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Apostelgeschichte 8,25-40

Apostelgeschichte 8,25-8,4017.12.2015
Serie•Teil 15 / 64Apostelgeschichte
Echte Umkehr heißt nicht: Jesus ein bisschen ins alte Leben einbauen. Sie fragt ehrlich: Verstehst du, was du glaubst – und bist du bereit, den nächsten Schritt zu gehen?

Rückblick auf die erste Begegnung mit Simon

Es ist jetzt schon ein Weilchen her, dass wir gemeinsam die Apostelgeschichte betrachtet haben. Ich hoffe, dass ihr euch noch daran erinnert, als wir das letzte Mal in der Apostelgeschichte waren und uns die Bekehrung der Samariter angeschaut haben. Das war eine eher merkwürdige Geschichte.
Da gab es diesen Simon, den Zauberer, und der war irgendwie komisch. Ich würde heute sagen: Das war ein Namenschrist. Das war jemand, der getauft war, der scheinbar das richtige Bekenntnis hatte und begeistert war. Aber er war in letzter Konsequenz nicht zu ewigem Leben, nicht zu einem rettenden Glauben an Gott durchgedrungen.
Was uns diese Geschichte am Anfang von Apostelgeschichte 8 mitgibt, oder vielleicht auch unmissverständlich vor Augen führt, ist, dass man ein Christsein leben kann, das eigentlich nicht mehr ist als der christliche Aufguss eines heidnischen Lebensstils. Simon der Zauberer ist jemand, der in seinem Herzen nie wirklich Buße getan hat. Jesus war nie wirklich Herr in seinem Leben geworden.
Er hatte einfach nur Jesus genommen und ihn irgendwie versucht, in sein altes Denken, in sein heidnisches Lebenskonzept, zu integrieren. Letztendlich war Simon immer noch gefangen von Ungerechtigkeit. Er war nie wirklich frei geworden. Und wenn man das so anschaut, wie diese Geschichte ausgeht, dann wollte er das eigentlich auch gar nicht.
Simon war nicht bereit, und das ist wirklich ein Drama, diesen grundsätzlichen Lebensentwurf, den er hatte, auf den Prüfstand zu stellen. Er wollte sein heidnisches Lebenskonzept ein bisschen christlich aufpeppen, das schon, aber er wollte nicht mehr.

Die Frage nach echter Umkehr

Und ich frage mich, ob das nicht eine sehr moderne Einstellung ist. Also, ich meine jetzt nicht, dass wir Zauberer kennen. Ihr seid jetzt keine Zauberer, das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber diese Einstellung: Ich habe da einen bestimmten Lebensstil, und jetzt werde ich Christ, und jetzt müsste sich eigentlich radikal etwas ändern, aber diesen Schritt zu einer radikalen Änderung will ich nicht.
Und auch wenn wir keine Zauberer sind, ich erlebe, sagen wir mal, ich bringe mal ein paar Lebensentwürfe, die mir so begegnet sind. Da gibt es diesen karriereorientierten Businessman oder den vom Übernatürlichen faszinierten Esoteriker oder so diesen unverbindlichen Künstler, vielleicht auch den heimeligen Familientypen, den knallhart Disziplinierten, den überängstlichen Sicherheitsfanatiker oder den faulen Schüler. Gibt es alles, das sind Lebensentwürfe. Und jetzt wird so jemand Christ. Und eigentlich müsste man jetzt sagen: Okay, ich stelle dieses alte Lebenskonzept radikal auf den Prüfstand. Es müsste sich etwas ändern, so richtig etwas.
Und ich glaube, da tun wir uns schwer damit, unser altes Lebenskonzept so radikal auf den Prüfstand zu stellen. Jesus sagt einmal, dass es eine enge Pforte gibt und eine weite Pforte. Eine enge Pforte mit einem schmalen Weg, der zum Leben führt. Er spricht davon, dass wir loslassen müssen, dass wir wirklich Dinge auf den Prüfstand stellen müssen, wenn wir seine Jünger sein wollen.
Und genau dazu ist Simon der Zauberer nicht bereit gewesen. Er wollte, wenn man das mal so sagen kann, die Vorzüge des Christseins abgreifen, aber nicht sein altes Leben verlieren. Er hat letztendlich trotz dieses behaupteten Glaubens, trotz eines Taufrituals, trotz einer Begeisterung für die Sache und obwohl er diese ganzen Zeichen und Wunder sieht, kein ewiges Leben gefunden.

