Generierte Mitschrift
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Einführung und Ausgangspunkt
Matt hat heute Morgen nicht ganz so lange gesprochen, wie er es gestern in seinen beiden Sessions getan hat. Daher wollen wir ihm den Rest der Zeit jetzt geben und Matt bitten, dass er kommt und diesen nächsten Vortrag über Gemeindeleitung hält.
Guten Morgen!
Warum die neun Merkmale? Unser Pastor hat ein Buch geschrieben, das die neun Merkmale einer gesunden Gemeinde auch hier auf Deutsch übersetzt. Ursprünglich entstand dieses Buch jedoch aufgrund eines Briefes, den er an eine Gemeinde in Boston, Massachusetts, gesandt hat. Diese Gemeinde lag ihm sehr am Herzen. Sie war auf der Suche nach einem neuen Pastor, aber Mark Dever hatte das Gefühl, dass diese Gemeinde letztendlich nach den falschen Eigenschaften für einen Pastor suchte.
So schrieb er diesen vierseitigen Brief und formulierte darin, wonach sie Ausschau halten sollten. Er listete diese neun Dinge auf, nach denen sie suchen sollten. Haltet Ausschau nach einem Prediger, der Auslegungspredigten praktiziert, der biblische Theologie versteht, der ein rechtes Verständnis des Evangeliums hat, der daran glaubt, dass Menschen bekehrt, verwandelt und erneuert werden müssen, der die rechte Art von Evangelisation praktiziert, der weiß, was es heißt, ein rechtes, bedeutungsvolles Gemeindeglied zu sein, ein Pastor, der so mutig ist, dass er auch bereit ist, Gemeindezucht zu üben, wie sie in der Bibel beschrieben wird, der auch ein rechtes Verständnis von Jüngerschaft und geistlichem Wachstum hat. Und dann ist das neunte Merkmal das Merkmal biblischer Gemeindeleitung.
Dies waren neun Merkmale, die Mark Dever am Herzen lagen. Er hatte das Gefühl, dass dies Aspekte sind, die in den evangelikalen Gemeinden mehr und mehr verloren gehen. Er war sehr daran interessiert, dass diese neun Merkmale wieder Einzug halten in die DNA gesunder Gemeinden.
Wir haben aber auch Freunde gehabt, die uns auf diese neun Merkmale angesprochen haben, einige sehr bekannte, andere unbekannte Leute. Zum Beispiel sagte unser Freund John Piper: Wo ist Evangelisation? Wo ist Gebet? Mach das zu Merkmal Nummer zehn und elf. Das ist eine gute Anmerkung, eine gute Frage. Warum nicht Mission und Gebet noch dazu?
Ganz einfach: Die meisten Gemeinden haben diese Merkmale noch nicht verloren, dass es ihnen an Mission und an Gebet liegt. Aber diese neun Merkmale scheinen in der evangelikalen Kirche, zumindest in Amerika, mehr und mehr ins Abseits geraten zu sein, nicht nur bei uns in Amerika, sondern wahrscheinlich auch hier in Europa.
Wir sind sicherlich nicht der Meinung, dass diese neun Merkmale das Wichtigste sind, was wirklich im Rampenlicht stehen sollte. Sicherlich müssen wir Piper zustimmen, dass die Herrlichkeit Gottes sehr viel wichtiger ist als diese neun Dinge. Aber das bedeutet nicht, dass diese Dinge unwichtig sind.
Kann es sein, dass wir in unserem Denken Dinge haben, die nicht erstrangig sind, aber doch wichtig? Können wir nicht in unserem Denken an Dingen festhalten, die vielleicht nicht essenziell sind, aber doch sehr wichtig? So viele Christen heutzutage wollen sich nur auf das fixieren, was essenziell ist. Sicherlich ist es wichtig, an den essenziellen Dingen festzuhalten. Aber was ist mit den Dingen, die nicht ganz so wichtig sind?
Und so wollen wir heute Morgen über Leitung in der Gemeinde sprechen. Sicherlich ist das nicht so wichtig wie die Lehre der Dreieinigkeit. Aber wenn du deine Bibel liest, siehst du, dass Leiterschaft durchaus sehr wichtig ist.
So wollen wir unser Denken und unsere Herzen heute Morgen auf diesen Gedanken über Leiterschaft und auch auf die Rolle der Gemeinde dabei richten. Schlagen wir einmal unsere Bibeln auf zu Apostelgeschichte 6, und ich lese dort zuerst den ersten Vers:
Apostelgeschichte 6,1In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden.
