Serie•Teil 23 / 53Lukas-Evangelium
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Einordnung und Grundgedanke der Nachfolge
Ihr wisst, wir sind im Lukasevangelium. Ihr wisst, wir beschäftigen uns im Moment mit Lukas 9, den Versen 51 bis Kapitel 10, Vers 37. Das ist ein großer Block. Und das Thema dieses Blocks in Lukas 9 und 10 lautet: Basics der Nachfolge.
Also: Ich möchte Jesus nachfolgen. Was sind die Grundlagen? Was ist das, was ich verstanden haben muss, wenn ich Jesus nachfolgen will? Nicht die großen, schwierigen Fragen und auch nicht die ganz kleinen, überschaubaren Dinge, sondern das Einmaleins der Nachfolge.
Ich habe diesen großen Block in zwei Teile eingeteilt. Das letzte Mal, und das ist schon ein Weilchen her, und es tut mir echt leid, dass das so lange gedauert hat, weil es fies ist, wenn man erst sagt: Kosten und Auftrag der Nachfolge. Man sagt also ein bisschen: Worum geht es denn, wenn ich Jesus nachfolge?
Mir war es wichtig, diesem Block deutlich zu machen, dass, wenn jemand in die Nachfolge Jesu hineintritt, das keine so spontane, von Emotionen getragene, wenig durchdachte, unausgereifte Entscheidung ist. Sondern das ist eher ein Stückchen wie der Eintritt in die Fremdenlegion. Oder wenn du unter dein Einfamilienhäuschen, unter den Vertrag, die Unterschrift setzt: Du hast dir vorher Gedanken gemacht und weißt ganz genau, das wird mich jetzt binden. Und zwar nicht nur bis Ende nächster Woche, sondern für den Rest meines Lebens.
Deswegen finde ich es unglaublich wichtig, und dem Herrn Jesus geht es genauso, dass wir in dieser Beziehung, die er uns anbietet, tatsächlich das Kleingedruckte lesen. Dass wir wissen, worauf wir uns einlassen. Dass wir nicht mit unseren Vorstellungen reingehen und sagen: Wird schon irgendwie. Sondern dass wir verstehen: Wenn er sagt, ich möchte euch einladen, mit mir zu leben, kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen, ja, kommt her. Und wenn er sagt, nehmt auf euch mein Joch, wenn dieses Bild aus dem Alten Testament von der Königsherrschaft Gottes gebraucht wird, dann lass dich ein auf eine Beziehung zu Jesus, in der Jesus der König in deinem Leben wird.
Wo das der Fall ist, da gibt es Kosten. Da werden wir konfrontiert mit einem Auftrag.
Zeugnis im Alltag und die Realität des geistlichen Kampfes
Ich habe das das letzte Mal gesagt: Dort, wo Jesus über die Kosten und den Auftrag redet, sagt er unmissverständlich: Schmeiß aus deinem Leben das an Bequemlichkeit, an falschen Kompromissen und an Ausreden heraus, was dich hindert, ein Zeuge Jesu Christi in deinem Umfeld zu sein.
Und stattdessen bete. Schluck deine Angst runter. Ordne dein Leben so, dass Zeit bleibt für das Evangelium. Damit Zeit bleibt, um mit den Menschen, die um dich herum leben, über Gott zu reden. Rede mit ihnen und biete ihnen deine Hilfe an.
Das war mir beim letzten Mal so wichtig zu sagen: Du kannst an der Stelle, wo du bist, ein Zeuge Jesu Christi sein. Evangelisation, Menschen erreichen, das ist nichts nur für zwei, drei, fünf oder zehn Auserwählte in einer Gemeinde, die dann so ein Label haben: Evangelist. Und jeder schleift so seine Freunde dahin. Das kann man auch machen. Aber letztlich bin ich derjenige, der an meinem Platz, in meinem Umfeld, der ist, der als Zeuge Jesu leben kann und leben soll.
Und das Einzige, was Gott verlangt, ist nicht, dass ich besonders hübsch bin oder besonders klug oder besonders begabt, sondern dass ich mein Leben ordne und darauf ausrichte, Menschen zu erreichen. Und dass ich dort, wo Gott Gelegenheiten schenkt, tatsächlich den Mund aufmache und ein Zeuge bin von dem, was Gott in meinem Leben getan hat.
Und ich weiß: Wenn ich das so predige, und beim letzten Mal habe ich mir ja viel mehr Zeit genommen, klingt das doch ein bisschen fordernd. Man kann das gar nicht nett verpacken, weil es nicht nett ist. Jesus sagt: Schmeiß raus, fang an, nimm den Auftrag ernst. Das klingt so ein bisschen negativ.
Und deswegen tut es mir auch so leid, wenn ich jetzt zwei Monate nicht da war, um den zweiten Teil zu bringen, der nicht heißt: Kosten und Auftrag, sondern der zweite Teil heißt: Freuden und Motivation oder Freude und innere Einstellung in der Nachfolge.
Ich denke, dass Lukas das im Lukas-Evangelium sehr bewusst so angeordnet hat, dass er nicht auf der Seite stehen bleibt, wo du dann aus der Predigt rausgehst mit so einem Buckel, weil es dich irgendwie runterdrückt. Heute dürft ihr wieder aufstehen und dürft euch anhören, was es heißt, Christ zu sein, und was für Begeisterung das in unserem Leben auslösen darf, ihm nachzufolgen.
