Serie•Teil 6 / 7So hat alles begonnen
Generierte Mitschrift
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Die biblische Grundlage und der Einstieg in die Reihe
Der Text zur heutigen Predigt steht im ersten Mosebuch, Kapitel 3, Verse 1 bis 15. Wir haben diesen Text im Rahmen dieses Sundixquadros schon einmal gehört, unter der Überschrift: „Der erste Aufstand“. Ich lese ihn jetzt noch einmal, diesmal unter der Überschrift: „Das erste Evangelium“.
Die Schlange war listiger als alle anderen Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte. Sie fragte die Frau: Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft von keinem einzigen Baum im Garten die Früchte essen?
Natürlich dürfen wir die Früchte der Bäume im Garten essen, gab die Frau der Schlange zur Antwort. Nur nicht die Frucht von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: Esst nicht davon, berührt sie nicht einmal, sonst müsst ihr sterben.
Niemals, sagte die Schlange. Ihr werdet bestimmt nicht sterben. Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Die Frau sah sich den Baum an. Seine Früchte mussten köstlich schmecken, der Anblick war eine Augenweide. Und es war verlockend, dass man davon klug werden sollte. Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon, der bei ihr war, und er aß ebenfalls.
Da gingen den beiden die Augen auf, und es wurde ihnen bewusst, dass sie nackt waren. Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
Als es am Abend kühler wurde, hörten sie, wie Gott der Herr durch den Garten ging. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott dem Herrn zwischen den Bäumen. Aber Gott der Herr rief nach dem Menschen: Wo bist du?
Der Mensch antwortete: Ich hörte dich kommen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Da habe ich mich versteckt.
Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?, fragte Gott der Herr. Hast du etwa von den Früchten jenes Baumes gegessen, obwohl ich es dir verboten hatte?
Der Mensch erwiderte: Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon. Da habe ich gegessen.
Gott der Herr sagte zur Frau: Was hast du da getan?
Die Frau antwortete: Die Schlange ist schuld. Die Schlange hat mich zum Essen verführt.
Da sagte Gott der Herr zu der Schlange: Verflucht sollst du sein, weil du das getan hast, verflucht unter allen Tieren der Erde. Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen, solange du lebst. Und es soll Feindschaft herrschen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse beißen.
Vielleicht sind einige vor lauter Trauer über unseren Matsch gestern im Bett depressiv liegen geblieben und haben geheult, weil uns die EM einfach davon schwimmt. Das war gar nicht gut. Ich habe es ja selber nicht gesehen, aber ich habe es gehört, was da alles passiert ist. Ja nun, so ist es halt.
Herzlich willkommen. Wir sind nun schon bei der sechsten Predigt dieser Reihe. So hat alles begonnen. Diese Reihe ist ja ein bisschen anspruchsvoll. Die Gehirnwindungen kommen da etwas in Schuss, und ich werde auch heute wieder Dinge sagen, bei denen ihr dann denkt: Ist das wirklich so?
Das ist auch gar nicht so schlecht, wenn man darüber nachdenkt, ob das wirklich so ist, was ich hier sage. Und ich finde es sehr wichtig, dass wir gerade auch über das, was hier in den ersten Kapiteln steht, vertiefter nachdenken als Christen. Wir sollten das nicht einfach den Bibelkritikern überlassen, die schnell irgendetwas finden und sagen können: Ja, das passt überhaupt nicht, und hin und her.
Wir müssen Antworten haben. Wir müssen Dinge sagen können, die denkmöglich sind, wo man sagen kann: Ja, das hat eigentlich Hand und Fuß. Und nicht einfach nur so praktisch bei diesen Fragen sagen: Ja, das ist halt so und so, und da kann man halt nicht viel sagen.
Das überzeugt viele nicht. Und es festigt auch unseren Glauben, wenn wir sehen, dass das, was hier steht, Hand und Fuß hat und dass man dazu sogar etwas sagen kann.
Schuld, Scham und die Frage nach Verantwortung
Nun, eine erste gravierende Auswirkung, die dieser Ungehorsam von Adam und Eva zur Folge hatte, ist uns heute immer noch bekannt. Was denkt ihr, was ist so eine Auswirkung, die uns bis heute noch sehr geläufig ist? Wir haben es eben im Text gehört.
