn ihr immer in die Kirche geht, ja, dann würde ich kommen. Nein, er ist aus Liebe gekommen.
Jesus kommt aus Liebe in diese Welt. Liebe nicht als Gefühl. Wenn ihr das lest, die Geschichte von Jesus, dann seht ihr: Er hat nicht jetzt irgendwie gesagt: Oh ja, genau, ich träume schon die ganze Zeit davon, an so einem üblen Kreuz brutal zu sterben. Nein, er hatte Angst davor, aber er hat sich für die Liebe entschlossen, und er hat gesagt: Ich gehe diesen Weg. Es war eine Einstellung, es war eine Haltung. Ich will euch, und ich gebe alles für euch. Ich liebe euch. Und deswegen gebe ich mich hin für euch, nicht weil ich etwas zurück will, sondern weil ich euch will.
In einem anderen Brief im Neuen Testament, das ist der Brief an eine Gemeinde in Philippi, das ist der Philipperbrief, da gibt es ein wunderbares Lied auf Jesus. Ich will euch das mal vorlesen. Da heißt es: Er, also das ist Jesus, der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Das heißt, Jesus war mit Gott eins, er war bei Gott, er war Gott, sagt uns die Bibel. Aber er ist jetzt bereit, diese Macht aufzugeben. Im Gegenteil, er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener, er wurde einer von uns, ein Mensch wie andere Menschen. Aber er erniedrigte sich noch mehr: Im Gehorsam gegenüber Gott nahm er sogar den Tod auf sich. Er starb am Kreuz wie ein Verbrecher.
Jesus ist nicht gekommen, weil er irgendwie gesagt hat: Okay, ich kriege da was zurück, wenn ich jetzt das mache. Sondern es war Liebe, und es war eine Entscheidung zur Liebe, ganz bewusst sich unterzuordnen, unter uns, uns zu dienen, jedem Einzelnen von uns, zu sagen: Du bist mir so wertvoll, ich liebe dich, und deswegen stelle ich dich an den ersten Platz.
Denn in Jesus und in seinem Sterben am Kreuz und in seiner Auferstehung hat Gott einen neuen Bund mit uns Menschen geschlossen, und er hat beschlossen, uns treu zu sein, uns zu lieben und sich hinzugeben für uns. Paulus zeigt jetzt auf, dass diese Beziehung von Jesus zu seiner Gemeinde eigentlich in der Ehe ihre bildliche Darstellung findet. Das heißt, an dem Punkt, an dem du auf Ehepaare schaust, die in Einheit, in Liebe, in gegenseitigem Hingeben leben, da siehst du etwas von der Schönheit des Evangeliums, von der Schönheit dessen, dass Gott sagt: Ich gebe mich vollkommen hin für euch Menschen, dass Jesus sagt: Ich komme und ich gebe euch alles, weil ich euch liebe.
Zwei Menschen geben sich einander in Liebe hin, nicht weil sie das irgendwie müssen, sondern weil sie wollen. Und nicht, weil sie etwas Besseres für sich haben wollen, weil sie sagen: Ja, okay, wenn ich dir das jetzt gebe, dann habe ich es ja auch wieder besser später. Nein, sondern weil sie wollen, dass es dem anderen gut geht. Sie geben dem anderen den Vortritt, sie opfern sich auf für den anderen, weil sie lieben und dem anderen das Beste geben wollen.
Und ihr merkt schon, wie das ein ganz anderes Bild auf Beziehung wirft. Es ist eine ganz andere Art von Beziehung als dieses Vertragsmodell. Beim Vertrag schaue ich nur, was ich rausbekomme, was der andere mir geben kann. Aber bei diesem Jesusmodell schaue ich: Was kann ich dir geben? Wie kann ich dich lieben? Und ich freue mich daran, meinen Partner zu lieben.
Und für manche von euch ist das vielleicht easy, und ihr sagt: Ja, cool, das ist genau die Art und Weise, wie wir unsere Beziehung leben. Und es ist cool, wenn ihr das so macht. Ich wünsche euch, dass ihr darin weiter wachst und weitergeht. Aber ich glaube, für viele von uns, und ich nehme mich da voll mit rein, merke ich immer wieder, wie es unheimlich schwer ist und wie ich an Punkte komme, wo ich sage: Ich kann das nicht. Und wo ich auch sage: Ich will das gar nicht. Wo ich merke, ich stoße hier an Grenzen. Ich stoße an Grenzen, wo ich nicht weiterkomme.