Freude über den Sieg Jesu und die Sicherheit der Erlösung
Lukas 10,17
Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen.
Die Siebzig waren ausgesandt. Sie hatten den Auftrag bekommen, Zeugen zu sein. Und jetzt kommen sie zurück, und ich finde sie so toll. Ja, ich habe mir so überlegt: Wie mögen die losgezogen sein? Wahrscheinlich so ein bisschen: Ja, schauen wir mal. Ja, so: Jetzt haben wir einen Auftrag, machen wir mal. Und dann gehst du so durch die Gegend und machst Erfahrungen mit Gott. Mit jeder Erfahrung wächst so ein Stückchen die Begeisterung. Und irgendwann ist die Zeit vorbei, wie so ein Urlaub, der dann irgendwann herum ist. Und dann kommst du wieder zu Jesus, und Jesus sagt: Na, wie war es denn? Und du sagst: Wir haben so viel erlebt, unglaublich!
Und das, was die Jünger hier erleben, das ist das, was Gott sich eigentlich wünscht für uns Christen. Da, wo wir Gottes Auftrag erfüllen, da erleben wir immer auch Begeisterndes.
Auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. Die Jünger hatten sich auf die dunkle Seite der Macht, auf dieses Dunkle in der Welt, eingelassen. Sie hatten sich mit ihm angelegt, und sie waren aus diesem Kampf als Sieger hervorgegangen.
Wenn man, und ich werde euch jetzt nicht mit Zitaten von Kirchenvätern ärgern, aber wenn man mal so die ersten Christen nimmt und liest, was sie über das Thema Dämonologie, was sie da so schreiben, so über den Umgang mit dem Teufel und seinen Engeln, dann wird ganz klar, dass die ersten Christen im Blick auf den Teufel und seine Engel die Vorstellung haben, dass der Teufel und seine Engel hinter dem Bösen in dieser Welt stehen.
Und das fängt an bei Krankheiten, und das geht weiter über falsche Religionen, über Naturkatastrophen, über Versuchungen bis hin zu dem Bereich, wo Menschen überhaupt nicht mehr Herr ihrer selbst sind und wir von Besessenheit reden.
Ich merke, wie dieser Gedanke sich in unserer Zeit so ein bisschen verflüchtigt hat. Diese Idee, dass in dieser Welt, in der wir leben, eine reale böse Macht am Werk ist, die ständig durch sündige Impulse und durch andere Dinge damit beschäftigt ist, dem Menschen zu schaden.
Und diese Macht, mit der wir es da zu tun haben, die ist klug. Die tut das Böse einfach aus Absicht. Der Teufel ist nicht so ein kleines Kind, das so am Tisch sitzt und dann schmeißt mal das Glas Orangensaft um und sagt: Ach, kann man ja eigentlich nichts dafür. Nein, das ist richtig gewollt. Der Teufel ist auch keine Lachnummer aus dem Mittelalter, wo man sagt: Im Zeitalter des Internets haben wir mit dem ja eigentlich nichts mehr zu tun, können wir getrost vergessen.
Sondern da gibt es etwas. Und die frühen Christen waren sich dieser Macht bewusst. Sie hatten ein sehr waches Empfinden dafür, dass geistliche Mächte am Werk sind und dass diese geistlichen Mächte ein Problem für Menschen darstellen.
Ich glaube, und ich bin froh darüber, dass dieses Empfinden heute wieder wächst. Wir hatten also eine Phase im zwanzigsten Jahrhundert, da war der Teufel wirklich nur noch Lachnummer. Aber ich denke, heute, wo wir konfrontiert werden, real konfrontiert werden mit manchen Auswüchsen des Bösen, wo auch Leute, die sonst mit Gott nichts am Hut haben und sagen: Der Teufel, das weiß ich noch nicht, aber wo sie ehrlich sagen, das Böse tritt manchmal in einer Form auf.
Und ich denke an Berichte, wo Eltern ihre Kinder verhungern lassen, wo Nachbarn mit Macheten übereinander herfallen und sich wirklich erschlagen, wo Berichte von gezielten Massenvergewaltigungen und Ähnlichem sind, wo auch Leute, die mit Gott nichts am Hut haben, sagen: Hier ist etwas Böses. Etwas wirklich Böses am Werk, was über den Menschen kommt und das, was vielleicht an natürlicher Neigung in uns drinsteckt, nicht immer so die Wahrheit zu sagen und nicht immer nur die Netten zu sein, was das benutzt und ganz bewusst für seine Zwecke einsetzt, es an der Stelle manipuliert, Menschen dazu bringt, Dinge zu tun, dass sie, wenn sie aufwachen, plötzlich sagen: Was habe ich da eigentlich getan?
Und darüber rede ich, über diese Macht, über den Teufel. Und das ist die Macht, mit der die Jünger hier konfrontiert werden. Und das ist die Macht, die sie in Form von Dämonen brechen, wo sie sich einlassen auf diese Macht und feststellen: Jesus ist der, der mächtiger ist.
