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Hebrärer 11 ab Vers 13

Hebräer 11,13-4014.04.2017
SerieTeil 16 / 20Meschede 2017 - Hebräer
Glaube heißt oft: loslassen, warten, leiden. Abraham, Mose und Rahab zeigen, wie du trotzdem auf Gottes Zukunft setzt, statt dich am Sichtbaren festzuhalten.

Einleitung und Zwischenbewertung des Glaubenslebens

Es geht um eine Zwischenbewertung dieses Glaubenslebens der Erzväter.
Vers 13: Als Menschen des Glaubens starben diese alle. Sie hatten die Verheißungen nicht empfangen, sondern sie aus der Ferne gesehen, waren davon überzeugt und hatten sie gegrüßt. Und sie hatten bekannt, dass sie Fremde im Lande waren und nur vorübergehend dort lebten.
Denn die, die solches sagen, machen offenbar, dass sie das Vaterland suchen. Und wenn sie dabei an jenes gedacht hätten, von dem sie ausgezogen waren, hätten sie Zeit gehabt, umzukehren. Nun haben sie sich aber nach einem Besseren ausgestreckt, das heißt nach einem Himmlischen. Weshalb Gott sich ihrer nicht schämt, ihr Gott genannt zu werden, denn er bereitete ihnen eine Stadt.
Also: Wie haben sie gelebt? Das heißt auch: Wie sind sie gestorben? Beginnen wir damit: Wie sind sie gestorben? Sie starben, ohne die Verheißung gesehen zu haben, das heißt, ohne die Erfüllung der Verheißung erlebt zu haben. Abraham hat von dem herrlichen Land, das der Herr ihm geben wird, gar nichts gesehen. Das heißt: Er hatte das Land zwar vor Augen, aber nicht so, dass es bereits in seinen Besitz gekommen wäre. Sie haben die Verheißung also nicht empfangen, nicht die Verheißungserfüllung.
Wie haben sie gelebt? Nun, sie lebten wie Fremdlinge. Sie waren überzeugt, dass es die Verheißung gibt und dass sie eines Tages kommen wird. Sie haben sozusagen von Ferne nach ihr gewinkt, aber sie selbst haben sie nicht erlebt. Und sie haben bekannt, dass sie Fremde auf der Erde waren. Damit haben sie gezeigt, dass ihre Heimat nicht auf der Erde war.
Sie hätten ja ruhig in ihre Heimat zurückkehren können, aber das haben sie nicht getan, weil sie wussten: Das ist nicht unsere Heimat. Unsere Heimat, dort, wo wir wirklich zu Hause sind, ist dort, wo Gott gesagt hat, dass wir hinkommen sollen. Und der Hebräer-Schreiber erkennt hier, dass sie ein himmlisches Vaterland gesucht haben, weil sie an das Jenseits gedacht haben. Sie haben über den Tod hinaus geblickt, nicht auf ein irdisches Vaterland, sondern auf ein himmlisches.
Wie reagierte Gott auf diese Haltung? Vers 16: Deshalb schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden. Gott ist stolz auf diese Leute. Er sagt: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Er nennt sich als den Gott dieser persönlichen Menschen. Er schämt sich nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet, eine Stadt vorbereitet, in der sie dann in Ewigkeit mit ihm zusammen sein werden. Und er wird ihr Gott sein, und sie werden sein Volk sein.
Also: Das Land ist eine Stadt. Merkt ihr das? Habt ihr gemerkt, dass er zuerst von einem Vaterland spricht, Vers 14, sie suchen ein Vaterland, und dann sagt er: Dieses Vaterland ist die himmlische Stadt? Das himmlische Vaterland ist die himmlische Stadt. Das Land ist die Stadt, Vers 16. Nun haben sie sich nach einem Besseren ausgestreckt, das heißt nach einem himmlischen Vaterland. Deshalb hat Gott sich nicht geschämt, ihr Gott genannt zu werden, denn er bereitet ihnen eine Stadt.
Das Vaterland ist die Stadt, und die Stadt ist ein Tempel. Das lesen wir dann in Offenbarung 21. Da gibt es keinen Tempel in der Stadt, sondern die Stadt selbst ist der Tempel. Gott, der dort wohnt, ist der Tempel. Und Gott wohnt in diesem vier mal vier mal vier großen Würfel-Kubus, wie im Allerheiligsten im Alten Testament.
Also: Das Land ist eine Stadt, und das ist ein Tempel. Das ist die neue Schöpfung. Die neue Schöpfung ist genau das, was wir in Offenbarung 21 lesen, von diesem herrlichen ewigen Tempel.

Abrahams Prüfung und die Logik des Glaubens

Es geht weiter mit Abraham, Vers 17: Im Glauben hat Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak dargebracht. Er brachte den Einziggeborenen dar, er, der die Verheißungen in Empfang genommen hatte, dem gesagt worden war: In Isaak wird dir ein Same genannt werden.
Er rechnete damit, dass Gott auch von den Toten erwecken kann. Von dort hat er ihn auch gleichnishaft zurückerhalten.
Hier merken wir: Gott sagt zu Abraham: Gib mir deinen Sohn. Und Abraham rechnet damit, dass dieser Isaak, nachdem er gestorben ist, von Gott von den Toten auferweckt wird. Das war seine Logik, das war sein Glaube. Glaube ist logisch. Glaube rechnet mit Gott, und zwar ganz logisch.
Gott hat uns ein logisches Denken gegeben, und die Logik dürfen wir nie aufgeben. Es gibt manche Leute, die sagen, Gott sei unlogisch. Gott ist überhaupt nicht unlogisch, Gott ist völlig logisch. Das heißt, er gibt sich uns so zu verstehen, dass wir mit unserem logischen Denken genau in die richtige Richtung kommen.
Bei der Bibel muss man denken, da muss man logisch denken. Wenn man die Bibel liest, muss man kombinieren, man muss zusammensetzen. Gott spricht unsere Sprache, wenn er mit uns redet. Er spricht keine andere Sprache und keine Geheimsprache.
Und Gott hat hier dem Abraham gesagt, er soll den Isaak opfern. Trotzdem weiß Abraham: In Isaak wird die Nachkommenschaft genannt werden. Folglich muss Gott ihn also von den Toten auferwecken.
Nun war es dann nicht so, dass Gott ihn buchstäblich auferweckt hat, aber bildlich hat er ihn auferweckt. Er hat ihn vor dem Sterben verschont. Das heißt hier: Er hat ihn gleichnishaft aus den Toten zurückerhalten. Gleichnishaft heißt bildhaft. Also, wie wenn er gestorben wäre, hat er ihn zurückbekommen. Er musste nicht so weit gehen, Gott hat ihn davor bewahrt.
Aber für Abraham war es wie eine Auferweckung. Es war geprüfter Glaube, und er musste lernen, loszulassen. Auch wir müssen lernen, loszulassen. Es gibt viele Dinge in unserem Leben, an denen wir uns krampfhaft festhalten, und der Herr sagt: loslassen, loslassen.
Dann wird man innerlich frei. Dann merkt man, der Herr hat alles in der Hand. Es hat keinen Sinn, dass man sich selber zermatert und zerquält, nur weil man einfach nicht loslassen kann, weil man die Sache nicht abgeben kann, dem Herrn abgeben kann und mit seiner Verheißung rechnen.
Also, das ist der geprüfte Glaube Abrahams.

