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Die Auferweckung des Lazarus – Teil 7

Jesu Leben und Lehre, Teil 607/691
26.08.2025Johannes 11,40-44
SERIE - Teil 607 / 691Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Szene der Auferweckung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 606
Die Auferweckung des Lazarus – Teil sieben

Wir waren stehen geblieben bei den Worten, die Jesus zu Martha spricht, als sie darauf hinweist, dass Lazarus schon vier Tage tot ist und bereits riecht (Johannes 11,40).

Jesus sagt zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?“

Jesus spricht das aus, aber Johannes berichtet uns von keinem weiteren Gespräch zwischen den beiden über dieses Thema.

Es kann natürlich sein, dass Johannes genau dieses Gespräch nicht erwähnt hat.

Ich habe jedoch eine andere Theorie, die mit dem Ablauf der Ereignisse zu tun hat.

Die Bedeutung der Herrlichkeit Gottes im Kontext der Krankheit

Inhaltlich nimmt Jesus hier Bezug auf Johannes 11, Vers 4, wo er auf die Nachricht von der Erkrankung des Lazarus antwortet:

 Johannes 11,4: „Als aber Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.“

Hier haben wir das Thema „Herrlichkeit Gottes“. Die Frage ist: Zu wem spricht Jesus? Die Antwort lautet: mindestens zu dem Boten, den die Schwestern mit der Nachricht von der schweren Erkrankung ihres Bruders zu ihm geschickt hatten.

Der Bote kommt an und sagt: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.“ Jesus antwortet: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.“

Das ist die Antwort, mit der der Bote zu Martha und Maria nach Hause zurückkehrt.

Es ist leider nicht ganz einfach, den genauen zeitlichen Ablauf zu rekonstruieren. Da sowohl Martha als auch Maria Jesus daraufhin ansprechen, dass er Lazarus hätte retten können, gehe ich davon aus, dass der Bote zurückkehrt, als Lazarus noch nicht gestorben war.

Der Bote kommt, und damit wird klar: Jesus hätte auch kommen können, aber er kam nicht. Schlimmer noch, der Rabbi ist nicht da. Alle warten darauf, dass die Krankheit nicht zum Tode führt, und trotzdem stirbt Lazarus.

Vielleicht verstehen wir jetzt besser den leicht frustriert fragenden Ton bei den Schwestern und bei den anderen Weinenden.

Wie passt das zusammen, dass Jesus einerseits weint, weil er Lazarus wirklich lieb hatte, und andererseits nicht gleich loszieht, als er von dessen schwerer Erkrankung hört? Stattdessen spricht er davon, dass die Krankheit nicht zum Tode ist.

Diese Spannung liegt über der Auferweckung des Lazarus.

Vertrauen als Antwort auf Gottes Verheißungen

Mir geht es jetzt darum, dass der Bote den Schwestern die Botschaft bringt: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern geschieht um der Herrlichkeit Gottes willen. Dadurch soll der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werden.

Die Frage ist: Was muss ich tun, wenn Gott mir eine Verheißung gibt, ich aber nicht erlebe, dass sie sich erfüllt – zumindest nicht so, wie ich es erwartet hätte? Die Antwort ist ganz einfach: Ich muss vertrauen. Das ist ein sehr wichtiges geistliches Prinzip. Gott lügt mich nie an. Die einzig richtige Antwort auf seine Verheißungen ist Glauben.

Das gilt immer. Es gilt für uns, wenn wir darauf warten, dass Jesus wiederkommt und ihm vertrauen, dass er unsere Gebete erhört. Oder wenn wir davon lesen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Die einzige richtige Antwort auf Gottes Verheißungen ist Glauben.

Wie gesagt, das gilt für uns, aber auch für Martha. In Johannes 11,40 sagt Jesus zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ Ja, irgendwie hat er ihr das ausrichten lassen. Vielleicht nicht so direkt, wie wir es uns wünschen würden, aber das ist typisch für Gott.