In der Literatur der ersten Christen ist das ein ganz starkes Argument in der Evangelisation, in der Verteidigung des Glaubens, dass Christen sich hinstellen und sagen: Ich weiß, dass in deinem Leben das Böse am Werk ist, und ich weiß, dass du, wenn du ehrlich bist, dem Bösen nichts entgegensetzen kannst. Du hast negative Impulse, du denkst böse Dinge, du tust böse Dinge, du weißt, sie sind falsch, und du weißt nichts, was du dagegen tun sollst.
Und ich komme als Christ nicht, weil ich so stark bin, sondern ich komme als der, der von Jesus gesandt ist, um dir in dein Leben hinein zu sagen: Es gibt eine Lösung. Und die Lösung heißt das Evangelium. Jesus möchte dich von dieser zwanghaften Besessenheit mit dem Bösen freimachen.
Das ist das, was die Jünger hier vielleicht das erste Mal erleben: dass Jesus als der Sieger über Hölle, Tod und Teufel in diese Welt hineinkommt, und sie sind total begeistert. Wow, da gibt es dieses ultimativ Böse in der Welt! Und ich komme als kleiner Christ im Auftrag Jesu, und ich kann Menschen an der Stelle helfen. Ich kann ihnen helfen, weil Jesus im ersten Petrusbrief heißt es, zur rechten Gottes sitzt, und Engel, Mächte und Kräfte sind ihm unterworfen. Er ist der Herr. Und in seinem Sieg dürfen wir Sieg in das Leben anderer Menschen und in unser eigenes Leben hineinbringen.
Der endgültige Sieg und die Waffenrüstung Gottes
Lukas 10,18-19. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Siehe, ich gebe euch die Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Macht des Feindes; und nichts soll euch irgendwie schaden.
Was Jesus hier beschreibt, ist eine prophetische Vision, und zwar eine prophetische Vision vom Fall des Satan. Mir ist jetzt egal, wo ihr in eurem Denken diesen Fall hinlegt. Manche Christen sagen, es ist schon am Kreuz passiert, und das stimmt. Manche sagen, was Jesus hier sieht, ist der endgültige Sieg über den Satan, so wie er am Ende der Offenbarung beschrieben wird. Ich weiß es nicht. Es spielt auch keine Rolle, denn das, was Jesus hier sagen möchte, ist ja etwas ganz Bestimmtes.
Er sagt: Ich möchte den Punkt, den ihr jetzt habt, dieses Begeistertsein, noch einmal unterstreichen. Im Sinne von: Ja, ihr habt erlebt, dass die Dämonen euch untertan sind. Aber das, bitte schön, Freunde, ist nur so etwas wie die Morgendämmerung eines endgültigen Sieges, der so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche, weil ich es schon gesehen habe. Vor meinem geistigen Auge steht das schon. Es ist bereits Realität. Und ihr, meine lieben Jünger, ihr gehört zu mir. Ihr gehört in dieser Auseinandersetzung zum Siegerteam. Nichts soll euch irgendwie schaden. Der Teufel hat keine Macht mehr über unser Leben.
Diesen Gedanken wird später Paulus wieder aufgreifen, unter anderem im Epheserbrief, wenn er davon spricht, dass wir ganz aktiv in einem Kampf gegen den Teufel und seine Engel stehen. Dass da wirklich etwas an uns heran will. Dass dieses neue Leben in uns, dieses: Ich möchte für Jesus leben, ich möchte für Liebe leben und das gute Leben, dass da jemand es darauf anlegt, mich immer wieder wegzuziehen. Immer wieder dafür zu sorgen, dass ich das nicht so lebe, wie ich es mir eigentlich innerlich wünschen würde.
Und Paulus wird sagen: Hey, dieser Kampf, der ist wirklich real. Da will dir jemand schaden. Und zieh die Waffenrüstung Gottes an. Epheser: Zieh die an! Und dann beschreibt er die einzelnen Elemente am Beispiel, indem er so einen römischen Soldaten durchgeht mit seinen unterschiedlichen Sachen, die er anhat. Und er sagt: Zieh an Wahrheit und Gerechtigkeit, Evangelisation, Glauben, die Gewissheit der Errettung, das Wort Gottes und Gebet.
Und da, wo wir diese Dinge anlegen, wo das in unserem Leben präsent ist, wo das eine Realität ist, wo wir so leben, in Wahrheit und in Gerechtigkeit, wo Evangelisation für uns etwas ganz Normales ist, wo Glauben und diese Gewissheit: Ich bin ein Kind Gottes, da ist, wo wir dem Wort Gottes Aufmerksamkeit widmen, uns daran orientieren und Zeit im Gebet verbringen, wirklich dahinter her sind, da sagt Paulus: Wenn das so ist, dann könnt ihr an dem bösen Tag widerstehen und könnt stehen bleiben. Dann kann der Teufel gegen euch anrennen, wie er will, aber er wird einfach euer Leben nicht übermannen. Er wird die Mauer nicht durchbrechen. Er wird nicht eindringen. Er wird euch nicht beherrschen können.
Und das ist das, wo wir tatsächlich unglaublich gesegnete Leute sind. Satan, das Wort heißt Ankläger. Warum heißt das so? Weil der Satan einer ist, der sich vor Gott hinstellt und anklagt. Weil der Satan sich hinstellt und sagt: Gott, Jürgen, der gehört mir. Schau, hier ist der Schuldschein. Hier stehen all die Dinge drauf, die Jürgen Böses getan hat, all die Dinge, für die du ihn richten musst. Jürgen gehört mir.