Isaak, Jakob und die geistliche Sicht auf den Segen

Jetzt bei Isaak. Von Isaak lesen wir: Im Glauben segnete Isaak den Jakob und den Esau bezüglich kommender Dinge.
Isaak segnete ja zuerst, im Unwissen, den Jakob, der sich verstellte als der Esau. Es war ja interessant: Isaak war fast blind. Sein Sehsinn, auf den konnte er sich nicht mehr verlassen. Jetzt hatte er noch vier Sinne: hören, riechen, schmecken und tasten.
Und jetzt kommt dieser Sohn, von dem er meint, es ist der Esau. Und er hört: Die Stimme ist wie Jakobs Stimme. Das Ohr sagt: Jakob. Dann tut er riechen, aber der Braten schmeckt nach Esau. Und dann tut er schmecken, also er riecht nach Esau, dann tut er schmecken, er schmeckt nach Esau. Und die Kleider, die da auch riechen, riechen nach Esau. Und dann tut er tasten: Der fühlt sich an wie Esau.
Was macht er? Die gefühlsmässigen Sinne, die stark mit dem Diesseits zu tun haben, die Gefühlssinne, die drei, nach denen geht er. Er hätte aber nach seinen Ohren gehen sollen. Die Ohren gehen ins Kopf, ins Denken, direkt. Die anderen haben mit Fühlen und mit Spüren zu tun. Das Ohr geht direkt ins Kopf. Das hätte er machen sollen. Er hat sich auf seine Spürsinne verlassen. Das war sein Fehler.
Es gibt heute Menschen, die verlassen sich auf Spürsinne statt auf das Wort Gottes, dass sie hören auf das Wort Gottes. Nun, er hat einen Fehler gemacht. Aber dann kam der Esau, dann hat er den Esau gesegnet. Aber der Segen war wie ein Fluch für den Esau. Der Segen war so: Wie sagt er da? Das war ja gar kein Segen. 1. Mose 27,37-38.
Hast du mir nicht auch einen Segen, Vater? Segne mich, segne mich! Und dann sagt der Vater: Siehe, fern, fern vom Fett der Erde wird dein Wohnsitz sein und fern vom Tau des Himmels oben. Von deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder wirst du dienen. Doch wird es geschehen: Wenn du dich losmachst, wirst du sein Joch von deinem Hals wegreissen.
Hier ist das meiste ein Fluch, aber zum Schluss: Wenn du dich losmachst, also wenn du dich von der Herrschaft deines Bruders, Israel, losmachst, dann wirst du sein Joch von deinem Halse wegreissen. So war es ja dann auch. Die Nachkommen Esaus, da wurden die Edomiter. Die Edomiter wurden geknechtet von Israel, wurden unterworfen unter Herodes und haben sich aber dann befreit. Sie haben sich dann befreit von der Macht der Israeliten und sind dann selbständig geworden, haben sich losgerissen, wurden dann die Idumeer, die Edomiter.
Das war der eine Segen in Bezug auf zukünftige Dinge, und der andere Segen, Kapitel 28, wo dann der Isaak schlussendlich seinen Jakob wegschickt. Er muss fliehen, Jakob muss fliehen von seinem Bruder. Und da segnet jetzt der Vater mit allem Bewusstsein den Richtigen, den Jakob. Vers 3: Gott der Allmächtige segne dich und mache dich fruchtbar und vermehre dich, dass du zu einer Schar von Völkern werdest, und ergebe dir den Segen Abrahams dir und deiner Nachkommenschaft mit dir, damit du das Land deiner Fremdlingschaft, das Gott dem Abraham gegeben hat, in Besitz nehmest. Dann entliess er ihn.
Also er segnete hier beide Söhne im vollen Bewusstsein: den einen, den Esau, ein Segen über Esau, den anderen Segen über Jakob, wobei der Segen über Jakob der eigentliche Segen war.

