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Ein Leben auf festem Grund

21.06.1981
Babel baut Großes – und bleibt doch leer. Abraham wagt den Aufbruch, weil Gottes Ruf mehr trägt als Sicherheit, Besitz und eigene Pläne.

Der Ruf Gottes und der Aufbruch aus Babel

 1. Mose 12 ganz am Anfang der Bibel, die Verse 1 und 2: Und der Herr sprach zu Abraham: Gehe aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
Herr, mach uns dein Wort groß und wichtig. Amen.
Diesen Abschnitt, den wir da eben gelesen haben, der hat ja eine Vorgeschichte. Und da wird erzählt von den großen Leistungen der Menschheit. Es sind gewaltige Errungenschaften, die man bestaunen kann. Damals kamen die Menschen zusammen und planten groß. Und aus den vielen Konferenzen ist der Gedanke entstanden: Wir wollen eine Stadt bauen. Der erste große Entschluss der Menschen nach der Schöpfung.
Diese Stadt soll all das verkörpern, was der Mensch kann. Bis heute übt ja eine Stadt eine große Anziehungskraft aus. Ein rechter Stuttgarter ist auch stolz auf seine Stadt: Wir in Stuttgart, was wir alles haben, was es da gibt. Das war nicht anders in Babel. Wir wollen uns einen Namen machen, und diese Stadt soll leuchten. Und darum soll sie einen Turm haben, und dieser Turm soll alles in den Schatten stellen, was bisher da war.
Und dann gehen sie ans Werk und bauen diese Stadt. Und am Ende sind sie in dieser Stadt beieinander und verstehen einander nicht mehr. Sie wohnen im gleichen Treppenhaus, im gleichen Wohnhaus, und wissen nicht mehr voneinander. Sie sind einsame Menschen geworden, und sie können nicht mehr miteinander reden.
Das stimmt: Sie haben eine große Leistung geschafft. Aber das, was sie gebaut haben, steht seitdem als ein Trümmerstück da. So wie wir manchmal durch unsere modernen Städte gehen und denken: Sind es eigentlich große Errungenschaften, oder sind es vielleicht sogar unheimliche Städte geworden, lebensfeindliche Städte?
Da bricht die Bibel einfach ab. Sie macht da nicht weiter an diesem Punkt, sondern da schlägt die Bibel ein neues Thema an. Und Gott, was macht er jetzt? Er sprach mit Abraham.

Ein neues Handeln Gottes beginnt

Und jetzt wird es interessant. Jetzt fängt Gott an. Jetzt haben wir gerade gesehen, was Menschen können. Jetzt fängt Gott an zu handeln und spricht mit einem einzelnen Menschen, der da in Ur in Chaldäa lebt, und redet mit ihm.
Das müsst ihr in eurem Leben begreifen, denn darum dreht sich die ganze Bibel: Da ruft euch der lebendige Gott. Er hat ein Wort an euch, er hat einen Plan mit euch.
Und jetzt wird erzählt: Ein einzelner Mensch, der sich für den Ruf Gottes öffnet, der wird plötzlich in die Weite geführt. Da beginnt plötzlich ein großes und wichtiges Leben. Da wird etwas Neues von Gott begonnen, das wirklich Wert und Bedeutung hat.
Ich denke, ihr als junge Leute habt auch die Sehnsucht: Ich will mit meinem Leben einmal etwas Wertvolles, etwas Wichtiges, etwas Großes machen. Darum wollen wir heute über diese Sache nachdenken, wenn Gott in unser Leben hineinspricht.