Und dann kommt Jesus und sagt: Halt, das stimmt. Jürgen hat diese Dinge wirklich getan, der Schuldschein ist echt, er ist wirklich ausgestellt. Es ist mein Schuldschein. Aber Jesus sagt: Ich habe diesen Schuldschein genommen. Und ich habe ihn mit ans Kreuz genommen, ich habe ihn da oben dran geheftet. Als ich am Kreuz hing, da bin ich für Jürgen und für seine Schuld gestorben.
Und deshalb, weil dieser Schuldschein, weil mein Schuldschein ans Kreuz genagelt wurde, deshalb ist meine Schuld beglichen. Deswegen gehe ich frei aus. Deswegen ist dieser Sieg am Kreuz die Grundlage dafür, dass ich vor dem Teufel keine Angst mehr haben muss und sagen kann: Ich bin frei.
Und wenn der Teufel in mein Leben hineintritt und versucht, mich zu versuchen, mich zu verführen, mir Angst zu machen, vielleicht mich einfach abzuhalten, und es gibt tausend Möglichkeiten, wie er das macht, es wäre ein eigenes Bibelstudium wert, nur zu schauen, wie der Teufel Menschen verführt, wie der Teufel Menschen auf ein Abstellgleis führt, wie der Teufel dafür sorgt, dass Menschen entmutigt sind, müde werden, krank sind. Das kann ich heute Morgen nicht tun. Aber wenn das passiert, dann kann ich mich hinstellen und kann sagen: Stopp, Teufel, du hast in meinem Leben keinen Raum. Ich gehöre zu dem Herrn Jesus.
Ich predige das so und bin so begeistert, weil ich sehe, wie sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren in meinem Leben einfach so viel geändert hat. Wie ich um mich herum erleben darf, dass Menschen anders geworden sind, Menschen aus Bindungen herausgekommen sind. Das ist nicht immer eine Sache von über Nacht, ein Gebet und fertig. Es dauert manchmal. Es dauert zehn, fünfzehn Jahre vielleicht, dass man an einer Sache betend dranbleibt, bis Befreiung kommt. Aber es ist eine Realität.
Der Jürgen im Jahre 2010 ist nicht mehr der Jürgen, der sich im Jahre 1987 bekehrt hat. Das ist ein ganz anderer. Und er ist wirklich netter und lieber, sonst würdet ihr den nicht hier vorne haben wollen, glaubt mir. Und ich sehe das, und ich bin total begeistert: Gott schenkt mir echtes ewiges Leben, echtes Leben mit Lebensqualität!
Die wahre Freude und die Gewissheit der Zugehörigkeit
Und dem Herrn Jesus reicht es nicht, Vers 20. Da sagt er dann ganz einfach: Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind.
Denkst du: Hä? Also, Entschuldigung, ja, das ist irgendwie das Beste, was mir passiert ist. Ja, ich war früher ein bitterer Mensch, und meine Bitterkeit ist weg. Ey, das ist doch genial. Ja, wenn ich mir nur ein Gespräch mit meiner Tochter vorstelle, die mich als jungen, bitteren Vater erlebt hat und jetzt als reiferen Vater, der nicht mehr bitter ist. Nur das Gespräch mit meiner Tochter treibt mir Tränen in die Augen, weil ich mir gewünscht hätte, früher schon anders zu sein. Ich war es noch nicht. Ich habe so viel verletzt um mich herum. Und jetzt bin ich jemand, der ganz anders sein darf.
Und Herr Jesus sagt: Darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind, sondern: Freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind. Das Beste, sagt der Herr Jesus, das Beste, was uns passieren kann, das Beste, wo du eigentlich morgens aufwachen solltest. Und so sagen wir: Es gibt das hier, dieses: Mein Name ist im Himmel angeschrieben. Er, der Satan, fliegt aus dem Himmel raus, aber ich bleibe drin. Gott kennt mich.
Und das ist jetzt nicht so eine, „Ich fand das so toll mit dem Kinderlied vorhin“, diese ganz einfachen Kinder: Gott kennt mich. Das ist wichtig. Gott kennt mich. Mein Name ist im Himmel angeschrieben. Ich gehöre zu ihm. Besser als jeder Sieg über das Böse ist die Tatsache, die Gewissheit, dass ich weiß, wo ich hingehöre.
Und ich möchte das heute Morgen hier reinfragen. Als Gastprediger weiß ich nie, wer genau wo im Leben steht. Aber ich möchte die Frage stellen: Weißt du ganz persönlich, und die Frage kann nicht dein Nachbar beantworten, deine gläubige Schwiegermutter oder sonst irgendjemand: Weißt du, wohin du hingehörst? Weißt du das? Denn der Tod kommt, früher oder später. Und dann ist es ganz wichtig, dass wir wissen, wohin wir gehören. Dass das nicht so eine „Na ja, schauen wir mal“-Sache ist, sondern dass wir heute ganz genau wissen: Mir sind meine Sünden vergeben. Und nicht nur uns einbilden, ein Kind Gottes zu sein, sondern wirklich Kinder Gottes sind, so wie der Apostel Johannes, der im 1. Johannes 3,1 schreibt: Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen, und wir sind es! Und wir sind es!