Jakobs und Josefs Blick über das Sichtbare hinaus

Vers 21 Im Glauben segnete Jakob im Sterben jeden der Söhne Josefs. Das war, als Jakob alt war; er war auch blind. Aber er verließ sich nicht auf seine Gefühle. Er hatte mit geistlichem Scharfblick den Richtigen gesegnet. Er segnete Josef, und dann die Söhne Josefs, Ephraim und Manasse. Josef brachte Manasse zu seiner rechten Hand und Ephraim zu seiner linken Hand, weil Manasse der Ältere war. Jakob überkreuzte jedoch die Hände und segnete so. Dabei segnete er Ephraim zuerst. Ephraim sollte einen größeren Teil bekommen als Manasse. Mit geistlichem Scharfblick hatte er gesegnet. Das war Glaube, aufgrund des Wortes Gottes, das Gott ihm geoffenbart hatte. Er wurde dadurch zu einem Propheten.
Vers 22 Im Glauben dachte Josef am Ende seines Lebens an den Auszug der Söhne Israels und erteilte Befehl bezüglich seiner Gebeine. Das ist interessant bei Josef. Er hatte am Ende seines Lebens einen ebenso scharfen Blick wie sein Vater Jakob. Er sagte: Siehe, Gott wird euch eines Tages aus Ägypten herausführen. Und wenn ihr aus Ägypten auszieht, dann nehmt meine Gebeine mit, sagte er. Nehmt meine Gebeine mit. Das heißt hier, er gedachte daran und erteilte Befehl bezüglich seiner Gebeine. Damit zeigt er, wo seine wahre Heimat ist.
Josef war hundertzehn Jahre alt. Von diesen hundertzehn Jahren war er elf Jahre lang im Land Kanaan, und den Rest, also neunzig Prozent seines Lebens, war er in Ägypten. Er war auf der Rückreise nach Haran sechs Jahre alt, als er ankam, und sechs Jahre alt, als sie von Haran zurückkamen. Dann war er von sechs bis siebzehn elf Jahre lang in Kanaan. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Ägypten. Neunzig Prozent seines Lebens also. Aber wo war seine Heimat, wo war sein Denken? In Kanaan, in der himmlischen Heimat, also himmlisch. In der versprochenen Heimat, so muss ich sagen, in dem verheißenen Land, wo Milch und Honig fließt. Daran dachte er.
Manchmal ist es schon eine Gefahr, wenn es uns gut geht. Wenn es uns gut geht, dann sind wir sehr gefährdet. Dem Josef ging es sehr gut. Als es ihm schlecht ging, war er nicht gefährdet. Da musste er auf Gott vertrauen und hat sehr viel gelernt. Dann ging es ihm gut. Aber als es ihm gut ging, hat er Gott nicht verlassen. Er blieb bei diesem Wissen: Gott wird uns aus Ägypten führen.
Er wollte keine Pyramide in Ägypten, kein Mausoleum oder sonst etwas, keine Sphinx, wo sie ihn begraben können. Nein, er wollte in dem Erbbegräbnis sein, wo Abraham, Isaak und Jakob liegen. Dort wollte er auch begraben werden, beziehungsweise nicht im Erbbegräbnis, aber in dem Land. In Sichem wird er begraben, wo der Vater lange Zeit gelebt hatte. In Sichem wird er dann begraben, Josua 24.
Die Hoffnung der Welt liegt nicht in den Supermächten. Die Supermacht hieß Ägypten, und er setzte nicht seine Hoffnung auf Ägypten, obwohl er der zweithöchste Mann von Ägypten war. Nein, die Hoffnung der Welt liegt in der kleinen Schar der Heiligen des Messias, und darauf setzt er seine Hoffnung, auf die Verheißung Gottes. Das ist für mich ein großes Vorbild dieses Josef.

Mose zwischen Herkunft, Berufung und Entscheidung

Dann weiter mit Beispielen von mitarbeitendem Glauben in Israels Geschichte, vom Auszug bis zum Einzug.
Zuerst zu den Eltern Moses, Vers 23: Im Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate von seinen Eltern versteckt, weil sie sahen, dass er ein feines Kind war, und sie fürchteten nicht die Verordnung des Königs.
Bitte, das Wort für feines Kind heißt im Griechischen ein städtisches Kind. Das war kein Bauernsohn. Die Eltern haben gesehen: Dieses zierliche Kind, das war ein besonderes Kind. Der sah nicht so aus wie Aaron und nicht so aus wie andere Kinder in Israel. Das war ein Prinzenkind, ein Königskind, das gehört in die Stadt. Und sie haben sich gedacht: Was hat Gott mit diesem Kind vor? Sie haben das Kind angeschaut, das hübsche Kind. Das heißt an einer anderen Stelle: Sie sahen, dass das Kind schön war.
Und sie vertrauten dann Gott, dass er dieses Kind durchbringen wird. Da wuchs ihr Vertrauen auf Gott Tag für Tag. Drei Monate lang haben sie es versteckt. Man muss sich das einmal vorstellen: Die Mütter können sich das viel besser vorstellen als ein Vater, wie man ein Kind drei Monate lang versteckt, ohne dass es jemand schreien hört. Wenn das irgendwer hört, dann kommen die Soldaten Ägyptens und werfen das Kind in den Nil. Und so vertrauen sie Tag für Tag. Nach drei Monaten ist ihr Glaube sehr stark gewachsen. Gott hat es durchgetragen bis drei Monate lang, und jetzt ist der Glaube so weit, dass sie sagen: Jetzt lassen wir das Kind in die Hände Gottes fallen.
Dann nehmen sie das Kind und stellen es in ein Körbchen ans Schilfufer. Und sie wissen: Irgendwer wird das Kind finden. Das wissen sie. Irgendwer wird das Kind finden, und wer es findet, wird es entweder umbringen oder es retten. Jetzt mussten sie vertrauen. Es war ein Loslassen im Glauben. Es ist großartig.
Und was geschieht? Die Prinzessin sieht dieses Kind, einen Prinzen. Deshalb war es so, deshalb musste es so aussehen, weil die Prinzessin sieht: Das ist ein Prinzenkind, das ist nicht irgendeins. Sie wusste, es ist ein hebräisches Kind, aber das passt in die Familie, das passt. Sie hatte kein Kind. Und jetzt nimmt sie dieses Kind auf, weil das Kind so schön war, städtisch. Man wird städtisch erzogen im Palast und lernt.
Zuerst darf er sogar noch bei den Eltern aufwachsen. Dort bekommt er die Grundlagen, die ersten paar Jahre. Und dann wird er zur Prinzessin gebracht, und sie zieht ihn auf.
Im Glauben wurde Mose, als er geboren wurde, drei Monate von seinen Eltern versteckt, weil sie sahen, dass es ein städtisches Kind war, und sie fürchteten nicht die Verordnung des Königs.
Glaube steigt weit hinaus über die Menschenfurcht.