Die Gemeinde nahm zu, in Zahl, aber auch in der Komplexität, wie sie sich zusammensetzte. Und daraus entstanden nun Konflikte. Wie das so häufig der Fall ist, traten diese Probleme zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen auf.
Lesen wir weiter in Vers 2 bis 4:
Apostelgeschichte 6,2-4Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen. Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind. Die wollen wir für diesen Dienst einsetzen. Wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben.
Haben die Apostel sich direkt diesem Problem angenommen? Nein, sie haben andere ausgerüstet, sich dieses Problem anzunehmen. Und warum? Es wäre nicht richtig für sie gewesen, diesen Dienst am Wort und den Dienst des Gebets zu vernachlässigen.
Und so lesen wir weiter in Vers 5 und 6, dass die Gemeinde durchaus erfreut war über diesen Vorschlag. Und sehen wir dann in Vers 7, was die Frucht einer solchen Entscheidung war:
Apostelgeschichte 6,7Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr in Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.
Wir lesen also hier, dass sich das Wort Gottes ausbreitete und dass eine große Zahl noch hinzugefügt wurde. Und was sagt uns das darüber, dass wir die Zeit des Pastors schützen, damit er Zeit für Gebet und das Wort hat? Ich hoffe, dass die Antwort offensichtlich ist.
Die Aufgabe der Ältesten im Überblick
Aber kommen wir zu sprechen auf die Rolle eines Ältesten. Im Neuen Testament sehen wir, dass die Worte Ältester, Pastor und Bischof, also Überseher, eigentlich synonym gebraucht werden. Und so werden auch wir das hier tun, wenn wir über diese Worte sprechen. Wir werden über den Dienst des Zusammenrufens und Zusammenbringens sprechen, über den Dienst am Wort und über den Dienst der Ausrüstung.
Mit anderen Worten: Wir rufen die Schafe zusammen, wir lehren die Schafe, und dann rüsten wir diese Schafe aus, damit sie Dienste übernehmen können. Und genau das ist die Rolle eines Ältesten.
Kommen wir zuerst zu sprechen auf das Zusammenbringen, das Zusammenrufen der Schafe, was oftmals übersehen wird. Wie ich schon gestern Abend angedeutet habe, war ein großes Versagen der Leiter in Israel, dass sie die Schafe nicht gesammelt, sondern zerstreut haben. Lesen wir dazu einmal Jeremia 50,6: Mein Volk war wie verlorene Schafe; ihre Hirten haben sie auf Abwege geleitet, auf den Bergen sie irregeführt. Sie gingen von Berg zu Hügel und haben ihren Ruheplatz vergessen.
Oder schlagen wir zurück zu Jeremia 23, den ersten Teil: Wehe den Hirten, welche die Schafe meiner Weide verderben und zerstreuen, spricht der Herr! Darum spricht der Herr, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und nicht nach ihnen gesehen. Siehe, ich werde an euch die Bosheit eurer Taten heimsuchen, spricht der Herr.
Ein guter Hirte ist nicht einer, der die Schafe zerstreut, sondern einer, der sie zusammenbringt und zusammenruft. Er ist es, der die 99 hinter sich lässt, um nach dem einen Verlorenen Ausschau zu halten. Und dann sagt sein Vater, dass er keinen einzigen Schaf verloren hat, den der Vater ihm gegeben hat.
Wenn du also als Ältester in der Gemeinde das Bedürfnis hast, die Schafe zusammenzubringen, dann ist das ein gutes Bedürfnis. Dein Auftrag ist das, was wir in Apostelgeschichte 20,28 lesen: „So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welche der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat.“
Was heißt das, Brüder und Schwestern? Es bedeutet, dass du eines Tages Verantwortung ablegen musst für jedes Schaf, das Gott unter deine Obhut gesetzt hat. Für jedes Schaf, für das du hüten sollst, musst du dich verantworten.
Der Vers Hebräer 13,17 ist etwas, das wirklich das Denken der Ältesten bei uns in der Gemeinde sehr bewegt: Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
Are you prepared to give an account for every one of the sheep under your care? Und so frage ich dich: Bist du darauf vorbereitet, Verantwortung abzulegen für jedes Schaf, das Gott unter deine Obhut gesetzt hat? Weißt du überhaupt, wer deine Schafe sind?
If we went through your membership list, and I hope you would have one, wenn wir durch deine Liste von Gemeindegliedern uns durcharbeiten, ich hoffe, dass ihr solch eine Liste habt, würdest du oder ein anderer Ältester in deiner Gemeinde in der Lage sein, Bescheid zu wissen, wie es geistlich aussieht mit dieser Person?