Die Frage möchte ich in den Raum stellen: Zu wissen, dass ich ein Kind Gottes bin, ist die allergrößte Freude in meinem Leben. Und wenn die Frage heute noch nicht ganz klar ist, wenn du da sitzt und sagst: Na ja, das will ich, also vielleicht nur so einen Hauch von Zweifel hast oder dir denkst: Hm, ja, religiös bin ich schon, aber so dieser letzte Schritt, ich weiß es eigentlich nicht. Ey, heute ist Sonntag, heute musst du nicht arbeiten. Heute ist vielleicht der Tag, wo du Zeit hast, den Punkt zu Ende zu bringen, darüber noch einmal nachzudenken. Der Herr Jesus sagt, es ist das Größte, was uns passieren kann, zu wissen, dass unsere Namen im Himmel angeschrieben sind.
Freude am Vater und das Privileg der Offenbarung
Und so, wie der Herr Jesus jetzt seine Jünger sieht, wie sie vor ihm ein wenig herumhandeln und sich freuen, kann er auch nicht anders. Er tut das, was man in der Freude einfach tut: Man fängt an, Gott anzubeten.
Lukas 10,21
Und in dieser Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.
Jesus freut sich so, dass Gott diese einfachen Menschen ins Vertrauen zieht. Und die Frage ist: Was hat denn Gott vor den Weisen und Verständigen verborgen? Und die Antwort lautet: sich selbst.
Vers 22
Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Es geht hier um die Frage: Wie lerne ich Gott kennen, und zwar Gott den Vater? Wie lerne ich ihn kennen? Und Jesus wird sagen: Ich habe im Blick auf diese Beziehung ein Offenbarungsmonopol. Er sagt hier: Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn.
Schwieriger Text. Die Auslegung ist relativ einfach: Kein Mensch kann Gott durchdringen. Du kannst ihn nicht sezieren und analysieren. Egal, wie hoch dein IQ ist, es wird dir nicht weiterhelfen. Wenn du Gott, den Vater, kennenlernen möchtest, dann gibt es ganz genau einen einzigen Weg, um ihn zu finden. Und das ist der Weg der Offenbarung über den Sohn. So wie es heißt: Niemand erkennt, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wen der Sohn ihn offenbaren will.
Du möchtest Gott, den Vater, erkennen? Du hast vielleicht eine Vorstellung davon, dass es da draußen einen Schöpfer geben muss, der dich gemacht und begabt hat, und du möchtest ihn kennenlernen? Das ist der Weg. Der Weg führt über den einen, der gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist derjenige, der allein Menschen zum Vater im Himmel führen kann.
Das Vorrecht der Jünger und die Spannung von Herausforderung und Freude
Worüber sollen wir uns abgrundtief freuen? Es ging ja heute um die Freuden in der Nachfolge: Erstens darüber, dass der Teufel keine Macht mehr über unser Leben hat, zweitens, dass unsere Namen im Himmel angeschrieben sind, und drittens, dass wir eine echte Beziehung zum Vater im Himmel gefunden haben.
Ich war ja jetzt gerade im Urlaub, und das war ein bisschen weiter weg. Es gab da Regenwälder, Strände und Fjorde. Und man schaut das ja nicht einfach nur an und sagt: Ja, schick, schön, ja, oh, es ist aber nett. Sondern ich kann das sehen und merke, dass durch diese Naturgewalten in mir eine Seite zum Klingen gebracht wird, die die Frage stellt: Wo kommt das her? Wo ich durch den Anblick eines schneebedeckten Bergmassivs ganz logisch die Frage vor mir habe: Boah, wie kann ich dem begegnen, der sich das ausgedacht hat? Weil ich Mensch bin, steckt das in mir drin.
Und ich bleibe da nicht stehen, sondern ich bin Kind Gottes. Ich darf den kennen, der dahintersteckt. Ich kenne den Schöpfer, und ich lebe in einer lebendigen, täglichen Beziehung zu ihm. Das ist die Freude der Nachfolge: dass der Teufel keine Macht mehr hat, dass unsere Namen im Himmel angeschrieben sind und dass wir einen Vater im Himmel haben, den wir wirklich kennen und mit dem wir ein Leben lang zubringen werden, ihn Stück für Stück ein bisschen besser kennenzulernen. Das ist einfach großartig.
Es ist so schlimm zu sehen, wie viele kluge Leute sich kluge Gedanken machen, um irgendwie über Gott nachzudenken, aber Gott keinen Millimeter näherkommen. Dicke Bücher, die über Gott geschrieben werden, sind einfach Unsinn. Sie bringen dich keinen Millimeter Gott näher. Wir brauchen Jesus, wenn wir den Vater finden wollen.
Und ich glaube, dass man über unser Leben eigentlich genau dasselbe sagen kann, was Jesus hier in den nächsten zwei Versen, Vers 23 und 24, über seine Jünger sagt. Da sagt er: Und er wandte sich zu den Jüngern allein und sprach: Glückselig die Augen, die sehen, was ihr seht. Glückselig die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Könige begehrt haben, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Jesus stellt sich hin und sagt: Hey, wisst ihr eigentlich, dass ihr total privilegierte Leute seid? Wisst ihr das eigentlich, ihr Jünger? Im 1. Petrusbrief, 1. Petrus 1,10-12, da schreibt Apostel Petrus: Im Hinblick auf diese Errettung, gemeint ist die Errettung, die wir erfahren durch den Glauben, suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten.