Mose als Erwachsener: Verzicht, Wahl und Auszug

Jetzt also Mose selbst. Vers 24: Im Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharao genannt zu werden.
Stellen wir uns einige Fragen. Wann war das? Das war nicht ein Teenager, der den Eltern ungehorsam ist. Nein, wie alt war Mose, als er sich weigerte, ein Sohn der Tochter des Pharao genannt zu werden? Vierzig Jahre alt war er. Es war also kein Teenager mehr. Da geht es nicht um Ungehorsam den Eltern gegenüber, es ist ganz etwas anderes. Hier ist ein reifer Mann, der Verantwortung getragen hat. Er war in der Jugend ein gehorsamer Junge gewesen, jetzt war er ein vierzigjähriger Mann. Und jetzt heißt es in Vers 25: warum?
Warum zog er es vor, lieber Übles zu erleiden zusammen mit dem Volk Gottes, als für kurze Zeit den Genuss der Sünde zu haben? Warum hat er sich gesagt: Ich will nicht am Pharaonenhof bleiben? Was veranlasste ihn, den Weg mit dem Volk Gottes zu gehen und nur Schmach und Ungemach auf sich zu nehmen, zusammen mit dem Volk Gottes? Er hätte genug Reichtum bekommen, und er hätte genug Sünde haben können. Das wollte er nicht. Er sah auf die Vergeltung, auf die Belohnung, auf die himmlische Vergeltung.
Also stand er vor einer Wahl: zeitlicher Sündengenuss hier, gefolgt von ewigen Leiden dort; oder Leiden hier, gefolgt von ewiger Herrlichkeit dort. Versteht ihr? Das war die Wahl. Was will ich? Den Himmel hier und die Hölle dort? Oder die Hölle hier und den Himmel dort? Oder Leiden hier und den Himmel dort? Er wählte das geringere Übel: Leiden hier und ewigen Himmel. Das war sehr weise, sehr weise.
Er will lieber mit dem Volk Gottes Ungemach leiden. Er will sich auf die Seite des Volkes Gottes stellen. Warum sagt denn der Apostel das? Warum erwähnt er das? Die hebräischen Christen standen auch vor der Frage: Was wollen wir? Ein schönes Leben hier, ein ruhiges Leben hier unter den Juden und ewige Verdammnis dort? Oder leiden hier mit den Christen und ewige Herrlichkeit dort?
Er achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens. Entschuldigung, er achtete die Schmach Christi für viel mehr Wert, für viel größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens. Und was hat ihm bei der Entscheidung geholfen? Er sah auf die Vergeltung, er sah auf die Belohnung, er sah auf das himmlische Ziel.
Das ist auch das, was uns hilft, besonders wenn man Schwierigkeiten hat, wenn man merkt: Jetzt muss ich hier einen Nachteil erleiden. Dann hilft es, wenn man auf die himmlische Belohnung schaut. Das ist auch ein kleiner Wink für die Hebräer: Schaut, was euch erwartet.
Gut, was war die Reihenfolge? Ich habe mir hier aufgeschrieben: Er wog ab, er wählte, er weigerte sich, er wechselte das Volk. Alles mit W. Er wog ab, er wählte, er weigerte sich und er wechselte das Volk. Und als Konsequenz wechselte er das Land. Er zog aus Ägypten aus.
Wie konnte er zu so einer Entscheidung kommen? Durch Glauben. Er hat gelernt, mit der Wahrheit Gottes zu rechnen. Glaube rechnet mit der Verheißung Gottes. Das war der Grund.
Wir müssen uns hier auch etwas lernen lassen, wir müssen uns hier etwas sagen lassen von Mose. Da waren die Gebete der Familie klar, da war auch die Geschichte Israels. Er hat die Geschichte Ägyptens studiert, und dann hat er das verglichen mit der Bibel, mit dem Wort Gottes. Natürlich hatte er keine Bibel in dem Sinne wie wir, aber er hatte die Lehre des Wortes Gottes im Hause Israel erfahren, von den Eltern hatte er sie bekommen. Er hat auch offensichtlich Kontakt zu den Eltern gehalten, sonst ... Er hat überhaupt Kontakt zu den Israeliten gehalten. Das sehen wir auch: Er befindet sich bei den Israeliten, er hat einmal einen Ägypter getötet, der einen Israeliten geschlagen hat, und dann musste er fliehen. Aber er hat die ganze Zeit die Verheißung Gottes vor Augen.
Und dann Vers 27: Er verließ Ägypten. „Im Glauben verließ er Ägypten, den Grimm des Königs hatte er nicht gefürchtet, denn er hielt stand, als sähe er den Unsichtbaren.“ Im Glauben verließ er Ägypten. Das ist an dem Tag, wo sie alle ausgezogen sind. Aber wenn er nicht gegangen wäre, wäre das Volk nicht gegangen. Sein Schritt aus Ägypten heraus hat dem Volk geholfen. Wäre er nicht da vorangegangen, wäre er nicht so mutig zum Pharao gegangen, dann wären die Israeliten gar nicht aus Ägypten gezogen. Er verließ Ägypten, und die anderen sind ihm dann nachgekommen, hinter ihm her.
Er ging durchs Meer, das ist das Nächste. Er führte die Passavorschriften durch. Vers 28: Im Glauben hat er das Passa vollzogen und das Besprengen mit Blut, damit der, der die Erstgeburt umbrachte, sie nicht antaste. Im Glauben hat er also das Blut des Lammes angewandt, an die Türpfosten streichen lassen, in jedem Hause. Im Glauben hat er all diese Dinge vollzogen. Sie haben nichts gesehen, Gott hat nur gesagt, sie sollen das machen. Sie haben es gemacht, sie haben das Blut an die Pfosten gestrichen. Aber wenn das Blut an dem Pfosten ist, dann sind wir sicher. Und so war es.
In der Nacht, als dann alle Erstgeborenen in Ägypten starben, starben die Erstgeborenen der Israeliten nicht wegen des Blutes. Und dann der Auszug. Im Glauben zogen sie wie auf dem Trockenen durch das Rote Meer, von dem die Ägypter verschlungen wurden, als sie den Versuch unternahmen.
Im Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage lang umzogen worden waren. Also zuerst der Auszug und dann der Einzug, gerade hintereinander. Dazwischen liegen vierzig Jahre. Das israelitische Volk musste glauben, dort beim Auszug. Sie mussten dem Herrn vertrauen. Das Wasser geht auseinander, ja. Und wann geht es wieder zusammen? Vertrauen, geh ins Wasser. Für einige bedeutet das Gehen den sicheren Tod. Wenn das Wasser zusammengeht, sind wir alle tot. Nein, sie gehen durch. Gott hat gesagt, er bringt sie durch. Im Glauben zogen sie auf dem Trockenen, wie auf dem Trockenen, durchs Rote Meer. Und die Ägypter versuchten das auch, aber nicht im Glauben. Die hat es erwischt.
Dann die Mauern Jerichos. Man denkt sich, man fragt sich: Wieso sind sie denn montags, dienstags, mittwochs jeden Tag da rundherum? Und am letzten Tag sind sie siebenmal rundherum. Also insgesamt dreizehnmal haben sie die Mauern Jerichos sehr gut angeschaut, rundherum. Und ich weiß auch nicht, was sich die Einwohner von Jericho gedacht haben. Als sie da sahen, wie die Israeliten herumziehen, muss man sich vorstellen: Am siebten Tag sind sie siebenmal herumgezogen. Die waren ziemlich außer Atem, als sie da das siebte Mal endlich geschafft hatten. Das ganze Volk zieht da rundherum.
Und dann hat Gott gehandelt. Wir wissen nicht, warum Gott sie herumziehen ließ. Vielleicht einfach nur, damit sie sehen: aussichtslos, diese Stadt kann man nicht einnehmen. Aber der Herr hat dann die Stadtmauern fallen lassen.