Wir verschieben die Schuld, ja, dieses Schuldverschiebungsprinzip. Ja, wir kommen in Versuchung. Das hat sich dann nach dem Sündenfall natürlich noch dramatisch verstärkt. Und dann ist da noch die Scham: Sie versteckten sich vor Gott. Auch das ist etwas ganz Typisches.
Aber unsere ausgezeichnete Fähigkeit, die Schuld auf andere zu verschieben, hat hier ihren Ursprung. Adam schiebt ja die Schuld auf Eva, und nicht nur auf Eva, sondern noch viel dreister eigentlich auf Gott selbst. Er sagt irgendwie: Du hast den Stick drin. Er sagt: Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon, da habe ich gegessen. Also die Frau, die du mir zur Seite gestellt hast. Du hast mir das Problem ins Haus gebracht, und sie hat mir zu essen gegeben. Also sind beide schuld, sowohl Gott wie Eva.
Und Eva, als sie darauf angesprochen wird, ist auch nicht verlegen um eine Antwort. Sie sagt, die Schlange ist schuld, sie hat mich zum Essen verführt. Also schiebt einer es dem anderen weiter. Das kennen wir doch zu gut. Schuld sind doch immer die anderen. Für mich habe ich immer eine Erklärung, warum ich etwas nicht getan habe. Meistens ist jemand anders schuld, der hat mich davon abgehalten oder was auch immer.
Ich habe festgestellt, dass wir selbst als Christen in der Disziplin Schuldverschiebung nicht schlecht sind. Das können wir sogar bis zur Perfektionierung bringen. Die Schlange kann uns leider bis heute verführen, und wir meinen dann sogar, dass wir für unser Verhalten gar nicht verantwortlich sind. Wir verschieben auch die Schuld.
Paulus schrieb den Korinthern: Ich fürchte jedoch, es könnte euch gehen wie Eva. Eva wurde auf hinterlistige Weise von der Schlange verführt, und genauso könnten auch eure Gedanken in verhängnisvollen Einfluss geraten, sodass die Aufrichtigkeit und Reinheit eurer Beziehung zu Christus verloren gehen. Also, dass wir in unserem Glaubensleben in Schieflage kommen, weil wir den Lügen des Teufels Glauben schenken. Und dann werden wir so unwahr, so unaufrichtig. Wir versuchen uns dann zu rechtfertigen, statt zu sagen: Ja, ich bin auf den falschen Pfad gekommen.
Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind ganz wichtige Eigenschaften im Leben als Christen. Und vieles könnte in unseren Beziehungen einfacher gehen, wenn wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen und Handlungen übernehmen würden. Vielen Gemeinden, die untereinander verkracht sind, ginge es besser, wenn Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zum Tragen kämen.
Wir müssen nicht perfekt sein, das ist eine falsche Sicht. Wir können auch nicht perfekt sein, wir schaffen das nicht. Wir müssen auch nicht immer alles richtig machen, auch das ist ein Irrtum. Doch wir sollten aufrichtig sein. Wenn wir alle aufrichtig sind, dann werden wir auch untereinander viel barmherziger. Denn sobald ich aufrichtig bin, bin ich darauf angewiesen, dass mir jemand anders allenfalls verzeiht. Und wenn ich darauf angewiesen bin, dass mir jemand anders verzeiht, werde ich vermutlich selber barmherziger und bin bereiter, jemand anderem etwas zu verzeihen.
Wenn wir immer voreinander stehen wie Helden, die alles im Griff haben, er ist ein Glaubensheld, da kann man nichts mehr sagen, wenn man mit etwas nicht zurechtkommt. Da hat man gar nicht den Mut dazu, einem Glaubenshelden etwas zu sagen. Nein, wir sind keine Helden. Wichtig ist, dass wir aufrichtig und ehrlich sind, und das bringt uns auch im geistlichen Leben voran. Gott lässt es dem Aufrichtigen gelingen und beschämt den Frommen.
Das Urteil über die Schlange und die unsichtbare Macht dahinter
Nun wollen wir aber sehen, wie Gott sich gegenüber der Schlange verhält. Übrigens handelt es sich hier bei der Schlange um einen Urteilsspruch, den Gott über die Schlange spricht. Offensichtlich war die Schlange auch in seinen Augen das Hauptproblem. Hätte die Schlange mit ihren halben Wahrheiten, mit ihren Lügen Eva nicht überredet, so hätten sie von dieser Frucht nicht gegessen.