Im Alten Testament haben Propheten Weissagungen ausgesprochen im Hinblick auf das, was wir erlebt haben. Und natürlich haben sie darüber nachgedacht: Wie wird denn das werden? Und sie haben gesucht und geforscht. Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten.
Jesaja 53, das ist vielen von euch ein Begriff: ein Kapitel lang, wo im Alten Testament Jahrhunderte vor Jesus beschrieben wird, wie Jesus am Kreuz leiden würde, wofür er leiden würde, wie das alles gehen würde, bis ins kleinste Detail Dinge beschrieben. Könnt ihr euch vorstellen, wie Jesaja sich gefühlt hat? Du kriegst vom Geist Gottes eine Vision, schreibst Jesaja 53 auf, dass der Knecht Gottes, der Messias, leiden wird, und du denkst dir: Hm, was mache ich denn jetzt damit? Und natürlich kommt die Frage: Wann wird denn das sein? Wie wird denn das funktionieren? Und das Einzige, was Gott dir dann als Antwort gibt, ist: Das ist nicht deine Sache. Du schreibst das nicht für dich auf, du schreibst das für andere auf. Für die ist das.
Und die Jünger hier, das ist das, was Jesus ausdrücken möchte, leben in der Generation, die das erlebt, die plötzlich all diese Verheißungen Realität werden sieht. Ein Jünger, und sicherlich müssen die hier noch vielleicht ein Jahr oder zwei warten, bis sie alles dann gesehen haben, aber ein Jünger erlebt die Umsetzung von dem, was die Propheten vorhergesagt haben. Und wir doch auch, oder? Wir lesen doch auch Jesaja 53, davon, dass der Unschuldige für die Schuldigen stirbt, und wir haben doch sofort ein Kreuz vor Augen, wo das tatsächlich passiert. Wir wissen doch, was passiert.
Und Jesus sagt: Seid euch dieses Privilegs bitteschön bewusst! Im Alten Testament haben die Propheten, um ein Bild zu gebrauchen, so einen Trailer von einem Film gesehen, so ein paar Szenen angerissen, so einen Umriss bekommen von dem, was da kommt. Und wir leben mitten in der Uraufführung, mit Showprogramm. Wir kriegen alles mit, wir wissen, was läuft, wir haben wirklich den Durchblick.
Ich kann mich hinstellen und ich kann einem Menschen das Evangelium erklären, weil Gott mich dazu privilegiert, in einer Zeit zu leben, wo das, was früher verborgen war, geoffenbart ist.
Die innere Haltung des Dienens am Beispiel des barmherzigen Samariters
Und Jesus muss das seinen Jüngern deutlich machen. Wenn du ein Nachfolger Jesu Christi bist, dann sei dir darüber im Klaren.
Wir reden über Kosten. Ja, Nachfolge ist nicht einfach so. Nachfolge ist manchmal ganz schön tough, und manchmal macht sie Angst. Wenn du weißt: Ich muss jetzt hier ein Gespräch führen, vor dem ich mich fürchte. Ich muss einen Schritt gehen, der mir schwerfällt.
Aber auf der anderen Seite heißt Nachfolge auch Freude. Ich weiß mich sicher, ich weiß mich geliebt, ich weiß mich beschenkt. Ich darf ein absolutes Ausnahmeleben führen, wo das Böse, das um mich herum Menschen zu den schlimmsten Dingen anstachelt, keine Macht mehr über mich hat. Ich muss keine Angst mehr haben vor dem Tod. Ich habe schon ein Namensschild an meiner himmlischen Wohnung, muss ja nur noch einziehen. Aber das ist alles schon vorbereitet, und ich darf Gott erkennen und erleben. Das sind die Freuden.
Und die Gefahr, die ich so ein bisschen sehe, ist, dass wir bei all diesen Dingen sagen: Ja, ja, ja, ja, hm, okay, Freude. Aber dass wir nicht mehr die Zeit haben, so die ganze Wucht der Aussage an uns heranzulassen. Ich erlebe das, und ich habe jetzt natürlich im Urlaub ein bisschen darüber nachgedacht: Wo kommt das her, dass wir uns manchmal so schwer tun, uns zu verändern?
Und mein Eindruck ist: Unser Leben ist einfach zu voll. Wir werden mit so vielen Ansprüchen bombardiert, dass manchmal die Stille zur Veränderung fehlt. Die Stille, um so eine Aussage an mich heranzulassen, und zwar so tief an mich heranzulassen, dass sie nicht nur mal an der Oberfläche ist. Ja, und morgen wird die Oberfläche wieder abgespült, weil da der Nächste kommt, der irgendetwas von mir will. Sondern dass es tief eindringt. Dass diese tiefe Freude Ruhe braucht, Stille, Zeit. Und die will uns diese Welt eigentlich nicht geben.
Ich wünsche euch, darüber nachzudenken. Ich wünsche euch diese tiefe Freude: Hey, wir sind Kinder Gottes, nichts kann uns aus seiner Hand reißen, wow!