Rahab und der Glaube an Treue und Liebe

Im Glauben wurde die Hure Rahab, nachdem sie die Kundschaft mit Frieden aufgenommen hatte, nicht zusammen mit denen umgebracht, die im Unglauben ungehorsam waren.
Ich habe hier notiert: Glaube an den Gott der Treue und Liebe. Wie komme ich darauf? Lass mich ein bisschen etwas über Rahab erzählen. Ihr kennt das zwar, aber es ist doch gut, wenn wir darüber nachdenken.
Rahab hatte einen uralten Beruf, man nennt es das älteste Gewerbe. Sie war eine Hure, das heißt, sie diente einer Lust ohne Liebe. Und sie hatte es mit Männern zu tun, die eine Liebe wollten ohne Treue. Das kann man gar nicht trennen. Die wahre Liebe ist mit Treue gepaart, und das andere ist keine Liebe, das ist Lust, ohne Liebe, ohne Moral.
Das waren ja Kanaaniter, vergessen wir das nicht. Kanaaniter waren unzüchtige Leute. Sie waren Kinder Kanaans, Hams. Dessen Enkel war Kanaan, und dessen Nachkommen waren die Kanaaniter, unzüchtige Leute. In dieser unzüchtigen, unmoralischen Zivilisation lebte diese Hure in Jericho. Und diese Menschen machten sich andere Götter, machten sich fremde Götter, nicht mehr die Götter Sems, Hams und Jaffets, sondern irgendwelche fremden Götzen. Götzen ohne Liebe und ohne Treue.
Es ist wie bei Allah, dem Allah der Moslems. Sagt bitte nie, dass der wahrhaftige Gott Allah heißt. Er heißt Yahweh, er heißt nicht Allah. Der wahrhaftige Gott hat überhaupt nichts zu tun mit Allah. Allah ist ein Gott ohne Liebe, wenn man den Koran liest, die muslimische Religion. Sein Gott ist ohne Liebe.
Die Hindus, ich habe da ein bisschen gesehen, als ich in Sri Lanka war und in Indien, die Hindus glauben an Götter ohne Liebe. Die haben gar keine Person. Die Götter sind einfach Hirngespinste, zu denen haben sie keine Beziehung. Die bringen zwar ihre Gebete dar, aber das hilft überhaupt nichts. Gar nichts. Die haben keine Beziehung. Und ich habe ja mit vielen Christen in Indien und in Sri Lanka geredet. Die haben berichtet über ihr Leben, wie sie zum Glauben gekommen sind. Und die meisten haben gesagt: Wir mussten ganz viel beten. Und die Hindu-Priester haben uns immer wieder gesagt: Du musst beten und beten und beten. Und alle haben gesagt: Aber diese Götter haben uns nicht geholfen. Götter, die gar keine Personen sind. Tote Götter, entpersönlichte Götter, das waren Götzen.
Und die Götzen Kanaans waren auch tote, entpersönlichte Götter. Und die Liebe war eine entpersönlichte Liebe, das heißt eine Lust ohne Liebe. Hier Hurerei, Unzucht, das war das Leben der Hure Rahab.
Und dann lesen wir in Josua 2,9. Ich lese es vorher, ihr könnt aufschlagen, müsst aber nicht. Josua 2,9: Da kommen die Kundschafter zu ihr. Und was sagt sie zu ihnen? Also, ich muss es so sagen: Die Kundschafter kommen zu ihr, sie versteckt sie schnell. Dann kommt die Polizei: Wo sind die Leute? Sagt sie: Die Leute, oh, da waren welche Leute da, sind schon wieder weg, und so weiter. Dann hat sie sie gut versteckt gehabt. Und dann, als die Luft wieder rein ist, holt sie die Leute runter und sagt zu ihnen:
Ich weiß, dass Yahweh euch das Land gegeben hat und dass euer Schrecken auf uns gefallen ist und dass alle Bewohner des Landes vor euch verzagt sind. Denn wir haben gehört, dass Yahweh die Wasser des Schilfmeers vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten zogt, und was ihr den beiden Königen der Amoriter getan habt, die jenseits des Jordan waren, dem Sihon und dem Og, die ihr vernichtet habt. Und wir hörten es, und unser Herz zerschmolz, und es blieb kein Mut mehr vor euch in irgendeinem Menschen. Denn Yahweh, euer Gott, ist Gott im Himmel oben und auf der Erde unten.
Sie hörte von dem Gott Israels, und sie glaubte. Yahweh, sagt sie. Jahwe ist der Treue, der Ewige. Jahwe heißt der Ich bin, der Ich bin, und ich stelle mich zu seiner Verheißung, der Gott, der seinen Bund hält, das ist Jahwe. Und sie glaubt jetzt an diesen Jahwe der Israeliten. Sie bekehrt sich von ihren toten Götzen zu dem treuen und wahren und lebendigen Gott der Israeliten.
Es war ein riesengroßes Risiko, diese Kundschaft da aufzunehmen. Aber hier zeigt sich ihre Treue diesem Gott gegenüber. Jetzt hat sie ein Problem. Was ist ihr Problem? Die Kundschafter, die sie gerettet hat, sie weiß genau: Die könnten mich jetzt retten vor dem Zorngericht Josuas. Und wie kriege ich jetzt die Rettung? Kann sie den Kundschaftern einsagen: Ihr seid liebe Leute, ihr denkt daran, ich habe euch Gutes getan, und ihr holt mich da raus? Sie wusste: Männer sind untreu. Sie hat genug Erfahrung mit untreuen Männern gehabt. Soll sie diesen Männern jetzt einfach vertrauen?
Menschen, die untreu sind, was macht sie? Was macht sie, um ihr Heil zu garantieren? Was macht sie, um gerettet zu werden? Was sagt sie zu ihnen? Schwört mir. Schwört mir. Bei? Bei eurem Gott. Bei Yahweh. Schwört mir bitte, Josua 2,12, schwört mir bitte bei Yahweh, weil ich Güte und Gnade an euch erwiesen habe, dass auch ihr an meines Vaters Hause Güte und Gnade erweisen werdet. Und gebt mir ein zuverlässiges Zeichen und lasst meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder, meine Schwestern und all ihre Angehörigen am Leben und rettet unsere Seelen vom Tode.
Und die Männer schworen. Sie schwören. Und jetzt ist die Frage: Wird sie gerettet werden oder nicht? Aus Glauben. Sie vertraut, und sie weiß: Meine Sicherheit ruht nicht in diesen Männern, meine Sicherheit ruht in dem Yahweh, in dem treuen Yahweh, dem Gott der Treue, bei dem ich diese Schwüre habe lassen. Darin ruht meine Sicherheit. Wahre Liebe ist treu.
So setzt diese Frau das erste Mal ihr Vertrauen auf einen Yahweh, auf einen lebendigen Gott, einen persönlichen Gott, der Treue und der Liebe. Treue gepaart mit Liebe. Und sie legte sich schlafen, und sie konnte gut schlafen, oder? Jetzt kann sie gut schlafen. Sie weiß, ihre ganze Zukunft hängt in den Händen des Gottes, der treu ist, Yahweh.
Und wie kam’s? Sie hat sich bekehrt von den Götzen hin zu Gott, dem lebendigen Gott, um jetzt dem lebendigen und treuen Gott zu dienen und seinen Josua zu warten, der sie erretten würde vor dem kommenden Zorngericht. Kennt ihr den Vers? Gibt’s im Neuen Testament. Ihr habt euch bekehrt von den toten Götzen hin zu dem lebendigen und wahren Gott, der euch rettet von dem kommenden Zorngericht. 1. Thessalonicher 1,10.
Rahab glaubt an den Gott der Treue und der Liebe, und der wird sie retten vor dem Zorngericht. Das ist eine interessante Parallele zu den Hebräer-Christen. Die hatten sich auch bekehrt hin zu dem wahren und lebendigen Gott in Jesus Christus. Und das wird ihre Rettung sein, wenn das Gericht über die Stadt kommt. Das wird ihre Rettung sein, wenn das Gericht über das Land Israel kommt, in ein paar Jahren. Darauf sollen sie sich verlassen. Ein sehr, sehr schönes Beispiel: Glaube an einen Gott der Treue und der Liebe in Jesus Christus.
Aber wir müssen weitermachen.