Zwei sehr unterschiedliche Bekehrungen

Und deswegen steht für mich am Ende dieser Geschichte von Simon dem Zauberer die Frage im Raum: Lukas hat ja, wenn er die Apostelgeschichte schreibt, sich Gedanken gemacht, welche Erzähleinheiten er in die richtige Reihenfolge bringt. Für mich stellt sich deshalb die Frage: Bitte schön, wie sieht denn jetzt eine echte Bekehrung aus? Ich weiß also jetzt, wie Simon es falsch gemacht hat, aber wie mache ich es denn richtig?
Oder etwas anders formuliert: Wir haben beim letzten Mal gelesen, dass die Apostel aus Jerusalem kommen und den Samaritern die Hände auflegen, damit sie den Heiligen Geist empfangen. Damit bringen sie zum Ausdruck, dass Glaube, also christlicher Glaube, nicht losgelöst von den jüdischen Ursprüngen gelebt und gedacht werden kann. Ich kann mir einfach nicht mein persönliches Christentum erfinden. Jeder kann sein Christsein nicht so stricken, wie er will. Bleibt aber trotzdem die Frage: Worauf kommt es dann an?
Also: Aha, ich muss irgendwo das Alte, das Wahre, das Ursprüngliche leben. Aber worauf kommt es dann bei einer Bekehrung, bei einer Umkehr zu Gott, an?
Das Spannende ist: Wenn wir weiterlesen in Apostelgeschichte 8 und dann in Apostelgeschichte 9 hineingehen, dann treffen wir auf zwei Bekehrungsgeschichten. Da ist einmal der Kämmerer aus Äthiopien, mit dem beschäftigen wir uns heute, und dann kommt gleich danach Paulus. Zwei Menschen, die sich bekehren. Am Ende der Geschichte ist völlig klar: Im Gegensatz zu Simon dem Zauberer sind die wirklich gläubig. Und sie sind auch begeistert. Und sie sind auch getauft.
Und trotzdem: Ihre beiden Bekehrungsgeschichten sind absolut unterschiedlich. Ich werde euch das zeigen. Warum sind diese Bekehrungsgeschichten von dem Kämmerer und von Paulus so unterschiedlich? Ich glaube, deshalb, weil jede Bekehrung im Grunde genommen einmalig ist. Wisst ihr, Gott holt Menschen da ab, wo sie stehen. Gott sieht in das Herz von Menschen hinein und weiß, was der einzelne Mensch denkt und wie er ihn erreichen kann. Und deswegen muss sich für seine Bekehrungsgeschichte auch niemand schämen.
Bekehrungen sind auch dann echt, wenn ihr nicht wie Paulus drei Tage blind wart. Das geht auch ohne.

Jede Bekehrung ist einzigartig

Ich höre das manchmal, wenn man Leute bittet, Zeugnis zu geben: Ach, ich habe nichts zu sagen.
Ja, ich komme womöglich aus einem christlichen Elternhaus, und ich habe das halt schon früh kennengelernt. Ich war bei den Legosachen dabei, beim Sola mit dabei. Und irgendwann, naja, das war irgendwie: Ey, es ist ein Wunder, es ist ein absolutes Wunder, wenn du dich traust, diesen Schritt, und sei es noch so unspektakulär, diesen Schritt zu Gott hin zu wagen.
Jede Bekehrung ist etwas ganz, ganz Einmaliges. Wenn Jesus der Herr in deinem Leben ist, dann buch das mal als das Großartigste, was es überhaupt im Leben gibt. Es ist die mit Abstand wichtigste Tatsache deines Lebens, dass du dich hinstellen kannst und sagen kannst: In meinem Leben, da herrscht einer, da herrscht dieser Jesus von Nazaret. Ihm will ich folgen, ihm will ich gefallen. Er ist der größte Grund zur Freude.
Und deswegen bitte nehmt das mit: Jede Bekehrung, deine Bekehrung, so wie du sie ganz persönlich erlebt hast. Bei mir in einem dreckigen Souterrain-Hinterhofzimmer in Berlin-Charlottenburg als Student auf einem dreckigen, fleckigen Fußboden, wo man denkt: Boah, ist das gruselig. Manche Leute würden schon die Krätze kriegen, nur wenn sie sehen, wie dreckig das da war. Aber das hat Gott nicht abgeschreckt, zu sagen: Wenn du hier deine Hände faltest und mich anbetest und mich einlädst, in dein Leben zu kommen, ich komme, ich will dich.
Absolut einmalig. Und du hast auch so eine Geschichte. Und es ist wichtig, dass wir das festhalten.