Pastoren heutzutage haben diese Aufgabe des Übersehens verloren. Wir sind Überseher und Bischöfe, dazu sind wir berufen. Und für diejenigen von euch, die keine Pastoren oder Ältesten sind, ist es wichtig zu sehen, dass es wichtig ist, für euren Pastor dieser Aufgabe nachzukommen, dass es euch bewusst ist, dass eure Pastoren und Ältesten eines Tages Rechenschaft für eure Seele vor Gott abgeben müssen.
Die Herde kennen und schützen
Nun, bei uns in der Gemeinde haben wir ungefähr 850 Mitglieder und ungefähr ein Dutzend Älteste. Wie ist es möglich, bei all diesen Leuten auf dem Laufenden zu bleiben? Hier vielleicht einige Ideen, die euch helfen könnten.
Wir haben eine Mitgliederschulung, bei der jedes neue Mitglied sechs Vorträge anhören und durcharbeiten muss. Wir wollen, dass diese Personen genau wissen, was wir glauben und was unsere Praktiken sind. Uns ist also wichtig, dass jeder, der Mitglied der Gemeinde wird, weiß, was uns als Gemeinde wichtig ist und auch mitdenken kann, und zwar bevor er überhaupt Mitglied der Gemeinde wird.
Seht ihr also, bevor sie überhaupt jemals Mitglied werden, wie wir dort schon diese Fürsorge ausüben? Es sind nur Älteste, die diese Schulung durchführen. Wir wollen, dass diese möglichen zukünftigen Gemeindeglieder die Ältesten kennenlernen und auch die Ältesten die einzelnen Glieder schon im Voraus kennenlernen.
Und wenn du diese sechs Sitzungen abgeschlossen hast, dann machst du eine Verabredung, einen Termin, mit einem der Ältesten aus, wo du persönlich interviewt wirst. Und der Älteste wird zu dem Zeitpunkt dann dein Leben ein bisschen untersuchen, wie du aufgewachsen bist, wie du dich bekehrt hast, über deinen geistlichen Werdegang.
Bevor du also überhaupt Mitglied wirst, hast du schon die Ältesten der Gemeinde kennengelernt, und wir als Älteste haben dich kennengelernt. Aber was sind vielleicht andere Ideen, damit wir unsere Herde besser kennen?
Alle zwei Wochen, an einem Donnerstagabend, kommen unsere Ältesten zusammen. Wir nehmen unsere Mitgliederliste, die immer auf dem neuesten Stand ist, und wir nehmen einen Buchstaben aus dem Alphabet. Sagen wir mal, wir nehmen den Buchstaben S und arbeiten uns dann durch jedes Mitglied durch, sprechen über jedes Mitglied, dessen Nachname mit S anfängt. Was ist der geistliche Zustand der Schmackers, der Schlegels und der Schneiders? Und dann, beim nächsten Mal, wenn wir zusammenkommen, sprechen wir über diejenigen, deren Nachname mit T anfängt. Wie geht es den Thomases?
Ihr seht also, was wir hier versuchen. Wir versuchen zu sehen, wie es um Sie geistlich steht und in welchen Beziehungen Sie zu den anderen Geschwistern in der Gemeinde stehen. Uns ist bewusst, dass ein Schaf, das alleine herumirrt, in Gefahr ist. Wir wollen also, dass jedes dieser Schäfchen verbunden ist mit anderen Gliedern.
Beziehungen, Fürsorge und praktische Aufsicht
Aber wir haben auch noch dieses andere Hilfsmittel, das wir einen Beziehungsbaum nennen. Ich glaube, dieser Beziehungsbaum wurde von jemandem erfunden, der deutschstämmig ist. Denn es ist eine Excel-Tabelle: In der linken Spalte steht der Name jedes Mitglieds. Und dann haben wir in der obersten Zeile ganz unterschiedliche Bereiche eines jeden Gemeindeglieds.
Von wem werden sie in der Jüngerschaft begleitet? Mit wem stehen sie in einer Jüngerschaftsbeziehung? Sind sie in einer Kleingruppe? Haben sie besondere Verbindungen und Beziehungen zu einem der Ältesten? Gibt es besondere Freundschaften?