Siege, Leiden und die ganze Spannweite des Glaubens

Jetzt kommen die Verse 32 bis 38: Beispiele von siegreichem Glauben, Israels weitere Geschichte.
Zuerst Vers 32 bis 35: Und was sage ich noch? Denn die Zeit würde mir nicht reichen beim Erzählen von Gideon und Barak, und Simson und Jephtha. Gideon: Richter 6. Barak: Richter 4 und 5. Simson: Richter 13 bis 16. Jephtha: Richter 11. David: 1. Samuel. Samuel: 1. Samuel. Und den Propheten. Da sind jetzt die vielen Propheten gemeint, darunter auch die großen Propheten, Jeremia, Hesekiel usw.
Und jetzt wird aufgezählt: drei Erfolge, die sie durch Glauben errungen haben. Was haben sie für Erfolge gehabt? Die durch Glauben Königreiche überwanden, zum Beispiel Gideon, Barak, Jephtha, David. Die durch Glauben Gerechtigkeit bewirkten. Nun, ich weiß nicht, worauf sich das beziehen könnte. Die haben von Ungerechtigkeit Gerechtigkeit bekommen. Gott hat sich zu ihnen gestellt. Verheißungen erlangten. Gideon zum Beispiel hat die Verheißung erlangt: Sieg über die Feinde dort, die Midianiter, Amalekiter, Midianiter. Barak, David, die haben alle ihre Verheißungen erlangt.
Drei Bewahrungen: die durch Glauben Löwenmäuler verschlossen, die durch Glauben des Feuers Kraft löschten und der Schärfe des Schwertes entkamen. Übrigens ist mir hier bewusst geworden, als ich darüber nachdachte: durch Glauben Löwenmäuler verschlossen. Wer war das? Daniel hat durch Glauben den Löwen die Mäuler verschlossen. So steht es ja, oder? Die durch Glauben Löwenmäuler verschlossen haben.
Frage: Wer hat denn die Mäuler der Löwen verschlossen? Im Text, im Alten Testament. Was steht dort? Der Herr, der Engel des Herrn, hat dem Daniel das Maul verschlossen. Hier steht: Sie, Daniel, er hat dem Löwen das Maul verschlossen. Wie passt es zusammen? Wie geht es zusammen? Der Text sagt: Gott war es. Und der Text hier sagt: Daniel war es. Also, wer war es jetzt? Tat es Daniel? Tat es Daniel durch Glauben? Daniel handelt aus Glauben. Die entscheidende Sache tut Gott, aber Daniel muss glauben. Wenn Daniel nicht geglaubt hätte? Nichts. Wenn Daniel sich nicht auf Gott verlassen hätte? Er wäre ja gar nicht in Ruhe gekommen. Ja, klar.
Aber versteht ihr: Er hat durch den Glauben das Maul der Löwen verschlossen, weil er in dieser Situation, als er da hereinkam, auf Gott vertraut hat. Er wusste, dieser Gott steht zu seinem Volk. Und er wusste, er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat gewusst, das ist ein großes Zeugnis für Gott. Er verließ sich völlig auf Gott. Und Gott hat dieses Zeugnis verwendet für seinen Namen. Und der Darius kam zum Glauben. Also, ich weiß nicht, wie stark zum Glauben, aber er hat ja den Glauben Daniels dann akzeptiert, und die anderen hat er töten lassen.
Das Gleiche: Durch Glauben haben sie die Kraft des Feuers gelöscht, die Freunde Daniels. Was steht im Text? Hier steht: Sie, die Freunde, haben die Kraft des Feuers durch Glauben gelöscht. In Daniel 3 steht das nicht so. In Daniel 3 steht: Das Feuer konnte ihnen nichts anhaben. Der Herr hat sie gerettet aus dem Feuer. Gott hat sie gerettet. Vielleicht lesen wir die Stelle Daniel 3. Ich lese es deshalb, weil es für mich eine wichtige Lektion ist, weil wir hier etwas lernen können für unser persönliches Leben. Deshalb machen wir das jetzt hier.
Also Vers 28, Daniel 3, Vers 28: Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte gerettet hat, die sich auf ihn verließen, die das Wort des Königs übertraten und ihren Leib dahingaben, damit sie keinem Gott dienen oder ihn anbeten müssten, als nur ihrem Gott.
Hier steht: Gott hat sie gerettet. Gott hat sie aus dem Feuer gerettet. Und vorher heißt es, Vers 20, da befahl er den Männern, den stärksten Männern in seinem Heer, sie zu binden. Dann werden sie reingeworfen, und dann fielen sie in den Ofen. Vers 23, Vers 24: Da erschrak der König Nebukadnezzar und erhob sich. Und er fragt sie dann, und dann antworten sie. Entschuldigung, jetzt habe ich es verloren.
Da trat Nebukadnezzar an die Öffnung des Ofens, begann und sagte, Vers 26: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte des Höchsten Gottes, geht heraus und kommt her. Da gingen Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus, und es versammelten sich die Satrapen und so weiter und die Leute. Und sie haben sie dann angeschaut. Betrachtet diese Männer, über deren Leib das Feuer keine Macht gehabt hatte. Das Haar ihres Hauptes war nicht versengt, und ihre Mäntel waren nicht verändert. Nicht einmal Brandgeruch war an sie gekommen. Und wir erfahren: Gott hat sie gerettet, Vers 28: Gepriesen sei der Gott Sadrachs und so weiter, der seine Knechte gerettet hat, die sich auf ihn verließen.