Zwei Schwerpunkte echter Umkehr

Lukas stellt uns Bekehrungsgeschichten vor, aber nicht, damit wir sie imitieren, sondern damit wir vielleicht begreifen, dass es durch die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Geschichten, die wir uns jetzt diesen Sonntag und, wenn ich dann wieder das nächste Mal da bin, anschauen wollen, bei einer echten Bekehrung auf zwei Schwerpunkte ankommt. Diese darf man nicht gegeneinander ausspielen, aber man muss beide sehen.
Heute schauen wir uns den Kämmerer an. Der Schwerpunkt bei der Bekehrung des Kämmerers hat mit Wissen zu tun. Er möchte wissen, er möchte verstehen, er möchte den Inhalt des Evangeliums begreifen. Umkehr, Glaube: Ich glaube an etwas, ich brauche den richtigen Inhalt. Das ist der Schwerpunkt der Geschichte heute.
Und wenn wir uns die Bekehrung von Paulus das nächste Mal anschauen, werden wir feststellen, dass es überhaupt nicht um das Thema Wissen geht. Der Schwerpunkt ist vielmehr, dass diese Begegnung, diese Bekehrung, eine lebendige Begegnung mit Gott ist, eine sehr persönliche, existenzielle Begegnung mit Gott, die das Eigenleben und die Vorstellung davon, was das eigene Leben ausmacht und wofür das eigene Leben da ist, völlig auf den Kopf stellt.
Deswegen glaube ich: Wenn wir die Frage beantworten wollen, was eine echte Bekehrung ausmacht, dann gehören zwei Dinge dazu. Auf der einen Seite brauchen wir das richtige Wissen. Ich muss wissen, wie Gott ist. Ich muss wissen, was Gott mir zu sagen hat. Und auf der anderen Seite brauche ich zu diesem Wissen Erfahrung. Oder um zwei andere Begriffe zu nehmen: Ich brauche Schrift, muss mich mit der Bibel beschäftigen, weil Gott sich darin offenbart hat. Und auf der anderen Seite brauche ich Erleuchtung, brauche das, dass Gott in meinem Leben aufleuchtet und alles durcheinanderwirbelt.
Diese beiden Dinge gehören zusammen.

Der Weg des Kämmerers

Und vor diesem Hintergrund würde ich gerne die erste Bekehrungsgeschichte mit euch anschauen: Apostelgeschichte 8,25-28.
Da heißt es: Nachdem sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten – das sind die Apostel in Samaria –, kehrten sie nach Jerusalem zurück und verkündigten das Evangelium vielen Dörfern der Samariter.
Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf dem Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt; der ist öde. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer oder vielleicht habt ihr eine Fußnote dazu: Eunuch. Ihr wisst vielleicht, was Eunuchen sind. Eunuchen sind Leute, denen man wertvolle Teile ihrer Persönlichkeit weggenommen hat und die damit qualifiziert wurden, Hofbeamte zu werden. Komische Zeit gewesen.
Hier haben wir es mit dem Schatzmeister zu tun, also mit einem ganz hohen Beamten, der aber trotzdem in Jerusalem war, um dort Gott anzubeten. Es gab solche Menschen, die keine Juden waren, die aber trotzdem fasziniert waren von dem Gott der Juden. Von einem monotheistischen Ansatz, von einem Gott, der sich hinstellt und, wenn man ihn fragt: Wie heißt du eigentlich?, dann nicht so etwas sagt wie: „Ich bin die Morgenröte“ oder „Ich bin der Frühling“, sondern der einfach nur sagt: „Ich bin.“ Punkt.
Also eine riesige Vorstellung von einem Gott, der es nicht nötig hat, sich aus dem heraus, was die Schöpfung anbietet, zu definieren, sondern der einfach nur sagt: Ich bin. Oder dieses Wort im Alten Testament, Jachwe, dieser Eigenname Gottes: Ich bin, der ich bin. Ja, ich bin einfach. Egal, wie du versuchst, mich zu packen, du wirst mich nicht packen. Ich bin. Und vielleicht bin ich größer als alles, was du dir vorstellen kannst. Und ich sprenge deine Kapazitäten, ich sprenge deine Ideen. Ich bin da!
So, und als der, der da ist, möchte ich mit dir kommunizieren. Ich möchte dich erreichen. So, und Leute sind davon fasziniert und werden zu Menschen, die diesen Gott, diesen jüdischen Gott, suchen. Und so einer ist es hier.

Ein vorbereiteter Suchender

Und er stand auf und ging hin. Und siehe, da war ein Äthiopier, ein Kämmerer, ein Eunuch, ein hoher Beamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der über ihren ganzen Schatz gesetzt war. Er war gekommen, um in Jerusalem anzubeten.
Nun war er auf der Rückkehr und saß auf seinem Wagen. Dabei las er den Propheten Jesaja.
Er hatte sich eine Schriftrolle gekauft. Man könnte sagen: Er geht an den Büchertisch und denkt sich: Bevor ich jetzt nach Hause fahre, kaufe ich mir doch noch ein schönes Buch. Damals war es allerdings eine schöne Schriftrolle, eine Jesaja-Schriftrolle. Übrigens war in jener Zeit alles handgeschrieben und auch ein wenig kostspieliger. Wahrscheinlich musste man schon Schatzmeister einer Königin sein, um sagen zu können: Ich kaufe mir einfach mal so eine Schriftrolle für mich.
Und dann setzt man sich in seinen Wagen und liest das.