Wenn ich Kais Namen sehe, und er ist ein Mitglied unserer Kirche, und sein Name steht dort, und es ist einfach blank, blank, blank, blank, dann nehmen wir also einmal an, dass mein Name in diesem Spreadsheet drinsteht und eigentlich nichts ausgefüllt ist. Was würde das über mein Leben aussagen? Er ist nicht mit der Gemeinde verbunden. Und so werden wir als Älteste dafür sorgen, dass er Verbindungen und Beziehungen in der Gemeinde aufbaut.
Das ist gut, das ist schlecht.
Wir haben auch eine Liste für Sorge, eine Liste für Fürsorge. Dort befinden sich die Glieder, die Probleme haben. Es sind schwache Schafe, die insbesondere unsere Fürsorge und unser Übersehen bedürfen. Nur die Ältesten haben Zugang zu dieser Liste.
This could be a marriage that's in trouble. It could be a mother who has cancer and has three children. It could be a couple of young men who are struggling with pornography or fornication. Vielleicht befinden sich dort die Namen von einzelnen jungen Männern, die mit Pornografie zu kämpfen haben. It could be a young woman who is suicidal. Es könnte eine junge Frau sein, die selbstmordgefährdet ist.
Das sind schwache Schafe, und sie sind wahrscheinlich auf der Flucht, und wir müssen sicher sein, dass wir sie greifen, dass wir ihnen unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Und so ist es für uns als Älteste eine sehr wichtige Aufgabe, dass wir die Schafe sammeln und zusammenhalten.
Wollen wir dann auch über den Dienst am Wort sprechen?
Der Dienst am Wort als Priorität
Vor einigen Jahren hat Nine Marks Ministries ein Interview mit John MacArthur aus Kalifornien geführt. Wir haben ihn gefragt: Wie kannst du als Pastor eine Megagemeinde leiten? Wie kannst du zweimal pro Woche predigen, über 50 Bücher schreiben, Präsident eines Bibelseminars sein und viele Gemeinden mitgründen? Das ist etwas, worüber wir nur staunen können. Ich bin mir sicher, dass er den Glauben der Apostel geteilt hat, und das war seine Antwort.
Er sagte, dass im Laufe der Jahre Geschwister zu ihm gekommen seien und gesagt hätten: „Mensch, wie wäre es denn, wenn wir ein Radioprogramm anfangen? Wie wäre es, wenn du vielleicht Präsident oder Leiter eines Bibelseminars wirst?“ Und er habe immer wieder gesagt: „Das ist eine super Idee, wenn du es übernimmst.“ Er lässt solche Dinge nicht seine Zeit vereinnahmen, damit er genug Zeit für die Vorbereitung von Gottes Wort hat.
Vielleicht kann ich euch einmal ein Geheimnis verraten. Was meint ihr, wie sieht der Terminkalender von John MacArthur in jeder Woche aus? Am Montag arbeitet er mit all seinen Mitarbeitern zusammen: in der Gemeinde, im Radioprogramm und im Bibelseminar. Am Dienstag und am Mittwoch bereitet er seine Predigt für den Sonntagmorgen vor. Andersherum bereitet er am Dienstag und Mittwoch seine Sonntagabendbotschaft vor, und dann am Donnerstag und Freitag seine Sonntagmorgenbotschaft. Und am Samstag spielt er Golf.
Das ist, was er sagt: Dinge würden nicht erledigt worden sein, wenn nicht andere sie gemacht hätten. Über sich selbst sagt er: „Ich bin nur der Typ, der die Wahrheit verkündigt.“ Seht ihr hier die Prioritäten, die er für sein eigenes Leben gesetzt hat?
This is the advice we give to young pastors: give your time to preparation and preaching of the word and let everything else work out. Und das ist genau das, was wir jungen Pastoren sagen: Schießt euch ganz auf die Vorbereitung von Predigten ein und lasst das andere eher so laufen.
Not every elder in the church is obviously going to give this kind of time to the preparation of the word. Sicherlich wird nicht jeder Älteste in der Gemeinde die Zeit haben, sich in diesem Maße mit dem Wort Gottes zu beschäftigen. Aber jeder Älteste sollte eine absolute Zuversicht haben in the authority and sufficiency of God's word for caring for this flock. Und zwar in die Autorität und die Genügsamkeit des Wortes Gottes für die Fürsorge für die Christen in der Gemeinde und in ihrem Leben.
Zurüstung der Gemeinde zum Dienst
Aber reden wir dann auch über den Dienst des Ausrüstens. Der Älteste gibt sich ganz dem Dienst am Wort Gottes hin, weil es ihm am Herzen liegt, dass dadurch auch die Geschwister für den Dienst selbst zubereitet werden.