Das war der eine Punkt, die Freude. Aber ich habe noch einen zweiten, der ist ein bisschen kürzer. Da geht es um die Frage: Okay, ich soll mich also in der Nachfolge freuen, aber jetzt sag mal, die Motivation, was ist denn so die innere Einstellung, die mich da antreiben soll?
Und diese innere Einstellung möchte ich euch am Beispiel der nächsten Geschichte, der nächsten Begebenheit, vorstellen. Das ist so eine der Geschichten, wo ich ganz genau weiß: Alle Kindergottesdienste haben weitergemacht, ihr habt bestimmt schon tausendmal die Geschichte erzählt, und alle Kinder haben schon ein paar Bildchen ausgemalt oder ausgeschnitten oder Mobiles gebastelt. Und trotzdem möchte ich euch den barmherzigen Samariter vorstellen.
Barmherzigkeit als Antwort auf Gottes vorbereitete Werke
Der barmherzige Samariter. Und ich möchte einmal die Geschichte lesen. Ich möchte euch nur um eine einzige Sache dabei bitten: Ich möchte euch bitten, dass ihr mir den Vergleichspunkt hört. Jesus erzählt ein Gleichnis oder eine Geschichte, und diese Geschichte hat einen Vergleichspunkt. Damit möchte er eine Sache illustrieren. Hört doch einfach mal zu, welche Sache das ist.
Okay, ich lese mal vor: Der barmherzige Samariter.
Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf und versuchte ihn und sprach: Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz geschrieben? Wie liest du? Er aber antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst. Er sprach aber zu ihm: Du hast recht geantwortet. Tu dies, und du wirst leben.
Indem er aber sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Jesus aber erwiderte und sprach: Jetzt kommt die Geschichte vom barmherzigen Samariter.
Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auch auszogen und mit Schlägen versetzten und weggingen und ihn halb tot liegen ließen. Von ungefähr aber ging ein Priester jenen Weg hinab, und als er ihn sah, ging er an der entgegengesetzten Seite vorüber. Ebenso aber kam auch ein Levit, der an den Ort gelangte und sah ihn und an der entgegengesetzten Seite vorüberging. Aber ein Samariter, jetzt muss man eine Sache sagen: Samariter und Juden mögen sich nicht. Also, das ist schon ein bisschen eine heikle Geschichte. Aber ein Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin. Und als er ihn sah, wurde er innerlich bewegt. Und er trat hinzu und verband seine Wunden und goss Öl und Wein darauf. Und er setzte ihn auf sein eigenes Tier und führte ihn in eine Herberge und trug Sorge für ihn. Und am folgenden Morgen zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt und sprach: Trage Sorge für ihn, und was du noch dazu verwenden wirst, werde ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme.
Was meinst du, wer von diesen dreien der Nächste dessen gewesen ist, der unter die Räuber gefallen war? Er aber sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm übte. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin und handle ebenso.
Was ist der Vergleichspunkt? Warum erzählt Jesus diese Geschichte? Ich denke, wenn man das durchliest, kommt man relativ schnell an den Punkt. Der Punkt ist der, dass da jemand kommt und sagt: Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen? Und Jesus sagt: Halte die Gebote. Das sagt Jesus übrigens oft nicht, weil das funktioniert, sondern weil dieser Anspruch, den Gott aufbaut, wenn er sagt: Halte die Gebote, uns eigentlich auf die Knie bringen soll. Eigentlich sollten wir sagen: Das kann ich nicht. Und auf diese Weise sollen die Gebote Gottes wie so ein Führer sein, der uns zu Jesus hinführt und uns zeigen, dass wir eigentlich Sünder sind und als Sünder Erlösung brauchen.
Was er hier macht, ist kein Problem, alles gut. Er merkt aber, dass dieser Anspruch, seinen Nächsten zu lieben, in sich ein Problem birgt. Es gibt einfach zu viele davon. Überleg mal: Jeder, der mir auf der Straße begegnet, das ist ja wohl, das geht doch nicht. Und deswegen diese Frage: Wer ist mein Nächster? Der selbstgerechte Mensch, der alles tun möchte, muss diese Frage stellen: Wo ist bitteschön die Grenze? Kann ich mich wirklich um jeden kümmern? Das geht doch nicht.
Und deswegen sagt der Herr Jesus an der Stelle: Kein Problem, ich erkläre dir das gerne, und ich erzähle dir diese Geschichte. Und der Vergleichspunkt dieser Geschichte ist: Nicht wir suchen uns aus, wer die Nächsten sind, denen wir helfen, sondern Gott entscheidet, wem wir Nächster sind. Versteht ihr den Unterschied? Nicht ich sage: Euch mag ich, wenn ihr mal ein Problem habt, bin ich dabei. Und euch mag ich nicht, wenn ihr ein Problem habt, kümmert ihr mich nicht. Das ist das, wohin die Frage des Gesetzgelehrten geht: Darf ich mir aussuchen, wem ich helfe? Und Gott sagt: Nein, das darfst du nicht. Die Frage ist nicht, wer dein Nächster ist, sondern wem bist du Nächster, wenn du ganz normal dein Leben lebst.