Ein Leben, das alles verändert

Zuerst will ich sagen: Es ist ein ganz großes Leben, ein ganz großes Leben.
Vielleicht denkt ihr übrigens: Was predigt er heute Morgen von Abraham? Was ist das schon für mich? Ich habe andere Pläne.
Seine Freunde haben ihm bestimmt mitleidig nachgeblickt und gedacht: Armer Abraham, du bist ein armer Tropf, eigentlich bist du ja ein Dummkopf. Du gibst alles auf, was du hast.
Er hat eine gesicherte Existenz gehabt in Ur in Chaldäa. Wahrscheinlich hat er dort auch Grundbesitz gehabt, einen Hof, von dem er sehr gut gelebt hat und wo er auch zu Wohlstand kommen konnte. Und er hatte dort seine Freunde, mit denen er zusammenlebte. Das war seine Welt, die ihn bewegte.
Und dort in Ur in Chaldäa bricht er plötzlich aus. Er lässt alles liegen, verkauft seinen Hausrat, nimmt ein paar Reisetiere mit, seine Frau, ein Neffe geht noch mit. Und dann geht er weg von Ur in Chaldäa.
Ach, die Leute dachten: Mensch, du bist doch ein dummer Mann, Abraham. Wie kannst du unsere Welt hier aufgeben? Wir haben doch alles. Wo gehst du eigentlich hin?
Und dann erzählt ihnen Abraham: Ich gehe mit Gott.
Ja, aber wo hast du denn Gott? Gott hat zu mir gesprochen.
Ist das alles, was du hast? Ach, Abraham, warum hörst du auf die Stimme Gottes? Viele Leute werden sagen: Das ist doch heute für unsere Zeit nichts, wonach man sich richten kann. Was hat das für uns heute zu tun?
Abraham hätte sich ja einfach taub stellen können und sagen können: Ich will das nicht hören, was Gott mir sagt. Aber Abraham hört die Stimme Gottes und bricht auf, weil er merkt: Das Größte, was einem Menschen je begegnen kann, ist, dass Gott etwas mit ihm machen will.
Und davon spricht die Bibel, dass Gott aus eurem Jugendleben etwas Großes machen will, dass Gott Pläne hat. Und es kommt immer so, dass Gott hineinredet in unsere Aufgaben, in denen wir stehen, und wir plötzlich merken: Halt! Das ist ja ganz anders, wohin Gott mich führt. Da muss ich mich ja lösen aus meiner alten Denkungsart und aus dem, wo ich bisher war mit meinen Gedanken.
Ich bitte dich nur: Wenn Gott dich ruft, dann brich auf. Dann lass das Alte nur liegen und geh mit ihm.
Das Schlimmste ist, wenn man den Ruf Gottes versäumt. Man kann in diesem Leben zu viel Wohlstand kommen, und man kann große Positionen erklimmen. Aber wenn man den Ruf Gottes versäumt hat, ist ein Leben umsonst gelebt. Alles andere ist umsonst.
Du kannst noch so viele Erfolge aufweisen: Wenn du das Rufen Gottes versäumst, war alles umsonst.
Das war Abraham so wichtig: Wenn Gott etwas von mir will, dann will ich Ja sagen.
Wenn du fragst: Was will denn Gott von mir? Lies mal in der Bibel. Gott spricht ganz genau in dein Leben hinein, heute.
Und ich bin froh, dass es Jesus noch einmal so klargestellt hat, wenn er Menschen zum Glauben aufgerufen hat. Da ging es nie darum, ob sie sich vorstellen können, ob es einen Gott gibt, ob du es dir vorstellen kannst oder nicht: Komm und folge mir nach.
Gott will doch, dass du dein Leben nicht nach deinem Kopf lebst, nach deinen Gedanken und Plänen und Wünschen und Vorstellungen und Sehnsüchten, sondern der heilige Gott, der dich geschaffen hat, sagt: Komm und folge mir.
Und einer derer, die mit Jesus gezogen waren, hat es später ganz glücklich von sich gesagt: Keiner von uns lebt für sich selbst, keiner von uns stirbt für sich selbst. Wir leben und wir sterben für den Herrn. Mit allem, was wir tun, wollen wir doch für ihn leben.
Der Abraham hätte ein Kleinbürger in Ur in Chaldäa bleiben können und hätte dort seinen Garten bewirtschaftet und wäre seinen Berufsaufgaben nachgegangen. Und er hätte das eine versäumt: Gott will etwas aus meinem Leben machen.
Ich finde das so typisch, wie Abraham gar nicht lange nach seinen Gefühlen fragt. Hat er Lust dazu? Das ist gar nicht interessant, sondern der Ruf kommt drängend und bestimmt von Gott: Komm, ich will dich in ein Land führen.