Die Schlange war wirklich raffiniert, ein kluges Tier. Wie Jesus seinen Jüngern einmal sagte: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid klug wie die Schlangen, aber nicht so falsch wie sie, sondern ohne Falsch wie die Tauben.“ Wir haben am letzten Sonntag gesehen, wie klug und hinterlistig die Schlange Eva verführte. Man muss schon auf der Hut sein, denn der Teufel weiß, wie er uns Menschen täuschen kann. Nicht umsonst warnt uns Petrus: „Seid wachsam und nüchtern. Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemanden von euch verschlingen kann.“
Was Gott nun der Schlange sagt, ist nicht nur eine Folge der Sünde, sondern es ist eine radikale Verurteilung. Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Also, wir wissen nicht, wie die Schlange sich vorher bewegt hat. Jedenfalls wissen wir, wie sie sich nachher bewegt.
Nun müssen wir uns einige Gedanken über diese Schlange machen. Dieses Tier wurde praktisch von Satan missbraucht. In der Offenbarung finden wir einen klaren Hinweis, dass es sich hier um Satan handelt, der sich der Schlange bemächtigt. Da heißt es am Schluss der Offenbarung, ein Engel packt den Drachen, die Schlange der Urzeit, eben diese Schlange, die auch Teufel und Satan genannt wird. Hier haben wir die klare Ausdeutung, wer diese Schlange ist und wer hinter dieser Schlange steckt.
Es ist für uns schon etwas seltsam, dass Tiere sprechen können. Für den jüdischen Geschichtsschreiber Josephus war das nichts Außergewöhnliches, nur mal das so zu sagen. Es hängt auch immer ein bisschen von der Zeit ab, in der man lebt, wie man gewisse Dinge sieht oder nicht sieht. Für ihn war das selbstverständlich. Er schreibt in den jüdischen Altertümern, also er hat so im ersten Jahrhundert gelebt und hat dann die Geschichte Israels aufgeschrieben. Das könnt ihr nachlesen, könnt ihr das Buch kaufen, ich habe es euch auch abgetippt.
„Da aber zu jener Zeit alle Tiere sich der Sprache bedienten, sagte er, überredete die Schlange, die mit Adam und seinem Weibe vertraulich verkehrte und sie um ihr Glück beneidete, dass sie ihm gehorsam gegen Gott genossen, das Weib, das es von dem Baum der Erkenntnis koste, wohlwissend, dass die beiden in ihr Unglück stürzten, sobald sie vom Pfade des Gehorsams abwichen.“
Das war für ihn selbstverständlich, dass die Tiere damals sprachen. Ich würde da ein großes Fragezeichen dahinter machen, ob das wirklich so war. Es gab ganz wenige Tiere, die gesprochen haben. Wir kennen in der Bibel noch ein Tier, das gesprochen hat, in einer ganz außergewöhnlichen Situation. Wer war das? Der Esel. Und zu wem hat er gesprochen? Zu Bileam. Das ist das einzige Mal, nebst der Schlange, wo wir sehen, dass ein Tier mit einem Menschen gesprochen hat.
Nun, wie man das auch immer sehen möchte, eindeutig ist, dass die Schlange für die Verführung missbraucht wurde. Und wir gehen ja intuitiv davon aus, dass hier nicht in erster Linie das Tier bestraft wird, sondern dass die Bestrafung der Schlange ein Sinnbild für die Bestrafung Satans ist. Während diese Strafe im eigentlichen Sinn des Wortes die Schlange trifft, gilt sie im bildlichen und symbolischen Sinn dem Teufel.
Wir sehen auch später übrigens, dass Tiere oft mitbestraft werden. Zum Beispiel wenn jemand mit einem Tier sexuell verkehrt, steht im Gesetz des Mose: Wenn ein Mann mit einem Tier geschlechtlich verkehrt, muss er getötet werden, auch das Tier muss er umbringen. Das ist für unser Rechtsempfinden wirklich nicht ganz einfach zu verstehen, aber ich kann es nicht ändern. Es ist, wie es ist. Das hat auch ein bisschen damit zu tun, in was für einer Zeit und in was für einer Kultur, in was für einem Denken wir aufwachsen. Und für unser Rechtsempfinden ist das komisch. Sagen wir: Ja, was kann jetzt das Tier dafür, wenn ein Mensch mit ihm etwas anstellt, was das Tier ja von sich aus gar nicht will? Wir empfinden das nicht als richtig, aber es ist einfach so.