Wir erfahren hier: Gott hat sie gerettet vor dem Feuer. Gott hat sie gerettet. Hier lesen wir in Hebräer: Sie haben die Feuerskraft ausgelöscht. Versteht ihr wieder die Diskrepanz? Ja, wer war es jetzt? Hat Gott sie jetzt aus dem Feuer gerettet, oder haben sie die Feuerkraft ausgelöscht? Beides ist richtig. Sie haben vertraut. Es steht ja hier: Sie haben sich auf ihn verlassen und das Wort des Königs nicht übertreten. Sie haben sich nicht gebeugt dem Wort des Königs. Dann haben sie dadurch durch den Glauben des Feuers Kraft gelöscht. Das heißt, ihr Glaube war das Entscheidende, und Gott hat sie gerettet.
Ist es bei uns nicht auch so? Wir vertrauen auf Christus, und Gott rettet uns. Dein Glaube hat dich gerettet. Ja, was jetzt? Wer hat sie gerettet, Gott oder ihr Glaube? Beides. Aufgrund ihres Glaubens hat Gott sie gerettet. Dein Glaube hat dich gerettet. Lukas 7, hat er zu der Frau gesagt, der Sünderin: Dein Glaube hat dich gerettet.
Also, der Glaube rettet, aber es ist der Gott, auf den wir vertrauen, der uns rettet. Es ist nicht wir selber, es ist Gott. Aber es ist abhängig von uns, von unserem Glauben. Also, wir haben hier beide Seiten. Wir müssen glauben, und Gott rettet. Auch bei Daniel. Daniel hat geglaubt, und Gott hat die Löwenmäuler verschlossen. Aber durch den Glauben hat Daniel die Löwenmäuler verschlossen. Zwei Seiten, beides braucht es: Glaube und Gottes Handeln. Und Gott handelt aufgrund unseres Glaubens. Wenn wir nicht glauben, wird Gott nicht handeln.
Drei Kräftigungen in Schwachheit: Sie kamen von Schwachheit zu Kraft, heißt es hier. Und jetzt werden drei Beispiele genannt. Sie wurden im Krieg stark, sie haben Armeen von Fremden zum Weichen gebracht, und Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung.
Im Krieg stark geworden, denken wir an Jonathan und seinen Waffenträger. Die steigen den Felsen rauf. Und oben warten zwanzig Feinde auf sie. Jonathan sagt dann noch zu seinem Waffenträger: Komm, wir steigen hinauf. Vielleicht wird der Herr was durch uns tun. Vielleicht wird er was tun. Aber im Vertrauen auf den Herrn ist er raufgegangen. Und der Herr hat was durch ihn getan. Zwei gegen zwanzig. Sie haben sie besiegt.
Armeen von Fremden zum Weichen gebracht: ganze Armeen, David und Goliath zum Beispiel. Also David und Goliath und die ganze Armee.
Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung: die Witwe von Sarepta, 1. Könige 17, Elija; die Sunamitin, 2. Könige 4, bei Elisa.
Dann weiter: vier Arten der Verfolgung. Andere wurden gefoltert, da sie, um eine bessere Auferstehung zu erlangen, die Erlösung nicht annahmen. Wo bin ich? Ja, jetzt kommt vier Arten der Verfolgung. Andere nahmen Prüfung an: Spott, Geißel, Fessel, Gefängnis. Vier Arten von Prüfungen: Spott, Geißel, Fessel, Gefängnis.
Spott: Das sehen wir bei Jeremia. Ich bin ein Gelächter geworden den ganzen Tag, spottet man mich. Jeremia 20,7.
Geißel: Ausgepeitscht wurden sie, die Makkabäer zum Beispiel, bei den Makkabäern, den Kämpfern zur Zeit von Antiochus, die Widerstand leisteten.
Fesseln: Denken wir an Micha, der in Fesseln gelegt wurde, nur weil er treu war. 1. Könige 22,27.
Ins Gefängnis: Jeremia im Gefängnis und andere auch.
Vier Arten von Märtyrertod: Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht und starben durch Ermorden mit dem Schwert. Gesteinigt: Ein gewisser Sacharja wurde gesteinigt im Tempel. Zersägt: Das soll nach der Überlieferung Jesaja gewesen sein. So steht es im Talmud der Juden. Geprüft, versucht und durch Ermorden mit dem Schwert getötet.
In Daniel 11 liest man: Daniel 11,33: Die Verständigen des Volkes werden die vielen unterweisen, und darüber werden sie verfolgt werden und unterliegen durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Raub viele Tage hindurch.
Dann vier andere leiden: Sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, als Mangel Leidende, als Bedrängte, als Übel Behandelte. Sie irrten umher in Wüsten, Bergen, Höhlen und Löchern der Erde.
Merkt ihr was? Die einen haben sichtbare Erfolge durch den Glauben. Die anderen haben keine sichtbaren Erfolge durch den Glauben. Die anderen wurden geschlagen, haben gelitten, wurden getötet, haben sich in Höhlen verstecken müssen. Die einen haben durch den Glauben einen Goliath besiegt und haben große Siege davongetragen. Und die anderen haben durch den Glauben gelitten. Und beide haben durch den Glauben gehandelt, beide Gruppen.
Jetzt kommt gleich der Schlusssatz. Aber bevor der Schlusssatz kommt, habt ihr noch Fragen? Ich bin ziemlich schnell durchgegangen. Aber es sind Fragen da. Wir können uns nachher noch Zeit nehmen, wenn ihr nachher noch Fragen habt.