Drei Hinweise für evangelistische Gespräche

Ich möchte aus diesem Text drei Tipps für Evangelisten ableiten. Wenn du sagst: Ich möchte gerne Evangelist sein, dann ist Tipp eins:
Ein Evangelist, und Philippus ist hier ein Evangelist, predigt, wo er kann, und ist gleichzeitig immer dafür offen, dass Gott ihn zu vorbereiteten Menschen führt. Es scheint die Gewohnheit zu sein, aus der das Besondere wächst. Philippus ist einer, der immer evangelisiert hat, auch schon davor. Aber hier in dieser Situation kann der Geist Gottes zu Philippus sprechen, der grundsätzlich diese Haltung hat: Ich möchte gerne etwas weitergeben.
Und dann kann Gott ihn zu einem bestimmten Menschen führen. In Vers 29 und 30 heißt es: Der Geist aber sprach zu Philippus: Tritt hinzu und schließe dich diesem Wagen an. Also geht Philippus in den Süden. Er geht auf diesen Weg, und da fahren die Wagen vorbei. Und jetzt kann Gott zu ihm sagen: Geh zu diesem einen Wagen.
Philippus aber lief hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Achtung: In der Antike hat man laut gelesen. Dieses leise Lesen ist eine ganz moderne Erfindung. Früher hat man einfach laut gelesen. So geht Philippus zu dem Wagen und hört ihn laut lesen.

Gute Fragen statt fertiger Antworten

Und jetzt macht er etwas, und das wäre mein zweiter Tipp für Evangelisten. Der erste Tipp: Predige, wo du kannst, und sei einfach darauf vorbereitet, dass Gott dich zu vorbereiteten Menschen führt.
Zweiter Punkt, zweiter Tipp für Evangelisten: Stell gute Fragen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe manchmal, gerade als junger Christ, den Anspruch gehabt, ich kann erst dann mit Menschen über Gott reden, wenn ich alle ihre Fragen beantworten kann. Das wirst du nie schaffen. Ja, Leute werden dir Fragen stellen, und da stehst du dann davor und sagst: Wie kommt man auf den Gedanken? Habe ich noch nie darüber nachgedacht.
Und dann ist mir aufgefallen, dass die Bibel gar nicht möchte, dass ich alle Antworten auf alle Fragen habe, die alle Menschen mir irgendwann stellen können, sondern dass Jesus jemand ist. Und Philippus hier stellt auch gute Fragen. Vielleicht ist es sogar wichtiger, andere Menschen zu fragen und Fragen als ein gutes Mittel zu gebrauchen, um in ein tiefes Gespräch zu kommen. Vielleicht auch, um den Frust von Menschen aufzudecken und ihnen dann zu helfen, mit diesem Frust klarzukommen, dort anzudocken und zu sagen: Hey, ich kann dir an der Stelle helfen.
Philippus macht das. Er fragt: Verstehst du auch, was du liest? Hübsche Frage: Verstehst du eigentlich, was du liest? Da hast du diesen Kämmerer mit seinem Wagen, und dann so: klopf, klopf, klopf. Hallo, ich höre dich das lesen. Verstehst du eigentlich, was du da liest?
Vers 31: Er aber sprach, und jetzt merken wir, da kommt das Problem. Philippus trifft den Punkt. Wie könnte ich denn, wenn nicht jemand mich anleitet? Und er bat den Philippus, dass er aufsteige und sich zu ihm setze.
Bisher ist das ein anfänglich ganz, ganz, ganz kleines Problem. Da versteht jemand in dem Buch, das er sich gekauft hat, nicht genau, was der Autor meint. Das ist ja nicht weltbewegend, davon stirbt man ja nicht. Es ist ein kleines Problem.
Du musst nicht darauf warten, bis dein Freund, dem du mit dem Evangelium begegnen willst, was weiß ich, Suizidgedanken hat. Es reicht manchmal ein kleines Problem, wo man andocken kann. Wenn dieses kleine Problem vom Geist Gottes vorbereitet wird und wir hier dazu da sind, dass du eintauchst in ein Gespräch, um jemandem das Evangelium zu erklären, um ihn für den Glauben an Jesus zu gewinnen.

Die Mitte der Schrift

Vers 32
Die Stelle der Schrift aber, die er las — vielleicht habt ihr euch schon gefragt: Was war das denn? —, war diese:
Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm stumm ist vor seinem Scherer, so tat er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Gericht weggenommen. Wer aber wird sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.
Falls ihr die Stelle kennt, wird euer Herz jubeln. Wenn ihr die Stelle nicht kennt, lasst es heute Nachmittag jubeln. Nehmt euch Jesaja 53 heute Nachmittag einfach vor und lest es durch.
Der Prophet beschreibt Jahrhunderte, bevor Jesus überhaupt geboren wird, was er selbst, was der Messias, durchmacht. Er beschreibt, wie der Messias als das Lamm Gottes, das sich eben nicht wehrt, sondern die ganze Sünde der ganzen Menschheit auf sich nimmt, wie das Lamm Gottes sich für die Menschen umbringen lässt.
Es ist ein ganz dramatisches, prophetisches Kapitel, das euch hoffentlich immer wieder ins Staunen und Jubeln bringt. Es ist im Alten Testament so ein absolutes Nugget, so ein Goldstück. Jesaja ist ja ein langes Buch. Wenn man Jesaja durchliest, 66 Kapitel, boah, das kann dann schon mal so ein Bild sein. Und dann kommt mittendrin dieses Bam, und du denkst: Wow, hier wird mir Jahrhunderte vorher beschrieben, was Jesus für mich einmal tun würde.
Ich lese es noch mal: Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt. Jesus wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt. Und wie ein Lamm stumm ist vor seinem Scherer, so tat er seinen Mund nicht auf. Ja, das hat Jesus gemacht. Er hat sich nicht verteidigt. In seiner Erniedrigung wurde sein Gericht weggenommen. Wer aber wird sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.
Hier ist einer, der stirbt. Er stirbt für andere. Und es ist logisch, dass der Kämmerer, wenn er so etwas liest, sich die Frage stellt:
Vers 34
Der Kämmerer aber antwortete dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Wer bitteschön ist das, der da stirbt für die Sünden der Welt? Von sich schreibt Jesaja von sich? Oder schreibt er von einem anderen?