Jedenfalls ist die Schlange ein sichtbares Zeichen für das, was in der unsichtbaren Welt mit dem Satan geschah. Gott sagte dem Satan, dass er keine würdige Existenz haben wird. Das Sinnbild dafür ist: Er wird auf dem Bauch kriechen und Staub fressen. Und dieses Schicksal wird die Schlange begleiten, und für sie gibt es keine Erlösung. Jesaja schreibt später: „Wolf und Lamm werden dann gemeinsam weiden, der Löwe frisst Häcksel wie das Rind, und die Schlange nährt sich vom Staub der Erde.“ Da gibt es bei den anderen Veränderung, bei der Schlange gibt es keine Veränderung. Das Urteil ist endgültig.
Das Urteil über die Schlange und den Teufel ist so hart, weil der Teufel wider besseres Wissen handelte. Er sah Gott in seiner ganzen Herrlichkeit, und er lebte in seiner Gegenwart. Und ganz bewusst und bösartig handelte er gegen Gott. In diesem Zusammenhang ist das Zitat von Josephus sehr interessant, weil er genau das aussagt. Er hat sich explizit gegen Gott gewandt, gegen besseres Wissen, und deshalb ist Gottes Urteil so radikal und unwiderruflich.
Gott wird später auch solche Urteile treffen. Mit dem tun wir uns sehr schwer, dass Gott radikale Urteile trifft, dass es einmal wirklich fertig ist. Und in der Bibel gibt es einige Hinweise, die das deutlich machen, wo bei Gott das Maß voll ist, und dann wird er urteilen, und das Urteil gilt und ist unwiderruflich. Und dieser Tag wird auch kommen. Es wird der Tag kommen, wo Gott auch über Menschen unwiderrufliche Entscheidungen treffen wird, und dann gibt es kein Zurück und es gibt keine Gnade. Ich weiß, dass das nicht schön ist, aber es ist die Wirklichkeit. Es gibt einmal den Tag, wo es keine Entschuldigung mehr gibt.
Paulus schreibt: Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke, Gottes Werke, ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung. Man kann sich nicht rausschwatzen. Die Schlange, so clever sie war, kommt es sich nicht mehr rausschwatzen und sagt: Ja, Gott, sei doch jetzt nicht so hart, mich zu bestrafen. Ich habe dann eine schwache Minute gehabt, und ich weiß, es war nicht so ganz korrekt, und jetzt kannst du ja nochmals warten. Nein, sie hat wider besseres Wissen gehandelt, und das Urteil war nicht mehr rückgängig zu machen.
Der Böse und jeder, der mit ihm verbunden bleibt, wird eine endgültige Verurteilung treffen. Der Gute wird siegen. Gott sagt der Schlange nun, dass der Tag kommen wird, an dem sie endgültig besiegt werden wird. Sie kann sich wehren, wie sie will, sie wird dem Guten unterliegen. Mit anderen Worten: Ihre Macht wird komplett zerstört werden.
Die erste Verheißung und der lange Weg zum Messias
Gott sagt dies so: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
Was Gott hier sagt, ist die erste gute Nachricht, das erste Evangelium. Es ist faszinierend, dass Gott, bevor er Adam und Eva mitteilt, welche Folgen ihre Sünde haben wird, zuerst sagt, dass er bereits eine Lösung bereithält für das Problem. Er hat schon alles vorbereitet, um das, was geschehen ist, eines Tages wieder zu reparieren. Der Einfluss Satans auf das Leben der Menschen wird beseitigt, und so wird der Weg für eine Erlösung der verlorenen Menschen geschaffen. Gott gibt hier bereits zum ersten Mal, ganz am Anfang, seinen Erlösungsplan bekannt.
Es ist der Plan B. Plan B. Eigentlich wäre Plan A der Plan Gottes gewesen, nämlich dass Adam und Eva keine Frucht dieses Baumes essen würden. Das war Plan A, das war Gottes Plan und Gottes Absicht. Doch falls sie das eben doch tun würden, hatte Gott einen Plan B bereit. Dieser Plan B wird in diesem Vers in ganz groben Zügen und für die ersten Menschen vielleicht etwas geheimnisvoll bekanntgegeben.
