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Apostel als Richter

Jesu Leben und Lehre, Teil 644/697
24.11.2025Matthäus 19,27-28
SERIE - Teil 644 / 697Jesu Leben und Lehre

Einleitung und Fragestellung

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 644: Apostel als Richter.

Petrus fragt nach: Was wird uns nun werden? Aufgeschreckt durch das, was Jesus über reiche Menschen sagt und wie schwer sie es haben, ins Reich Gottes zu kommen, will er wissen, wie es um ihn und die anderen Jünger steht.

Was wird uns nun werden? Matthäus überliefert uns eine Antwort, die für mich zu den schwierigen Texten des Neuen Testaments gehört. Fühlt euch also bitte frei, mir in meiner Auslegung zu widersprechen, tut es aber bitte auf eine liebe Weise.

Die bildhafte Beschreibung der zukünftigen Herrschaft

 Matthäus 19,28: Jesus aber sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Fangen wir einfach an. Es handelt sich hier um eine bildhafte Beschreibung zukünftiger Herrschaft. Der Ausdruck „auf Thronen sitzen“ ist im biblischen Sprachgebrauch ein eindeutiges Bild für Herrschaftsausübung.

Dass hier von zwölf Aposteln die Rede ist, obwohl Jesus wusste, dass Judas ihn verraten würde, deutet darauf hin, dass die zwölf repräsentativ zu verstehen sind. Sie stehen für die Treuen unter den Nachfolgern Jesu, für die, die alles verlassen haben, um Jesus nachzufolgen.

Ich sehe deshalb hier eine große Parallele zu 2. Timotheus 2,11-12. Dort lesen wir: Das Wort ist gewiss, denn wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben. Wenn wir ausharren, werden wir auch mitherrschen. Erst ausharren und dann mitherrschen.

Die Verheißung an die Überwinder

Frage: Wer ist damit gemeint?

Antwort: Es sind die Überwinder. Jesus verheißt den Überwindern, dass sie mit ihm zusammen herrschen werden.

In Offenbarung 2,26-28 heißt es: „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben. Er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe.“ Wer ein Überwinderleben führt, wird mit Jesus über die Nationen herrschen.

Das Bild vom eisernen Stab und den Töpfergefäßen stammt direkt aus Psalm 2, wo die messianische Herrschaft beschrieben wird. In Psalm 2,8-9 spricht Gott der Vater zum Sohn: „Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben und zu deinem Besitz die Enden der Erde. Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißt.“

Hier beschreibt der Psalmist die Herrschaft, die der Herr Jesus nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt vom Vater erhält. Wer das Thema vertiefen möchte, kann Psalm 110 lesen.

Wichtig ist nur: Jesus verheißt den Überwindern, dass auch sie nach ihrem irdischen Leben mit ihm über die Nationen herrschen werden. In Offenbarung 3,21 steht: „Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“

Die Überwinder werden also zusammen mit Jesus herrschen, so wie Jesus zusammen mit dem Vater herrscht.

Die Herrschaft der Überwinder und das Gericht

Diese Herrschaft der Überwinder findet ihr Ende und, wie ich finde, ihren Höhepunkt im Gericht über die Welt und die Engel.

 1. Korinther 6,2-3: „Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr dann nicht würdig, über die geringsten Dinge zu richten? Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden, wie viel mehr über Alltägliches?“

Wenn ich Jesus richtig verstehe, dann bezieht sich seine Verheißung an die Jünger genau auf diesen Moment. Wenn sie die Menschen richten werden, die nicht geglaubt und ihr Zeugnis abgelehnt haben, bleibt die Frage, wann das alles stattfindet.

Jesus formuliert dies im Zusammenhang mit der Wiedergeburt.

Bedeutung der Wiedergeburt im Gerichtskontext

 Matthäus 19,28: Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet auch in der Wiedergeburt sitzen. Wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzt, wird er auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Wann wird das sein? Es wird in der Wiedergeburt sein. Der Moment wird dadurch gekennzeichnet sein, dass der Sohn des Menschen, also Jesus, auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzt.

Wir wissen jetzt, dass die Herrschaft des Sohnes ein Ziel hat. Er herrscht, um sein Reich dem Vater zu übergeben (1. Korinther 15,24-25). Das Ende ist erreicht, wenn Jesus das Reich Gott, dem Vater, übergibt. Dann sind alle Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt, denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.

Da Jesus selbst der Richter der Welt ist, endet seine Herrschaft mit dem Jüngsten Gericht. Dann sind alle seine Feinde besiegt. Wie es in 1. Korinther 15,26 heißt: Als letzter Feind wird der Tod weggetan.

Der Sohn herrscht, damit der Vater verherrlicht wird. Oder, wie Paulus es ausdrückt, damit Gott, der Vater, alles in allem wird.

Erinnert euch an das Gleichnis vom Unkraut im Acker: Am Ende leuchten die Gerechten im Reich des Vaters, nicht im Reich des Sohnes.

Die Wiedergeburt als Erneuerung der Schöpfung

Aber was ist dann die Wiedergeburt, oder man könnte auch sagen, die Erneuerung? An der einzigen anderen Stelle, an der das Wort vorkommt, ist die Erneuerung gemeint, die mit der Bekehrung eines Menschen einhergeht. Es geht also um eine komplette Veränderung, um eine neue Schöpfung. Das ist Wiedergeburt.

Hier steht aber „in der Wiedergeburt oder Erneuerung“. Was ist damit gemeint? Ich denke, es ist der Moment, wenn Jesus als Richter wiederkommt und mit dem Gericht über alle Menschen die vollständige Wiedergeburt der Schöpfung einleitet. Petrus nennt dies die Wiederherstellung aller Dinge.

Wir warten ja auf neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Diesem Zustand geht quasi als Einleitung ein Tag des Herrn voraus, also ein Tag des Gerichts. Es ist dieser Tag des Gerichts, dieser Moment absoluter Herrschaft, an dem die Apostel und mit ihnen alle Überwinder und echten Heiligen Anteil bekommen.

Jesus kommt wieder, um zu richten, und wir mit ihm.

Schlussfolgerung und Ermutigung

Petrus fragt: Was wird uns nun werden? Die Antwort lautet: Ihr werdet mit Christus herrschen. Ja, ihr werdet mit ihm sogar die Welt richten.

Das ist die Verheißung an alle, die alles verlassen, um Jesus nachzufolgen.

Was könntest du jetzt tun? Nimm dir noch einmal Zeit, in Ruhe die Stellen nachzuschlagen, die ich im Skript angegeben habe – auch die in Klammern.

Das war es für heute. Nimm bitte ernst, dass wir jeden Tag unsere Sünden bekennen sollen. Es tut so gut, wenn Gott uns davon reinigt.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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