Das Evangelium in sieben Punkten

Der dritte Tipp für Evangelisten:
Wenn du sagst: Ich möchte evangelistisch etwas erreichen, dann ist das eine: Sei einer, der ständig mit Menschen im Gespräch ist, und erwarte, dass Gott dich zu vorbereiteten Menschen führt.
Der zweite Tipp: Stell gute Fragen.
Der dritte Tipp ist ganz simpel: Du kannst gute Gelegenheiten nicht schaffen, aber wenn sie da sind, dann solltest du sie nutzen.
 Apostelgeschichte 8,35: Philippus aber tat seinen Mund auf, fing mit dieser Schrift an und verkündigte ihm das ganze Evangelium von Jesus.
Merkt ihr: Er sagt ja, da gehe ich rein. Du hast mich gefragt, was der Vers bedeutet? Ey, super, komm her, das erkläre ich dir. Wir haben ja richtig Zeit, wir sind ja eine Weile unterwegs. Du hast auch nichts anderes zu tun. Es gab noch kein Handy, kein WLAN, nichts. Der sitzt da im Wagen und kann einfach nur zuhören, und Philippus denkt sich: Ey, super, das nehme ich mir.
Und ich weiß nicht, wie es euch an der Stelle geht. Fragt ihr euch auch, was wohl Philippus dem Kämmerer erzählt haben könnte? Was würdest du, drehen wir das um, du kommst an der Autobahnraststätte an und parkst da, und da triffst du deinen Kämmerer. Der muss jetzt nicht gerade unbedingt Jesaja lesen, aber stell dir vor, er würde Jesaja lesen und er würde dich fragen: Du hast da so einen Fisch an deinem Auto hinten dran, du scheinst so ein Bibelkenner zu sein, erklär mir doch mal: Von wem redet Jesaja?
Vielleicht kannst du mir helfen.
Du merkst: Er hat Zeit, und du hast auch Zeit und keine Termine. Und du möchtest jetzt das Evangelium verkünden. Geht es dir dann auch so, dass bei so einem Gedanken dir ein klein bisschen das Herz in die Hose plumpst, weil du dir denkst: Hm, was sage ich dem eigentlich alles?
Also, es ist schön, wenn hier steht: Und er fing mit dieser Schrift an und verkündigte ihm das Evangelium. Ich muss euch ehrlich sagen: Wenn ich jemandem das Evangelium erklären soll, brauche ich Zeit. Also, das fällt mir echt ganz schön viel. Entweder mache ich es ganz, ganz klein, ich sage mal so: Alles, was man müssen muss, um sich zu bekehren, das geht vielleicht in drei Minuten. Aber wenn ich das Evangelium mal so richtig in die Breite denke, was da alles dazugehört, dann weiß ich ja schon: Mein Gegenüber hat ganz wenig Vorverständnis.
Habt ihr mal versucht, in der Kneipe auf die Kürze jemandem das Evangelium zu erklären? Das ist echt nicht einfach, weil man muss ja erst mal sehen, wo steht denn der andere? Du nimmst ein Wort wie Sünde in den Mund. Ja, was mag das sein für den anderen? Es ist gar nicht so einfach.
Und ich dachte mir: Wir sind ja alle miteinander genau wie Philippus dazu berufen, das Evangelium zu predigen. Ich dachte mir, ich gebe euch mal sieben Punkte mit, von denen ich glaube, dass man, wenn man mit jemandem über das Evangelium redet – und Zeit hat –, sich entlanghangeln kann, um zu sagen: Du möchtest wissen, was ich glaube? Ich gebe dir mal sieben Punkte mit.
Und das Schöne ist für die Hauskreise: Die Ältesten hatten mich gebeten, für die Predigten, damit die Hauskreise nach den Predigten immer auch sich noch einmal mit dem Thema beschäftigen können, Fragen zusammenzustellen. Also habe ich das gemacht. Für alle, die in Hauskreisverantwortung sind: Ihr könnt euch so einen Zettel mitnehmen oder mehrere Zettel auch für eure Hauskreise. Und das, was ich euch jetzt sage, diese sieben Punkte, die vielleicht wichtig sind für das Evangelium, die stehen hier noch einmal drauf. Also ihr müsst jetzt nicht mitschreiben oder denken: Oh schade, da hätte er nur was gesagt. Ihr kriegt das noch einmal, wenn ihr wollt, und könnt in den Hauskreisen auch darüber nachdenken: War das gut oder war das nicht so gut? Hätte man da vielleicht noch mehr sagen können? Kann man da einen Punkt weglassen?
Aber mir ist wichtig, dass wir, wenn wir das Evangelium beschreiben, verstehen: Sieben Punkte sind wahrscheinlich unverhandelbar.