Gottes Zusage als einzige Sicherheit

Warum ist das dann groß? Weil Gott Pläne hat mit dem Leben dieses Abraham. Wir haben gerade gesehen, was Menschen können, wie sie diese Stadt Babel bauen, eine mächtige und große Stadt, wie sie diesen Turm errichten, den ja Archäologen noch ausgegraben haben aus dem wüsten Sand.
Aber jetzt kommt das, was Gott macht. Und da wird es deutlich: Ein kleines Menschenleben nimmt er in seinen Dienst. Er legt seine Spuren hinein in das Leben Abrahams. Er fängt an zu handeln, und das ist so groß, so mächtig, so gewaltig, dass es den ganzen Bau von Babel in den Schatten stellt. Das, was Gott jetzt beginnt, ist viel gewaltiger und viel größer.
Ein sterblicher Mensch wird von Gott gebraucht, um seine großen Pläne zu verwirklichen. Das Größte, was man von eurem Leben einmal sagen kann, ist das. Ich weiß nicht, ob du heute überhaupt den Kopf dazu hast, um das zu verstehen. Ich merke, wie es manchen von euch richtig schwerfällt, sogar bloß ein paar Minuten stillzusitzen und zu hören, ohne zu reden, sogar in einer Kirche.
Dass Gott euch ruft und aus dem Leben eines dreizehnjährigen Mädchens etwas macht, was einmal noch in der Ewigkeit Gottes wichtig und bedeutsam ist, dass es um dieses eine Ziel geht, um nichts anderes, dass Gott etwas durch kleine Leute machen kann, was größer ist als das Tollste, was Menschen auf dieser Welt erbaut haben. Und darum reden wir ja von diesem Abraham, weil er uns zum Vorbild wird. Wir dürfen in seine Fußstapfen hineintreten. Gott will etwas Großes machen aus deinem Leben.
Die größten Ziele, die du dir setzen kannst mit deinen Gedanken, sind mir viel zu klein. Du kannst sagen: Ich will Professor werden, oder ich will reich werden, in einem schicken Wagen fahren, ich will Geld haben, ein Haus bauen. Das ist mir doch zu wenig. Wenn dein Leben nicht etwas Großes wirkt für die Sache Gottes, ist es vergeblich gelebt.
Ein großes Leben, das war das Erste.
Zweitens: eine große Sicherheit. Die Freunde von dem Abraham dachten sicher: Mensch, der hat ja gar nichts. Wenn der da als Beduine durch die Wüste zieht, was nimmt er denn eigentlich mit? Worauf verlässt er sich? Er hat nur das Wort Gottes gehört.
Für viele Leute heute ist ja auch das Reden Gottes in der Bibel so etwas Unbestimmtes. Sie denken, so genau wird es ja doch nicht stimmen. Das ist eine alte Methode, um sich das Reden Gottes fernzuhalten und zu sagen: Es geht mich nichts an.
Aber dieser Abraham sagt umgekehrt: Ich gebe gern mein Haus auf, meinen Arbeitsplatz, meine Freundschaft und meine Verwandtschaft. Das ist für mich keine Sicherheit. Die einzige Sicherheit, auf die ich mich verlassen kann, ist das, was Gott sagt. Und wenn Gott sagt: Ich will mit dir sein, dann sagt der Abraham: Dann bin ich ja mit mir.
Oh, lassen Sie doch ein bisschen Luft, die brauchen wir. Auch wir brauchen Sauerstoff hier drin, jawohl, das tut uns gut. Diese Sicherheit, ich habe immer nur Angst bei so vielen Menschen, dass wir hier irgendwo nicht mehr genügend Luft bekommen. Dass Gott uns eine Sicherheit gibt: Ich will mit dir sein. Eine ganz feste und verlässliche Zusage. Ich will mit dir sein, und daran kannst du dich halten.
In schweren Stunden werden dich deine Freunde verlassen. Und wenn du sagst, ich habe gemeint, ich könnte auf seine Treue bauen, nein. Alles Große in der Welt ist auch nicht verlässlich. Andere sagen: Ich habe auf Geld gebaut, ich habe auf den Frieden gebaut, ich habe auf das Wort von Menschen gebaut, ich habe gemeint, das geht weiter, die Gesundheit sei mir garantiert.
Du, es gibt nichts Verlässliches als das eine, dass der lebendige Gott dir seinen Beistand verspricht: Ich bin bei dir. Auf dieses Wort kannst du bauen. Und dann kannst du selbst in dunkelsten Stunden wissen: Ich bin nicht allein, er ist bei mir.
Aber dazu muss man mit ihm gehen. Es sind viele Menschen, die sind von Gott weggelaufen, die müssen umkehren und zurück zu ihm. Da steht über dem Abraham die große Ankündigung Gottes: Ich, Abraham, will mit dir sein.
Und ich wollte, dass ihr mit eurer Bibel dieses Rufen Gottes versteht. Und ich wollte jetzt noch einmal eure Namen alle einsetzen und ihre Namen einsetzen, wenn Gott diese Ankündigung heute bei ihnen wahrmacht: Ich will mit dir sein. Dann will er ihr Leben füllen. Ich will dich segnen. Wenn Gott seine Hand auf sie legt, ist es ihm nicht gleichgültig, was sie tun und schaffen. Er meint sie. Er will durch sie wirken, heute in der Welt. Komm doch und gib das Leben in deine Hand.
Man muss einmal noch nachdenken über diesen Abraham, um das richtig zu haben: Dass Gott bei ihm ist, war ja notwendig, dass er das andere loslässt. Das muss man genau verstehen. Ist das eigentlich böse, wenn man sich an seiner Freundschaft freut oder gerne zu Hause ist und seiner Familie? Das musste ja Abraham alles aufgeben. Das ist bestimmt nicht böse. Aber es gibt Augenblicke in unserem Leben, wo Gott ganz konkrete Zeichen fordert der Treue. Und das weiß jeder Bibelleser und jeder, der die Schritte im Glauben geht.