Und wenn Gott dir ganz normal Leute über den Weg schickt, die in Not sind, dann sollst du helfen. Und der Punkt ist hier ein ganz wichtiger, denn die Frage ist: Mit welcher Motivation, mit welcher Einstellung leben wir Nachfolge? Wir sollen uns um Leute kümmern, aber was ist unsere Einstellung dabei? Und ich möchte das ein oder zweimal so sagen: Wir dienen nicht als Jünger Jesu, um uns die Liebe Gottes zu erarbeiten. Du kannst dir die Liebe Gottes nicht erarbeiten. Egal, was du im Dienst tust, Gott wird dich nie mehr lieben, als er dich schon geliebt hat und immer lieben wird.
Wir dienen nicht, um uns die Liebe Gottes zu erarbeiten. Wir dienen auch nicht, weil wir einen Helferkomplex haben und irgendwie immer geben, geben, geben, geben, ohne mal zu schauen, wer wir eigentlich sind. Wir dienen auch nicht aus Furcht davor, dass, wenn wir nicht dienen, Gott uns irgendwie bestrafen wird. Und wir dienen auch nicht aus einem Perfektionismus heraus. Das sind alles falsche Motivationen.
Aber, und jetzt komme ich zu einem Vers, der steht im Epheserbrief 2,10: Denn wir sind sein Gebilde, wörtlich sein Kunstwerk, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Das ist wieder dieser Gedanke: Nicht ich suche mir aus, wer ist denn mein Nächster, sondern ich gehe mit offenen Augen als ein Jünger Jesu durch die Welt. Und da, wo ich im Gebüsch, im Gestrüpp jemanden blutend liegen sehe und merke, ich habe die Möglichkeiten, ihm zu helfen – das ist wichtig, ich habe die Möglichkeiten, ihm zu helfen –, da gehe ich hin und helfe ihm und werde ihm Nächster.
Ich bin bereit. Wir sind sein Gebilde. Ich bin Gottes Gebilde in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die er zuvor bereitet hat. Merk dir das: Nicht ich muss mir immer die Frage stellen, ist das genug und was kann ich noch und wo. Du kannst dich tot machen mit den Sorgen und Nöten dieser Welt. Du kannst dich überladen, und das ist nicht das, was Gott will. Gott möchte, dass du ein Leben führst aus der inneren Überzeugung heraus: Gott hat gute Werke vorbereitet, und Gott betraut mich mit bestimmten Aufgaben, wo er mir auch vorher die Mittel dafür in die Hand gibt und die Augen dafür öffnet. Und dann darf ich an der Stelle aus der Kraft, die Gott darreicht, das Werk, das Gott vorbereitet hat, zu seiner Ehre tun.
Das ist das, worum es hier geht. Und ich finde das wichtig.
Praktische Ausrichtung für die kommende Woche
Und wenn ich euch zwei Anwendungen mitgeben möchte für die kommende Woche, dann sind es diese zwei Seiten.
Auf der einen Seite: Freu dich. Diese Ausgewogenheit in der Nachfolge ist eine Herausforderung. Vielleicht siehst du Dinge, vor denen du dich in der nächsten Woche fürchtest. Vielleicht hast du einzelne Elemente in deinem Leben, ein Gespräch, das du führen musst. Oder vielleicht etwas, wo du merkst: Oh, das kommt immer wieder als Versuchung, und ich habe jetzt schon Angst, ob ich wieder fallen werde. Oder irgendetwas, wo du merkst: Das ist die Herausforderung.
Aber dann möchte ich sagen: Sei ausgewogen, vergiss die Freude nicht. Und wenn du merkst, Freude ist nicht in meinem Leben drin, dann ist nächste Woche wirklich Zeit, an der Stelle nachzulegen. Dann ist es Zeit, ein Fundament zu legen und zu sagen: Ich muss lernen, mich zu freuen.
Wir sind da so unterschiedlich. Der eine ist wie David, der vor der Bundeslade tanzt und ganz in seinem Element ist. Und der andere ist vielleicht eher so wie ich. Ich freue mich total, wenn ich einfach auf einem Liegestuhl in der Sonne liegen kann. Ja, ich muss nicht tanzen, ich kann mich aber an der Stelle sehr gut freuen. Wir sind da unterschiedlich. Aber freu dich. Lass das einmal an dich heran, dass du wirklich von dieser Freude durchdrungen wirst.
Und das Zweite ist: Geh mit offenen Augen durch diese Welt. Wir sind berufen zum Dienst an Menschen, auch an den schwierigen. Der Samariter hat sich den Juden nicht ausgesucht. Er ist nicht losgezogen, um noch einmal zu schauen, wo im Gebüsch ein Jude liegt. Das war nicht seine Sache, es ist ihm passiert. Wir sind zum Dienst berufen, aber wir müssen nicht die ganze Welt auf unsere Schultern legen, sondern die, die Gott uns gibt. Und da dürfen wir mit offenen Augen hinschauen, und da dürfen wir helfen.
Also mein Tipp für euch für nächste Woche: Kosten und Freuden sauber gegeneinander abwägen. Und der Schwerpunkt war heute: freudig, mal bewusst. Und der zweite Punkt: Hilf, wo du eine Hilfe sein kannst.
Und dann wird Nachfolge für dich in dieser Ausgewogenheit etwas Lebbares, total Spannendes und Erfüllendes. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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