Schöpfung, Wesen Gottes und Sinn des Lebens

Punkt eins hat mit der Schöpfung zu tun. Wir glauben als Christen an einen Schöpfergott, an einen Schöpfergott, der sich den Menschen auf besondere Weise offenbart hat. Das merken wir: Wir haben ein Gewissen, wir sind schöpferisch kreativ, wir können sprechen, wir können abstrakt denken. Wir können tatsächlich den Rest der Schöpfung beherrschen und, mal ganz ehrlich, leider auch kaputt machen.
Aber das ist wichtig, da müssen wir anfangen. Das Evangelium beginnt damit, dass es einen gibt, der alles gemacht hat, mit der Schöpfung.
Und dann kommt ein zweiter Punkt dazu: Der, der alles gemacht hat, Gott, offenbart sich in diese Welt hinein als ein Gott, der Geist, Liebe und Heiligkeit ist. Geist: Du kannst ihn nicht sehen. Wo ist denn Gott? Na ja, er ist Geist. Er ist nicht Materie, er ist nicht so ein Pult, das man anfassen kann. Er ist Geist.
Er ist Liebe, ein ganz wichtiger Punkt. Gott ist Liebe. Das zeigt sich darin, dass er ein dreieiniger Gott ist, wo Vater, Sohn und Heiliger Geist einander in Liebe zugetan sind. Und er möchte, dass wir, wenn wir an ihn denken, begreifen: Er ist Liebe. Er will unser Bestes. Und gleichzeitig ist er Heiligkeit. Er ist absolut gegen alles Böse.
Ein dritter Punkt, der für mich zum Evangelium gehört: Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Der Sinn des Lebens für einen Menschen besteht nicht darin, in diesem Leben seine Definition von Glück auszureizen bis zum Anschlag, so wie beim Hau den Lukas. Wenn es dann oben rangeht, dann habe ich es geschafft. Sondern wir sind dazu berufen, Gott anzubeten, mit ihm zu reden, von ihm zu lernen, an seiner Seite Leben zu genießen, ihm zu danken, uns über das zu freuen, was er uns gibt, und für ihn zu leben.
Das ist der Sinn des Lebens. Dafür ist der Mensch da. Und das merkt der Mensch auch: Dass einfach nur noch mehr kaufen und noch mehr Selbstverwirklichung die Seele nicht satt macht.