Er steckt uns in Situationen, in denen wir vertrauen müssen, damit unser Glaube wächst. Vertrauen basiert auf dem, was ich weiß, aber es wächst dadurch, dass ich konkrete Schritte des Vertrauens gehe. Diese Schritte haben natürlich nur dann etwas mit Vertrauen zu tun, wenn ich nicht schon alles weiß und das Ergebnis vor mir sehe. Irgendwie klar, oder?

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Ich glaube, dass viel mehr Leute wussten, was Jesus durch den Boten den Schwestern hatte ausrichten lassen. Denn wenn wir weiterlesen, geht es ihm nicht nur um den Glauben der Maria.

Die öffentliche Wirkung des Glaubens und das Gebet Jesu

 Johannes 11,41-42: Sie nahmen nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst. Doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“

Hier steht es also: Damit sie glauben. Aber was genau sollen sie glauben? Dass der Vater den Sohn gesandt hat. Und was tut Jesus, damit die Volksmenge an ihn glaubt? Er betet.

Jesus stellt sich hin, hebt die Augen empor und dankt Gott. Er dankt Gott, obwohl er weiß, dass Gott ihn allezeit erhört. Es ist für die Leute um ihn herum, dass er auf diese Weise Gott sichtbar die Ehre gibt.

Der Stein ist also weg, Jesus dankt dem Vater, und das Ziel ist Glaube. Woran sollen sie glauben? Daran, dass Jesus ein von Gott Gesandter ist. Aber woran sollen sie das erkennen?

Meine Antwort wäre: Sie sollen sich an das erinnern, was Jesus den Schwestern hatte ausrichten lassen. Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.

Sie sollen diese Verheißung mit dem verbinden, was sie jetzt erleben, und dann eine tiefe Begeisterung für einen Rabbi entwickeln, der vermeintlich zu spät kommt, um sich dann aber als Herr über den Tod zu offenbaren.

Die Auferweckung als Zeichen göttlicher Macht

 Johannes 11, Verse 43 und 44: Als Jesus dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“

Der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch bedeckt. Jesus sprach zu ihnen: „Macht ihn frei und lasst ihn gehen.“

Mit lauter Stimme ruft Jesus Lazarus aus den Toten. Doch dieser kommt immer noch in den Grabtüchern gewickelt heraus. Sehen kann er auch nicht wirklich viel, weil sein Gesicht noch mit einem Schweißtuch bedeckt ist.

Was für ein Anblick! Es ist völlig logisch, dass Jesus sagt: „Macht ihn frei und lasst ihn gehen.“ Diese Szene ist herrlich skurril und leicht makaber. Ein Toter kommt aus der Gruft, blinzelt ins Sonnenlicht und muss sich erst daran gewöhnen, wieder unter den Lebenden zu sein. Er fällt seinen Schwestern in die Arme – ein Zeichen Gottes für alle, die dabei stehen.

Mir persönlich tut Lazarus immer leid. Er war am Ziel, bei Gott angekommen, und muss jetzt wieder leben und erneut sterben.

Die Offenbarung von Gottes Herrlichkeit durch Vertrauen

Lasst uns das gut verstehen: Gott offenbart seine Herrlichkeit in dieser Welt durch Menschen, die bereit sind, ihm in allen Situationen zu vertrauen.

Hier sind es die Schwestern, die tagelang trauern und sich dabei die Frage stellen, warum Jesus nicht gekommen ist. Es ist aber auch Lazarus, der sich in einem gebrechlichen Körper wiederfindet und damit rechnen muss, dass er in naher Zukunft erneut einer Krankheit oder sogar einem Mordanschlag zum Opfer fallen könnte.

Gott offenbart seine Herrlichkeit in dieser Welt durch Menschen, die bereit sind, ihm in allen Situationen zu vertrauen. Lasst uns solche Menschen sein.

Abschluss und Einladung zum Nachdenken

Was könntest du jetzt tun? Frage dich, wo du Gefahr läufst, Gott zu misstrauen. Was müsste passieren, damit du seine Güte und Weisheit in Frage stellst?

Das war es für heute. Wenn du möchtest, klicke auf meinem YouTube-Kanal auf die Glocke.

Der Herr segne dich, lasse dich von seiner Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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