Vielleicht merkst du das auch in deiner Beziehung, wo du sagst: Da sind Mauern zwischen uns, da ist schon zu viel vorgefallen, da sind Verletzungen, und ich kann da nicht einfach drüber weggehen. Oder wo du merkst, da steht dein eigenes Ego im Weg, wo du sagst: Aber ich will doch die Zeit für mich haben, deswegen muss ich das jetzt halt machen. Und du merkst: Eigentlich drehe ich mich nur um mich, es geht nur um mich. Und ich nutze meinen Partner eigentlich nur dafür aus, um zu bekommen, was ich haben möchte, damit ich meine Erwartungen bekomme.
Und wisst ihr, wann immer wir an so einem Punkt ankommen, dann ist es schmerzhaft, wo wir uns das eingestehen müssen, wo wir sagen müssen: Ich schaffe es nicht. Wo wir sagen müssen: Ich kriege es nicht hin. Und gleichzeitig ist es immer die beste Möglichkeit, die übernatürliche Kraft von Gott zu erleben, an einen Punkt zu kommen, wo du sagst: Hilfe, ich schaffe das nicht. Weil das ist genau der Punkt, wo Gott sagt: Alles klar, ich bin da, und ich stelle mich an deine Seite.
Ich möchte mit euch einen Vers lesen aus dem Petrusbrief, und zwar fängt er auch an mit einem Zitat aus dem Alten Testament. Petrus schreibt da: Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen, aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren. Ja, also was dieses Zitat sagt, ist: Solange wir denken so, ey, ich bin ja der Macher, und alles easy, alles gut, ich habe es alles unter Kontrolle, ich mache alles, dann sagt Gott: Nope, das wird wahrscheinlich nicht hinhauen. Aber wo du anfängst, klein von dir zu denken, demütig, wo du genau mit dieser Einstellung kommst und sagst: Ich schaffe das nicht, ich kann es nicht, ich kriege das aus mir heraus nicht hin, da sagt Gott: Ich gebe dir Gnade. Und Gnade bedeutet: Ich gebe dir genau das, was du brauchst für deine Situation.
Und dann schreibt Petrus weiter: Beugt euch also der starken Hand Gottes, und dann wird etwas passieren, dann wird er euch erhöhen. Er wird euch helfen an der Stelle, wo du sagst: Okay Gott, ich will jetzt meinen Part machen, ich will das tun, was du mir sagst, ich bin dabei, ich bin drin. Und dann wird Gott sagen: Alles klar, ich helfe dir sofort. Nein, wenn die Zeit dafür gekommen ist, werde ich dich erhöhen. Gott macht das nach seinem Timing. Es ist nicht so ein Instant-Ding.
Legt alle eure Sorgen bei ihm ab, denn er sorgt für euch. Und Leute, ich sage euch das jetzt, und ich sage es euch immer und immer und immer und immer wieder: Wenn wir Jesus erleben wollen, dann müssen wir tun, was er sagt. Es geht hier nicht um ein Feeling, irgendwie so tolle Vibes und so weiter und alles schön. Wenn du diesen Gott erleben willst, dann musst du ihm vertrauen, und da musst du anfangen zu tun, was er dir sagt.
Dann bedeutet das in dem Fall zu sagen: Alles klar, all das, was in meiner Beziehung mich so permanent stresst und sorgt und nervt und mir Ängste macht und wo ich sage, ich kann nicht mehr, alles klar, Gott, ich lege es vor dir ab. Ich drücke es nicht meinem Partner rein und zeige ihm mal wieder, was er für ein, wie er es wieder nicht geschafft hat, meine Erwartungen zu erfüllen, sondern ich lege es bei Gott ab und sage: Gott, ich kann nicht, aber du hast gesagt, ich soll meine Sorgen bei dir ablegen, weil du für mich sorgst. Das ist das Versprechen.
Und das heißt glauben, zu sagen: Okay Gott, du hast es gesagt, ich mache das, und ich will es erleben. Wenn du es versprochen hast, wenn es dich wirklich gibt, wenn es stimmt, was du sagst, dann will ich das tun.
Und das ist der Punkt: Wisst ihr, was glückliche Paare wissen? Das heißt, dass sie nicht in einem Vertrag mit ihrem Partner sind, sondern in einem Bund mit ihrem Partner. Sie sind in einem Bund, und sie wollen den anderen glücklich machen. Sie wollen den anderen glücklich machen. Daher würden sie auf die Frage, was schuldet mir mein Partner, antworten mit: Nichts. Mein Partner schuldet mir nichts.