Der Bruch und die Rettung

Und dann kommt der vierte Fall, der vierte Punkt: das ist der Sündenfall. In dieser Geschichte des Menschen mit seinem Schöpfer gibt es einen Bruch. Die Schöpfung, die sehr gut war, wird durch diesen Bruch in Mitleidenschaft gezogen. Ein Ort, der für den Menschen das Schönste sein sollte, ein Paradies, wird zu einem Ort, der von Krankheit beherrscht wird, von Kriegen, von Naturkatastrophen und Tod.
Dieses Miteinander von Gott, Mensch, Mann, Frau und Schöpfung wird zu einem permanenten Gegeneinander. Der Mensch wurde Sünder, und er ist dazu verflucht, sich selbst zu zerstören, das zu zerstören, was ihm eigentlich am liebsten ist, und zu sterben. Und er wird für das Böse, das er tut, wir sind nicht die Guten, von Gott einmal gerichtet werden.
Und jetzt kommt der fünfte Punkt. Wenn der Mensch das einsieht, merkt er: Niemand kann sich selber retten. Du kannst nicht durch gute Werke, nicht durch logisches Denken, nicht durch Wissenschaft, nicht durch Ideologie, durch nichts in dieser Welt dein Herz aus dir selbst heraus gut machen. Es geht nicht. Das Problem steckt hier ganz tief drin. Es steckt nicht darin, welche Erziehung du genossen hast oder wie die Konsumgüter verteilt sind. Es steckt auch nicht in der Gesellschaft. Das Herz des Menschen ist krank, und das ist das eigentliche Problem.
Und deswegen der sechste Punkt, der zum Evangelium dazugehört: Jesus. Deswegen Jesus. Wir sind als Menschen rettungslos verloren. Und weil Gott eben nicht nur Heiligkeit ist und sagt: Okay, dann werde ich dich für deine Sünde richten, sondern Liebe ist, kommt er selber auf die Welt und findet einen Weg, wie er den Menschen retten kann, wie er den Menschen vor dem Gericht über seine bösen Gedanken, Worte und Taten retten kann.
Um es kurz zu machen: Ostern liegt ja hinter uns. Gott wird Mensch, und er stirbt am Kreuz für die Sünden der Menschen. Der eine, der ein sündloses Leben geführt hat, stirbt stellvertretend für die, die selbst Sünder sind, nimmt ihre Schuld mit ans Kreuz und lässt sich für sie von einem heiligen Gott richten. Aber damit wird nicht das letzte Wort gesprochen, denn das letzte Wort heißt Auferstehung.
Und Auferstehung hat damit zu tun, dass wir wissen müssen, wer die Nummer eins im Universum ist, wer der Herr ist. Und das ist Jesus. Jesus steht auf aus den Toten und sagt: Jeder, der an mich glaubt, dem möchte ich von meinem Auferstehungsleben abgeben. Den möchte ich herausziehen aus dem alten Leben und hineinstellen in ein neues Leben. Dem möchte ich Anteil geben an dem, was ich habe. Der soll mit mir in Ewigkeit leben und in Ewigkeit herrschen, wenn er ganz auf mich vertraut, von mir lernt, mich liebt und mich anbetet.
Und auf diese Weise entsteht der letzte Punkt, der zum Evangelium dazugehört: Gemeinde Gottes, diese Jesusgemeinde. Denn wenn ich glaube, dass Jesus am Kreuz für meine Sünden gestorben ist, wenn ich ihm nachfolgen und mein altes Leben hinter mir lassen möchte, wenn ich weiß, meine Sünden sind mir abgewaschen, ich stehe rein vor Gott als ein Heiliger, wenn ich das alles weiß, dann lasse ich mich taufen und werde öffentlich Teil einer Gemeinde, einer Jesusgemeinde, einer Gemeinde, die sich wie ihr sonntags trifft, als Priesterinnen und Priester, um gemeinsam durchs Leben zu gehen, um Gott Lieder zu singen, um ihn anzubeten, um auf Jesus zu warten, dass er wiederkommt, um diese Schöpfung in ihrer Ganzheit zu erlösen, wenn er einen neuen Himmel und eine neue Erde aufrichten wird.
So, das ist für mich das Evangelium: dass ich mit der Schöpfung starte, die kaputt geht, wo ich mitten hineingeworfen bin in so einen Glutstrom des Verderbens und mich selber nicht retten kann. Und dann kommt Jesus und sagt: Hey, ich ziehe dich da raus, und ich mache einmal alles neu. Gott herrscht, das ist das Evangelium.
Aber das ist ganz schön komplex, oder? Also ganz ehrlich, ich finde das ganz schön komplex. Wie soll man so etwas in zwei, drei Minuten jemandem erklären? Ist nicht einfach.

Die Antwort des Kämmerers

Und doch steht irgendwie das Wort im Zentrum der Bekehrung von Philippus. Gott spricht durch Propheten, wie zum Beispiel Jesaja. Gott schreibt ein Buch, die Bibel. Gott gebraucht Philippus, um das Buch, die Bibel, auszulegen. Und jetzt kommt der Kämmerer.
Der Kämmerer ist cool. Und jetzt kommt die Antwort des Kämmerers. Also: Wenn du vielleicht eher so der nüchterne Typ bist, der, wenn die E-Gitarre singt, nicht innerlich anfängt, mit zu vibrieren, wenn du der nüchterne, sachliche, pragmatische Typ bist, dann wirst du dich jetzt wiederfinden. Der Kämmerer ist nämlich genau so einer.
Schaut euch Vers 36 an. Das ist seine nüchterne, pragmatisch-sachliche Antwort auf die Präsentation des Evangeliums:
Als sie aber auf dem Weg fortzogen, kamen sie an ein Wasser; und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser. Was hindert mich, getauft zu werden?
Aha! Also, es gibt diese emotionalen Bekehrungen, ja, wo jemand auf den Boden fällt und zittert. Und dann gibt es anscheinend Leute, die hören sich das an, sagen: Aha, gut, sie haben eine Frage, die wird beantwortet, und dann ist ihre nächste Frage: Sag mal, was hindert es eigentlich, dass ich jetzt getauft werde?
Gute Frage: Was hindert eigentlich daran, dass jemand, der gläubig wird, getauft wird?
Wir können jetzt noch Vers 37 dazulesen. Das ist in späteren Handschriften eingefügt:
Philippus aber sprach zu ihm: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.
Also, spätere Handschriften haben sich ganz schwer damit getan, zu glauben, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.
Dass jetzt Philippus eigentlich in Vers 38 einfach Folgendes macht: Und er befahl, den Wagen anzuhalten; und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als auch der Kämmerer, und er taufte ihn.
Vers 40, also bis Vers 40:
Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog seinen Weg mit Freuden. Philippus aber fand man zu Aschdod. Und er zog hindurch und verkündigte das Evangelium allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