Ja, wie wir gesehen haben, schafft das Wort Gottes Leben in uns. Aber das Wort Gottes ist es auch, das uns als Christen, als Heilige, zurüstet und wachsen lässt. Schauen wir uns dazu einmal Epheser 4 an und lesen dort ab Vers 11:
Epheser 4,11: Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer.
Warum hat er der Gemeinde diese Gaben gegeben? Vers 12: zur Zurüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus. Gott hat also diese Gaben der Gemeinde gegeben, damit die Heiligen zugerüstet werden für den Dienst.
Die Ältesten nehmen diese Dienste und legen sie in die Hände der Gemeindeglieder. Und warum? Denken wir hier weiter, was es in Vers 12 und 13 sagt, wie es hier heißt: für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus.
In gewisser Hinsicht ist ein Ältester jemand, der daran arbeitet, dass er arbeitslos wird, weil er darauf erpicht ist, dass er andere zurüstet, Dienste zu übernehmen. Er rüstet die Ältesten für das Übersehen der Gemeinde zu und die Diakone und den Rest der Gemeinde für ihren Dienst. Auch für Bibelstudien und Ähnliches gilt das: Die Ältesten sollen zugerüstet werden, damit sie gute Predigten und gute Bibelstudien abhalten können, und damit sie zugerüstet werden, wirklich ernsthaft zu beten. Dann aber auch, einen Schritt zurückzutreten und, mit anderen Worten, den Dienst und die Verantwortung in die Hände treuer Menschen zu legen.
Dass also der Dienst in die Hände treuer Menschen gelegt wird. Ein guter Ältester ist nicht jemand, der bis ins kleinste Detail bei allen anderen noch mitwirkt.
So frage ich euch, Pastoren: Wo findet ihr die Ruhe, wo findet ihr das Vertrauen für euren Dienst? Was ist der Umfang eures Dienstes als Pastoren? Gott hat euch versprochen, dass er die Predigt seines Wortes segnen wird. Und diese Verheißung hat er uns nicht für gute und vollkommene Programme gegeben.
Und so strebt danach, dass ihr eure Zeit im Wort verbringt und dadurch dann die Glieder, die Heiligen in der Gemeinde, für den Dienst zurüstet.
Mehrere Älteste und ihre gemeinsame Verantwortung
Matthias und ich haben diese Woche schon einige Gespräche über das Thema geführt, dass es mehrere Älteste geben sollte, also eine Pluralität der Ältesten.
In Amerika haben wir die Tradition, dass es in einer Gemeinde einen Ältesten gibt und dann viele Diakone darunter. Aber im Neuen Testament finden wir viele Hinweise und viele Erwähnungen, dass es mehrere Älteste in Gemeinden gegeben hat.
Ich möchte einmal einige gute Gründe nennen, warum wir mehr als nur einen Ältesten in einer Gemeinde haben sollten.
Zum einen werden dadurch die Schwächen der Ältesten ausgeglichen. So gut ein Pastor wie Matthias auch sein mag, er hat nicht alle Gaben. Zusammenzuarbeiten mit einem pastoralen Team ist sehr viel besser, weil dann auch die Schwächen von Matthias ausgeglichen werden.
Hier ist ein zweiter Vorteil: Dadurch wird die Kritik der Gemeinde irgendwo verteilt. Stell dir vor, du bist der einzige Älteste und alle Kritik an dem Pastor trifft nur dich. Wenn du dann ganz alleine bist, kann das ziemlich zermürbend sein. Es ist etwas Wunderbares, wenn wir Arm in Arm mit anderen Pastoren und Ältesten stehen können und gemeinsam diese Angriffe abwehren können. Wenn du zusammenstehst mit anderen Ältesten, wirst du wahrscheinlich auch sehr viel weisere Entscheidungen treffen, wodurch solcher Kritik überhaupt schon vorgebeugt werden kann.
Dadurch wird die Leiterschaft sehr viel mehr in der Gemeinde verwurzelt. So viele Gemeinden haben Pastoren, die kommen und gehen. Hierdurch wird aber für eine beständige Leiterschaft gesorgt.
Hier ist noch ein anderer Vorteil, wenn es zu einer Pluralität von Ältesten kommt: Es bevollmächtigt uns für korrigierende Jüngerschaft. Wenn es jemanden in der Gemeinde gibt, der unter Gemeindezucht gestellt werden sollte, dann ist es sehr viel leichter, das Ganze anzugehen, wenn mehrere Brüder da sind, die das in Angriff nehmen können, zusammen mit all den Beziehungen in der Gemeinde.