Und bevor ich diesen Vers weiter erkläre, möchte ich zum Plan B noch etwas sagen. Man könnte nämlich Gott vorwerfen, er habe von Anfang an alles so machen wollen. Und ich stelle immer fest, wenn ich mit Christen darüber spreche, dass sie stillschweigend damit übereinstimmen, dass Gott das eigentlich so wollte, dass Eva von dieser Frucht aß. Man könnte nämlich Gott vorwerfen, er habe von Anfang an alles so machen wollen. Er hätte quasi nur darauf gewartet, dass Adam und Eva von dieser Frucht essen würden. Sein wirklicher Plan sei von Anfang an Plan B gewesen. Gott hätte es sozusagen vorherbestimmt, dass Eva von dieser Frucht essen würde; sie konnte gar nicht anders. Oder anders gesagt: Was ich als Plan B bezeichne, sei in Wirklichkeit Plan A. Genau darauf habe Gott abgezielt.
Gestützt wird diese Sichtweise mit einer Bibelstelle. Es gibt noch andere, aber ich nenne mal eine aus dem Neuen Testament, wo es heißt: Epheserbrief. Denn in Christus hat Gott uns schon vor der Erschaffung der Welt mit dem Ziel erwählt, dass wir ein geheiligtes, untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe.
Das wäre doch ein ausgezeichneter Beweis für diese Überzeugung. Bevor Gott die Welt schuf, hat er das so gemacht und bestimmt, oder? Richtig! Aber was hat denn Gott bestimmt? Was hat er denn vor der Schöpfung der Welt gemacht?
Ich möchte meine Überzeugung anhand eines Beispiels erklären. Wenn ein Konstrukteur eine Seilbahn entwickelt – meistens sind es ja mehrere Ingenieure, die daran arbeiten –, dann überlegen sie, was passieren könnte: der Worst Case, der schlimmste Fall. Und von diesem schlimmsten Fall aus überlegen sie, wie wir in diesem schlimmsten Fall die Sicherheit der Bahn gewährleisten können. Und dann entwickeln sie Sicherheitssysteme. Also zum Beispiel: Wenn der Wind zu stark geht, stellt die Bahn automatisch ab, und so weiter. Da gibt es jene Sicherheitssysteme. Liftbauer, alle komplexen Maschinen werden heute so gebaut, dass man überlegt, was der schlimmste Fall ist und wie wir im schlimmsten Fall das Schlimmste vermeiden können.
So gibt es auch Sicherheitssysteme, die bei Seilbahnen in der ganzen Lebensdauer der Seilbahn nie zum Tragen kommen. Sie wären einfach da, falls dieser Fall eintreten würde. Nun meine ich, und da könnt ihr gerne eine andere Meinung haben, ich bleibe bei meiner Meinung: Als Gott die Welt schuf, kannte er die Gefahren und die Risiken sehr genau. Es war ihm bewusst, dass Adam und Eva von dieser Frucht essen konnten, aber diese Frucht war wichtig.
Weshalb war sie wichtig? Das haben wir auch schon festgestellt. Weshalb war dieser Baum im Paradies? Zur Unterscheidung von Gut und Böse. Was noch? Für die Freiheit. Dadurch war der Mensch ein Ebenbild Gottes. Sonst wäre er gar kein Ebenbild Gottes, sonst wäre er eine Marionette. Er musste die Möglichkeit haben, sich von Gott zu lösen, sonst hat er nicht diese Freiheit. Also: Dieser Baum gehört zum Konzept. Gott sagte, es war alles sehr gut, und da ist auch dieser Baum eingeschlossen.
Nun, er zielte aber nicht darauf ab, dass sie davon essen. Aber er wusste, es könnte geschehen. Deshalb warnte er sie auch. Deshalb sagte er ihnen: Esst nicht von diesem Baum. Denn wenn er das gewollt hätte, wenn er die Absicht gehabt hätte, sie wirklich nur dahin zu bringen, dass sie von dieser Frucht essen, hätte er ja geschwiegen oder hätte er gesagt: Esst ein bisschen von diesem Baum. Das ist mein Plan A. Nein, er hat gesagt: Esst nicht von diesem Baum.