Der erste Schritt des Glaubens

So, wenn du jetzt an dieser Stelle denkst: Mann, ist das sachlich, ja, das ist ja nichts weiter, das ist ja schon staubtrocken, dann hast du den Schwerpunkt dieser Geschichte verstanden.
Es geht hier darum, zu begreifen, dass im Zentrum einer Bekehrung jemand steht, der das Evangelium erklärt, und jemand, der die Fakten hört und dann bereit ist, genau das zu tun, was Gott von ihm will. Und der erste Schritt auf dem Weg des Glaubens, das ist ein Schritt hinein ins Wasser, da wird man getauft.
Also, was gehört zu einer echten Bekehrung? Ein Punkt ist: Ich habe die Fakten verstanden, ich weiß, worum es geht, und ich tue das, was Gott sagt.
Das ist genau das, wo Simon der Zauberer in der Geschichte davor versagt. Er war von diesen Zeichen und Wundern so geblendet. Er wollte gar nicht genau das Evangelium verstehen, sondern er wollte nur ein Teil dieser neuen Bewegung sein. Er wollte im Trend mitschwimmen. Da in Samaria entstand etwas Schickes, Neues, und ich will da nicht daneben sein. Das eigentlich interessiert mich nicht, ich will Trendsetter sein. Aber das Evangelium in seiner ganzen Tiefe hat ihn nicht wirklich interessiert.
Jetzt kommt hier eine echte Bekehrung, und sie ist dann eine echte Bekehrung, eine echte Umkehr weg vom Alten hin zum Neuen, wenn ich das Neue kenne und mich dann ganz bewusst weiß, wozu ich mich bekehre. Also es reicht nicht nur, betroffen zu sein von der eigenen Sünde, es reicht auch nicht, dass ich sehe, wie andere sich bekehren. Ich muss selber verstehen, was Sache ist, und dann eine für mich existenzielle Entscheidung treffen.
Das kann, wie gesagt, ganz, ganz nüchtern sein. Heißt das, ich muss alles in der Bibel verstanden haben, bevor ich mich bekehrt habe? Nein, nie! Die Bibel ist ein Dialog. Du wirst bis zum Rest deines Lebens die Bibel lesen und noch Fragen haben und Neues verstehen. Aber dieses Einmal-eins des Glaubens, dieses geistliche ABC, aus dem das Evangelium besteht, das muss ich verstanden haben, damit ich eine Entscheidung treffen kann für Jesus, die auch wirklich echt ist.
Deswegen dieser erste Punkt: Was macht eine echte Bekehrung aus? Wir haben noch einen zweiten Punkt. Bitte wartet auf den noch bei der nächsten Predigt, bevor ihr den Sack zubindet. Aber dieser erste Punkt lautet: Eine echte Bekehrung besteht daraus, dass man zuhört und versteht und auf das reagiert, was man verstanden hat.

Drei praktische Anwendungen

So, was nehmen wir mit? Drei Dinge möchte ich euch aus dieser Predigt mitgeben.
Erstens: Wenn du ein nüchterner Mensch bist, einer, der gerne liest, nachdenkt, tut, was Gott will, und dich manchmal fragst, ob dieses ganze nüchterne Christsein reicht, dann findest du hier die Antwort: Ja, es reicht. Freu dich an dem, was du hast. Freu dich an dem, wer du bist. Lebe auf deine ruhige, gehorsame Weise mit Gott. Alles ist gut, okay?
Zweiter Punkt: Wenn du gemerkt hast, dass es gar nicht so leicht ist, das Evangelium zu erklären, weil es groß ist und es dir vielleicht auch fast ein bisschen schwerfällt, darüber zu reden, dann ist mein Tipp: Nutz die kommenden Wochen, um dieses Defizit auszugleichen. Setz dich hin. Schreib dir einmal auf, was du jemandem erklären würdest. Was sind für dich die wichtigsten Punkte des Evangeliums? Wie würdest du es darstellen? Schreib dein Zeugnis auf. Sprich im Hauskreis darüber. Aber werde jemand, der, wenn er wirklich einmal in die Situation kommt, sagen kann: Hey, ich kann dir das Evangelium erklären.
So, wie ich es euch vorgemacht habe: sieben Punkte im Kopf. Manchmal braucht man nur ein paar Stichpunkte, sieben Stichpunkte, die man einmal auswendig gelernt hat. Und wenn man dann kommt, kann man sagen: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben. Das ist das, was du verstanden haben musst. Mach das.
Ich möchte dir Mut machen: Wenn du jemals in deinem Leben eine Einkommensteuererklärung ausgefüllt hast, dann ist das schwieriger, als das zu lernen, um das Evangelium zu erklären.
So, letzter Punkt: Vielleicht hat dich auch diese Frage des Kämmerers getroffen: Was hindert mich, getauft zu werden? Und ich meine nicht nur das Thema Taufe, sondern den Glauben, der dadurch zum Ausdruck kommt. Vielleicht hast du in dem Moment gedacht: In meinem Leben gibt es auch so einen Punkt, den ich vor mir herschiebe, obwohl ich eigentlich weiß, dass Gott etwas möchte, ich es aber noch nicht getan habe.
Wenn Gott dich an dieser Stelle durch den Glauben des Kämmerers angesprochen hat, dann trau dich doch, es heute anzupacken. Trau dich heute in der Kraft Gottes, den nächsten Schritt zu gehen, den Gott mit dir in deinem persönlichen Glaubensleben gehen möchte.
Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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