Die Rolle der Diakone
Aber kommen wir jetzt auch auf Diakone zu sprechen. Bei uns in Amerika haben wir den Senat und das House of Representatives. Damit ein Gesetz verabschiedet werden kann, muss es in beiden Häusern beschlossen und dann vom Präsidenten unterschrieben werden.
Sollten Diakone und Älteste in der Gemeinde ganz ähnlich funktionieren? Nein, Diakone sind kein zweites Haus, das Entscheidungen bestätigen muss. Es sind die Ältesten, die die geistliche Wegweisung geben. Es ist ein geistliches Amt. Ja, das Wort Amt ist vielleicht für uns ein bisschen ungewöhnlich, aber es ist ein geistliches Amt für geistliche Übersicht. Die Diakone hingegen sind Diener.
Hier vielleicht ein Bild, das diese Beziehung zwischen den beiden Aufgaben beschreibt: Die Ältesten sagen, lasst uns den kirchlichen Bus nehmen und nach München fahren. Sollen wir mit unseren Gemeindefahrzeugen nach München fahren? Die Diakone werden dann keine Rückmeldung geben und sagen: Ach, lass uns lieber nach Frankfurt fahren. Das ist nicht ihre Rolle. Die Ältesten geben die Richtung vor: Wir gehen nach München.
Was können die Diakone dann machen? Wir waren in München, aber was ist dann die Aufgabe der Diakone? Sagen wir mal, er ist ein Diakon und ich bin Ältester. Dann kann er sagen: Lieber Bruder Ältester, wir haben nicht genug Benzin, um es bis nach München zu schaffen. Können wir vielleicht eine kürzere Fahrt unternehmen? Seht ihr den Unterschied?
So sind also die Diakone diejenigen, die sich eher den physischen Nöten annehmen. Sie sind diejenigen, wie wir es auch in Apostelgeschichte 6 sehen, die an den Tischen arbeiten, die Tische bedienen und damit dienen.
Aber denken wir noch einmal zurück an Apostelgeschichte 6. Was war das wirkliche Problem, das wir hier in Apostelgeschichte 6 vorfinden? Ja, schauen wir mal, ob jemand anderes es weiß, außer du, Matthias. Okay, nicht Matthias, dann vielleicht jemand anderes? Die Leute haben gemurrt, dass für die Witwen nicht gesorgt wurde. Es wurde jemand bevorzugt, ja. It looks like the Grecian widows are not getting as much food as the Hebraic or Hebrew women, right? Es sieht so aus, als ob die hellenistischen Witwen nicht so viel bekommen wie die hebräischen Witwen. So partiality, favoritism? Es gibt hier also Vorzug, jemand wurde bevorzugt.
Aber das wirkliche Problem ist die Uneinheit. Aber das wirkliche Problem hier war die Uneinheit, die Zwietracht. Die Christen haben sich hier abgespalten, getrennt. Das Essen ist hier eine Nebensache. Das ist nur das, was der Teufel benutzt hat, um diese Zwietracht hervorzubringen. Nein, Zwietracht ist das wirkliche Problem. Auch im 1. Korintherbrief sehen wir, wie Paulus dieses Thema der Zwietracht anspricht.
Diese Apostel beauftragen jetzt die Diakone womit? Damit Essen ausgetragen wird, richtig, sicher. Aber an der Wurzel ging es darum, dieser Zwietracht entgegenzuwirken und unter den Christen eine Einheit zu schaffen. Diese Diakone sind so etwas wie Stoßdämpfer hier. very good at the sound system or very good at keeping the grounds in the building. You want those appointed who are fundamentally and first godly and are you able to unite sondern du willst Ausschau halten nach solchen, die geistlich fundiert sind und die wirklich dafür sorgen, dass es Einheit in der Gemeinde gibt.
Ganz praktisch gesehen kannst du jede Art von Diakon einsetzen, die deine Gemeinde gerade braucht. Es könnte einen Diakon geben, der sich um das Gebäude oder auch um die Gartenpflege kümmert. Vielleicht auch ein Diakon, der sich um die Finanzen kümmert. Wir haben sogar einen Diakon, der sich um Hochzeiten kümmert, weil viele unserer 850 Gemeindeglieder so jung sind und es so viele Hochzeiten gibt. All dieses Heiraten hat schon für Probleme in unserer Gemeinde gesorgt. Dafür wurde das Gemeindegebäude für Hochzeiten eingesetzt, und unsere Gemeindemitarbeiter waren schon ermüdet davon. Somit haben wir jetzt einen Diakon eingesetzt, der das alles überblickt.