Die erste Antwort auf die Frage, was glückliche Paare wissen, und was ich mir voll wünsche, dass wir das mit in die Woche nehmen, ist zu sagen: Du schuldest mir nichts. Du schuldest mir nichts. Und ich wünsche mir, dass ihr das mitnehmt, weil das eine einfache, simple Wahrheit ist, und trotzdem ist sie so wichtig. Und wir müssen die irgendwie verinnerlichen, dass wir die einfach mal auch zusammen aussprechen, okay? Wir hatten das vor einiger Zeit mal. Manchmal muss man Wahrheiten aussprechen. Es hilft, dass wir das einfach zusammen mal sagen, ja? Du schuldest mir nichts. Ihr dürft jetzt mitsagen: Du schuldest mir nichts, du schuldest mir nichts.
Und wenn heute euer Partner dabei ist, dann könnt ihr euch jetzt einfach mal zueinander umdrehen. Oder wenn irgendein Fremder neben euch sitzt, dann könnt ihr es euch einfach mal zusagen, in Vertretung für euren Partner: Du schuldest mir nichts, du schuldest mir nichts. Dein Partner, kapier das, dein Partner ist nicht für dein persönliches Glück verantwortlich. Ihr könnt euch das ganz klar sagen: Du bist nicht für mein persönliches Glück verantwortlich. Du schuldest mir nichts.
Das war genau dein Trick. Falsch, du schuldest ihm alles. Dein Partner schuldet dir nichts, aber du schuldest ihm alles. Und du sagst: Stopp mal, ich bin Mathematiker, das macht überhaupt keinen Sinn, was du erzählst. Ja, ganz genau. Aber Liebe muss ja auch nicht logisch sein. Aber das ist das Prinzip und das Konzept von Liebe, okay?
Mein Partner schuldet mir nichts, aber ich lebe so, als schulde ich ihm alles. Ich will meiner Frau alles geben, ich will sie glücklich machen, ich möchte mich für sie hingeben, aber ich erwarte nichts zurück. Ich tue es nicht, weil ich sage: Dann kriege ich endlich mein Motorradgeld. Nein, das ist die Einstellung, die Jesus uns gegenüber einnimmt, dass Jesus gesagt hat: Ihr schuldet mir nichts. Aber ich gebe alles für euch.
Und wisst ihr, was passiert, und das können euch ganz viele Leute erzählen, die mit Jesus unterwegs sind? Du erlebst diese Liebe, die alles gegeben hat, du erlebst diese Liebe, wo du merkst: Ey, Jesus, er hat sich vollkommen für mich hingegeben. Die Bibel geht so weit, dass sie sagt, der hat uns geliebt, als wir noch seine Feinde waren. Eine Liebe, die unfassbar ist. Und er erwartet nichts zurück, aber du merkst an der Stelle, wo diese Liebe auf einmal in deinem Kopf und in deinem Herzen ankommt, dass sie dich vollkommen verändert. Und du kommst an diesen Punkt, wo du sagst: Jesus, ich kann dir ja gar nichts zurückgeben dafür, aber ich will dich irgendwie auch lieben, ich will den Weg mit dir gehen. Und auf einmal merkst du, wie daraus so eine Beziehung entsteht, weil einer zuerst geliebt hat.
Und das ist das Geheimnis von glücklicher Beziehung. Und es ist das, was Jesus uns vorgemacht hat. Und wenn ihr die Bibel lest, dann werdet ihr andauernd über diesen Ausdruck stolpern. Im Epheserbrief ist es zum Beispiel: Wandelt in Liebe, wie der Christus, wie Jesus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat. Jesus ist quasi das Meisterbeispiel dafür, wo wir sagen: Schaut mal, so sieht Liebe aus, das ist die Liebe, die sich hingibt.
Und wir legen Jesus auf all unsere Erwartungen, auf all unsere Träume und Hoffnungen und Wünsche. Und wir haben ihn da mit dabei, weil an all der Stelle, wo wir merken, das läuft gerade nicht so, wie ich es mir erwartet habe, da bringe ich diese Sorgen zu Jesus, und da sind sie zehnmal besser aufgehoben als bei meinem Partner, als bei meiner Frau.
Und somit sind wir eigentlich, wenn wir mit Jesus unterwegs sind, in so einem Liebeschallenge, zu schauen, wer liebt mehr. Wie kann ich als Erster quasi ans Ende der Schlange kommen? Nicht, wie kann ich mich überall vordrücken und gucken, dass ich mein Ding kriege, sondern wie kann ich dienen? Und das ist das Konzept, wie wir es von Jesus auch beigebracht bekommen.