Und wenn wir Gott in die Schuhe schieben wollen, dass er das wollte, dann machen wir ihn zum Lügner, zur Farce, wenn er sagt, sie sollen nicht davon essen, und im Grunde genommen will er, dass sie davon essen. Wäre ja komisch. Und Gott besuchte die Menschen auch immer wieder im Garten. Dadurch könnte es sein – das ist jetzt natürlich eine Interpretation von mir –, dass Gott dadurch nicht auch die Wahrscheinlichkeit vermindern wollte, dass Adam und Eva in der Beziehung zu ihm weniger in der Gefahr standen, von dieser Frucht zu essen. Doch die Möglichkeit, dass die beiden von der Frucht essen, war eben trotzdem da.
So plante Gott für diesen Fall eine Gegenmaßnahme, sozusagen in der Planungsphase, bevor er die Welt erschaffen hat. Gott überlässt eben nichts dem Zufall. Er denkt nicht: Ja, schauen wir mal, was passiert, und wenn sie dann essen, dann überlege ich mir dann, was ich allenfalls machen werde. Sondern Gott überlegte, bevor er die Welt geschaffen hat, was er machen wird, wenn dieser mögliche Fall eintritt, dass Adam und Eva von dieser Frucht essen. So sehe ich das.
Mir ist bewusst, dass diese Sichtweise sehr eng damit verbunden ist, wie jemand über Gott denkt. Ich traue Gott eben nicht zu, dass er die Welt mit der Absicht erschuf, den Menschen in ein solches Chaos zu führen. Wenn wir das glauben, dass Gott diesen Plan hatte, dass der Plan A Gottes war, dass Adam und Eva von dieser Frucht essen und sich versündigen, geben wir schlussendlich stillschweigend der Schlange Recht, die Eva sagen will, Gott würde es nicht gut mit ihnen meinen. Dann hätte sie Recht. Das ist aber eine Lüge.
Und ich weigere mich, und ich hoffe, bis ich sterbe, weigere ich mich, dieser Lüge zu glauben. Theologie hin oder her, Verse hin oder her: Ich traue Gott nicht zu, dass der Plan A der war, dass wir Menschen in dieses Chaos hineinkommen, in dem wir jetzt sind. Sein Plan A war, dass wir in Verbindung mit ihm bleiben. Sein Plan B war, dass er uns aus diesem Schlamassel herausholt. Das heißt: Gott hatte keine bösen Absichten, als er uns schuf. Er hat nicht einen Menschen geschaffen, um ihn ins Chaos zu stürzen, aber der Mensch hat sich selbst ins Chaos gestürzt.
Es hängt wesentlich davon ab, wie man über Gott denkt, ob er uns gutgesinnt ist oder nicht. Und natürlich kenne ich die Argumentation von denen, die sagen, Gott hat das gewollt. Sie argumentieren mit der Souveränität Gottes: Gott ist souverän, deshalb hat er das bestimmt. Für mich ist Gott souverän, ganz eindeutig, aber Gott ist gut. Wir haben einen guten, souveränen Gott. Und ich glaube nicht, ich glaube es einfach nicht, dass Gott die Welt mit dieser Absicht geschaffen hat, dass sich Adam und Eva versündigen.
Christus als Zielpunkt der Verheißung und der Sieg am Kreuz
Nun betrachten wir dieses erste Evangelium. Wie wir gesehen haben, steht die Schlange für den Satan. Zwischen Satan und der Frau sowie zwischen den Nachkommen Satans und den Nachkommen der Frau wird Feindschaft sein.
Übrigens übersetzt die Gute Nachricht hier in den Plural, also in die Mehrzahl. Das finde ich an dieser Stelle sehr ungeeignet. Es passt auch im Zusammenhang nicht, wie wir gleich sehen werden. Es macht nämlich den Anschein, als ginge es bei den Nachkommen in der Mehrzahl nicht um jemanden Einzelnen. Man kann Nachkommen auch mit Samen übersetzen. Natürlich kann man Nachkomme im Singular verstehen, oder man kann es als Nachkommenschaft auffassen. Aber man kann dieses Wort auch mit Samen übersetzen. Das hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung noch besser hervor.
Es handelt sich nämlich um den Samen der Frau, also gewissermaßen um ein bestimmtes Kind der Frau. Und wer sich in der Bibel ein wenig auskennt, weiß natürlich sofort: Um welches Kind muss es sich dabei handeln? Um Christus.
Warte, ich kann Sie vor oder zurück. Was meinst du? Ja, der kommt dann schon noch. Warte jetzt nur, du musst ein bisschen Geduld haben. Du musst mich jetzt da nicht stressen, jetzt weiss ich gar nicht mehr, wo ich bin. All das genauso. Aha, sorry. Genau, also, es kommt dann noch. Es kommt noch.