Die Aufgabe der Gemeinde als Ganze
Wir haben also jetzt über die Rolle der Ältesten und die Rolle der Diakone gesprochen. Aber was ist die Rolle der Gemeinde als Ganzes? Sicherlich würde das sehr viel mehr Zeit brauchen, als uns jetzt noch bleibt. Vielleicht können wir in unserer Frage-Antwort-Zeit heute Abend noch ein wenig weiter darauf eingehen.
Wir haben schon gesehen, dass die Ältesten die Autorität und die Aufgabe haben, für die Gemeinde zu sorgen. Das geschieht dadurch, dass sie die Gemeinde sammeln und ihr am Wort dienen. Aber welche Autorität hat nun die Gemeinde als Ganze, wenn sie überhaupt Autorität hat? Soll sie dann nicht ganz einfach nur der Gemeindeleitung gehorchen, wie wir in Hebräer 13,17 gelesen haben?
Nein, ich glaube, es gibt mindestens drei Bereiche, in denen die Gemeinde eine Aufgabe hat und Verantwortung übernehmen soll. Zum einen bei Streitigkeiten, zum anderen bei Gemeindezucht und schließlich bei der Lehre.
Matthäus 18 spricht zuerst einmal über Streitigkeiten. Was sagt Jesus hier? Wenn ich sehe, dass es eine Sünde im Leben eines Christen gibt und ich ihn darauf anspreche, er aber nicht reagiert, was soll dann passieren? Wenn dieses Problem nicht zwischen uns beiden gelöst werden kann, soll ich dann direkt zu den Ältesten gehen? Wohin soll ich gehen? Wenn ich, nachdem ich noch einen Zweiten hinzugezogen habe, weitergehe, wohin gehe ich dann? Zur Gemeinde, zur Kirche. Wenn es einen Streit gibt, der sich nach mehreren Versuchen nicht lösen lässt, dann bringe ich ihn vor die Gemeinde.
Streitigkeiten, Probleme – und nun als Zweites die Gemeindezucht. In 1. Korinther 5, und wir werden es jetzt nicht lesen, haben wir das Problem, dass hier angesprochen wird, dass ein Glied der Gemeinde mit der Frau seines eigenen Vaters schläft. Und Paulus sagt, so etwas sieht man nicht einmal in der Welt draußen. Aber wen weist Paulus hier zurecht? Ist es der Einzelne, also die Person, die diese Sünde begeht? Ist es die Ältesten, die er hier zurechtweist? Nein, er spricht die ganze Gemeinde in Korinth an. Er sagt, ihr als Gemeinde solltet diesen Bruder aus der Gemeinde ausschließen. Die Gemeinde als Ganze hat in ihrem eigenen Stolz diese Sünde dieses Mannes toleriert. Und so weist Paulus die Gemeinde als Ganze zurecht, dass sie hier nicht aktiv geworden ist.
Also als Erstes diese Streitigkeiten, dann die Gemeindezucht, und nun kommen wir zur Doktrin, zur Lehre. In Galater 1 sagt Paulus, dass er absolut überrascht ist, erstaunt ist, weil sie sich einem anderen Evangelium zugewandt haben als dem, was er gepredigt hat. Weist Paulus daraufhin dann die Prediger zurecht, die diese Doktrin hineingebracht haben? Nein. Weist er die Ältesten der Gemeinde zurecht? Nein. Er weist die Gemeinde als Ganze zurecht. Sie hören sich ein falsches Evangelium an, und so kommt die Schuld auf ihre Köpfe.
So glauben wir, dass hier die Aufgabe auf die Gemeinde als Ganze fällt, dass sie diesen Irrlehrer nimmt und aus der Gemeinde hinauswirft. Wir sagen oftmals, wenn wir eine anglikanische, eine presbyterianische und eher eine Brüdergemeinde, sage ich mal so übertragen, nebeneinanderstellen, dass sie in guten Zeiten alle ganz ähnlich aussehen. Aber wenn es hier sauer wird, wenn hier irgendwie Dinge schlecht werden, sagen wir vielleicht, dass der Pastor sich einer schlechten Theologie zuwendet, dann sieht die Brüdergemeinde ein, dass dieser Prediger, dieser Pastor, zurechtgewiesen werden muss und beseitigt werden muss. Das Problem wird bewältigt, und die Herde ist geschützt.