Entscheidung, Gehorsam und die Verheißung für die Zukunft

Ihr lieben Konfirmanden, das ist auch der Grund, warum viele Menschen nicht glauben können. Nicht, weil sie Verstandesprobleme mit Gott haben, sondern weil sie in gewissen Entscheidungen nicht Gott folgen können. Das ist eine ganz schlimme Not unseres Lebens.
Gott will ja unser Leben bestimmen. Er will, dass wir von der Lüge lassen. Er will, dass wir unsere Eltern ehren. Er will, dass wir kein unrechtes Ding drehen im Leben. Gott hat ganz bestimmte Pläne mit uns. Gott will, dass wir voll Freude und Liebe sind, voll Güte und Geduld.
Da hat Gott Pläne, und viele können nicht glauben, weil sie in ihrem Leben in einer konkreten Entscheidung nicht loslassen können. Und es gibt viele Dinge, die uns im Leben oft wichtiger sind, so dass wir einfach vor lauter fehlender Zeit gar keinen Raum haben, um Gott folgen zu können.
Da muss uns dieser Abraham ganz groß werden, wie er eine mutige Entscheidung fällt und sagt: Ich will es auf eine Waage legen. Auf der einen Seite lege ich all das hin, was ich habe in meinem Leben in Ur in Chaldea: meine Freunde, meine Häuslichkeit und die schöne Umgebung, in der ich lebe, und die netten Menschen um mich her. Und auf die andere Seite der Waage legt er: Gott ruft, und Gott will etwas aus meinem Leben machen.
Und dann sagt Abraham: Das eine ist doch viel gewichtiger, viel größer! Wie will ich an dem kleinen Zeug hängen, das mir doch nichts bringt, wenn ich auf der anderen Seite das andere Große fassen kann, dass Gott etwas aus meinem Leben machen kann? Das ist Sicherheit.
Und noch das Dritte: Gott macht gewiss, Gott macht groß und tüchtig. Der Abraham war gar kein großer Mann von seiner Herkunft her, er war ein Mensch wie wir. Ein schwacher Mensch. Aber das, was in Abraham so wichtig für uns wird, was wir von ihm lernen können, ist sein Glaube.
Und da muss man genau bei diesem Abraham hinsehen. Er vertraut Gott und er gehorcht. Für ihn bedeutet das Vertrauen zu Gott gleichzeitig, dass er dies auch in seinem Leben zur Durchsetzung bringt. Und darum ist Abraham plötzlich ein ganz Großer. Wo einer sich so Gott hingibt, da kann Gott aus seinem Leben etwas Wichtiges machen.
Dieser Abraham hat das erlebt, dass Gott ihn gebraucht hat mit einer wichtigen Bedeutung für viele andere Menschen. Er wurde zum Stammvater des Volkes Israel, er wurde der Begründer der großen Heilspläne Gottes.
Ich bin der Meinung, dass in eurem Leben genau dasselbe geschehen kann. Ich weiß nicht, wo Gott mit euch hinaus will, aber wenn einer von euch heute beginnt und sagt: Herr, du rufst mich, ich will mich für dich öffnen, ich vertraue dir und ich gehorche dir, dann kann Gott in seinem Leben dies verwirklichen, was heißt: segnen. Dass da die heimliche, wirkende Hand Gottes mit drin im Spiel ist.