Der rote Faden im Alten Testament, der durch das ganze Alte Testament führt, ist wie ein Scheinwerfer, der auf diesen Samen leuchtet. Er beleuchtet, wie sich dieser Nachkomme bis zu Christus hin entwickelt. Wisst ihr, was der wichtigste Abschnitt im Buch Ruth ist? Im Gesamtkontext der Schrift ist das Buch Ruth wichtig. Nebst allem, was auch noch interessant ist im Buch Ruth, ist es der Schluss, wo gesagt wird, von wo Boas abstammt. Dort läuft die Heilslinie durch, diese Linie dieses Samens der Frau. So geht es durch das ganze Alte Testament hindurch bis zum Höhepunkt, wenn dieser eine Nachkomme kommt, welcher Christus ist.
Das schreibt Paulus den Galatern exakt so. Wenn ihr es mir nicht glaubt, glaubt es vielleicht Paulus. Er sagt: Genau so verhält es sich mit den Zusagen, die Abraham und seiner Nachkommenschaft gemacht wurden. Diese Zusagen sind in innerer Verbindung mit diesem ersten Evangelium. Übrigens sagt Gott nicht: „Und deinem Nachkommen“, als würde es sich um eine große Zahl handeln. Vielmehr ist nur von einem einzigen die Rede: deinem Nachkommen. Und dieser eine ist Christus. Voilà, also für alle Übersetzer ein klares Statement des Apostels Paulus. Und wer wagt es, ich nicht, sich gegen einen Apostel zu stellen? Es ist Christus!
Damit sagt er: Der Fokus im Alten Testament ist auf diesen Samen gerichtet, auf Christus. Und was heißt es von Christus, als er nach der Auferstehung mit den Jüngern gesprochen hat? Was spricht er mit ihnen, was bespricht er? Was war das Thema, das Jesus mit den Jüngern besprach? Das müssen wir wissen, unbedingt. Was war das Hauptthema? Dass er wieder zurückkommt, das war ein wichtiges Thema. Aber was hat er ihnen erklärt? Alles, was über ihn im Alten Testament gesagt wird, im Gesetz, in den Psalmen und in den Propheten. Also ist das Alte Testament voll davon, dass es auf diesen Samen, auf diesen Nachkommen, hinweist. Das hat Jesus ihnen erklärt.
Es ist übrigens das einzige Mal, dass in der Bibel von dem Nachkommen oder dem Samen der Frau gesprochen wird. Sonst ist es ja immer der Nachkomme der Männer. Zwischen diesen beiden, zwischen Satan und dem Samen der Frau, wird Feindschaft sein. Und der Same der Frau soll dir den Kopf zertreten, du wirst ihn in die Ferse stechen. Damals war das vermutlich ganz schwierig zu verstehen. Aus heutiger Sicht können wir das gut interpretieren: Es ist der Sieg über den Teufel, den Jesus am Kreuz errungen hat. Am Kreuz hat Jesus der Schlange den Kopf zertreten. Die Schlange versuchte, ihn mit Gewalt vom Kreuz zu zerren, und stach ihn in die Ferse, quälte ihn.
Die Schlange versuchte das schon bei der Versuchung, als Jesus vierzig Tage in der Wüste war, auf eine andere Variante, auf eine komfortablere. Indem sie sagte: Ich werde dir das ganze Weltreich übereignen, wenn du mich anbetest. Das war auch so ein Stechen, ein Versuch, diesen Samen zu zertreten. Der Teufel plagte ihn mit Demütigungen und Schlägen, doch Jesus harrte aus und zerstörte damit die Macht des Teufels.
Johannes schreibt das nun ganz deutlich der Gemeinde: Wer sündigt, stammt von dem, der von allem Anfang an gesündigt hat, dem Teufel. Doch gerade deshalb ist der Sohn Gottes erschienen. Er ist gekommen, um das, was der Teufel tut, zu zerstören. Er hat dem Teufel den Kopf zertreten. Das wird noch endgültig in der letzten Zeit geschehen, wenn der Teufel in den Feuersee geworfen wird. Am Kreuz wurde die Macht des Teufels gebrochen. Wer nun an Jesus glaubt, der ist dieser Macht nicht mehr ausgeliefert.