Auswahl und Qualifikation von Ältesten
Ich bin mir sicher, dass es dazu viele Fragen gibt. Vielleicht wollen wir noch einmal ein paar andere Fragen ansprechen.
Wer zum Beispiel sollte Älteste nominieren? Wir sind der Überzeugung, dass es Älteste sind, die neue Älteste nominieren sollten. Denn es ist ja die Aufgabe der Ältesten, den geistlichen Zustand eines jeden Gemeindegliedes zu kennen. Und so sind es sie, die eigentlich am besten wissen, wer gewappnet ist, um solch eine Aufgabe auf sich zu nehmen. Aber genauso wie in Apostelgeschichte 6 soll es dann die Gemeinde als Ganze sein, die auch diese Auswahl der Ältesten bestätigt.
Aber was mache ich, wenn ich sehe, dass es niemanden in meiner Gemeinde wirklich gibt, der die Qualifikationen eines Ältesten hat? Vielleicht ist dann deine Messlatte zu hoch gesetzt. Wenn wir 1. Timotheus 3 und Titus ansehen, wo die Qualifikationen beschrieben werden, dann ist das eine ziemlich ordentliche Liste von Qualifikationen. Beschreibt diese Liste eigentlich jemanden Durchschnittliches? Er soll kein Säufer sein, er soll gütig und nicht streitsüchtig sein, er soll nicht der Liebe des Geldes verfallen sein, und er soll seinem Haus recht vorstehen. Aber dann kommt diese eine Zeile, diese eine Eigenschaft, die hier einen Ältesten von einem Diakon unterscheidet: Er soll in der Lage sein zu lehren.
Lehre also weiter zu diesem Thema und sei geduldig. Warte, dass der Herr dir jemanden schenkt. Das Herausragende an dieser Liste ist, wie durchschnittlich sie eigentlich ist.
Aber wenn wir Älteste in unserer Gemeinde einsetzen, worauf sollten wir noch achten? Vielleicht noch auf vier weitere Teile eines Vierecks.
Erstens: Was ist Ihre theologische Überzeugung? Was sagen Sie zur Autorität der Schrift, über Gottes Souveränität, die alleinige Exklusivität Christi und den Penal Substitutionary Atonement, also den stellvertretenden Sühnetod Christi? Das ist der Kern ihrer Theologie in guter Verfassung.
Der zweite Teil des Quadrats ist vielleicht das, was die bestimmte theologische Ausrichtung deiner Gemeinde bestimmt. In unserer Gemeinde sind wir Baptisten. Wir würden keine Babys taufen. Das ist etwas, was uns als Gemeinde ausmacht, und so müssen auch unsere Ältesten diese Überzeugung teilen.
Der dritte Teil des Quadrats: Demonstrieren Sie, dass Sie die Gemeinde lieben? Und ich glaube, grundsätzlich sieht das so aus, dass Sie sich einfach Zeit für die Gemeinde nehmen. Sie sind gegenwärtig, wenn die Gemeinde zusammenkommt. Dann sind auch Sie vorzufinden, denn diese Gemeinde liegt in meinem Herzen.
Und dann als viertes Quadrant, als vierter Teil des Quadrats: Stehen sie zu ganz bestimmten Aussagen der Schrift, insbesondere in solchen Bereichen, in denen die Kultur heutzutage einen anderen Weg geht? Hat jemand vielleicht Beispiele dazu? Wogegen sollen eure Ältesten aufstehen? Sexualität in unserer Gesellschaft? Ja, dass der Geist nicht das Wort verändert. Feminismus, Geschlechterrollen. Und so brauchst du Älteste, die sich gegen die Kultur aussprechen. Und das ist dieser vierte Bereich, nach dem wir Ausschau halten.
Ich glaube, der Rest muss einfach in Fragen während der Frage-und-Antwort-Zeit angesprochen werden. Ich glaube, ich werde hier aufhören. Lass uns noch einmal beten.
Unser himmlischer Vater, so haben wir heute Morgen gesehen, es ist ein Geschenk von dir, dass du Älteste, Pastoren und Hirten der Gemeinde gibst. Dafür danken wir dir, Herr. Du sorgst für deine Gemeinde, und Herr, wir bitten dich, dass gerade in diesem Bereich auch du Gesundheit in unseren Gemeinden schenkst, dass es Menschen gibt, die solch eine Liebe haben, solch ein Bedürfnis, dass sie für deinen Leib sorgen. O Herr, beschenke uns damit reichlich, darum bitten wir in Jesu Namen. Amen, Amen!
Gut, danke, Matt, für diesen sehr guten Vortrag.