Wir fangen ein paar Dinge an, und Gott sagt Ja dazu. Und Gott lässt gelingen, und Gott schenkt offene Türen, und Gott schenkt uns Durchsetzungsvermögen, und wir dürfen in dieser Welt etwas aufbauen.
Man spricht heute viel davon, dass junge Menschen resignieren und keinen Mut mehr haben, sie haben Angst vor der Zukunft. Ich hätte auch Angst vor einer Zukunft ohne Gott. Was soll die Zukunft uns auch bringen können? Ich habe nur einen Grund, dass ich jungen Menschen sagen kann: Ihr habt ein reiches und großes Leben vor euch, wenn ihr den Ruf Gottes annehmt, wenn ich mit euch sein will und wenn ihr vertraut und gehorcht.
Es wurde zu Abraham gesagt: Ich will dich in ein Land führen, das ich dir zeigen will. Abraham musste Jahrzehnte warten, bis er das gesehen hat. Das kann uns manchmal schwer werden, bis wir die Erfüllung der großen Ankündigungen Gottes erleben. Er lief durch die Wüste, und immer hat nur die Wüste ihn so angesehen: Hat Gott mich eigentlich reingelegt?
Das sind Anfechtungen, die einem sehr zu schaffen machen können, und Glaubende leiden darunter. Und Abraham hat fast nichts gesehen von der Erfüllung. Von einem großen Volk hat er überhaupt nichts gesehen, nur einen Sohn hat er gehabt im Alter, und das hat ihm Gott noch schier aus der Hand gewunden.
Der Glaube lebt nicht vom Schauen, und der Glaube lebt auch nicht von den Erfahrungen. Das mag wohl sein, dass wir im Leben lange warten und suchen nach der Bestätigung der großen Zusagen Gottes, aber das war ja gar nicht wichtig.
Wenn heute Abraham aus der Ewigkeit zurückblickt auf sein Leben, dann sieht er, was Gott aus ihm gemacht hat. Nur das ist wichtig, dass Sie einmal sagen können: Mein Leben war nicht vergeblich gelebt.
Ich denke an einen Mann, der mir einmal sehr traurig gesagt hat: Ich habe zehn Jahre meines Lebens vergeudet. Er meint, er hat zehn Jahre diesen Ruf Gottes einfach vergessen. Er hat sich hineingestürzt in seine Arbeit und geschafft wie ein Wilder und vergessen, dass Gott einen Plan hat. Erst dann ist er umgekehrt.
Bleiben Sie nicht stehen über dem Schmerz des Vergeudeten, sondern ergreifen Sie heute das, was angeboten ist. Das ist so verlässlich, so verlässlich, dass Gott sogar seinen Sohn dafür opfern kann und sagt: Das gilt für dich! Ich stehe ein, mit dir will ich sein, und wenn deine Schuld gen Himmel schreit, ich will dennoch mit dir sein.
Gott kann heute in diesem Augenblick Neues beginnen, wo ein Mensch hört und sagt: Ja, Herr, ich habe es verstanden, du meinst mich, und du willst mit mir ein neues Leben beginnen. Ich danke dir, und ich danke dir, dass du das Neue möglich machst, indem du das Alte zuschüttest. Ich will das hören, und ich will nur deiner Führung nachgehen. Ich will etwas Großes erleben.
Liebe Konfirmanden, wenn wir euch die Bibel in die Hand gegeben haben, es liegt an dir, ob du hörst, was Gott zu dir sagt, und ob du begreifst, dass Gott dich meint. Amen!