Der gemeinsame Abschluss aller Glaubenden

Vers 39 und Vers 40, lesen wir das noch? Und diese alle, denen durch den Glauben Zeugnis abgelegt wurde, erhielten nicht die Verheißung. Das heißt, sie haben die empfangene Verheißungserfüllung nicht bekommen. Sie haben eine Verheißung bekommen, aber die Erfüllung der Verheißung haben sie nicht bekommen.
Diese, obwohl ihnen ein Glaubenszeugnis ausgestellt wurde, sind gleich fertig. Diese, obwohl ihnen ein Glaubenszeugnis ausgestellt wurde, haben sie nicht die Verheißung erhalten, da Gott in Bezug auf uns etwas Besseres vorgesehen hatte, damit sie nicht ohne uns vollendet würden.
Er schreibt hier an die Hebräerchristen und sagt ihnen: Wir, Hebräerchristen, wir, und er selber zählt sich dazu, wir werden zusammen mit ihnen, den alttestamentlichen Heiligen, gemeinsam das Ziel erreichen, das neue Jerusalem, das bessere, das schönere Heil, das größere Heil.
Die einen haben auf der Erde Siege erlangt, aber das vollendete Heil haben sie noch nicht bekommen. Die anderen haben gelitten, aber das vollendete Heil haben sie nicht bekommen. Und die warten alle im Hades gleichsam darauf.
Und er sagt: Wir werden mit ihnen gemeinsam ins neue Jerusalem wandern, sozusagen. Sie werden nicht ohne uns vollendet werden, vollendet im neuen Jerusalem. Aber vollendet werden sollen sie. Das heißt, sie bekommen das gleiche Los, das gleiche Schicksal wie die Heiligen des Neuen Testaments, wie diese Hebräerchristen, die. Und die neuen, die alttestamentlichen Heiligen und die neutestamentlichen Heiligen bekommen die gleiche Zukunft.
Die alttestamentlichen Heiligen waren aber Israeliten. Die neutestamentlichen Heiligen, hier die Hebräer, inklusive aller aus den Heiden, bekommen die gleiche Zukunft, das gleiche neue Jerusalem. Weil es nicht zwei Parteien in der Stadt neues Jerusalem gibt, weil links wohnen die Juden und rechts wohnen die Heiden, nein. Oder links wohnen die alttestamentlichen und rechts die neutestamentlichen auch nicht. Da ist ein Volk, ein Gott, eine Einheit.
Er sagt: Was ist der ganze Sinn des Kapitels? Er zeigt ihnen, was Glauben ist, und er zeigt ihnen, dass alle die alttestamentlichen Heiligen warten mussten, bis sie gemeinsam mit den neutestamentlichen Heiligen in das neue Jerusalem einziehen, vollendet werden. Dort ist die Zukunft des alten Israel, dort ist die Zukunft dieser neutestamentlichen Hebräerchristen, denen er hier schreibt, neutestamentlichen Heiligen.
Jetzt sind wir fertig. Schließen wir wieder mit Gebet, können wir wieder eine Gebetsgemeinschaft machen. Ich mache dann Schluss.