Und die Frage ist jetzt: Ja, was machen wir denn jetzt aber mit dem Ding hier? Also ich meine, ich habe die ja trotzdem noch so, also ist ja alles schön und gut, aber was mache ich jetzt damit? Also ich kann euch das nur so sagen: Mit euren Konflikten, wo ihr vielleicht sagt, so ist die Art und Weise, wie wir Konflikte drin haben, oder der Frust, was eure Frau nachts trägt, wie ihr mit eurer Zeit umgeht, wer putzt, wo ihr in Urlaub hinfahrt, wie viele Kinder und welches Auto und welches Haus und die Frage nach dem Geld: Das Beste, was ihr tun könnt, ist nicht, dass wir sagen, ich erwarte jetzt einfach gar nichts mehr. Ja, mich gibt es nicht, ich bin ein Nichts und ich will gar nichts. Nein, das ist ja auch nicht so.
Aber das Beste, was ihr tun könnt, ist, diese Erwartungskiste leer zu machen und das wieder in diese Hoffnungskiste reinzubringen, Erwartungen wieder zu Wünschen zu machen. Und dann geht ihr mit diesen Wünschen zu Jesus. Ja, wir schauen uns noch mal kurz Petrus an. Er hat gesagt: Legt alle eure Sorgen bei ihm ab, denn er sorgt für euch. Nehmt diese Kiste mit all dem, was da drin ist, und geht zu Jesus.
Und vielleicht ist es für den einen oder anderen das erste Mal, dass er so konkret betet und sagt: Okay, Herr, schau mal, das ist das, was ich mir irgendwie gewünscht hätte. Ich will es nicht mehr auf meinen Partner legen. Weißt du, wenn du diese Kiste deinem Partner aufdrückst, er wird darunter zerbrechen, er kann das nicht. Gott kann damit umgehen. Wird er dir alles geben? Nein, aber er wird dich erhöhen zu seiner Zeit, das ist sein Versprechen. Das ist das, was er sagt.
Deswegen leg deine Sorgen bei ihm ab, weil er sorgt für dich. Und stell dir einfach mal vor, wie sich deine Beziehung verändern würde, an der einen oder anderen Stelle, wo du anfängst, nicht mehr mit Erwartungen in deine Partnerschaft zu kommen und zu sagen: Das erwarte ich aber, das schuldest du mir, sondern das da reinzulegen, den Mund zu halten und zu beten und zu sagen: Jesus, bitte mach. Mach du!
Vielleicht macht dir das erst mal Angst, weil du denkst: Ja, stopp mal, da werde ich ja voll ausgenutzt. Ja, das kann durchaus passieren. Aber was ist die Alternative? Also du kannst immer weiter kämpfen, wenn das dein Traum von Beziehung ist. Ich glaube aber nicht, dass es deiner ist. Das Einzige, was du tun kannst, ist zu lieben und darauf zu warten, wie dein Partner darauf reagiert, und in der Zwischenzeit legst du deine Sorgen bei Gott ab. Denn er hat gesagt: Ich kann dieses Loch, das da auch in deinem Herzen ist, füllen, ich kann dir all das geben, was du brauchst.
Und so möchte ich euch heute zum Abschluss einfach zwei Fragen stellen, und wir machen jetzt wieder so eine Zeit der Stille, damit das alles ein bisschen sacken kann. Und wahrscheinlich sind diese Fragen zu groß für diese kurze Zeit der Stille. Nehmt sie euch einfach mal mit. Aber die erste Frage ist einfach, die ist eigentlich ziemlich simpel: Was ist in deiner Box? Was ist denn da drin? Vielleicht weißt du manche Dinge, vielleicht musst du über manche Dinge nachdenken, vielleicht hast du einen guten Freund oder eine gute Freundin, und du kannst die auch mal fragen: Was denkst du, was da bei mir so drin ist? Schreibt euch das mal auf. Ihr müsst das mal wissen: Was ist denn da eigentlich drin?
Und die zweite Frage ist: Hast du diese Box jemand anderem in die Hand gedrückt? Einen Schritt in dein eigenes Neuland machen und Gott mehr entdecken. Wenn du Fragen hast oder einfach mal Kontakt zu uns aufnehmen möchtest, schreib uns einfach eine Mail an hallo at neuland minus church de. Bis zum nächsten Mal.