Paulus sagt: Denn Gott hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und hat uns in das Reich versetzt, in dem sein geliebter Sohn regiert. Wir sind also dieser Macht, die der Teufel nach der Sünde über uns Menschen bekommen hat, durch Christus weggenommen. Er hat keine Macht mehr über uns. Jesus starb an unserer Stelle. Deshalb können wir unsere Sünde loswerden und ein neues Leben bekommen. Durch ihn, Jesus Christus, sind wir erlöst. Durch ihn sind uns unsere Sünden vergeben. Warum? Weil er der Schlange den Kopf zertreten hat.
Gott meint es gut mit uns Menschen. Kaum wurden Adam und Eva verführt, kündigt Gott an, dass er dafür sorgen wird, dass es für uns eine Erlösung geben wird. Das muss man sich einmal vorstellen: Kaum war es passiert, hatte Gott eine Lösung bereit. Diese Erlösung hat Gott jedoch sehr viel gekostet. Er sandte seinen eigenen Sohn in diese Welt. Dieser wurde gedemütigt, verspottet, geschlagen und schließlich auf grässlichste Weise hingerichtet. Aber die Liebe Gottes zu uns Menschen konnte nicht anders handeln. Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für uns hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.
Es ist die Liebe Gottes, die das getan hat. Gott hat uns Menschen geliebt seit der Erschaffung der Welt. Wir sind als Menschen die Krönung der Schöpfung. Wir sind der Fokus für Gott. Gott schaut auf uns, er leidet mit uns, er liebt uns und er ist bereit, viel für uns zu tun. Und er hat seinen eigenen Sohn für uns gegeben.
Wer durch den Glauben an Jesus erlöst ist, der kann mit Paulus diesen Siegesruf einstimmen: Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein tödlicher Stachel? Er ist nicht mehr da, er wurde zertreten. Der Tod, denn der Satan bringt den Tod. Jesus bringt Leben, weil er den Kopf zertreten hat, am Kreuz auf Golgatha. Der Stachel, der uns den Tod bringt, ist die Sünde. Und dass die Sünde solche Macht hat, liegt am Gesetz. Gott aber sei Dank: Durch Jesus Christus, unseren Herrn, schenkt er uns den Sieg. Wir haben den Sieg in Jesus Christus.
Das ist ganz am Anfang im ersten Buch Mose, gleich nach der Sünde, verkündigt. Wir nennen das das Protoevangelium, eben das erste Evangelium, wo Gott ankündigt, dass er eine Lösung hat für das Problem, das jetzt entstanden ist. Und jeder Mensch, der an Jesus glaubt, der hat diesen Sieg, weil Jesus ihn für uns errungen hat.
Und deshalb ist ganz klar, dass Jesus das Höchste unseres Lebens ist. Es gibt nichts Zentrales und Wichtigeres für uns. Das Höchste unseres Lebens ist Jesus Christus, weil er für uns die Rettung geschaffen hat, weil er die Macht des Teufels gebrochen hat, weil er uns erlöst hat.
Ich möchte mit uns beten, und wir stimmen dann miteinander in dieses Lied ein und stehen dazu auf und bekennen, dass er das Höchste ist, das Höchste meines Lebens ist: dir dienen, Herr. Und ich bete mit uns.
Ich möchte dir danken, Vater, dass du eine Erlösung geschaffen hast für uns. Du hast alles vorbereitet. Du wusstest genau, was du tust, wenn Adam und Eva ungehorsam werden. Und ich bin überzeugt, du hattest es nicht darauf abgesehen, dass das geschieht. Aber wenn es geschieht, hattest du eine Lösung für uns.
Wir danken dir, dass wir das verstehen können. Danke, Herr Jesus, dass du bereit gewesen bist, für uns in diese Welt zu kommen, für uns zu sterben, für uns die Macht des Teufels über unserem Leben zu zerstören und zu zerbrechen. Dass du uns frei gemacht hast, frei für ein Leben mit dir. Dass wir auch wissen: All das Böse, was jetzt auch noch in der Welt geschieht, all das, was der Teufel heute noch anrichtet, wird eines Tages komplett vernichtet werden. Es wird in diesen Feuersee geworfen, dann wird alles frei sein.
So wollen wir dir einfach singen, dass du das Höchste bist in unserem Leben, weil du für uns die Erlösung errungen hast. Und wir wollen dir dienen, wir wollen dich lieben, wir wollen auf dich sehen. Amen.

